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Frankreich – Präsidentschaftswahlen

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Archiv bis 28. April 2007Martin Fehndrich48 28.04.07, 22:15h 
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Bernhard Nowak (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 29. April 2007 - 11:27 Uhr:   

28. April 2007 16:31 Uhr
Bayrou unterstützt Royal nur indirekt


Paris - Im Werben um die Wähler der Mitte hat die sozialistische Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal bei einem TV-Duell mit dem Zentrumspolitiker François Bayrou auf Übereinstimmungen in den Wahlprogrammen hingewiesen. Bayrou, der bei der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl am vergangenen Wochenende als Drittplatzierter ausgeschieden war, unterstützte die Sozialistin zwar indirekt gegen ihren Konkurrenten Nicolas Sarkozy. Er betonte aber zugleich die Unabhängigkeit seiner Partei und kritisierte vor allem Royals Wirtschaftsprogramm.

Man könne die Probleme Frankreichs nicht lösen, indem man Geld verteile, das man nicht habe, sagte Bayrou am Samstag. «Das hat noch nie funktioniert.» Der Zentrumspolitiker hatte am 22. April 6,8 Millionen Stimmen erhalten. Wer bei der Stichwahl am 6. Mai diese Wähler abfangen kann, hat gute Aussichten auf die Nachfolge von Jacques Chirac im höchsten Staatsamt. Ein Fernsehduell zwischen Royal und dem konservativen Kandidaten Sarkozy findet am 2. Mai statt.

Laut einer am Samstag veröffentlichten Umfrage könnte Sarkozy in der Stichwahl auf 52,5 Prozent der Stimmen kommen, auf Royal würden demnach 47,5 Prozent entfallen. Für die Ipsos-Erhebung wurden 1.255 Franzosen befragt. Eine Fehlerquote wurde nicht angegeben.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Mai 2007 - 11:47 Uhr:   

Neue Umfragen zeigen weiterhin einen Vorsprung für Sarkozy:
http://tempsreel.nouvelobs.com/speciales/politique/elysee_2007/20070424.OBS3740/les_derniers_sondages.html

Interessant sind hier die Angaben über das Verhalten von Anhängern der ausgeschiedenen Kandidaten.

Die Bayrou-Wähler teilen sich ziemlich gleichmäßig auf Royal und Sarkozy auf.

Offenbar als Folge der Annäherung an Bayrou verliert Royal aber bei den Linksextremen - da wollen "nur" noch 64% zu ihr umschwenken.
Das ist zwar etwas mehr als die 57%, die Sarkozy bei den Le Pen-Wählern macht - in absoluten Stimmen dagegen ist der Unterschied marginal.

Bemerkenswert ist das auch, weil die extrem-linken Kandidaten alle sehr eindeutig für die Wahl Royals aufgerufen haben, während umgekehrt Le Pen seine Anhänger zur Wahlenthaltung aufgerufen hat - das hat wohl nicht funktioniert.

Die absoluten Zahlen sind natürlich bei so Umfrageprognosen wie immer unzuverlässig.

Aber sie zeigen m. E. das schon nach dem ersten Wahlgang sichtbare Problem Royals: Sie hat ihre Wählerbasis schon damals ziemlich mobilisiert. Jede Positionsveränderung zwischen Links und Mitte kostet sie fast ähnlich viele Wähler wie es bringt.

Sarkozy geht mit 6% Vorsprung in den Endspurt, und es ist nichts sichtbar, mit dem Royal das ausgleichen könnte.

Die Umfrageergebnisse beziehen das Fernsehduell noch nicht ein - aber das scheint ja auch unentschieden ausgegangen zu sein.
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Che (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Mai 2007 - 14:33 Uhr:   

Segolenes Hoffnung:
Umkehrung des Ergebnisses!

Gab es schon dreimal:
1974: Giscard überholte Mitterrand.
1981: Genau umgekehrt.
1995: Chirac überholte Jospin.

Ein "Swing" im zweiten Wahlgang wäre also keine Novität!
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Mai 2007 - 15:30 Uhr:   

@Che:
> 1974: Giscard überholte Mitterrand.
Weil er die 15% von Chaban-Delmas zu sich rüberziehen konnte.

> 1981: Genau umgekehrt.
Weil Mitterand von Marchais et al. mehr Reserven bekommen konnte als Giscard von Chirac.

> 1995: Chirac überholte Jospin.
Das war die einzige wirklich überraschende Wahl - da war Jospins Lager im ersten Wahlgang insgesamt stärker, hat dann über die fehlende Mobilisierung verloren.

> Ein "Swing" im zweiten Wahlgang wäre also
> keine Novität!
In dem für Royal nötigen Ausmaß schon.

Die bisherigen Swing-Beispiele sind nicht wirklich vergleichbar. Da gab es links wie rechts weitere starke Kandidaten, die Finalisten kamen mit recht schwachen Ergebnissen in die Stichwahl - entscheidend war am Ende die Lagerbildung.

Diesmal haben die beiden Stichwahl-Gegner schon ziemlich viel mobilisiert, ihr Lager weitgehend auf sich gezogen - an den Rändern gibt es nicht mehr so viel zu holen.
Bleibt nur die Mitte zu verteilen - und da gibt es keine so klare Präferenz, daß der deutliche Sarkozy-Vorsprung leicht zu gefährden wäre.

Dazu kommt die schon überraschend hohe Wahlbeteiligung im ersten Wahlgang, da ist für den zweiten auch kein Überraschungspotential mehr von den Nichtwählern zu erwarten.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Mai 2007 - 19:59 Uhr:   

"Offenbar als Folge der Annäherung an Bayrou verliert Royal aber bei den Linksextremen - da wollen "nur" noch 64% zu ihr umschwenken."

Solche Aussagen sind gewagt. Bei 1000 Befragten müßte es ca. 150 Bayrou- und 75 linksextreme Wähler geben, wovon nicht alle antworten. Eine sehr kleine Stichprobe.

Dennoch hat Sarkozy natürlich klar die besseren Karten. Royal müßte schon über 60% der Bayrou-Wähler, fast alle Wähler der extremen Linken und Grünen und eine nennenswerte Minderheit der Le Pen-Wähler für sich gewinnen, um gewinnen zu können. Das ist ziemlich unwahrscheinlich. Daß Le Pens Wähler massenhaft zu Hause bleiben, ist auch nicht zu erwarten.

@Che
Ralf kann ich nur zustimmen. Mitterand lag 1974 auch nur deshalb vorne im 1. WG, weil er (wie 1965) linker Sammelkandidat war. 1981 stellten PCF und MRG eigene Bewerber auf.
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PNK (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Freitag, 04. Mai 2007 - 12:41 Uhr:   

Ich hätte eine Frage an die frankophilen unter uns: man hörte ja im Februar/März, dass sich Royal doch den einen oder anderen Patzer geleistet hat, diese aber in der heißen Phase des Wahlkampfes nicht mehr auftraten. Verfolgt einer von euch die französische Presse derart gut, dass er/sie sagen kann, inwiefern sich das staats"männische" Ansehen von Royal seit März wieder erholt hat. Oder anders: ist sie in den letzten 10 Tagen wählbarer geworden? Könnte es eventuell Sarkozy-Wähler geben, die sich jetzt, da Royal sicher noch mehr in den Medien ist als vor 3 Wochen, vorstellen könnten, sie diesmal zu wählen?
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Bernhard Nowak (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Freitag, 04. Mai 2007 - 12:49 Uhr:   

Nicolas Sarkozy klarer Favorit: Aber Francois Bayrou wählt ihn nicht





Paris - In drei seit dem gestrigen Donnerstag publizierten Meinungsumfragen wird Sarkozy jeweils als Favorit für die zweite Runde der Präsidentschaftswahl gehandelt. Laut den Umfragen geht er damit indirekt als Sieger aus dem TV-Duells vom letzten Mittwoch hervor. Der als Königsmacher gehandelte Zentristen-Kandidat François Bayrou (UDF) erklärte jedoch, er werde nicht für Sarkozy stimmen.

Am heutigen Freitag um Mitternacht wird der Wahlkampf offiziell zu Ende gehen. Ségolène Royal wird bis zuletzt in Brest (Bretagne) kämpfen, während Nicolas Sarkozy in dem kleinen Wintersportort Petit-Bornand (Haute-Savoie) vor seinen Anhängern dem Wahlkampfendspurt entgegentritt.

Während der Wahlkampf zu Ende geht, werden die Prognosen immer deutlicher, und handeln immer deutlicher Sarkozy (UMP) als möglichen Anwärter auf den Einzug in den Elysée-Palast. Drei Meinungsforschungsinstitute geben ähnliche Werte und eine ähnliche Entwicklung zu Gunsten von Nicolas Sarkozy an.

TNS-Sofres hat heute seine für RTL, LCI und Le Figaro eingebrachten Zahlen veröffentlicht: 54,5 % für Nicolas Sarkozy (+2, 5 Punkte) und 45,5% für Ségolène Royal (-2,5%). Auch

Ipsos/Dell sieht Sarkozy mit 54% vor Royal mit 46%, was für Konservativen einen Zuschlag von +0,5 Prozentpunkten bedeutet.

Eine dritte Umfrage von CSA-Cisco für Le Parisien/i-Télé wurde schon am gestrigen Donnerstag bekanntgegeben, und erfasste die Stimmung direkt nach dem TV-Duell am Mittwochabend: 53% für Sarkozy mit einem Gewinn von einem Prozentpunkt, und 47% (-1%) für Royal.

Der Schlüssel dieser Entwicklung könnte nicht nur im Eindruck der TV-Debatte, sondern auch im Wählerverhalten der UDF-Wähler liegen. Ipsos machte darauf aufmerksam, dass seit Montag die Entwicklung zurückgegangen sei, nach der die UDF-Wähler mehrheitlich zur Sozialistin Royal tendierten.

Die Wähler von François Bayrou in der ersten Runde seien so gespalten wie nie: 34% für Sarkozy, 34% für Royal, und 32% gaben an, sich zu enthalten ohne keine Angabe machen zu wollen.

"Ich werde nicht für Sarkozy stimmen"

François Bayrou selbst hatte unmittelbar nach der Debatte keinen Kommentar abgeben wollen. Er sagte nur: „Sie hat sich relativ gut geschlagen“. Am Mittwochabend gab er dann vor Journalisten von Le Monde endlich ein endgültiges Statement ab: „Ich werde nicht für Sarkozy wählen“. Seiner Ansicht nach „riskiert Sarkozy, die sozialen Spannungen zu verschärfen.“

Dies ist eine eindeutige Aussage, die aber konkretisiert, was Bayrou bereits mehrfach angedeutet hatte. Schon am 25. April, nach der ersten Wahlrunde, hatte er gesagt: „Ich weiß noch nicht, für wen ich wählen werde, aber ich fange an zu wissen, für wen ich nicht wählen werde.“ Ob er selbst für Ségolène Royal wählen wird, hat er allerdings immer noch nicht verlauten lassen.

Viele seiner Anhänger sind allerdings entschieden. So Anne –Marie Comparini, Abgeordnete des Departement Rhone. „Die Debatte hat in mit den Eindruck bestärkt, dass wir eine dritte Kraft brauchen.“ Sagte sie, und begründete damit ihre Entscheidung, vom „vote blanc“, einer aktiven Enthaltung Gebrauch zu machen. Die Partei UDF sei kein Fähnchen im Wind, so die Abgeordnete.

Bayrou selbst ist aber mit seiner Anti-Sarkozy-Haltung zunehmend isolierter, ein Großteil der UDF-Mitglieder ist zu dem UMP-Kandidaten übergelaufen. Es scheint nicht, als könnte seine Erklärung, nicht für Nicolas Sarkozy zu stimmen, UDF-intern noch viel bewirken. (sl)


veröffentlicht am: 04.05.2007
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Bernhard Nowak (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Freitag, 04. Mai 2007 - 19:25 Uhr:   

05.05.2007)
Royal ruft zur Revolte auf Kandidatin stemmt sich gegen schlechte Umfragen
Von Hans-Hagen Bremer, Paris



Zwei Tage vor der entscheidenden zweiten Runde der Präsidentenwahl in Frankreich hat sich der Abstand zwischen Nicolas Sarkozy und Ségolène Royal weiter vergrößert. Nach den von den drei Umfrageinstituten CSA, Ipsos und TNS-Sofres am Freitag veröffentlichten Erhebungen kann der Kandidat der konservativen Regierungspartei UMP am Sonntag mit 53 bis 54,5 Prozent der beabsichtigten Stimmabgaben rechnen. Der Vorsprung gegenüber der sozialistischen Konkurrentin, den Sarkozy bis auf eine Ausnahme in allen Befragungen seit Januar hielt, ist damit gegenüber den vor einer Woche veröffentlichten Umfragen dieser Institute um 0,5 bis 2,5 Prozentpunkte gewachsen.

„Nach unseren Erhebungen haben sich 90 Prozent der Wähler entschieden, wie sie am Sonntag stimmen werden“, sagte Brice Teinturier, der stellvertretende Direktor des Meinungsforschungsinstitutes TNS-Sofres in Paris. Das Verhalten der noch unentschlossenen Wähler würde damit am voraussichtlichen Ergebnis nichts mehr ändern.

Als entscheidenden Grund für die Verstärkung dieses für Sarkozy günstigen Trends führte Teinturier einen Stimmungswandel der Wähler des Zentrums-Kandidaten François Bayrou an, der in der ersten Runde mit 18,3 Prozent als Drittplatzierter ausgeschieden war. Von dessen 6,8 Millionen Wählern, um die sich sowohl Royal als auch Sarkozy bemühten, hängt im Wesentlichen der Ausgang der Präsidentenwahl ab. „Erhebungen unmittelbar nach der ersten Runde zeigten bei diesen Wählern einen klaren Vorsprung Royals gegenüber Sarkozy“, berichtete Teinturier. Dieser Vorsprung habe sich aber in den vergangenen Tagen zum Vorteil des UMP-Kandidaten Sarkozy umgekehrt. 40 Prozent der Bayrou-Wähler wollen nach Angaben seines Instituts am Sonntag für Sarkozy stimmen, 35 für Royal, 25 wollen sich der Stimme enthalten. Das Ergebnis deckt sich mit den Erhebungen der anderen Institute. „Die Dynamik der beabsichtigten Stimmenübertrag von Bayrou auf Royal ist in sich zusammengefallen“, erklärte Teinturier.

An dem Trend hat auch die TV-Debatte vom Mittwochabend zwischen Sarkozy und Royal nichts geändert. „Das war auch nicht zu erwarten gewesen“, sagte Teinturier. „Das Duell endete nicht unentschieden, sondern mit einem klaren Vorteil für Sarkozy“, erklärte der Meinungsforscher. 55 Prozent der Zuschauer fanden nach einer TNS-Sofres-Umfrage vom Donnerstag Sarkozy überzeugend, nur 32 Prozent Royal. Bei der Frage nach der Sachkenntnis schnitt Sarkozy ebenfalls mit 55 Prozent gegenüber 22 Prozent für Royal besser ab.

Royal versuchte unterdessen, sich gegen die von den Instituten prognostizierte Niederlage zu stemmen. In einem Rundfunkinterview forderte sie die Wähler am Freitag zur „Revolte“ gegen die Umfragen auf. In einer Kundgebung am Vorabend in Lille hatte sie ihren Zuhörern zugerufen: „Wagen Sie es, wagen Sie es!“ Zur gleichen Zeit gab sich Sarkozy schon siegesgewiss. „Während dieser ganzen Kampagne hat mich Frankreich nicht verlassen“, sagte er in einer Versammlung in Montpellier.
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Bernhard Nowak (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Samstag, 05. Mai 2007 - 09:35 Uhr:   

Royal beschloss Wahlkampf mit scharfen Angriffen auf Sarkozy
Ex-Innenminister schüre "Angst und Vergeltung" - Letzte Umfragen sehen Sarkozy mit 55 Prozent vorn, Royal liegt bei 45 Prozent
Paris - Kurz vor der Stichwahl um die französische Präsidenschaft hat die sozialistische Kandidatin Segolene Royal ihren Rivalen Nicolas Sarkozy noch einmal scharf angegriffen. Sie warf dem konservativen Ex-Innenminister am Freitagabend vor, "Angst und Vergeltung zu schüren" und die "dunkle Seite der menschlichen Natur anzustacheln".

Bei einem Wahlkampfauftritt in Brest sicherte sie den Franzosen zu, im Falle ihres Sieges "eine schützende Präsidentin" sein zu wollen. "Ich werde mich gut um Euch kümmern", sagte sie vor einer Menge von ungefähr 15.000 Menschen.

Sarkozy wies bei einer Rede in Glieres im Departement Haute-Savoie die Attacken Royals zurück. Seine politische Gegnerin sei offenbar von den Umfragewerten getrieben, die sie hinten sähen. Royal spüre "wie der Boden unter ihren Füßen weggleitet."

Amtsantritt 17. Mai um null Uhr

In einem Interview mit der Tageszeitung "Le Parisien" sagte Sarkozy, er wolle sein Amt am 17. Mai um null Uhr antreten, sollte er die Stichwahl um das Präsidentschaftsamt am Wochenende gewinnen. An diesem Tag läuft das Mandat von Amtsinhaber Jacques Chirac ab. Bei zwei früheren Wahlen hatte der Wahlsieger bereits zwei oder drei Tage vor Ablauf des Mandats seines Vorgängers das Amt angetreten, Sarkozy schloss das hiermit aus.

"Le Parisien" veröffentlichte das Gespräch mit Sarkozy am Freitagabend auf seiner Internetseite. Nach einer Beschwerde der Wahlkampfleitung Royals verzichtete das Blatt aber darauf, das Interview in der Samstagausgabe abzudrucken. Die Royal-Berater hatten darauf hingewiesen, dass ab Mitternacht von Freitag zu Samstag der Wahlkampf eingestellt sei, was auch für Medienveröffentlichungen gelte.

Umfragen: Sarkozy 55 Prozent - Royal 45 Prozent

Nicolas Sarkozy liegt Umfragen vom Freitag zufolge weit vor seiner sozialistischen Konkurrentin Segolene Royal. 55 Prozent der Wähler würden demnach am Sonntag für den früheren Innenminister stimmen, 45 Prozent für Royal, wie die Befragung von 807 Wählern durch das Institut BVA ergab. Sarkozy legte damit gegenüber der letzten BVA-Umfrage vom Montag um drei Prozentpunkte zu, Royal verlor drei Prozentpunkte.

Eine Umfrage des Instituts IPSOS kam zum selben Ergebnis wie BVA. Die Umfragen wurden kurz vor Mitternacht publik gemacht, nach diesem Zeitpunkt dürfen in Frankreich keine neuen Umfragen mehr veröffentlicht werden.

Laut BVA glauben 51 Prozent der Franzosen, dass Sarkozy bei der TV-Debatte der beiden Kandidaten am Mittwochabend überzeugender wirkte als Royal. 29 Prozent der Befragten sahen hingegen die sozialistische Kandidatin vorne. Neun Prozent bewerteten das Fernseh-Duell unentschieden. (APA/Red)
05. Mai 2007
08:40
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Bernhard Nowak (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Samstag, 05. Mai 2007 - 14:49 Uhr:   

Sarkozy klarer Favorit in Frankreich
05. Mai 14:00



Sarkozy klarer Favorit
Foto: dpa

Der konservative Präsidentschaftskandidat Sarkozy geht mit einem satten Vorsprung in die Stichwahl am Sonntag. Die Sozialistin Royal forderte die Wähler auf, die Umfragen Lügen zu strafen».

Der Kandidat der Konservativen, Nicolas Sarkozy, geht an diesem Sonntag bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Frankreich als klarer Favorit ins Rennen. Letzte Umfragen von sechs Meinungsforschungsinstituten gingen alle davon aus, dass der 52- jährige Chef der Regierungspartei UMP einen deutlichen Sieg über die Sozialistin Ségolène Royal (53) erringen wird. Der frühere Innenminister Sarkozy kam in den Befragungen auf bis zu 55 Prozent.
Mehr in der Netzeitung:
Sarkozy nach TV-Duell weiter in Führung

03. Mai 17:46
Presseschau: Royal trat Sarkozy vors Schienbein

03. Mai 2007 10:26
Sarkozy und Royal liefern sich hartes TV-Duell

02. Mai 19:43, ergänzt 03. Mai 07:58
Chirac verhindert Razzia in Elysée-Palast

02. Mai 2007 18:29

Royal, die dagegen nur noch 45 Prozent erreichte, kämpfte dennoch bis zuletzt um die Millionen Wähler der Mitte des Zentrumspolitikers François Bayrou. Am Freitag, dem letzten Wahlkampftag, hatte sie den Ton gegen die «Gefahr» Sarkozy noch verschärft und die Franzosen aufgefordert, «die Umfragen Lügen zu strafen». Nach dem TV-Duell am Mittwoch, bei dem sie ihren Rivalen vergeblich aus der Reserve zu locken versuchte, waren Royals Umfrageergebnisse weiter gefallen. Am Wahlwochenende durften keine Umfragen mehr veröffentlicht werden.

In Übersee begann die Präsidentenwahl bereits am Samstag. Den Anfang machten von 1200 Uhr MESZ an die Wähler der Inselgruppe Saint- Pierre et Miquelon südlich von Neufundland. Es folgten die Wahlberechtigten in Überseegebieten und -départements wie Martinique, Guadeloupe, Martinique und Französisch-Guayana. Die Neuregelung gilt für etwa eine Million Wahlberechtigte. Wegen der Zeitverschiebung wurde früher noch in Übersee gewählt, während der Sieger feststand. Zwei Wochen nach der ersten Runde sind am Sonntag dann die weiteren mehr als 43 Millionen französischen Wähler aufgerufen, im zweiten Wahlgang einen Nachfolger für Jacques Chirac zu bestimmen.

Gewählt wird für fünf Jahre der sechste französische Staatschef seit der Gründung der Fünften Republik 1958. Die ersten offiziellen Hochrechnungen werden am Sonntag um 20:00 Uhr veröffentlicht. Die etwa 65.000 Wahllokale schließen überwiegend um 18:00 oder 19:00 Uhr, vor allem in großen Städten jedoch erst um 2000 Uhr. Das erlaubt frühe Hochrechnungen, die in Frankreich allerdings erst bekannt gegeben werden dürfen, wenn sämtliche Wahllokale geschlossen worden sind. (dpa)
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Bernhard Nowak (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 06. Mai 2007 - 17:50 Uhr:   

Spiegel Online Eilmeldung:

FRANKREICH
Sarkozys Sieg zeichnet sich ab
Belgischen Medien zufolge hat der konservative Kandidat Nicolas Sarkozy die Präsidentschaftswahlen in Frankreich gewonnen. Die Sozialistin Ségolène Royal erhielt demnach weniger Stimmen als erwartet.

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Paris - Die meisten Wahllokale in Frankreich schließen um 18 Uhr. Doch in den Großstädten können die Wähler noch bis 20 Uhr ihre Stimme abgeben. Deshalb dürfen in Frankreich noch keine Hochrechnungen veröffentlicht werden. Im Nachbarland Belgien dagegen schon - und die sehen den UMP-Kandidaten Nicolas Sarkozy mit 53 bis 54 Prozent vorn. Seine sozialistische Konkurrentin Ségolène Royal erreichte demnach zwischen 46 und 47 Prozent der Stimmen.

In den vergangenen zwei Wahlkampfwochen hatten beide Kandidaten darum gerungen, die rund sieben Millionen Wähler des zentristischen Kandidaten Francois Bayrou für sich zu gewinnen.


Frankreich: Run auf die Wahllokale
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Den ganzen Tag über zeichnete sich ein hohes Interesse der Franzosen für die Wahl ab. Die Beteiligung lag bis 17 Uhr mit 75 Prozent schon deutlich über den vergangenen Wahlen. Etwa eine Million Franzosen waren bereits gestern in Überseegebieten wie Französisch-Guyana, Martinique und Guadeloupe zur Wahl aufgerufen. Am ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatten sich 85 Prozent der Franzosen beteiligt.


LIVE-VIDEO
AFPDer Wahlabend
Ergebnisse, Reaktionen und Analysen zum zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahl in Frankreich im Live- Videostream, heute um 19.45 Uhr und um 22.45 Uhr. Eine Kooperation von SPIEGEL ONLINE und Arte Sarkozys Anhänger feiern auf dem Place de la Concorde im Zentrum der Hauptstadt Paris.

In den sozialen Brennpunkten hält die Polizei Ausschreitungen für möglich. Tausende Beamte wurden vorsorglich mobilisiert. Im Großraum Paris sollen 3000 Polizisten und Gendarmen Randalierer auf dem Weg ins Zentrum schon auf den Bahnhöfen abfangen.

ler
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Sonntag, 06. Mai 2007 - 18:09 Uhr:   

Läuft offenbar so, wie es zu erwarten war.

Und die Meldungen den ganzen Tag über, daß in den Banlieues schon Ausschreitungen angekündigt wurden für den Fall, daß Sarkozy gewählt wird, dürften ihm noch einmal ordentlich Wähler gebracht haben.
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Midlands (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 06. Mai 2007 - 18:10 Uhr:   

Laut Schweizer Fernsehen 53-55 Prozent für Sarkozy.
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mma
Veröffentlicht am Sonntag, 06. Mai 2007 - 18:17 Uhr:   

In Frankreich sind die Veröffentlichungen vor 20.00 h übrigens ungesetzlich. Wenn die Leute, die bei Sarkozys Sieg Randale machen wollen, jetzt schon aus dem Ausland oder im Internet, etwa hier, das erfahren und schon mal anfangen, ist eine Beeinflussung der Wahl durchaus denkbar. So toll finde ich das nicht.
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Bernhard Nowak (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 06. Mai 2007 - 18:39 Uhr:   

Ich habe mir die Mühe gemacht, auf Phoenix die Debatte von Frau Royal und Herrn Sarkozy zu verfolgen. Frau Royal erschien mir aggressiv und hitzig, Herr Sarkozy - entgegen seinem Ruf - eher ruhig und besonnen - er schien mir auch konkreter zu antworten als Madame Royal. Und daher hatte ich schon seit Mittwoch abend folgende Prognose: die meisten Anhänger von Bayrou, die programmatisch eher auf der Linie Sarkozys liegen, diesen aber aus persönlichen Gründen ablehnen, dürfte Sarkozy an diesem Tag von seinen Qualitäten überzeugt haben, zumal Frau Royal einmal die Nerven verlor; sie behauptete, es gäbe kein Gesetz in Bezug auf behinderte Kinder und mußte dann erfahren, dass der noch amtierende Staatspräsident Chirac, der selber eine behinderte Tochter hat, ein solches Gesetz 2005 in Auftrag gab.

Herr Sarkozy hingegen baute offensichtlich Ängste vor seiner Person bei Bayrou-Wählern ab. Die hohe Wahlbeteiligung - offenbar die bislang höchste in einer Stichwahl für das Präsidentenamt überhaupt - zeigte auch, dass die Wähler Le Pens sich nicht enthielten, sondern zur Wahl gingen und wohl für Sarkozy gestimmt haben.

Wenn Herr Sarkozy mehr als 55% der Stimmen erhalten sollte, dann sehe ich auch heftige Diskussionen in der PS voraus: denn dann können sozialdemokratisch orientierte Politiker wie Strauß-Kahn - meines Erachtens zu recht - sagen, dass sie bessere Chancen gegen Sarkozy gehabt hätten als Frau Royal. Aber dies ist ja das Dilemma, was wir in Deutschland aus der Auseinandersetzung Lafontaine-Schröder aus der SPD auch kannten; der der Partei genehmere Kandidat - in Frankreich die Kandidatin - ist der Bevölkerung "zu links."

Meines Erachtens hat jedenfalls die Fernsehdebatte - entgegen dem, was wir in den Medien hören, durchaus Einfluß auf die Endentscheidung der Wahl gehabt: wenn 51% der Bevölkerung Sarkozy als Sieger der Debatte einstuften, jedoch nur 31% für Frau Royal votierten, dann überrascht mich das Ergebnis - auch in dieser Höhe nicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass ohne die TV-Debatte Frau Royal zwar auch die Stichwahl gegen Sarkozy verloren hätte, aber der Vorsprung Sarkozys knapper ausgefallen wäre - unabhängig natürlich von meinen persönlichen Vorlieben. So meine - natürlich vorläufige - "Erklärung" dieses Ergebnisses, falls es sich so bewahrheiten sollte.

Ins
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Sonntag, 06. Mai 2007 - 19:50 Uhr:   

> entgegen dem, was wir in den Medien hören
Richtig.
Bei der USA-Berichterstattung ist es mir schon länger aufgefallen. Jetzt - da ich mir die französischen Original-Quellen mal etwas genauer angeschaut habe, auch für Frankreich: Die deutschen Medien berichten grottenschlecht.
So schlecht und einseitig, daß man durchaus davon ausgehen muß, daß hier nach persönlicher Sympathie der Journalisten manipuliert wird.

An der Spitze die "Leitmedien" à la Spiegel und SZ, die übrigen lassen sich davon beeinflussen.

Ich weiß nicht, ob daß eine neue Erscheinung ist, oder schon immer ein Problem.
Vielleicht fällt es mir auch nur jetzt erst auf, weil man per Internet mehr Informationen bekommen kann - früher war es ja fast ausgeschlossen, die von den deutschen Medien vermittelte Weltsicht zu überprüfen.
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Bernhard Nowak (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 06. Mai 2007 - 20:15 Uhr:   

FRANKREICH
Sarkozy ist Frankreichs neuer Präsident
Der nächste französische Präsident wird Nicolas Sarkozy heißen. Die Hochrechnungen bestätigen, was sich zuvor bereits abzeichnete: Der Konservative hat seine sozialistische Konkurrentin deutlich abgehängt. Damit ist der Traum Ségolène Royals, Frankreichs erste Staatschefin zu werden, geplatzt.

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Paris - Um 20 Uhr veröffentlichten die französischen Abendnachrichten die ersten Hochrechnungen. Demnach hat Nicolas Sarkozy rund 53 Prozent der Stimmern erzielen können. Ségolène Royal etwa 47 Prozent. Der frühere Innenminister distanzierte seine Konkurrentin damit klar.

Nur Minuten später hat Royal ihre Niederlage eingestanden. "Ich wünsche dem neuen Präsidenten viel Glück", sagte sie heute Abend im Pariser Lateinamerika-Haus. Die 53-Jährige dankte ihren "fast 17 Millionen Wählerinnen und Wählern" und versprach, ihren politischen Einsatz fortzusetzen. "Etwas ist erstanden, das nicht stehen bleiben wird."


AFP
Jubel auf den Straßen: Schon lange vor Schließung der letzten Wahllokale jubelten die Anhänger Sarkozys auf den Straßen


Noch vor Abschluss der Präsidentschaftswahl hatten die Fans des Konservativen Nicolas Sarkozy schon begonnen, den Sieg ihres Kandidaten zu feiern. "Wir haben gewonnen", riefen hunderte Sarkozy-Unterstützer schon gegen Viertel nach sechs in einem von der Regierungspartei UMP gemieteten Saal in Paris. Die große Feier soll auf dem Place de la Concorde im Zentrum der Hauptstadt stattfinden. Die UMP ließ dort eine Bühne und einen Großbildschirm aufbauen.

Vor dem Hauptquartier der Sozialisten mit ihrer Kandidaten Ségolène Royal gab es dagegen überwiegend enttäuschte Mienen.

Die meisten Wahllokale in Frankreich haben um 18 Uhr geschlossen. Doch in den Großstädten konnten die Wähler noch bis 20 Uhr ihre Stimme abgeben. Deshalb durften in Frankreich vorher keine Hochrechnungen veröffentlicht werden. In den Nachbarländern Schweiz und Belgien dagegen schon - und die meldeten bereits um kurz vor 18 Uhr den Sieg des UMP-Kandidaten.


Frankreich: Run auf die Wahllokale
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In Umfragen hatte Sarkozy über Monate stets vor seiner Konkurrentin gelegen. In den vergangenen zwei Wahlkampfwochen hatten beide Kandidaten darum gerungen, die rund sieben Millionen Wähler des zentristischen Kandidaten Francois Bayrou für sich zu gewinnen. Im Wahlkampfendspurt attackierten sich die beiden Kontrahenten in einer bislang nicht gekannten Schärfe.

Den ganzen Tag über zeichnete sich ein hohes Interesse der Franzosen für die Wahl ab. Die Beteiligung lag bis 17 Uhr mit 75 Prozent schon deutlich über den vergangenen Wahlen. Zuletzt hatte es 1965 bei der ersten Direktwahl eines französischen Präsidenten einen solchen Run auf die Wahlurnen gegeben.


LIVE-VIDEO
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Etwa eine Million Franzosen waren bereits gestern in Überseegebieten wie Französisch-Guyana, Martinique und Guadeloupe zur Wahl aufgerufen. Am ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatten sich 85 Prozent der Franzosen beteiligt.

In den sozialen Brennpunkten hält die Polizei Ausschreitungen für möglich. Tausende Beamte wurden vorsorglich mobilisiert. Im Großraum Paris sollen 3000 Polizisten und Gendarmen Randalierer auf dem Weg ins Zentrum schon auf den Bahnhöfen abfangen.

44,5 Millionen Franzosen waren aufgerufen, einen Nachfolger für Jacques Chirac zu bestimmen. Der 74-Jährige verlässt den Elysée-Palast in Paris nach zwölf Jahren am 16. Mai.


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Royal oder Sarkozy - Wer gewinnt das französische Duell?
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271 Beiträge
Neuester: Heute 19:37 Uhr
von Michael Schnarch
Der Nachfolger erbt ein stark reformbedürftiges Land. Das Wachstum ist schleppend, der Arbeitsmarkt in schlechter Verfassung. Zwar ist Frankreich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone mit Veto-Recht im Uno-Sicherheitsrat und eine Atommacht - die Gesellschaft aber ist zersplittert, Wirtschaftsreformen sind überfällig, die Schulden hoch. Sarkozy, der als Wunschkandidat der Wirtschaft gilt, will vor allem den Arbeitsmarkt reformieren und so das Wirtschaftswachstum ankurbeln.

Der französische Präsident, der für fünf Jahre gewählt wird, hat weit reichende Kompetenzen. Er ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte, ernennt den Ministerpräsidenten und hat das Recht, das Parlament, die Nationalversammlung, aufzulösen. Zudem ist er für die Außen- und Verteidigungspolitik zuständig.

ler/AFP/dpa/Reuters
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Bernhard Nowak (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 06. Mai 2007 - 23:23 Uhr:   

Überraschende Veränderung der Zahlen nach neuesten Hochrechnungen auf CNN:

Im Gegensatz zu ersten Prognosen fällt der Wahlsieg Sarkozys laut CNN, welches sich auf Hochrechnungen des französischen Innenministeriums beruft, knapper aus als zunächst vermutet.

Danach hat Sarkozy 51,87 und Frau Royal 48,13% erreicht.

Dies entspricht ziemlich genau dem Ergebnis von 1981 - nur dass damals Mitterrand mit fast exakt den gleichen Werten vor Giscard führte.

Bei einer Wahlbeteiligung von 87,3% 1974, die wohl doch etwas höher war als die Wahlbeteiligung heute, hatte 1974 Giscard 50,8 gegenüber 49,2% für Mitterrand erhalten.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 07. Mai 2007 - 09:19 Uhr:   

Da hat CNN wohl eine Niete gezogen: Die endgültigen Zahlen sind dicht dran an Hochrechnungen, die den ganzen Abend liefen. Es bleibt bei komfortablen 6% Vorsprung für "Sarko" (den Spitznamen werden sich die Franzosen jetzt wohl abgewöhnen, von wegen Respekt vor dem Amt).

Jetzt werden sich die Sozialisten wohl eine größere Diskussion liefern, warum Royal die falsche Kandidatin war und warum man das nicht früher gemerkt hat ...
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zigzag
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Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2011 - 13:35 Uhr:   

Heute finden in Frankreich die Wahlen zum Senat statt:

Wikipedia
http://en.wikipedia.org/wiki/French_Senate_election,_2011
http://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89lections_s%C3%A9natoriales_fran%C3%A7aises_de_2011

Wahlkommission/Senat
http://www.interieur.gouv.fr/sections/a_votre_service/resultats-elections/SN2011/index.html
http://www.senat.fr/senatoriales_2011.html

News de
http://derstandard.at/r2171/Frankreich

News fr
http://regions.france3.fr/
http://lci.tf1.fr/elections-senatoriales/
http://www.lemonde.fr/
http://www.lefigaro.fr/
http://www.leparisien.fr/actualites-informations-direct-videos-parisien
http://www.20minutes.fr/senatoriales/carte

Foren/Blogs/Infos
http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?PHPSESSID=aa3905bed16c2e39d9ba6105aed22535&topic=140520.0
http://www.france-politique.fr/elections-senatoriales-2011.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Senat_(Frankreich)
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zigzag
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Veröffentlicht am Sonntag, 02. Oktober 2011 - 17:22 Uhr:   

Das erste Mal in der Geschichte des Senats hat die politische Linke eine Mehrheit im Senat (177:171) und stellt den Senatspräsidenten.

http://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89lections_s%C3%A9natoriales_fran%C3%A7aises_de_2011#R.C3.A9sultats
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Taugenichts
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Veröffentlicht am Sonntag, 09. Oktober 2011 - 20:43 Uhr:   

Nach Auszählung von rund einem Viertel der Stimmen bei der 1. Vorwahlrunde der Sozialisten und der Linksradikalen für die Präsidentschaftskandidatur soll F. Hollande mit rund 40% vor M. Aubry (ca. 30%) liegen.
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Thomas Frings
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Veröffentlicht am Sonntag, 09. Oktober 2011 - 21:57 Uhr:   

Die "Parti radical de gauche" ist nur links aber nicht linksradikal. Das "radikal" ist ein historisches Relikt, genau wie "Radikale Venstre" in Dänemark oder bei der Schweizer FDP, die sich teilweise in der französischsprachigen Schweiz und im Tessin "radikal" nennt.

Zur Vorwahl selbst: es wurde einfach der aussichtsreichste Kandidat gewählt. Die Drittplatzierte Royal liegt auch in den Umfragen hinter Hollande und Aubry, sie hat seit der Stichwahlniedrlage offensichtlich einiges an Popularität verloren. Aubry hat sich während der Regierungszeit Jospins mit ihrer 35-Stundenwoche-Zwangsbeglückung nicht gerade beliebt gemacht.
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Taugenichts
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Veröffentlicht am Sonntag, 09. Oktober 2011 - 22:33 Uhr:   

@Thomas Frings
Danke für die Erklärung, die ich zwar nicht brauchte, die aber sicher manch anderen Leser aufklärte. Linksradikal klingt in deutscher Übersetzung in der Tat gleich wie linksextremistisch. Tatsächlich ist die (bzw. der, für die Grammatikpuristen) Parti radical de gauche eine sozialliberale Partei.

Royal liegt mit nur rund 7% sogar nur auf dem 4. Platz.
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zigzag
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Veröffentlicht am Sonntag, 09. Oktober 2011 - 22:33 Uhr:   

Links:

Wikipedia
http://en.wikipedia.org/wiki/French_Socialist_Party_presidential_primary,_2011
http://fr.wikipedia.org/wiki/Primaire_socialiste_de_2011

Ergebnisse
http://resultats.lesprimairescitoyennes.fr/

Forum
http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?PHPSESSID=c3d26750f0b5b068f1240bcadd35fd91&topic=130856.0
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Taugenichts
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Veröffentlicht am Freitag, 14. Oktober 2011 - 12:19 Uhr:   

Nachdem nun sowohl der Drittplatzierte der ersten Vorwahlrunde, Arnaud Montebourg, als auch die Viertplatzierte, Ex-Ehefrau Ségolène Royal, ankündigten, am Sonntag für François Hollande zu stimmen, sind seine Chancen, Präsidentschaftskandidat von Parti socialiste und Parti radical de gauche zu werden, deutlich gestiegen.
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Taugenichts
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Veröffentlicht am Samstag, 15. Oktober 2011 - 21:56 Uhr:   

Kleine Korrektur: Ségolène Royal war „nur“ die Lebensgefährtin von François Hollande. Das frühere Paar war nie verheiratet, hat aber vier gemeinsame Kinder.
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Thomas Frings
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Veröffentlicht am Montag, 06. Februar 2012 - 01:01 Uhr:   

Für eine Präsidentschaftskandidatur sind in Frankreich 500 Unterschriften nötig von Mitgliedern der Nationalversammlung oder des Senats, Bürgermeistern, Regional- oder Generalräten, die aus mindestens 30 verschiedenen Departements stammen müssen und höchstens ein Zehntel der Unterzeichner aus demselben Departement stammen darf.
Gesetzestext

Marine Le Pen hat da lt. SPON, wie ihr Vater in der Vergangenheit, wohl Probleme. Das Problem der FN ist, dass die Ämter mit Ausnahme der Regionalräte ausschließlich nach absoluter Mehrheitswahl oder indirekt (Senat) vergeben werden, wo die FN praktisch nirgends eine Chance hat.

Falsch ist aber diese Behauptung im Spon-Artikel:
Bei Tochter Marine fehlt es an derartigem Rückhalt bei den bodenständigen Honoratioren. Eine Ursache: Seit den vergangenen Wahlen werden die Patenschaften nach der Abstimmung veröffentlicht. Viele Bürgermeister oder lokale Abgeordnete, die sonst klammheimlich ihre Unterstützung für den FN-Kandidaten abgegeben hatten, wurden durch diese neue Transparenz als rechtsradikale Wasserträger geoutet, beschimpft und sogar tätlich angegriffen.

Die Namen wurden auch früher veröffentlicht. Hier die Namen für die Wahl 1995 mit Angabe des Amtes des jeweiligen Unterzeichners:
http://www.legifrance.gouv.fr/affichTexte.do?cidTexte=JORFTEXT000000370850&categorieLien=cid
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 06. Februar 2012 - 02:26 Uhr:   

Vielleicht setzen sie Öffentlichkeit und Internet gleich. Die PDFs zu 1995 stammen jedenfalls vom Juli 2007. Ob sowas nur in einem Gesetzblatt steht oder gar nicht veröffentlicht wird, ist auch ziemlich egal. Wenn es interessant genug ist, in einem Gesetzblatt gelesen zu werden, dann müssen die Unterzeichner damit rechnen, dass die Information auch so durchsickert. Der Unterschied ist bloß die Verizierbarkeit, die für den Ruf aber ziemlich egal ist.

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