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Archiv bis 28. April 2007

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Wahlen, Abstimmungen usw. im europäischen Ausland » Frankreich – Präsidentschaftswahlen » Archiv bis 28. April 2007 « Zurück Weiter »

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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Montag, 26. März 2007 - 19:26 Uhr:   

Nicolas Sarkozy, Segolene Royale und Francois Bayrou kämpfen um den Einzug in den Eliseépalast. Zuerst führte Segolene Royale die Umfragen an. Dann zog Nicolas Sarkozy an ihr vorbei. Bei den letzten Umfragen kam Francois Bayrou an die beiden heran. Nach den letzten Umfragen liegt Nicolas Sarkozy mit 26,0 bis 31,0 % vor Segolene Royale mit 23,0 bis 26,0 % und Francois Bayrou mit 17,0 bis 24,0 %. Auf die ersten 3 Kandidaten werden somit vermutlich 72,0 % bis 75,5 % der Stimmen entfallen.

Für Jean Marie Le Pen werden trotz des Dreikampfes an der Spitze ein Ergebnis von etwa 12,5 bis 14,0 % der Stimmen vorhergesagt. Die anderen Kandidaten werden wohl zusammen auf 11,0 bis 15,0 % der Stimmen kommen.
Für die Stichwahl wird ein knapper Sieg für Nicolas Sarkozy erwartet. Er kann mit 50 % bis 54 % der Stimmen rechnen. Segolene Royal kann 46 % bis 50 % der Stimmen erwarten.

Die Umfragenwerte schwanken zwar, aber die Rangfolge bleibt gleich. Alle 3 Bewerber können in die Stichwahl kommen. Wer dort gewinnt, hängt stark davon ab, wer sich für die Stichwahl qualifizieren wird.

Quellen:

http://www.angus-reid.com/polls/index.cfm/fuseaction/viewItem/itemID/15177
http://www.angus-reid.com/polls/index.cfm/fuseaction/viewItem/itemID/15168
http://www.angus-reid.com/polls/index.cfm/fuseaction/viewItem/itemID/15156
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Philipp Wälchli
Veröffentlicht am Dienstag, 27. März 2007 - 12:42 Uhr:   

Die vorliegenden Umfragewerte sollten zur Vorsicht anregen: Noch vor nicht allzulanger Zeit schien Sarkozy, wie weiland die CDU in Deutschland, unschlagbar. Dann tauchte Royale auf, und es schien ein spannendes Rennen zu werden. Schliesslich stieg auch Bayrou in den Ring, und schon ist alles wieder offen.
Sarkozy scheint nach wie vor der aussichtsreichste Bewerber zu sein. Jetzt hat er sogar die Unterstützung Chiracs. Wie ernst diese zu nehmen sei, bleibe aber offen, denn beide waren in der Vergangenheit Rivalen. Auch hat sich Sarkozy nicht nur Freunde geschaffen.
Royale ist wohl von allen die Kandidatin, die am ehesten eine Alternative darstellen kann. Viel wird davon abhängen, wie die üblichen Linkswähler stimmen und ob sie Zulauf auch von Wechselwählern erhalten. Grundsätzlich könnte sie als Alternative zur laufenden Politik gewinnen.
Bayrou kann mit seiner dezidierten Mitte-Politik und dem Anschneiden sonst eher tabuisierter Themen gewiss auch bei Wählern punkten, die eine Alternative zur laufenden Politik suchen, aber nicht unbedingt nach links oder ganz rechts (FN) kippen wollen. Er hat vielleicht von den drei Kandidaturen die grösste Integrationskraft.
Möglich wäre, dass sich auch Royale und Bayrou gegenseitig Stimmen abjagen, was Sarkozy nützte. Bayrou könnte aber auch Stimmen aus dem bürgerlichen Lager auf sich ziehen, die sonst Sarkozy bekäme, was wiederum Royale nützte.

Angesichts der Ausgangslage sollte man die knappen Prozentzahlen nicht überbewerten: Deren Differenzen dürften sich irgendwo in der Fehlerquote der Umfragen verlieren.
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Marc K.
Veröffentlicht am Dienstag, 27. März 2007 - 16:46 Uhr:   

wer weiß, ob Le Pen nicht doch wieder an die 20% herankommt. Man sollte die Unzufriedenheit der Franzosen mit der schleichenden Islamisierung des Landes nicht unterschätzen. Eine Entwicklung, wie sie ja auch in Deutschland stattfindet - allerdings noch nicht so weit vorangeschritten wie in Frankreich.
In Frankreich sind schon mehr als 10% der Bev. Muslime, in Deutschland erst 4%. Wobei dieser Wert bis 2030 auf 10% ansteigen wird (Quelle Spiegel: Mekka Deutschland - Die schleichende Islamisierung). Dann haben wir wohl auch in Deutschland französische Verhältnisse.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. März 2007 - 10:00 Uhr:   

@Philipp:
> Royale ist wohl von allen die Kandidatin, die
> am ehesten eine Alternative darstellen kann.
Ist sie das?
Das scheint m. E. die entscheidende Frage dieses Wahlkampfs zu sein.

Die Franzosen scheinen deutlich unzufrieden mit den gewohnten Verhältnissen zu sein und möchten eine Alternative.
Aber das ist nicht unbedingt im klassischen Sinne gemeint, daß nun ein anderes Parteibuch oder der klassische rechts-links-Wechsel gesucht wird.

Sondern gesucht wird eigentlich eine Alternative zum verfilzten System, wie es der rote Patriarch Mitterand und der schwarze Patriarch Chirac repräsentierten.

Alle Kandidaten versuchen m. E., sich hierzu als Alternative zu präsentieren.

Royal tut dies als Frau und mit ihrer neuen Methode der Programm-Erarbeitung in öffentlichen Diskussionen - und natürlich will sie als linke Alternative zum jetzigen Präsidenten punkten.
Ansonsten ist sie aber eigentlich die klassische Repräsentantin des alten Systems, incl. familiärer Hintergrund und ENA-Ausbildung.

Sarkozy hat sich mit seiner Emigranten-Herkunft durchaus als Außenseiter gegen den klassischen Chirac-Filz profiliert (ich behaupte mal, die jetzige "Unterstützung" von Chirac wird ihm eher schaden).
Auch Bayrou wird sehr stark als Alternative wahrgenommen, der aus dem klassischen Schema ausbrechen und eine neue Form der Politik zwischen den Lagern etablieren will.
Und nicht zuletzt ist natürlich Le Pen der klassische Populist, der den Protest gegen "das System" schürt und nützt.

Natürlich gibt es nicht nur Alternativen-Sucher bei den Wählern, sondern Millionen treue Stammwähler. Wahrscheinlich werden die am Ende auch entscheiden und Royal oder Sarkozy zum Präsident machen.

Ohne diese klassischen Stammwähler und nur mit dem Konzept "Alternative" hätte gerade Royal wohl keine Chance.
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Philipp Wälchli
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. März 2007 - 10:56 Uhr:   

Natürlich spielen die Stammwähler eine wesentliche Rolle, sie werden aber wohl kaum den entscheidenden Ausschlag geben, sie bilden ja eben den "Sockel", den die etablierten Parteien erreichen.
"Alternativen" gibt es ausserhalb des traditionellen Spektrums ohnehin aus grundsätzlichen Gründen kaum, denn die etablierten Parteien konnten sich ja nur darum etablieren, weil sie in der Bevölkerung auf fest verankerte Gruppen zählen können. "Biedere Bürger" wird man so ziemlich in jedem westeuropäischen Land nicht allzu knapp finden, und diese wählen nun mal keine Extremparteien oder Utopisten. Et voilà, schon hat man eine konservative Partei.
"Alternativen" ausserhalb des etablierten Schemas liessen sich allenfalls unter Gegnern "des Systems" finden. Dabei fragt sich allerdings, was diese dann täten, wenn sie an der Macht wären. Würden sie sich tatsächlich anders verhalten als die etablierten Parteien oder wären sie nicht einfach noch schlimmer, sprich: machthhungriger, korrupter usw.? Und wenn ja - was brächten sie dann? Sie würden dann vielleicht den Staat "in die Form giessen", die ihnen gefällt, nur dass diese Form der Mehrheit am Ende doch nicht so gut gefallen könnte.

"Alternative" meint meines Erachtens im gegenwärtigen Zeitpunkt daher weniger ein völlig anders geartetes Programm (es läuft auch gar nicht alles so schlecht) oder was auch immer, sondern eher ein anderes Persönlichkeitsprofil und einen anderen Stil. Man sollte wohl gerade in Frankreich die Stilfrage nicht unterschätzen. Wenn ein Land in Europa Stil als wichtig erachtet, dann ist es am ehesten immer noch Frankreich.
Da denke ich nun doch, dass Royal einen kleinen Vorteil gegenüber Sarkozy hat. Bayrou wird vielleicht doch etwas "traditioneller" in seinen Auftritten empfunden, selbst wenn er in der Sache von allen dreien vielleicht der aufgeschlossenste ist.
Wie weit die Ausländer-Problematik positiv oder negativ hineinspielt, wage ich nicht zu beurteilen. Frankreich ist ein dezidiert laizistischer Staat, der Fragen der Herkunft, der ethnischen, religiösen, sprachlichen Zugehörigkeit usw. seit über 200 Jahren aus der Politik herauszuhalten versucht hat. In manchen Bereichen hat Frankreich schon seit jeher entschiedener Integrationsmassnahmen ergriffen als jeder andere Staat. Anderseits sind durch das Ausblenden solcher Differenzen auch manche Pulverfässer unentdeckt geblieben und hat eine öffentliche Debatte darüber nicht stattgefunden, anders als etwa in Deutschland, wo aus meiner Sicht diese Debatte an sich immer nur nebenher betrieben wurde. (Eine Ausländerdebatte gibt es in der Schweiz schon seit 40 Jahren!)
Sarkozy ist ja in gewisser Weise ein Produkt eben dieses laizistischen Systems (wobei "laizistisch" einen viel weiteren Raum bedeutet als nur auf Religiöses bezogen!). Insofern IST er dieses System und nicht die Alternative dazu - wobei sich fragt, wer das schon klar erkennt.
Ob Le Pen gegen Sarkozy trumpfen kann, indem er auf Ausländerproblematik o. dgl. setzt, erscheint mir fraglich. Le Pen wird gewiss einen Sockel an Protestwählerstimmen erhalten. Aber gegen die Starke-Hand-Politik Sarkozys kann er eigentlich sachlich nicht viel neues oder anderes bieten. Sarkozy hat bereits getan, was Le Pen seit Jahren bloss predigt. Also kann er wohl eher nur dort grasen, wo seine Anti-System-Parolen fruchtbaren Boden finden.
Es fragt sich auch, wie weit Sarkozy für Chirac und die bisherige Politik haftbar gemacht wird oder aber wie weit er als eigenständiger Politiker wahrgenommen wird - darauf hat er ja immer geachtet.

Wie immer man aber die Fakten und Argumente wendet, glaube ich, dass doch stets herauskommt, dass eine verlässliche Prognose nicht zu wagen ist.
Vielleicht gewinnt doch Sarkozy ganz klar, weil er der einzige Kandidat ist, von dem man jetzt schon genau wissen kann, was er tut.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Freitag, 30. März 2007 - 11:04 Uhr:   

> ... eine verlässliche Prognose nicht zu wagen
> ist.
Gilt hier in der Tat noch stärker als sonst schon.

Die Wählerstimmung scheint sehr labil zu sein, durch neue Ereignisse (siehe jetzt die Krawalle in Paris) sehr stark beeinflußbar, und das Wahlrecht sorgt für zusätzliche Unsicherheiten, weil taktisches Wählen so wichtig wird.

Einen sehr schönen Kommentar zur Lage vor der Wahl findet man hier:
http://www.spectator.co.uk/the-magazine/features/28842/i-want-sarkozy-to-be-right.thtml
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Montag, 02. April 2007 - 22:05 Uhr:   

Wahltaktik:
Wenn es einen klaren Favoriten für den ersten Wahlgang geben sollte, macht es taktisch Sinn einen der anderen Kandidaten zu wählen.

Und das muß nicht unbedingt der präsidiablere sein, sondern kann auch der für die Stichwahl chancenlosere sein (vgl Jospin/Le Pen 2002).
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(Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Montag, 02. April 2007 - 22:24 Uhr:   

@Martin
Aber nur, wenn man den klaren Favoriten unterstützen will, will man den verhindern, darf man natürlich nicht den in der Stichwahl chancenloseren wählen. Aber wenn es einen gibt, den man auf keinen Fall will und der etwa bei einem Drittel liegt, die beiden Anderen jedoch auch, welchen der beiden Anderen soll man wählen, wenn der unbeliebte politisch der in der Mitte ist.
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zigzag
Veröffentlicht am Freitag, 20. April 2007 - 00:16 Uhr:   

Links, Infos, Umfragen...

Nützliche und vielleicht weniger nützliche Infos und Links zur Präsidentschaftswahl:

http://en.wikipedia.org/wiki/French_presidential_election%2C_2007
http://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89lection_pr%C3%A9sidentielle_fran%C3%A7aise_de_2007
http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Pr%C3%A4sidentschaftswahl_2007
http://www.parties-and-elections.de/france.html
http://www.electoralgeography.com/en/countries/f/france/

News französisch:
http://tf1.lci.fr/infos/elections-2007/
http://elections.france2.fr/presidentielles/2007/
http://elections.france3.fr/presidentielles-france-2007/
http://www.tv5.org/TV5Site/elections2007/
http://www.m6info.fr/cms/display.jsp?id=awl_465298
http://www.europe1.fr/presidentielle-2007/
http://www.rfi.fr/actufr/pages/001/page_158.asp
http://www.afp.com/francais/products/?pid=online/elections_2007
http://www.lemonde.fr/web/sequence/0,2-823448,1-0,0.html
http://news.google.fr/news?ned=fr&topic=n
http://fr.news.yahoo.com/presidentielle/index.html
http://elections.leparisien.com/home/presidentielle/index.htm
http://www.lefigaro.fr/election-presidentielle-2007/
http://www.liberation.fr/actualite/politiques/elections2007/
http://www.lejdd.fr/election-presidentielle-2007/
http://tempsreel.nouvelobs.com/speciales/elysee_2007/

News deutsch:
http://derstandard.at/?url=/?ressort=frankreichwahl (at)
http://www.tagesschau.de/thema/0,1186,OID6607890_NAV_REF3,00.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,k-7051,00.html
http://www.sueddeutsche.de/,ra1l5/ausland/special/669/110559/
http://www.welt.de/dossiers/frankreichwahl/
http://www.faz.net/s/RubA7B0EB01F70E408493050541D4A0E15D/Tpl~Ecommon~SThemenseite.html
http://www.drs.ch/drsonline/index.cfm?gbAction=gbLinkFollowBackGround&NavItemID=0884E8BB-5DFF-4006-A39A7B133B3F5683 (ch)
http://www.swissinfo.org/ger/specials/praesidentschaftwahl_in_frankreich/index.html?siteSect=21280 (ch)
http://www.nzz.ch/al/index.html (ch)

Infos französisch:
Inneministerium
http://www.cnccep.fr/ Ifos der Kandidaten auch in deutsch
http://www.interieur.gouv.fr/sections/a_votre_service/elections/actualites/presidentielle-2007
http://www.election-politique.com/pres2007.php
http://francepolitique.free.fr/

Infos deutsch:
http://www.botschaft-frankreich.de/rubrique.php3?id_rubrique=123
http://www.kas.de/proj/home/pub/30/1/index.html
http://www.arte.tv/de/geschichte-gesellschaft/ARTE-info/Praesidentschaftswahlen-2007/1467168.html
http://www.eurosduvillage.com/spip.php?lang=de

Blogs:
http://margensdeerro.blogspot.com/ (es)
http://politique.hautetfort.com/ (fr)
http://election.ravlik.com/category/france/ (en)

Umfragen:
http://www.lemonde.fr/web/vi/0,47-0@2-823448,54-848463,0.html
http://2007.tns-sofres.com/
http://www.ifop2007.fr/
http://www.csa-fr.com/dataset/sondages-presidentielle-2007.asp
http://www.bva.fr/sondages.php?secteur=2
http://www.lh2.fr/
http://www.ipsos.fr/CanalIpsos/cnl_Content_lst.asp?rubId=19

"Wahlomaten"
http://www.lemonde.fr/web/vi/0,47-0@2-823448,54-885760,0.html
http://www.sitoyen.fr/liberation/mon-vote-a-moi.php

Viel Spaß beim durchstöbern
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Tim Spier
Veröffentlicht am Freitag, 20. April 2007 - 09:37 Uhr:   

Sehr schöne Zusammenstellung! Vielen Dank für die Mühe!
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Freitag, 20. April 2007 - 10:34 Uhr:   

Nun ja, wenn man das jetzt alles so sieht, dann bleibt wieder nur der alte Spruch: "Die schwierigste Prognose ist die für die Zukunft".

Kann sein, daß halt doch wie von Anfang an am wahrscheinlichsten Sarkozy und Royal in die Stichwahl kommen und Sarkozy dort gewinnt.

Oder es kann irgendeine andere Stichwahlkombination geben und dann kann jeder sagen: Da lag doch schon die ganze Zeit eine Überraschung in der Luft.

Unterm Strich halte ich das für eine der spannendsten Wahlen der letzten Jahre. Nicht nur für Frankreich, sondern auch für uns relevant.

Ab wann und wo kann man eigentlich am Sonntag die ersten verläßlichen Hochrechnungen bekommen?
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zigzag
Veröffentlicht am Freitag, 20. April 2007 - 14:17 Uhr:   

Die Wahllokale schließen um 20:00 Uhr und Hochrechnungen gibt es im Internet wahrscheinlich bei den TV-Sendern tf1, france2, france3 oder den großen zeitungen lemonde, leparisien, lefigaro, liberation (siehe Linkliste).

Phoenix hat von 18:00 - 22:00 Uhr eine Sondersendung und arte von 19:30 - 20:30 Uhr und 22:40 - 23:10 Uhr. Dort werden die Zahlen sicherlich auch schnell veröffentlicht.

Ich meine bei den letzten Wahl hatten die Exit-polls schon zur Tagesschau angedeutet, dass Le Pen statt Jospin in die Stichwahl einzieht.
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zigzag
Veröffentlicht am Freitag, 20. April 2007 - 16:13 Uhr:   

Nachtrag Links und Ergebnisse:

"Blogger sorgen vor Frankreich-Wahl für Ärger

Noch vor Schließung der letzten Wahhlokale wollen französische Blogger Prognosen ins Netz stellen. Die Behörden drohen ihnen mit Geldstrafen.
...
In den meisten Wahlbezirken kann man nur bis 18 Uhr seine Stimme abgeben. Auf Basis dieser Ergebnisse erstellen die Institute Hochrechnungen, und leiten diese an einige Medien und Nachrichtenagenturen weiter.
...
Allerdings schließen in Paris und anderen Großstädten die Wahllokale erst um 20 Uhr, daher das Veröffentlichungsverbot vor dieser Frist. Der Journalist Jean-Marc Morandini gehört zu denen, die das Embargo brechen wollen.
...
Seine endgültige Entscheidung will er erst am Sonntag fällen. Guy Birenbaum von dem Gratisblatt «20 Minutes» kündigte an, «seriöse» Ergebnisse im Internet zu veröffentlichen, sobald er sie habe."
http://www.netzeitung.de/ausland/621271.html

http://www.jeanmarcmorandini.com/
http://www.20minutes.fr/presidentielle.php
http://birenbaum.blog.20minutes.fr/
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tg
Veröffentlicht am Freitag, 20. April 2007 - 16:21 Uhr:   

Wenn es ganz eng wird, könnte es ja auch auf die Überseegebiete ankommen. Da dürfte es ja zumindest in den amerikanischen Gebieten und Polynesien noch etwas längern dauern, bis die Wahllokale schließen. Und werden die Ergebnisse aus Neukaledonien und Reunion eigentlich veröffentlich, solange in Europa die Wahllokale noch geöffnet sind?
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zigzag
Veröffentlicht am Samstag, 21. April 2007 - 18:07 Uhr:   

Die letzten Umfragen vor der Wahl:
Sarkozy und Royal würden in die Stichwahl kommen, wenn es denn keine Überraschung gibt.
Es gibt immer noch viele unentschlossene (ich glaube 20-35%, habe ich jetzt aber nicht überprüft).
Laut CSA hat Le Pen Bayrou knapp überholt.

LH216.04 - BVA20.04 - CSA20.04 - Ifop20.04 - tns-sofres20.04 - Ipsos21.04

Nicolas Sarkozy
27 29 26,5 28 28 30
Ségolène Royal
23 26 25,5 22,5 24 23,5
François Bayrou
19 17 16 20 19,5 17
Jean-Marie Le Pen
14 12 16,5 13 14 13,5
Marie-George Buffet
2,5 2,5 2,5 3 2,5 2,5
Dominique Voynet
2 1 1,5 1,5 1 1,5
Philippe de Villiers
1,5 2 1,5 2,5 1,5 2
Frédéric Nihous
1,5 1 1,5 1,5 1,5 2
Olivier Besancenot
4 5 5 4 5 4,5
Arlette Laguiller
2,5 2,5 2 2 1,5 2
Gérard Schivardi
0,5 0,5 <0,5 0,5 <0,5 0,5
José Bové
1,5 1 1,5 1,5 1,5 1
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zigzag
Veröffentlicht am Samstag, 21. April 2007 - 23:14 Uhr:   

@tg

Die Überseegebiete wählen deshalb eher:


Frankreich: Wahlbeginn in Übersee

In Frankreich hat in mehreren Überseegebieten die Präsidentenwahl begonnen. Der Startschuss fiel auf der Inselgruppe Saint-Pierre-et-Miquelon vor Kanada und in Französisch-Guyana - einen Tag vor dem Mutterland.

Damit soll eine Benachteiligung der Franzosen in den Zeitzonen westlich von Frankreich bis Neukaledonien im Pazifik beseitigt werden. Denn die rund eine Million Wahlberechtigten gingen früher teils erst an die Urnen, als im Mutterland bereits die Wahl abgeschlossen war und erste Ergebnisse verkündet wurden.

Dies führte regelmässig zu hohen Enthaltungsquoten.


http://www.20min.ch/news/ausland/story/18883451
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Bernhard Nowak (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 10:00 Uhr:   

Was ich interessant finde, ist, dass sich mehr Franzosen als 2002 in die Wahlregister eingetragen haben (auch dort kann man - wie in den USA - nicht automatisch mit Personalausweis oder Wahlbenachrichtigung wählen, man muss sich - m.W. bis Ende Dezember 2006) in Wahlregister eintragen. Und dies verringert aus meiner Sicht die Wahrscheinlichkeit, dass Le Pen nochmals in die Stichwahl kommt. Meines Erachtens ist wirklich nur sicher, dass Nikolas Sakozy in die Stichwahl für das Präsidentenamt kommt.Ich halte es nach wie vor für offen, ob Royal oder Bayrou in die Stichwahl kommen. Die große Unentschiedenheit vieler Wähler deute ich so, dass zahlreiche Wähler, die nicht Sarkozy wählen wollen, schwanken, ob sie ihre Erststimme ihrem Wunschkanddidaten geben sollen, oder ob sie eine "Vote utile" bereits im ersten Wahlgang unternehmen wollen.

Und da ergibt sich aus meiner Sicht folgende Überlegung:

Wollen die Wähler in erster Linie Sarkozy als Staatspräsidenten verhindern, so werden sie m.E. sich für Bayrou entscheiden, da er wohl größere Chancen hat als Madame Royal, Sarkozy in der Stichwahl zu schlagen.

Oder wollen die Wähler in erster Linie ihren Wunschkandidaten wählen, dann hat Royal eine Chance, in die Stichwahl zu kommen.

Ich halte dies für die eigentlich spannende Frage am heutigen ersten Wahlgang.

Wenn Royal in die Stichwahl kommt, denke ich, dass Sarkozy Präsident wird. Sollte aber - was ich - wie oben deutlich wurde - Bayrou in die Stichwahl kommen (und dies kann möglich sein, wenn zahlreiche unentschiedene Wähler Bayrou wählen, um Sarkozy zu verhindern), dann dürfte Bayrou die größeren Chancen haben, neuer französischer Präsident zu werden. Wir weden es sehen.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 12:07 Uhr:   

"um Sarkozy zu verhindern"

Man kann auch Bayrou wählen, um Royal zu verhindern.

"Wenn Royal in die Stichwahl kommt, denke ich, dass Sarkozy Präsident wird."
Da würde ich keine Prognose wagen.

"Oder wollen die Wähler in erster Linie ihren Wunschkandidaten wählen, dann hat Royal eine Chance, in die Stichwahl zu kommen."
Ganz im Gegenteil: Gerade weil viele ihren linken Wunschkandidaten wählten, kam Jospin nicht in die Stichwahl. Jospin hatte deutlich weniger als die Hälfte der Stimmen auf der Linken.
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 12:13 Uhr:   

Gibt es schon Ergebnisse aus den Überseegebieten?
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Bernhard Nowak (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 12:22 Uhr:   

Natürlich kann man Bayrou auch wählen, um Royal zu verhindern. Da aber alle Umfragen davon ausgehen, dass Bayrou in einer Stichwahl Sarkozy schlagen könnte, Royal aber wohl eher nicht, dürften viele der eher unentschiedenen Wähler, die Sarkozy verhindern wollen, Bayrou anstelle von Royal ihre Stimme geben, um zu erreichen, dass Bayrou anstelle von Royal in die Stichwahl kommt.

In der Tat hatte Jospin 2002 zu wenig Stimmen, da viele Wähler auf der Linken kommunistische oder trotzkistische Kandidaten wählten bzw. zu Hause geblieben sind. Sie werden m.E. aber heute eher bereits im ersten Wahlgang taktisch wählen und sich auf die vier Kandidaten konzentrieren, die Chancen haben, die Stichwahl zu erreichen, also Sarkozy, Royal, Bayrou und Le Pen. Und dies bedeutet, dass die anderen 8 Kandidaten noch weniger Stimmen erhalten werden, als es sonst bei ersten Wahlgängen üblich ist. Nach ersten Befragungen aus den Überseegebieten soll die Wahlbeteiligung um rund 10% höher sein als vor 5 Jahren. Davon gehe ich jetzt auch aus.

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