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Archiv bis 13. April 2007

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Wahlen, Abstimmungen usw. im europäischen Ausland » Frankreich – Präsidentschaftswahlen » Archiv bis 13. April 2007 « Zurück Weiter »

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PNK (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 13:14 Uhr:   

... aber wenn man doch Sarkozy will und der gegen Bayrou verlieren würde und gegen Le Pen oder Royal nicht, dann wähle ich doch einen Trotzkisten.
Mal im Ernst: derart abstrakt wie hier denken doch wohl die wenigsten Wähler. Alle eure Schlussfolgerungen sind darum sehr vage.
Wenn ihr aber davon ausgeht, dass wirklich derart taktisch gewählt wird, dann könnt ihr unmöglich ein Ergebnis vorhersagen.
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Andreas Hahn (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 16:00 Uhr:   

wahlrecht.de schreibt:„Eine Schwäche des Wahlsystems ist, dass ein Mehrheitskandidat im ersten Wahlgang aussortiert werden kann. Nach den Umfragen hätte bei der Präsidentenwahl 2002 Lionel Jospin gute Chancen gehabt, einen zweiten Wahlgang zu gewinnen. Tatsächlich erhielt er aber im ersten Wahlgang nur 4.610.749 Stimmen und damit weniger als Jean-Marie Le Pen und Jacques Chirac und qualifiziert sich so nicht für die Stichwahl.“
Gut gesagt, aber ist das nicht spitzfindig? Warum haben denn auf der "Linken" so viele Kandidaten - ich meine es waren 6 - denn kandidiert, wenn sie die angebliche "Schwäche" des Wahlsystems kennen, anstatt sich gegenseitig zu unterstützen? Die Niederlage 2002 hat sich die politische Linke in Frankreich selbst zuzuschreiben. Zumal die Umfragen auch einen Anstieg des Le Pen-Anteils im ersten Wahlgang auch schon recht früh andeuteten.
Noch einmal: Das Instrument - in diesem Fall das Wahlsystem - ist nicht für die Ergebnisse verantwortlich, es sind die Verwender bzw. Mitspieler in diesem System. Ich finde das französische Form der Präsidentenwahl vom Gesichtspunkt der Demokratie zumindest besser und praktikabler als z. B. das der USA, wo ein Präsident bereits dreimal (übrigens: immer republikanische Kandidaten) mit weniger Stimmen über eine Mehrheit im "electoral college" gewählt wurde, das letzte Mal 2000.
Andreas Hahn, wahlen-heute.de
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ullego (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 16:21 Uhr:   

Hoffendlich wird Royal gewinnen!!!!!!!!!!
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zigzag
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 17:19 Uhr:   

Rekordwahlbeteiligung:

"nach Angaben des Innenministeriums in Paris gaben bis Mittag schon fast ein Drittel (31,2 %) der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. In der ersten Runde der Wahlen 2002 waren zum selben Zeitpunkt erst 21,4 % zu den Urnen gegangen"

http://news.search.ch/ausland/2007-04-22/der-andrang-an-den-urnen-ist-gross
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zigzag
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 17:39 Uhr:   

Wahlbeteiligung 17:00 Uhr

73,87% à 17H contre 58,5% en 2002

http://elections.france2.fr/presidentielles/2007/actu/30158416-fr.php
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Bernhard Nowak (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 18:22 Uhr:   

Spiegel-Eilmeldung aufgrund von Prognosen des belgischen Fernsehens:
Stichwahl zwischen Sakozy und Royal
Quelle: www.spiegel.de
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ullego (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 18:24 Uhr:   

Klingt doch gut!!!!!!
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Midlands (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 18:44 Uhr:   

Belgische Medien melden Sarkozy und Royal gleichauf bzw. Sarko knapp vorn.
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Midlands (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 18:47 Uhr:   

Kleine Korrektur: Erste Meldung ist aus der Schweiz, die zweite aus Belgien.
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Midlands (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 19:01 Uhr:   

Sarkozy 26-27.5 %, Royal 26 %, Le Pen 17 %, Bayrou 16 %
Quelle
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AeD (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 19:18 Uhr:   

Zur beachtlichen Wahlbeteiligung: Aus der von Midlands verlinkten Meldung:

"Die Wahlbeteiligung wird von den beiden Meinungsforschungsinstituten Ipsos und IFOP auf 87 Prozent geschätzt. Der bisher höchste Wert im ersten Durchgang war bei der ersten Direktwahl eines Staatspräsidenten im Jahr 1965 mit 84,75 Prozent erreicht worden. Der Rekord für eine zweite Runde wurde 1974 mit 87,3 Prozent aufgestellt."

Arte meldet 85 % nach Umfragen (das können aber dieselben sein).
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Gast (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 20:04 Uhr:   

Hochrechnung Arte (CSA)

Sarkozy 29,5 %
Royal 26,3 %
Bayrou 18,8 %
Le Pen 11,0 %
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 21:12 Uhr:   

@Andreas Hahn,

was heißt spitzfindig? Auch wenn das System sicher besser ist als eine relative Mehrheitswahl oder gar wie die US-Präsidentenwahl, hat es seine Schwächen. Ein Punkt ist sicher der Anreiz taktisch im Bereich Zweit/Drittplatzierter zuwählen. Ein anderer Punkt ist sicher auch der Zwang, daß sich ein Lager auf einen Kandidaten einigen muß, und die Auswahl nicht dem Wähler überlassen kann (Was sicher keine Ausrede für eine Lager ist, das es hier scheitert).

Auf der anderen Seite ist es nicht unbedingt ein Mangel des Systems, daß Le Pen in die Stichwahl kam, am Ende wurde ein Mehrheitskandidat (mit deutlicher Mehrheit) gewählt, dem auch eine Parlamentsmehrheit folgte, und nur das zählt.
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Marc K.
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 22:30 Uhr:   

Glückwusch an Nicolas Sarkozy


Er hat 30,4% erzielt, ein hervorragendes Ergebnis für den ersten Wahlgang. Über 30% - das ist eine sehr gute Ausgangsbasis.
Ich rechne mit einem deutlichen Sieg von Sarkozy am 6.5.2007.
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Andreas Hahn (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 22. April 2007 - 23:55 Uhr:   

@Martin Fehndrich: Ich habe schlicht und ergreifend die Behauptung kritisiert (siehe Anmerkung oben), dass dem Wahlsystem - so kommt es zumindest rüber - die "Schuld" am schlechten Abschneiden von Jospin 2002 "zugeschoben" wurde. Das Wahlsystem ist aber nicht dafür verantwortlich, sondern, dass sich die Linken im Jahr 2002 recht stark zersplitterten.
Das scheinen viele Menschen dieses Mal aber begriffen zu haben, denn ansonsten ließe sich die hohe Beteiligung und die Schwäche der anderen "linken KandidatInnen" neben Royal kaum erklären.
Wenn das französische System nach Ihrer Meinung "Schwächen" aufweist, bin ich doch sehr gespannt auf einen Alternativvorschlag zur adäquaten Kandidatenfindung z. B. für die Präsidentschaftswahlen in Frankreich.
Einen Hinweis noch: Kann es nicht einfach auch sein, dass die "Lagerwahl" Frankreichs nicht auch darauf beruht, dass viele auch noch "Lagerdenken" haben? Und das wäre weder gut noch schlecht (diese Begriffe sind hier auch nicht passend), sondern einfach demokratisch.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 23. April 2007 - 09:31 Uhr:   

> Eine Schwäche des Wahlsystems ist, dass ein
> Mehrheitskandidat im ersten Wahlgang aussortiert
> werden kann.
Die Formulierung triffts wohl nicht.
Wenn jemand (wie damals Jospin) schon im ersten Wahlgang scheitert, dann kann man ihn wohl nicht als "Mehrheitskandidaten" bezeichnen.

Die Schwächen des Stichwahlsystems sind klar da, aber das muß man wohl anders formulieren.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 23. April 2007 - 09:36 Uhr:   

Das Ergebnis des ersten Wahlgangs ist doch überraschend deutlich.
M. E. hat Sarkozy so gut wie gewonnen, Royal wird Mühe haben, in der Stichwahl wenigstens ein achtbares Ergebnis (d.h. über 40%) zu erreichen.

Es ist wahrscheinlich auch der Effekt eingetreten, den wir oben diskutiert hatten: Die hohe Mobilisierung von "Stoppt Sarkozy"-Wählern in den Banlieues wurde durch eine Pro-Sarkozy-Mobilisierung in den wählerstärkeren Provinzen mehr als kompensiert.
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Tim Spier
Veröffentlicht am Montag, 23. April 2007 - 09:57 Uhr:   

@Ralf: Angesichts der meisten Prognosen, die eher in Richtung 52:48 gehen, halte ich die Einschätzung für etwas gewagt. Auch wenn Sarkozy natürlich einen gewissen Vorsprung hat. Aber zwei Prozent sind schon allein locker in der statistischen Fehlertoleranz, mal ganz davon abgesehen, dass wir noch zwei Wochen "Duell" und Positionierung der anderen Parteien vor uns haben.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 23. April 2007 - 10:10 Uhr:   

@Tim:
Diese 52:48-Prognosen sind veraltet, das konkrete Wahlergebnis zeigt m. E., daß Sarkozy besser mobilisieren konnte als erwartet und daß umgekehrt die Linke deutlich schwächer blieb.
Royal und die roten/grünen Kandidaten kommen zusammen gerade mal auf ein Drittel der Stimmen, das ist auch angesichts der Konkurrenz von Bayrou eher dürftig.

Sarkozy geht mit drei wesentlichen Vorteilen in die Stichwahl:
Er hat einen deutlichen Vorsprung.
"Sein" rechter Rand ist stärker als Royals linker.
Bei den Bayrou-Wählern dürfte er etwas mehr Stimmen ziehen.

Royal hat nichts, womit sie diese drei Vorteile kompensieren könnte.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Montag, 23. April 2007 - 11:07 Uhr:   

1988 und 1995 bekam der linke Kandidat im 2. Wahlgang wesentlich mehr Stimmen als alle linken Kandidaten im 1. Wahlgang zusammen. Damals stimmte auch eine nicht unerhebliche Minderheit der Le Pen-Wähler für Mitterand bzw. Jospin. 1995 hatten alle Linken zusammen 40,56% im 1. WG und Jospin 47,36% im 2. WG, einen zentristischen Kandidaten gab es damals nicht.

Das Ergebnis wird wohl nicht so klar ausfallen, wie man nach Papierform annehmen könnte.

Dennoch ist Sarkozy klar im Vorteil. Der Vorteil ist aber nicht so groß, daß er sich seiner Sache sicher sein könnte.

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