Bundesversammlung

[Wahlrechtslexikon]

Zusammensetzung der 15. Bundesversammlung

Wenn heute die 15. Bundesversammlung zur Wahl des Bundes­präsiden­ten zusammentreten würde, ergäbe sich die folgende Sitzverteilung. Diese wird sich noch durch Wahlen des Bundes- und von Landtagen verändern, die bis zum nächsten ordent­lichen Termin der 15. Bundes­ver­samm­lung am 23. Mai 2015 bezieh­ungs­weise bis zu den Wah­len der Länder­ver­treter durch die Landes­parla­mente statt­finden.

Sitzverteilung auf die Parteien Sitzverteilung auf Bundestag und Bundesländer
Zum Vergleich: 14. Bundesversammlung 2010

Die Mitgliederzahl der Bundesversammlung kann sich durch Ausscheiden von Wahlkreisabgeordneten aus dem Bundestag verringern (wenn deren Partei in dem betreffenden Land über mehr Direktmandate verfügt, als ihr Mandate nach ihrem Zweitstimmenanteil zustehen, siehe Beschluss des BVerfG vom 26. Februar 1998, 2 BvC 28/96 [BVerfGE 97, 317] – „Kein Nachrücken in Überhang­mandate“). Bis zu welchem Zeit­punkt die (aus dem Wortlaut von Artikel 54 Abs. 3 GG folgende) entsprechende Reduzierung der Ländervertreter noch möglich ist, ist unklar – ob nur bis zur Feststellung der Zahl der Länder­vertreter durch die Bundesregierung oder noch bis zu deren Wahl im betroffenen Bundesland.
 

Die Zahl der Mitglieder der 15. Bundesversammlung im Bundestag und den Ländern (Hochrechnung)

  Deutsche
Bevölkerung
Wahl-
leute
CDU/
CSU
SPD GRÜNE FDP LINKE Sonstige
Gesamt 74.465.129 1.240 486–488 329–330 146–147 136 125 16
 
Bundestag   620 237 146 68 93 76 0
Länder 620 249–251 183–184 78–79 43 49 16
 
Berechnungsgrundlagen sind die Bevölkerungszahlen des Statistischen Bundesamtes mit Stand vom 31. Juli 2011, die Ergebnisse der Landtagswahlen mit Stand vom 6. Oktober 2011 (zuletzt das endgültige Ergebnis der Abgeordnetenhauswahl am 18. September 2011 in Berlin) und die Fraktionswechsel mit Stand vom 19. Dezember 2011
Die Zuteilung der Sitzzahlen auf die Länder erfolgte nach Hare/Niemeyer, so wie es die Bundesregierung bei den vergangenen Bundesversammlungen tat (gesetzlich ist das Verfahren nicht definiert). Nach dem im Bundeswahlgesetz verwendeten Verfahren nach Sainte-Laguë, welches auch frei von Paradoxien des Quotenverfahrens Hare/Niemeyer ist, würde Bayern (CSU) einen Sitz mehr auf Kosten von Sachsen (CDU oder DIE LINKE) erhalten.
Baden-Württemberg 9.478.563 79 34–35 20 20–21 4
Bayern 11.347.027 94 47 20 9 8 FW: 10
Berlin 2.997.722 25 7 8 5 3 PIR: 2
Brandenburg 2.429.866 20 4 8 1 1 6 FL: 0
Bremen 576.473 5 1 3 1 0 FL: 0
Hamburg 1.548.024 13 3 7 1 1 1
Hessen 5.390.203 45 18 11 6 8 2
Mecklenburg-Vorp. 1.597.264 13 3 5 1 3 NPD: 1
Niedersachsen 7.375.275 61 28 19 5 5 4 FL: 0
Nordrhein-Westfalen 15.944.834 133 49–50 49–50 17 9 8
Rheinland-Pfalz 3.687.733 31 13 13 5
Saarland 927.707 8 4 2 0 0 2
Sachsen 4.021.958 34 16 3 2 3 8 NPD: 2
Sachsen-Anhalt 2.277.867 19 8 5 1 5
Schleswig-Holstein 2.688.494 22 8 6 3 3 1 SSW: 1
Thüringen 2.176.119 18 6 4 1 1 6

Besonderheiten bei der Ermittlung der Mitglieder der Bundesversammlung

Folgende Besonderheiten müssten bei den Wahlen der Ländervertreter in den Landesparlamenten beachtet werden bzw. ergeben sich aus Änderungen der Sitzverteilungen dort – siehe dazu auch die aktuelle Übersicht über die Sitzverteilungen als Tabelle – und im Bundestag nach der jeweils letzten Wahl:

Mitglieder der Bundesversammlung aus dem Bundestag

Wahlen in den Landesparlamenten

Rechtsgrundlagen


von Wilko Zicht, Martin Fehndrich und Matthias Cantow (03.02.2003, letzte Aktualisierung: 19.12.2011, letzte Aktualisierung der Links: 16.09.2011)