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Niederlande – Wahlen

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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 16. März 2017 - 20:10 Uhr:   

Ich freue mich sehr, das knapp 82 Prozent der niederländischen Wahlberechtigten wählen gegangen sind und sich teils in Schlangen vor Wahlbüros eingereiht haben!

* KOMPLIMENT *


Das können wir uns noch eine Scheibe von abschneiden...... HIER !


..................
Für Rutte wird es extrem schwierig eine halbwegs tragfähige Koalition NOCHMALS zusammen zu schustern!

Jesse Klaver, der Chef von Grün-Links ist derweil schon auf der Suche nach Mehrheiten jenseits von Rutte .........
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Marc
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 16. März 2017 - 23:38 Uhr:   

@SaaleMax,

angesichts dessen das die klassischen linken Parteien nur 47 von 150 Sitzen in der Zweiten Kammer haben (GL, SP, PvdA) (selbst unter Hinzunahme der pro-türkischen Migrantenpartei DENK (3 Sitze) und den radikalen Tierschützern der PvDD (5 Sitze) kommt das linke Lager nur auf 46 von 150 Sitzen) scheinen Sie gerade unter Halluzinationen hinsichtlich der Regierungsbildung in den Niederlanden zu leiden. GL ist noch nichtmal die stärkste Partei im linken Lager. Die SP hat mehr Stimmen bekommen und die gleiche Sitzzahl.

Tatsache ist: Das linke Lager hat die Wahlen krachend verloren. Die Gewinne von GL erfassen nur einen Bruchteil der Verluste der PvdA. Insgesamt sind die linken Parteien in den Niederlanden deutlich geschwächt worden, die liberalen und bürgerlichen Parteien insgesamt gestärkt worden.
Wahlsieger sind die Christdemokraten und die wirtschafts- und bürgerrechtsliberale D66.

Auch Wilders Partei hat zugelegt. Insofern ist es objektiv merkwürdig ihm zum Wahlverlierer zu erklären. Er hat Sitze hinzugewonnen und zudem erfolgreich Themen im Wahlkampf gesetzt. Ohne Ruttes härtere Haltung gegenüber den türkischen Eskapaden hätte Wilders wohl auch besser abgeschnitten.
GL hat wiederum vom dramatischen Zerfall der Sozialdemokraten profitieren könnne. Zudem startete die Partei von einer niedrigen Basis. 8,9% sind sicherlich ein ordentliches Ergebnis. Im sozial vergleichbaren Deutschland hatten die Grünen aber schon mal ein besseres Ergebnis bundesweit erzielen können (10%). Das massive Zuwachs erfolgte von einer sehr niedrigen Basis aus. Bei der Vorwahl hatte GL nur 2,33% erzielt.


Insgesamt wird eine Regierungsbildung schwierig. Aber die politischen Verhältnisse sind so, dass eine Regierungsbildung jenseits der VVD politisch unmöglich ist.


Am wahrscheinlichsten scheint die Bildung einer Mitte-Rechts-Regierung aus VVD, D66, CDA und einem vierten Partner. VVD, D66 und CDA kommen zusammen schon auf 71 Sitze (es fehlen also nur noch fünf zur abosluten Mehrheit).

Am wahrscheinlichsten erscheint ein Beitritt der Christen Unie (CU) zu diesem Bündnis.

Die PvdA wird nach dem Wahldesaster kaum mehr als Koalitionspartner zur Verfügung stehen. Zur SP bestehen zu große ideologische Unterschiede und auch GL hat sich im Wahlkampf stark von der VVD distanziert. Zwischen D66 und ChristenUnie bestehen allerdings große ideologische Unterschiede. Allerdings war die CU auch schon Teil von großen Koalitionen und hat insfoern gezeigt, dass sie bei Streithemen bereit ist als Kompromiss den Status quo zu akzeptieren.

Diese vier Parteien dürften bei wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen jedenfalls noch am besten zusammenpassen.


Was auffällt ist, dass sich die Zersplitterung der Parteienlandschaft in den Niederlanden in Folge dieser Wahl noch weiter verschärft hat. Die VVD ist mit 21,3% die stärkste Partei und die zweitstärkste Partei, Wilders PVV, kommt nur auf 13,1% der Sitze.

In Deutschland sind wir von so einer zerklüffteten Parteienlandschaft noch weit entfernt. Allerdings dürfte auch bei uns die Zersplitterung zunehmen. Während bei der letzten Wahl CDU/CSU mit 41,3% stärkste Fraktion wurde und die beiden Volksparteien Union und SPD zusammen auf 77,2% der Stimmen kamen, liegen sie derzeit jeweils in den Umfragne bei 31-33% und kommen zusammen nur auf rund 65%. Auch bei uns nimmt die Zersplitterungstendenz zu. Wobei - auf Grund der immer noch stärkeren Volksparteien - dies perspektivisch zu einer Dauer-GroKo führen dürfte, was für die politische Kultur nicht gut ist. Denn "Alternativlosigkeit" ist nicht gut für eine Demokratie.

Da scheint mir die politische Landschaft in den Niederlanden dynamischer zu sein. Zumal die sich abzeichnende Perspektive einer bürgerlichen Regierung den linken Oppositionsparteien ermöglich eine Alternativprogramm auszuarbeiten und somit bei den nächsten Wahlen wirklich eine Alternative anzubieten. Wobei sich SP und GL nun sicher erstmal darum um die Führung im linken Lager streiten werden (anders als gestern liegen beide nämlich nun bei den Sitzen gleichauf und bei den Stimmen liegt die SP vorn).
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 17. März 2017 - 19:23 Uhr:   

Rutte gehört ja nun auch nicht wirklich dem MITTE Lager an.
Seine Partei bezeichnet sich als Rechtsliberal.
Somit hat des rechte Lager nicht wirklich viel hinzugewonnen.
....................

@ Marc, bitte Nicht immer gleich Persönlich werden, wenn Meinungen Ihnen nicht ganz so passen!
... Im Übrigen leide ich nicht unter Halluzinationen, wie Sie mir anmerkten sondern gebe das wieder was man ganz versteckt hinter den zahlreichen Lobhudeleien (WARUM EIGENTTLICH...? ) für Rutte....liest.
Ob dies zu Stande( Mitte-Links Regierung) kommt ist ein ein anderes Thema.Das sollten Sie auch wissen.

Soviel dazu.

................................
Das rechte und das linke Lager wird um die Mitte Parteien werben um ein Bündnis für eine tragfähige Regierung bilden zu können.

Fakt ist:

Die bisherige Regierung hat mit Ruttes Partei und den Sozialdemokraten GEWALTIG abgeschmiert bei den Wählern!Es ging im Fahrstuhl in den Keller.

Trotzdem konnte sich Ruttes Partei noch als stärkste Kraft behaupten.
Mir ist allerdings schleierhaft, warum dieser Stimmmenverlust von Ruttes Rechtspartei in Deutschland als " großer Erfolg" und "Stärkung für Europa" und "Niederländer lehnen Populisten ab " medial verkauft wird....

Interessant fand ich heute folgiges dazu auf Bayern1:
http://www.br.de/radio/bayern1/sendungen/am-vormittag/lach-matt-holland-wahl-100.html?time=137.888753
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Marc
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 18. März 2017 - 01:05 Uhr:   

@SaaleMax,

Tatsache ist, die Sozialdemokraten haben in den Niderlanden gewaltig verloren. Die Zugewinne anderer Linksparteien haben das nicht kompensiert. Insgesamt gabe es eine Rechtruck in der niederländischen Politik (Zugewinne für die PVV, Christdemokraten und meherer kleinere christliche Parteien haben weit mehr hinzugewonnen, als die VVD verloren hat. Zudem gibt es noch als neue Partei die populistische FvD (pro EU-Austritt), die zwei Sitze erzielen konnte.

Alle Experten gehen bei dem Wahlergebnis von einer Regierungsbildung unter Führung der VVD aus.

Politisch gibt es hierzu auch keine Alternative.
Das linke Lager ist zu schwach - ich habe Ihnen die Zahlen erläutert. Selbst wenn D66 - die allerdings bei wirtschaftspolitischen Fragen weit näher bei Rutte sind als bei den linken Parteien urplötzlich eine Präferenz nach links entwickeln sollten reicht es nicht für eine solche Mitte-Links-Regierung. Es gibt auch keine Mitte-Links Mehrheit in der Zweiten Kammer. Denkbar wäre theoretisch eine Anti-VVD-Koalition.

Da müssten Sie allerdings davon ausgehen, dass plötzlich bürgerliche Parteien in den Niederlanden eine Rutte-Phobie bekommen und lieber mit Linkssozialisten und Grünen paktieren als mit der VVD. Das wäre dann übrigens auch keine linke Regierung. Die stärkste Partei in einer solchen Allianz wäre die christdemokratische CDA. Auch eine solche Regierung hätte also eine bürgerliche Partei als stärkste Kraft. Es wäre eine Rechts-Links-Koalition mit Parteien mit völlig konträren Ansichten in zentralen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Fragen. Es gibt keine Anzeichen für eine solche Rechts-Links-Koalition, die darüberhinaus aus mindestens fünf Parteien bestehen müsste mit völlig konträer ideologischer Ausrichtung.

Rutte hingegen könnte ein Viererbündnis aus Parteien bilden, die in zentralen Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik übereinstimmen. VVD, D66, CDA und CU.

Zigzag benennt zu Recht nur Konstellationen unter Einbeziehung der VVD. Alles andere ist jenseits der Realität.

Ich erwarte von Ihnen allerdings auch vergleichbare Aussagen nach der Bundestagswahl 2017. Wenn es für rot-rot-grün nicht reicht, werden Sie uns gewiss dann erzählen, dass es doch Gerüchte über eine gelbe Kuba-Koalition gebe (SPD, Linke, Grüne, FDP). Eine solches Bündnis dürfte wahrscheinlich eine Mehrheit haben. Nur SED/Linke und FDP sind ideologisch so weit entfernt, dass sie nicht miteinander koalitionsfähig sind.
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Interessierter
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 18. März 2017 - 14:14 Uhr:   

@SaaleMAX
"Ich freue mich sehr, das knapp 82 Prozent der niederländischen Wahlberechtigten wählen gegangen sind und sich teils in Schlangen vor Wahlbüros eingereiht haben!"

Also wenn ich in einer Schlange stehen müsste, dann würde ich einfach nach Hause gehen und den Sonntag genießen. Sorry, soviel ist eine Stimme von 80.000.000 auch nicht Wert.
Deshalb verstehe ich auch nicht, wieso so viel mehr Leute zu Bundestags als zu Kommunalwahlen gehen und wieso immer mehr politisches Gewicht auf die höheren Instanzen verlagert wird. Aber ich muss die LEute nicht verstehen, ich muss nur mit ihren Regeln leben...

Was völlig anderes: Die Niederlande-Wahl hat für mich die Vorurteile über das Verhältniswahlrecht bestätigt. Unter Bedingungen der Verhältniswahl ist es fast unmöglich, klare Mehrheit zu erhalten. Und da in "parlamentarischen Systemen" die Regierung grundsätzlich durch das Parlament gewählt werden muss, ist somit eine Koalition auf Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners fast immer notwendig.
Vielleicht irre ich mich ja auch...
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 18. März 2017 - 17:39 Uhr:   

Die Niederländer selbst sind nicht der Auffassung, sie hätten ein zersplittertes Parteiensystem oder irgendein Problem. Wir versuchen an dieser Stelle wie so oft, unsere sehr deutschen Gedanken und Erfahrungen auf ein Land mit anderer Geschichte und anderer parlamentarischer Erfahrung zu übertragen.

So sind die VVD und die D66 etwa mit dem "rechten" und dem "linken" Flügel der FDP zu vergleichen. Wirtschaftspolitisch denken sie ziemlich ähnlich und vertreten quasi historisch den selbstständigen niederländischen Kaufmann. Gesellschaftspolitisch (Sterbehilfe, Abtreibung, Drogen, Toleranzpegel gegenüber anderen Kulturen und Religionen) ticken VVD und D66 eben nicht immer identisch. Und genau die Diskussionen, die in Deutschland innerparteilich geführt werden, werden in den Niederlanden eben zwischen den Parteien geführt und es sind auch mal Koalitionen möglich, an denen eben nur "eine Hälfte der FDP" beteiligt ist.

Die Niederländer lassen ihnen momentan unfähig oder überflüssig erscheinende Parteien sehr schnell und unsanft gegen Null gehen, wenn sie sie aber wieder brauchen oder genau diesen Aspekt für nützlich halten, holen sie die eben noch eingeschmolzene Partei Jahre später wieder in höchste Höhen. So waren die VVD und erst recht die D66 gut 10 Jahre quasi bei Null und nach deutscher Regelung unter 5 %, jetzt dagegen setzen die Niederländer voll auf diese beiden Parteien und geben ihnen zusammen über ein Drittel der Stimmen und 42 von 150 Sitzen. Das würde die FDP ziemlich glücklich machen.

Bei der letzten Wahl 2012 hat es die Grünen (GroenLinks) zerlegt, die noch 2 % der Stimmen hatten. Jetzt sind sie wieder da und haben 9 %. Ähnliches erhoffen sich die Sozialdemokraten (PvdA), die es nun diesmal sehr böse erwischt hat. Aber auch von den jetzigen 5,7 % kann man wieder aufsteigen. Es herrscht auch keine Weltuntergangsstimmung bei der PvdA, die Erfahrung zeigt, dass die jahrzehntelange Konkurrenz von der CDA es ja auch geschafft hat, aus ihrem 2012er Tal 2017 wieder kräftig nach oben zu kommen.

Und weil die Parteien im Grundsatz alle sehr kompatibel sind, ist es eben keine "Koalition auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners". Und anders als von SaaleMax vermutet, hat es Marc Rutte dieses mal sogar besonders leicht, eine tragfähige Koalition zu bilden. Mit der VVD, D66 und der CDA haben quasi die "linke und rechte FDP" und die "CDU ohne CSU" zusammen schon 71 der 150 Sitze, die CU mit ihren 5 Sitzen ist quasi eine Regionalpartei in den besonders calvinistischen Orten südlich des Ijsselmeeres. Die CU hat übrigens bei dieser Wahl die im Schnitt jüngsten Wähler in den Niederlanden. Angeblich liegt das an vielen neuen jüngeren Wählern, die durch Erdogan und den Wahlkampf von Denk dazu veranlasst wurden, eine betont christliche Partei zu wählen. Sie hat auch Stimmen und sogar Prozente (jetzt 3,4 %) gewonnen, obwohl sie normalerweise bei hohen Wahlbeteiligungen stets schlechter abschneidet.

Die Parteien, die bei uns rotrotgrün bilden, liegen in den Niederlanden diesmal auf den Plätzen 5, 6 und 7 mit zusammen 23,9 % der Stimmen oder 37 von 150 Sitzen. Da hat Klawer von GL keine Chance. Wenn irgendjemand eine Koalition ohne die größte (VVD) und zweitgrößte (PVV; Wilders) Partei bilden will, dann ist realistisch betrachtet zumindest die drittgrößte Partei, also die CDA, erforderlich, die dann natürlich auch den Ministerpräsidenten stellen würde. Das könnte Sybrand Buma (Parteichef der CDA) zwar interessanter finden, als Vizeministerpräsident unter Marc Rutte zu werden, aber das wollten weder seine Wähler noch würde die PvdA oder womöglich gar die SP (Sozialisten, etwa äquivalent zur Linken in Deutschland) ihn unterstützen wollen. Er würde zwischen der viel größeren Opposition aus VVD und PVV auf der einen Seite und seinen gesammelten Koalitionspartnern von links bis weit links auf der anderen Seite schlicht zerbröselt werden, und das dürfte er wissen.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 18. März 2017 - 19:23 Uhr:   

Die Protokolle über die endgültigen Ergebnisse in den Wahlkreisen addiert ergibt:

Partei/Stimmen (in %)
VVD 2238351 (21,29 %) - 33 Sitze
PVV 1372941 (13,06 %) - 20 Sitze
CDA 1301796 (12,38 %) - 19 Sitze
D66 1285819 (12,23 %) - 19 Sitze
GroenLinks 959600 (9,13 %) - 14 Sitze
SP 955633 (9,09 %) - 14 Sitze
PvdA 599699 (5,7 %) - 9 Sitze
CU 356271 (3,39 %) - 5 Sitze
PvdD 335214 (3,19 %) - 5 Sitze
50Plus 327131 (3,11 %) - 4 Sitze
SGP 218950 (2,08 %) - 3 Sitze
DENK 216147 (2,06 %) - 3 Sitze
FvD 187162 (1,78 %) - 2 Sitze
VNL 38209 (0,36 %)
Piraten 35478 (0,34 %)
Artikel 1 28700 (0,27 %)
Sonstige (alle <0,2 %) 58940 (0,56 %)

Total gültig: 10516041
leere Stimmzettel: 15876
ungültige Stimmzettel: 31539
per Vollmacht haben 964811 Personen gewählt

Gültige Stimmen von Auslandsniederländern:
Total 59857
VVD 13862
D66 14138
PVV 4806
GroenLinks 10178
PvdA 4884
CDA 3507
DENK 109
SP 1813
PvdD 2052
50PLUS 1062
CU 1276
FvD 966
SGP 347
Piraten 176
Artikel 1 163
VNL 270
Rest 248

Nur durch Vorzugsstimmen gewählt sind je nach Definition 3 oder 4 Personen:
Maurits von Martels, CDA Platz 44
Lilianne Ploumen, PvdA Platz 10
Isabelle Diks, GroenLinks Platz 19
Lisa Westerveld, GroenLinks Platz 14

Analyse folgt morgen
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Interessierter
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 18. März 2017 - 21:32 Uhr:   

@Good Entity:

Wenn ich mich nicht irre, war das eine der wenigen Male, wo wir anderer Meinung sind. Und es scheint ja durchaus fruchtbar zu sein. Danke für den Beitrag über das Parteiwesen in den Niederlanden.

Viele kleine Parteien erlauben es, die Unterschiede, die hier innerhalb von Parteien zu Tage treten, zwischen den Parteien entstehen zu lassen. Sie machen sie quasi transparenter. Ein richtiger Gedanke.
Für Deutschland ist das nicht erwünscht, so dass ein reines Mehrheitswahlrecht eigentlich Mittel der Wahl wäre...
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 19. März 2017 - 13:54 Uhr:   

@Good Entity
"Die Niederländer selbst sind nicht der Auffassung, sie hätten ein zersplittertes Parteiensystem oder irgendein Problem. Wir versuchen an dieser Stelle wie so oft, unsere sehr deutschen Gedanken und Erfahrungen auf ein Land mit anderer Geschichte und anderer parlamentarischer Erfahrung zu übertragen."
Wobei die "Lehre", die Weimarer Republik sei am Wahlrecht zerbrochen, ja falsch ist. Diskussionen um eine höhere Sperrklausel oder Mehrheitswahl gab es immer wieder, aber ergebnislos.

@Interessierter
"Und da in "parlamentarischen Systemen" die Regierung grundsätzlich durch das Parlament gewählt werden muss, "
Die Regierung wird gar nicht gewählt und kann rechtlich nicht vom Parlament gestürzt werden.

"Unter Bedingungen der Verhältniswahl ist es fast unmöglich, klare Mehrheit zu erhalten."
Man müsste "klare Mehrheit" definieren, damit der Satz eine Aussage hat.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 19. März 2017 - 23:04 Uhr:   

Ich sehe nur zwei realistische Koalitionen: VVD-CDA-D66-GL oder VVD-CDA-D66-CU, wobei Letzteres wahrscheinlicher ist. Dramaturgisch wird es vermutlich zuerst Verhandlungen für die erste Variante geben, um dann nach deren Scheitern sagen zu können, dass VVD-CDA-D66-CU alternativlos sei. Die knappe Mehrheit (2 Sitze in der Zweiten Kammer und ein Sitz in der Ersten Kammer) dürfte bei dieser Koalition unproblematisch sein.

Die VVD kann trotz des erheblichen Verlustes halbwegs zufrieden sein. 21,3 % ist immer noch ein vergleichsweise gutes Ergebnis, nur 1982, 1998 und 2012 bekam sie mehr. Eine Regierung ohne VVD ist praktisch unmöglich. CDA-D66-GL-SP-PvdA wäre ziemlich abenteuerlich und hätte auch nur die Hälfte der Sitze in der 2. Kammer.

Warum ist die PvdA so tief gefallen? Da gibt es eine Mischung verschiedener Ursachen. Den Abwärtstrend der Sozialdemokraten gibt es auch anderswo in Europa, aber ein so tiefer Fall ist schon ungewöhnlich. Sicher ist es so, dass die PvdA schon immer relativ schwach im Volk verankert war im Vergleich zur SPD oder SPÖ. Die PvdA gilt als Regentenpartei, quasi als bürgerfernes Polit-Establishment schlechthin. Auch war sie lange die Partei, die von der großen Mehrheit der Einwanderer gewählt wurde, was ihrem Ruf bei vielen nicht gesteigert hat. Böse Zungen sagen, PvdA stehe für Partij van/voor de Allochtonen. DENK hat der PvdA sicher geschadet. Diese Partei bekam aber nur 2,1 % und kann den Absturz der PvdA bei weitem nicht erklären. Üblich ist, dass die PvdA als Juniorpartner schwer Federn lassen muss und der blasse Spitzenkandidat hat das verschärft. 2012 dagegen hat die Partei dank ihres Spitzenkandidaten in der Schlussphase des Wahlkampfes kräftig zugelegt, weshalb jetzt der Fall umso größer ist.

Wilders hat 3 %-Punkte zugelegt, liegt aber 2,4 %-Punkte unter dem Ergebnis von 2010. Nachteilig für ihn ist, dass die Machtperspektive fehlt, seit er 2012 die Zusammenarbeit mit VVD und CDA nach anderthalb Jahren aufgekündigt hat. Damit wirkt sich taktisches Wählen regelmäßig gegen Wilders aus. Regional war er vergleichsweise erfolgreich im Norden (Provinzen Groningen, Friesland, Drenthe, abgeschwächt auch Overijssel), wo die PVV bisher relativ schwach war, jetzt aber nahezu das Ergebnis von 2010 erreichte. Auch in Gemeinden mit hohem Anteil für die SGP war er recht erfolgreich. Überraschend schwach ist dagegen das Ergebnis in der Provinz Limburg. Hier holte die PVV 19,6%, 2010 waren es 26,8%, 2012 17,7 %. Tendenziell werden regionale Unterschiede eingeebnet.

Zu den anderen Parteien später mehr
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Maik Otter
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 21. März 2017 - 19:54 Uhr:   

Rechtsruck unter dem Meeresspiegel


9,17 % der Wähler stimmen mit Vollmachten ab?


extreme Linke
SP: 68 259 + 1/2 Stimmen je einem Gewähltem
GL: 68 542 + 6/7 Stimmen je einem Gewähltem

gemäßigte Linke
D66: 67 674 + 13/19 Stimmen je einem Gewähltem
PvdA: 66 633 + 2/9 Stimmen je einem Gewähltem

Einzielgruppenparteien
PvdD: 67 042 + 4/5 Stimmen je einem Gewähltem
50Plus: 81 782 + 3/4 Stimmen je einem Gewähltem
DENK: 72 049 Stimmen je einem Gewähltem

gemäßigte Rechte
VVD: 67 828 + 9/11 Stimmen je einem Gewähltem
CDA: 68 515 + 11/19 Stimmen je einem Gewähltem

extreme Rechte
Wilders & Co.: 68 647 + 1/20 Stimmen je einem Gewähltem
CU: 71 254 + 1/5 Stimmen je einem Gewähltem
SGP: 72 983 + 1/3 Stimmen je einem Gewähltem
FvD: 93 581 Stimmen je einem Gewähltem

nicht in Sitzen umgesetzte Stimmen
123 118
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 22. März 2017 - 00:48 Uhr:   

@Interessierter: Wir sind ja hier im Forum, um Informationen auszutauschen, und da ist es immer gut, wenn es an Diskussionen interessierte ("Gesprächs-") Partner gibt. Nicht jeder kann alles wissen und jeder hat auch außerhalb des Forums andere Informationsquellen. Ich lerne hier ständig dazu.

@Thomas Frings: Die jetzt bei DENK gelandeten ehemaligen PvdA-Wähler sind natürlich eine zu verschmerzende Ärgerlichkeit für die PvdA. Der bei diesem Zerfall eingetretene Kollateralschaden dürfte deutlich größer sein. Denk ist nur in Amsterdam, Rotterdam und wenigen anderen Städten relevant, aber die Erkenntnis, in oder für eine Partei zu sein, in der sich Denk (=Erdogan)Anhänger jahrelang äußerst gut aufgehoben gefühlt haben und deren Interessen die PvdA ganz klar mit vertreten hat, hat etwa in den westfriesischen Provinzen dazu geführt, dass gerade dort auf dem Land, wo (übrigens genau wie in Ostfriesland auf der deutschen Seite der Ems) die Sozialdemokraten (in NL also die PvdA) eine ihrer Kernregionen hatte, die Wähler der PvdA in Massen zur PVV von Wilders gewechselt sind. Da nutzt es jetzt der PvdA auch nichts mehr, dass Denk auch im Streit weg ist, nun hat man gleich beide Wählergruppen verloren. Und wen als städtisch linken Wähler die Diskussion mit Denk schon genervt hat, der ist jetzt bei GroenLinks.

@Maik Otter: Das ist eine arg merkwürdige Aufteilung der Parteien. Die CU war unter Ministerpräsident Balkenende lange an einer Koalitionsregierung der CDA und der PvdA als dritter Koalitionspartner beteiligt; eine Koalition aus "extremer Rechter" und Sozialdemokraten wäre aber wohl nicht arbeitsfähig gewesen. In der Provinz Overijssel (grenzt an Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen) regiert momentan eine Koalition aus CDA, VVD, D66 und CU - also genau das, was unter anderen auch Thomas Frings für die wahrscheinlichste zukünftige Regierungskoalition in Den Haag hält. Offenbar ist so etwas arbeitsfähig, obwohl Du auch da angeblich gemäßigte Linke mit angeblich extremen Rechten mixt. Die Reformierte politische Partei (SGP) ist zwar "gegen" Katholiken, Lutheraner, Atheisten und Muslime, die 20000 Einwohner der Insel Urk im Ijsselmeer, auf der auch diesmal 55 % die SGP gewählt haben, sind aber in Westeuropa die pro Person und Einkommen spendenfreudigste Bevölkerung für Opfer von Katastrophen, Entwicklungshilfe etc., auch wenn die Betroffenen einen anderen Glauben als den der Reformierten Kirche haben. Warum immer dieses Schablonendenken?
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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 28. März 2017 - 13:10 Uhr:   

Auch wenn ich mich diesmal nicht an der Diskussion beteiligt habe, möchte ich mich für die interessanten Beiträge hier bedanken!

Zwei nicht ganz so wichtige, aber doch bemerkenswerte Dinge, die mir aufgefallen sind:

Es scheint den niederländischen Wählern möglich zu sein, ihre Stimme in jedem beliebigen Wahllokal abzugeben. Der Fernsehsender BVN berichtete sogar, daß ein Wahllokal auf der unbewohnten Insel Marker Wadden eingerichtet worden sei und Wähler so die Stimmabgabe mit einem Bootsausflug verbinden konnten.

Interessant fand ich auch den Modus der TV-Diskussionen der Spitzenkandidaten. Dabei wurden nicht wie in Deutschland alle an einen Tisch gesetzt und in einer großen Runde mit zahlreichen Zwischenrufen diskutiert, sondern es wurden Paare ausgelost, die gegeneinander diskutierten. Dabei durfte ein Kandidat das Thema wählen, der andere hatte das letzte Wort. Jeder Kandidat wurde zu 2 Duellen ausgelost, einmal als Themensteller, einmal als mit dem Recht des letzten Wortes. Dieses System gefiel mir ganz gut, sollte man vielleicht auch in Deutschland übernehmen.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 28. März 2017 - 20:07 Uhr:   

"Es scheint den niederländischen Wählern möglich zu sein, ihre Stimme in jedem beliebigen Wahllokal abzugeben."
Jein.

Seit 2010 bekommen Wähler einen "stempas" zugesendet, mit dem sie in jedem Wahllokal ihrer Gemeinde wählen können. Sie geben im Wahllokal den stempas ab und müssen sich außerdem unbedingt ausweisen, das ist also wie in Deutschland bei der Wahl mit Wahlschein im Wahllokal (ist aber bei uns sehr selten). Ursprünglich war geplant, dass man tatsächlich in jedem Wahllokal landesweit damit wählen kann, das wurde aber wegen praktischer Probleme (Details weiß ich nicht) letztlich nicht gemacht. Man kann bei der Gemeinde einen "kiezerspas" beantragen, mit dem man in jedem Wahllokal des Landes wählen. Auf diese Weise kommen einige westfriesische Inseln zu über 100 % Wahlbeteiligung.
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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 16. Mai 2017 - 19:27 Uhr:   

Die Koalitionsverhandlungen von VVD, CDA, D66 und GL sind gescheitert. Man sucht jetzt neue Optionen.
http://www.ad.nl/dossier/kabinetsformatie-mislukt~d53da47f6-98c1-4cef-a49a-b46c4b4ed05d/
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 16. Mai 2017 - 22:36 Uhr:   

Das ist zu begrüßen, wenn auch nicht überraschend. Ich hatte ja hier schon direkt nach der Wahl dies gemutmaßt:

"VVD-CDA-D66-GL oder VVD-CDA-D66-CU, wobei Letzteres wahrscheinlicher ist. Dramaturgisch wird es vermutlich zuerst Verhandlungen für die erste Variante geben, um dann nach deren Scheitern sagen zu können, dass VVD-CDA-D66-CU alternativlos sei."

VVD und CDA wollten wahrscheinlich von Anfang an nicht mit GL regieren, wohl aber D66, ohne die eine Regierung kaum möglich sein wird. Also wurde erstmal verhandelt, wobei Buma (CDA) noch weit deutlicher gegen die grünen Klimaschutzphantasien gewesen sein soll als Rutte. Jetzt hängt die weitere Entwicklung vor allem von D66 ab.
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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 17. Mai 2017 - 21:48 Uhr:   

Rutte hat 3 mögliche Optionen genannt, alle mit VVD, CDA und D66. Dazu soll noch PvDA, CU oder SP kommen. Wobei letzteres IMHO sehr unwahrscheinlich ist.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 23. Mai 2017 - 22:31 Uhr:   

D66 will nicht mit CU regieren. Ich denke, Rutte und Buma haben die Verhandlungen mit GL taktisch zu früh abgebrochen, das hätten sie besser Klaver (GL) überlassen. Pechtold weiß, dass eine Koalition ohne D66 kaum möglich ist, und wird sich den vierten Partner nicht von VVD und CDA vorschreiben lassen. SP und PvdA wollten bisher auch nicht regieren. Rutte ist ein draaikont, dem wäre sogar eine Koalition mit der SP zuzutrauen, aber das ist trotzdem unwahrscheinlich. Bliebe also eine Koalition mit dem großen Wahlverlierer PvdA oder eine Minderheitsregierung. Die PvdA ist so tief gefallen, dass sie als Oppositionspartei kaum wahrgenommen würde, von daher ist es für sie möglicherweise doch eine Überlegung wert, mitzuregieren. Eine VVD-CDA-D66-Koalition hätte in beiden Kammer keine Mehrheit, wäre aber auch nicht weit weg von einer Mehrheit: 35 von 75 Sitzen in der 1. Kammer (bis 2019) und 71 von 150 Sitzen in der 2. Kammer. Da ließen sich relativ leicht fallweise Mehrheiten organisieren.
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tg
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Veröffentlicht am Mittwoch, 24. Mai 2017 - 10:21 Uhr:   

Den "draaikont" mußte ich erst mal im Wörterbuch nachschauen. Der "kont" ist also der "Allerwerteste". Ist ja interessant, daß der holländische Wendehals sich in etwas südlichen Körperregionen dreht.


Zur Politik: Langsam gehen die Optionen aus. Es bleiben eigentlich nur noch VVD-CDA-D66-PvdA oder eine Minderheitsregierung VVD-CDA-D66.

Ist es eigentlich schon mal passiert, daß Koalitionsverhandlungen komplett gescheitert sind und es dann Neuwahlen gab?
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El Tres
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Veröffentlicht am Mittwoch, 24. Mai 2017 - 17:19 Uhr:   

In den Niederlanden gab es noch nie Neuwahlen wegen gescheiteter Koalitionsverhandlungen. Die Regierungsbildung dauert traditionell sehr lange. Optionen gibt es genug, selbst VVD-CDA-D66-GL könnte in einigen Wochen nochmal probiert werden.
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tg
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Veröffentlicht am Sonntag, 28. Mai 2017 - 21:10 Uhr:   

Danke! Dieses Mal scheint es mir aber schon etwas schwieriger als bei den letzten Regierungsbildungen.
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SaaleMAX
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Veröffentlicht am Dienstag, 13. Juni 2017 - 20:54 Uhr:   

Was NUN ,Niederlande?

Die Koalitionsverhandlungen in den Niederlanden sind an den Grünen heute gescheitert.
Das NO GO der Grünen war am Ende die Asylpolitik.

Nun muß man weiter ringen, eine tragfähige Regierungspartnerschaft aus mehrerenn Parteien "irgendwie" zu Stande zu bringen.
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Thomas Frings
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Veröffentlicht am Mittwoch, 14. Juni 2017 - 22:36 Uhr:   

Wo ist das Problem? Gut für das Verhältnis von VVD, CDA und D66 ist auf jeden Fall, dass jetzt alle drei in Klaver den Sündenbock sehen. ES war, wie schon gesagt, ein taktischer Fehler von Buma und Rutte, die Koalitionsverhandlungen abzubrechen. Es gab jetzt übrigens keine Koalitionsverhandlungen, sondern nur Gespräche darüber, ob überhaupt wieder verhandelt werden soll. Die Regierungsbildung ist in den NL generell langwierig.

Am wahrscheinlichsten erscheint eine VVD-CDA-D66-Minderheitsregierung.

Übrigens fehlen einige Tausend Stimmen im offiziellen Ergebnis. Aus der Gemeinde Boxmeer flossen nur die Stimmen für VVD, PvdA, PVV und SP ins Ergebnis ein, 7690 Stimmen für die übrigen Parteien fehlen. In Bergeijk fielen 1100 Stimmen für D66 unter den Tisch. Einfluss auf die Sitzverteilung hatte das aber nicht. Die Fehler könnten übrigens selbst dann nicht mehr korrigiert werden, wenn sie mandatsrelevant wären. Die glorreiche Idee des Innenministeriums kurz vor der Wahl, wegen Sicherheitsbedenken auf die bis dahin benutzte Wahlsoftware zu verzichten, hat zu solchen Fehlern sicher beigetragen. Auch sind die Fristen für die Feststellung des Ergebnisses und die Wahlprüfung extrem knapp. Trotzdem dürfen derart offensichtliche Unstimmigkeiten natürlich nicht unentdeckt bleiben. Wenn bei einer fünfstellige Wählerzahl 21 von 25 Listen gar keine Stimme bekommen haben sollen, muss jeder denkende Mensch sehen, dass etwas falsch ist.
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Thomas Frings
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Veröffentlicht am Sonntag, 25. Juni 2017 - 15:53 Uhr:   

Neueste Wendung: D66 will jetzt doch mit der CU verhandeln. Nachdem die von der D66 präferierten Varianten mit GL oder PvdA durch deren Weigerung ausscheiden, scheint D66 eine Koalition mit der CU einer Minderheitsregierung vorzuziehen. Es war ja klar, dass D66 die CU nicht deswegen abgelehnt hat, weil eine Zusammenarbeit unmöglich wäre, sondern weil sie lieber etwas anderes wollte.
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Thomas Frings
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Veröffentlicht am Mittwoch, 04. Oktober 2017 - 19:54 Uhr:   

Angeblich ist das Koalitionsabkommen so gut wie fertig und soll Anfang nächster Woche vorgestellt werden. Ende Oktober soll die neue Regierung stehen, also über sieben Monate nach der Wahl. Ein detaillierter Koalitionsvertrag, für den man lange braucht, hat den Nachteil, dass die Zeit knapp wird, etwas umzusetzen. Die Amtszeit der jetzigen 1. Kammer läuft Anfang Juni 2019 aus. Die neue Koalition hat in der 1. Kammer einen Sitz und in der 2. Kammer zwei Sitze Mehrheit. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mehrheit in der 1. Kammer 2019 verloren geht, ist sehr hoch. Vor allem D66 läuft Risiko, viel zu verlieren als "progressive" Partei in einer Koalition mit "rechten" Parteien. Auch der CDA wird wahrscheinlich fallen, das kleinste Risiko hat die CU. D66 geht das Risiko wohl nur ein, weil die Partei schon 11 Jahre in der Opposition sitzt und alternative Koalitionen fehlen.
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Bernhard Nowak
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Veröffentlicht am Dienstag, 10. Oktober 2017 - 19:33 Uhr:   

Regierung steht - vorerst: http://www.spiegel.de/politik/ausland/niederlande-neue-regierung-ist-ein-buendnis-der-zweifelhaften-rekorde-a-1172291.html
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tg
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Veröffentlicht am Mittwoch, 03. Januar 2018 - 11:43 Uhr:   

Die letzte Umfrage (erstellt am Heiligabend) zeigt ein sehr zersplittertes Bild:
https://www.noties.nl/v/get.php?a=peil.nl&s=weekpoll&f=2017-12-24+jrk.pdf
Hinter der VVD sind 7 Parteien fast gleichauf. Die Bildung einer Mehrheit ginge nur mit mindestens 5 Koalitionsparteien: VVD + 4 weitere Parteien mit je 14 oder 15 Sitzen.
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Thomas Frings
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Veröffentlicht am Sonntag, 18. März 2018 - 15:57 Uhr:   

Am kommenden Mittwoch ist fast im ganzen Land Kommunalwahl. Nicht gewählt wird dort, wo Gebietsreformen zum 1.1.2019 geplant sind oder ab dem 1.1.2016 in Kraft getreten sind. Die größten Gemeinden, in denen nicht gewählt wird, sind Haarlemmermeer (Schiphol liegt dort) und Leeuwarden.

Gleichzeitig findet ein nicht bindendes Referendum über ein Gesetz, nach dem die Überwachungsmöglichkeiten der Nachrichtendienste bei kabelgebundener Kommunikation ausgeweitet werden sollen. Dieses Referendum ist von eher minderer Bedeutung, wichtig dagegen ist, dass dies wahrscheinlich das letzte Referendum dieser Art ist. Die Regierungsparteien haben die Abschaffung im Koalitionsvertrag vereinbart und gehen jetzt mit unüblicher Schnelligkeit zu Werke. Die Abschaffung des Referendums ist von der 2.Kammer schon mit den Stimmen der Regierungsparteien und der SGP beschlossen worden und liegt jetzt in der 1. Kammer, wo diese Parteien 40 der 75 Sitze haben. Das Gesetz zur Abschaffung des Referendums schließt übrigens aus, dass darüber ein Referendum abgehalten wird.

Interessant ist hier vor allem die 180°-Wende von D66. Ein halbes Jahrhundert war das DIE Partei für direkte Demokratie, 1999 gab es sogar eine Regierungskrise, weil Hans Wiegel (VVD) mit seiner Nein-Stimme in der 1. Kammer eine Zweidrittelmehrheit für eine Verfassungsänderung verhinderte, die ein bindendes Referendum eingeführt hätte. D66 blieb dann doch in der Regierung. Jetzt wollen sie nicht einmal mehr ein nicht bindendes Referendum.

Dafür engagieren sie sich mal wieder für die Streichung des vom König (also in der Praxis von der Regierung) ernannten Bürgermeisters aus der Verfassung. Dass dieses obrigkeitsstaatliche Relikt fällt, scheint nicht unwahrscheinlich, es fehlt nur noch die Zustimmung der 1. Kammer mit 2/3-Mehrheit. In der Praxis würde ein wie auch immer gewählter Bürgermeister aber wahrscheinlich nicht soviel ändern, denn der Bürgermeister ist nur Vorsitzender des Magistrats (college van burgemeester en wethouders) mit relativ wenig Rechten, die er allein ausübt. Die wethouder wählt der Rat für die Dauer seiner Wahlperiode. In den Gemeinden gibt es wegen der schierigen Merheitsverhältnisse oft selsame Koalitionen, u. a. im Amsterdam und Utrecht sitzen die VVD und die SP zusammen im Magistrat.

Damit wären wir wieder bei der Kommunalwahl. Von den Regierungsparteien hat mit Ausnahme von D66 bei der letzten Kommunalwahl nicht außergewöhnlich gut abgeschnitten. D66 muss am ehesten Federn lassen, davon wird wahrscheinlich GroenLinks profitieren. Die PvdA hat schon 2014 miserabel abgeschnitten und daher nicht viel zu fürchten.

Als Stimmungstest taugt die Wahl nur bedingt, weil längst nicht alle Parteien überall antreten und außerdem lokale Gruppierungen eine große Rolle spielen, vor allem in kleineren Gemeinden und im Süden. Aber Trends lassen sich durchaus ablesen. Wilders hat seine Strategie geändert. Nachdem die PVV 2010 und 2014 nur in in Den Haag und Almere antrat, nimmt sie diesmal in 30 Gemeinden teil, auf die gut 20 % der Bevölkerung entfallen, u. a. in Rotterdam, Utrecht, Dordrecht, Enschede, Arnheim, Den Bosch, Venlo und Maastricht. Ursprünglich wollte Wilders in 60 Gemeinden antreten, fand aber oft nicht genug geeignete Kandidaten. Das Forum voor Democratie tritt nur im Amsterdam an, da kandidiert die PVV nicht, so dass beide nirgends gegeneinander antreten. Am interessantesten wird Rotterdam. Dort hatte Pim Fortuyn 2002 kurz vor seiner Ermordung mit Leefbaar Rotterdam aus dem Stand 34,7 % geholt. Während die LPF schon fast vergessen ist, hat sich Leefbar Rotterdam bis heute als starke Kraft in Rotterdam behauptet. Gelingt es der PVV, Leefbaar Rotterdam den Rang abzulaufen, ist das ein gutes Zeichen für Wilders, und ein schlechtes, wenn dies misslingt.
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zigzag
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Veröffentlicht am Mittwoch, 21. März 2018 - 18:13 Uhr:   

Kommunalwahlen und ein Referendum am Mittwoch den 21.03.2018

Wikipedia Kommunalwahlen
https://en.wikipedia.org/wiki/Dutch_municipal_elections,_2018
https://nl.wikipedia.org/wiki/Nederlandse_gemeenteraadsverkiezingen_2018

Wikipedia Referendum
https://de.wikipedia.org/wiki/Referendum_in_den_Niederlanden_%C3%BCber_das_Gesetz_%C3%BCber_die_Nachrichten-_und_Sicherheitsdienste_2017
https://en.wikipedia.org/wiki/Dutch_Intelligence_and_Security_Services_Act_referendum,_2018
https://nl.wikipedia.org/wiki/Nederlands_referendum_over_de_Wet_op_de_inlichtingen-_en_veiligheidsdiensten_2017

Wahlkommission
https://nlkiest.nl/
https://www.kiesraad.nl/

News de
https://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/
https://derstandard.at/r3439/Niederlande
http://www.spiegel.de/thema/niederlande/
http://www.tagesschau.de/thema/niederlande/

News en
http://www.dutchnews.nl/
https://nltimes.nl/

News nl
https://nos.nl/
https://www.telegraaf.nl/nieuws/binnenland/
https://www.volkskrant.nl/
https://www.nrc.nl/
https://www.nu.nl/verkiezingen
https://www.rtlnieuws.nl/

Twitter
https://twitter.com/search?q=%23GR18%20OR%20%23GR2018%20OR%20%23Verkiezingen2018%20&src=typd

Forum en
https://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?topic=275731.msg6116616#msg6116616

Frühere Wahlen
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Wahl_in_den_Niederlanden
https://en.wikipedia.org/wiki/Category:Elections_in_the_Netherlands
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Thomas Frings
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Veröffentlicht am Samstag, 24. März 2018 - 12:15 Uhr:   

Erwartungsgemäß hat D66 die Ergebnisse von 2014 nicht halten können. Die Ergebnisse sind aber längerfristig betrachtet noch immer ganz gut und weit davon entfernt, die Koalition destabilisieren zu können. Die anderen Regierungsparteien haben sich gut behauptet, für sie war die Wahl sicher keine Niederlage.

Eine klare Niederlage war die Wahl für die SP und ein Erfolg für GroenLinks. Die PvdA hat vor allem in größeren Städten weiter verloren, aber es kam nicht so schlimm wie letztes Jahr, vereinzelt hat die Partei auch Zuwächse. Lokale Gruppierungen legen insgesamt zu. In Rotterdam haben die Moslemparteien Denk und Nida zusammen 12,5%.

Einzige Überraschung ist die Niederlage von Wilders. Dass das für ihn kein Erfolg wird, war zu ahnen, aber das Ausmaß ist unerwartet. Die PVV hat zwar in allen 30 Gemeinden, in der sie antrat, mindestens einen Sitz geholt, aber die Ergebnisse sind teilweise peinlich, vor allem Rotterdam: 3,5% und einer von 45 Sitzen (letztes Jahr 15,7%). Die PVV hat überall klar weniger geholt als bei der Parlamentswahl letztes Jahr, in der Regel ungefähr die Hälfte vom Ergebnis des letzten Jahres oder noch weniger. In den Gemeinden, in denen die PVV schon 2014 bei der Kommunalwahl antrat, sackte sie deutlich ab, in Den Haag von 14 auf 4,7% und in Almere von 20,5 auf 13,1%. Mit Ausnahme von Nissewaard hat es Wilders auch nicht geschafft, lokale rechte Gruppierungen (sofern vorhanden) platt zu machen. In Den Haag geschah sogar das Gegenteil, während die PVV schwer verlor, stieg die Liste von Richard de Mos von 5,7 auf 16,7%. De Mos war PVV-Abgeordneter in der 2. Kammer, wurde aber 2012 nicht mehr aufgestellt und gründete seinen eigenen Verein. In Zoetermeer bekam die PVV 6,2%, Hilbrand Nawijn (war 2002/03 Minister für die LPF) mit seiner Liste aber 11,9 %. Leefbaar Rotterdam hat immer noch 20,4%.

Ohne lokale Basis bei Kommunalwahlen erfolgreich zu sein, ist offensichtlich schwierig. Der einzig positive Aspekt für Wilders dürfte sein, dass er jetzt besser rekrutieren kann. Leute, die sich bewähren in den Gemeinden, kann er bei der nächsten nationalen Wahl auf die Liste setzen.
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tg
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Veröffentlicht am Mittwoch, 28. März 2018 - 21:18 Uhr:   

Was hat es eigentlich mit dem "Forum voor Demokratie" auf sich? Die letzte Umfrage von peil.nl sieht sie landesweit auf Platz 2:
https://www.noties.nl/v/get.php?a=peil.nl&s=weekpoll&f=2018-03-18+erd.pdf


Zu den Kommunalwahlen hier noch eine interessante Karte mit der jeweils stärksten Partei (AM Anfang von Seite 2):
https://www.noties.nl/v/get.php?a=peil.nl&s=weekpoll&f=De+historische+uitslag+van+21+maart+2018b.pdf
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 30. März 2018 - 11:20 Uhr:   

Andere Parteien haben schon weit größere Umfrage-Höhenflüge hingelegt, die sich dann bei der nächsten Wahl nicht bewahrheiteten. 16 Sitze bedeutet ungefähr 10%. Bei aller Zersplitterung bezweifel ich, dass 10% für Platz 2 reichen wird. FvD steht auch nur bei De Hond so hoch. Da das FvD nur in Amsterdam an der Kommunalwahl teilgenommen hat (5,8% bei Abwesenheit der PVV) war die Wahl nicht erhellend, was die Stärke dieser Partei angeht. Der erste echte Test dürften die Provinzwahlen sein (20.3.2019).

Der Grund für den Höhenflug dürfte schlicht sein, dass ein bedeutender Teil der Wähler Bedarf für eine Partei rechts der VVD sieht, aber nicht unbedingt für Wilders. Das erklärt zum Teil auch die Ergebnisse der Kommunalwahl.

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