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Sole
| | Veröffentlicht am Dienstag, 02. November 2004 - 21:37 Uhr: | |
Magdeburg/MZ/jds. Die CDU ist hinter SPD und PDS derzeit nur noch drittstärkste politische Kraft in Sachsen-Anhalt. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des "Wirtschaftsspiegel Sachsen-Anhalt", die am Dienstag veröffentlicht worden ist. Die Christdemokraten haben dabei im Vergleich zur Frühjahrsumfrage des Wirtschaftsmagazins erneut fast zehn Prozentpunkte eingebüßt. Sie erreichten 23,8 Prozent. Im Vergleich zur Landtagswahl im April 2002 sackte die CDU um mehr als 13 Prozentpunkte ab. Zur stärksten Partei im Lande aufgerückt ist die SPD, die allerdings im Vergleich zu der Frühjahrsumfrage Einbußen von 2,4 Prozentpunkten hinnehmen musste. Anders der Trend bei der PDS, die mit 25,1 Prozent im Vergleich zum Frühjahr um 2,1 Prozentpunkte zulegte. Nach den von dem Magdeburger Marktforschungsinstitut IWD ermittelten Umfragewerten würden auch Bündnis 90/Die Grünen sowie die FDP mit jeweils sieben Prozent der Stimmen den Einzug in den Landtag schaffen. Parteien des rechten Spektrums kämen trotz einer Steigerung auf 3,7 Prozent nach 1,4 Prozent im Frühjahr nicht in das Parlament. Das Umfrageergebnis sei "in hohem Maße" von der Politik auf Bundesebene beeinflusst, sagte gestern Jürgen Scharf, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Die CDU befinde sich auf Bundesebene in einer schwierigen Phase. Bei der FDP, im Lande Koalitionspartner der CDU, ist Guido Kosmehl mit dem Abschneiden seiner Partei zufrieden. Das stabile Ergebnis wertet der stellvertretende Fraktionschef als "Lohn für gute Arbeit". SPD-Sprecher Theo Struhkamp reagiert zurückhaltend, will die Umfrage als "Momentaufnahme" nicht überbewerten. Er zeigt sich aber dennoch erfreut über den Zugewinn für die Sozialdemokraten im Vergleich zur Landtagswahl, die "erstmals seit langer Zeit wieder die stärkste Kraft im Lande sind". PDS-Mann Wulf Gallert ist ebenfalls zufrieden, weil "wir uns auf hohem Niveau stabilisieren". Für die Umfrage sind von dem Magdeburger Institut 754 Privathaushalte befragt worden. Das Institut liefert seit 1999 im Auftrag des Wirtschaftsspiegel regelmäßig Daten zur politischen Landschaft Sachsen-Anhalts. |

monnemer
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 04. November 2004 - 13:44 Uhr: | |
Des isch doch egal, in Sachse-Anhald werd doch erscht 2006 gwählt. So fascht zwee Jaah vorhär sinn doch de Umfrar net sonndalisch aussarekräftisch. |

Sole
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 04. November 2004 - 15:11 Uhr: | |
Das hat uns bisher nicht gehindert, die ohnehin seltenen und oft sehr sprunghaften Landesumfragen aufzulisten. In wie weit das Zahlenmaterial etwas taugt können wir dann besser diskutieren, wenn wir es komplett vorliegen haben. |

dave
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 04. November 2004 - 21:51 Uhr: | |
Interessant wäre mal die Meinungslage zum Vorschlag des Kinderbetreuungsgesetz (der Initiative für ein kinderfreundl. Sachsen-Anhalt, oder so ähnlich) zu erfahren, das Anfang 2005 als erster Volksentscheid in der Geschichte Sachsen-Anhalts bei uns ansteht ... Kennt da jemand Umfragen? |

Sole
| | Veröffentlicht am Freitag, 05. November 2004 - 09:37 Uhr: | |
Leider nein. |

monnemer
| | Veröffentlicht am Freitag, 05. November 2004 - 18:00 Uhr: | |
Isch auch net |

hansa
| | Veröffentlicht am Samstag, 05. Februar 2005 - 11:26 Uhr: | |
Für Sachsen-Anhalt gibt es eine neue Umfrage: Die CDU von Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer liegt mit 37% klar vor den Sozialdemokraten 28% und der PDS 20%, FDP 6%, Grüne 4%. Diese Umfrage fällt etwas aus dem Rahmen für die neuen Bundesländer, weil die CDU mit guten 37% noch weit über den Schnitt der neuen Bundesländer (ca. 30%) liegt. Auch bekommt die PDS nur 20%, bedenkt man doch, dass sie in fast allen anderen Ostländern bei 23-26% steht. Zur Fortsetzung der schwarz/gelben Koalition in Magdeburg gibt es jedoch keine Mehrheit, da die FDP zurzeit schwächelt. Bekam sie doch bei der letzten LW über 13%. Koalitionsmöglichkeiten nach der Wahl 2006 sind auch schon im Spiel: CDU und FDP möchten weiter zusammenarbeiten und der SPD-Spitzenkandidat Bullerjahn kann gut mit CDU-Ministerpräsident Böhmer. |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Samstag, 05. Februar 2005 - 15:08 Uhr: | |
Nach meiner Auffassung sind die guten Werte für die CDU auf die persönliche Beliebtheit von Ministerpräsident Böhmer zurückzuführen. |

Sole
| | Veröffentlicht am Montag, 07. Februar 2005 - 11:38 Uhr: | |
Wer ausgerechnet für Sachsen-Anhalt über ein Jahr vor der Wahl Prognosen macht geht ein ziemliches Risiko ein. Gehen wir mal davon aus, diese Zahlen geben annähernd eine Richtschnur für 2006 (wofür es keinen echten Grund gibt) Im Vergleich zu den letzten drei Wahlen sieht es wie folgt aus: 1994 CDU 34,4%SPD 34%FDP 3,6%Grüne 5,1%PDS 19,9%DVU 12,9% 1998 CDU 22%SPD 35,9%FDP 4,2%Grüne 3,2%PDS 19,6%Schill 4,5% 2002 CDU 37,7%SPD 20%FDP 13,3%Grüne 2,0%PDS 20,4%REP % Umfrage CDU 37 %SPD 28%FDP 6%Grüne 4%PDS 20%Rest 5% Ein paar Feststellungen: - Die FDP konnte ihr Polster aus der "Pro-Test" Wahl 2002 nicht halten. Ein populistischer Wahlkampf ist nun einmal etwas anderes als Regierungsalltag in einem der schwächsten Länder Deutschlands. Trotzdem ist ihr erneuter Einzug wahrscheinlich. - Die Grünen hangeln wie immer irgendwo um 5 %. Ob das derzeitige Trommelfeuer auf die Bundesgrünen da etwas bewirkt kann niemand ausmachen. Drinnen? Draußen? Läßt sich seriös vor der Wahl nicht vorhersagen. Von der Zusammensetzung her ist Sachsen-Anhalt eher schwieriges Gebiet für die Grünen, obwohl sie bis 1998 regierten. - Die CDU ist nach dem Einbruch in der DVU-Periode wieder wohl auf. Sie liegt auf gesamtdeutschem Durchschnitt. - Die SPD konsolidiert sich nach dem Tiefpunkt 2002, steht aber noch wieder so gut da, wie Mitte der 90er. - Die PDS ist da, wo sie immer ist. Zur PDS haben Sachsen-Anhalt-Umfragen seit 2002 schon die komischsten Werte ermittelt - von 9 % bis 25 %. Zur Europawahl - also vor der Hartz IV Welle - erzielte Sachsen-Anhalt das drittbeste PDS-Ergebnis um 23 % und lag so im Ost-Durchschnitt. Die Umfrage geht nicht davon aus, dass eine bedeutende zusätzliche Partei auftritt. Das letzte Mal beerbte die Schill-Partei die DVU. Man kann davon ausgehen, dass der FDP-Wahlkampf damals viele bisherige Nicht- oder Protestwähler aktiviert hat und damit über die Wahlbeteiligung die Schill-Fraktion verhinderte. Es ist unklar, wo NPD/DVU in 2006 steht, welche zusätzliche Gruppierung antritt oder welche neuen Skandale auftauchen. Koalitionen: offen. Die SPD kann mit jedem, sofern es reicht. Wunsch ist wohl Rot-Grün, was aber unwahrscheinlich aussieht. Die CDU wird für eine FDP -Koalition ziemlich zulegen müssen auf Kosten der Opposition. Die ist aber heute schon nicht allzu hoch gewertet. Eine "große Koalition" ist prinzipiell als zweite Wahl für die SPD ebenso denkbar wie eine Koalition mit der PDS. Eine SPD-FDP-Koalition können wir wohl als sehr unwahrscheinlichen Fall annehmen. |

Bernd aus BY
| | Veröffentlicht am Dienstag, 08. Februar 2005 - 10:39 Uhr: | |
@sole Kleine Korrektur: DVU-Sieg war 1998, Schillpartei 2002 |

Sole
| | Veröffentlicht am Dienstag, 08. Februar 2005 - 13:29 Uhr: | |
Richtig. Danke. |

Chris
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 09. Februar 2005 - 23:23 Uhr: | |
Als Sachsen-Anhalter würde ich die Popularität des MP nicht überbewerten. Die Landesregierung zeigt bei einem sehr wesentlichen Themen - Gebiets- und Verwaltungsreform (vor allem Gebietsreform) - keine klare Linie. Kompetenzgerangel, mangelnder Willen zur Umgestaltung und die leichte Abgehobenheit bestimmter Personen, können und werden sich auf die LTW 2006 auswirken ... |

hansa
| | Veröffentlicht am Freitag, 11. Februar 2005 - 15:48 Uhr: | |
Du irrst, Chris: Böhmer ist schon sehr beliebt in Sachsen-Anhalt. Er hat die besten Popularitätswerte im Land und dies seit Anfang seiner Regierungszeit! Ich schätze, dass etwa 10% die CDU nur wegen Böhmer wählen würden; seine ehrliche und direkte, nüchterne Art zieht halt. Und auch die Medien (MZ und Volksstimme) jubeln ihm - zwischen den Zeilen - zu: "Gern gesehener Gast", "er wurde herzlichst empfangen" oder einfach "unser Ministerpräsident" steht dort geschrieben. Die Berichterstattung über Böhmer ist durchweg positiv. Mein Tipp für die Koalition nach der Wahl: CDU/FDP, oder CDU/SPD. Anderes ausgeschlossen, da Bullerjahn zu konservativ geworden ist! |

Sole
| | Veröffentlicht am Freitag, 11. Februar 2005 - 17:45 Uhr: | |
Ich würde da wirklich die Realität abwarten. Und wenn einer aus dem Land sagt, alles halb so wild und der andere eine extreme Position einnimmt, überlege ich mir gut, wem ich da glaube. |

SaaleMAX
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 23. September 2010 - 19:58 Uhr: | |
Neue Wahlumfrage: CDU und LINKE mit je 30 Prozent gleichauf. --CDU büßt nach dieser Umfrage gut 6 Prozent zur LTW 2006 ein. --LINKE gewinnt im Vergleich zur LTW 2006 fast 6% in der Umfrage dazu ----- SPD mit leichten Zugewinnen../...B/90Grüne erstarken!! SPD bei 21% B/90 bei 9% FDP 5% Genaueres unter: http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/7699864.html |

Engel Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 23. September 2010 - 23:09 Uhr: | |
Verwunderlich finde ich wie stark die Sonntagsfrage von zum Beispiel den Kompetenz- und Persönlichkeitswerten abweicht. Nur jeder vierte Sachsen-Anhalter kennt den Spitzenkandidaten der Linken Gallert, aber 30% wollen die Linke wählen? Finde ich zumindestens sehr erstaunlich, eher sogar erschreckend. |

Ratinger Linke Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 24. September 2010 - 02:53 Uhr: | |
Wieso sollte man fernab einer Wahl einen mutmaßlichen Spitzenkandidaten einer mutmaßlich antretenden Partei kennen, wenn man die Frage nach der Wahlentscheidung ohnehin unüberlegt beantworten muss, ohne die Umstände der Wahl zu kennen? Schon bei einer realen Wahl ist den meisten Wählern das konkrete Personal ziemlich egal (jedenfalls machen sie wenig Unterschied zwischen den Kandidaten und den restlichen Exponenten der Partei), und der Spitzenkandidat ist auch sachlich relativ irrelevant, soweit die Partei deutlich mehr als 1 Sitz erwarten kann. Alle (hier etwa 50 plus die potenziell mitgewählten Direktbewerber) Kandidaten einer geschlossenen Liste kennt praktisch niemand außer den Aufstellern der Liste (und selbst das ist noch nicht sicher), und die Kenntnis der Namen bringt auch noch nichts. Bei diesen Werten könnte die Linke auch leicht überhängen und der Spitzenkandidat damit gar nicht gewählt sein. Bei Umfragen, insbesondere außerhalb vom Wahlkampf, spielt das Personal normalerweise eine noch viel kleinere Rolle als bei realen Wahlen. Nicht umsonst versuchen die Institute (zumindest teilweise), das zu kompensieren, indem sie irgendwelche personenbezogenen Werte in die veröffentlichten Zahlen einpreisen (was hier heißen könnte, dass der real gemessene Wert der Linken weitaus höher ist). Erschreckend wäre u.U., wenn viele Leute die Linke rein als Opposition wählen würden, ohne zu wissen, für was sie steht. Aber das lässt sich aus den Zahlen nicht ableiten, und dass Parteien (und erst recht Personen) nicht aus rationalen Gründen gewählt werden, dürfte ohnehin der Normalfall sein (und schon immer gewesen sein). |

zigzag
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 24. September 2010 - 14:45 Uhr: | |
@Engel "Verwunderlich finde ich wie stark die Sonntagsfrage von zum Beispiel den Kompetenz- und Persönlichkeitswerten abweicht. Nur jeder vierte Sachsen-Anhalter kennt den Spitzenkandidaten der Linken Gallert, aber 30% wollen die Linke wählen?" Laut der Internetseite von Infatest dimap (Bild 3) ist Gallert 44% der Befragten bekannt (23% mit seiner Arbeit zufrieden). http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundeslaender/sachsen-anhalt/laendertrend/2010/september/ |

Engel Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 24. September 2010 - 15:27 Uhr: | |
Na das bestätigt bei mir wieder mal den Eindruck, dass der MDR nicht fähig ist, gegebene Fakten fehlerfrei zu übertragen. Hier steht es immer noch so: http://www.mdr.de/mdr-aktuell/7701177-4.html#inhalt-funktion Gut, bei 44% Bekanntheit sind 30% für die Partei schon etwas verständlicher. Und Ratinger Linke, ich halte es ganz allgemein einfach für erschreckend, wenn jemand eine Partei die unter Umständen den MP stellen wird wählt ohne zu wissen wer der Spitzenkandidat ist. |

Silencio Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 24. September 2010 - 19:32 Uhr: | |
@Engel: Naja, hier in Berlin ist die Situation so bei der CDU. Den möglichen Spitzenkandidaten der CDU kennen nur 23 % der Befragten. Zwar ist es relativ unwahrscheinlich, dass die CDU den RB stellen wird, aber immerhin würden ca. 20% die CDU wählen und auch da glaube ich nicht, dass jeder den möglichen Kandidaten überhaupt kennt. |

Ratinger Linke Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 24. September 2010 - 21:47 Uhr: | |
@Engel: Spitzenkandidat und Ministerpräsident haben wenig miteinander zu tun. Von den 16 Ministerpräsidenten (und Vergleichbaren) hat momentan einzig Kraft eine ungebrochene Karriere von der Spitzenkandidatin zur Ministerpräsidentin, und auch in NRW war es durchaus unklar, ob einer der Spitzenkandidaten Ministerpräsident wird, obwohl dort die Verfassung den Kreis der möglichen Kandidaten stark einschränkt. 7 aktuelle Ministerpräsidenten waren niemals in irgendeiner Form Spitzenkandidat bei einer Landtagswahl oder dergleichen. Besonders bemerkenswert ist der Fall in Bayern, wo Seehofer überhaupt nicht zur Wahl gestanden hat (ist im Allgemeinen auch weder nötig noch sinnvoll). Der informelle (in Bayern gibts keine Landeslisten) Spitzenkandidat Beckstein war zuvor Ministerpräsident (ohne zu dieser Zeit jemals Spitzenkandidat gewesen zu sein) und wollte nach erfolgreicher Wahl (wenn auch nicht formal als Spitzenkandidat) nicht mehr Ministerpräsident werden. Nicht viel anders ist die Situation in Thüringen. 5 weitere Ministerpräsidenten sind zumindest zur Zeit ihrer Wahl keine Spitzenkandidaten gewesen. Bei Wowereit kommt noch dazu, dass er erstens formal nicht Spitzenkandidat war, weil die SPD keine Landesliste hat, und zweitens selbst als Spitzenkandidat im Bezirk nicht gewählt worden ist, weil die SPD dort ein Überhangmandat gehabt hat. Tillich ist auch wegen Überhang nicht als Spitzenkandidat gewählt worden, sondern nur als Direktkandidat wie jeder andere. Bleiben noch 3, die wohl tatsächlich zumindest informell Spitzenkandidat waren, wie sie Ministerpräsident geworden sind. Davon ist Böhmer wegen Überhang nie gewählt worden, Carstensen zumindest 2009 nicht (außerdem ist er 2005 zunächst nicht ernsthaft angetreten; sein Bundestagsmandat hat er erst aufgegeben, wie seine Wahl nach dem Scheitern von Simonis gesichert war). Müller könnte man wohl noch gelten lassen, wenngleich ich nicht verifizieren kann, dass er vor 2009 formal Spitzenkandidat war, und er 2005 ein Bundestagsmandat angenommen (und die vorhandene Rückfahrkarte nach dem Scheitern der Regierungsbeteiligung genutzt) hat. Im Übrigen hat die Linke in Sachsen-Anhalt noch gar keinen Spitzenkandidaten; das wird frühestens im November der Fall sein. Bisher ist Gallert lediglich durch den Landesparteitag nominiert. In Sachsen-Anhalt kommt noch dazu, dass selbst formal eingereichte Listen noch bis zum 31. Januar 2011, 18 Uhr geändert oder zurückgezogen werden können. Zumindest Letzteres kann wohl sogar der Landesvorstand (dem Gallert nicht angehört) im Alleingang machen. Zum Bekanntheitswert von Infratest dimap wäre noch zu bemerken, dass bei den 44% auch die ausgeschlossen sind, die ihn zwar kennen, aber keine Beurteilung abgeben können oder wollen. |

Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 24. September 2010 - 22:16 Uhr: | |
Unsere Demokratie ist förderal, aber die Medien sind eher zentral ausgerichtet. Die Bevölkerung kennt daher die Landespolitiker kaum. Was ist daran überraschend oder schlimm? Das heißt aber,das sich der Bundestrend immer mehr durchsetzen wird, denn die Medienlandschaft wird nicht förderaler, eher wird Europa an Gewicht gewinnen als die Berichterstattung über die Länder. |

nowhereman
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 09. März 2011 - 13:57 Uhr: | |
Wie ist das zu bewerten, wenn die NPD bei der Februarumfrage mit 5% gehandelt wird? Man sagt, die Werte für Rechtsaußen sind eher zu nieder gegriffen, da man sich ungern als Wähler dieser Gruppierungen Fremden gegenüber outet, sehr wohl aber am Stammtisch seine Gesinnung zeigt. Dadurch halten viele Menschen es für erfolgsversprechend, zur Wahl zu gehen und "Nazis" zu wählen. Sonst neigen Forschungsinstitute ja lieber den Wert bei einigen Zentel unter der Sperrklausel aufzurunden, somit einem Einzug ins Parlament vorzugeben, der nur unter Berücksichtigung der Fehlerquote auch zutreffen kann, eigentlich aber "falsch" ist. Ist davon auszugehen, dass die NPD reinkommt? |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 09. März 2011 - 18:01 Uhr: | |
"Wie ist das zu bewerten, wenn die NPD bei der Februarumfrage mit 5% gehandelt wird?" Dass man gar keine Ahnung hat, wo die NPD landet. "Man sagt, die Werte für Rechtsaußen sind eher zu nieder gegriffen, da man sich ungern als Wähler dieser Gruppierungen Fremden gegenüber outet, sehr wohl aber am Stammtisch seine Gesinnung zeigt. Dadurch halten viele Menschen es für erfolgsversprechend, zur Wahl zu gehen und "Nazis" zu wählen." Das Potential der NPD ist sicher zweistellig. Die DVU holte schon 1998 12,9%. Aber die NPD-Klientel geht oft gar nicht wählen und Sachsen-Anhalt hat die niedrigste Wahlbeteiligung bundesweit: 44,4% bei der letzten Landtagswahl und auch nur 60,5% bei der Bundestagswahl. |

Björn
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 11. März 2011 - 09:56 Uhr: | |
"Wie ist das zu bewerten, wenn die NPD bei der Februarumfrage mit 5% gehandelt wird? Man sagt, die Werte für Rechtsaußen sind eher zu nieder gegriffen, da man sich ungern als Wähler dieser Gruppierungen Fremden gegenüber outet, sehr wohl aber am Stammtisch seine Gesinnung zeigt." Jörg Schönenborn gab gestern gerade zu der Zahl der NPD einen zusätzlichen Kommentar, dass das Forschungsinstitut davon ausgeht, dass die NPD mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit reinkommt und unterstützt im Prinzip eben die Auffassung, die Sie angegeben haben. |

Marco
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 11. März 2011 - 12:28 Uhr: | |
Dürfte sehr interessant werden, wie viele Parteien es in den Landtag schaffen. Bei der NPD rechne ich auch damit, dass sie es schaffen wird. Bei Grünen und FDP wird es spannend, die liegen bei der FGW beide bei 5 %, bei den Grünen ist auch hier ein klarer Abwärtstrend in den Umfragen erkennbar. |

Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 11. März 2011 - 13:06 Uhr: | |
Zunächst sei die Bemerkung gestattet, das der Herr Schönenborn Journalist und mitunter nicht fachkompetent ist, wie zuvor auch der Herr Deppendorf. Meine Kritik an diesen Umfragen ist die Umfrage an sich. Ich denke, eine Wahlumfrage sollte nur eine Frage enthalten, diese darf nur mit einem dem echten Wahlzettel möglichst ähnlichen Fragebogen und einer dem Urnengang oder der Briefwahl nachempfundenen Wahlsituation durchgeführt werden. Aus Kostengründen aber findet eine solche Umfrage aber nicht statt, daher sind sie durchgehend alle wenig valid, insbesondere bei den radikalen Parteien und bei Protestwählern und Wechselwählern. Daher denke ich, die Zahlen für die NPD sind wenig aussagekräftig. Allerdings auch für FDP und in geringerem Maße auch für B90/ Die Grünen. Ich denke aber, im Gegensatz zu Herrn Schönenborn oder meinen Vorpostern, das es auch zu einer Überschätzung der radikalen Parteien und Kleinparteien bei der Umfrage kommen kann, was ebenfalls schon beobachtet wurde. Eine bessere Aussage kann ich leider nicht machen. Möglich also, dass wir in S-A einen LT mit drei oder auch mit sechs Fraktionen haben werden. Klar scheint aber, das es weder eine Mehrheit für Schwarz-Gelb noch für Rot-Grün, also die klassischen Westkoalitionen geben wird. Es wird nur die CDU/SPD (kann man nicht "große" Koalition nennen, denn die Linke hat durchaus Chancen zumindest zweitstärkste Kraft zu werden!) oder SPD/Linke Koalitionen als Option bleiben. Letztere aber wohl eventuell nur knapp oder gar nicht, wenn der LT sechs Parteien umfassen wird. |

Björn
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 11. März 2011 - 13:44 Uhr: | |
"Zunächst sei die Bemerkung gestattet, das der Herr Schönenborn Journalist und mitunter nicht fachkompetent ist, wie zuvor auch der Herr Deppendorf." Ich habe eigentlich ebenso klar gesagt, wie Schönenborn es auch formulierte, dass er damit die Meinung des Umfrageinstituts wiedergibt und nicht seine eigene Bewertung. |

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 11. März 2011 - 14:43 Uhr: | |
Außerdem kommts auch nicht so sehr auf die Fachkompetenz an, sondern auf das Wissen. Wir haben ja keine Ahnung, ob die NPD real bei 2% oder bei 10% war. Nach den Aussagen kann man zumindest vermuten, dass sie jedenfalls nicht weit unter 5% war. Bei Infratest dimap und FGW kommt noch dazu, dass sie sich wegen ihren Auftraggebern nicht erlauben können, extremere Parteien zu weit hochzuschreiben. Also ist wohl mehr als 5% zu erwarten. Wobei es in diesem Wählerpotenzial sehr stark auf die Mobilisierung ankommt. Die NPD wird aber wahrscheinlich zurecht davon ausgehn, dass sich ein aufwändiger Wahlkampf unter den gegebenen Voraussetzungen amortisieren wird. Andererseits können die Zahlen auch darauf beruhen, dass sie schon am Limit operiert; das lässt sich aus der Ferne schlecht beurteilen. Wahlumfragen müssen notwendigerweise mehrere Fragen umfassen. Mindestens kommt man nicht daran vorbei, zu fragen, ob der Befragte überhaupt zur Wahl gehn will, und für die Gewichtung braucht man zumindest ein paar demografische Basisangaben. Zu großer Aufwand ist kontraproduktiv, weil die Ausfallsrate damit steigt; das gilt aber auch für die üblichen Umfragen, die viel zu lang dauern, als dass man rationalerweise ohne Entgelt daran teilnehmen könnte, wenn man nicht explizit die öffentliche Meinung damit beeinflussen will. |

Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 11. März 2011 - 14:50 Uhr: | |
Lieber Björn, er hat also keine wissenschaftlich fundierte Antwort geben könne, sondern sich nur auf die Meinungen anderer berufen können. Das ist aber genau das Problem, auf das ich hinweisen möchte. ------------------------------------------------------------------- Da ich gründlich bin, habe ich auch die Aussage aus dem Deutschlandtrend genau nachgeprüft. Dort heißt es, "die Wahlforscher von Infratest Dimap sind relativ sicher, das sie sehr gute Chancen hat, in den Landtag einzuziehen" Damit hat er aber keineswegs die Aussage getroffen, das Umfragen die NPD oder andere rechte Parteien generell unterschätzen. Diese Meinung vertraten unsere Vorposter. Wie gesagt, da habe ich andere Erfahrungen. Mich erinnert diese unbelegte Theorie an den angeblichen "Bradley" Effekt, der besagt, dass afroamerikanische Politiker bei Umfragen immer überschätzt werden, der allerdings auch empirisch nie nachgewiesen wurde. Tatsächlich gibt es auch viele afroamerikanische Kandidaten, die deutlich besser als ihre Umfragen abschnitten. Ich denke vielmehr, die billige Umfrageerhebung ist der wahre Grund, warum man bei allen Kleinparteien, die ja sehr von taktischen Wechselwählern oder Protestwählern abhängen können, die Ergebnisse nicht so genau prognostiziert werden können, z.B. auch bei der FDP und z.T. auch bei B'90 /Die Grünen. |

Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 11. März 2011 - 15:19 Uhr: | |
Ratinger Linke: Fachkompetenz ohne Wissen also, oder Wissen ohne Fachkompetenz? Wie soll das sinnvoll sein? Nein, die Auswahl der Befragten muss im Vorfeld unanhängig von der eigentlichen Befragung stattfinden, oder aber es wird kostensparend, aber mit schlechter Qualität gearbeitet, was in der Praxis oft Fall ist. Die Möglichkeit der Nichtteilnahme an den Wahlen muss tatsächlich gegeben werden (besonders in S-A!), aber wird in den derzeitigen Umfragen leider stark vereinfacht vorgenommen, was zur Folge hat, das viele befragt werden, die tatsächlich nicht zur Wahl gehen. Danke, das Du darauf hingewiesen hast. Eine korrekte Prognose würde auch die Vorhersage der Wahlbeteiligung einschließen, und die Anzahl der ungültigen Stimmen. ------------------------------------------------------ Ich denke, das weicht aber von der Frage ab, wie die Wahl ausgehen wird. Wie gesagt, ich tippe auf die beiden Möglichkeiten CDU/SPD und SPD/Linke als einzig rechnerisch und politisch denkbare Ergebnisse (CDU/Linke oder CDU/FDP/Grüne/NPD sind m.E. politisch nicht durchführbar) Wobei SPD/Linke die Mehrheit wahrscheinlich verfehlen würden, wenn alle Kleinparteien den Einzug schaffen. Eine SPD/CDU Regierung (mit SPD MP!) wäre unwahrscheinlich, eine Linke/SPD Koalition politisch nicht durchsetzbar. |

Björn
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 11. März 2011 - 15:30 Uhr: | |
Gut, da haben wir wohl ein wenig aneinander vorbeigeredet. Mich persönlich würde es jedenfalls nicht wundern, wenn die NPD gerade in Sachsen-Anhalt die 5% erreicht. Die NPD bzw. die lokalen rechten Vereinigungen, sind mittlerweile recht gut vernetzt und sind ja mittlerweile auch auf kommunaler Ebene vertreten. Warum soll es im Land nicht so sein? Sie gehen vermehrt in die Hochschulen und verbreiten in Vereinen z. B. im Sportbereich ihre Ideologie. Ein weiterer Pluspunkt dürfte die zu erwartende niedrige Wahlbeteiligung sein. |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 11. März 2011 - 16:44 Uhr: | |
"Ein weiterer Pluspunkt dürfte die zu erwartende niedrige Wahlbeteiligung sein." Niedrige Wahlbeteiligung ist für Rechtsextreme schlecht. Dass die DVU 2006 nur 3% holte, lag auch an der extrem niedrigen Wahlbeteiligung. Umgekehrt war die Wahlbeteiligung sehr hoch, als die DVU 1998 nicht weniger als 12,9% bekam: 71,5%, gegenüber 54,8% 1994 und 56,5% 2002. |

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Samstag, 12. März 2011 - 03:03 Uhr: | |
@Ingo Zachos: Ein Mindestmaß an Fachkompetenz braucht man auch mit Wissen, aber ohne Kenntnis der Daten ist Fachkompetenz nutzlos. Das Wissen Anderer richtig (oder u.U. gezielt falsch) zu vermitteln, gehört allerdings sowieso zur Kernkompetenz von Journalisten. Der Bradley-Effekt (schwarze Politiker werden in den USA in Umfragen stark überschätzt) ist empirisch gut nachgewiesen gewesen, allerdings existiert er seit einiger Zeit nicht mehr. Dass die Umfragen in Deutschland rechte Parteien selbst dann grob unterschätzen, wenn sie sie den Befragten möglichst attraktiv machen, ist auch eine Tatsache, die zumindest für die letzten veröffentlichten Daten der FGW noch stimmt. Im Folgenden Umfragen der FGW vor und nach der Bundestagswahl 2005, ab dem Zeitpunkt, wo nach Erst- und Zweitstimme differenziert und die Auswahl der Parteien erweitert worden ist. Die Fragen dazu sind: "Bei der Bundestagswahl können Sie ja zwei Stimmen vergeben: die Erststimme für einen Kandidaten in Ihrem Wahlkreis und die Zweitstimme für eine Partei. Welchen Kandidaten werden Sie wählen/haben Sie gewählt?" und "Und welche Partei würden Sie dann wählen/haben Sie gewählt?" ("haben Sie gewählt" für Briefwähler). UE = Unentschlossene inkl. Antwortverweigerer (bei der Wahl ungültige Stimmen), NW = Nichtwähler inkl. Antwortverweigerer bei der Wahlbeteiligung, jeweils bezogen auf alle Befragten bzw. Wahlberechtigten.
Erststimme: KW 23 25 27 29 31 32 33 34 35 36 Wahl C?U 48.67 45.74 48.93 46.46 41.85 43.52 46.19 45.55 44.43 42.35 40.85 SPD 29.47 27.19 28.11 28.27 31.26 33.30 30.01 32.37 37.36 39.66 38.41 Grn 7.93 9.07 7.12 8.59 8.50 6.33 6.11 8.61 5.81 5.44 5.38 FDP 3.85 4.12 4.54 4.03 4.99 4.52 6.08 3.75 4.09 3.65 4.68 PDS 5.14 8.68 8.20 10.19 8.71 8.54 7.57 5.92 6.55 6.69 7.98 NPD .51 .90 .40 .56 .77 .67 1.45 1.28 .55 .44 1.82 And 4.43 4.29 2.69 1.89 3.92 3.12 2.59 2.52 1.21 1.76 .88 UE 13.25 17.06 15.97 17.99 18.27 17.54 16.71 25.40 24.22 23.22 1.37 NW 10.39 10.23 9.56 10.14 7.98 6.36 6.15 4.69 3.36 3.12 22.35 Zweitstimme: KW 23 25 27 29 31 32 33 34 35 36 Wahl 38 40 41 C?U 47.14 45.43 47.22 44.28 40.38 41.24 44.04 44.22 42.52 39.81 35.17 40.95 43.32 40.92 SPD 26.60 24.55 25.14 24.47 31.13 30.81 28.28 30.36 34.45 38.04 34.25 35.34 34.09 36.11 Grn 8.67 10.52 9.49 11.00 8.95 9.46 9.22 8.50 6.50 7.29 8.12 8.60 7.18 7.08 FDP 6.96 5.63 6.83 6.43 7.36 7.68 7.71 6.67 6.58 5.99 9.83 7.96 6.11 6.60 PDS 5.03 10.78 8.69 12.42 9.50 8.78 7.99 7.40 8.00 7.35 8.71 5.78 6.72 6.46 NPD .70 .83 .50 .37 .77 .47 .96 1.58 .28 .19 .08 Rep .10 .33 .26 .13 .14 .45 .57 .49 .05 .14 .56 .13 .92 .43 DVU .22 .06 .04 .07 .02 .05 .03 .21 WASG 2.79 .32 .32 .20 .04 .12 .29 .03 .03 .08 Grau .27 .46 .49 .17 .20 .16 .21 .49 .20 .42 Fam .40 .14 .36 .14 .10 .16 .14 .04 .04 .41 PBC .03 .04 .08 .08 .22 .20 .16 .23 .13 .23 TSP .01 .23 MLPD .10 BüSo .19 .41 .05 .08 Frau .30 .02 .03 .06 PSG .30 .18 .39 .03 P.DM .02 ÖDP .22 .30 .18 .14 .43 .03 ChrM .07 .26 .20 And .88 .54 .40 .16 .45 .43 .37 .89 .75 .61 .21 .96 1.26 2.33 UE 7.84 11.04 9.78 12.74 13.70 12.24 12.56 18.64 18.62 17.59 1.22 9.16 8.63 8.64 NW 10.39 10.23 9.56 10.14 7.98 6.36 6.15 4.69 3.36 3.12 22.35 6.61 6.78 7.21
Die letzten 3 Umfragen (bzw. 4 mit der unveröffentlichten der Woche vor der Wahl, die nur für Prognose und Wahlanalyse durchgeführt wird) unterscheiden sich dadurch, dass bei der Wahlbeteiligung statt "weiß nicht" in "wahrscheinlich" und "wahrscheinlich nicht" differenziert wird (wie bei der "politischen Stimmung" der FGW sind auch die wahrscheinlichen Nichtwähler in den Zahlen enthalten, das sind aber sehr wenige (~2%), die auch nicht grob abweichend antworten). Bei der Zweitstimme werden am Schluss Parteien, die nicht an der Wahl teilnehmen, nicht mehr zur Auswahl gestellt (außer DVU und WASG, wobei ich bezweifle, dass Letztere später wirklich noch explizit vorgelesen worden ist), dafür einige andere, nach denen zuvor nicht gefragt worden ist. Nach der Wahl wird wieder auf das Standardprogramm reduziert (nur Zweitstimme und nur größere Parteien plus NPD, Reps und DVU). Dass die NPD bei den letzten Umfragen gar keine Zweitstimmen mehr bekommen hat, könnte u.U. ein Kodierungsfehler sein. Die allermeisten derer, die bei der Erststimme NPD angegeben haben, werden bei der Zweitstimme als Unentschlossene ausgewiesen, in der Kalenderwoche 34 einige bei den Reps (die bei der Zweitstimme den gleichen Code haben wie die NPD bei der Erststimme). Die PSG (einmal kommt die Kombination NPD/PSG vor) wird laut Fragebogen falsch als "Partei für soziale Gerechtigkeit" vorgelesen. Jedenfalls ist klar, dass die rechten Parteien mit den realen Umfrageergebnissen grob unterschätzt werden. Die Frage ist nur, ob das (wie meist unterstellt) an sozialem Druck liegt oder schlicht daran, dass die Wähler dieser Parteien kaum an Umfragen teilnehmen. Die dritte Möglichkeit, nämlich sehr kurzfristige Entscheidung, erklärt nicht, warum die Werte 2-3 Tage nach der Wahl wieder wie zuvor sind. Bei der Europawahl 2004 waren die Umfragen der FGW so (das sind Daten aus den regulären Politbarometern, die seinerzeit nicht veröffentlicht worden sind; zur veröffentlichten Umfrage sind dafür die Rohdaten nicht öffentlich zugänglich):
KW 17 22 Wahl C?U 50.63 50.37 44.51 SPD 25.74 24.14 21.52 Grn 12.70 12.52 11.94 FDP 5.51 5.96 6.07 PDS 2.56 3.63 6.12 NPD .08 .27 .94 Rep .74 .29 1.88 DVU And 2.03 2.82 7.01 UE 19.95 21.18 1.20 NW 8.31 8.65 57.00
Übrigens wollten hier nur vergleichsweise geringe 50 bzw. 60 Prozent "auf jeden Fall" zur Wahl gehn (bei Bundestagswahlen typischerweise 85% aufwärts), immerhin 31 bzw. 24 Prozent nur "wahrscheinlich" und 12 bzw. 8 Prozent "wahrscheinlich nicht" (reale Wahlbeteiligung 43%, was aber teilweise auch daran liegen kann, dass Nichtwähler weniger an Umfragen teilnehmen). 1998 ist die DVU in Sachsen-Anhalt selbst in der 18-Uhr-Prognose noch um 2 Punkte unterschätzt worden, obwohl die Exitpolls unpersönlich (mit Fragebogen, der allein ausgefüllt und in eine Urne geworfen wird) durchgeführt werden. Die unveröffentlichte Umfrage der FGW aus der Woche vor der Wahl hat angeblich immerhin schon 8% (real 13%) ergeben (siehe hier). Übrigens gibts für Sachsen-Anhalt 2006 den kompletten Wahlreport von Infratest dimap bei der Landeszentrale für politische Bildung. |
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