Themen Themen Profil Profil Hilfe/Anleitungen Hilfe Teilnehmerliste Teilnehmerliste [Wahlrecht.de Startseite]
Suche Letzte 1|3|7 Tage Suche Suche Verzeichnis Verzeichnis  

Archiv bis 11. September 2011

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Landtagswahlen in Deutschland » Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern » Archiv bis 11. September 2011 « Zurück Weiter »

Autor Beitrag
 Link zu diesem Beitrag

Wilko Zicht
Moderator
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. September 2011 - 00:12 Uhr:   

Auch wenn Leonhard gewönne, könnten die Grünen immer noch der NPD einen Sitz wegnehmen. Insofern wäre eine parteiübergreifende Kampage "Erststimme FDP, Zweitstimme Grüne" durchaus denkbar. Natürlich würde da aber die SPD nicht mitmachen. Und auch Grüne und Linke hätten sicherlich ihre Probleme damit, einen FDPler ins Parlament zu hieven. Immerhin könnten die anderen Parteien dieses Szenario aber als Druckmittel gegen die SPD einsetzen, falls die sich einer gemeinsamen Zweistimmenkampagne (z. B. Anfangsbuchstaben A-M sollen SPD wählen, N-Z Grüne) verwehrt, weil sie Angst hat, dabei ihr Mandat zu verlieren.
 Link zu diesem Beitrag

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. September 2011 - 00:34 Uhr:   

Grundsätzlich richtig, aber mit Leonhard im Landtag brauchen die Grünen nochmal um die 250 Stimmen mehr, und das ist ohnehin schon eine knappe Sache. Außerdem wird dann auch der letzte Sitz der CDU so knapp, dass sie ihn riskiert, wenn sie zur Wahl der Grünen aufruft.

Die Grünen sollten wenig Probleme mit einem Tausch FDP+Grüne gegen SPD+NPD haben. Für die Linke ist das in der Tat schon weniger eindeutig und bei Wählern der CDU, wo auch noch FDP+Grüne gegen SPD+CDU droht, ist die Präferenz auch nicht klar.
 Link zu diesem Beitrag

Kniepel
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. September 2011 - 08:54 Uhr:   

Rügen scheint ja nicht gerade eine SPD-Hochburg zu sein.
Die 37% in der Besipiellrechnung scheinen mir da ziemlich unrealistisch so daß wohl eher die SPD als die NPD einen Sitz an die Grünen verlieren würde.
 Link zu diesem Beitrag

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. September 2011 - 11:16 Uhr:   

Bei allen hier diskutierten taktischen Manövern darf man nicht vergessen, daß diese den einfachen Parteimitgliedern und den Wählern halbwegs verständlich und einleuchtend sein müssen.

Und da gibt es m. E. nur wenige realistische Optionen.
Die SPD kann eigentlich nur eine Wahlempfehlung für die Grünen abgeben, maximal eine für die FDP mit dem Argument NPD-Verhinderung.
Für die CDU liegt angesichts des eigenen Kandidaten-Ausfalls nur die Unterstützung der FDP nahe, alles andere kriegen die ihrer Basis nicht vermittelt.

Und insgesamt könnte man der NPD keinen größeren Gefallen tun, als wenn sich die "Etablierten" zusammen tun und in einer großen Kampagne und unter Ausnutzung eines Fehlers im Wahlrecht den fünften Sitz zu verhindern.
Für die weitere Politik ist es ziemlich irrelevant, ob vier oder fünf braune Deppen im Landtag sitzen. Aber der Propagandaerfolg für die FDP bei einer solchen Kampagne wäre erheblich.
 Link zu diesem Beitrag

Kniepel
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. September 2011 - 15:26 Uhr:   

"Die SPD kann eigentlich nur eine Wahlempfehlung für die Grünen abgeben"

Aus Sicht der SPD macht das aber keinen Sinn da sie dann vermutlich selber und nicht die NPD ihren Sitz an die Grünen abgeben müßte.
Das einzige was Erfolg im Sinne einer Verhinderung eines NPD-Sitzes haben könnte wäre wenn die Linken-Wähler ihre Zweitstimmen relativ gleichmäßig auf Grüne und SPD aufteilen würden.
Ich wage aber zu bezweifeln daß die Linke das ihren Wählern vermitteln kann.
 Link zu diesem Beitrag

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. September 2011 - 16:39 Uhr:   

@Kniepel:

Wie viel die SPD braucht, hängt ganz wesentlich von der Wahlbeteiligung ab. Wenn man das Ergebnis aus dem sehr ähnlichen Wahlkreis Rügen II hochrechnet, reicht ein Abschlag von 15% (38,0% statt 45,7% Wahlbeteiligung), dass die SPD den Sitz aus eigener Kraft hält (bei 29,7%). Je geringer die Wahlbeteiligung, desto weniger reicht, weil sie dann beim Landesdurchschnitt weniger verliert.

Das unterstellt allerdings, dass die geringere Wahlbeteiligung die Stimmen der NPD ebenso reduziert. Für 100 zusätzliche NPD-Stimmen braucht die SPD aber nur 200 zusätzliche Stimmen aus Mobilisierung oder 130 Leihstimmen, also weit unterproportional (Hare/Niemeyer halt). Aus eigener Kraft wird das für die SPD knapp, aber es würden schon ziemlich wenig zusätzliche Stimmen reichen, solang die Wahlbeteiligung nicht unerwartet hoch ist.

Praktisch wird die SPD noch etwas mehr Leihstimmen brauchen, weil sie an der gleichzeitigen Landratsstichwahl nicht teilnimmt (da gehts um CDU gegen Linke), was (in geringem Umfang) demobilisierend wirken dürfte. Bei der CDU werden die Probleme mit dem eigenen Direktkandidaten auch eher demobilisierend wirken.

Eine geringere Wahlbeteiligung hat allerdings auch zur Folge, dass der Pool der Wähler, die den Grünen ihre Stimme geben könnten, kleiner wird. Die Grünen profitieren zwar auch von einer geringen Wahlbeteiligung, aber die absolute Zahl der nötigen Leihstimmen ändert sich nicht stark. Je nach Wahlbeteiligung sind 1000 bis 1100 Stimmen von Wählern nötig, die normalerweise nicht die Grünen wählen würden. Bei mäßig geringerer Wahlbeteiligung sind das ungefähr 11 Prozentpunkte gegenüber einem originären Anteil der Grünen von 6,9%. Das entspricht z.B. der Hälfte der Wähler der Linken.

Für eine zusätzliche Stimme der NPD brauchen die Grünen auch ziemlich genau 1 Stimme. Absolut wären ohne Korrektur bei der Wahlbeteiligung 645 Stimmen für die NPD zu erwarten. Wenn die NPD die hält, die anderen Stimmen aber um 15% zurückgehn, sind ungefähr 100 zusätzliche Stimmen zu decken. Wenn das offensiv als Stichwahl Grüne gegen NPD deklariert wird, ist aber auch ein wesentlich höherer Anteil der NPD denkbar. Insgesamt geht es ohne Abschlag um ungefähr 11'500 gültige Stimmen.

@Ralf Arnemann:

Dass die FDP für den durchschnittlichen CDU-Wähler eher vermittelbar ist als die SPD oder auch die Grünen, halt ich momentan für fraglich, gerade im Osten. Jedenfalls wird eine Wahlempfehlung zugunsten der SPD für einen ausreichenden Anteil der Wähler (also nur sehr wenige) kein Problem sein.

Potenzielle Probleme seh ich eher bei der Umleitung von den Linken zu den Grünen. Falls die lokalen Linken DDR-nostalgisch aufgestellt sind und bei den Grünen noch die Betonung auf "Bündnis 90" liegt, klappt das nicht. Dazu müsste man die lokalen Verhältnisse kennen.
 Link zu diesem Beitrag

Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2011 - 10:23 Uhr:   

Die CDU hat im Internet eine Stellungnahme veröffentlicht und zur Wahl eines "demokratischen Kandidaten" aufgerufen mit der Erststimme. Die Zweitstimme soll dann an die CDU gehen.
http://www.cdu-ruegen.de/
 Link zu diesem Beitrag

Henry A.
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2011 - 11:38 Uhr:   

Ich habe mal das jetzige Landeswahlergebnis (Zweitstimmen) mit zwei Varianten durchgerechnet:
1. Wahlverhalten im Wahlkreis Rügen I bleibt wie 2006
2. Wahlverhalten in Rügen I nach dem Trend der Wahl von 2011 (prozentual heruntergerechnet)
In beiden Fällen wäre die Sitzverteilung gleich, allerdings mit unterschiedlicher Rundung. An erster Stelle Fallbeispiel 1, an zweiter Fallbeispiel 2:
SPD 27,548 / 27,616
CDU 18,068 / 17,947
LINKE 14,278 / 14,290
GRÜNE 6,440 / 6,510
NPD 4,666 / 4,637

Die Grünen benötigen in diesen beiden Fallbeispielen zwischen 9,3 und 13,9% der Zweitstimmen in Rügen I um noch ein Mandat hinzuzugewinnen, das wiederum der NPD verloren ginge. Das entspricht mindestens der Hälfte der Wähler der Linken, ähnlich wie oben auch schon "Ratinger Linke schreibt. Selbst wenn sämtliche Linken-Wähler im Wahlkreis grün wählten, würde der Partei kein Sitz verloren gehen.

Weil es in den Medien immer noch strittig zu sein scheint, ob Thomas Gens überhaupt je bei der DVU war, hier findet sich ein Beleg mehr:
http://www.youtube.com/watch?v=zvqfwQHGvvg
 Link zu diesem Beitrag

GrRomney
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2011 - 17:55 Uhr:   

Wer hat denn eigentlich Interesse einer möglichen Rot-Grünen Minderheitsregierung einen zusätzlichen Sitz zu bescheren? Auf eine große Koalition hoffende CDU-Wähler doch wohl kaum, ebensowenig Anhänger der umbenannten SED, da diese doch eher eine rot-rote Regierung bevorzugen, die mit 35 Sitzen für Rot-Grün doch unwahrscheinlicher wird als nur mit 34.

Bleibt als Stimmenlieferant für die Grünen noch die SPD, die aber nach dem Rechenbeispiel von wahlrecht.de mindestens 4717 der erwarteten 13500 Wählerstimmen braucht um im Kampf um den strittigen Sitz vor der NPD zu bleiben, was 34.9% für die SPD bedeuten würde- ohnehin schon kaum zu schaffen in einem Wahlkreis in dem sie zuletzt 24.6% errang. Erst recht nicht wenn sie ihre Wähler dazu aufruft die Grünen von 3% in 2006 auf >18% zu wuchten.

Im übrigen bezweifle Ich doch stark, dass Wähler sich befehlen lassen eine andere Partei zu wählen als es ihrer Überzeugung entspricht, zumal die Grünen in weiten Teilen der Bevölkerung kaum weniger verhasst sind als die NPD und von nicht wenigen als ähnlich extremistisch angesehen werden.

Und was ist eigentlich undemokratischer? Die NPD oder ein "Wahlpakt" der die Wirren des deutschen Wahlrechts in einer Weise zu mißbrauchen will, dass Wähler dazu aufgerufen werden absichtlich falsch zu wählen, um durch mathematische Kniffe demokratisch gewählten Abgeordneten ihre Sitze abzuluchsen?
 Link zu diesem Beitrag

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2011 - 19:28 Uhr:   

Von "falsch wählen" kann keine Rede sein. Richtig wählt man dann, wenn man die taktischen Gegebenheiten des Wahlsystems beachtet, und nicht, wenn man blind nach Gesinnung ungeachtet der Auswirkung wählt. Ein Wahlsystem, das unnötig taktische Zwänge schafft, ist zwar schlecht, und wenn Parteien, die selber dafür verantwortlich sind, das propagieren, hat es auch einen schalen Beigeschmack, aber ignorieren kann man es deshalb nicht.
 Link zu diesem Beitrag

Werner Fischer
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2011 - 20:32 Uhr:   

Was in Dresden bei der Bundestagswahl schon schlecht war, wird auf Rügen nicht besser werden. Eine Nachwahl in einem einzelnen Wahlkreis ist doch vermeidbar. Man kann im Wahlrecht doch einfach einen Ersatzbewerber vorsehen, wie das bei der EU-Wahl ja auch möglich (und dort eigentlich überflüssig) ist.

Unseren Politikern fehlt einfach der gesunde Menschenverstand und ein Gefühl für Gerechtigkeit (gut zu sehen an der Wahlrechtsdebatte zum BWG). Kreativität ist nur ihre Stärke, wenn es darum geht, sich selbst einen Vorteil zu verschaffen und die Konkurrenz zu behindern.

Kein Wunder, wenn die PIRATEN (in Berlin über 5%) und ähnliche Gruppierungen Zuspruch finden. Die Wähler suchen verzweifelt nach wählbaren Alternativen. Also bitte geeignete Kandidaten suchen und solche Alternativen schaffen - jeder kann kandidieren - auch ohne Partei! Wer dazu Unterstützung sucht, kann sich gern an mich wenden.
 Link zu diesem Beitrag

Arno Nymus
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2011 - 20:40 Uhr:   

@GrRomney: Realistisch gesehen muss nur eine Koalition eine Angst vor einer nur knappen rot-grünen Minderheit haben und zwar CDU-LINKE-NPD. Denn nur diese wäre es, die dann mit einer knappen Mehrheit regieren müsste.
Nun ist aber wohl jedem klar, dass eine CDU-LINKE-NPD-Koalition absolut unrealistisch ist.
Realistisch sind nur SPD-CDU und SPD-LINKE; welche beide komfortable Mehrheiten von 46 bzw. 42 Sitzen aufweisen - vollkommen unabhängig davon, wie sich die Oppositions-Sitze zwischen Grünen und NPD verteilen.

Auch ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Koalition aus SPD-CDU oder SPD-LINKE mitten in der Legislaturperiode aufgekündigt wird, nur, weil man eine Chance für eine knappe Minderheitenregierung sieht.

Die einzige Frage, die sich hier also stellt: Möchte man den letzten Sitz bei den Grünen oder bei der NPD sehen? Dass die Grünen bei weiten Teilen der Bevölkerung ebenso verhasst sei wie die NPD bezweifel ich sehr stark - gerade die Entwicklung in den letzten Jahren zeigen eine starke Annäherung der Grünen an die CDU-Klientel, während die Grünen bei den linken Wählern sowieso recht beliebt ist. Der verwirrte Teil der Bevölkerung, der die Grünen für ähnlich verabscheuungswürdig hält wie die NPD, ist sehr gering.

Im Weiteren stimme ich Ratinger Linke zu: Ein Wahlrecht ohne taktische Wahlmöglichkeiten ist erstrebenswert. Solange das gültige Wahlrecht das aber nicht hergibt, gilt weiterhin: Wer blind zur Wahl geht, ist selber schuld, dass seine Stimme nicht das beste Ergebnis liefert.
Ich gehe aber sehr stark davon aus, dass die Parteien sich in diesem Fall leider nicht auf ein sinnvolles Vorgehen einigen werden können und als Folge dessen ein 5. NPDler in den Landtag einziehen wird.

(Beitrag nachträglich am 09., September. 2011 von Arno Nymus editiert)
 Link zu diesem Beitrag

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 10. September 2011 - 14:00 Uhr:   

@Arno Nymus
"Die einzige Frage, die sich hier also stellt: Möchte man den letzten Sitz bei den Grünen oder bei der NPD sehen?"
Irrtum oder Lüge. Die SPD kann auch noch einen Sitz verlieren und das ist sogar wesentlich wahrscheinlicher als ein Sitzverlust der NPD.

"Dass die Grünen bei weiten Teilen der Bevölkerung ebenso verhasst sei wie die NPD bezweifel ich sehr stark"
Das ist sicher keine unerhebliche Gruppe. Und wenn in Rügen I "nur" 10% NPD wählen, ist ein weiterer Sitz für die Grünen praktisch nicht zu holen.

Den Grünen geht es doch nur um einen zusätzlichen Sitz für sie selbst. Die NPD ist ihnen egal, wie dieser Aufruf zeigt:
http://www.gruene-stralsund.de/Detail.2350+M54bc5499dda.0.html

Hier erwecken die Grünen den natürlich falschen Eindruck, SPD-Anhänger könnten ohne Schaden für die SPD grün wählen (ohne das allerdings direkt zu behaupten – offen zu lügen trauen sie sich dann doch nicht). Stimmen von SPD-Anhängern steigern natürlich die Chancen der Grünen, steigern aber auch die Chancen der NPD.

"Der verwirrte Teil der Bevölkerung, der die Grünen für ähnlich verabscheuungswürdig hält wie die NPD, ist sehr gering."
Ob nun der Teil der Bevölkerung im Mittel verwirrter ist, der beide ähnlich verabscheut, oder derjenige, der nur eine dieser Parteien verabscheut, diskutieren wir hier besser nicht aus.
 Link zu diesem Beitrag

Henry A.
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 10. September 2011 - 13:24 Uhr:   

In den letzten Jahren gibt es häufig mehr als ein Dutzend Listen bei Wahlen in Bund und Land. Da ist es eigentlich ein Wunder, daß es nicht noch mehr Nachwahlen gab. Die Politiker haben hier als Gesetzgeber versagt und eine Gesetzeslücke gelassen, die einfach zu beseitigen gewesen wäre. Es gäbe zwei einfache Lösungen: Entweder wie in Frankreich bei den Wahlen zur Nationalversammlung mit einem Nachrücker für jeden Kandidaten, oder es wird eben aus der Liste nachgerückt.

Nachwahlen bei einem Verhältniswahlsystem bevorzugen die Wähler eines einzelnen Wahlkreises:
1. Wäre eine Partei knapp an der 5%-Klausel gescheitert, hätten sie darüber entscheiden können (z.B. nachträglicher Einzug von "Bürger in Wut" in Bremen 2008)
2. Das gleiche gilt bei der Klausel der Parteienfinanzierung.
3. Wenn eine Partei oder Koalition knapp verliert, wäre die Wahl in diesem Nachwahlkreis eine Entscheidungsschlacht über eine Regierung.
4. Entscheidung über Überhangmandate (z.B. Dresdener Nachwahl 2005)
Für Mecklenburg-Vorpommern speziell treffen folgende Aspekte der Bevorzugung der Wähler des Nachwahlkreises zu:
5. Wähler erfolgloser Parteien (<5%) können sich anderen zuwenden.
6. Mathematisches Taktieren um letzte Mandate wird leichter. Das wäre aber bei jedem proportionalen Berechnungsverfahren möglich. Je nach Rundung kann diesmal über einen Sitz mehr oder weniger für bis zu 3-4 der 5 Landtagsparteien entscheiden werden; wahrscheinlich erreichen nur die Linken kein Mandat mehr oder weniger.
7. Direktmandate können durch Absprachen anders vergeben werden, als dies sonst der Fall ist (Direktmandat FDP statt CDU - und Einzug einer Partei, die es sonst gar nicht geschafft hätte).

Undemokratisch ist das alles nicht, aber eine Aufwertung von Stimmen in einem einzelnen Wahlkreis. Umso wichtiger ist es, daß es transparent gemacht wird - nicht nur hier. Und natürlich gehört ein Gesetz geschaffen, daß solche Nachwahlen künftig verhindert.
 Link zu diesem Beitrag

Rügener
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 11. September 2011 - 13:01 Uhr:   

@Alle

Ich möchte den letzten Sitz weder bei den Grünen noch der NPD sehen, sondern bei der CDU. Wie muss ich wählen?
 Link zu diesem Beitrag

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 11. September 2011 - 14:09 Uhr:   

"Ich möchte den letzten Sitz weder bei den Grünen noch der NPD sehen, sondern bei der CDU. Wie muss ich wählen?"
Dann sollte man natürlich mit der Zweitstimme CDU wählen. Realistischerweise wird die CDU aber keinen zusätzlichen Sitz bekommen können. Unter sehr unwahrscheinlichen Umständen könnte die CDU noch einen Sitz verlieren (wenn der FDP-Kandidat gewinnt und gleichzeitig die CDU bei den Zweitstimmen schlecht abschneidet).

Wenn man die Chancen von Grünen und NPD verschlechtern will, sollte man mit der Zweitstimme SPD wählen, vorausgesetzt, man findet die weniger unsympathisch als NPD und Grüne.
 Link zu diesem Beitrag

Rügener
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 11. September 2011 - 14:21 Uhr:   

@Thomas Frings

SPD zu wählen, kann ich mit meinem christlichen Grundversändnis ebensowenig in Einklang bringen, wie NPD oder Linke. Ich möchte mit meiner Stimme dazu beitragen, dass die CDU einen Sitz mehr erhält. Zudem möchte ich verhindern, dass sie mit der SPD koaliert und SPD und Linke in die Opposition schicken.
 Link zu diesem Beitrag

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 11. September 2011 - 15:27 Uhr:   

"Ich möchte mit meiner Stimme dazu beitragen, dass die CDU einen Sitz mehr erhält."
Wie schon gesagt: völlig unrealistisch.

"Zudem möchte ich verhindern, dass sie mit der SPD koaliert und SPD und Linke in die Opposition schicken."
Ich bin der Letzte, der Sie davon abbringen wollte. Aber die Linksparteien haben gut zwei Drittel der Sitze im Landtag und das wird die Nachwahl nicht ändern. Das muss man zur Kenntnis nehmen.
 Link zu diesem Beitrag

Mitleser
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 11. September 2011 - 15:14 Uhr:   

Ich möchte mit meiner Stimme dazu beitragen, dass die CDU einen Sitz mehr erhält. Zudem möchte ich verhindern, dass sie mit der SPD koaliert und SPD und Linke in die Opposition schicken.

Das Wahlergebnis vom letzten Sonntag der übrigen 35 Wahlkreisen ist aber bekannt, oder?
 Link zu diesem Beitrag

Rügener
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 11. September 2011 - 15:50 Uhr:   

@Mitleser

Ja klar, aber es ist ein Ding der Unmöglichkeit, daß die Wähler in 34 Wahlkreisen ohne Vorwissen eines Wahlergebnisses wählen konnten und den konservativen Wählern in diesem Wahlkreis durch das Vorwissen jegliche Motivation genommen wird. Ich halte das für eine Verhohnepipelung, dass wir nicht vor zwei Wochen wählen konnten.

Admin Admin Logout Logout   Vorige Seite Vorige Seite Nächste Seite Nächste Seite