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Archiv bis 18. September 2009

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Bundestagswahl 2009 » Überhangmandate bei der Bundestagswahl 2009 » Archiv bis 18. September 2009 « Zurück Weiter »

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neoliberaler
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 17:13 Uhr:   

Herr Matthes, würden sie mal kurz erklären wie sie rechnen, d.h. welche Annahmen sie treffen.

Zu der Verteilung nach Bundesländern. Es spricht einiges dafür dass die CDU im Norden dazugewinnt und im Süden eher verliert. Die SPD war in Niedersachsen ja sehr stark. Desweiteren sprechen auch die Umfragen aus Schleswig-Holstein
und BAyern dafür, dass es zu einer Verschiebung der Verteilung der CDU-Stimmen Richtung Norden gibt.

Sollte die CDU der SPD noch weitere 3% in Niedersachsen abnehmen (CDU35%; SPD 29%) dann purzeln evtl. auch hier die Überhangmandate
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neoliberaler
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 17:17 Uhr:   

zu Bayern:

Sollte die CSU hier nur auf 45% kommen wird sie immernoch alle Wahlkreise gewinnen, und damit auch 3 Überhangmandate erringen.
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Kay Karpinsky
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 17:26 Uhr:   

"2005 Verlor die SPD fast überall, nur in Bayern konnte sie leicht zulegen. Ich glaube eher nicht dass die SPD in Bayern stärker verliert als Bundesweit."

Das war ja der Wegfall des Stoiber-Effektes von 2002. Der hat ja sogar die Grünen getroffen, die 2005 auch nur in Bayern und im Osten (Nachzüglereffekt) zulegen konnten.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 17:32 Uhr:   

@ Neoliberaler
"Es spricht einiges dafür dass die CDU im Norden dazugewinnt ..."

Also für Hamburg wird dies eher nicht gelten. Dort bläst der CDU der Wind wegen der grün-dominierten Schulreform erheblich ins Gesicht. Äußerungen wie die des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Kay Voet van Vormizeele, die Gegner der Reform seien doch nur ein paar reiche Blankeneser, kommen gerade bei der CDU-Klientel nicht wirklich gut an. Nun ist Hamburg ein eher kleines Bundesland, aber die Hamburger Politik strahlt mit ihren Auswirkungen immer auch in den Speckgürtel im schleswig-holsteinischen und niedersächsischen Umland aus.
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Wahlticker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 17:37 Uhr:   

"Das war ja der Wegfall des Stoiber-Effektes von 2002. Der hat ja sogar die Grünen getroffen, die 2005 auch nur in Bayern und im Osten (Nachzüglereffekt) zulegen konnten."

Richtig. Stellt sich jedoch die Frage ob Stoiber SPD-Wähler gewinnen konnte, oder Schröder CSU-Wähler. Und ich vermute da eher ersteres. Daher erschließt es sich mir nicht warum gerade in Bayern die SPD überproportional verlieren sollte. Sie wird verlieren, aber mein Gefühl sagt mir dass es weniger sein wird als Bundesweit. Lassen wir uns überraschen :-)
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neoliberaler
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 17:40 Uhr:   

Norddeutscher:

Was meinen Sie wie das Hamburger Ergebnis aussehen wird ?
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Kevin Matthes
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 17:44 Uhr:   

@neoliberaler

"Du" oder Kevin wäre mir lieber ;-)

Ich habe die Zahl der Wahlberechtigten für jedes Bundesland aus dieser Übersicht genommen:

http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/

Dann habe ich geschaut wie das Verhältnis von gültigen Zweitstimmen zu Wahlberechtigten im Jahr 2005 war. Damit dann die Zahl der gültigen Stimmen bei der kommenden Bundestagswahl ermittelt :-) Ich habe das Ergebnis der Parteien aus dem Jahr 2005 in den Bundesländern tendenziell so verändert: CDU bleibt gleich, SPD -10, FDP +3,5, Grüne +3,5, Linke +2, die Sonstigen +1. Teilweise habe ich da auch mein Gefühl mit einfließen lassen. Ich werde die einzelnen Werte der Parteien in den Bundesländern auf jedenfall noch häufiger anpassen. Nach den nach Ost und West getrennten Umfragen scheint die CDU im Osten z.B. stärker zu werden. Das möchte ich auf jedenfall noch besser berücksichtigen. Nach der Eingabe der prozentualen Stimmenanteile habe ich die Anzahl der Zweitstimmen erhalten. Diese habe ich dann aufsummiert und daraus dann die Sitzverteilung im Bundestag ermittelt (Oberverteilung). Dann habe ich für jede Partei die Unterverteilung auf die einzelnen Bundesländer durchgeführt. Die ihr danach zustehenden Sitze im Bundestag habe ich mit der Wahlkreisprognose von election.de verglichen und so die Zahl der Überhangmandate abgeschätzt.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 17:51 Uhr:   

Grober Tip:

SPD 32-34, CDU 24-26, GAL 15-17, FDP 14-16, Linke 7-9, Übrige 2-4.

Der GAL wird schwarz-grün nicht wirklich viel schaden, weil sie sich bei den derzeit kommunizierten Themen durchgesetzt hat (Schule, Stadtbahn, Stadtwerke). Während Stadtbahn und Stadtwerke für die CDU eher neutral ist, ist Schule ein erheblicher Aufreger in CDU-Kreisen. Die FDP wird erheblich davon profitieren. Das sind keine Zuwächse aus eigener Kraft, da die FDP in Hamburg bekanntlich eher schwach ist und auch keine tollen Kandidaten aufgestellt hat. Der SPD-Negativtrend wird auf Hamburg nicht so extrem durchschlagen wie bundesweit, da auch die SPD deutliche Kritik an der Schulreform übt. Die Linke wird hier eher unterdurchschnittlich zugewinnen, weil sie im Moment in Hamburg kein Thema hat.

Der ganze Wahlkampf kommt mir hier eher bizarr vor. Nachdem ich oft das Gefühl hatte, daß Bundesthemen Bürgerschaftswahlen überlagern, habe ich erstmals das Gefühl, daß ein reines Landesthema (Schulreform) jegliche Bundesthemen in den Hintergrund drängt. Und dazu hat die Schulsenatorin Goetsch (GAL) auch noch beigetragen, indem sie die Stellungnahmefrist für die sieben Bezirksversammlungen (Kommunalvertretungen) zu den Schulstandortbeschlüssen auf den 25. September gelegt hat. In den nächsten 10 Tagen werden also alle sieben Bezirke nacheinander damit in der Lokalpresse (Abendblatt, Morgenpost, Hamburg-Ausgaben von Welt und taz, außerdem örtliche Käseblätter) erscheinen und das Thema nochmal mehr ins Bewußtsein der Wähler bringen.
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Kevin Matthes
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 17:57 Uhr:   

@neoliberaler

In Niedersachsen sehe ich keine Chance auf Überhangmandate der CDU. Bei 35% müssten ihr ca. 22 Sitze zustehen. Dann dürfte die SPD von den 30 Wahlkreisen keine 8 mehr gewinnen. Das halte ich für ausgeschlossen. Die bei election.de rot eingefärbten Wahlkreise haben meist einen Erststimmenvorsprung von 15% und mehr. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die rot bleiben.

In Hamburg ist die Sache in der Tat ziemlich schwierig. Sowohl CDU als auch SPD können 3 oder 4 Sitze gewinnen. Wobei ich bei der CDU eher 3 und bei der SPD eher 4 sehe. Die CDU kann meiner Meinung nach in Hamburg unmöglich ein Überhangmandat bekommen. Zwei Wahkreise gehen ganz sicher an die SPD (Mitte und Harburg). Wenn die CDU wirklich 4 Wahlkreise gewinnen sollte, also auch Wandsbek, dann wird sie auch bei den Zweitstimmen so stark sein, dass ihr eh 4 Sitze zustehen würden. Für mich ist die Frage nur ob die SPD 4 oder 5 Wahlkreise gewinnt. Bei 5 Wahlkreisen ist ein Überhangmandat sicher. Bei 4 Wahlkreisen und einem sehr schlechtem Zweitstimmenergebnis, bei dem ihr nur 3 Sitze zustehen würden, würde sie auch eins bekommen. Wenn sie 5 Wahlkreise gewinnt ist vermutlich auch ihr Zweitstimmenergebnis gut genug um 4 Sitze zu erhalten. Es kommt meiner Meinung nach auf Hamburg-Eimsbüttel an.
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neoliberaler
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 18:02 Uhr:   

Hallo Kevin,

Deine Berechnung der Zweitstimmen habe ich im Prinzip genauso gemacht.
Ich halte von der Wahlkreisprognose von election.de (wie von dieser gesamten Seite plus ihres ehemalig oberpeinlichen Forums sehr wenig).
Insofern habe ich mal selber versucht das Erstimmenergebnis zu modelieren. Election.de zieht m.E. nur die Veränderung der Zweitstimmen vom jeweils letztem ergebnis in den Wahlkreisen ab.
Annahmen:
CDU und SPD Wähler (d.h. bzgl. der Zweitstimme) wählen auch CDU und SPD mit der Erststimme.
FDP und Grünen Wähler, wählen zu einen bestimmten Anteil den CDU bzw. SPD-Kandidaten, dieser bleibt im Verlgeich zur letzten Wahl gleich.

Fraglich ist natürlich, ob FDP und Grünen-Wähler ihr Splittingverhalten beibehalten. Dies könnte eher zu Lasten der SPD ausgehen.
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neoliberaler
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 18:06 Uhr:   

Interessant wäre es zu erfahren, ob es irgendwelche Umfragen zu Erst- und Zweitstimmenergebnis gibt. Allensbach fragt m.W. nach beidem.

Wenn hier jemand Infos hätte.
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Kevin Matthes
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 18:38 Uhr:   

@Norddeutscher

"Grober Tip:

SPD 32-34, CDU 24-26, GAL 15-17, FDP 14-16, Linke 7-9, Übrige 2-4."


Ich muss gleich vorweg sagen, dass ich von den Hamburger Begebenheiten praktisch nichts verstehe. Die letzte Umfrage zur Wahlabsicht der Hamburger bei der Bundestagswahl stammt vom Februar diesen Jahres. Dort erhielten:

CDU: 33%
SPD: 33%
Grüne: 11%
FDP: 12%
Linke: 9%
Sonstige: 2%

Zur gleichen Zeit ergaben die Umfragen auf Bundesebene folgendes Bild:

CDU: 33%
SPD: 26%
Grüne: 11%
FDP: 16%
Linke: 11%
Sonstige: 3%

Heute steht die CDU bundesweit besser und die SPD schlechter da. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Trend in Hamburg in den letzten 7 Monaten dermaßen vom Bundestrend abweichen soll. Ausgehend von diesen Umfragen müsste die CDU in Hamburg eigentlich ein besseres Ergebnis erzielen als die SPD. Was mir aber selbst auch wieder sehr merkwürdig erscheinen würde.

Ich würde mal folgendes tippen:

CDU: 28-32%
SPD: 28-32%
Grüne: 14-16%
FDP: 10-12%
Linke: 7-9%
Sonstige: 3-5%

Wobei ich mir schon vorstellen kann, dass es innerhalb der Lager zu größeren Abweichungen kommen könnte.
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Mitleser
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 23:08 Uhr:   

@Ratinger Linke
Daten auf Wahlkreisebene sind eine andere Frage, aber selbst da ließen sich oft Aussagen machen, wenn man sie typisiert und mehrere zusammenfasst.

Gerade in den Wahlkreisen, wo einzelne Personen zur Wahl stehen, würde eine Typisierung nicht die notwendige Sicherheit für eine aussagekräftige Überhangmandatszahl-Prognose bieten, um eine solche ging es hier.


@Kevin Matthes
Ich denke, dass die Institute schon grob einschätzen können ob die CDU in BW eher zulegen wird oder eher schlechter als beim letzten mal abschneiden wird. Um die Zahl der Überhangmandate besser abschätzen zu können, sind solche Informationen ganz entscheidend.

Richtig, aber um diese Informationen ging es nicht allein.

Ich denke es ist einfacher vorherzusagen wieviele Direktmandate die CDU z.B. in BW bekommt als vorherzusagen wieviele Zweitstimmen sie dort bekommt und wie sieht es mit der Wahlbeteiligung aus?

Das kommt auf die Genauigkeit an, mit der man die Zweitstimmenvorhersage erwartet. In den kleineren Ländern, wo ein paar Prozentpunkte Zweitstimmendifferenz noch keinen Sitz, aber ein paar Tausend Stimmen den Sieg um das Direktmandat bedeuten, ist die Vorhersage in den knappen Wahlkreisen viel schwieriger.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 14. September 2009 - 00:12 Uhr:   

Naja, es ist eigentlich gerade nicht um eine wirkliche Prognose gegangen, sondern um eine grobe Einschätzung. Eine wirklich realistische, rein auf Wählerbefragungen basierte Prognose müsste sowieso auch die Erststimmen abfragen und den Wahlkampf abwarten, nachdem die Personenwahl noch viel stärker dadurch beeinflusst wird als die Parteipräferenz. Dann kann man aber gleich das Wahlergebnis abwarten.
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Kevin Matthes
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 16. September 2009 - 22:43 Uhr:   

Es gibt eine neue Umfrage zur Bundestagswahl und zwar für das Land Baden-Württemberg:

CDU: 34%
SPD: 22%
FDP: 18%
Grüne: 15%
Linke: 7%
Sonstige: 4%

Mit den 34% für die CDU würden ihr nur noch 27 Sitze zustehen. Da sie aber sehr wahrscheinlich 36 der 38 Wahlkreise direkt gewinnen wird, wären das 9 Überhangmandate, und das nur in Baden-Württemberg.

Die CDU kann den Umfragen zu folge im Osten ca. 4 bis 5 Prozentpunkte zulegen. Also muss sie im Westen verlieren. Da es nach einigen aktuellen und einigen älteren Umfragen aber so aussieht, dass sie auch im Norden tendenziell eher leicht zulegen wird, muss sie dafür im Süden anscheinend ordentlich Federn lassen. Die neue Umfrage aus BW wäre ein Beleg dafür. Ein Politiker der Süd-West CDU hat heute der FDP unterstellt, dass sie sofort eine Ampel machen würde, wenn es nicht für Schwarz-Gelb reichen sollte. Komisch, dass der sich gerade heute zu Wort meldet *g*. Ich würde mal vermutetn, dass die CSU in Bayern Hinweise hat, dass sie ähnliche Probleme wie die Süd-West CDU bekommt. Deshalb vermutlich die Attacken von Seehofer gegen die FDP.
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mma
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 17. September 2009 - 17:55 Uhr:   

("Für 2009 sehe ich aber eher wenig Grundlagen für irgendwelche gravierenden Abweichungen vom Bundestrend.")

Hinzukommen dürfte auch noch, dass gerade die beiden bundesweiten Volksparteien, bei denen solche länderspezifischen Kandidateneffekte relevant sind, dieses Mal beide schon regieren.

Die Vorstellung, ein Regierungswechsel würde den Norden, Süden oder Osten oder ein einzelnes Bundesland besser in der Regierung repräsentieren, hat dann doch weniger Wahrscheinlichkeit, als wenn eine Volkspartei in der Opposition solche Hoffnungen nähren kann, oder?
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mma
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 17. September 2009 - 18:03 Uhr:   

Mal eine generelle Frage zu den Überhang-Spekulationen.

Steigt mit der Wahrscheinlichkeit von Überhangmandaten gleichermaßen die Wahrscheinlichkeit, dass diese im Laufe der Wahlperiode durch vorzeitiges Ausscheiden von Wahlkreisvertretern verfallen?

Ist eventuell bei Überhangmandaten für Landesverbände, die mit diesem schwerverständlichen Phänomen bislang nicht umgehen mussten, sogar eine erhöhte Wahrscheinlichkeit des Mandatsverfalls gegeben,
indem Personen, die sich der Problematik des Nachrückverbots nicht bewusst sind, haben nominieren lassen und gleichwohl anderweitige Karriere schon angebahnt haben?
Das könnte doch für die Frage einer Koalitionsmehrheit durch Überhang längerfristig interessant werden ...
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 17. September 2009 - 19:58 Uhr:   

Ob es 3 oder 12 Überhangmandate in Baden-Württemberg gibt, dürfte wohl in der Praxis keinen Unterschied machen, aber je mehr Landeslisten betroffen sind, desto höher wird natürlich das Risiko.

Wenn die Union ihre Wunschmehrheit bekommt, wird das Risiko sofort ausscheidender Zählkandidaten (wie 2005 Stoiber, Beckstein, Schröder, Müller) relativ gering sein. Außerdem sind solche Kandidaten meistens eh nur auf der Liste, wären also im Fall von Überhangmandaten sowieso nicht gewählt. Das Europaparlament fällt zudem in dieser Legislaturperiode als Risiko weitgehend aus, und verlockende neue Posten in den Ländern sind für die Union bei einer rechten Bundesregierung auch nicht so wahnsinnig wahrscheinlich (zumal das meiste, was da zur Disposition steht, eh schon bei der Union ist).

Einige Ausfälle muss man aber sicher einplanen.
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Matthias Cantow
Moderator
Veröffentlicht am Donnerstag, 17. September 2009 - 20:15 Uhr:   

@mma
Steigt mit der Wahrscheinlichkeit von Überhangmandaten gleichermaßen die Wahrscheinlichkeit, dass diese im Laufe der Wahlperiode durch vorzeitiges Ausscheiden von Wahlkreisvertretern verfallen?

Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit vorzeitigen Ausscheidens bei Überhangmandaten in größeren Ländern höher.
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Südfachmann
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 18. September 2009 - 20:18 Uhr:   

Es fällt mir bei den Plakaten auf, dass die CDU in BW (dort in eher roten Wahlkreisen) fast nur auf die Erststimme Wert legt, während etwa in Hessen weit stärker die Zweitstimme ("die Kanzlerin") beworben wird, daher rechne ich in BW mit einem Durchmarsch, auch bedingt dadurch, dass in den "roten" Großstädten prominente Grüne um die Erststimme mitkämpfen (Kuhn in Heidelberg, Özdemir in Stuttgart 1,Finanzexperte Schrick in Mannheim und die grüne Spitzenkandidatin in Freiburg) - das spielt alles Schwarz-Gelb in die Hände, die FDP ist da intelligenter, Spitzenkandidatein Homberger in der schwarzen Provinz "klaut" kaum wichtige Erststimmen, allenfalls Niebel in Heidelberg.
Allerdings kennen auch in den Großstädten viele Menschen nicht die jeweilige Bedeutung der Stimmen, egal welchem Lager sie angehören und verhindern damit ein rein taktisches Landesergebnis, nur wenige Experten wissen, dass 0 Stimmen Union in BW aber alle Wahlkreise bei gleichzeitigem wählen der FDP den maximalen Nutzen bringen würde. Ich denke auch in Steinmeiers Wahlkreis in Brandenburg wählt man ihn und seine Partei statt zum Nutzen dieser dort die Grünen mit der Zweitstimme zu wählen.

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