Bundesländer

[Tipps und Tricks 2002]

In der folgenden Übersicht wird erläutert, in welchen Bundesländern möglicherweise mit Überhangmandaten zu rechnen ist und welche Konsequenzen dies für Ihre Wahlentscheidung haben sollte.

Baden-Württemberg

Ausgangslage

Obwohl Baden-Württemberg bei den letzten Wahlen weniger Wahlkreise hatte, als es seinem Bevölkerungsanteil entsprochen hätte, konnte die CDU hier 1994 zwei Überhangmandate erringen (1949 und 1987 gab es jeweils ein Überhangmandat für die CDU). Nachdem das Land bei der jüngsten Wahlkreisreform bessergestellt wurde, sind Überhangmandate nun noch leichter möglich als vorher. Sollte die CDU in diesem Jahr – wie erwartet – besser abschneiden als 1998 (und die SPD schlechter), dann wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erneut zu Überhangmandaten für die CDU kommen. Anders kommen würde es wohl höchstens dann, wenn die CDU ihr Zweitstimmenergebnis von 1998 in Baden-Württemberg (37,8 %) auf über 50 % steigern könnte. Dies erscheint nach dem Rückgang in den jüngsten Umfragen jedoch ausgeschlossen.

Tipps

CDU-Sympathisanten, die eine schwarz-gelbe Koalition bevorzugen, sollten aufgrund der zu erwartenden Überhangmandate lediglich ihre Erststimme der CDU geben, die Zweitstimme dagegen der FDP. Wer auch die Zweitstimme der CDU gibt, läuft Gefahr, der CDU dadurch zu schaden (negatives Stimmgewicht). CDU-Anhänger, die gegen eine schwarz-gelbe Regierung sind und stattdessen auf eine große Koalition unter CDU-Führung oder gar auf eine absolute Unionsmehrheit hoffen, sollten aus diesem Grund erwägen, sich ihrer Zweitstimme zu enthalten. Allerdings würde dadurch die Fünfprozenthürde sinken, was wiederum der PDS helfen könnte.

Unionsgegner aus den anderen Parteien sollten ihre Erststimme – zumindest in jenen Wahlkreisen, die die SPD beim letzten Mal gewinnen konnte – auf jeden Fall der SPD geben, um die Zahl der CDU-Überhangmandate möglichst klein zu halten.


Bayern

Ausgangslage

Bayern zählt zu den Bundesländern, in denen es noch nie Überhangmandate gab und wo es auch bei der Bundestagswahl 2002 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Überhangmandate geben wird. Dies liegt daran, dass die CSU in der Regel auf mehr als 50 Prozent der Zweitstimmen kommt. Dadurch stehen ausreichend Zweitstimmenmandate zur Verfügung, um die gewonnenen Wahlkreismandate zu verrechnen, selbst wenn die Partei alle Wahlkreise des Landes gewinnt. Fällt die CSU – wie bei der Bundestagswahl 1998 – auf unter 50 Prozent, gehen normalerweise sogleich einige städtische Wahlkreise an die SPD, so dass auch in diesem Fall Überhangmandate für die CSU höchst unwahrscheinlich bleiben. Bei der diesjährigen Wahl ist aufgrund des bayrischen Kanzlerkandidatens Stoiber ohnehin mit einer satten absoluten Zweitstimmenmehrheit für die CSU in Bayern zu rechnen.

Selbst wenn es einmal zu CSU-Überhangmandaten in Bayern kommen sollte, wäre übrigens ein negatives Stimmengewicht ausgeschlossen, da es sich mangels weiterer CSU-Landeslisten um externe Überhangmandate handeln würde.

Tipps

Sie können in diesem Bundesland mit Ihrer Erststimme keinen Einfluss auf die parteipolitische Zusammensetzung des Bundestags nehmen. Wie Sie herausfinden können, ob und ggf. welche Auswirkung Ihre Erststimme auf die personelle Zusammensetzung des Parlaments haben könnte, wird hier beschrieben.

Sie können Ihre Zweitstimme abgeben, ohne dabei die Problematik von Überhangmandaten und negativem Stimmengewicht berücksichtigen zu müssen. Welche weiteren taktischen Erwägungen hinsichtlich der Zweitstimme sich aus dem Bundestagswahlrecht ergeben, können Sie hier nachlesen.


Berlin

Ausgangslage

Bisher sind in Berlin keine Überhangmandate angefallen. Allerdings ist die PDS 1998 nur knapp an einem Überhangmandat „vorbeigeschlittert“. Sollte es der PDS erneut gelingen, vier Direktmandate im Osten Berlins zu erringen, ist ein PDS-Überhangmandat gut möglich. Allerdings ist die neue Wahlkreiseinteilung in Berlin sehr viel ungünstiger für die PDS. Hinzu kommt, dass die PDS fast durchweg mit vergleichsweise unbekannten Direktkandidat(inn)en antritt. Eine Chance auf Wiederholung ihres Coups von 1998 hätte die PDS nur dann, wenn ihr stärkster Konkurrent im Osten, die SPD, deutlich Federn lassen müsste. Abgesehen von Überhangmandaten wäre der Gewinn von mindestens drei Direktmandaten (Grundmandatsklausel) für die PDS auch deshalb enorm wichtig, damit sie nicht fürchten muss, aufgrund der Fünfprozenthürde im nächsten Bundestag nicht mehr vertreten zu sein.

Im Gegenzug könnte die SPD durchaus ebenfalls auf Überhangmandate hoffen, wenn sie der PDS mindestens zwei Ost-Wahlkreise abnimmt und sich im Westen gegen die CDU behaupten kann. Überhangmandate für die CDU erscheinen aufgrund ihrer Chancenlosigkeit im Osten ausgeschlossen.

Die für die PDS wichtigen Wahlkreise in Berlin lauten:

Schwer einzuschätzen ist die Situation im Wahlkreis 84 (Friedrichshein – Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost). Hier erscheint auch ein Sieg des grünen Parteilinken Ströbele möglich.

Tipps

Wer möchte, dass die PDS auch im nächsten Bundestag vertreten ist – evtl. sogar mit einem Überhangmandat –, sollte seine Erststimme in den Ost-Berliner Wahlkreisen tunlichst der PDS geben. Wer dies verhindern will, kann dies am ehesten dadurch, dass er mit der Erststimme den SPD-Kandidaten wählt (bzw. im Wahlkreis 84 auch dem Grünen Ströbele).

In den West-Berliner Wahlkreisen geht es vor allem um mögliche Überhangmandate der SPD. Für SPD-Sympathisanten gilt also: Erststimme SPD. Für SPD-Gegner gilt hier: Erststimme CDU.

Die Zweitstimme kann an die jeweils bevorzugte Partei gegeben werden. SPD-Anhänger können erwägen, ihre Zweitstimme dem gewünschten Koalitionspartner zu geben, da Überhangmandate für die SPD durchaus möglich sind. PDS-Wähler sollten davon absehen, da die Partei für die Fünfprozenthürde jede Zweitstimme brauchen kann.


Brandenburg

Ausgangslage

Nachdem die SPD in Brandenburg schon 1994 und 1998 Überhangmandate erringen konnte, wird ihr dies auch 2002 mit ziemlicher Sicherheit gelingen. Es gibt praktisch nur zwei Wahlkreise, in denen PDS und CDU minimale Außenseiterchancen besitzen: die PDS im Wahlkreis 59 (Märkisch-Oderland – Barnim II), die CDU im Wahlkreis 65 (Elbe-Elster – Oberspreewald-Lausitz II). Da die SPD also aller Vorraussicht nach erneut sämtliche Wahkreise des Landes gewinnen, aber nach Zweitstimmen deutlich unter fünfzig Prozent bleiben wird (1998: 43,5 %), sind Überhangmandate vorprogrammiert.

Tipps

Für Anhänger der SPD gilt: Erststimme SPD. Die Zweitstimme sollte aufgrund der erheblichen Gefahr eines negativem Stimmengewichts an den bevorzugten Koalitionspartner gehen.

Wer SPD-Überhangmandaten entgegenwirken will, sollte die Erststimme an die PDS bzw. CDU geben, je nachdem, welcher Gegenkandidat die besseren Chancen hat.


Bremen

Ausgangslage

Bremen war bis zur Wahl 1998 das Paradebeispiel für negative Stimmen. Das Zweitstimmenergebnis der SPD lag fast immer so, dass entweder ein paar Zweitstimmen weniger der SPD ein Überhangmandat beschert oder ein paar Zweitstimmen mehr ihr ein Überhangmandaten gekostet hätten. Darum war hier war mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit absehbar, dass Zweitstimmen, die für die SPD abgegeben werden, dieser dadurch schaden würden, dass die SPD insgesamt weniger Sitze erhalten hätte.

Da das Bundesland Bremen ab 2002 nur noch zwei Wahlkreise hat, ist ein Anfall von Überhangmandaten nun jedoch praktisch ausgeschlossen.

Tipps

Sie können in diesem Bundesland mit Ihrer Erststimme keinen Einfluss auf die parteipolitische Zusammensetzung des Bundestags nehmen. Wie Sie herausfinden können, ob und ggf. welche Auswirkung Ihre Erststimme auf die personelle Zusammensetzung des Parlaments haben könnte, wird hier beschrieben.

Sie können Ihre Zweitstimme abgeben, ohne dabei die Problematik von Überhangmandaten und negativem Stimmengewicht berücksichtigen zu müssen. Welche weiteren taktischen Erwägungen hinsichtlich der Zweitstimme sich aus dem Bundestagswahlrecht ergeben, können Sie hier nachlesen.


Hamburg

Ausgangslage

In Hamburg ist 1953 dank fragwürdiger Wahlkreisabsprachen mit der CDU ein Überhangmandat für die DP (Deutsche Partei) aufgetreten. Aktuell kann sich jedoch nur die SPD Hoffnung machen, die immerhin 1983 und 1998 bereits jeweils ein Überhangmandat erringen konnte. Auch für die Bundestagswahl 2002 ist ein Überhangmandat der SPD in Hamburg möglich. Entscheidend wird dabei der Wahlkreis 22 Hamburg-Nord sein, den 1994 noch die CDU gewinnen konnte, 1998 aber die SPD für sich entschied.

Tipps

Mit einer Erststimme für die SPD kann zu einem Überhangmandat für die Sozialdemokraten beigetragen werden. Im Wahlkreis Hamburg-Nord kann dem durch eine Erststimme für die CDU entgegengewirkt werden.

Die Zweitstimme kann an die jeweils bevorzugte Partei gegeben werden. SPD-Anhänger können erwägen, ihre Zweitstimme dem gewünschten Koalitionspartner zu geben, da ein Überhangmandat für die SPD durchaus möglich ist.


Hessen

Ausgangslage

Hessen zählt zu den Bundesländern, in denen es noch nie Überhangmandate gab und wo es auch bei der Bundestagswahl 2002 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Überhangmandate geben wird. Dies liegt daran, dass sowohl CDU als auch SPD in diesem Land ausgeprägte Hochburgen haben. Der Gewinn von Wahlkreisen in den Hochburgen des Gegners würde einen klaren Wahlsieg in diesem Bundesland voraussetzen, bei dem die jeweilige Partei aller Voraussicht nach auf deutlich über 50 % der Zweitstimmen käme. Dadurch wiederum würden ausreichend Zweitstimmenmandate zur Verfügung stehen, um die gewonnenen Wahlkreismandate zu verrechnen, selbst wenn die Partei alle Wahlkreise des Landes gewinnen sollte.

Tipps

Sie können in diesem Bundesland mit Ihrer Erststimme keinen Einfluss auf die parteipolitische Zusammensetzung des Bundestags nehmen. Wie Sie herausfinden können, ob und ggf. welche Auswirkung Ihre Erststimme auf die personelle Zusammensetzung des Parlaments haben könnte, wird hier beschrieben.

Sie können Ihre Zweitstimme abgeben, ohne dabei die Problematik von Überhangmandaten und negativem Stimmengewicht berücksichtigen zu müssen. Welche weiteren taktischen Erwägungen hinsichtlich der Zweitstimme sich aus dem Bundestagswahlrecht ergeben, können Sie hier nachlesen.


Mecklenburg-Vorpommern

Ausgangslage

Hier sind 1990 und 1994 Überhangmandate für die CDU, 1998 für die SPD angefallen. Bei der Wahl 2002 sind Überhangmandate eher unwahrscheinlich, da sowohl SPD als auch CDU jeweils nahezu sichere Wahlkreise haben und das Land durch die Wahlkreisreform fast ein Viertel der Wahlkreise eingebüßt hat.

Die PDS macht sich zudem Hoffnung auf den Gewinn des Direktmandates in Rostock; die Chancen sind gleichwohl gering.

Tipps

Erststimme an SPD oder CDU, je nach Präferenz. In Rostock evtl. Erststimme an PDS.

Die Zweitstimme kann an die jeweils bevorzugte Partei gegeben werden. SPD Anhänger können erwägen, ihre Zweitstimme dem gewünschten Koalitionspartner zu geben, da Überhangmandate für die SPD nicht auszuschließen sind.


Niedersachsen

Ausgangslage

Niedersachsen zählt zu den Bundesländern, in denen es noch nie Überhangmandate gab und wo es auch bei der Bundestagswahl 2002 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Überhangmandate geben wird. Dies liegt daran, dass sowohl CDU als auch SPD in diesem Land ausgeprägte Hochburgen haben. Der Gewinn von Wahlkreisen in den Hochburgen des Gegners würde einen klaren Wahlsieg in diesem Bundesland voraussetzen, bei dem die jeweilige Partei aller Voraussicht nach auf deutlich über 50 % der Zweitstimmen käme. Dadurch wiederum würden ausreichend Zweitstimmenmandate zur Verfügung stehen, um die gewonnenen Wahlkreismandate zu verrechnen, selbst wenn die Partei alle Wahlkreise des Landes gewinnen sollte.

Tipps

Sie können in diesem Bundesland mit Ihrer Erststimme keinen Einfluss auf die parteipolitische Zusammensetzung des Bundestags nehmen. Wie Sie herausfinden können, ob und ggf. welche Auswirkung Ihre Erststimme auf die personelle Zusammensetzung des Parlaments haben könnte, wird hier beschrieben.

Sie können Ihre Zweitstimme abgeben, ohne dabei die Problematik von Überhangmandaten und negativem Stimmengewicht berücksichtigen zu müssen. Welche weiteren taktischen Erwägungen hinsichtlich der Zweitstimme sich aus dem Bundestagswahlrecht ergeben, können Sie hier nachlesen.


Nordrhein-Westfalen

Ausgangslage

Nordrhein-Westfalen zählt zu den Bundesländern, in denen es noch nie Überhangmandate gab und wo es auch bei der Bundestagswahl 2002 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Überhangmandate geben wird. Dies liegt daran, dass sowohl CDU als auch SPD in diesem Land ausgeprägte Hochburgen haben. Der Gewinn von Wahlkreisen in den Hochburgen des Gegners würde einen klaren Wahlsieg in diesem Bundesland voraussetzen, bei dem die jeweilige Partei aller Voraussicht nach auf deutlich über 50 % der Zweitstimmen käme. Dadurch wiederum würden ausreichend Zweitstimmenmandate zur Verfügung stehen, um die gewonnenen Wahlkreismandate zu verrechnen, selbst wenn die Partei alle Wahlkreise des Landes gewinnen sollte.

Tipps

Sie können in diesem Bundesland mit Ihrer Erststimme keinen Einfluss auf die parteipolitische Zusammensetzung des Bundestags nehmen. Wie Sie herausfinden können, ob und ggf. welche Auswirkung Ihre Erststimme auf die personelle Zusammensetzung des Parlaments haben könnte, wird hier beschrieben.

Sie können Ihre Zweitstimme abgeben, ohne dabei die Problematik von Überhangmandaten und negativem Stimmengewicht berücksichtigen zu müssen. Welche weiteren taktischen Erwägungen hinsichtlich der Zweitstimme sich aus dem Bundestagswahlrecht ergeben, können Sie hier nachlesen.


Rheinland-Pfalz

Ausgangslage

In Rheinland-Pfalz sind bisher zählt zu den Bundesländern, in denen es noch nie Überhangmandate gab und wo es auch bei der Bundestagswahl 2002 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Überhangmandate geben wird. Dies liegt daran, dass sowohl CDU als auch SPD in diesem Land ausgeprägte Hochburgen haben. Der Gewinn von Wahlkreisen in den Hochburgen des Gegners würde einen klaren Wahlsieg in diesem Bundesland voraussetzen, bei dem die jeweilige Partei aller Voraussicht nach auf deutlich über 50 % der Zweitstimmen käme. Dadurch wiederum würden ausreichend Zweitstimmenmandate zur Verfügung stehen, um die gewonnenen Wahlkreismandate zu verrechnen, selbst wenn die Partei alle Wahlkreise des Landes gewinnen sollte.

Tipps

Sie können in diesem Bundesland mit Ihrer Erststimme keinen Einfluss auf die parteipolitische Zusammensetzung des Bundestags nehmen. Wie Sie herausfinden können, ob und ggf. welche Auswirkung Ihre Erststimme auf die personelle Zusammensetzung des Parlaments haben könnte, wird hier beschrieben.

Sie können Ihre Zweitstimme abgeben, ohne dabei die Problematik von Überhangmandaten und negativem Stimmengewicht berücksichtigen zu müssen. Welche weiteren taktischen Erwägungen hinsichtlich der Zweitstimme sich aus dem Bundestagswahlrecht ergeben, können Sie hier nachlesen.


Saarland

Ausgangslage

Im Saarland gab es 1961 ein Überhangmandate für die CDU. Bei den vergangenen Wahlen seit 1990 konnte jedoch die SPD stets alle Wahlkreise im Saarland für sich entscheiden. Um ein Haar hätte sie 1994 ein Überhangmandat gewonnen. Umfragen sagen für das Saarland leichte Vorteile für die SPD voraus. Sollte sie alle vier saarländischen Wahlkreise für sich entscheiden können, ist ein Überhangmandat möglich.

Tipps

Erststimme an SPD oder CDU, je nach Präferenz.

Die Zweitstimme kann an die jeweils bevorzugte Partei gegeben werden. CDU- und SPD-Anhänger können erwägen, ihre Zweitstimme dem gewünschten Koalitionspartner zu geben, da Überhangmandate weder für die CDU noch für die SPD auszuschließen sind.


Sachsen

Ausgangslage

In Sachsen gab es 1994 Überhangmandate für die CDU. Bei der letzten Wahl 1998 konnte die SPD mehrere westsächsische Wahlkreise knapp gewinnen, so dass die CDU kein Überhangmandat erhielt. Vor den neuesten Umfragen bestand aber für die Wahl 2002 wieder die große Wahrscheinlichkeit, dass Überhangmandate für die CDU anfallen. Angesichts der unsicheren Situation im Osten (einige Umfragen sagen der SPD im Osten ein noch besseres Ergebnis als 1998 voraus) ist dies aber nun nicht mehr der Fall. Die SPD wird insbesondere in Leipzig gute Chancen haben, ihre Direktmandate von 1998 zu halten.

Tipps

Erststimme an SPD oder CDU, je nach Präferenz.

Die Zweitstimme kann an die jeweils bevorzugte Partei gegeben werden. CDU-Anhänger können erwägen, ihre Zweitstimme dem gewünschten Koalitionspartner zu geben, da Überhangmandate für die CDU durchaus möglich sind.


Sachsen-Anhalt

Ausgangslage

Wer in Sachsen-Anhalt stärkste Partei wird, kann mit nur ein paar Prozent Vorsprung fast alle Wahlkreise des Landes gewinnen. Darum gab es 1990 drei und 1994 zwei Überhangmandate für die CDU, 1998 gab es vier Überhangmandate für die SPD. Auch 2002 sind Überhangmandaten möglich, aufgrund der jüngsten Umfragen wohl nur für die SPD.

Tipps

Erststimme an SPD oder CDU, je nach Präferenz.

Die Zweitstimme kann an die jeweils bevorzugte Partei gegeben werden. SPD-Anhänger können erwägen, ihre Zweitstimme dem gewünschten Koalitionspartner zu geben, da Überhangmandate für die SPD wahrscheinlich sind.


Schleswig-Holstein

Ausgangslage

1953, 1957 und 1961 gab es hier Überhangmandate für die CDU, 1980 bekam die SPD ein Überhangmandat. Auch 2002 sind Überhangmandate möglich, falls eine der beiden Parteien sich deutlich von der anderen absetzen kann. Begünstigt werden Überhangmandate hier auch dadurch, dass Schleswig-Holstein trotz der Verkleinerung des Bundestags keinen Wahlkreis abgeben musste.

Tipps

Erststimme an SPD oder CDU, je nach Präferenz.

Die Zweitstimme kann an die jeweils bevorzugte Partei gegeben werden. CDU- und SPD-Anhänger können erwägen, ihre Zweitstimme dem gewünschten Koalitionspartner zu geben, da Überhangmandate weder für die CDU noch für die SPD auszuschließen sind.


Thüringen

Ausgangslage

Hier gab es 1990 und 1994 Überhangmandate für die CDU, 1998 für die SPD. Auch in diesem Jahr hat jene Partei, die im Landesschnitt deutlich vorne liegt, gute Aussichten auf Überhangmandate.

Tipps

Erststimme an SPD oder CDU, je nach Präferenz.

Die Zweitstimme kann an die jeweils bevorzugte Partei gegeben werden. CDU- und SPD-Anhänger können erwägen, ihre Zweitstimme dem gewünschten Koalitionspartner zu geben, da Überhangmandate sowohl für die CDU als auch vor allem für die SPD durchaus möglich sind.

Nach Einschätzung der SPD-Thüringen kann es basierend auf den letzten Umfragen in Thüringen Überhangmandate für die SPD geben, nicht aber für die CDU. In diesem Fall würden wir SPD-Anhängern raten nur die Erststimme der SPD zu geben und die Zweitstimme an den gewünschten Koalitionspartner .


von Wilko Zicht und Martin Fehndrich (26.08.2002, letzte Aktualisierung: 20.09.2002, letzte Aktualisierung der Links: 20.04.2007)