Dreierwahl [Wahlrechtslexikon]

Dreierwahl;
Wahl in in unverbundenen Wahlkreisen mit je drei Mandaten.
In den 60er Jahren wurde über ein Wahlsystem nachgedacht, bei dem das Wahlgebiet in unverbundene Wahlkreise zu je drei Mandaten, die "proporzmäßig" (d.h. nach der Divisormethode mit Abrunden D'Hondt) vergeben werden, eingeteilt ist. Ziel war ein Wahlsystem, das im gesamten Wahlgebiet immer die Mehrheit einer Partei gewährleistete.

Das Dreierwahlsystem wurde vom Mathematiker Ernst Wrage in den 60er Jahren während einiger Diskussionen zur Einführung eines Mehrheitswahlsystem vorgeschlagen.

Das Verfahren hat gegenüber der relativen Mehrheitswahl einige Vorteile und würde dessen Nachteile abschwächen.

Ein solches Wahlsystem könnte das Bundesverfassungsgericht in ein Dilemma zu seiner bisherigen Rechtsprechung (zu Mehrheits- und Verhältniswahl) führen.

Allerdings hat das Bundesverfassungsgericht auch zur relativen Mehrheitswahl noch keine Entscheidung fällen müssen. Alle bisherigen Äußerungen dazu sind Obiter Dicta (nebenbei Gesagtes) und keine Gerichts-Entscheidungen.

von Martin Fehndrich