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Archiv bis 15. September 2014

Wahlrecht.de Forum » Umfragen » Umfragen aus dem Ausland (Wahlen, Abstimmungen) » Vereinigtes Königreich: Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands » Archiv bis 15. September 2014 « Zurück Weiter »

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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 07. September 2014 - 10:55 Uhr:   

Es sind nun nur noch zwei Wochen bis zum Refeendum der Schotten über die Unabhängigkeit.

Es sind nun nur noch zwei Wochen bis zum Referendum der Schotten über die Unabhängigkeit.

Es schien bisher, das es ein mehr oder weniger klares nein geben könnte. Die Anzahl der Jastimmen lag fast immer bei ca. 40 Prozent, also in etwa dem Wahlergebnis der SNP.
Es scheint nun aber so, als ob in Umfragen erstmals mehr als die Wähler der SNP einer Unabhängigkeit zustimmen könnten.

http://en.wikipedia.org/wiki/Opinion_polling_for_the_Scottish_independence_referendum,_2014

Bei dieser Wahl geht es nicht um mittelfristige Regierungsbeteiligung, sondern um eine langfristige Veränderung der Verhältnisse im Inseleuropa
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 07. September 2014 - 14:51 Uhr:   

Unterm Strich ist die deutsche Berichterstattung über diese Umfrage schon sehr dubios, da die Gesamtdatenlage der Umfragen nicht ausreichend kommuniziert wird.
Hier taucht die Unabhängigkeit in der Menge der denkbaren Ergebnisse des Referendums überhaupt erst auf, aber es wird dadurch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zum wahrscheinlichsten Ergebnis.

Außerdem muss man berücksichtigen, welche kurzfristigen Einflüsse noch auf das Referendum einwirken können: mehr Devolution (auf deutsche Verhältnisse übertragen: Verlagerung von Befugnissen von der Bund auf die Länderebene) kann einen Swing von Yes zu No verursachen und solche Pläne liegen in London fertig in der Schublade. Entsprechend umgekehrte Möglichkeiten, das Yes attraktiver erscheinen zu lassen oder das No unattraktiver haben die Regionalregierung und das Yes-Lager nicht. Da müsste man schon eine sehr große Menge Öl finden.
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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 07. September 2014 - 23:55 Uhr:   

Ein "Last-Minute" Angebot von weiteren Rechten für Schottland wäre nur Wasser auf die Unabhängigkeitsmühlen. Denn die können dann sagen, seht ihr, wie wenig sie uns bisher gaben? Warum nicht gleich alles nehmen, statt immer nur Brotkrumen aus London.

Auf jeden Fall wirkt ein solches Paket hilflos und chaotisch. Als ob der A...h bei der Regierung in London auf Grundeis geht.

So wird es der Nein-Kampagne eher schaden. Zudem die anderen Regierungen der Teilstaaten des Vereinigten Königreichs, Wales und Nordirland, schon klar gemacht haben, dass sie dann dieselben Rechte auch einfordern werden.
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Marc
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 08. September 2014 - 22:50 Uhr:   

Eine Umfrage macht noch keine Unabhängigkeit - erst recht wenn die Umfragen von Yougov kommt, ein Institut das häufig etwas fragwürdige Umfrageergebnisse liefert.

Auch wird diese Ergebnis nicht von den anderen Umfrageinstituten bestätigt:

_2014,http://en.wikipedia.org/wiki/Opinion_polling_for_the_Scottish_independence_referendum,_2014

Das Ergebnis des Referendums dürfte allerding knapper ausfallen als noch vor einem Jahr erwartet. Ich denke dennoch, dass sich das Nein-Lager durchsetzen wird und das Vereinigte Königreich in seinen bisherigen Grenzen bestehen bleibt.
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Christian Schmidt
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 09. September 2014 - 10:46 Uhr:   

"Auch wird diese Ergebnis nicht von den anderen Umfrageinstituten bestätigt"

Oh doch, Panelbase hat schon seit laengerem ein sehr knappes Rennen vorhergesagt, und nun zeigt auch eine Umfrage von TNS 50-50.

whatscotlandthinks.org hat eine sehr gute Uebersicht, deren 'poll of polls ist nun 48-52. (Und die Analysen von Prof. Curtice sind immer sehr lesenwert.)
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Christian Schmidt
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 09. September 2014 - 10:49 Uhr:   

Im uebrigen sind YouGov, Panelbase und TNS alle Mitglieder im British Polling Council, und veroeffentlichen deshalb ihre Vorgehensweise.

Da sollten sich die deutschen Umfrageinstitute mal eine Scheibe abschneiden...
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Marc
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 09. September 2014 - 11:18 Uhr:   

Hier nochmal die Übersicht zu den Umfragen mit funktionierenden Link:


{http://en.wikipedia.org/wiki/Opinion_polling_for_the_Scottish_independence_referendum,_2014}

Die überwiegende Zahl der Umfrageinstitute sah noch vor Jahresfrist einen deutlichen Vorsprung des Nein-Lagers.

Bezüglich der Vorgehensweise der Umfrageinstitute ist in Deutschland einzig die Forschungsgruppe Wahlen positiv hervorzuheben, da sie ihre Rohdaten mitveröffentlicht (als politische Stimmung).

Wobei es zwischen Wahlen und Abstimmungen schon einen gewaltigen Unterschied gibt. Bei Abstimmungen gibt es regelmäßig die Beschränkung auf ein simples Ja/Nein-Schema. Das wird im Grunde genommen der Komplexität vieler Fragestellung - etwa auch der des Verhältnisses Schottlands zu England und sein Status im Vereinigten Königreich nicht gerecht. Dies zeigt sehr deutlich auch das Pro-Independence-Lager, dass zwar die Unabhängigkeit fordert aber das Pfund als Währung behalten will. Das wird nicht gehen wenn das Vereinigte Königreich eine Währungsunion mit einem unabhängigen Schottland ablehnt. Alles in allem sind die Forderungen des Unabhängigkeitsbefürworter wenig durchdacht und verkennen die Vorteile der Union mit England und Wales, die einen einheitlichen Staat und einen einheitlichen Wirtschaftsraum auf den britischen Inseln schafft. All dies würde durch eine Unabhängigkeit in Frage gestellt. Ich denke daher, dass die Schotten am Ende weise entscheiden und für die Union stimmen.
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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 09. September 2014 - 18:11 Uhr:   

Ich denke, die Frage der Währung oder des Staatsoberhauptes wird bei einer Mehrheit für die Unabhängigkeit neu diskutiert werden, wobei ich den Schotten eher abraten würde, das Pfund zu behalten, vor allem wenn London dann eine Zoll- und Wirtschaftsunion verweigert, wie sie ja angekündigt haben. Auch würde Schottland eine hohe Schuldenlast erspart, wenn London sich, wie angekündigt, als alleinigen Rechtsnachfolger des UK sieht. Aber warten wir erst einmal ab. Derzeit deuten die Umfragen eben auf einen unsicheren, eher knappen Ausgang hin.

Wie auch immer das Referendum ausgeht, die Demokratie wird gewinnen. Entweder wird Schottland friedlich und selbstbestimmt unabhängig, oder die Union zwischen England und Schottland wird erstmals nicht durch Gewalt erzwungen, sondern durch demokratisch geäußertes Vertrauen der Schotten zu Großbritannien bestätigt.

Sollte Schottland aus dem UK ausscheiden, wird das auch in der Innenpolitik von Wales und Nordirland nicht ohne große Folgen bleiben. Dann wäre eine Umwandlung in einen lockeren Staatenbund innerhalb der EU denkbar, wie z.B. Benelux.

Aber zuerst warten wir ab. Es wird übrigens mehr eine Abstimmung mit dem Herzen als mit dem Verstand. Deshalb verstehe ich schon, das die Parteien in London ziemlich viel Angst vor dem Ergebnis haben.
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Mark Obrembalski
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 09. September 2014 - 21:14 Uhr:   

Gewalt war m.W. auch 1707 nicht im Spiel. Der übliche Vorwurf der Befürworter der schottischen Unabhängigkeit war damals jedenfalls Korruption im schottischen Parlament, wobei ich nicht weiß, ob sich das auf direkte Bestechung oder indirektere Anreize bezogen hat.

Auch eine reichlich knappe Entscheidung für den Verbleib in der Union dürfte m.E. einiges an Folgen haben, weil dann nicht nur Schottland auf weitere Rechte innerhalb der Union drängen wird, sondern auch entsprechende Forderungen in Wales und Nordirland, wahrscheinlich Südwestengland (Devon und Cornwall), dann vielleicht auch in anderen Landesteilen (erst mal Greater London sowie Südostengland + East Anglia, aber Merseyside und andere Regionen könnten folgen) laut werden. Bis das UK zum Bundesstaat wird, müsste sicher noch einiges passieren, aber eine weitergehende Devolution nebst Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung (letzteres ist eh auch in gewissem Maße Regierungspolitik) stehen dann sicher auf der Tagesordnung.

Dass die schottischen Separatisten so großen Wert darauf legen, das Pfund behalten zu können, halte ich auch für eher kontraproduktiv, ganz unabhängig von der Schuldenfrage. Sinnvoll wäre es m.E., erst mal eine eigene Währung einzuführen und dann mit dem Rest-UK, dem Euroraum, Norwegen, Kanada etc. darüber zu reden, wie man die Währungen aneinander koppeln oder sogar ganz zusammenführen könnte.
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Marc
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. September 2014 - 00:20 Uhr:   

@Mark Obrembalski,

an sich logischer wäre neben den Regionalparlamenten in Schottland, Wales und Nordirland ein eigenes englisches Regionalparlament einzurichten. Denn schließlich geht es ja um die Union von England, Schottland, Wales und Nordirland. Allerdings wäre der englische Teilstaat des Vereinigten Königreichs numerisch der absolut dominierende.

Die Strukturen in Großbritanien sprechen daher an sich schon gegen eine föderale Struktur. Die von Labour begonnene Devolution zeigt ja nun ihre negativen Effekte (schottischer Separatismus, zunehmende Ungleichgewichte zwischen den Regionen, zweifelhafte Zuständigkeitsregelunen (wieso sollen etwa schottische Abgeordnete im Unterhaus über Regelungen abstimmen, die nur England und Wales (oder sogar nur England) betreffen, aber nicht Schottland, da Schottland eigene Zuständigkeiten besitzt).

Einzig eine gleichgewichtige föderale Struktur könnte dies ändern.
Die naheliegendste Lösung wäre daher ein englischer Teilstaat. In England gibt es aber derzeit keine große Bewegung in dieser Richtung. Einzig die English Democrats vertritt diese Position im politischen Raum ernsthaft. Diese Partei hatte bislang einzig bei einige kleineren lokalen Wahlen Erfolge. Ein Pendant zur Scottish National Party - wie von ihr selbst angestrebt - ist sie bei weitem nicht.

Insofern wird das Vereinigte Königreich noch sehr lange ein unausgewogener Zwitterstaat sein (teilweise Zentralstaat: England; Teilweise "Bundestaat": Schottland, Nordirland, Wales - und das auch in je unterschiedlicher Ausprägung).
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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. September 2014 - 02:07 Uhr:   

Die Union war erst nach 1746 und der Schlacht von Culloden entgültig gesichert. Es brauchte also einige Gewalt, um sie durchzusetzen. Dazu noch viel Druck auf das Schottische Parlament und Bestechung...
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Marc
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. September 2014 - 23:49 Uhr:   

@Ingo Zachos,

welcher Staat entstand schon völlig freiwillig?
Deutschland hat als Kulturnation eine lange Geschichte - im Rahmen eines zwar deutsch dominierten, aber doch größeren mitteleuropäischen Reiches.

Aber als Nationalstaat entstand Deutschland erst 1871 nach drei Kriegen. Wie viel Bestechung war etwa nötig um den Bayernkönig zu einem Ja zur Union zur bewegen? Schloss Neuschwanstein war jedenfalls nicht ganz billig.

Die Vereinigten Staaten von Amerika zerbrachen sogar 1861 in zwei Teile und konnten nur durch einen Krieg zusammengehalten werden.

Andere Staaten - etwa Russland - haben nur durch Raubzüge ihre heutige Größe erreicht - und in dem speziellen Fall den Verlust der "Randgebiete" offenbar bis heute nicht verwunden.

Die Ukraine wiederum muss sich einem zwar auch von außen massiv befeuerten und unterstützten Separatistenbewegung auseinandersetzen - eine Problematik die heute allerdings wohl schon gelöst wäre, wenn nicht ein ganz bestimmter Nachbarstaate nicht nur Waffen, sondern auch Truppen geschickt hätte um eine Niederlage dieser sog. Rebellen zu verhindern.

Ein Nachbarstaat, der im übrigen bei seinen eigenen Separatismusproblemen keinerlei Skrupel kennt und sich jede Einmischung in seine inneren Angelegenheiten verbietet.

Auch Kanada war eine nicht ganz freiwillige Union einer ehemals französischen mit einer britischen Kolonie. Der kulturelle Unterschied ist in dem Fall deutlich größer als zwischen Engländern und Schotten. Dennoch hat diese Union gehalten - wobei das 2. Unabhängigkeitsreferendum 1995 sehr knapp ausfiel (50,58% Nein, 49,42%). Dabei gab es übrigens Beschwerden über unlautere Werbemethoden der Zentralregierung (indirekte Regierungswerbung trotz Verbot, Rekrutierung von Wählern durch Rückzug nach Quebec, verstärkte Verteilung von Staatsangehörigkeiten (da die Minderheiten in Quebec stark pro-kanadisch sind, die Frankokanadier in Quebec stimmten immerhin zu 60 % für die Unabhängigkeit.

Bei einem knappen Ergebnis in Schottland dürfte es auch Beschwerden dieser Art geben.

Der Hauptgrund für das Scheitern des Unabhängigkeitsreferendums in Quebec waren ökonomische Gründe. Diese sprechen auch klar für einen Verbleich von Schottland im Vereinigten Königreich (schon auch im Hinblick auf die gemeinsame Währung). Zudem ist Großbritanien alles andere als reformunfähig. Das Vereinigte Königreich ist ja nun nicht die Sowjetunion, zu deren Verlassen man nur jeder Teilrepublik raten konnte als sich die Chance dazu ergab.

Eine Unzufriedenheit mit einer konkreten Regierung ist jedenfalls an sich allein kein Grund für eine Abspaltung. Regierungen wechseln. Ich denke auch nicht, dass dies ein zentrales Argument ist. Es geht in der Tat mehr um Identität, um Eigenständigkeit. Was immer passiert, das Vereinigte Königreich wird in Zukunft mehr tun müssen um die Bedeutung von Schottland und Wales hervorzuheben und die zu große Fokussierung auf London zu beenden, die Großbritannien als Zentralstaat nach wie vor auszeichnet
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Holger81
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 11. September 2014 - 15:36 Uhr:   

"Eine Unzufriedenheit mit einer konkreten Regierung ist jedenfalls an sich allein kein Grund für eine Abspaltung. Regierungen wechseln. Ich denke auch nicht, dass dies ein zentrales Argument ist. Es geht in der Tat mehr um Identität, um Eigenständigkeit. Was immer passiert, das Vereinigte Königreich wird in Zukunft mehr tun müssen um die Bedeutung von Schottland und Wales hervorzuheben und die zu große Fokussierung auf London zu beenden, die Großbritannien als Zentralstaat nach wie vor auszeichnet"

Die kleineren "nations" haben ja schon jeweils ein eigenes Parlament und sind auch noch im nationalen Parlament leicht überrepräsentiert; demnach müssten sich eher die Engländer über mangelnden Einfluss beschweren. (London ist nur ein kleiner Teil von England.) Und zwei der letzten drei Premierminister waren gebürtige Schotten...
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 11. September 2014 - 21:03 Uhr:   

@Marc
"Eine Unzufriedenheit mit einer konkreten Regierung ist jedenfalls an sich allein kein Grund für eine Abspaltung. Regierungen wechseln."
Das ist richtig. Politisch entwickelten sich England und Schottland aber immer mehr auseinander. In der Nachkriegszeit war das Wahlverhalten in England und Schottland nahezu gleich. Seit 1959 hat Labour aber bei jeder Unterhauswahl die Mehrheit der schottischen Sitze bekommen.

"Was immer passiert, das Vereinigte Königreich wird in Zukunft mehr tun müssen um die Bedeutung von Schottland und Wales hervorzuheben und die zu große Fokussierung auf London zu beenden, die Großbritannien als Zentralstaat nach wie vor auszeichnet"
Das ist weniger ein Zentralismusproblem, sondern ökonomisches. Die britische Industrie ist aus verschiedenen Gründen ziemlich den Bach runter gegangen, während der Dienstleistungssektor und besonders der Finanzsektor stark vertreten ist, was zwangsläufig London und den Südosten relativ zum Rest gestärkt hat. Diese Entwicklung wird man nicht mit staatsdirigistischen Mitteln zurückdrehen können. Schottland hat allerdings viel Öl und Gas (im Gegensatz zu Wales), ohne das wäre der Drang nach Unabhängigkeit sicher sehr viel kleiner.

@Holger
"Und zwei der letzten drei Premierminister waren gebürtige Schotten..."
In Kanada war etwa 65% der Zeit seit dem 2. Weltkrieg ein gebürtiger Quebecer Premier, von 1968 bis 2006 sogar fast immer. Unabhängigkeitsbestrebungen hat das das nicht verhindert oder eingedämmt.

(Beitrag nachträglich am 11., September. 2014 von frings editiert)
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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 15. September 2014 - 13:41 Uhr:   

Wenn wir die Ergebnisse der letzten Wahl zugrunde legen, dann haben die Partien, die die Unabhängigkeit fordern (SNP und Grüne) zusammen 48,4 Prozent bekommen. Nimmt man an, 90 Prozent ihrer Wähler stimmen für die Unabhängigkeit, käme man auf einem Rohsockel von 43,56 Prozent.

Daher habe ich den Umfragen, die weniger als 40 Prozent für die Unabhängigkeit angaben, nicht glauben können. Mindestens 42 werden es sein, selbst wenn man annimmt, die Nichtwähler wären fast alle "No"-Anhänger.

Wie sich die zu erwartende höhere Wahlbeteiligung allerdings tatsächlich auswirkt, ob zu Gunsten der Unabhängigkeit oder dagegen, kann man aber nur schwer einschätzen.

Ich denke, ein Ergebnis von 45 plus X für die Unabhängigkeit ist möglich und auch ziemlich realistisch. Es wird viel davon abhängen, wie sehr die Nichtwähler und Wähler von Labour und Liberaldemokraten gegen die Unabhängigkeit stimmen.

Ich rechne da mit 80 Prozent gegen die Unabhängigkeit, aber das heißt, ungefähr 6 Prozent Wähleranteil für "Yes" auch aus diesem Lager, also kann es sogar reichen mit 50 Prozent oder mehr für eine Unabhängigkeit.
Ich denke, es wird Spitz auf Knopf enden, auf jeden Fall mit weniger als fünf Prozent Differenz.

Trotz der Umfragen glaube ich, die Chancen für die Unabhängigkeit sind höher, denn die Argumente gegen die Unabhängigkeit sind weniger emotional in der Schottischen Mentalität verwurzelt.

Die Medienlandschaft arbeitet allerdings eher gegen eine Unabhängigkeit, aber die war auch in der Vergangenheit eher kritisch gegen die SNP, was deren Erfolg aber nicht verhindern konnte.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 15. September 2014 - 13:48 Uhr:   

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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 15. September 2014 - 17:20 Uhr:   

Viele der im Link oben gebannten Umfragen enthalten auch die Frage, wie die Parteianhänger bzw -wähler, insbesondere der SNP abstimmen.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 15. September 2014 - 17:35 Uhr:   

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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 15. September 2014 - 17:39 Uhr:   

Ja, denn wenn 90 Prozent der SNP Wähler "Yes" wählen, und deren Anteil mit über 40 Prozent angegeben liegt, dann kann die "Yes" Quote z.B. schlecht bei 35 % gegegen haben.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 15. September 2014 - 17:51 Uhr:   

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