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Vereinigtes Königreich: Referendum üb...

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Archiv bis 15. September 2014Ratinger Linke20 1 15.09.14, 17:51h 
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Marc
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 15. September 2014 - 23:46 Uhr:   

Ratinger Linke verweist auf einen wichtigen Umstand. Die Frage der Unabhängigkeit Schottlands - eine zentrale Frage für die Zukunft Schottlands, nicht nur über 5 Jahre sondern für unbestimmte Zeit (die jetzige Union besteht immerhin seit 307 Jahren) - dürfte zu einer höheren Beteiligung der Bevölkerung führen als eine gewöhnliche Wahl. Das die SNP bei einer Wahl mit rund 50% Wahlbeteiligung 40% oder auch 45% beträgt, so repräsentiert dies nur 20-22,5% der Gesamtbevölkerung Schottlands. Von daher können diese Umfragen sehr wohl gestimmt haben.

Das sich im Laufe politischer Debatten Meinungen ändern oder bislang unentschiedene sich noch eine Meinung bilden ist ja nun auch nichts ungewöhnliches. Viele ältere Erhebung sagten ja ebenfalls, dass rund 1/3 der Bevölkerung noch unentschlossen war. Anscheinend ist es den Unabhängigkeitsbefürwortern gelungen in diesem Spektrum Zuwächse zu erzielen. Andererseits hat auch die No-Kampagne m.E. nach in den letzten Tagen an Fahrt aufgenommen. Von daher ist es ein spannendes Rennen um die Zukunft nicht nur Schottlands, sondern des gesamten Vereinigten Königreichs.
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 16. September 2014 - 01:33 Uhr:   

Bei einer Besprechung mit schottischen Gesprächspartnern erzählte man mir, dass die SNP oder zumindest viele ihrer Wähler sich vor allem gegen eine unbegrenzte Zuwanderung aus England, womit vor allem Zuwanderer mit Abstammung aus Pakistan und Südostasien wie auch in geringerem Maße aus Afrika gemeint sind, wenden. Ob dieses Ziel mit einer Unabhängigkeit überhaupt erreicht werden kann, ist natürlich ein ganz anderes Thema.

Auch die Ablehnung der vergleichsweise freizügigen Abtreibungsbestimmungen in Großbritannien ist wohl ein Aspekt. Vielen Schotten soll wohl eine Orientierung mehr am irischen Modell vorschweben.

Von beiden Argumenten höre ich allerdings in unseren Nachrichten und Berichten über die Umfragen nichts. Das besagt wenig, auch aus Irland hat man bei der sagenumwobenen EU-Abstimmung vor einigen Jahren nichts darüber gehört, obwohl die Abtreibungsfrage dort nun gerade der absolute Knackpunkt war, was man hinterher bei den verzweifelten Reparaturversuchen ja gut mitbekam.

Weiß jemand näher, wie es um solche Motivationen in der Bevölkerung in Schottland nun wirklich steht? Andererseits: Der Anteil englisch-, pakistanisch-, chinesischstämmiger Einwohner vor allem im Gürtel von Glasgow bis Edinburgh und auch in der Erdölindustrie um Aberdeen ist ja recht hoch. Was denken denn die? Eine unterschiedlich hohe Wahlbeteiligung der gerade in Schottland doch sehr verschieden strukturierten Bevölkerungsgruppen Stadt / Land, Zuwanderer / Alteingesessene, Inseln und Highlands / Lowlands, Church of Schottland / Katholiken könnte das Abstimmungsergebnis mehr beeinflussen als irgendwelche Fernsehdiskussionen oder das sonstige Wahlverhalten der Betroffenen.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 16. September 2014 - 02:07 Uhr:   

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Holger81
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 17. September 2014 - 20:50 Uhr:   

"Auch die Ablehnung der vergleichsweise freizügigen Abtreibungsbestimmungen in Großbritannien ist wohl ein Aspekt. Vielen Schotten soll wohl eine Orientierung mehr am irischen Modell vorschweben."

Die Abtreibungsregeln sind in Nordirland viel restriktiver als auf der Insel Großbritannien, ähnlich wie in der Republik Irland - daher sollte es m.E. kein Problem sein, im Rahmen der devolution diese Regeln in Schottland auch ohne Abspaltung zu verschärfen. Ich kann mir aber eher nicht vorstellen, dass Abtreibungsgegner in Schottland eine Mehrheit hätten - dort gibt es laut Wikipedia doppelt so viele Religionslose wie Katholiken, und die Mehrheit der Neugeborenen ist mittlerweile unehelich...
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 17. September 2014 - 21:04 Uhr:   

Referendum über eine Unabhängigkeit Schottlands am Donnerstag den 18.09.2014

Die Wahllokale schließen um 23:00 Uhr MESZ (22:00 Uhr Ortszeit). Es gibt keine Exit Polls. Erste Ergebnisse gibt es am Freitag Morgen ab ca. 3:00 Uhr MESZ. Das Endergebnis wird für etwa 8:00 Uhr MESZ erwartet.

Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Referendum_%C3%BCber_die_Unabh%C3%A4ngigkeit_Schottlands
https://en.wikipedia.org/wiki/Scottish_independence_referendum,_2014

Regierungsseiten
https://www.youdecide2014.uk/
https://www.scotreferendum.com/

News de
http://www.tagesschau.de/ausland/schottland-referendum-100.html
http://www.dw.de/schottland/t-17909878
http://www.heute.de/abstimmung-ueber-unabhaengigkeit-schottland-zwingt-grossbritannien-eine-foederalismus-debatte-auf-35021964.html?anchorName=faktenboxAnchor
http://www.spiegel.de/thema/schottland/

News en
http://news.stv.tv/scotland-decides/
http://www.scotsman.com/scottish-independence/
http://www.heraldscotland.com/politics
http://www.dailyrecord.co.uk/all-about/independence-referendum
http://www.scotlandnow.dailyrecord.co.uk/all-about/referendum
http://www.bbc.co.uk/news/events/scotland-decides
http://www.theguardian.com/politics/scottish-independence-blog

Foren / Blogs / Umfragen en
http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?PHPSESSID=f1732701aa986577a1c8948725dcb4af&topic=154076.0
http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?PHPSESSID=5e50159dd2df7c3da8fcd564bd7adb3e&topic=198447.0
http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?PHPSESSID=274e38ffb4c926a23797c75950174a51&topic=198957.0 *
http://vis.oobrien.com/indyref/http://blogs.lse.ac.uk/politicsandpolicy/scottish-referendum-live-blog/ *
http://ukpollingreport.co.uk/scottish-independence-referendum
http://politicalbetting.com/
http://www.futureukandscotland.ac.uk/
https://en.wikipedia.org/wiki/Opinion_polling_for_the_Scottish_independence_referendum,_2014#Results

Twitter
https://twitter.com/hashtag/indyref?f=realtime&src=hash
https://twitter.com/search?f=realtime&q=from%3Abritainelects&src=typd
https://twitter.com/search?f=realtime&q=from%3AUKGenElection&src=typd
https://twitter.com/search?f=realtime&q=from%3Aelectionista&src=typd

Kampagnen
http://www.yesscotland.net/
http://www.bettertogether.net/

Mediatheken / Sendungen
http://www.tagesschau.de/ausland/schottland-referendum-100.html
http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/suche/schottland
http://ddc.arte.tv/folge/schottland-und-das-unvereinigte-koenigreich
http://www.deutschlandfunk.de/unabhaengigkeitsreferendum-scotland-stay-with-us.724.de.html?dram:article_id=297766

Infos von Wahlrecht.de
http://www.wahlrecht.de/news/2014/2014091801.html *

Ergebnisse / Karten
http://www.bbc.com/news/events/scotland-decides/results *
https://docs.google.com/spreadsheets/d/1zByvTaC9x_nclxItW265b-Q-hAyUhCiszbG291eGfbY/edit?pli=1#gid=0 *
http://vis.oobrien.com/indyref/ *
http://www.electoralgeography.com/new/en/category/countries/s/scotland *

* = Links hinzugefügt

(Beitrag nachträglich am 18., September. 2014 von zigzag editiert)

(Beitrag nachträglich am 19., September. 2014 von zigzag editiert)
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 17. September 2014 - 22:58 Uhr:   

Also zum Thema Abtreibung hätte ich u.a. folgende Umfrage gefunden

http://cdn.yougov.com/cumulus_uploads/document/y4asheswh1/YG-Archives-Pol-ST-results-13-150112.pdf - auf Seite 12 von 13

Nirgendwoanders im UK hat die jetzige Fristenlösung soviele Anhänger, und nur die Großstadtbevölkerung von London hat eine geringere Neigung zur Verkürzung der Frist.
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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. September 2014 - 01:03 Uhr:   

Mir scheint, viele verwechseln hier Schottland mit dem katholischen Irland, und selbst das Irlandbild eniger Poster scheint das der 70er Jahre zu sein.
Dort treten nämlich sehr viele gerade wegen der unpopulären Haltung der Kirche zur Abtreibung aus der Kirche aus. Bei Umfragen kann sich durchaus eine Mehrheit der Iren eine Fristenregelung vorstellen. Freilich gibt es dort aber drigendere ökonomische Probleme, die derzeit viel mehr Iren umtreibt.

Tatsächlich steht die Mehrheit der schottschen Bevölkerung in den meisten Themenbereichen dem Kontinent viel Näher als England. Vermutlich steht Schottland in der ideologischen Skala Europas sogar noch weiter "links" als die skandinavischen Staaten.

Morgen werden wir sehen, wohin die Reise geht.
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Tiger78
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. September 2014 - 11:20 Uhr:   

Schottland wäre ohne England durch die Öleinnahmen so reich wie Norwegen. Das meiste Geld aus der Ölförderung sackt aber London ein. Das Pro-Kopf-BIP Schottlands ist deutlich höher als das Englands. Die Schotten haben also keinerlei wirtschaftlichen Vorteile durch die Union.


"Aber als Nationalstaat entstand Deutschland erst 1871 nach drei Kriegen. Wie viel Bestechung war etwa nötig um den Bayernkönig zu einem Ja zur Union zur bewegen?"

Bayern gehörte auch vor der Reichsgründung immer dem HRRDN und nach 1815 dem deutschen Bund an. Der Vergleich mit Schottland, welches von England mit Gewalt unterworfen wurde hinkt daher völlig.
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. September 2014 - 14:28 Uhr:   

@Tiger78
"Das meiste Geld aus der Ölförderung sackt aber London ein." - Das ist das große Missverständnis: London steht hier nicht für ein anderes Land sondern für die Bundesebene.

Das Problem ist der Staatsaufbau des Vereinigten Königreichs. Während in Deutschland die Frage, ob eine politische Entscheidung in die Bundeszuständigkeit fällt oder Ländersache ist, oft sehr klar zu beantworten ist und diese Antwort dann bundesweit gilt, hat UK keine Länder, sondern individuelle Übertragungen von Befugnissen an lokale Parlamente, wobei ausgerechnet England kein solches hat und die dortigen Entscheidungen von Abgeordneten aus dem gesamten Land getroffen werden.
Die Befugnisse wurden teilweise auch noch mit Wahlkreisen bezahlt - die Regionen haben etwas weniger als ihnen zustünden.
Eine Lösung wären flächendeckend regionale Landtage mit eigenen Einnahmen statt mit Subventionen aus Westminster, aber nur ein Bundesrat light, der die Rückübertragungen von Kompetenzen mit einem Veto verhindern kann und die Kompatibilität der regionalen Regelungen gewährleistet.
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Marc
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. September 2014 - 16:44 Uhr:   

@Tiger78,

der Deutsche Bund war aber kein Staat, sondern eine bloße Konföderation souveräner Staaten (eher vergleichbar mit der UNO - es gab noch nicht mal Freihandel zwischen allen Staaten, daher sogar noch loser als die NAFTA).

Das HRRD war kein moderner Staat und spätestens ab dem 16/17 Jhr. (allerspätestens ab 1648) lag die Souveränität bei den einzelnen Fürsten. Der Kaiser war nur noch souverän über sein Königreich (Österreich-Ungarn). Im Übrigen war er nur "Souzerän" wie Grotius im 17 Jhr. zurecht schrieb. Spätestens ab 1648 war dies auch rechtlich so vereinbart (Westfälischer Friede, Westfälisches Systeme). Die einzelnen Königreich, darunter auch Bayern, führten ja auch immer wieder mal gegeneinander Krieg (besonders Preußen-Österreich). Oder auch der Dt. Krieg 1866 (Preußen-Österreich und Verbündete, darunter auch Bayern).

Kurzum: Bayern war zumindest von 1648 bis 1871 ein souveräner Einheit, ebenso wie Preußen oder Baden oder Württemberg sowie andere Fürstentümer und Königreiche (wie z.B. das Königreich Hannover (bis 1866)).

Insofern durchaus vergleichbar.


Auch wurde Schottland 1707 nicht gewaltsam unterworfen sondern es trat freiwillig der Union mit England bei.

Die Schotten sprechen heute auch alle Englisch. Gälisch sprechen nur wenige Personen. Insofern sehe ich genauso wenige Gründe für eine Abspaltung von Schottland vom Vereinigten Königreich wie für eine Abspaltung Bayerns von Deutschland.

Und wenn das ökonomische Argument kommt: Mit dem selben Argument könnte sich Bayern von Deutschland abspalten, denn es ist auch Nettozahler.

Was die schottische Zukunft betrifft: Das Öl in der Nordsee geht auch irgendwann mal zur Neige. Schottland ist daher gut beraten in einer starken Union mit England zu bleiben, in der es seit 307 Jahren ist. Und das waren für Schottland erfolgreiche Jahre.
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Holger81
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. September 2014 - 16:56 Uhr:   

@Tiger78:
"Bayern gehörte auch vor der Reichsgründung immer dem HRRDN und nach 1815 dem deutschen Bund an. Der Vergleich mit Schottland, welches von England mit Gewalt unterworfen wurde hinkt daher völlig."

Lesen Sie mal http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Krieg: Preußen führte 1866, nur 5 Jahre vor der Reichsgründung, einen Krieg auch gegen Bayern und ein Dutzend anderer deutscher Staaten, von denen es die Hälfte nach seinem Sieg annektierte, was zur Auflösung des Deutschen Bundes und zum von Preußen dominierten Norddeutschen Bund, dem Vorgänger des Reiches, führte. Da ist ein viel klarerer zeitlicher und inhaltlicher Zusammenhang als zwischen der Vereinigung Großbritanniens und der Schlacht von Culloden 40 Jahre später (bei der übrigens auf beiden Seiten Schotten kämpften).


@Jan W.:
"Die Befugnisse wurden teilweise auch noch mit Wahlkreisen bezahlt - die Regionen haben etwas weniger als ihnen zustünden."

Nein, die kleineren nations haben m.W. immer noch überproportional viele Abgeordneten, auch wenn die Überproportionalität im Gegenzug zur devolution etwas reduziert würde.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. September 2014 - 17:15 Uhr:   

@Tiger78
"Das Pro-Kopf-BIP Schottlands ist deutlich höher als das Englands. Die Schotten haben also keinerlei wirtschaftlichen Vorteile durch die Union."
Stimmt nicht. Das BIP pro Kopf ist in Schottland niedriger als im gesamten Königreich.

Vom Erdöl sind zwei Drittel weg, wenn die Shetland-Inseln sich ihrerseits von Schottland abspalten. Zu einem unabhängigen Schottland wollen die Einwohner wohl eher nicht und die SNP ist dort schwach. Auch in dieser Hinsicht wird das Abstimmungsergebnis näheren Aufschluss bringen.
http://uk.reuters.com/article/2014/04/16/uk-scotland-independence-shetland-idUKBREA3F0SH20140416
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. September 2014 - 20:17 Uhr:   

@Jan W.: Danke für den Link zur Umfrage. Ich kann allerdings keinen relevanten Unterschied in der Auffassung der verschiedenen Regionen zu dieser Frage in der Umfrage erkennen, das sind nur ein paar Prozentpunkte rauf und runter bei den einzelnen Zeilen. Allerdings verblüfft mich das Ergebnis doch einigermaßen: Lässt man die 17 % don't knows weg, ist die (knappe) Mehrheit der Befragten in ganz Großbritannien für die Verschärfung (Verkürzung der Frist) oder (nur wenige Prozent) für die Abschaffung der Möglichkeit der Abtreibung. Hätte ich nie für möglich gehalten. Ich hätte das als durchgängigen Konsens betrachtet und war deshalb wie o.a. angegeben über die Info meiner schottischen Gesprächspartner etwas verwundert.

@Ingo Zachos: 2002 gab es in Irland eine Volksabstimmung, ob das von 1861 stammende Gesetz, das die Abtreibung verbietet, noch weiter verschärft werden soll, in dem auch bei konkreter Gefahr für einen Selbstmord der werdenden Mutter eine Abtreibung verboten werden sollte. Das war (und glücklicherweise für die Betroffenen ist) nämlich noch erlaubt. Die Volksabstimmung ging mit fast 50 zu 50 und einer ganz knappen Mehrheit aus, die diese Verschärfung nicht wollte. Weite Teile des ländlichen Irlands waren für diese Verschärfung. War "damals" (und nicht in den 1970ern) ein ziemlicher Hammer. Gibt's bestimmt noch einiges im Internet zu finden, vor allem im englischsprachigen. Ich würde Dir unbedingt einen Urlaub im ländlichen Irland empfehlen, wunderschöne Landschaft um den Shannon und großartige Küstenpanoramen, und dabei Besuche in der Kneipe und Gespräche mit Einheimischen. Die Uni in Dublin ist nicht Irland, und Aupairmädchen sind üblicherweise keine Irinnen.
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. September 2014 - 22:26 Uhr:   

Es zeichnet sich eine extrem hohe Wahlbeteiligung ab. Die Meldungen reichen von 85 bis 95 %. Laut Umfragen führte das NO-Lager etwa 4%. Die Unentschlossenen neigen aber anscheinend deutlich zum YES (Ich hatte irgendwo was von je nach Institut von ca. 55-70 % gelesen) Könnte die hohe Beteiligung darauf hindeuten, dass YES mehr Stimmen enthält als die Umfragen vorhersagen?
Es bleibt wohl bis morgen früh abzuwarten.
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Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. September 2014 - 23:15 Uhr:   

Um 23.30 Uhr wird YouGov sein on-the-day poll veröffentlichen.
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. September 2014 - 23:33 Uhr:   

YouGov #IndyRef prediction: YES 46%, NO 54% - http://y-g.co/1mjwlQz
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Christian Schmidt
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. September 2014 - 23:43 Uhr:   

Auf der Referendum-Seite steht: "97 Prozent der Wahlberechtigten haben sich für die Abstimmung registrieren lassen."

Genauer wäre zu schreiben dass 97 Prozent der geschätzten Wahlberechtigten sich für die Abstimmung registrieren haben lassen - denn wegen fehlender Meldepflicht ja keiner genau weiss wie viele Wahlberechtigte es eigentlich gibt...}
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Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. September 2014 - 23:48 Uhr:   

YouGov ist sich zu 99% sicher, dass die Schotten mit No abgestimmt haben.
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Marc
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 19. September 2014 - 08:48 Uhr:   

Ein gutes Ergebnis für das Vereinigte Königreich.

55% der Schotten stimmen für den Verbleib beim Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland.
Nur 45% stimmen für die Unabhängigkeit.

Ein eindeutiges Ergebnis für die Union.

Glückwunsch an Schottland für diese weise Entscheidung.

Glückwunsch an das Vereinigte Königreich, das wieder einmal eine schwierige Bewährunsprobe überstanden hat.

(Beitrag nachträglich am 19., September. 2014 von Marc editiert)
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 19. September 2014 - 14:52 Uhr:   

Nun, betrachtet man mal die Abstände zwischen JA und NEIN, so haben jene 4 Council Areas (inkl. Glasgow), die mehrheitlich mit JA gestimmt haben, zusammen 48977 Stimmen Vorsprung für das JA-Lager errungen.
Allein in der Hauptstadt Edinburgh gab es einen NEIN-Vorsprung von 70711 Stimmen. Wenn alle Hochburgen durch eine Stadt ausgeglichen werden und die 27 anderen Council Areas (~ Städte und Landkreise) mit JA stimmen, dann hat man ist das schon recht deutlich.
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Marc
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 19. September 2014 - 19:57 Uhr:   

@Jan W.

da ist Ihnen ein kleiner Fehler am Ende unterlaufen, Sie meinten dass neben Edinburgh auch weitere 27 Counties mit NEIN gestimmt haben.

Insgesamt haben 28 Counties gegen die Unabhängigkeit gestimmt, nur 4 dafür.

Mit am deutlichsten war die Ablehnung auf den Shetland-Inselnd:

Ja: 36,29 % (5.669)

Nein: 63,71 % (9.951)


Dort bildete sich bereits eine Bewegung die im Fall einer Unabhängigkeit Schottlands für eine Separation von Schottland und dem Verbleib beim Vereinigten Königreich als selbstverwaltetes Gebiet eintrat.

Wenn dieses Gebiet beim Vereinigten Königreich geblieben wären, wäre übrigens auch ein Großteil der Öleinnahmen, die Schottland ja für sich reklamiert, weg gewesen.

Wie einst im Fall Nordirland hätte sich London hierbei darauf berufen können, dass die Mehrheit der Bevölkerung des Gebiets im Vereinigten Königreich bleiben möchte. Schottland hätte dies wohl oder übel akzeptieren müssen.

Auch von daher war das Votum der Schotten weise. Sie behalten die Inseln als britischer Teilstaat und werden auf Grund der anstehenden weiteren Devolution weitere Kompetenzen für ihr Parlament erhalten.

Im Ergebnis haben sie wirklich das beste aus zwei Welten - einmal weitgehende Selbstverwaltung andererseits den Vorteil der Zugehörigkeit zum Vereinigten Königreich, einem großen Land mit einer langen Geschichte und Tradition und einer immer noch wichtigen Rolle in der Welt, und den Zugang zu den Bodenschätzen in der Nordsee, von der sie als Teil dieses Königreichs profitieren können. Dies wäre im Fall einer Unabhängigkeit unsicher gewesen
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Christian Schmidt
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 20. September 2014 - 12:44 Uhr:   

Wobei man sagen muss das im Laufe des Wahlkampf sich die Alternativen de facto ziemlich geändert haben.

2012 wollte die schottische Regierung eigentlich über 3 Alternativen abstimmen lassen: Erstens Unabhängigkeit, zweitens Übertragung weiterer Zuständigkeiten an das schottische Parlament ('devo max') und drittens status quo - wohl wissend dass damals alle Umfrage zeigten das devo-max die beliebteste Alternative ist und bei einem yes/no-Referendum laut Scottish Attitudes Survey die Unabhängigkeitsgegener wohl mit 2/3-Mehrheit gewinnen würden.

Cameron hat sich darauf nicht eingelassen, und es wurde eine reines yes/no-Referendum. Als dann aber die Umfragewerte für yes in die Höhe schnellten, fingen Cameron und Clegg und Milliband und Brown an ziemlich viele Versprechungen zum machen was die Schotten alles bekommen würden wenn sie mit Nein stimmen - Cameron, Clegg und Milliband machen ihren 'Vow' im Daily Record, Brown sprach davon dass 'a no vote is a vote for change'. Sprich die Alternatives waren jetzt de facto Unabhängigkeit und devo-max. Und das war immer schwer zu gewinnen.

Es ist übrigens glasklar das es wirklich die Interventionen von Brown, Cameron, etc. waren die den Aufstieg von yes in den Umfragen abbremsten: In den letzten Umfragen von YouGov is die Anzahl der no-Unterstützer die glauben das Schottland im Falle eines nos wirklich devo-max bekommt von 54% auf 74% gestiegen - umd da weiterhin ein signifikanter Anteil der no-Anhänger ihre Meinung ändern würden wenn devo-max nicht kommt (je nach Umfrage 10-20%, also genug zur Mehrheitsumkehr), war das wohl mitentscheident.
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 20. September 2014 - 14:33 Uhr:   

@Marc
Ja, stimmt, die 27 übrigen councils haben natürlich NEIN gestimmt.

Natürlich wurde das NEIN am Ende noch aufgehübscht. Diesen Vorteil hatte die UK-Regierung auf ihrer Seite. Das YES-Lager dagegen warb für Scheidungsverhandlungen ungewissen Ausgangs.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 20. September 2014 - 16:46 Uhr:   

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Bernhard Sellheim
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 20. September 2014 - 20:26 Uhr:   

Mal blöd gefragt:
Wie funktioniert das eigentlich mit der Registrierung als Stimmbürger im UK? Muss man das vor jedem anstehenden Urnengang erneut tun?
Muss man dazu persönlich irgendwo vorstellig werden oder geht das irgendwie schriftlich? Und wie legitimiert man sich dabei?
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 21. September 2014 - 17:30 Uhr:   

http://www.aboutmyvote.co.uk/faq/registering_to_vote.aspx
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Christian Schmidt
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 06. November 2014 - 20:39 Uhr:   

Mal ein update:

Die ersten beiden Umfragen nach der Wahl zeigen 49-51% yes (und halt 51-49% no).

Auch ansonsten hat sich etwas getan, die Yes-Parteien haben jeweils ihre Mitgliedszahlen mehr als verdreifacht. Die schottischen Gruenen haben jetzt ueber 7000, die SNP ueber 80 000. Bei 5 Millionen Einwohner entspraeche das so 110 000 und 1,4 Million in Deutschland.

Die Vorsitzenden der Arbeiterpartei in Schottland ist zurueckgetreten.

Die letzten Umfragen in Scottland fuer Westminster (Wahl im Mai) sehen so aus:

SNP: 45%/52%/43%
Labour: 28%/23%/27%
Tories: 15%/10%/15%
UKIP: 7%/2%/6%
Lib Dem: 3%/6%/4%
Green: 1%/2%/6%

Die SNP wuerde ueber 40 Sitze gewinnen (zur Zeit haben sie 6), Labour 10-15 (anstelle von 41), die LDs 1-2 halten (von 11) und die Tories ihren einzigen vielleicht halten oder auch nicht.

Bei den Umfragen zum schottischen Parlament (wo Verhaeltniswahlrecht gilt, naechste Wahl aber erst 2016) schneiden die Gruenen mit so 10% am drittbesten ab, Tories etwas schwaecher, ansonsten aehnlich.
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 06. November 2014 - 21:19 Uhr:   

Interessant ist auch eine Umfrage über die Wahlabsicht bei einen EU-Austritts-Referendum gesplittet nach yes und no-Wählern.

Alle befragten Schotten: 52% stay, 48% leave

Yes voters: 57% stay, 43% leave
No voters: 48% stay, 52% leave

http://wingsoverscotland.com/the-reluctant-internationalists/

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