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Matthias Cantow
Moderator
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 08. Juli 2010 - 08:17 Uhr: | |
Es gibt eine neue Wahlumfrage zur Bürgerschaftswahl von Psephos für DIE WELT, BILD und Sat.1. |

zigzag
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| | Veröffentlicht am Montag, 26. Juli 2010 - 19:47 Uhr: | |
Am 21.07.2010 wurde auch die Direktwahlfrage gestellt: Olaf Scholz (SPD): 48% Christoph Ahlhaus (CDU): 24% weder noch: 16% keine Meinung: 12% http://mobil.abendblatt.de... |

SaaleMAX
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Montag, 26. Juli 2010 - 21:00 Uhr: | |
Derweil rücken Hamburgs Grüne in der Schwarz-Grünen "Traumehe" von Ahlhaus, dem designierten Kandidaten für das Amt des reg. Bürgermeisters ab. Grund: Seine Mitgliedschaft in einer "schlagenden Vereinigung". Ob Ahlhaus wirklich gewählt wird steht zur Zeit in den Sternen. Richtig wäre nach dem freiwilligem Abtritt des Hamburger Regierungschefes von Beust eindeutig eine Neuwahl. Alles andere wäre wahlpolitische "Kuhkacke" und keinem in der Stadt mehr vermittelbar. |

Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 30. Juli 2010 - 21:42 Uhr: | |
Neue Umfrage von YouGov für die Hamburger Morgenpost (http://www.mopo.de/2010/20100730/hamburg/politik/nur_13_1_prozent_wollen_christoph_ahlhaus.html): CDU 18,8% SPD 47% GAL 11,8% FDP 8,4% Linke 9,9% Andere 4,1% Befragte: 403 Ich halte - nicht nur wegen der geringen Zahl der Befragten - diese Umfrage allerdings für etwas halbseiden. Die Tendenz (deutliche Verluste für die CDU, Gewinne für alle anderen Parteien) kann ich zwar nachvollziehen, wenn ich mich in Hamburg so umhöre, aber das Ergebnis scheint mir doch arg überzeichnet zu sein. YouGov scheint überhauptnicht zu gewichten. |

Silencio Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 30. Juli 2010 - 22:16 Uhr: | |
Hmm, wie war das noch? In NRW lag YouGov gar nicht mal so falsch, oder? Aber 18,8 %??? Neee, beim besten Willen nicht. |

Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 30. Juli 2010 - 22:39 Uhr: | |
@ Silencio Klar, wenn es um die aktuelle Stimmung nach dem Volksentscheid und dem angekündigten von-Beust-Rücktritt ginge, könnte ich das ja noch verstehen. Aber als Sonntagsfragenergebnis ist das doch eher schräg. Wenn die Umfrageergebnisse gelautet hätten CDU 31 SPD 40 GAL 11 FDP 6,5 Linke 8 Andere 4 hätte ich das für durchaus möglich gehalten, aber trotz der in Hamburg üblichen Volatilität passt das YouGov-Umfrageergebnis nicht wirklich. |

Ratinger Linke Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Samstag, 31. Juli 2010 - 03:45 Uhr: | |
Eine Onlineumfrage mit so wenig Befragten kann man wohl vergessen. Bei den angegebenen 20% Unentschiedenen/Nichtwählern sind das netto 320 Befragte und bei der CDU 60, die wohl noch eher hochgewichtete 50 sind (YouGov hat (bundesweit) 10% ab 60 im Panel, während es in Hamburg 24% sein sollten). Eigentlich müsste das Panel mehr hergeben. Vor einem halben Jahr waren es 4000 Aktive in Hamburg und inzwischen sicher mehr. Da könnte man (bei gut 50% Rücklauf) theoretisch zumindest eine 1000er-Umfrage rausziehn, bei der man nicht viel gewichten muss. Tatsächlich wird das Panel aber wohl möglichst gleichmäßig ausgelastet und daher deutlich gewichtet (ganz ohne Gewichtung wären die Zahlenwerte nicht möglich, wenn die 20% Unentschiedene/Nichtwähler ungefähr stimmen, und völlig unfähig ist YouGov sicher nicht). |

Lensen
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 12. November 2010 - 10:35 Uhr: | |
Psephos befragte im Auftrag von "Bild Hamburg", "Welt Hamburg" und Sat.1 Regional: SPD 40 Prozent, CDU 35 GAL 12 Linke 6 FDP 4 Direktwahl: Scholz 42% Ahlhaus 28% http://www.bild.de/BILD/regional/hamburg/aktuell/2010/11/12/exklusiv-umfrage/absolute-mehrheit-fuer-rot-gruen-scholz-soll-buergermeister.html |

Matthias Cantow
Moderator
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 01. Dezember 2010 - 11:21 Uhr: | |
Die erste Wahlumfrage nach dem Ende der Schwarz-grünen Koalition: Institut: Forschungsgruppe Wahlen Auftraggeber: ZDF Befragungszeitraum: 29.–30.11.2010 Befragte: 1.006 SPD: 41 % CDU: 22 % GAL: 21 % LIN: 7 % FDP: 4 % Son: 5 % Übersicht: Wahlumfragen in Hamburg Quelle: ZDF, Hamburg: Klares Votum für Olaf Scholz |

Björn
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 01. Dezember 2010 - 17:50 Uhr: | |
Wie kommt es, dass Psephos 35 % im November misst und FGW 22 % für die CDU (und die GAL bei 21%). Eigentlich müsste doch eigentlich die GAL schlechter bewertet werden, wenn man sich mal das Echo anschaut (von wegen ohne Not und erkennbaren Grund aus der Koalition raus). Diese Umfrage verwundert mich daher. |

Frank Schmidt
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 01. Dezember 2010 - 22:08 Uhr: | |
Institut: Psephos Auftraggeber: Hamburger Abendblatt Befragungszeitraum: 29.11.-1.12.2010 Befragte: 1.002 SPD: 45% CDU: 28% GAL: 14% LIN: 6% FDP: 3% Son: 4% (siehe Wahlumfragen in Hamburg) |

Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 02. Dezember 2010 - 00:33 Uhr: | |
@ Björn: Das ist ganz einfach: Vor und nach dem Krach gemachte Umfragen müssen verschiedene Ergebnisse zeigen. ------------------------------------------------------------------- Zum Trend: Die SPD ist klar der lachenede Dritte. Sie kann nur profitieren. Die CDU hat wie schon in den 50er Jahren gleich mehrere Koalitionspartner verschlissen, und Ahlhaus ist kein Kapitän, sondern wirkt eher wie der Schiffskoch beim Navigieren. Zudem hat die Bundes-CDU mit Angriffen auf die Grünen nicht nur diese Koalition, sondern auch die in Saarland destabilisiert. Das verstehen nicht mal ihre Anhänger so richtig. Als ob die Grünen auf Volksparteiebene stünden. --------------------------------------------------------------------------- Dennoch wird es nicht wie nach dem Ende des Hamburger Blocks eine SPD-Ära geben, aber es scheint eine absolute Mehrheit möglich, wenn ich auch denke, bis zur Wahl reicht es "nur" zur eindeutig stärksten Partei. ------------------------------------------------------------------------- Die bundespolitischen Folgen sind zunächst nur marginal, aber wieder hätte die CDU eine klare Mehrheit verschossen, und Saarland und B-W wackeln bedenklich, auch Schelswig-Holstein wird wohl eher eine Niederlage. Dort spielt die CDU/FDP auf Zeit, was ihr beim Wähler letztlich nicht gut bekommen wird. ------------------------------------------------------------------------ Fazit: keine gute Nachricht für Merkel, das diese Regierung zerbricht, und Rot-Grüne Wechselwähler sind derzeit eher bei der SPD anwerbbar. Mal sehen, ob Kraft 2011 neu wählen lässt. Sie hätte gute Chancen auf eine satte Mehrheit. Das wäre zwar sehr taktisch, aber warum nicht, und wenn sie gewinnt ateht sie SPD wie ein Phönix da! Die Grünen haben sich auch blamiert, und wer Rot-Grün will, wird sie nun bestimmt nicht wählen, sondern lieber SP |

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 02. Dezember 2010 - 03:48 Uhr: | |
@Björn: Die Leute, die das Verhalten der Grünen nicht gut finden, wählen zum größten Teil sowieso nicht grün. Allgemein sind die Wähler selten nachtragend, und die Aussicht auf eine rot/grüne Regierung trifft wohl doch eher das Interesse im grünen Potenzial als der bisherige Stand. Abgesehn davon sind Neuwahlen momentan generell sehr beliebt; da werden doch die Grünen auch jenseits ihres Wählerstamms eher als die Helden gesehn. Wobei es inzwischen ja eine neue Umfrage von Psephos gibt, die nicht völlig identisch mit der von der FGW ist. Der Trend ist zwar gleich, aber das Ausmaß ist wohl recht unsicher. Ein Teil der Änderung (oder die ganze) beruht natürlich darauf, dass die Sonntagsfrage bis vor Kurzem reine Theorie war, während es inzwischen eine gewisse praktische Relevanz gibt. Normalerweise ändert sich das vor Wahlen weniger abrupt, aber das Ergebnis könnte genau das gleiche sein. Die bundespolitischen Folgen sind zunächst, dass Union und FDP fast wieder eine Mehrheit im Bundesrat haben. Kraft kann nicht neu wählen lassen, falls es den wahrscheinlichen Verlieren nicht recht ist. |

Matthias Cantow
Moderator
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 02. Dezember 2010 - 10:32 Uhr: | |
Das Hamburger Abendblatt zu den Gründen für die unterschiedlichen Werte der letzten beiden Umfragen (kostenpflichtig, abrufbar über Google: Die Formel macht das Ergebnis). |

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 02. Dezember 2010 - 12:59 Uhr: | |
Besonders ergiebig sind die Aussagen nicht. Dass ein guter Teil der Abweichung rein zufällig sein kann, ist eh klar. Dass die FGW nicht nach Recall gewichtet, war ohnehin ziemlich klar, und Psephos hat wahrscheinlich gar keine Daten, mit denen es ernsthaft einen Bundestrend berücksichtigen könnte. Indirekt wird wohl unterstellt, dass das die Gegenseite jeweils schon macht, aber das bleibt Spekulation. Dass die FGW versucht hat, das Hamburger Wahlrecht abzubilden, hat schon das ZDF veröffentlicht, aber das ist meines Erachtens mit einer Telefonumfrage gar nicht vernünftig möglich. Das Panaschierverhalten wird wesentlich von den kandidierenden Personen abhängen, und die sind noch gar nicht bekannt. Ob es tatsächlich so viele reine Parteipanaschierer gibt, halt ich für fraglich, wobei das aber auch wesentlich von der Stimmzettelgestaltung abhängen wird, bei der die Landeswahlleitung praktisch völlig frei ist (falls die künftige Wahlordnung nichts festlegt). Ein Stimmzettel in Heftform dürfte die Panaschierneigung z.B. nicht gerade erhöhen. Die kandidierenden Parteien sind übrigens auch noch nicht bekannt. Etliche werden wegen der kurzen Frist an der Unterschriftenhürde scheitern. Bülent Çiftlik kann aber auch ohne Unterschriften kandidieren (und hat gute Chancen, gewählt zu werden). |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 03. Dezember 2010 - 00:38 Uhr: | |
"Ein Stimmzettel in Heftform dürfte die Panaschierneigung z.B. nicht gerade erhöhen." ... und die Auszählung nicht gerade beschleunigen. Die Auszählung wird sowieso ein Problem sein. Lässt man im Wahllokal auszählen, werden die Wahlhelfer die Nacht durchmachen müssen und stark übermüdet jede Menge Zählfehler und offensichtlich unstimmige Niederschriften produzieren. Lässt man zentral auszählen, wie 2008 bei den Wahlkreisstimmen (und teilweise bei den Stimmen für Landslisten), wird man erst am nächsten morgen mit dem Zählen anfangen und am Wahlabend gibt es außer den 18-Uhr-Prognosen gar keine Zahlen. Eine Sitzverteilung wird man am Wahlabend so oder so ganz sicher noch nicht haben. 2008 wurde das vorläufige amtliche Endergebnis erst am Mittwochabend bekanntgegeben. "Ob es tatsächlich so viele reine Parteipanaschierer gibt, halt ich für fraglich," 2008 war es gut ein Viertel. http://www.hamburg.de/contentblob/668722/data/erfahrungsbericht.pdf (S. 6 unten) |

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 03. Dezember 2010 - 04:20 Uhr: | |
Das Statistikamt Nord bezeichnet offenbar jede Verteilung von Stimmen an mehr als 1 Person bzw. Gesamtliste als "Panaschieren" (scheint aber selber nicht zu kapieren, was nun was ist). Wirkliche Panaschierer waren nur 13,8 %. Mit "reine Parteipanaschierer" hab ich aber Wähler gemeint, die ihre Stimmen völlig unabhängig von den Personen an verschiedene Parteien vergeben. 2008 haben 10,3 % der Panaschierer keine Personen gewählt, wobei diese Stimmen aber im Gegensatz zur nächsten Wahl völlig wertlos waren (einziger Nutzwert war die Generierung von Überhang). Unklar ist, ob der Bezug die echten oder auch die unechten Panaschierer sind; abhängig davon wären es insgesamt 1,4 bzw. 2,7 Prozent (alles ohne ungültige Stimmen). Dazu kommen vielleicht noch einige, die primär verschiedene Parteien wählen wollten, aber trotzdem konkrete Kandidaten gewählt haben. Wahlanalyse (Seite 37 ff.) Eigentlich ist es absurd, bei den Wahlkreisstimmen überhaupt von "Panaschieren" zu reden. Die Wahlkreislisten haben ja einzig den Zweck, das Wahlergebnis zulasten der Einzelbewerber zu manipulieren, und vielleicht noch, Überhang unwahrscheinlicher zu machen (was aber nichts hilft, sobald sich die Parteien wahlsystemkonform verhalten). Wenn etwas eine reine Persönlichkeitswahl ohne Auswirkung auf die Sitzverteilung nach Verhältnis sein soll, ist es abartig, dass gleichzeitig ein Bewerber mit 0 Stimmen gewählt werden kann, während der Bewerber mit den meisten Stimmen ohne Sitz bleibt. Diese Auswirkungen zu überblicken, ist auch für die Wähler nicht trivial. Das neue Wahlrecht hat immerhin die noch sinnloseren Listenstimmen in den Wahlkreisen abgeschafft, was aber andererseits dazu führt, dass die Auswirkungen der Stimmabgabe praktisch noch weniger vorhersagbar sind. Aus der Wählersicht funktionieren jetzt die Landesstimmen wie 2008 die Wahlkreisstimmen, aber deren Wertung ist völlig anders. Wie viele Wähler 2008 eine ungefähre Ahnung gehabt haben, wie ihre Stimmabgabe wirkt, und wie viele es bei der nächsten Wahl sein werden, ist unklar, aber jedenfalls wird es nur eine kleine Minderheit sein. Insofern kann man vielleicht einfach das Wahlverhalten bei den Wahlkreisstimmen 2008 auf die Landesstimmen der nächsten Wahl übertragen. Zur Auszählung: Man kann auch nur einen Teil am Wahlabend auszählen. So läuft es ja auch in München und Frankfurt. Damit bekommt man einen Trend; eine verlässliche Sitzverteilung nach Listen hat man aber noch nicht (insbesondere wenn wie hier kaum Erfahrungswerte für die Hochrechnung existieren). Wenn man nur die Landesstimmzettel mit 5 Stimmen für eine Gesamtliste zählt, hat man wohl schon deutlich über 50% (2008 waren es 53,8 % bei den Wahlkreislisten; nach Wegfall der einheitlichen Landeslistenstimme werden das eher mehr werden). Wenn man alle zählt (nur nach Listen), die 5 Stimmen nur innerhalb einer Liste verteilt haben, kommt man schon auf annähernd 85%, und der Auszählaufwand ist immer noch kleiner als bei einer Bundestagswahl. Als Bonus kann man dann noch alle restlichen unpanaschierten Stimmzettel auszählen (wär einfacher, wenn es in solchen Fällen eine Regel zur automatischen Reststimmenvergabe gäbe). |

Martin Fehndrich
Moderator
| | Veröffentlicht am Freitag, 03. Dezember 2010 - 11:24 Uhr: | |
Ich kann mir nicht vorstellen, wie man derzeit das Panaschierverhalten vernünftig abfragen will. Wie viele Wähler haben jetzt schon das Wahlrecht verinnerlicht um da eine vernünftige Antwort geben zu können. Das mit der Auszähldauer ist natürlich blöd, weil kein Wähler mehr von der leeren Urnen bis zum ausgezählten Ergebnis die Wahl durchgehend beobachten kann. |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 03. Dezember 2010 - 18:20 Uhr: | |
"Wenn etwas eine reine Persönlichkeitswahl ohne Auswirkung auf die Sitzverteilung nach Verhältnis sein soll, ist es abartig, dass gleichzeitig ein Bewerber mit 0 Stimmen gewählt werden kann, während der Bewerber mit den meisten Stimmen ohne Sitz bleibt. Diese Auswirkungen zu überblicken, ist auch für die Wähler nicht trivial." Das ist nun sehr theoretisch. Die meisten Wähler werden für beide Ebenen parteimäßig gleich oder ähnlich wählen. Der Wähler muss nicht allzuviel raffen. Das gilt zumindest, solange die Schwächen im Wahlsystem nicht genutzt werden und keine anderen Bewerber als von den ohnehin in der Bürgerschaft vertretenen Parteien realistische Chancen auf Mandatsgewinn im Wahlkreis haben. Der entscheidende Konstruktionsfehler ist doch, dass bestimmte Wähler u.U. doppelt die landesweite Sitzverteilung beeinflussen können. Das wird diesmal wahrscheinlich nicht praxisrelevant sein, aber für künftige Wahlen wäre ich mir da nicht so sicher. Die Wahlgleichheit ist jedenfalls dann eindeutig verletzt, wenn andere Bewerber als die der Parteien mit über 5% der Landesstimmen in die Bürgerschaft kommen sollten. |

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 03. Dezember 2010 - 21:05 Uhr: | |
Dass der Wähler nichts rafft, ist ja die Grundvoraussetzung, dass das System überhaupt funktionieren kann. Im Prinzip gilt das zwar auch für das Bundestagswahlsystem, aber in Hamburg ist es nochmal stark verschärft. Praxisrelevant für den taktischen Wähler ist jedenfalls, dass er sich die Möglichkeiten für doppeltes Stimmengewicht in der Zukunft schon vorher aufbauen muss. Das heißt konkret, in den Wahlkreisen nur Einzelbewerber und notfalls Kandidaten von Parteien, die eine gute Chance haben, an der Sperrklausel zu scheitern, zu wählen. Die Einzelbewerber können dabei völlig unakzeptabel sein (solang sie chancenlos sind), aber viele Stimmen für Einzelbewerber wird in der Zukunft zu Kandidaturen und Stimmabgabe ermuntern. Praxisrelevant ist auch Bülent Çiftlik. Nach den Personenstimmen von 2008 fehlt ihm zwar noch einiges auf einen eigenständigen Sitzanspruch, und die Wahlbeteiligung wird ihm wohl auch eher nicht nutzen, aber wenn die Wähler das Potenzial erkennen sollten, hätte er einen Sitz sicher. Einzelbewerber und Kleinstparteien sind jedenfalls der entscheidende Hebel für die Realisierung des doppelten Stimmengewichts. Eine organisierte Nutzung von oben hat wegen § 22 Abs. 3 BüWG ihre Grenzen, auch wenn die bisherige Rechtsprechung die Anwendung faktisch auf Satz 2 beschränkt. Wenn z.B. Olaf Scholz als Einzelbewerber auftreten würde, könnte man ihm (oder der SPD) wohl nichts anhaben. |
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