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Wilko Zicht
Moderator
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 21. April 2010 - 22:21 Uhr: | |
@Thomas: Bisher haben die Grünen bei Landtagswahlen in NRW den Bundestrend nur einmal drastisch unterboten. 1985 bekamen sie nur 4,6%. Dafür gab es aber auch eine eindeutige Erklärung: eine innerparteiliche Gruppierung hatte sich damals auf einem Landesparteitag mit Forderungen durchgesetzt, u.a. dass jede Altersgrenze für Sex mit Minderjährigen abgeschafft werden sollte. Wobei Volker Beck das etwas anders darstellt: "Die Grünen in Nordrhein-Westfalen hatten 1985 auf einem Landesparteitag ein Papier 'Sexualität und Herrschaft' zum Diskussionspapier erklärt. Die darin enthaltenen Passagen zur Entkriminalisierung von Sexualität von Erwachsenen mit Kindern hatten auf dem Parteitag keine Mehrheit gefunden. Um der Transparenz der Diskussion willen wurde aber auch die unterlegene Minderheitenposition – als solche gekennzeichnet – im Text beibehalten." Auch im von dir verlinkten Spiegel-Artikel heißt es lediglich: "Trotz etlicher Warnungen aus den eigenen Reihen billigten die Delegierten den Inhalt nach fast dreistündiger Diskussion mit 76 zu 53 Stimmen, allerdings wegen einiger noch klärungsbedürftiger Dissenspunkte nur als 'Arbeitspapier'." |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. April 2010 - 11:08 Uhr: | |
> Wobei Volker Beck das etwas anders darstellt Na ja, so viel besser macht diese Relativierung das nicht. Die Mehrheit mag sich diesen Forderungen nicht explizit angeschlossen haben - aber sie fand sie offenbar akzeptabel und wichtig genug, um sie weiter auf der Agenda zu lassen und sich nicht klar davon zu distanzieren. Das ist für die Wähler schon eine klare Botschaft. |

Engel Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. April 2010 - 15:57 Uhr: | |
Neue Umfrage von "Omniquest" im Auftrag des Kölner Stadt-Anzeigers: http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-04/16710431-koelner-stadt-anzeiger-umfrage-klare-mehrheit-fuer-rot-gruen-in-nrw-007.htm CDU: 37,5 SPD: 36,8 Grüne: 12,8 FDP: 5,1 Linke: 4,8 |

Kalle Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. April 2010 - 17:26 Uhr: | |
Sieht nicht sehr realistisch aus. Die Linke könnte auf 6,5% kommen und es würde noch für rot-grün alleine reichen. Von Omniquest habe ich auch noch nie was gehört. Vielleicht hätte der KSTA wen fragen sollen der sich damit auskennt? |

Engel Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. April 2010 - 18:30 Uhr: | |
Im politischen Bereich sind Umfragen von denen wirklich eher selten, doch hat die gesamte Firma mit 1200 Interviewern schon eine recht beachtliche Größe. Davon zu reden dass sich die partout "auskennen" halte ich da für etwas übertrieben... |

Engel Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. April 2010 - 18:33 Uhr: | |
In den obigen Beitrag müsste im letzten Satz natürlich noch ein "nicht" hinein... |

Ratinger Linke Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. April 2010 - 18:53 Uhr: | |
Mag aber sein, dass sie nicht die Technik der anderen Institute beherrschen, die Umfragedaten an die vermutete Wirklichkeit anzupassen. Dafür, dass es sich um ein tatsächliches Umfrageergebnis handelt, spricht auch die Angabe der Nachkommastelle; der recht niedrige Wert für die FDP wäre mit den letzten Rohdaten der FGW kompatibel. |

Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. April 2010 - 19:24 Uhr: | |
Ich vermute, dass einige Wähler der Linkspartei dies bei Umfrageinstituten nicht zugeben. Auch vor (beiden) Hessen-Wahlen - 2008 und 2009 - gab es Umfragen, die die Linke unterhalb der Sperrklausel sahen. Bei beiden Wahlen erzielten sie aber einen Wert oberhalb von 5%. Und NRW ist städtisch geprägt. Ich denke zwar, dass es unter den Wählern der Linken durchaus einen Trend in Richtung rot-grün gibt, der aber nicht ausreicht, die Linkspartei unter 5% zu drücken. Vor allem glaube ich nicht an den niedrigen Wert der FDP. Ich vermute ein 5-Parteien-Parlament mit einer (knappen) rot-rot-grünen Mehrheit, wie es bislang andere Umfrageinstitute auch prognostiziert haben. |

nowhereman
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. April 2010 - 19:33 Uhr: | |
Wenn da nicht die SPD als Cofinazierer der Umfrage aufgetreten ist...diese Werte würden dann doch ihr am meisten zusagen... So viele Kumpels aus dem Ruhrpott oder Arbeiter aus Köln und anderen einstigen Hochburgen sollen wieder "Bock auf SPD" haben? Das ginge nur, wenn Kirchgänger auf dem flachen Lande, Mittelständler in den Städten und Kriegsdienstverweigerer zuhause blieben, also gar nicht. |

Klaus Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. April 2010 - 20:35 Uhr: | |
Die Umfrage ist ein lächerlicher, peinlicher Witz, der jetzt ärgerlicherweise von sensationsgeilen und schwarz-gelb hassenden Journalisten überall verbreitet wird. Mal ernsthaft: die Zahlen sind so blödsinnig, dass es weh tut. Treffsichere Wahlumfragen sind komplex, diese Honks haben vermutlich nicht einmal die Ergebnisse der vorigen Wahlen abgefragt, um Auswahlfehler, unterschiedliche Mobilisierungsstärken und absichtliche Falschaussagen (z.B. von NPD-Wählern) auszugleichen. Und das ist noch die freundliche Variante, die keine bewusste Manipulation annimmt. Entweder toben sich hier unfähige Amateure aus, oder es werden mit gefälschten Daten Schlagzeilen und Wahlkampf gemacht. Kraftilanti wäre es jedenfalls zuzutrauen... |

Mark Obrembalski
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. April 2010 - 21:37 Uhr: | |
Ich weiß nicht, ob die SPD ein Interesse an solchen Umfragen hat. Es mag sein, dass der Eindruck, den Genossen Trend auf seiner Seite zu haben, hilfreich ist. Andererseits kann es auch sein, dass gerade die Aussicht auf einen knappen Wahlausgang Wähler und Wahlkämpfer der eigenen Seite motiviert. Und die Aussicht auf 4,8 % Linkspartei könnte eben dieser ordentlich Wähler zutreiben. Also wenn _ich_ für die SPD ein Umfrageergebnis zu bestellen hätte, dann würde es deutlich anders aussehen. Nein, ich vermute sehr, dass hier ein Institut ohne große Erfahrung in Wahlprognosen die politische Stimmung erhoben und das Ergebnis für bare Münze genommen hat. |

Mitleser Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. April 2010 - 23:49 Uhr: | |
@Klaus Wäre sehr ungeschickt von "Kraftilanti": Potentielle SPD-Wähler hätten keinen besonderen Anreiz, wählen zu gehen, oder sie wählen Die Linke. FDP- und CDU-Sympathisanten würden mobilisiert werden. Hier noch von Emnid weitere (aber ungewichtete) Umfragewerte, aber ohne Gewähr, dass die stimmen. |

Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. April 2010 - 01:36 Uhr: | |
Es wird m.E. viel von der Wahlbeteiligung abhängen. In Hessen kam bei der Wahl 2009, also der Wiederholungswahl, die Linkspartei trotz eines Verlustes an absoluten Stimmen nur erneut ins Parlament, weil die Wahlbeteiligung gegenüber der Wahl 2008 nochmals gesunken war. Sinkende Wahlbeteiligungen sind heutzutage normal und helfen tendenziell den kleineren Parteien, die ihre Anhänger eher zur Urne bekommen als den großen Volksparteien. Insofern rechne ich damit, dass - wie in der Emnid-Umfrage - die Linkspartei im Landtag sein wird. |

Ratinger Linke Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. April 2010 - 03:07 Uhr: | |
@Klaus: Die Recallfrage bringt für eine einzelne Umfrage praktisch gar nichts. Eben weil die Antworten nachweislich ziemlich falsch sind (sei es absichtlich oder einfach durch Vergesslichkeit) kann man sie nicht für eine seriöse Gewichtung verwenden. Auf lange Sicht kann man daraus (unverifizierbare) Annahmen ableiten, dass die Antworten bei zukunftsgerichteten Fragen ebenso falsch sein werden, aber erstens setzt das voraus, dass sich das Verhalten der Wähler nicht ändert (womit sich die zentrale ulmersche Frage stellt, warum man dann überhaupt Umfragen macht, wenn man das Ergebnis vorher schon kennt), und zweitens braucht man dafür eine ganze Menge Daten, die auch die spezialisierteren Institute für Landtagswahlen nur sehr beschränkt haben (zumal sich zwischenzeitlich das Wahlsystem geändert hat). Im Prinzip ist die Lage bei nicht wahlbezogenen Umfragen nicht anders. Bloß fallen da die Fehler weniger auf, weil sie noch viel weniger überprüfbar sind. Mir wären relativ rohe Zahlen plus Dokumentation ihrer Defizite viel lieber, weil ich mir dann selber ausrechnen könnte, wo die Wirklichkeit vielleicht liegen könnte, anstatt auf die Abschätzungen der Institute vertrauen zu müssen, die gerade bei Landtagswahlen in der Vergangenheit oft so weit daneben gelegen haben, dass es selbst mit völlig untauglichen Rohdaten nicht viel schlimmer gewesen sein könnte. @Bernhard Nowak: Interessant dazu übrigens die Daten der letzten Umfrage aus Baden-Württemberg, bei der die SPD freundlicherweise auch exaktere Zahlen veröffentlicht hat. http://spd.landtag-bw.de/cgi-sub/fetch.php?id=451 Das größte Potenzial unter den 3/4 der Nichtwähler, die sich prinzipiell eine Wahlteilnahme vorstellen könnten, haben dort die Grünen (33%), gefolgt von CDU (27%), Piraten (13%), SPD (11%), FDP (9%) und der Linken (6%). Die Prozente beziehen sich nur auf zirka 80 Befragte und sind entsprechend mit Vorsicht zu genießen, aber dass die Grünen unter den Nichtwählern stärker sind als unter den Wählern dürfte trotzdem signifikant sein, ebenso das Potenzial der Piraten. Andererseits besteht natürlich ein großer Unterschied zwischen den wenigen statistischen Nichtwählern und den tatsächlichen, die das nicht zugeben. Die haben womöglich wirklich eine Affinität zu den Volksparteien. Oder aber zu allem, was gerade als Protestpartei taugt, je nach aktuellem Zufriedenheitsgrad. |

SaaleMAX
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 27. April 2010 - 21:18 Uhr: | |
@ Engel Das Umfrage-Institut OmniQuest prognostiziert der LINKEN ein Wahlergebnis von unter fünf Prozent. OmniQuest betreibt normalerweise Marktforschung für Banken und Chemie-Konzerne. |

nowhereman
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Samstag, 01. Mai 2010 - 21:31 Uhr: | |
@ Klaus: Kraftilanti wäre es jedenfalls zutrauen... Doch arg weit hergeholt, als die SPD um die 20% gehandelt wurde vor 2 Jahren, da hat das liberale und konservative Lager sich sicher nicht um die Seriösität von Umfrageinstitute gekümmert und wer dahinter stecken könnte... Übrigens meine obige Polemik galt dem generellen Versuch vor Wahlen, eine Tendenz von einer Umfrage allein abzuleiten und seien die Werte noch so fragwürdig. Mir ist das nur peinlich, selbst wenn "mein Lager" diesmal davon profitierten sollte. Recht gebe ich Ihnen, wenn Sie den derzeitigen Zahlen misstrauen. Ich habe keine Ahnung, wie es nächste Woche ausgeht. Sie waren ja damals im September sich des Sieges von Schwarz-Gelb mit hohen FDP-Werten sehr sicher. Das dürften Sie aber diesmal seriös so nicht prognostizieren, auch wenn es knapp klappen könnte. Und daran hat nicht die böse linke Presse Schuld, wie Herr Westerwelle ja gerne glaubt. Das fabrizieren die Regierungsparteien schon selber. Juristen der CDU finden das gar nicht lustig, auch Herr Krautscheid nicht: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,692393,00.html |

Wahlticker
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 04. Mai 2010 - 08:53 Uhr: | |
"YouGov"-Umfrage der Bild-Zeitung CDU 35% SPD 35% Grüne 11% FDP 8% Linke 7% http://www.bild.de/BILD/politik/2010/05/04/nrw-landtagswahl-jetzt-beginnt-das/herzschlag-finale-bei-der-kleinen-bundestagswahl-in-nrw.html Wie Authentisch diese Umfrage ist weiß ich allerdings nicht, nach dem selbst die BILD-Zeitung in ihrem Artikel erwähnt, dass es um Online-Befragungen handeln soll. |

OmniGOV Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 04. Mai 2010 - 14:16 Uhr: | |
Ich hab mit meiner Freundin auch mal eine Umfrage auf dem Marktplatz gemacht. Ergebnis: CDU 75% SPD 0% Grüne 0% FDP 25% Linke 0% Sonstige 0% Bitte um Veröffentlichung |

Martin
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 04. Mai 2010 - 14:58 Uhr: | |
Wie soll denn bei einer Online-Umfrage etwas halbwegs aussagekräftiges rausbekommen? Da würde doch, wenn frei zugänglich, die Piratenpartei regelmäßig zweistellig siegen und die CDU völlig untergehen. Und wie man Online eine vernünftige Stichprobe nehmen will, erschließt sich mir zur Zeit nicht wirklich. Bin aber sehr gespannt, wie es weitergeht mit den Umfragen in Zeiten, wo Festnetzanschlüsse seltener und daher unrepräsentativer werden, es aber keine vernünftigen "Telefonbücher" für Handynummern gibt (zum Glück!). |

Hausgast Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 04. Mai 2010 - 15:23 Uhr: | |
In der Tat: Telefonstichproben werden zukünftig wahrscheinlich nicht besser, wenn den Instituten nicht bald was einfällt. Und Online-Instrumente wie z.B. Panels werden immer besser, da sie mehr und mehr die tatsächliche Bevölkerung abbilden. Trotzdem würde mich bei der YouGov-Umfrage interessieren, ob da nur die Leser von Bild.de gefragt wurden oder ob es sich tatsächlich um eine "repräsentative" Umfrage handelt. By the way: Ist eigentlich noch mit Veröffentlichungen zu rechnen? Haut der Stern noch eine raus? Güllner müsste ja eigentlich mal wieder "last-minute" korrigieren... |