Themen Themen Profil Profil Hilfe/Anleitungen Hilfe Teilnehmerliste Teilnehmerliste [Wahlrecht.de Startseite]
Suche Letzte 1|3|7 Tage Suche Suche Verzeichnis Verzeichnis  

101-125

Wahlrecht.de Forum » Umfragen » Wahlumfragen Landtagswahlen » Wahlumfragen Bremen » 101-125 « Zurück Weiter »

Autor Beitrag
 Link zu diesem Beitrag

Nimreem
Veröffentlicht am Montag, 12. Mai 2003 - 15:58 Uhr:   

@ Ralf,

es ist anerkennswert, dass du aufgibst, Fakten immer wieder anzuzweifeln. Logischerweise warst du ja auch nie in der Lage, diese irgendwie zu entkräften. Wie denn auch? Schön wäre es aber, wenn du diese Fakten auch als Fakten akzeptieren könntest.

Aber zu Scherf:
Natürlich könnte Scherf auch bei CDU/SPD-Koalition theoretisch Oberbürgermeister bleiben. Nur der SPD-interne Druck auf rotgrün und der CDU-interne Druck auf einen eigenen Oberbürgermeister wird in diesen Fall so stark sein, dass es dann nicht weiter CDU/SPD geben wird. Denn schon heute will ein grosser Teil der Bremer SPD nicht wirklich diese Koalition. Es gibt sie nur, weil Scherf sie will und die SPD glaubt auf Scherf angewiesen zu sein. Das wird aber sicherlich nicht mehr der Fall sein, wenn die SPD nicht mehr stärkste Partei in Bremen sein sollte.

Das ist ebenso ein Humbug, wie deine Prognose bei absoluter Mehrheit der CDU in Hessen würde es weiterhin eine CDU/FDP-Koalition geben.
 Link zu diesem Beitrag

m.g.s.
Veröffentlicht am Montag, 12. Mai 2003 - 17:33 Uhr:   

Wieso sollte das Humbug sein, dass die bestehende Koalition auch mit staerkerer CDU fortgesetzt wird? Aus Sicht der CDU haette ich da gar nicht so grosse Bedenken. In einer Zeit, da die SPD am Boden liegt, wuerde ich nicht mehr als noetig zum Entstehen einer neuen rotgruenen Koalition beitragen wollen, die am Ende gar positive Impulse auf die Bundesregierung (oder jedenfalls deren Waehler) ausuebt. Wenn schon Schwarz-gelb nicht moeglich sein wird, dann doch besser grosse Koalition fortsetzen als rotgruen zulassen. Zumal die CDU ja offensichtlich mit Scherf kann und er ihnen nicht neu vor die Nase gesetzt wird.

Umgekehrt wird eher ein Schuh draus, dass naemlich so viele Leuteaus der Bundesregierung (vielleicht auch aus Bremen, daran glaube ich aber weniger) die Finger im Spiel haben, dass sie Scherf zwingen, rot-schwarz aufzugeben. Praktisch wird sich das darin aeussern, dass sie Forderungen stellen, die die CDU nicht ohne Gesichtsverlust hinnehmen koennte. Sollte dieses Szenario in Betracht kommen, koennten die Rot-schwarz-Gegner aus der Bundesregierung sagen, letztes mal haben wir Dir freie Hand gelassen, diesmal sind wir dran (natuerlich wird dieses Argument nicht oeffentlich geaeussert, sondern nur bei der internen Kungelei).

Allerdings werden Schroeder und Co. nicht wirklich viel davon haben, wenn sie rotgruen durchdruecken, da die Kraefteverhaeltnisse im Bundesrat nicht entscheidend beeinflusst werden.

Aber warten wir die Ergebnisse ab.

Markus

P.S. Nimreem: Dieses Spielchen muss doch jetzt nicht in jedem Thread aufgemacht werden.
Ralf, Nimreem: Postet doch mal die Links zu den OECD-Zahlen und den Eichel-Zahlen (im entsprechenden Thread), dann kann der Mitleser sich eine Meinung bilden... (ohne dass ich Euch anstacheln will)
 Link zu diesem Beitrag

Nimreem
Veröffentlicht am Montag, 12. Mai 2003 - 18:25 Uhr:   

@ m.g.s.,

ein Oberbürgermeister ist kein Bundeskanzler. Dennoch wird auch dieser eine Richtlinienkompetenz haben.

Theoretisch war ja auch eine CDU/FDP-Koalition bei absoluter CDU-Mehrheit möglich. Es gab immer Argumente, dass es für beide von Vorteil war. Aber wer die politischen Gegebenheiten und Verläufe auch nur ansatzweise in Deutschland kennt und sich keinen politischen Wunschträumen hingibt, wusste, dass das eine völlig unrealistische Vorstellung war. Ein SPD-Oberbürgermeister in Bremen bei stärkerer CDU gehört in die gleiche Kategorie.

Der innerparteiliche Druck sowohl innerhalb von Bremen als auch vom Bund wäre zu gross.
 Link zu diesem Beitrag

Mitte-Rechts
Veröffentlicht am Montag, 12. Mai 2003 - 23:54 Uhr:   

c07:

Ich will ihnen bezüglich Ihrer Analyse in keiner Weise wiedersprechen.
Wenn man Modelle benutzt basieren diese immer auf Annahmen. Und meine waren eben den Bundestrend absolut auf Bremen zu projezieren. Natürlich hätte man das auch relativ machen können, keine Frage. Und dann kommen eben noch spezifische Gründe ( Scherf, Leistung der CDU, Entwicklung in Bremen... ) dazu. Oder um es mal mathematisch auszudrücken:
Ergebnis Bremen 2003 = Ergebnis Bremen 1999 + b*(Abweichung Bundestrend) + epsilon

wobei b: Stärke des Bundestrends ( hab ich mal 1 angenommen)
epsilon: andere Einflussfaktoren ( hab ich 0 angenommen)

Diese Art der Modellbildung ist in vielen Wissenschaften üblich.

Interessant wäre es mal dies für mehrere Landtagswahlen zu untersuchen. Das klappt wenn dann nur für die Union und SPD bei den kleinen funktioniert das sicher nicht.

Wenn ich mal Zeit habe rechne ich das ist bestimmt nicht uninteressant.

Man kann jedes Modell angreifen und diskutieren, aber es einfach mal als blödsinng abzutun ist wirklich blödsinnig.

P.S.: Sowas macht man übrigens auch bei der Analyse von Wahlkreisergebnissen. Ist das Epsilon für einen Kandidaten einer Partei schlecht, dann gibt es "Schimpfe".
 Link zu diesem Beitrag

Nimreem
Veröffentlicht am Dienstag, 13. Mai 2003 - 07:36 Uhr:   

@ m.g.s.,

nein, das ist falsch. Denn das mit dem Bundestrend stimmt ja nicht. Das "Epsilon" der SPD ist bei dir negativ. D.h. die SPD würde stärker als im Bundestrend verlieren. Wieso das passieren soll, hast du bislang nicht begründen können. Jetzt versuchst du deinen Blödsinn auf diese Weise zu verteidigen. Nur passt das inhaltlich nicht.
 Link zu diesem Beitrag

c07
Veröffentlicht am Dienstag, 13. Mai 2003 - 08:31 Uhr:   

Mitte-Rechts:
> Man kann jedes Modell angreifen und diskutieren, aber es einfach
> mal als blödsinng abzutun ist wirklich blödsinnig.

Ich hab ja nur gesagt, dass es nur unter engen Rahmenbedingungen (die häufig nicht gegeben sind) brauchbar ist. Im Allgemeinen kann es aber zu undefinierten Ergebnissen führen, und das ist ganz objektiv kein sonderliches Qualitätsmerkmal für ein Modell.

Aber auch ansonsten ist es doch unmittelbar einsichtig, dass die Annahme, Wählerwanderungen wären unabhängig von der Ausgangssituation, nicht besonders treffend sein kann. Die Frage ist höchstens, ob die simple Abhängigkeit von den vorherigen Parteistärken sehr viel besser ist. Dass auch dieses Modell Mängel hat, hab ich ja klar gesagt. Aber immerhin führt es (nach Normierung) zuverlässig zu konsistenten Ergebnissen.

Inhaltlich setzt die reine Differenzbildung voraus, dass Hochburgen überdurchschnittlich stabil sind. Bezüglich Steigerungen ist das sogar sicher eine vernünftige Annahme, weil die Zahl der Wähler begrenzt ist. Andererseits zeigt die Praxis, dass überdurchschnittliche Verluste in Hochburgen durchaus vorkommen. Deshalb erscheint es mir vernünftiger, in erster Näherung anzunehmen, dass ein Parteiwechsel für jeden bisherigen Wähler einer Partei gleich wahrscheinlich ist. Natürlich ist auch dieses Modell alles andere als perfekt, aber ich wollte ja hauptsächlich klar machen, dass simple Milchmädchenrechnungen für etwas, was man "Projektion" nennen will, nicht genügen.
 Link zu diesem Beitrag

Ralf Arnemann.de
Veröffentlicht am Dienstag, 13. Mai 2003 - 10:12 Uhr:   

@m.g.s.:
Es geht ja eben nicht um die Zahlen, sondern um die Interpretation.
In Deutschland gibt es sowohl überdurchschnittliche hohe Steuersätze als auch überdurchschnittliche viele Subventionen. Diese Fakten sind eigentlich unbestritten.

Die Frage ist nun, ob man Eichel (oder Nimreem) folgen möchte in der Behauptung: "Im Schnitt werdet ihr doch gar nicht so schlimm belastet".
M. E. ist das bei einer hohen Steuerbelastung für ein Individuum oder einen Betrieb völlig irrelevant, wenn irgend jemand anders fette Subventionen bekommt.
Das ist dann so wie mit den offenen Kaminen in den alten Ritterburgen: Vorne wurde man gebraten, hinten fror einem der A... ab.
Das gab dann im Schnitt keine angenehme Raumtemperatur ;-)
 Link zu diesem Beitrag

Nimreem
Veröffentlicht am Dienstag, 13. Mai 2003 - 10:21 Uhr:   

@ Ralf,

"jemand anders"? Betrachtet man es gesamtwirtschaftlich oder betrachtet man es nicht gesamtwirtschaftlich? Und genau das ist das Faktum, das immer falsch unterstellt wird. Man spricht von 48% Belastung der Steuerzahler und vergisst die viel höhere Entlastung auf der anderen Seite. Wer bezahlt denn wirklich, wenn er viel verdient, den Spitzensteuersatz, ohne sich um entsprechende Entlastungen zu kümmern. Diese 48% ist völlig unrealistisch. Daher ja auch die OECD-Studie, deren Zahlen du ja auch nicht bestreitest.
 Link zu diesem Beitrag

Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Dienstag, 13. Mai 2003 - 11:52 Uhr:   

@Nimreem:
> "jemand anders"? Betrachtet man es gesamtwirtschaftlich oder betrachtet
> man es nicht gesamtwirtschaftlich?
Gesamtwirtschaftliche Betrachtung heißt eben NICHT, die Einzelfälle zu ignorieren.
Wenn Du per Los ein Viertel der Steuerpflichtigen raussuchst und mit 100% besteuerst, und der Rest geht steuerfrei aus.
Dann gibt das "im Schnitt" 25%.
Und eine volkswirtschaftliche Katastrophe.
Der Effekt ist eben nicht derselbe wie bei 25% generellem Steuersatz.

> Wer bezahlt denn wirklich, wenn er viel verdient, den
> Spitzensteuersatz, ohne sich um entsprechende Entlastungen zu
> kümmern.
Sehr viele Steuerzahler!

> Diese 48% ist völlig unrealistisch.
Nein. Völlig realistisch. Schwarz auf weiß jeden Monat.

> Daher ja auch die OECD-Studie, deren Zahlen du ja auch nicht bestreitest.Wie beim Temperaturbeispiel: Du läßt von der OECD Hitze und Kälte messen und behauptest dann, die OECD würde von angenehmen Temperaturen sprechen. Aber eben diese Wertung kommt nicht von der OECD.

Und nun Schluß damit.
Ich habe diese Diskussion hier nicht angefangen und möchte sie angesichts Deiner permanenten Weigerung, Fakten und Interpretation zu trennen weder hier noch anderswo weiterführen.
 Link zu diesem Beitrag

Nimreem
Veröffentlicht am Dienstag, 13. Mai 2003 - 12:59 Uhr:   

@ Ralf,

nein, du hast die Diskussion nicht angefangen. Ich habe mir mal erlaubt, dieses Forum mit Fakten zu bereichern und seither versuchst du diese Fakten zu ignorieren, weil sie nicht in deine ideologische verzerrte Weltsicht passen.

Sicher die Wertung "angenehme Temperatur" kam nie von der OECD. Habe ich auch nicht behauptet. Von der OECD kamen die Zahlen. Und Eichel hat die Zahlen nebeneinandergestellt und "bewertet", dass 10 größer ist als 8 und "bewertet", dass, wenn Deutschland da am unteren Rand liegt in der Steuer- und Abgabenlast die Steuer- und Abgabenlast in Deutschland kaum zu hoch sein kann. Natürlich kann man jetzt "bewerten", dass die Steuer- und Abgabenlast in Deutschland immer noch zu hoch ist und, obwohl im internationalen Vergleich recht gering, weiter gesenkt werden muss. Diese Bewertung ist offen. Aber die Zahlen sind Fakt.

Es ist nun mal so, dass in einer gesamtwirtschaftlichen Betrachtung auf Einzelfällen NICHT eingegangen wird. Und immerhin bestreitest du ja mittlerweile nicht mehr, dass die Zahlen stimmen. Immerhin ist dies nun dein Rückzugsgebiet. Aber auch das ist nicht richtig. Erst einmal bleiben wir bei den Fakten, dass die Steuer- und Abgabenbelastung gesamtwirtschaftlich betrachtet in Deutschland nicht höher als in den USA ist (das gibst ja selbst du mittlerweile zu). Nun können wir uns fragen, ob die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland ungleicher verteilt ist als in den USA. Das ist aber eine andere Fragestellung. Über diese haben wir nie diskutiert. Sollen wir?
 Link zu diesem Beitrag

m.g.s.
Veröffentlicht am Dienstag, 13. Mai 2003 - 13:51 Uhr:   

@Nimreem: Ich bin nicht mit dem Forumsteilnehmer "Mitte-Rechts" identisch (nur vorsichtshalber angemerkt)

@Ralf: Das habe ich vielleicht schlecht formuliert; dass es um die Interpretationen geht war mir klar; was die Links angeht kann ich natuerlich auch mal selbst suchen...

@ beide: Offensichtlich diskutiert ihr ueber verschiedene Definitionsmoeglichkeiten des Begriffs "Steuer- und Abgabenlast"; eine Definition kann ein Faktum sein, aber nur wenn man sich ueber die Definition selbst einig ist; es nuetzt nichts (insbesondere in diesem Thread), ueber dieses Manko mit "es ist nunmal so"'s hinwegtaeuschen zu wollen.

Und zu den Bremen-Szenarien: Das ist doch alles Wortklauberei.
Propagieren kann bedeuten, die SPD wirbt offiziell mit diesem Statement. Propagieren kann auch bedeuten, ein Parteienforscher oder irgendwer kommt zu Sandra Maischberger und sagt, aus taktischen Gruenden kaeme es rot-schwarz zu Gute (und waere damit schlecht fuer rot-gruen), wenn die SPD staerker bleibt. In dem Augenblick, in dem dieser Mensch das im Fernsehen sagt, hat er diesen Mechanismus in meinem Wortverstaendnis bereits propagiert. Gleichzeitig hat er damit nicht grundsaetzlich propagiert, dass die Leute SPD waehlen sollen, denn er kann ja auch bezwecken, dass gerade die Gruenen gewaehlt werden, damit es rot-gruen gibt (und sei es indem auf den Abwehrreflex gegenueber der Formulierung "rot-gruen verhindern" abgezielt wird). Aber natuerlich ist es eine Sache der Wortwahl im Einzelfall.
So viel nur zu meinem Verstaendnis von "propagieren" (eine weitere Diskussion ueber eine Definition ;-))

Interessanter waere es doch, einfach mal ein Stimmungsbild einzuholen, was passiert, wenn es tatsaechlich so kommt, dass die CDU knapp vor der SPD abschneidet...


Markus
 Link zu diesem Beitrag

Mitte-Rechts
Veröffentlicht am Dienstag, 13. Mai 2003 - 20:29 Uhr:   

Macht doch bitte für diese OECD diskussion einen eigenen Thread auf. Irgendwo

c07: Mit dem Blödsinnig meine ich nicht ihren Kommentar.

Ich werde mein kleines Modellchen mal statistisch untersuchen. Leider aktuell keine Zeit dafür.
 Link zu diesem Beitrag

Marc
Veröffentlicht am Mittwoch, 14. Mai 2003 - 03:00 Uhr:   

Forsa-Umfrage

SPD auf historischem TiefstwertHamburg - Durch die anhaltende Diskussion um die "Agenda 2010" und den Konflikt mit den Gewerkschaften ist die SPD auf einen historischen Tiefstwert gesunken. Nach der wöchentlichen Umfrage des Forsa-Instituts für den stern und den Fernsehsender RTL fielen die Sozialdemokraten im Vergleich zur Vorwoche um einen weiteren Punkt und erreichen nun nur noch 26 Prozent. Eine derart niedrige Zahl hat das Forsa-Institut für die SPD bislang nur einmal ermittelt, kurz vor dem Mannheimer Parteitag 1995. Die Union konnte sich dagegen um einen weiteren Punkt verbessern: Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, würden 49 Prozent der Deutschen CDU und CSU ihre Stimme geben. Die Werte für die kleinen Parteien blieben unverändert: Grüne 12, FDP sechs, PDS vier, Sonstige drei Prozent.

50 Prozent der Deutschen haben nach der Forsa-Umfrage Verständnis für den Widerstand der Gewerkschaften gegen die Reformpläne des Kanzlers. 39 Prozent der Befragten erklärten, sie hätten dafür kein Verständnis, elf Prozent äußerten sich unentschieden. Verständnis bedeutet jedoch nicht automatisch Unterstützung: Eine klare Mehrheit der Bundesbürger ist nach anderen Untersuchungen für eine Durchsetzung der "Agenda 2010"-Ziele.

Den Plan der Bundesregierung, die Tabaksteuer um einen Euro pro Schachtel zu erhöhen, um damit Lücken im Haushalt auszugleichen, finden 54 Prozent der Bundesbürger richtig. 43 Prozent sprachen sich gegen das Vorhaben aus. Drei Prozent der Befragten hatten zu dem Thema keine Meinung.

Zur Feststellung der Parteipräferenz befragte das Forschungsinstitut Forsa im Auftrag von stern und RTL zwischen dem 5. und 9. Mai 2508 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten. Datenbasis für die übrigen Fragen: 1003 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger am 8. und 9. Mai, Fehlertoleranz: +/- drei Prozentpunkte, Auftraggeber: stern und RTL
 Link zu diesem Beitrag

Stoiber-Fan
Veröffentlicht am Dienstag, 20. Mai 2003 - 23:14 Uhr:   

Zitat (Marc) aus anderem Thread (Neue Umfrage - SPD rutscht weiter ab!):
_____________
Forsa-Umfrage

SPD weiter im Rekordtief
Hamburg - Kurz vor den Feierlichkeiten zu ihrem 140-jährigen Bestehen verharrt die SPD in der Wählergunst weiter im Rekordtief. In der wöchentlichen Umfrage von stern und RTL kommt die Regierungspartei zum zweiten Mal in Folge nur auf 26 Prozent, ihren tiefsten von Forsa ermittelten Wert. Nahezu jeder zweite Deutsche würde der Union seine Stimme geben. Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, kämen CDU/CSU auf 48 Prozent, ein Punkt weniger als in der Vorwoche. Für die FDP würden sich sieben Prozent der Wähler entscheiden (plus eins), die Werte für Grüne (12 Prozent) und PDS (vier Prozent) blieben unverändert.
_____________
Rekordtief auch nur bei den endgültigen Daten.
zu Bremen: Es gibt zwar auch in den Rohdaten einen Unterschied zu 1999, aber aufgrund der lokalen Faktoren (Scherf & kein CDU-Bremen-Hoch) halte ich mittlerweile eine Überraschung zu Gunsten der SPD für nicht unwahrscheinlicher als eine CDU-Überraschung.

Jetzt kommt die Prognose a la Stoiber-Fan auf Grundlage der FGW (politische Stimmung). Ich nehme den Mittelwert der Daten der politischen Stimmung von Mai und Juni 99.
Mittelwert: Union: 49% - SPD 36% - GRÜ 4,5% - FDP 3,5% - PDS 3,5
Jetzt: Union 52% - SPD 27% - GRÜ 10% - FDP 6% - PDS 3%

Nun zwei Prognosen für Bremen, einmal wird einfach die Differenz genommen, im zweiten Fall die prozentuale Veränderung der Stimmung.

Prognose 1: CDU 40% - SPD 34% - GRÜ 14,5% - FDP 5% - PDS 2%
Prognose 2: CDU 39% - SPD 32,5% - GRÜ 20% - FDP 4,5% - PDS 2%

So, alle Fehler zusammen in dieser Rechnung dürften sich gegenseitig ausgleichen, so daß eine richtige Prognose rauskommt. :-)

Veränderte oder überhaupt lokale Faktoren sind natürlich unberücksichtigt.
Erstaunlich: Selbst bei dieser simplen Übertragung der veränderten bundesweiten Rohdaten ist ein mögliches schwarz-gelbes Bündnis in weiter Ferne.
Andererseits habe ich als Ausgleich für die Nichtberücksichtigung der lokalen (wahrscheinlich pro-SPD) Faktoren als Grundlage der Rechnung möglicherweise zu SPD-freundliche Werte herangezogen. Denn im Juni 99 Politbarometer floß das Ergebnis der Europawahl voll ein, ich unterstelle also, daß bereits teilweise bei der Bremenwahl 99 eine extreme Stimmung wie bei/nach der Europawahl vorherrschte.
Wenn man nur mit den Mai Daten rechnet wäre schwarz-gelb ohne lokale Faktoren wieder in Reichweite.
 Link zu diesem Beitrag

Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. Mai 2003 - 11:14 Uhr:   

@Stoiber-Fan:
Ganz interessant, diese Berechnungen.
Und richtig: schwarz-gelb in Bremen ist "eigentlich" ziemlich unwahrscheinlich.
Aber in dieser (stark irrational) schwankenden Stimmungslage kann halt extrem viel merkwürdiges passieren - vor allem, weil die Frage der Mobilisierung/Wahlbeteiligung so zentral und so unklar ist.
Da hat nun Scherf ganz hoch gepokert: Seine klare Verknüpfung seiner eigenen Person mit dem Wahlausgang soll die skeptischen SPD-Wähler mobilisieren.
Das könnte klappen und dann doch noch zu einem überraschend guten SPD-Ergebnis führen.

Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß das ein Schuß nach hinten wird: Für linke SPDler wäre es jetzt eigentlich die einzig sinnvolle Option, zu Hause zu bleiben. Dann hat man Schröder eins ausgewischt und über den Rücktritt Scherfs die gewünschte rot/grüne Koalition ins Amt gebracht - besser gehts doch für einen SPD-Linken gar nicht.
 Link zu diesem Beitrag

SoleSurvivor
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. Mai 2003 - 12:04 Uhr:   

"Die Schill-Partei war in den vergangenen Wochen die Partei, die in Sachen Plakate im Bremer Straßenbild präsenter war als alle anderen Parteien."

Das deckt sich nicht mit meinen Beobachtungen (Vegesack, Viertel, Hasted)

Meiner Meinung nach ist die DVU abends plakatemäßig wesentlich präsenter, was morgens anders aussehen könnte.

Zu dem Kleinparteienkommentar:

Für die DVU wäre Bremen ein schmerzlicher, aber nicht tödlicher Verlust.

Für Schill wäre Bremen die letzte Hoffnung auf baldige Ausdehnung über Hamburg hinaus. Hamburg ist - vielleicht nicht auf bisherigem Niveau - durchaus eine weitere Periode lang haltbar. Was danach passiert hängt davon ab, ob Schill nach der nächsten Hamburgwahl mitregiert oder als Opposition langsam ausglüht.

Für die FDP Bremen ist der Einzug diesmal zwar nicht kritisch, aber ein Nicht-Einzug würde einen weiteren Profilverlust bedeuten. Die "Alten Hasen" werden bis zur nächsten Periode nicht jünger und es iost schwer, im Stadtstaat Personen zu profilieren ohne Fraktion.

PDS: Die PDS hat sich natürlich mit ihrem Führungsstreit ein Eigentor geschossen - aber besser jetzt als im Herbst. Ein Ergebnis deutlich nahe 5 % ist nicht antizipiert (laut Aussagen auf dem Geraer Parteitag und internen Aussagen des Landesvorsitzenden). Ging man bisher mit der Hoffnung ins Rennen, für Bremen-Stadt über 3,5 % zu kommen muß nun ein Halten des alten Ergebnisses als Erfolg gelten. Nennenswerte Auswirkungen auf den Westaufbau hätte das Wahlergebnis im nicht ernsthaft vermuteten Fall eines Einzuges in die Bürgerschaft bzw Stadtbürgerschaft oder wenn das Ergebnis schlechter als 2 % wird. Das Problem der PDS: Jenseits des "Viertel" ist die PDS nur eine Randerscheinung, die Arbeit in den Beiräten und in außerparlamentarischen Organisationen führte bisher zu keiner ernsthaften Verankerung. Einzig die Jugendorganisation ['solid] vermochte bisher, in Schülervertretung (GSV) und im Friedensbündnis eine sichtbare Rolle zu spielen. Zudem liegt die PDS strategisch ungünstig. Potentielle PDS-Wähler aus dem jüngeren Klientel könnten Grün wählen, da ihnen Rot-Grün wichtiger erscheint als der Einzug der PDS. Etwas besseres als eine "sichere" Rot-Grüne Regierung kann der PDS in den nächstemn Jahren gar nicht passieren.

Mein Fazit: Bremen ist für keine der kleinen Parteien eine echte Schicksalswahl. Andererseits könnten extrem gute / schlechte Wahlergebnisse Personalentscheidungen (z.B. Roland Claus in der PDS) beeinflussen.
 Link zu diesem Beitrag

J.B.K.
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. Mai 2003 - 13:30 Uhr:   

Nach der neuesten forsa-Umfrage kommt die SPD auf 38, die CDU auf 36, Grüne auf 12 FDP auf 5%. Besonders auffällig ist das Anschwellen der "Sonstigen" auf mittlerweile 12% man kann das schon als Manipulation ansehen daß forsa die "Sonstigen" nicht weiter aufschlüsselt. Vermutlich dürfte die Schill-Partei unter den Sonstigen am stärksten abschneiden, sie leigt evtl kurz vor der 5%-Hürde.
Eine nichtveröffentlichete Telefon-Umfrage unter 600 Bremern ergab übrigens folgendes Ergebnis:
CDU: 37
SPD: 35,5
Grüne: 12
FDP: 5,7
Schill: 5,4
Sonstige: 4,4
 Link zu diesem Beitrag

J.B.K.
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. Mai 2003 - 13:32 Uhr:   

Korrektur: Das Anschwellen der Sonstigen auf 9% meinte ich natürlich.
 Link zu diesem Beitrag

Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. Mai 2003 - 14:12 Uhr:   

@SoleSurvivor:
> Bremen ist für keine der kleinen Parteien eine echte Schicksalswahl. Für Schill schon (hast Du ja im Prinzip schon dargelegt).
Wenn er in Bremen jetzt nicht reinkommt, ist er endgültig gescheitert. Eine reine Hamburg-Partei hat keine längere Zukunft.

Für FDP und PDS gilt aber wie von Dir dargestellt: Ein Erfolg wäre schön, aber ein Draußenbleiben auch zu verkraften.

@J.B.K.:
> man kann das schon als Manipulation ansehen daß forsa die "Sonstigen"
> nicht weiter aufschlüsselt.
Man könnte da auch Seriösität nennen - bei den Sonstigen ist die ohnehin hohe Unsicherheit der Prognose noch krasser.
Gerade bei den Rechtsextremen kann man ja nur unter heftigem Interpretieren aus den zurückhaltenden Angaben der Wähler auf eine Wahlabsicht schließen. Dann noch zu raten, ob diese am Ende eher DVU oder Schill oder sonstwas ankreuzen werden - das wäre doch nicht sinnvoll.
 Link zu diesem Beitrag

Sole
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. Mai 2003 - 14:30 Uhr:   

"Eine reine Hamburg-Partei hat keine längere Zukunft."

Das weiß ich nicht. Die Statt Partei wollte soweit ich weiß nie die "Hamburg-Partei" sein und Regenbogen halte ich aus der Betrachtung raus, da sie sich nicht als Partei verstehen. Ich gehe aber davon aus, dass eine reine Hamburg-Partei dazu verdammt ist, mitzuregieren oder unterzugehen. Zumal niemand weiß, zu welchen "Geistesblitzen" Schill noch fähig ist. Bei der parlamentarischen Rechten ist ja allerhand los. Die REPs sind in der Krise, die DVU lebt (und stirbt) mit dem alten Mann an der Spitze und seinem Geld und die NPD lebt meiner Meinung nach eher von ihrer Verankerung in diffusen rechten Milieus als von kommunalen Mandaten oder (Achtungs)erfolgen bei größeren Wahlen. Und Möllemann? Der wird kaum im Alleingang eine Partei aufziehen wollen. Aber vor dem 25.05. ist für solche Spekulationen nicht die Zeit.
 Link zu diesem Beitrag

J.B.K.
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. Mai 2003 - 15:13 Uhr:   

@Ralf Arnemann: Sie halten die Schill-Partei für "rechtsextrem"?
Sollte das wirklich Ihre Meinung sein müssen sie aber auch CDU und FDP vorwerfen mit einer "rechtsextremen" Partei zu koalieren.
 Link zu diesem Beitrag

Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. Mai 2003 - 15:35 Uhr:   

> Sie halten die Schill-Partei für "rechtsextrem"?
Nein, das war schlampig formuliert.
Gemeint war halt alles rechts der Union.
Bei der Wählerschaft sind Schill und die Rechtsextremen m. E. aber durchaus ähnlich strukturiert.
 Link zu diesem Beitrag

Marc
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. Mai 2003 - 16:02 Uhr:   

@Ralf
Das ist übler Blödsinn. Halten sie 20% der Hamburger für rechtsextrem?
Die Hamburger haben Schill das Vertrauen gegeben weil die rotgrüne Vorgängerregierung offenkundig in einem wichtigen Feld - Kriminalität - VERSAGT hat.
 Link zu diesem Beitrag

Thomas Frings
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. Mai 2003 - 16:23 Uhr:   

@ Marc

Das hat er nicht gesagt. Außerdem sind selbst Wähler von rechtsextremen Parteien nicht durchweg alle REchtsextremisten. Daß 20% der Hamburger latent rechtsextrem sind halte ich aber für gut möglich. Im Ausland haben eindeutig rechtsextreme Parteien schon deutlich mehr Stimmen in Großstädten erreicht (wie letzten Sonntag in Antwerpen 30,5% für den Vlaams Blok). Daß die deutschen Wähler weniger anfällig sind als anderswo glaube ich nicht. Die Gründe für die Erfolglosigkeit der äußersten Rechten sind wohl eher chronische Zerstrittenheit und Dilletanz als mangelndes Potential. Und auffällig ist doch, daß mit dem Aufkommen der Schill-Partei die DVU von 4,98 auf 0,7% zurückfiel. Da liegt doch die Vermutung sehr nahe, daß die fast geschlossen zu Schill übergelaufen sind.
 Link zu diesem Beitrag

Mitte-Rechts
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. Mai 2003 - 17:39 Uhr:   

Ich mag Schill bestimmt nicht. Aber er ist notwendig. Die rot-grüne Regierung hat in Hamburg insbesondere im Bezug auf die innere Sicherheit erbärmlichst versagt. So durfte man z.B. einen auf frischer Tat ertappten Drogenkurier nicht durchsuchen. Und die CDU hatte auch nicht das Profil in der inneren Sicherheit wie die CSU bzw. ein Günther Beckstein. Somit erklärt sich dass ein Schill auf 20% kommt. Und unter den gegeben Umständen bin ich auch froh darüber, denn ein etwas dubioser Schill, der aber für Recht und Ordnung steht ist mir lieber als jeder rot-grüne, der es zu solchen Zuständen kommen lässt.

Und ich wehre mich dagegen, Bürger, die keine andere Wahl haben als eine solche Partei zu wählen um ein vernünftiges Ziel, nämlich Recht und Ordnung, zu erreichen, als Rechtsextreme zu bezeichnen.

Ist zwar völlig Off-Topic muss aber gesagt werden.

Beitrag verfassen
Beitrag:
Fett Kursiv Unterstrichen Erstelle Link Clipart einfügen

Benutzername: Hinweis:
Dies ist ein öffentlicher Bereich. Wenn Sie kein registrierter Benutzer sind, geben Sie lediglich Ihren Namen in das "Benutzername"-Eingabefeld ein und lassen das "Kennwort"-Eingabefeld leer. Die Angabe Ihrer E-Mail-Adresse ist freiwillig.
Kennwort:
E-Mail:
Optionen: HTML-Code anzeigen
URLs innerhalb des Beitrags aktivieren
Auswahl:

Admin Admin Logout Logout   Vorige Seite Vorige Seite Nächste Seite Nächste Seite