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Wahlrecht.de Forum » Umfragen » Wahlumfragen Landtagswahlen » Wahlumfragen Bremen » 051-075 « Zurück Weiter »

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J.B.K.
Veröffentlicht am Donnerstag, 01. Mai 2003 - 00:10 Uhr:   

Besonders unwahrscheinlich ist daß die FDP bei 7% und alle Sonstigen nur bei 2% liegen sollen.
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Stoiber-Fan
Veröffentlicht am Samstag, 03. Mai 2003 - 19:27 Uhr:   

Infratest-dimap, 03.05.2003 (election.de, da gibt's übrigens auch eine neue Umfrage zu Berlin)
SPD 42.5 - CDU 34.0 - GRÜNE 13.0 - FDP 4.5 - PDS 2.0 - Sonstige 4.0

Die Entwicklung von Hessen oder Niedersachsen kann man sicher nicht auf Bremen übertragen, wie die Umfrage hier auch wieder andeutet. Wer auf Bremen schließen will sollte sich vielleicht das Ergebnis von Hannover ansehen, das deutet vielleicht eher den Trend an.
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Wilko Zicht
Veröffentlicht am Sonntag, 04. Mai 2003 - 20:52 Uhr:   

Ich gehörte diesmal zufällig zu den 1.000 Befragten. Eine Telefonistin von Infratest-dimap rief mich (laut Rufnummernanzeige von einem Berliner Anschluß) am Samstag vormittag (26.4.) an. Sie sagte, ihr Computer habe ihr vorgegeben, die Umfrage mit dem ältesten Haushaltsmitglied durchzuführen. Das bin ich, allerdings hatte ich gerade keine Zeit, so daß sie meinte, sie würde sich Anfang der Woche nochmal melden. Am Montag abend rief sie dann tatsächlich erneut an. Sie fragte mich (in dieser Reihenfolge), ob ich am 25.5 wahlberechtigt sei, ob ich zur Wahl gehen würde, welche Partei ich beim letzten Mal gewählt hätte und welche Partei ich dieses Mal wählen würde (wobei sie keine Parteien zur Auswahl vorgab). Sonst nichts. (Evtl. fragte sie zu Beginn noch nach meinem Alter, da bin ich mir aber nicht mehr sicher.) Auf meine Frage nach Auftraggeber und Veröffentlichungstermin der Umfrage konnte (oder wollte) sie mir keine Auskunft geben. Insgesamt hat das ganze keine zwei Minuten gedauert.

Übrigens halte ich es für völlig abwegig, daß die CDU vor der SPD landen könnte. Der bundespolitische Rückenwind ist diesmal nicht stärker als 1999. Landespolitisch - was in Bremen eine größere Rolle spielt als in den 15 anderen Bundesländern - ist er eher schwächer als vor vier Jahren. Was mich wundert, ist das relativ schwache Abschneiden der Grünen in den Umfragen. Ich gehe davon aus, daß sie am Wahltag (auf Kosten der SPD) bei über 15 Prozent liegen werden.

Die Schill-Partei war in den vergangenen Wochen die Partei, die in Sachen Plakate im Bremer Straßenbild präsenter war als alle anderen Parteien. Da sie in den Umfragen offenbar trotzdem noch nicht deutlich über der demoskopischen Wahrnehmungsschwelle liegt, sieht es wohl schlecht für sie aus. Zumindest in Bremen Stadt. Bremerhaven ist ja immer für eine negative Überraschung gut.
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c07
Veröffentlicht am Sonntag, 04. Mai 2003 - 21:21 Uhr:   

Wilko:
> die Umfrage mit dem ältesten Haushaltsmitglied durchzuführen.

Ohne die Zahl der Haushaltsmitglieder zu wissen? Das wär sehr seltsam.
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Frederic
Veröffentlicht am Sonntag, 04. Mai 2003 - 22:36 Uhr:   

Das ist doch eine übliche Frage.
Genauso gerne wird nach demjenigen gefragt, der als nächstes Geburtstag hat.
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c07
Veröffentlicht am Sonntag, 04. Mai 2003 - 22:56 Uhr:   

Frederic: Wenn sie die Zahl der Haushaltsmitglieder nicht wissen, kann die Umfrage nicht repräsentativ sein. Nachdem in typischen Familien der Mann älter als die Frau ist, wären Frauen unterrepräsentiert, falls sie immer so fragen (das würde allerdings die niedrigen Werte für die Grünen erklären). Aber die Haushaltsgröße ist schon allein deshalb wichtig zu wissen, damit eine Überrepräsentation von Single-Haushalten ausgeschlossen werden kann.
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Mitte-Rechts
Veröffentlicht am Sonntag, 04. Mai 2003 - 23:33 Uhr:   

Könnte nicht auch die Frage " Wen haben sie das letzte mal gewählt" vor der Frage " Wen werden sie wählen" eine Tendenz Richtung SPD vergeben, da ja in Bremen mehr bei den letzten Wahlen die SPD gewählt haben. Ausserdem scheint Samstag Vormittag nicht unbedingt der optimale Termin für eine Wahlumfrage zu sein.

Noch eine Anmerkung: Die bundespolitische Stimmung war vor 4 Jahren für die SPD auch schlecht, aber nicht so verherend wie jetzt. Da lag die SPD bei Umfragen bei so ca. 35% und die Union bei ca. 43%. Da sind ca. 5 % Unterschied.

Ich bin ja der Meinung, dass das Hochrechnen von Bundestagsumfragen auf die Ergebnisse der letzten Landtagswahl eine immer wieder gute Schätzung ist. Also bei Hessen und Niedersachsen hat das gut gepasst.
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Frederic
Veröffentlicht am Sonntag, 04. Mai 2003 - 23:45 Uhr:   

@c07:
Bei dieser Art der Frage hast du natürlich recht, statistische Probleme werden damit nur so herausgefordert.
Deswegen ist die normale Frage ja auch, wer als nächstes Geburtstag hat. Und bei dieser Fragestellung ist die Zahl der Haushaltsmitglieder dann auch nebensächlich.
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c07
Veröffentlicht am Montag, 05. Mai 2003 - 01:47 Uhr:   

Mitte-Rechts:
> Könnte nicht auch die Frage " Wen haben sie das letzte mal gewählt"
> vor der Frage " Wen werden sie wählen" eine Tendenz Richtung SPD vergeben

Ja, natürlich. Aber auch das Gegenteil ist denkbar.

Frederic:
> Und bei dieser Fragestellung ist die Zahl der Haushaltsmitglieder
> dann auch nebensächlich.

Sie ist dann nicht ganz so wichtig, aber sicher nicht nebensächlich. Leute, die in Großfamilien leben, hätten dann ganz erheblich weniger Chancen, befragt zu werden. Und die haben ziemlich sicher ein signifikant anderes Wahlverhalten als Singles.

Ohnehin frag ich mich, wie Telefonumfragen überhaupt jemals repräsentativ sein können. Es ist ja heute durchaus relativ üblich, eine ganze Reihe von Telefonnummern zu haben. Wer z.B. einen ISDN-10er-Block an Nummern hat, hat auch mehr Chancen, befragt zu werden, ist aber sicher ebenfalls nicht mit einem durchschnittlichen Wähler vergleichbar. Und die Information, welche Nummern zu einem Block gehören, wird ja wohl kaum für die Institute zugänglich sein. Also müssten sie immer auch fragen, unter wievielen Nummern der Befragte erreichbar ist, um die Gewichtung entsprechend korrigieren zu können. Schlecht oder gar nicht (per Festnetz, falls sie sich noch darauf beschränken) Erreichbare fallen ohnehin schon völlig durchs Raster.
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c07
Veröffentlicht am Montag, 05. Mai 2003 - 01:52 Uhr:   

Mitte-Rechts:
> Ich bin ja der Meinung, dass das Hochrechnen von Bundestagsumfragen auf die
> Ergebnisse der letzten Landtagswahl eine immer wieder gute Schätzung ist.

Manchmal. Für Bayern hat das 1998 z.B. gar nicht gestimmt, obwohl es 2 Wochen später zur Bundestagswahl auch für Bayern allein gesehn durchaus halbwegs passend war.
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Stoiber-Fan
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Mai 2003 - 02:49 Uhr:   

Entweder hat sich die Stimmung in Bremen wirklich so deutlich verändert (Forsa) oder die Institute sind einfach ratlos.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Mai 2003 - 09:47 Uhr:   

@Stoiber-Fan:
> ... oder die Institute sind einfach ratlos.Das wäre meine Vermutung (und entsprechend geringwertig schätze ich die Umfragen ein).

Es dürfte verdammt schwer festzustellen sein, ob z. B. bei SPD-Wählern am Ende der Bundes-Frust wg. Schröder oder die Landes-Zufriedenheit wg. Scherf die Oberhand behält.
Durch die angekündigte Fortsetzung der großen Koalition (mit möglichst gleich verteilten Rollen) ist der Wahlausgang maximal langweilig.
Die rechten Protestparteien sind schwach aufgestellt (was trotzdem für eine Repräsentanz via Bremerhaven reichen kann), links ist die PDS völlig inaktiv und schafft es nicht, sich als Alternative für unzufriedene rot/grün-Wähler zu positionieren.
Die FDP ist bei günstigen Rahmenbedingungen zu überraschend guten Ergebnissen fähig, hat aber in Bremen eine miese Ausgangsposition.

Letztlich dürfte die Wahlbeteiligung niedrig sein und ausschlaggebend wird sein, welche Wähler sich noch zum Urnengang aufraffen. Und da die meisten Wähler sich vielleicht erst ein/zwei Tage vor der Wahl entscheiden (oder am Wahlmorgen, je nach Wetter), ob sie hingehen, sind die Prognosen Wochen vorher entsprechend ins Blaue hineine geraten.
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...
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Mai 2003 - 10:58 Uhr:   

Ein (etabliertes) Institut (Forsa) sagt heute (07.05.) zum Thema Bremen:

CDU: 38%
SPD: 37%
Grüne: 14%
FDP: 4%

Befragte: 1194 Wahlberechtigete
Also repräsentativ.
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Nimreem
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Mai 2003 - 11:13 Uhr:   

Eine ideale Umfrage für die SPD. Denn was ich höre ist Scherf sehr beliebt. Sogar bei den CDU-Wählern.

Bei diesem Ergebnis würde aber wohl die CDU den Bürgermeister stellen wollen. Ist natürlich nicht zwingend. Scherf könnte mit rotgrün drohen und auf das Amt des Bürgermeisters bei CDU/SPD bestehen. Das wäre dann sehr offen.

Aber wie auch immer: Die Abwahl Scherfs wäre bei einem solchen Ergebnis zumindest denkbar und das scheint kaum ein Bremer zu wollen. Daher könnte diese Umfrage zur Mobilisierung der SPD-Wähler beitragen.
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c07
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Mai 2003 - 11:34 Uhr:   

Ellipse:
> Befragte: 1194 Wahlberechtigete
> Also repräsentativ.

Möglicherweise ist sie repräsentativ, aber die Folgerung ist falsch. Nur wenn die Befragten zufällig und gleichverteilt aus den Wahlberechtigten ausgewählt werden, kann man aus der Anzahl auf die Repräsentativität schließen, und auch das nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit.

Wenn die Auswahl der Befragten mangelhaft ist, hilft auch eine große Menge nichts, und umgekehrt kann bei gezielter, nicht oder nur teilweise zufälliger Auswahl gemäß den gewünschten Kriterien schon eine kleinere Zahl repräsentativ sein.
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Ulrich
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Mai 2003 - 11:38 Uhr:   

Nach meiner Ansicht ist die Bremen-wahl auch eine Schicksalswahl für die kleinen Parteien:
1) PDS: wenn sie es diesmal nicht schafft im Westen einen nennenswerten Erfolg in der Nähe von 5% zu erreichen, ist die Westausdehnung gescheitert.
2) Schill-Partei:wenn die Schill-Partei es selbst in einem Stadtstaat wie Bremen nicht schafft erfolgreich zu sein, ist ebenfalls die Bundesausdehnung gecheitert.
3) DVU: die Partei muss bei der Wahl mindestens über 1% kommen, damit Frey auch nach der Brandenburg-Wahl 2004, wo ich mit einem kläglichen Scheitern rechne, Zuschüsse für Wahlkampfspenden zu erreichen.
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c07
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Mai 2003 - 12:34 Uhr:   

Ulrich:
> DVU: die Partei muss bei der Wahl mindestens über 1% kommen, damit
> Frey auch nach der Brandenburg-Wahl 2004, wo ich mit einem kläglichen
> Scheitern rechne, Zuschüsse für Wahlkampfspenden zu erreichen.

Thüringen hält sie auch noch (läuft aber auch heuer aus), und außerdem gäbe es noch Bayern, Saarland, Sachsen und Europa (wo schon 0,5% reichen). Allerdings wird es für die NPD allmählich auch eng (hat Sachsen und ganz knapp Schleswig-Holstein, was immerhin auch noch fürs nächste Jahr reicht), womit die Konkurrenz wahrscheinlich härter wird.
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jom
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Mai 2003 - 13:43 Uhr:   

@c07:
aus statistischen Gründen reichen gut 1000 Befragte aus, sofern die Auswahl zufällig erfolgen würde. Eine Prüfung auf Gleichverteilung kann dann entfallen. Denn im Rahmen der Fehlerabweichung sind die Befragten gleichverteilt.
In der Praxis siehts anders aus; es gibt einfach keine geeignete Methode, die Stichprobe wirklich zufällig auszuwählen.
Deshalb wird in der Demoskopie durch eine gute Auswahl der Befragten die Gleichverteilung gezielt angestrebt.

Deine Schlussfolgerung ist auf jeden Fall richtig.
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...
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Mai 2003 - 18:29 Uhr:   

@jom
Danke. Ich weiss dass meine Schlussfolgerung richtig ist.
Aber es gibt eben immer welche die es noch besser wissen ;-)
...
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Arne
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Mai 2003 - 21:53 Uhr:   

Ich teile Nimreems Meinung vollkommen. Diese Umfrage ist für die CDU eher negativ als positiv. Sie wird zu einer Mobilisierung bei den Scherf-Wählern führen. (Bremen wird bei der SPD eine Personenwahl) Außerdem würde die SPD angesichts einer immer vorhandenen rot-grünen Mehrheit eine von der CDU angeführte Regierung nicht tolerieren bzw. unterstützen. Bei einem Sieg der CDU würde Scherf abtreten und seine Parteifreunde, die Scherf dank seiner Autorität und Bremens wirtschaftlicher Situation in Schach gehalten hat, den Weg einer rot-grünen Koalition gehen. Genau das kann Bremen aber nicht gebrauchen. Deshalb gönne ich der SPD auch als CDU Wähler und Bremer einen knappen Sieg.
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C.-J. Dickow
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Mai 2003 - 22:23 Uhr:   

Ich kann nur die Auffassungen von Nimreem und Arne unterstützen. Diese Umfrage wird eher zur Mobilisierung der SPD-Wähler führen. Interessant ist jedoch, daß diese Umfrage ausgerechnet von Forsa kommt. Forsa neigt dazu, die SPD dann schlecht zureden, wenn sie bei anderen Instituten deutlich führt. Die Bezeichnung "Meinungsmachungs-Institut" ist von daher nicht falsch ...

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Allensbach macht bei der Union das Gleiche - und bei beiden vermute ich System dahinter.
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c07
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. Mai 2003 - 06:01 Uhr:   

Es gibt einen ganz einfachen Grund dafür, dass Forsa häufig extremere Zahlen liefert: Sie bügeln ihre Rohdaten sehr viel weniger glatt als das die anderen Institute tun, womit die statistischen Schwankungen sichtbarer werden. Das heißt aber nun nicht, dass diese bei den anderen Instituten nicht vorhanden wären. Ganz im Gegenteil werden die veröffentlichten Zahlen dann noch unrealistischer, weil natürlich auch tatsächliche Trends weggebügelt werden und erst im Rückblick einige Umfragen später berücksichtigt werden können, wenn sich ihre Stabilisierung gezeigt hat (was dann aber auch noch nicht wirklich sicher ist).

Zwar behaupten die Institute, insbesondere mit der Recallfrage besser als der Zufall sein zu können, wie ich ja oben angedeutet hab, dass das tatsächlich möglich ist. Aber damit messen sie effektiv nicht mehr Parteiwerte, sondern nur noch Veränderungen, womit sich die Befragtenzahl auf die einzelne Parteien aufteilt und damit insbesondere bei den kleinen Parteien viel zu klein wird, um irgendwas Sinnvolles daraus ableiten zu können. Ganz abgesehen davon, dass die Zuverlässigkeit der Recallfrage an sich schon ziemlich fraglich ist.

Ich empfehle einen Blick auf die Umfragedifferenzwertanalyse von wahlrecht.de. Dass die Zahlen der FGW relativ stark schwanken, liegt u.a. daran, dass sie (besonders damals) sehr viel seltener Umfragen machen und in dieser Zeit die wirklichen Änderungen natürlich größer sind. Aber sonst hat Forsa die höchsten Schwankungen, obwohl dort sehr viel mehr Leute befragt werden und damit der statistische Fehler viel kleiner ist. Im Gegensatz zu allen anderen Instituten kommt Forsa in die Nähe der zu erwartenden Mindestschwankungen (die übrigens außer bei Allensbach um einiges höher als angegeben sind, weil auch die Rundung auf volle Prozentwerte in der Regel einen nicht vernachlässigbaren Fehler produziert).

Wenn man sich konkret die Umfragen zu Bremen anschaut, muss man dann noch berücksichtigen, dass dort die Befragtenzahl bei Forsa sehr viel kleiner ist als sonst bei ihnen üblich, und dass man in Bremen vermutlich eine sehr hohe Zahl an Nichtwählern und Unentschlossenen abziehen muss (1999 war die Wahlbeteiligung 60%). Zwar gibt bei Umfragen ein großer Teil der Nichtwähler nicht an, nicht wählen zu wollen, aber das macht den Fehler eher noch größer als kleiner, und im Gegensatz zum Bund dürften dazu wohl kaum irgendwie nutzbare Erfahrungswerte vorliegen. Dafür gibt es aber wahrscheinlich auch sonst wenig Vergleichszahlen, womit die zusätzlichen Fehler durchs Glattbügeln entfallen.

Unter diesen Voraussetzungen sind die beiden aktuellen Umfragen zu Bremen fast äquivalent; zumindest wiedersprechen sie sich nicht im Geringsten. In der Mitte bleibt noch ein großer Raum, der der Wirklichkeit entsprechen könnte, selbst wenn man nur die rein statistischen Fehler berücksichtigt (eine Nettogröße der Stichprobe von 750 dürfte bei Infratest-dimap schon sehr optimistisch sein).

jom:
> Eine Prüfung auf Gleichverteilung kann dann entfallen. Denn im
> Rahmen der Fehlerabweichung sind die Befragten gleichverteilt.

Du meinst hier wohl normal- statt gleichverteilt.

Ellipse:
> Aber es gibt eben immer welche die es noch besser wissen ;-)

Offenbar ist das hier der Fall.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Freitag, 09. Mai 2003 - 14:42 Uhr:   

Neue Umfrage Forschungsgruppe Wahlen (1003 Befragte 5-8. Mai) :
SPD 38- CDU 36- Grüne 14- FDP 5

Dass Scherf sehr beliebt ist, überrascht wohl kaum, dass die Union bei Arbeit, Wirtschafts- und Finanzkompetenz vorne liegt auch nicht. Daß aber die SPD bei Bildung vorne kiegt finde ich schon sehr erstaunlich- bei der Pisa-Studie war Bremem Schlusslicht ( was nach 58 Jahren ununterbrochen SPD-Bildungssenatoren und konsequenter Gesamtschulstrategie auch nicht erstaunlich ist).

An die Umfragezahlen glaube ich schlicht und einfach nicht. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass es für die SPD richtig schlimm kommt wenn die Stimmung mies ist. Selbst bei Kommunalwahlen schlägt das kräftig durch (siehe Schleswig-Holstein vor wenigen Wochen , NRW 1999).
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Stoiber-Fan
Veröffentlicht am Freitag, 09. Mai 2003 - 22:19 Uhr:   

Etwa 43% sind noch unentschlossen, das ist verdammt viel, da ist noch großer Spielraum drin. Es kann also auch noch wg. Scherf zur SPD schwanken, die Beliebtheit von ihm stellt alles in den Schatten, mich wundert's nicht wenn die SPD deutlich über 40% liegen sollte, aber dann zusätzlich 14% bei den Grünen müßte einem zu Denken geben.
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Nimreem
Veröffentlicht am Samstag, 10. Mai 2003 - 08:08 Uhr:   

Scherf - Perschau 68:18 ist schon extrem. Selbst bei den Union-Wählern steht es 47:41 für Scherf. Eigentlich sollte Perschau nach der Wahl (vor der Wahl kann man das nicht mehr tun) zurücktreten. Denn es ist wohl ziemlich klar, dass die Union mit einem anderen Vorsitzenden besser abgeschnitten hätten. Was auch immer die Bremer gegen Perschau haben.

Genauer:
Im Kompetenzvergleich sieht es ja nicht SOO schlecht für die CDU aus. Zwar ist die Mehrheit beim Thema Arbeitsplätze bei "Keine Partei/Weiß nicht" (43%). Aber immerhin 33% sind für die CDU-Konzepte und nur 19% für die SPD. Bei den Finanzen ist die CDU sogar sehr stark (43%) und auch hier die SPD sehr schwach (16%). Das müsste daher eigentlich zu einem besseren Ergebnis für die CDU reichen. Allerdings ist die SPD im - bei Landtagswahlen wichtigen - Bereich Bildung vor der CDU (32:27). Aber eben nur gering. Bei Arbeitsplätzen und Finanzen ist der Unterschied ja gravierender.

Auch die grosse Koalition ist recht beliebt (57:27). Rotgrün ist hingegen unbeliebt (35:48). Allerdings ist dies nicht wirklich aufschlussreich. Dass die CDU-Wähler für die grosse und gegen rotgrün sind, ist klar. Bei den Grünen-Wähler natürlich umgekehrt. Rechnet man also die 36%-Union-Wähler und 14%-Grün-Wähler (unter der Annahme, dass diese Wähler geschlossen pro oder contra gestimmt haben) raus, ergibt sich:
Grosse Koalition 21:13, rotgrün 21:12. Also praktisch gleich. Da sind aber noch SPD, FDP und die anderen drin. Mich hätte sehr interessiert, wie dies die SPD-Wähler sehen. Denn letztlich muss sich die SPD ja zwischen CDU und Grün entscheiden. Die anderen Parteien (und damit ihre Wähler) haben da ja nichts zu entscheiden. Dies läßt sich aber nicht berechnen.

Wichtig aber: Die bundesweite Stimmung ist extrem für die CDU. Die Kompetenzwerte sind auch eher für die CDU. Die grosse Koalition ist von den Bürgern auch eher gewünscht. Sollte die Wahl also dennoch für die CDU verloren gehen, dann ist der Grund so deutlich wie selten bei einer Wahl: Perschau.

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