| Autor |
Beitrag |

Maverick23
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 09. Juni 2004 - 21:27 Uhr: | |
@Imperator Rex: Das ausgerechnet Du vom "gesunden Menschenverstand" sprichst...grins. Das die PDS klar unter 20 % landet, kann ich mir partout nicht vorstellen, dafuer ist sie in Thueringen viel zu sehr verankert. Desweiteren sehe ich die SPD nicht so schwach wie vor 4 Jahren. Damals war ihr Spitzenkandidat, der damalige Innenminister, total blass. Matschie mag ich persoenlich zwar ueberhaupt nicht, aber er ist noch jung und unverbraucht...das kann vielleicht Stimmen bringen. Die CDU sehe ich nicht so hoch wie Du. Vor 4 Jahren war fuer viele Leute der Hauptanreiz CDU zu waehlen, um Rot-Rot zu verhindern. Dieses wird es Sonntag in der Form nicht geben. Zudem war Vogel ein besserer Spitzenkandidat und hat zum Schluss nochmal richtig Gas gegeben. Gruss in die Hauptstadt! |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 10:49 Uhr: | |
Zur Situation der thüringer PDS vor den Landtagswahlen ein interessanter Artikel in Spiegel-Online unter: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,300512,00.html |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 12:31 Uhr: | |
@Liberaldemokrat: > Dann weißt du mehr als das ZDF. Wenn es um Thüringen und die PDS geht, gehe ich schon davon aus, daß Sole sich besser auskennt als irgendwelche Mainzelmännchen ;-) > Wenn man sich schon nicht mal mehr auf das ZDF verlassen kann. Ganz generell sollte man sich weder auf ZDF noch auf ARD verlassen: Die journalistische Qualität der deutschen Staatsmedien ist überaus mäßig und speziell bei "Außenseiter"-Themen (und da gehört aus Bundessicht auch die PDS dazu) kann man erwarten, daß sie entweder nicht wirklich Bescheid wissen oder aber alles weglassen, was die übliche Weltsicht stören könnte. (Es gab z. B. neulich eine Medienuntersuchung über die Irak-Berichterstattung. Da haben ARD/ZDF deutlich einseitiger (USA-feindlicher) berichtet als Al-Dschasira!) |

J.A.L.
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 12:40 Uhr: | |
Ich würde allerdings auch al-Dschasira nicht als Eichgröße für die Nulllinie der neutralen Berichterstattung heranziehen... |

Mörsberg
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 12:51 Uhr: | |
@J.A.L.: Darum gehts ja gar nicht. Nur ist es halt einfach naiv, sich auf das ZDF blind zu verlassen. Da arbeiten sicher gute Journalisten, aber auch gute Journalisten machen Fehler und Journalismus ist so ziemlich genau etwas anderes als Wahrheit. Gerade westdeutsche Journalisten sind über die PDS oft einfach schlecht informiert. Die "Zeit" geht beispielsweise davon aus, dass ihre Leser so etwas gefälligst nicht zu wählen haben, denn bei der "Entscheidungshilfe" für die EP-Wahl wurde die PDS schlicht weggelassen - andere Medien bestachen zumeist wenigstens nur durch eigenartige Reihenfolge oder Themenwahl. Und im übrigen bin auch ich der Meinung, dass Johannes B. Kerner als Moderator überbezahlt ist. |

Nichon
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 15:44 Uhr: | |
@Ralf: Al-dschasira ist sehr wohl eine Eichgrš§e fŸr die Nulllinie der neutralen Berichterstattung. Jedenfalls ganz bestimmt dann, wenn man sie (die Insel) mit dem ZDF vergleicht. Im ZDF ist die politische Einflussname, schšn nach Proporz geregelt, doch viel grš§er. Und au§erdem ist es schon lustig, dass so viele Leute davon ausgehen, Al- dschasira sei unsachlich und wŸrde nur einseitig fŸr die arabische Sache berichten. Als wŸrden alle diese Leute arabisch sprechen und Al-dschasira regelmЧig schauen. Das ist wirklich der grš§te Witz. Und gerade vor dem ZDF sollte man sich in Sachen politischer Berichterstattung hŸten, ich erinnere nur an den Chef der Forschungsgruppe Wahlen (bekanntlich fŸr das ZDF tŠtig), der 2000 auf Phoenix folgendes sagte: "DIe GrŸnen haben ihren Zenit ja schon 1987 Ÿberschritten" Entweder hat dieser Mann tatsŠchlich keine Ahnung, oder er will Politik machen, statt ehrliche Zahlen anzubieten. Ich tippe auf letzteres. (Traurig dabei ist, dass die Reporterin, Gabi Dietzen in diesem Falle, nichts dagegen sagte, sondern die SŠtze des "gro§en" Meinungsforschers fast schon feierlich zum Dogma verklŠrte... |

Nichon
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 15:46 Uhr: | |
schuldigung, die message galt natŸrlich J.A.L. |

Sole
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 18:53 Uhr: | |
Je näher die Wahl rückt, desto eher zweifle ich daran, relevante Aussagen machen zu können. Ich sehe FDP und Grüne immer noch nicht drin. Das angesprochene Abwasserthema ist für die CDU brisant, aber Althaus geht damit geschickt um. Der sehr konservative Kandidat des Landesverbandes der Bürgerinitiative gegen hohe Abwassergebühren Hubertus Grosser (Was für ein Satz!) kam bei der PDS-Listenaufstellung nur weit hinten zum Zuge. Keine Ahnung daher, wie sich dieses Element auswirkt. Und wie die Selbstzerlegung der SPD weiter geht und ob sie eher der PDS, der CDU oder den Grünen hilft weiß ich nicht. Ein angebliches Dewes-Zitat in Richtung, da es keinen Vorstandsbeschluss gäbe gegen rot-rot wird dementiert. Nicht durch ihn, sondern durch den Parteiapparat. Matschie bleibt verbissen auf seiner Linie. Ein Vorstandsmitglied erklärt im Interview, dass sie die vorzeitige Festlegung auf eine Koalition mit der CDU für falsch hält. Ein ehemaliger stellvertretender MP der SPD mosert öffentlich über den Zustand der Partei und zieht gegen Dewes vom Leder - drei Tage vor der Wahl in der wichtigsten regionalen Zeitung. Schwarz-Grün geistert durch die Presse, wird aber mehr oder minder von allen Akteuren abgelehnt. Was die Presse nicht stört, weiter drüber zu fabulieren. Dieselbe Zeitung, tendenziell eher PDS-kritisch schreibt einen langen Artikel über ein "Duell" der Spitzenkandidaten Ramelow und Althaus, Tenor: Matschie war als Dritter zwar auch da, aber hauptsächlich diente er als Punchingball für Althaus und Ramelow, die sich gut verstanden und souverän ihre jeweilige Sache vertraten. Parteien-Augur Peter Lösche, Stammgast im ZDF bei Wahlsendungen und in Phönix beim 9-Uhr-Tagesbriefing (wie heißt die Sendung noch?) hält Schwarz-Grün für wahrscheinlich, ein anderer Parteienforscher eher nicht. Die Presselandschaft, zumindest das Triumvirat OTZ, TLZ, TA, das den Großteil des Marktes beherrscht, die Thüringen-Umfragen beauftragt und dem WAZ-Konzern gehört schreibt eindeutig pro Einzug Grüne/FDP, ob als Hoffnung, Glaubenssatz oder als Appell vermag ich nicht zu deuten. Es sind komische Tage in Thüringen, in denen alles offen scheint. Nur eben an einem passablen Abschneiden der PDS mag keiner zweifeln, ob nun etwas schlechter bei 20/21 %, ob als moderate Steigerung auf 23 %. Träte etwas anderes ein würde ich mich tatsächlich wundern. "Die PDS hatte in der letzten Wahl 21,4%! Seitdem dürften einige Stammwähler weggestorben sein. Deswegen dürfte sie klar unter 20 % liegen." Gerade diese Argumentation erschließt sich mir nicht. Das Wählerprofil ist bei der PDS seit Mitte der 90er immer weniger mit der Mitgliedschaft identisch. Zumal die Nachrichten für so ziemlich jeden gestreut sind. Ramelow schafft es gleichzeitig, für die Medien glaubhaft zu vermitteln, dass Rot-Rot eine Gefahr ist und zwingt die SPD dazu, sich irgendwie zu verhalten (und die trägt darüber alte Konflikte neu aus) aber auch der Mitgliedschaft zu sagen: Ich regiere nicht um jeden Preis, ich stehe für deutlich links. Für die DDR-Kritiker der sympathische Wessi, für die überzeugten Linken einen, der die SPD ohne Samthandschuhe anfasst. Es klingt jetzt wie eine Werbehymne, und das möge man mir verzeihen. Wenn es etwas sicher zu sagen gibt zu dieser Wahl, dann dass die CDU stärkste Partei bleiben wird. Ansonsten können die komischsten Sachen passieren. Das gezeigte Zitat und meine sonstigen Schilderungen sollten aufzeigen, wie wenig die Diskussion in Medien, zumal solchen ohne Bezug zur Region, mit der Lage vor Ort zu tun haben. Liberaldemokrat, du hast natürlich recht, die restlichen Angaben stimmen. Bist du der aus dem FDP Thüringen Forum mit dem Interesse für die Liberalen der Wendezeit? |

Mörsberg
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 20:29 Uhr: | |
Manche Medien haben natürlich auch ein Interesse daran, dass die erste schwarzgrüne Landeskoalition in einem Land stattfindet, in dem der jeweilige grüne LV schwach ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Grünen in der Koalition Fehler machen, ist dann höher. Deswegen sind die Thüringer Grünen auch wesentlich reservierter dem gegenüber als die Bundesgrünen. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 23:08 Uhr: | |
@J.A.L.: > Ich würde allerdings auch al-Dschasira nicht als Eichgröße für die > Nulllinie der neutralen Berichterstattung heranziehen... Natürlich nicht. Die Redaktionslinie dort ist eher Anti-US (auch wenn es nicht der blinde Pro-Saddam-Sender ist, als der er von manchen bezeichnet wurde). Al-Dschasira ist deutlich ein Stück weg von der "neutralen Nulllinie", das kann ich sogar verstehen. Aber wenn ARD/ZDF noch deutlich einseitiger und noch US-feindlicher berichten - dann ist das m. E. ein Skandal. Ansonsten, d.h. zum eigentlichen Thema Thüringen, schließe ich mich Sole an. Ich bin sowieso immer Umfragenskeptisch - aber derzeit scheint es mir besonders unseriös, wie irgendwelche Ergebnisse prognostiziert und in Koalitionen gegossen werden. Es gibt offenbar eine sehr große Gruppe deutscher Journalisten, die gerne schwarz/grün (nicht nur in Thüringen) hätten - die Gründe für diesen Wunsch sind mir recht schleierhaft. Aber es ist doch auffällig, daß es jedesmal eine groß aufgeblasene Diskussion darüber gibt, wenn eine solche Option theoretisch irgendwo möglich erscheint. Mit Seriösität haben solche Medienkampagnen nichts zu tun. |

Liberaldemokrat
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 23:14 Uhr: | |
@Sole "Bist du der aus dem FDP Thüringen Forum mit dem Interesse für die Liberalen der Wendezeit?" Jo. |

Sole
| | Veröffentlicht am Freitag, 11. Juni 2004 - 09:05 Uhr: | |
Schick mir mal ne email, ich denke wir haben da ähnliche Interessen. In meiner Stadt trägt noch heute ein Haus den Schriftzug der liberal-demokratischen Partei, auch wenn die LDP/FDP dort längst raus ist. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 15:14 Uhr: | |
Da hat Sole wohl recht behalten (und ich auch ;-): > Je näher die Wahl rückt, desto eher zweifle ich daran, relevante > Aussagen machen zu können. Ich sehe FDP und Grüne immer noch nicht > drin. Die Umfragen waren alle ziemlich daneben, und die meisten Tips sowieso. Und weder FDP noch Grüne sind reingekommen. Wobei man für die Grünen wohl sagen muß: Dann werden sie es wohl auch nie mehr schaffen. Günstigere Rahmenbedingungen als bei dieser Wahl mit diesem unglaublichem Bundestrend im Rücken, den guten Umfrageergebnissen und der hohen Presseaufmerksamkeit werden sie wohl nie mehr bekommen. Sie haben ihre Präsenz in Jena, Weimar und etwas Erfurt, und der Rest ist halt Diaspora. Bei der FDP hat wohl die Angst vor der 5%-Hürde (bwz. dem Verlust der Wählerstimme) stark zugeschlagen. Wenn eine Partei von 1% her kommt und bei fast allen Umfragen unter 5% liegt - dann muß man wohl sehr glaubensstark sein, um die doch zu wählen. Da die FDP im Gegensatz zu den Grünen eine ausreichende Mitgliederbasis und eine kommunale Verankerung hat, müßte es möglich sein, beim nächsten Mal diesen 3,5%-Kern zu einem Ergebnis auszubauen, das für den Landtag reicht. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 15:34 Uhr: | |
@Ralf Bei den Erststimmen lag die FDP sogar bei 5,2% (Grüne 4,2%). Vermute mal, daß die dümmlichen Schwarz-Grün-Spekulationen der letzten TAge der FDP geschadet haben- da wollten wohl viele Wähler auf Nummer Sicher gehen. Wäre der CDU entweder ein sicherer Gewinn oder Verlust der absoluten Mehrheit prognostiziert worden, hätte es vielleicht gereicht. |

c07
| | Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 16:23 Uhr: | |
Übrigens haben die Grünen in Thüringen bei der Europawahl 5,5% bekommen. Neben der Verschiedenheit der Wahlen könnte dabei u.U. auch eine Rolle gespielt haben, dass die Wähler eher die Parteien gewählt haben, die oberhalb von 5% gesehen werden (umgekehrt hat die PDS bei der Europawahl weniger Stimmen). Noch auffälliger ist, dass die CDU bei der Landtagswahl ganz erheblich besser als bei der Europawahl abgeschnitten hat, wo sie doch angeblich gerade im Land aktuelle Probleme gehabt hat. Allerdings war bei der Europawahl auch die Konkurrenz größer. |

Marc K.
| | Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 17:11 Uhr: | |
Tja: trotz allem: die CDU hat in Thüringen wie von mir erwartet die absolute Mehrheit verteidigt. Grüne und FDP haben meine Erwartungen erfüllt und sind unter 5% geblieben. Was ich so nicht erwartet habe ist der erneute Einbruch der SPD die ja mit knapp über 18% schon sehr niedrig lag auf 14%. Sie nähert sich damit allmählich der 5%-Hürde. Auch mit den Zuwachs der PDS habe ich in dem Umfang nicht gerechnet. Insgesamt hat sich wenig verschoben. Die beiden im Landtag vertretenen Oppositionsparteien haben zusammen etwa genauso viele Stimmen erhalten wie 1999, nur eben die PDS mehr und die SPD weniger. Die CDU verteidigt die absolute Mehrheit. Die FDP ist wieder auferstanden und könnte 2009 durchaus Chancen auf einen Einzug haben, wenn sie sich nicht wieder in innerparteiliche Querellen verstrickt. Die Grünen haben es trotz optimaler bundespolitischer Rahmenbedingung und bundespolitischer Prominenz nicht geschafft einzuziehen. Die Ursache liegt schlicht und ergreifend darin das die Grünen im Osten überhaupt keine gesellschaftliche Basis haben und das ist auch gut so. In ostdeutsche Landtage kommt eher die FDP rein als die Grünen, wobei auch die es schwer hat. Es hat sich in den 90er-Jahren überall ein Dreiparteiensystem etabliert, das die FDP bislang nur in Sachsen-Anhalt aufbrechen konnte. |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 18:22 Uhr: | |
@C07: Dass die CDU in Thüringenbei der Landtagswahl besser abgeschnitten hat als bei der Europawahl, wundert mich nicht. Es dürfte mit der Person von Althaus zusammenhängen, den die Leute als Ministerpräsident behalten wollten. In der ARD wurde ein hoher persönlicher Sympathiewert für Althaus gemessen, die Werte für die Leistungen der CDU-Landesregierung waren schlechter. Die Angst vor rot-rot-grün (trotz Matschie) dürfte dazu geführt haben, dass die CDU dort besser abschnitt und die Grünen schlechter. Im übrigen sage ich: die Grünen werden klammheimlich ganz froh sein, in Thüringen nicht ins Parlament gekommen zu sein - denn eine schwarz-grüne Koalition hätte sie wohl doch innerparteilich in eine Zerreißprobe geführt. |

Sole
| | Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 19:06 Uhr: | |
Interessant wird, ob sich in der SPD jetzt die Dewes-Freunde oder die Apparate-Clique um Matschie durchsetzt. Aus Sicht der PDS hat beides seine Reize. Eine 500-Mann-Partei gehört in einem Flächenland nicht in den Landtag. Diese bittere Erfahrung hat die PDS 14 Jahre lang machen müssen und für die Grünen ist es kaum anders. Trotz hervorragender Presse, günstigen Rahmenbedingungen und einem überteuerten Wahlkampf gelang es den Grünen nicht. Deutschland ist immer noch nicht das Land der Wahlparteien. Die Kommunalwahl in zwei Wochen wird zeigen, wie sich grüne und liberale Hochburgen entwickeln und wie weit die PDS diesen einmaligen Erfolg kommunal umsetzen kann, wie weit die CDU von der Bestätigung ihrer Regierung profitiert und ob die SPD kommunal attraktiver ist als in Bund und Land. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 20:25 Uhr: | |
@Marc: > die CDU hat in Thüringen wie von mir erwartet die absolute > Mehrheit verteidigt. Nun ja, aber eher zufällig. Ein paar Stimmen zwischen den Oppositionsparteien anders verteilt, und die CDU hätte einen Koalitionspartner gebraucht. Dein Rateversuch hatte eine gewisse Wahrscheinlichkeit und es kam halt zufällig auch so. Aber es war auch nur eben ein Rateversuch mit ähnlicher Qualität wie die Prognosen der Institute. Was ja nun gegen die Institute spricht: Trotz hohen Aufwands sind sie nicht besser als ein vernünftig informierter und politisch denkender Normalbürger. > Sie nähert sich damit allmählich der 5%-Hürde. Über die SPD spotten fällt derzeit natürlich leicht (und es reizt auch sehr). Aber sie hat doch eine historisch gewachsene Substanz, die sie auch im Osten nicht dauerhaft auf diesem Tiefpunkt verharren lassen wird. Spätestens 2006 wird sie sich normalisieren. Entweder (höchst wahrscheinlich) als Opposition, die von den Fehlern der neuen Regierung profitieren wird (und dann werden die Grünen ganz flott ihre gestrigen Gewinne wieder an die SPD abgeben). Oder aber irgendeine ganz krasse Wende geschieht, und sie schafft doch wieder den Wahlsieg. > Die FDP ist wieder auferstanden und könnte 2009 durchaus Chancen auf > einen Einzug haben, wenn sie sich nicht wieder in innerparteiliche > Querellen verstrickt. Eben. Da war exemplarische Dummheit in den letzten Jahren am Werk, und das wurde auch zu Recht vom Wähler abgestraft. Der neue Vorsitzende ist ja gerade mal ein halbes Jahr im Amt, da kann noch viel draus werden. > Die Grünen haben es trotz optimaler bundespolitischer Rahmenbedingung > und bundespolitischer Prominenz nicht geschafft einzuziehen. Und werden es auch nie schaffen. Was soll denn noch alles passieren, um sie in Thüringen über 5% zu heben? Besser kriegen sie es nicht mehr. > In ostdeutsche Landtage kommt eher die FDP rein als die Grünen Siehe auch die parallelen Kommunalwahlergebnisse in Meck-Pomm, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Überall die FDP deutlich über und die Grünen klar unter 5%. Die Grünen sind und bleiben eine westdeutsche Milieupartei. |

C.-J. Dickow
| | Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 21:51 Uhr: | |
@ Ralf "Die Grünen sind und bleiben eine westdeutsche Milieupartei." Über ihr angestammtes Milieu sind sie aber teilweise deutlich hinausgeschossen. Wenn ich in Hamburg an die Elbvororte, das Alstertal oder die Walddörfer denke, wo die CDU im Februar über 60% bekommen hat, da liegen die Grünen bei der gestrigen Europawahl locker um 20% und die CDU wenns hoch kommt noch bei 40%. Die 55% auf St.Pauli sind natürlich der grüne Leuchtturm (bei übrigens 10% PDS außerdem), aber da sind die Grünen eigentlich regelmäßig stärkste Partei. |

Liberaldemokrat
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. Juni 2004 - 13:56 Uhr: | |
@Sole "Schick mir mal ne email" Hab dir bei dol eine Mail geschickt, konnte hier keine Adresse finden. |

Sole
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. Juni 2004 - 16:55 Uhr: | |
In Jena kandidieren von 70 Grünen-Mitgliedern 40 zur Kommunalwahl. Wer genau hinschaut sieht: Akademiker, Studenten, Beamte/Lehrer. Keiner von denen muss sich mit so Sachen wie Benzinpreis oder Sozialversicherungsbeiträgen in seiner Existenz gefährdet sehen. |

alberto
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. Juni 2004 - 17:23 Uhr: | |
search:Gewaltenteilung, 137 GG -- Wer das nicht verändert, wird gar nichts verändern Wer das nicht kapiert hat, hat gar nichts kapiert |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. Juni 2004 - 23:52 Uhr: | |
Zu Soles obigem Beitrag über die SPD-Führungskrise nach dem Wahldebakel. Offensichtlich hat sich, laut Berichterstattung von Spiegel Online, Matschie vorerst gegen Dewes durchgesetzt; die Frage ist natürlich, wie lange. Link: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,304313,00.html Ich muss allerdings sagen, dass es meines Erachtens ein Mangel an Demokratieverständnis ist, wenn der Spitzenkandidat und Landesvorsitzende einer Partei wie der SPD, die auf 15% absackt, im Amt bleibt und nicht zurücktritt. Da fand ich, war der hessische SPD-Landes- und Fraktionschef nach der letzten Wahl konsequenter, der nach dem Scheitern seiner Spitzenkandidatur abtrat. |

c07
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 16. Juni 2004 - 01:08 Uhr: | |
Sole: > Keiner von denen muss sich mit so Sachen wie Benzinpreis oder > Sozialversicherungsbeiträgen in seiner Existenz gefährdet sehen. Wer dadurch seine Existenz gefährdet sieht, hat allerdings eine seltsame Vorstellung von Existenz oder ist paranoid (ok, soll beides vorkommen). Bernhard: > Ich muss allerdings sagen, dass es meines Erachtens ein Mangel > an Demokratieverständnis ist, wenn der Spitzenkandidat und > Landesvorsitzende einer Partei wie der SPD, die auf 15% absackt, > im Amt bleibt und nicht zurücktritt. Mein Verständnis ist da eher, dass er das Amt, zu dem er gewählt ist, in der Regel erfüllt, solang er sich dazu in der Lage sieht. Abgesehn davon sind gute Wahlergebnisse kein Qualitätsmerkmal für eine Partei. Bei den Grünen und der FDP tritt auch niemand zurück, bloß weil sie unter 15% geblieben sind. Wenn nach jedem Verlust alle wichtigen Leute zurücktreten würden, wär bei der SPD ohnehin bald niemand mehr übrig (was z.B. in Bayern ein reales Problem war). |
|