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Wähler
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 25. September 2002 - 11:04 Uhr: | |
Wann werden denn neue Umfragen bzw. Sonntagsfragen gestellt bzw. veröffentlicht ? Gibt es eine "Schonfrist", etwa bis zur Amtsübernahme durch die neue Regierung, oder geht's diese Woche schon wieder weiter ? |

Matthias Cantow
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 25. September 2002 - 11:57 Uhr: | |
"Gibt es eine "Schonfrist"... Nein (an die 100 Tage traditionelle Schonfrist für die Regierung hält sich seit 1998 sowieso keiner mehr), aber es gibt (noch) kein Interesse der Medien an neuen Umfragen und daher auch keine Aufträge an die Meinungsforscher. Die nächste wird wohl die die regelmäßige Emnid-Umfrage sein, die werden wohl erst mal ihre Umfragewerte an die Wahlergebnisse anpassen :-). |

Frank Schmidt
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 25. September 2002 - 12:07 Uhr: | |
In 4 Monaten kommen die Wahlen in Niedersachsen und Hessen, also im viert- und im fünftgrößten Land. Da dürften auch bald regelmäßige Umfragen kommen. |

Michail
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 26. September 2002 - 17:57 Uhr: | |
DIESE WOCHE dürfte es sicher keine Umfragen mehr geben. Auch das Politbarometer, sowie die Infratest-Umfragen im Bericht aus Berlin werden nur noch monatlich ausgestrahlt. Nächstes ZDF Politbarometer: am 18.10. Emnid wird es diese Woche zwar auf n-tv geben allerdings ohne die "Sonntagsfrage" - die erst wieder ab dem 3. oder 10. Okt. Die nächste Allensbach-Umfrage dürfte wahrscheinlich am 16. oder 23.10. in der FAZ veröffentlicht werden. Ob in der N24-Analyse diesen oder erst nächsten Samstag neue Zahlen veröffentlicht werden, weiß ich nicht. |

Stoiber
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 26. September 2002 - 18:10 Uhr: | |
Eben hab' ich auf N-TV eine Sonntagsfrage gesehen: SPD 38% CDU/CSU 39% GRÜNE 9% FDP 7% PDS 4% |

Peter
| | Veröffentlicht am Freitag, 27. September 2002 - 12:48 Uhr: | |
Kann mir jemand sagen, wo man im Internet die neuesten Umfragen zu den Landtagswahlen aller Bundesländer findet? Vielen Dank |

Klaus
| | Veröffentlicht am Freitag, 27. September 2002 - 12:52 Uhr: | |
http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/index.htm |

Konstantinopel
| | Veröffentlicht am Dienstag, 01. Oktober 2002 - 01:54 Uhr: | |
Mit neuen Umfrage sieht es wohl demnächst eher mau aus. Die wöchentliche N24-Sendung "Analyse" (jeden Freitag 16:45) wurde gestrichen. Das heißt, vorerst wird es keine aktuellen Forsa-Daten geben. Infratest dimap wird den nächsten Deutschlandtrend im Bericht aus Berlin in der ARD veröffentlichen. Dimap bzw. NFO Infratest befragt zudem im Auftrag von MDR und Spiegel wöchentlich die Wahlberechtigten. Die Sonntagsfrage wird aber nicht mehr regelmäßig veröffentlicht. Die FGW befragt wieder monatlich, nächste Sendung am 18.10. im ZDF. |

Stoiber
| | Veröffentlicht am Dienstag, 01. Oktober 2002 - 09:01 Uhr: | |
Wir haben doch Emnid jede Woche! Dieses Institut war auch relativ nah am wirklichen Ergebnis. |

Lorenz
| | Veröffentlicht am Dienstag, 01. Oktober 2002 - 10:11 Uhr: | |
Forsa: Rot-Grün liegt weiter vorn = Hamburg (ots) - Die rot-grüne Regierungskoalition hat weiter die Mehrheit der Bürger hinter sich. In der ersten Politumfrage nach der Bundestagswahl ermittelte das Institut Forsa im Auftrag von stern und RTL für SPD und CDU jeweils einen Wert von 39 Prozent, die Grünen erzielten zehn, die FDP sieben und die PDS drei Prozent der Stimmen. Damit käme ein ähnliches Ergebnis wie am 22. September zustande. Allerdings konnten die Grünen ihren Stimmenanteil leicht steigern, die PDS verlor Stimmen. Auch nach der Bundestagswahl veröffentlicht der stern wöchentlich eine aktuelle Umfrage zur politischen Situation in Deutschland. Für die vorliegende Erhebung befragte Forsa im Auftrag von stern und RTL zwischen dem 23. und 27. September 2505 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger in Ost und West. Die statistische Fehlertoleranz liegt zwischen +/- 2.5 Prozentpunkten. |

Stoiber
| | Veröffentlicht am Dienstag, 01. Oktober 2002 - 11:32 Uhr: | |
Nach einer Wahl stehen die Leute lieber auf der Gewinnerseite, nach der Wahl 1998 war die SPD in den 3-4 Monaten nach der Wahl riesig im Stimmungshoch, nach der Europawahl war die Union in einem nie zuvor gemessenen Stimmungshoch, da sich diesmal keine der beiden großen Parteien als Sieger hinstellen kann ist es diesmal weiterhin ein gespaltenes Bild. Die Grünen können sich als Sieger bezeichnen und sofort gehen die Umfragen hoch. Die PDS ist Wahlverlierer und ist erstmals bei Forsa unter 4%. Die FDP hat zwar Stimmen gewonnen, aber zählt aufgrund der eigenen Ziele und wegen Platz 4 nicht zu den Gewinnern. |

mgs
| | Veröffentlicht am Dienstag, 01. Oktober 2002 - 16:26 Uhr: | |
Na so eine Ueberraschung. Gerade eine Woche nach der Wahl stehen schon wieder 2 Parteien unterschiedlich da in 2 verschiedenen Umfragen, und wo hat wohl Rot/Gruen mehr und wo weniger... |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 02. Oktober 2002 - 12:07 Uhr: | |
Na ja, jetzt haben die Meinungsforscher ihre Korrekturwerte nach den Ergebnissen der Bundestagswahl nachjustiert und bewerten jetzt die Grünen höher und die FDP niedriger. Und wenn sich das Wählerverhalten wieder ändert (und das geschieht ja offenbar immer öfter und immer leichter), werden sie wieder auf den Bauch fallen mit ihren Prognosen. Die üblichen Effekte nach einer Bundestagswahl werden dazukommen: Erst der Mitläufereffekt, weil im Nachhinein viele gerne zu den Gewinnnern gehören wollen. Dann der übliche Frust, weil es bei einer Regierungsbildung immer zu Frust und Enttäuschungen kommt. Und dann kommt die Weihnachtspause, und die Wähler streichen die Tagespolitik weitgehend aus ihrem Kurzzeitgedächtnis. Für den Rest des Jahres kann man also alle Umfrageergebnis getrost ignorieren. Spannend wird es erst wieder zu den Landtagswahlen im Februar - und beide Wahlen werden so knapp und unvorhersehbar, daß man den Instituten da sowieso nicht glauben kann. |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 02. Oktober 2002 - 21:30 Uhr: | |
Anbei ein - wie ich finde - interesanter Artikel von Spiegel-Online: SPIEGEL ONLINE - 01. Oktober 2002, 15:04 URL: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,215852,00.html Wahlforschung Die mysteriöse Zauberformel Von Alva Gehrmann Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam hat für die Bundestagswahl eine neuartige Prognose erstellt - und traf mit ihrer Vorhersage genau ins Schwarze. Nun fordern die von renommierten Wahlforschern bislang belächelten Wissenschaftler, endlich ernst genommen zu werden. DDP Wenn die Prognosen stimmen: Jubel, Trubel, Heiterkeit - zumindest bei den Grünen Berlin - Am 22. September traf sich Thomas Gschwend mit ein paar Freunden. Auf den ersten Blick eine ganz normale Wahlparty: Stundenlang wurde wild zwischen ARD, ZDF, RTL und n-tv hin und her gezappt. Was sagen die neuesten Hochrechungen? Wer gewinnt die Wahl? Doch für Geschwend ging es am Wahlabend um mehr. Als der Bundeswahlleiter in der Nacht zum Montag das vorläufige amtliche Endergebnis der Bundestagswahl 2002 verkündete, schlug auch die Stunde der Wahrheit für seine Zauberformel. Bereits am 26. August hatte der Politikwissenschaftler vom Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) gemeinsam mit seinem Doktorvater Helmut Norpoth (State University of New York at Stony Brook) auf Basis eines neu entwickelten Prognosemodells das Ergebnis der Wahl vorhergesagt. Das Erstaunliche: Ihre Vorhersage, die auf anderen Faktoren beruht als die klassische Demoskopie, stimmte bis auf den zehntel Prozentpunkt mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis überein: SPD und Grüne erhielten gemeinsam 47,1 Prozent der Stimmen. Nach diesem spektakulären Coup ist sich das deutsch-amerikanische Forscherteam sicher: "Mit dieser Modellgleichung lassen sich die Ergebnisse von Bundestagswahlen äußerst genau bestimmen." Berücksichtigung anderer Faktoren Im Wesentlichen basiert das Wahlprognosenmodell auf drei Faktoren: - Kanzlerpopularität - Langfristigem Wählerrückhalt der Regierungsparteien und - Abnutzung der jeweiligen Regierung im Amt Beim Faktor "Kanzlerpopularität" bedienen sich Gschwend und Norpoth der veröffentlichten Umfragen anderer Meinungsforscher. Dabei konzentrieren sie sich auf die Frage nach der Beliebtheit des amtierenden Bundeskanzlers zwei Monate vor der Wahl. Und bei der Frage, wen sie am liebsten als Bundeskanzler hätten, sagten Mitte Juli 57 Prozent der Befragten: Gerhard Schröder. Der zweite Faktor des Modells ist der langfristige, das heißt von Wahl zu Wahl relativ stabile "Wählerrückhalt der Regierungsparteien". Dafür wurden die Wahlergebnisse der jeweiligen Regierungsparteien bei drei vergangenen Bundestagswahlen (1990, '94 und '98) herangezogen und dieser Wert anschließend gemittelt (43,3 Prozent). Dritter Faktor ist der mittelfristige "Prozess der Abnutzung von Regierungskoalitionen im Amt", den die Wissenschaftler durch die Zahl der Amtsperioden der Regierung messen. Die ist damals bei Rot-Grün bekanntermaßen eins gewesen. Ausschließlich auf Basis dieser drei Faktoren sagten Gschwend und Norpoth den Stimmenanteil der Regierungsparteien bei der anstehenden Bundestagswahl voraus. Regierungs-Formel Für ihre Prognose addierten sie die ermittelten Daten und gewichteten sie mit Hilfe statistischer Analysen der Bundestagswahlen von 1953 bis 1998. Der Wählerrückhalt wurde mit 0,76 multipliziert, die Kanzlerbeliebtheit mit 0,39 und der Abnutzungsfaktor der Regierung pro Amtsperiode mit 1,5. Da der mit Hilfe dieser Daten ermittelte Stimmenanteil für die Regierungsparteien jedoch viel zu hoch wäre, haben Geschwend und Norpoth eine Korrektur-Konstante ermittelt, der alle nicht messbaren Faktoren einer Wahlentscheidung (zum Beispiel das Wetter am Wahltag) zusammenfasst. Für die Bundestagswahl 2002 setzten die Forscher diesen Wert auf 6,55 Prozentpunkte. Kurzum: Die Korrektur-Konstante ist der zauberhafteste Teil der Zauberformel. Dem Prognosemodell lagen somit folgende Daten zugrunde: Wählerrückhalt = 43,3 Prozent Kanzlerunterstützung = 57 Prozent Amtsperioden der Regierung = 1 Und die "Zauberformel", mit der die Wissenschaftler schon Ende August das rot-grüne Wahlergebnis vorhersagten, lautet: (43,3 Prozent x 0,76) + (57 Prozent x 0,39) - (1 x 1,5) - 6,55 = 47,1 Prozent Zufall oder nicht? Die Forscher verweisen darauf, dass sich ihre Formel auch auf frühere Bundestagswahlen anwenden lässt - rückwirkend bis 1953 sei das Modell getestet worden, sagt Gschwend. Und in Bezug auf Sieg oder Niederlage habe das Modell kein einziges Mal geirrt. Bei jeder Bundestagswahl hätten die drei Faktoren Wählerrückhalt, Kanzlerbeliebtheit und Abnutzung der Regierung das Ergebnis unterschiedlich stark beinflusst. So kam Helmut Kohl zum Beispiel 1987, bei seiner ersten Wiederwahl, nur auf eine Kanzlerpopularität von 49 Prozent, dafür war aber der Wählerrückhalt mit 55,8 Prozent viel höher, als das heute der Fall ist. Kritiker werden hier freilich einwenden: Nicht besonders verwunderlich, dass ein auf historischen Daten aufgebautes Analysemodell, das stark an die technische Aktienanalyse erinnert, funktioniert, wenn man es an historische Entwicklungen anlegt. "Wahlausgang nicht auf Episoden des Wahlkampfes zurückzuführen" DPA Gespaltenes Verhältnis: Einfluss von Jürgen Möllemann spaltet die FDP und die Meinungsforscher Die führenden deutschen Meinungsforschungsinstitute, die allesamt bei Ihrer Prognose für die kleinen Parteien FDP und Grüne daneben lagen, führten als Grund die aktuellen Entwicklungen in Sachen Möllemann und Däubler-Gmelin oder den Einfluss der veröffentlichten Umfragen auf die taktischen Wähler an. "Der Wahlausgang ist nicht auf Episoden des Wahlkampfs zurückzuführen", glaubt dagegen der 34-jährige Wissenschaftler Gschwend. Bisher wurden Gschwend und Norpoth von den etablierten Instituten eher belächelt - zu einfach und reduziert sei die Formel. Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen gab dem Modell nur ein kurze Lebenszeit. Nach der Wahl werde es wieder vergessen. Gschwend ist froh, den Meinungsforschern nun gezeigt zu haben, dass er und sein Kollege Norpoth "keine Spinner" sind. Richard Hilmer, Leiter von Infratest dimap, bleibt trotz der genauen Vorhersage des Forscherteams skeptisch. "Das Ergebnis ist eine Glaubensfrage", so Hilmer. Der Meinungsforscher, dessen Institut am Wahlabend für die ARD die Prognosen erstellte, hat vor allem eines auszusetzen. Lediglich die Kanzlerpopularität werde als aktueller Wert in das Modell mit einbezogen. Trotz der Kritik kann sich das deutsch-amerikanische Wissenschaftlerteam nun rühmen, für die Bundestagswahl eine genauere Prognose gemacht zu haben als die Meinungsforscher - zumindest was die SPD und die Grünen anbelangt. Ein Makel des Modells bleibt aber: Es macht nur Aussagen über die Regierungsparteien - nicht aber über die der Opposition. Die aktuellen Umfragen der Institute mit seinem neuen Wahlprognosemodell zu kombinieren, das wäre eine große Herausforderung. "Doch so ein Modell kann man nicht so leicht aus dem Ärmel schütteln", sagt Gschwend. Außerdem habe sich bisher noch keiner der Meinungsforscher bei ihm gemeldet. DPA Wahlhelfer Flut: "Ohne die Flut wäre die Wahl so nicht ausgegangen." Auch Hilmer fände es interessant, wenn es gelänge die wesentlichen Wahlüberlegungen in einen Wert zu packen - schließlich spielten bei der Wahlentscheidung viele Faktoren eine Rolle. Gschwends Zauberformel findet er jedoch trotz der Treffers bei der Bundestagswahl nicht überzeugend. Besonders den Faktor "Wählerrückhalt" hält Meinungsforscher Hilmer für fragwürdig. Das deutsch-amerikanische Forscherteam gehe in seinem Prognosemodell davon aus, dass die Wahlentscheidung selbst immer die Gleiche sei. Doch genau das Gegenteil sei der Fall; die Zahl der Wechselwähler sei drastisch gestiegen, sagt der Leiter von Infratest dimap. Außerdem ist er sich sicher: "Ohne die Flut und die Irak-Debatte wäre die Wahl so nicht ausgegangen. Da hätte der Kanzler noch so populär sein können." -------------------------------------------------------------------------------- © SPIEGEL ONLINE 2002 Alle Rechte vorbehalten Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet AG -------------------------------------------------------------------------------- Zum Thema: In SPIEGEL ONLINE: · Endergebnis Bundestagswahl: 8864 Stimmen Vorsprung für die SPD (23.09.2002) http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,215231,00.html · Prognosen: Bei den Kleinen waren die Wahlforscher chancenlos (24.09.2002) http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,215370,00.html -------------------------------------------------------------------------------- |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 02. Oktober 2002 - 22:41 Uhr: | |
Glückstreffer, haben die die Prognose auch vorher veröffenlicht oder beim Notar hinterlegt? Wenn nicht, offensichtlich Humbug. Ausserdem: Ein Modell, das keine Aussagen über die Oppositionparteien macht, ist wertlos, zumindest dann, wenn die REgierungsparteien unter 50% bleiben, was nun zum dritten Mal in Folge der Fall war. Das ist so als könnte ein Meteorologe die Temperatur exakt vorraussagen, aber keine Aussage darüber machen, ob es windstill ist oder ein Orkan übers Land fegt, ob die Sonne scheint oder Hagelschauer niedergehen. Das war nun schon zum drittem mal in Folge der Fall. Selbst in dem extrem unwahrscheinlichen Fall, dass diese Modell tatsächlich zuverlässige Prognosen ermöglicht, erlaubt es keine zuverlässige Prognosen über die REgierungsbildung. Was wäre, wenn die PDS 5,01% bekommen hätte? Oder die SPD 42,2 und die Grünen 4,9%? |

Martin Fehndrich
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 02. Oktober 2002 - 23:27 Uhr: | |
http://www.morgenweb.de/aktuell/politik/wahl_2002/20020727_hintergrund_wahlprognose.html Das Modell wurde ja schon hier im Forum diskutiert, und die Prognose zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, als der Schwarz/Gelbe Sieg von den Meinungsforschern schon (oder noch) als Tatsache gehandelt wurde. Wenn das Modell funktioniert ist es zumindest hilfreicher als die Prognosen der Meinungsforscher. |

Jens Matheuszik
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Oktober 2002 - 17:06 Uhr: | |
Im neuen Stern gibt es wieder die bekannte Forsa-Umfrage. Soll wohl fortgesetzt werden. |

Michael
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Oktober 2002 - 18:47 Uhr: | |
In den USA haben vor der letzten Wahl alle Prognosemodelle einen Sieg von Gore vorausgesagt (zwischen 51% und 55%), während die Umfragen zum mindestens zum 7.11.2000 kein eindeutiges Bild ergeben haben. Selbst wenn man konzediert, dass Gore 500.000 Stimmen mehr erhalten hat als Bush und Gore + Nader zusammen bei 51% lagen, so haben die Analysen doch, und zwar das erste Mal, das Ergebnis einer Präsidentenwahl nicht vorhersagen können. Allerdings war bei der US-Wahl das Ergebnis genauso das Ergebnis widersprüchlicher Trends wie jetzt bei der BTW. In den USA war die Mehrheit mit den wirtschaftlichen Verhältnissen sehr zufrieden, gleichzeitig wollte ebenfalls eine Mehrheit (wegen der Lewinski-Affäre) einen Wechsel in Washington. Der eine Kandidat war sympathischer, der andere galt als kompetenter. Das Ergebnis war ein sehr knappes Ergebnis, im Endeffekt "a perfect tie" (perfektes Unentschieden". Bei der BTW gab es gleichfalls widersprüchliche Trends, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Eine Mehrheit war mit den wirtschaftlichen Verhältnissen unzufriedne, eine Mehrheit wollte aber gleichfalls keinen Wechsel in Berlin. (Der Politikwissenschaftler Raschke hat diese widersrüchlichen Trends auch noch auf einer anderen Ebene ausgemacht. Die Mehrheit der Bundesbürger sei rot-grün-gesinnt in kultureller Hinsicht, ebenfalls eine Mehrheit in wirtschaftlicher Hinsicht schwarz-gelb gesinnt). Gleichfalls widersprüchlich war die Bewertung der Kandidaten (aus subjektiver Sicht): ein kompetenter, unsympathischer (Stoiber= Gore), ein weniger kompetenter, sympathischer. Und noch eine Paralllele zwischen den US-Wahlen und den BTW. Beide Wahlen waren sehr knapp. Am Ende scheint es jeweils die letzte Sau, die durchs Dorf getrieben wurde, gewesen zu sein, die kleine, aber angesichts der knappen Wahl wichtige Stimmungsumschwünge bewirkt haben. In den USA am Wochenende vor der Wahl Informationen über Bushs Fahren unter Alkoholeinfluss, in Deutschland die bekannten Sünder (Möllemann, Däubler-Gmelin). Für mich ist es fraglich, ob angesichts so knapper Wahlverläufe und so wichtiger kleiner Ereignisse vor einer Wahl die Ergebnisse immer exakt prognostiziert werden können. An eingie Grundkonstanten glaube ich auch. Ich habe schon Wochen vor der Wahl gemeint, dass jede Regierung am Ende des Wahlkampfes aufholt und die Popularität eines Regierungschefes ein wichtiger Faktor ist. Aber niemand sollte so vermessen sein, ein Wahlergebnis exakt prognostizieren zu wollen. Dazu sind die Wahlkämpfe wie in den USA und jetzt in Deutschland zu volatil geworden, Trend und Stimmungen wechseln zu rasch. Allensbach hat mit seiner Prognose bei dieser Wahl ein Debakel erlebt, andere Prognosemodelle werden in Zukunft gleichfalls Probleme bekommen. |

Michail
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Oktober 2002 - 18:59 Uhr: | |
Hier eine neue Emnid-Umfrage: CDU/CSU...40% SPD.......38% FDP........7% B90/Grüne.10% PDS........4% Aber wem nützt das jetzt schon. Wobei: Eine Bemerkung am Rande: Ich kann mich nicht daran erinnern, dass eine neugestartete Bundesregierung in Umfragen bereits nach einer Woche ihre Mehrheit verloren hätte. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Oktober 2002 - 19:13 Uhr: | |
In Amerika hat ja auch immer der Favorit gewonnen. Da war das Risiko gering, mit der Prognose daneben zu liegen. Der letzte, der unerwartet gewonnen hat, war Truman (1948). An die These vom Raschke mit der gespaltenen Mehrheit glaube ich nicht.Auch in der Wirtschaftspolitik gibt es keine strukturelle bürgerliche Mehrheit. Solange Veränderungen im wirtschaftlichen Bereich nur wolkig gefordert werden, ist sicher die Mehrheit auf Seite von Union und FDP. Wenn es aber konkret wird, findet sich immer eine Mehrheit dagegen. Angenommen, Stoiber hätte im Wahlkampf in der Gesundheitspolitik die Wahrheit gesagt, und öffentlich erklärt, dass an wesentlich höherer Selbstbeteiligung der Patienten in der GKV kein Weg vorbei führt. Dann wäre ein Sturm der Entrüstung losgebrochen und Populist SChröder hätte sich natürlich an die Spitze gestellt und ziemlich deutlich gewonnen. |

dieterhirsch
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Oktober 2002 - 20:04 Uhr: | |
@Michail 48% gegen 47% würde ich mal noch keinen Mehrheitsverlust nennen. |

Michael
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Oktober 2002 - 20:09 Uhr: | |
@Michail Kleiner Grundkurs Mathematik. 40+7 = 47, 38 +10 =48. Also hätte rot-grün auch beim Emnid noch immer eine Mehrheit. Die nächste BTW ist erst in vier Jahren. Insofern ist es irrelevant, wer in den Umfragen vorne und wer hinten liegt. Darin gebe ich Dir recht @Thomas Eine ähnlich knappe Wahl wie 2000 fand 1960 statt, allerdings weiss ich nicht, wer damals als Favorit galt. Ist aber sicher nachzulesen bei Theodore White, The making of the president 1960 Die Theorie von Raschke halte ich für plausibel. Die Mehrheit der Deutschen steht hinsichtlich des Lebensgefühls sicher auf Seiten der rot-grünen Koalition. Stoiber hat es ja deshalb auch bewusst vermieden, etwa das Gesetz über gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften rückgängig machen zu wollen. Dass mehrheitlich die Mehrheit der Deutschen Union und FDP die größere wirtschaftliche Kompetenz zutraut, denke ich ebenfalls. Ich gebe Dir aber recht, dass die Angst vor wirtschaftlichen Veränderungen natürlich ein Grund gewesen sein kann, diese beiden Parteien nicht zu wählen. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Oktober 2002 - 20:32 Uhr: | |
Bedenken musste man bei den Wahlen 1960 und 2000 in den USA, dass der Sieg ja äußerst fragwürdig zustande gekommen ist. Das Chaos 2000 in Florida ist uns ja allen noch in Erinnerung. 1960 ist es in Texas und Illinois zu Manipulationen gekommen. Gegen den Rat seiner Parteifreunde hat Nixon die Wahl damals aber nicht angefochten. In Illinois z.B. wartete der demokratische Bürgermeister von Chicago mit der Verkündung der bereits vorliegenden Ergebnisse solange, bis die mehrheitlich republikanisch wählenden Counties ihre Ergebnisse bekannt gegeben hatten. Dann verkündete er ein ERgebnis, das Kennedy in Illinois mit 50,0 zu 49,8% den Sieg brachte. Schon seltsam, dass es heutzutage selbst Länder wie Ghana oder Nicaragua schaffen, halbwegs saubere Präsidentschaftswahlen durchzuführen, die Supermacht USA aber nicht. In Florida ist es jetzt bei der Vorwahl der Demokraten für das Gouverneursamt wieder zu einem Chaos gekommen. |

Michail
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Oktober 2002 - 22:57 Uhr: | |
@ dieterhirsch und @ Michael: Diese kleine mathematische Grundrechenart ist mir noch bekannt, ich habe mich nur beim Abtippen der Zahlen vertan, die Grünen erreichen keine 10%, sondern nur 9 %, somit steht es 47 : 47 % und die rot-grüne Mehrheit ist futsch. Außerdem würde sich der 8.800 Stimmen-Vorsprung der SPD gegenüber der CDU/CSU in einen zweiprozentigen Rückstand verwandeln. Wenn das kein Mehrheitsverlust ist, 2 Wochen nach der Wahl... Nur die Einsicht kam leider zu spät. |

ich
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Oktober 2002 - 23:47 Uhr: | |
Nur so als Erinnerung: Damit steht Rot-Grün immer noch besser da als am Wahltag um 18 Uhr bei der ARD. Andererseits hat die SPD in dieser kurzen Zeit schon mehr als 3000 echte Zweitstimmen verloren. |
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