Themen Themen Profil Profil Hilfe/Anleitungen Hilfe Teilnehmerliste Teilnehmerliste [Wahlrecht.de Startseite]
Suche Letzte 1|3|7 Tage Suche Suche Verzeichnis Verzeichnis  

1-25

Wahlrecht.de Forum » Umfragen » Wahlumfragen Landtagswahlen » Wahlumfragen Thüringen » 1-25 « Zurück Weiter »

Autor Beitrag
 Link zu diesem Beitrag

Frank Schmidt
Veröffentlicht am Samstag, 07. September 2002 - 16:27 Uhr:   

Laut der neuesten Umfrage ist die SPD in Thüringen stärkste Partei und FDP uns Grüne beide drin, was alles einen Riesenunterschied zur letzten Wahl darstellt. Ist dies eine authentische Umfrage oder eine Art TED gewesen?
 Link zu diesem Beitrag

Wilko Zicht
Veröffentlicht am Samstag, 07. September 2002 - 16:52 Uhr:   

Das ist schon eine richtige ("repräsentative") Umfrage gewesen. Allerdings ist mir nicht ganz klar, ob sie sich auf eine Landtagswahl oder auf die Bundestagswahl bezieht, da mir leider die Originalquelle nicht vorliegt. Sie wurde gestern in der BILD-Zeitung (wahrscheinlich nur in der Landesausgabe Thüringen) und vorgestern in der Thüringischen Allgemeinen veröffentlicht. Vielleicht kann das ja jemand hier nachschauen und die Sache aufklären.
 Link zu diesem Beitrag

Doris Weber
Veröffentlicht am Sonntag, 07. März 2004 - 19:35 Uhr:   

Bei der letzten Kommunalwahl vor 5 Jahren hat unsere Gemeinde darauf
bestanden die Unterstützungs-Unterschrifts-Listen für neu angetrtene
Gemeinderatsmitglieder in der Gemeindeverwaltung, sowie in der
Verwaltungsgemeinschaft ausgelegt, demzufolge kam noch viel Ärger für
diese Bürger hinzu, die Unterschrift leisten wollten. War dieser
Wahlvorgang korrekt, oder waren das Formfehler, die bewußt von der
Gemeinde ausgeführt worden sind?
 Link zu diesem Beitrag

Doris Weber
Veröffentlicht am Sonntag, 07. März 2004 - 19:43 Uhr:   

Bei der letzten Kommunalwahl vor 5 Jahren hat unsere Gemeinde darauf
bestanden die Unterstützungs-Unterschrifts-Listen für neu angetretene
Gemeinderatsmitglieder in der Gemeindeverwaltung, sowie in der
Verwaltungsgemeinschaft ausgelegt, demzufolge kam noch viel Ärger für
diese Bürger hinzu, die Unterschrift leisten wollten. War dieser
Wahlvorgang korrekt, oder waren das Formfehler, die bewußt von der
Gemeinde ausgeführt worden sind?
 Link zu diesem Beitrag

c07
Veröffentlicht am Sonntag, 07. März 2004 - 20:11 Uhr:   

Wo? In Thüringen? Da ist das laut § 20 (1) ThürKWO und auch schon § 14 (5) ThürKWG so vorgesehen.
 Link zu diesem Beitrag

ukg
Veröffentlicht am Dienstag, 09. März 2004 - 20:12 Uhr:   

Mir fehlt der große Unterschied in Thüringen bei den beiden letzten
Umfragen unterschiedlicher Unternehmen auf - 8% bei der CDU finde ich schon sehr viel. Da scheint mir die Frage angebracht, sind die beiden Institute bekannt oder wenigstens eines der beiden? Ich kenne sie beide nicht. Oder will derjenige, der sie publiziert auf die öffentliche Meinung einwirken? Man erinnere sich an Allensbach 2002.
 Link zu diesem Beitrag

c07
Veröffentlicht am Dienstag, 09. März 2004 - 21:10 Uhr:   

Die Umfragen aus Thüringen zeichnen sich aber ganz allgemein durch eine recht hohe Volatilität aus. 8 Punkte fallen da noch nicht aus dem Rahmen; das ist wohl sogar noch innerhalb der statistischen Fehlergrenzen (falls die Wahrheit dazwischen liegt), selbst wenn sich zwischendurch bei den Wählern nichts verändert hat.

Übrigens mag es zwar richtig sein, dass Allensbach auf die öffentliche Meinung einwirken wollte, aber ziemlich sicher nicht durch gezielt manipulierte Daten. So eine Katastrofe schafft sich doch ein renommiertes Institut nicht freiwillig.
 Link zu diesem Beitrag

Sole
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. März 2004 - 11:13 Uhr:   

Die Thüringen-Umfragen taugen allesamt wenig.
 Link zu diesem Beitrag

UKG
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. März 2004 - 12:29 Uhr:   

zu c07: ich sage ja auch nicht, dass "gezielt" manipuliert wird, eher
dass mal wieder mit "weichen" Faktoren in die jeweils genehme Richtung gearbeitet wird. Bei Allensbach hieß das damals bis wenige
Tage vor der Wahl, die Leute würden in den Interviews inhaltlich
nicht anders antworten wie in den vorausgegangenen Monaten auch,
somit könne es auch keine Veränderung gegeben haben.
Tatsächlich mag das so gewesen sein, dennoch haben viele Leute plötzlich ihre Vorlieben verändert und sei es aufgrund kurzfristig
eingetretener Ereignisse, die man gerne "rausrechnet". Im übrigen kann
ich nicht nachvollziehen, warum in Thüringen es so schwer sein soll,
herauszufinden, was die Bürger denken, das wäre ein Armutzeugnis für
die Demoskopie als Wissenschaft. Und das der Fehlerbereich 4% betragen
soll für Landtagswahlumfragen betragen soll, ich denke man geht von
etwas weniger normalerweise aus.
 Link zu diesem Beitrag

monnemer
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. März 2004 - 12:40 Uhr:   

Also isch find jo de Umfrare vumme IfM Leipzisch zimmlisch realisdisch. Do kummt de CDU uff 50%.

Bei de jetzigge poliddische Stimmung inner Bewölgerung kann misch net ernschthaft vorstelle, dass de CDU so deutlisch verliert, wie des aproxima vorhergsacht hätt.

Awwa isch kann mer och net vorstelle, dass de CDU nochemol so än grandiose Sieg wie 1999 davontrare wedd. Do hot se hald sehr stark vumme Amtsbonnus vumme Vogel profidiert.

Isch tu mol dippe, dass des so umme 47% wedd. De SPD kummt uff 21%, des PDS uff 17%, de Grüne uff 5-6%, de FDP uff 3-4%, de Rescht uff 4-6%.

Odda was meent ihr?
 Link zu diesem Beitrag

Sole
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. März 2004 - 12:52 Uhr:   

Hier hat wohl wieder der Kollege von der niederländischen FDP zugeschlagen?

SPD 21 %? Unwahrscheinlich. PDS 17 % ist auch eher am unteren Rand.

6 % Rest - wer soll das sein? 3 % NPD oder wie?
 Link zu diesem Beitrag

c07
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. März 2004 - 14:06 Uhr:   

UKG:
> Bei Allensbach hieß das damals bis wenige
> Tage vor der Wahl, die Leute würden in den Interviews inhaltlich
> nicht anders antworten wie in den vorausgegangenen Monaten auch,
> somit könne es auch keine Veränderung gegeben haben.

Allensbach hat im letzten Monat vor der Wahl die krassesten Veränderungen von allen Instituten gehabt. Der Vorsprung von Union+FDP gegenüber SPD+Grüne ist da um 12,4 Punkte gesunken. Am Ende war die Prognose fast exakt richtig. Nur die FDP war 2,1 Punkte zu hoch und dafür die Union 1,5 Punkte zu niedrig.

> Im übrigen kann ich nicht nachvollziehen, warum in Thüringen
> es so schwer sein soll, herauszufinden, was die Bürger denken

In verhältnismäßig kleinen Ländern ist es in erster Linie zu teuer. Außerdem könnte es ja sein, dass es die Bürger selber nicht so genau wissen.

4% Fehler für eine große Partei bei Umfragen zu Landtagswahlen sind absolut realistisch. Angenommen, es werden 1000 Leute befragt (das ist schon eher das obere Limit). Dann werden davon wohl kaum mehr als 800 brauchbare Antworten sein (die Wahlbeteiligung ist ja kleiner als bei Bundestagswahlen, und auch da muss man schon mit Ausfällen in dieser Größenordnung rechnen). Ergibt einen Fehler von ungefähr ±3,5 Punkten. Nachdem keine Nachkommastellen angegeben werden, muss man zusätzlich noch je 0,5 Punkte möglichen Rundungsfehler dazurechnen. Ergibt insgesamt eine Spanne von etwa 8 Punkten für zwei Umfragen, für die die Realität noch innerhalb der Toleranzspanne war.

Dazu kommen natürlich noch die systematischen Fehler. Außerdem wird etwa jede zwanzigste Umfrage schon einen rein statistischen Fehler haben, der größer als die nominale Toleranz ist. Und wahrscheinlich ist der eh noch größer, weil weniger Leute befragt worden sind bzw. weniger eine brauchbare Antwort gegeben haben.
 Link zu diesem Beitrag

monnemer
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. März 2004 - 14:34 Uhr:   

@Sole
Isch binn net aus Holland, sondern aus Monnem, wie de an meun Name erkenne kannscht. Und isch wüdd auch niemols FDP wähle!

Awwa zu deun Stellungnahme:
Isch kann mer net vorstelle, dass de SPD noch tiefer sinke wedd, als 1999. Do hatte se 18,5%, und do war de Stimmung genauso schlescht, villeischt noch a bissel schleschter als heut. Und dass de PDS de 21,4% vunn 1999 widderhole tut, glaubscht doch net wirklisch??? De Stimmung war damols rischtisch gut fürre Partei, heut duts vill schleschter aussähe.
 Link zu diesem Beitrag

monnemer
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. März 2004 - 14:36 Uhr:   

Ahja, und zu de Rescht!

Villeischt tritt jo de DVU widder ah. De kennt sisch schonn Schahnse uff 3% usreschne, leida...
 Link zu diesem Beitrag

Stephan Glutsch
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. März 2004 - 14:40 Uhr:   

Das Umfrageergebnis fuer Thueringen finde ich auch merkwuerdig, bei FDP und Gruenen wuerde ich jeweils 2 Prozentpunkte abziehen. Warum sollte sich ausgerechnet Thueringen zu einer FDP-Hochburg entwickeln, waehrend sich diese Partei seit der letzten Bundestagswahl im Abwaertstrend befindet. Selbst hier in Jena mit einem FDP-Oberbuergermeister ist davon nichts zu spueren.

Ich stimme auch der Meinung zu, dass Vorhersagen fuer Thueringen sehr schwierig sind. Die Stimmung hat in der Vergangenheit oft geschwankt, und die gegenwaertige absolute Mehrheit fuer die CDU ist aus Angst vor SPD-PDS und schlechten Umfrageergebnissen fuer die FDP zustande gekommen.

Die aeltere Generation (Vorruhestaendler und Rentner) ist stark sozialistisch gepraegt, da gibt es eine starke Stimmung pro SPD-PDS. Da ist nichts mehr zu machen, das Problem wird sich irgendwann biologisch erledigen.
 Link zu diesem Beitrag

Sole
Veröffentlicht am Donnerstag, 11. März 2004 - 12:36 Uhr:   

"die gegenwaertige absolute Mehrheit fuer die CDU ist aus Angst vor SPD-PDS und schlechten Umfrageergebnissen fuer die FDP zustande gekommen. "

Das ist wohl richtig, aber nicht nachvollziehbar. Schließlich gibt es weder von der SPD noch der PDS irgendeine Äußerung, die nicht klar macht dass es so eine Koalition nicht geben wird.

Im Moment sieht es nicht nach einer DVU-Kandidatur aus, DP und REP haben kein Geld und keine Strukturen, die NPD hat ihren Schwerpunkt wohl auf Ostthüringen und Sachsen verlegt. Schill kann man abschreiben. Die neue Ossipartei kann ich nicht einschätzen. Aber denen fehlt jede Voraussetzung zum Wahlerfolg, von Promi über Geld bis Presse. Die DSU wird auch keine herausragende Rolle spielen.

Ich denke, es geht für die SPD noch weiter runter als 18 % - aber das heißt nicht, dass das tatsächlich passiert.
 Link zu diesem Beitrag

monnemer
Veröffentlicht am Donnerstag, 11. März 2004 - 13:44 Uhr:   

@Sole

Ja, im Prinzipp hoscht rescht! Isch wedd meun Tipp nochemol iberdenke, wobei isch wie gsacht net glaub, dass es före SPD noch weida bergab geht, obwohl isch des begrüße würd.

Awwa, was die onnere Parteie angeht, stimmt des scho...
 Link zu diesem Beitrag

UKG
Veröffentlicht am Freitag, 12. März 2004 - 12:53 Uhr:   

Ob thüringische SPD-Wähler wirklich dem Altersspektrum der PDS-Wähler entsprechen, halte ich für sehr gewagt, ich würde die SPD im Osten nie und nimmer soziologisch dem PDS-Spektrum zuordnen und aussterben werden SPD-Wähler auch nicht, ich halte es so mit der bisherigen
Erkenntnis, dass in vielen Bundesländern die Leute die jeweilige
Bundesregierung abstrafen und die "anderen" wählen. Ist im Bund die
SPD weg, dann gewinnt sie wieder Wahlen, zumindest im Westen,
wohl auf jahrzehnte nicht in den beiden Südstaaten BW udn BY.
Thüringen kann ich nicht einordnen, es sollte wohl aber ein absoluter CDU-Sieg möglich sein und die hohen Prozente der anderen könnten nur bei einer sehr niedrigen Wahlbeteiligung eintreffen. Vielleicht ist
das dei Aussage der divergierenden Umfragen.
 Link zu diesem Beitrag

Sole
Veröffentlicht am Freitag, 12. März 2004 - 13:22 Uhr:   

Was ist "der SPD-Wähler"? Was ist "der PDS-Wähler"?

Der PDS-Wähler 1990 war die ehemalige DDR-Elite. Der SPD-Wähler war der Rest, die etwas staatsferneren Saubermänner, die sozial sein wollten aber nicht unbedingt auf dem schnellstmöglichen Weg in die BRD.

Der PDS-Wähler der späteren 90er, das waren in erster Linie neue öffentlich bedienstete, außer 2002 auch überproportional Jugendliche.

PDS-Wähler 2002 hatten im Osten einen Schwerpunkt bei Rentnern (z.B. Sachsen).

Die PDS hat bei Wahlen der frühen 90er nicht selten mit der CDU ähnlich hohen Wähleraustausch gehabt wie mit der SPD. In beide Richtungen!

Ich halte eine klassische "Wählersoziologie" in einem derart instabilen System für ein Glücksspiel. Worauf stützt sich die These, PDS-Wähler seien überdurchschnittlich "wahltreu"? Doch hauptsächlich auf die Annahme, die PDS habe ihr Potential längst ausgereizt. Eine Annahme, die vor allem der eigenen Vorstellung lieb tut.

Wie konnte die SPD eine Wählerwanderbilanz von der PDS haben von etwa 300.000 wenn PDS-Wähler sich so grundsätzlich von SPD-Wählern schieden? Offenbar gibt es heute in den Ostländern in breiten Schichten keine prinzipiellen Ausschlüsse.

Worauf sollte im Osten eine breite, stabile Parteibindung beruhen?
 Link zu diesem Beitrag

Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Freitag, 12. März 2004 - 14:52 Uhr:   

@Sole:
> Der PDS-Wähler 1990 war die ehemalige DDR-Elite.
Sollte man nicht eher sagen: Der harte Kern der PDS-Wähler bestand und besteht aus der ehemaligen DDR-Elite. Das sind vielleicht 3-5% der Wahlberechtigten (und damit je nach Wahlbeteiligung bis zu 10% der Wähler), die sehr diszipliniert zu jeder Wahl gehen, eisern PDS wählen und nur halt langsam älter werden (und in absehbarer Zeit aussterben werden).

Damals wie heute gibt es dann noch zusätzliche Wähler (mehr als der harte Kern), und die sind mehrheitlich durchaus Wechselwähler, wie Du sie beschreibst.

Es hat wohl Akzentverschiebungen bei der PDS-Wählerschaft gegeben, aber grundsätzlich ist die Struktur wohl nicht so anders wie vor 10 Jahren.
 Link zu diesem Beitrag

Sole
Veröffentlicht am Freitag, 12. März 2004 - 16:46 Uhr:   

Nach Moreau wählten 1990 fast ausschließlich solche Leute PDS (das kann ich aus eigenem Erleben nicht nachvollziehen) die mir heute am Infostand vorjammern, die scheiß SED hätte ihnen das Leben verpfuscht und überhaupt. Dass diese gescheiterten Existenzen zur Urne rammeln sollten ist schwer zu glauben. Noch schwerer, warum sie konstant PDS wählen sollten.

Was hat die ehemalige DDR-Elite 2004 davon, PDS zu wählen?
Schließlich hatten die Damen und Herren aus Verwaltung, Universität und Wirtschaftsführung 1990 nichts eiligeres als den Austritt.
Zumal die Rentner ja eher eine CDU-Domäne sind.

Ich sehe eigentlich extrem geringe Sockel für alle Parteien. Mag sein, dass das 3-5 % der tatsächlich zur Wahl gehenden sind.

Der Grünenwähler 2004 dürfte auch mit dem Bündnis90-Wähler 1990 wenig zu tun haben.

Zudem bringen 14 Jahre auch 14 neue wahlberechtigte Jahrgänge. Das ist nicht eben wenig.
 Link zu diesem Beitrag

Jan
Veröffentlicht am Freitag, 12. März 2004 - 19:46 Uhr:   

"Was hat die ehemalige DDR-Elite 2004 davon, PDS zu wählen?"

Die sind halt von ihrer Denkstruktur sozialistisch geprägt. Das Scheitern des Angleichens der Lebensverhältnisse, die hohe Arbeitslosigkeit in Neufünfland sehen die als kapitalistisches Systemversagen, welches man mit massiven staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft bessern könne. Dass es genau andersrum sein könnte, glaubt keiner.
 Link zu diesem Beitrag

Matthias
Veröffentlicht am Freitag, 12. März 2004 - 20:23 Uhr:   

"Was hat die ehemalige DDR-Elite 2004 davon, PDS zu wählen?"

Die sind halt von ihrer Denkstruktur sozialistisch geprägt.


Was versteht ihr unter der ehemaligen DDR-Elite? Die Spitzen der SED und Führungsfunktionäre der Blockparteien und Massenorganisationen, die obere Führungsebene in Verwaltung, Armee, Hochschulen, Schulen, Betrieben und Kombinaten, die Wissenschaftler, Leistungssportler und Künstler?
Schon bei denen gibt es keine durchgehende "sozialistische Prägung" und dann gibt es die bei einer Ausweitung des Personenkreises auf 3-5 % der Wahlberechtigten erst recht nicht. Dass Alter und Beständigkeit bei der Parteienpräferenz korrelieren, hängt eher mit dem ähnlichen Verlauf von Biographien (Frühverrentung, Arbeitslosigkeit) zusammen, als mit der in der DDR ausgeübten Tätigkeit oder Position, wie Jans Posting vermuten lässt.
 Link zu diesem Beitrag

Sole
Veröffentlicht am Sonntag, 14. März 2004 - 14:04 Uhr:   

Mal ganz ketzerisch: Wären die in der Breite so sozialistisch geprägt gewesen wäre die DDR vermutlich lange vorher in Probleme geraten.

Wenn man mal von ein paar Ideologen absieht hat die Masse der Leute einfach nur funktioniert, ähnlich wie ein Beamter in der BRD funktionieren kann ohne sich groß mit den ehernen Werten der Gründerväter auseinanderzusetzen. Die REP hatten mal einen hohen Anteil an Beamten, öffentlich Bediensteten usw.

Was bei der Wende passiert ist war doch, dass Instrumente, die für vollkommen andere Bedingungen geschaffen wurden (z.B. ABM/SAM) kritiklos auf einen anderen Anwendungsfall übertragen wurden und entsprechend nicht funktioniert haben.

Daraufhin war man zwar sauer und verbittert, nahm aber nicht an dass es eine andere Partei besser könne.

Die PDS lief in der Regel der rasanten Entwicklung nach und die Vertreter anderer Parteien verstanden nicht richtig, was da eigentlich passierte.

Anfang der 90er ging sinkende Wahlbeteiligung mit sinkendem PDS-Ergebnis einher. Da auf 5 % der Wahlberechtigten zu spekulieren, die eisern gegen jeden gesellschaftlichen Trend diszipliniert zur Urne gehen um ihre Mission der PDS-Wahl auszuführen, das hat etwas groteskes.
 Link zu diesem Beitrag

Mörsberg
Veröffentlicht am Mittwoch, 31. März 2004 - 15:44 Uhr:   

So. Munteres Umfragewirrwarr für Thüringen ab jetzt bis zur Wahl offenbar im Wochentakt. Nur die PDS hält sich scheint's recht stabil, bei den anderen ist das alles sehr launisch. Besonders schön natürlich die Grünen mal bei vier, dann wieder bei sieben Prozent. Man mag hier ja noch besondere Schwierigkeiten aufgrund der exzeptionell verteilten Hochburgen geltend machen können, vermutlich liegt es aber dann doch an anderem. Ich will gar nicht auf dem Topos der ergebnisorientierten Dateninterpretation der Institute herumreiten. Eher glaube ich, die meisten Umfrager wissen nicht so recht, was sie mit Gesprächspartnern anfangen sollen, die sich so geben, wie in Martin Sonneborns Telefonterror in der Titanic schon des öfteren dokumentiert. Es sollte sich nur auch mal ein Institut trauen, so etwas als wesentliche Fehlerquelle kenntlich zu machen. Das gibt dann zwar wieder Stürme der Entrüstung (immer gegen die Ossis!), aber es wäre irgendwie ehrlicher.

Admin Admin Logout Logout   Vorige Seite Vorige Seite Nächste Seite Nächste Seite