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Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 04. November 2009 - 17:26 Uhr: | |
Nehmen wir an, es gibt mehrere Wahlkreise, zum Beispiel Bundesstaaten. In diesen kann dann für eine Partei/List abgestimmt werden. Erreicht dabei eine Liste/Partei eine absolute Mehrheit, gehen alle Stimmen des Kreises automatisch an diese Partei/Liste, erreicht keine Liste/Partei die absolute Mehrheit, wird nach Verhältniswahl gerechnet. Wie heißt dieses System? Bzw. ist es bekannt? |

Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 05. November 2009 - 15:50 Uhr: | |
Keine Anwort? Niemanden, den es interessiert? |

Mitleser Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 05. November 2009 - 16:51 Uhr: | |
Das wäre eine Abwandlung des The winner takes it all-Prinzips der US-Präsidentschaftswahlen oder eine Art Bonus-Wahlsystem, das zum Teil recht zufällige Mehrheiten ergeben könnte. |

Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 05. November 2009 - 18:00 Uhr: | |
In diesem Zusammenhang: Wieso "recht zufällige Mehrheiten"? Ziel dieses Systems wäre es dann natürlich die absolute Mehrheit zu sichern. Wem das gelingt, der erhält alle Mandate und hat damit einen Vorteil (sprich, er muss Hochburgen sichern), während nicht-absolute Mehrheiten ein eher "zersplitterndes" System ergeben. Natürlich ist das bis zu einem gewissen Grad willkürlich, aber das ist ein "minderheitenfreundliches Mehrheitswahlsystem" z.B. auch. Das wäre eben ein "Mehrheiten förderndes Verhältniswahlsystem". Nicht, dass ich dieses System unbedingt vertreten würde, ich wollte nur wissen, ob es dazu in der Literatur, im Internet usw. bereits überlegungen gibt. |

Mitleser Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 05. November 2009 - 20:06 Uhr: | |
Das wäre eben ein "Mehrheiten förderndes Verhältniswahlsystem". Die Annahme war: Nehmen wir an, es gibt mehrere Wahlkreise, zum Beispiel Bundesstaaten. Bundesstaaten haben (wie auch Bundesländer) keine einheitlichen Bevölkerungszahlen, so dass absolute Mehrheiten in ihnen jeweils unterschiedliche Auswirkungen haben. Nehmen wir einmal an, es gibt drei bedeutendere politische Parteien (nationale Verteilung ca.: A 46 %, B 30 %, C 15, wobei B und C sich politisch näher stehen) und es gelingt B in Absprache mit C in einigen großen Bundesstaaten (in denen zufällig B und C etwas stärker sind) mit knapper absoluter Mehrheit zu gewinnen, dann machen auch einige Siege mit absoluter Mehrheit von A in kleineren Staaten das nicht wieder wett, eventuell gibt es auch keine Mehrheit für ein Lager. Was wäre daran mehrheitsfördernd? |

Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 05. November 2009 - 20:39 Uhr: | |
Bei den Bundesstaaten dachte ich nicht unbedingt an Deutschland, sondern zum Beispiel an die USA. Große Absprachen sind natürlich auch heute möglich und in Koalitionsverhandlungen werden sie spätestens sowieso durchgeführt. Das scheint mir eher eine Sache der politischen Kultur, dass das ausbleibt. Du hast aber natürlich recht, dass dieses System einen starken verzerrenden Effekt zugunsten der Bundesstaaten/Wahlkreise haben würde! Deshalb müssten sich die Parteien in diesem System auch stärker lokal verankern. |

Ratinger Linke Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 05. November 2009 - 22:48 Uhr: | |
Das hängt völlig von der Parteienlandschaft ab. Gezielte lokale Verankerung ist absolute Verschwendung, wo die Lage eh klar ist (und in den USA ist in vielen Bundesstaaten eine absolute Stimmenmehrheit völlig absehbar (insbesondere bei Listenwahl), während in Deutschland momentan keine Landespartei eine realistische Chance darauf hat). Die Frage ist, wie sich die Parteienlandschaft bei einem solchen System entwickelt. In den großen US-Bundesstaaten könnte sich durchaus ein Vielparteiensystem etablieren, das absolute Mehrheiten verhindert, während in Staaten, die nur 1-3 Sitze haben, der Anreiz nicht wesentlich höher wäre als jetzt. Übrigens sind gerade Parteien mit starker lokaler Verankerung (sprich: Hochburgen) bei einem solchen System gefährdet, eine absolute Mehrheit an Sitzen bei einer absoluten Mehrheit an Stimmen zu verlieren. Bei homogenem Wählerverhalten ist dagegen ein 1-Parteien-Parlament ziemlich wahrscheinlich. |
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