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Archiv bis 12. November 2007

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Wahlen, Abstimmungen usw. im europäischen Ausland » Dänemark – Wahlen zum Folketing am 13.11.2007 » Archiv bis 12. November 2007 « Zurück Weiter »

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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Mittwoch, 24. Oktober 2007 - 15:44 Uhr:   

Das Folketing wird 13.11. in einer vorgezogenen Neuwahl neu gewählt. Der Dänische Ministerpräsidentwahl verkündete diese Neuwahl. Hier im Forum gab es, in der Rubrik Wahlergebnisse, eine Diskussion zur Wahl im Februar 2005. Deren Resultate sthen unten. In Dänemark gilt eine 2 %-Hürde. Außerdem gibt es 4 Vertreter aus Island und von den Färöer Inseln. Zusammen sitzen 179 Abgeordnete im Folketing. Es tritt eine neue liberale Partei namens Neue Allianz (NA) an.

Rechtsliberale (Venstre, V) 29,0 % und 52 Sitze
Sozialdemokraten (SD) 25,8 % und 47 Sitze
Nationalisten (Dansk Folkeparti, DF) 13,3 % und 24 Sitze
Konservative (Konservative Folkeparti, C bzw. KF)10,3 % und 10,3 %
Sozialliberale (Radikale Venstre, RV) 9,2 %
Sozialisten (Socialistisk Folkeparti, SF) 6,0 %
Linke 3,4 %
Vertreter aus Island und von den Färöer Inseln: 4 Sitze
Christdemokraten (KD) 1,7 %
Mittedemokraten (CD) 1,0 %
Andere 1,3 %

Quellen:
http://www.wahlrecht.de/forum/messages/945/1625.html?1128019564
http://www.parties-and-elections.de/denmark.html
Deutschlandfunk (DLF): Radionachrichten um 14:30 Uhr
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zigzag
Veröffentlicht am Mittwoch, 24. Oktober 2007 - 21:19 Uhr:   

Links, Umfragen, Parteien

@Mitdenker
Vielen Dank für die vielen guten Infos zu den bevorstehenden Wahlen. Diesmal hat sich aber ein kleiner Fehler eingeschichen.
Also an alle: einfach aus Island Grönland machen.

Zur neuen Partei aus Wikipedia:

"Ny Alliance (dt. Neue Allianz) ist eine dänische politische Partei, die am 7. Mai 2007 von Naser Khader und Anders Samuelsen MdEP von der Radikale Venstre, und Gitte Seeberg MdEP von der Konservative Folkeparti gegründet wurde.
...
Nach eigenen Aussagen ist die Neue Allianz eine sozialliberale und sozialkonservative Partei der Mitte, die sich als Brückenbauer in Abgrenzung zu den extremen Parteien des rechten und linken Lagers versteht. Insbesondere wendet sie sich gegen die rechtspopulistische Dansk Folkeparti und schließt im Gegenzug keine Koalition mit der Venstre-Partei des Staatsministers Anders Fogh Rasmussen aus

New Alliance opposes the influence of the right-wing Danish People's Party on the Government, as well as the alleged left-leaning opposition strategy of the Social Liberal Party [Radical Venstre].
...
New Alliance considers itself a centre party, "taking the best values of social liberalism and social conservatism"."

Sollte die Neue Allianz sowohl eine Zusammenarbeit (zählt hier auch eine Tolerierung?) mit der Dansk Folkeparti sowie der Radical Venstre ausschließen, wird es für rechts und links schwer eine eigene Mehrheit zu bekommen. Vielleicht werden die bisher üblichen Koalitionen diesmal durcheinander gebracht.

Zu meinem Erstaunen sind die dänischen Internetmedien sehr flink und haben schon ihre Wahlsonderseiten ins Netz gestellt. Hier also Links mit Infos und Umfragen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Danish_parliamentary_election%2C_2007

http://politiken.dk/politik/
http://www.dr.dk/Nyheder/Temaer/Politik+temaer/2007/Valg/
http://nyhederne.tv2.dk/politik/?menu
http://jp.dk/indland/indland_politik/
http://www.nordschleswiger.dk/SEEEMS/2.asp

http://www2.tns-gallup.dk/nyhedscenter/statistik/politisk-indeks.aspx
http://politiskindeks.megafon.dk/
http://catinet.dk/default.asp?page=opinion/a.html
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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Donnerstag, 25. Oktober 2007 - 00:57 Uhr:   

Mandatsvergabe an die Regionen und Wahlkreis für die Wahl am 08.02.2005

V 46 + 6 = 52
A 40 + 7 = 47 (SD)
O 19 + 5 = 24 (DF)
C 14 + 4 = 18 (KF)
B 11 + 6 = 17 (RV)
F 4 + 7 = 11 (SF)
Ø 1 + 5 = 6 (EL, Rot-Grüne Einheitsliste)
Grönland 2
Färöer Inseln 2

I)Region Kopehagen-Fredriksberg: 3/14+4=18
A 4, V 3, B 3, O 2, C 2, F 2, Ø 2

II) Region Inseln: 7/57+16=73
V 21, A 19, O 8, C 9, B 7, F 4, Ø 2

III) Region Jütland: 8/64+20=84
V, 28, A 24, O 11, C 7, B 7, F 5, Ø 2

IV) Außengebiete: 4
Grönland 2: Inuitpartei 1, Sozialdemokraten 1
Färöer Inseln 2: Republikaner 1, Volkspartei 1

Quellen: 1) Mandatsverteilung auf die Wahlebenen (insbesondere die Seite 62)
http://www.im.dk/imEverest/Publications/imdk%20x2D%20dansk/Folketingsvalg/20070116134249/CurrentVersion/publikationvalg2005.pdf
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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Donnerstag, 25. Oktober 2007 - 01:03 Uhr:   

Berichtigung:

II) Region Inseln: 7/57+16=73
V 21, A 19, O 11, C 9, B 7, F 4, Ø 2
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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 28. Oktober 2007 - 22:05 Uhr:   

Hier folgt die Sitzverteilung auf Wahlkreisebene. Die Neue Allianz (NA) erhält den Wahlzettelbuchstaben Y.

I) Region Kopehagen-Fredriksberg: 3 WK/14+4=18
Verteilung (18): A 4, V 3, B 3, O 2, C 2, F 2, Ø 2
Süden (4): A 1, V 1, B 1, F 1
Osten (8): A 2, V 1, B 1, O 1, C 1, F 1, Ø 1
Westen (6): A 1, V 1, B 1, O 1, C 1, Ø 1

II) Region Inseln: 7 WK/57+16=73
Verteilung (73): V 21, A 19, O 11, C 9, B 7, F 4, Ø 2
Kopenhagen (20): V 5, A 5, O 3, C 3, B 2, F 1, Ø 1
Fredriksborg (11): V 4, A 2, O 2, C 1, B 1, F 1
Roskilde (8): V 3, A 2, O 1, C 1, B 1
Westseeland (10): V 3, A 2, O 2, C 1, B 1, F 1
Stornstrom (8): A 3, V 2, O 1, C 1, B 1
Bornholm (2): V 1, A 1
Fünen (14): A 4, V 3, O 2, C 2, B 1, F 1, Ø 1

III) Region Jütland: 7 WK/64+20=84
Verteilung (84): V, 28, A 24, O 11, C 7, B 7, F 5, Ø 2
Nordschleswig (8): V 3, A 2, O 1, C 1, B 1
Ribe (6): V 3, A 2, O 1
Velje (12): V 4, A 3, O 2, C 1, B 1, O 1
Ringköping (10): V 4, A 2, O 1, C 1, B 1, F 1
Aarhus (22): A 7, V 6, O 3, C 2, B 2, F 1, Ø 1
Viborg (8): V 3, A 2, O 1, B 1, F 1
Nordjütland (18): A 6, V 5, O 2, C 2, B 1, F 1, Ø 1

IV) Außengebiete: 4
Grönland 2: Inuitpartei 1, Sozialdemokraten 1
Färöer Inseln 2: Republikaner 1, Volkspartei 1

http://www.im.dk/imEverest/Publications/imdk%20x2D%20dansk/Folketingsvalg/20070116134249/CurrentVersion/publikationvalg2005.pdf
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Sebastian (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Montag, 29. Oktober 2007 - 09:06 Uhr:   

Die Neuwahlen wurden doch ausgerufen, um eine Liberal-konservative Mehrheit zu erringen, die unabhängig von der Dänischen Volkspartei regieren kann. Doch wie es momentan aussieht, könnte nicht mal eine Mehrheit mit der Volkspartei erreicht werden. Eine linke Mehrheit unter Einschluss der Sozialliberalen kommt auch nicht in Frage (http://en.wikipedia.org/wiki/Danish_parliamentary_election%2C_2007).

Spannend wird, wer stärkste Partei wird. Die Liberalen liegen nur noch um einen Sitz vor den Sozialdemokraten.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Montag, 29. Oktober 2007 - 16:40 Uhr:   

@Mitdenker

Im Zuge der Gebietsreform wurden die Wahlkreise neu zugeschnitten. Es gibt jetzt nur noch 10 Wahlkreise im Kernland. Auch die drei Regionen wurden neu geschnitten.

@Sebastian
Das taktische Kalkül ist der Tat sehr gewagt, um nicht zu sagen zum Scheitern verurteilt. Für eine bürgerliche Mehrheit ohne Dänische Volkspartei bräuchte es schon einen Erdrutsch, selbst wenn man die RV mal zu den bürgerlichen Parteien rechnet. Ob Venstre oder Sozialdemokraten vorne liegt, ist ziemlich wurscht. Koalieren werden die ohnehin nicht.
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Sebastian (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 30. Oktober 2007 - 16:04 Uhr:   

Sicher? Ist eine solche "große Koalition" in Dänemark wirklich ausgeschlossen?
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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 30. Oktober 2007 - 19:41 Uhr:   

Hier folgt die Umrechnung der Sitzverteilung auf Wahlkreisebene anhand der neuen Wahlkreise. Die Sitze sind zusammengerechnet. Die alten Wahlkreise sind in Klammern hinzugefügt. Bei der Wahl 2005 stehen die Wahlkreise "Kopenhagen" und "Fredriksborg" -seltsamerweise - nicht unter der Region "Kopenhagen-Fredriksborg". Die Christdemokraten (KD) haben Wahlzettelbuchstaben K.

Der Begriff "Südjütland" scheint mir ein dänischer Ersatzbegriff für Nordschleswig zu sein. Bei der Gegend um Velje und Ribe, weiß ich hingegen nicht, ob die Dänen dazu immer schon Südjütland sagten. Man stelle sich einmal vor, man würde hier in der Bundesrepublik Deutschland, über Flensburg, Sylt, usw. als "Nordholstein" sprechen! Das ist unvorstellbar!

I) Wahlregion Hauptstadt: 4 WK/51 Sitze
Verteilung (51): V 13, A 12, O 7, C 6, B 6, F 4, Ø 3
Stadt Kopenhagen (18): A 4, V 3, B 3, O 2, F 2, C 2, Ø 2 (= Osten + Westen + Süden)
Kopenhagen Umland (20): V 5, A 5, O 3, C 3, B 2, F 1, Ø 1 (= "Kopenhagen")
Nordseeland (11): V 4, A 2, O 2, C 1, B 1, F 1 (= "Fredriksborg")
Bornholm (2): V 1, A 1

II) Wahlregion Mitteljütland-Nordjütland: 3 WK/58 Sitze
Verteilung (58): V 18, A 17, O 9, C 5, B 5, F 4, Ø 2
Ostjütland (22): A 7, V 6, O 3, C 2, B 2, F 1, Ø 1 (= Aarhus)
Nordjütland (18): A 6, V 5, O 2, C 2, B 1, F 1, Ø 1
Westjütland (18): V 7, A 4, O 2, B 2, F 2, C 1 (= Ringköping + Viborg)

III) Wahlregion Jütland-Süddänemark: 3 WK/66 Sitze
Verteilung (66): V 21, A 18, O 10, C 7, B 6, F 2, Ø 2
Nordschleswig/"Südjütland" (26): V 10, A 7, O 4, C 2, B 2, Ø 1 (= Nordschleswig + Velje + Ribe)
Seeland (26): V 9, A 6, O 4, C 3, B 3, F 1 (= Westseeland + Roskilde + Storstrom)
Fünen (14): A 4, V 3, O 2, C 2, B 1, F 1, Ø 1

IV) Außengebiete: 2 WK/4 Sitze
Grönland (2): Inuitpartei 1, Sozialdemokraten 1
Färöer Inseln (2): Republikaner 1, Volkspartei 1

http://im.dk/imagesupload/dokument/Valgkredse.pdf
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(Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 30. Oktober 2007 - 23:54 Uhr:   

Lieber Mitdenker, ihre Zahlenjonglage in aller höchsten Ehren, aber ich habe ein bißchen die Befürchtung, dass die Zeit - Nutzen- Relation bei manchen (nicht allen!!!) ihrer Threads in einem Mißverhältnis steht.
"Man stelle sich einmal vor, man würde hier in der Bundesrepublik Deutschland, über Flensburg, Sylt, usw. als "Nordholstein" sprechen! Das ist unvorstellbar!"

Tun es denn die Dänen?!?!?
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tg
Veröffentlicht am Mittwoch, 31. Oktober 2007 - 08:34 Uhr:   

"Bei der Gegend um Velje und Ribe, weiß ich hingegen nicht, ob die Dänen dazu immer schon Südjütland sagten."

Südjütland hieß das Amt um Abenra, Haderslev, Tönder und Sönderborg. Dieses ist jetzt mit den Ämtern Veijle und Ribe zu einer Verwaltungseinheit zusammengefaßt worden, die den Namen "Süddänemark" trägt.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 31. Oktober 2007 - 09:35 Uhr:   

@Mitdenker:
> Man stelle sich einmal vor, man würde hier in
> der Bundesrepublik Deutschland, über Flensburg,
> Sylt, usw. als "Nordholstein" sprechen! Das ist
> unvorstellbar!
Solange man dann nicht anschließend Sprüche à la "Nordholstein bleibt unser" bringt hielte ich das nicht nur für vorstellbar, sondern für völlig normal und unproblematisch.

Man spricht ja auch von Hinterpommern oder Südtirol, auch wenn diese Gebiete nun staatlich anderswo einsortiert werden.
Und West- und Ostfriesland sind schon seit Jahrhunderten in unterschiedlichen Staaten, das tut keinem weh.
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Good Entity (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Mittwoch, 31. Oktober 2007 - 17:24 Uhr:   

@Ralf Arnemann: Die Flensburger legen aber gerade sehr großen Wert darauf, keine Holsteiner zu sein, weder Nord noch Süd. Da wäre es keineswegs "normal und unproblematisch", wenn man einen Südschleswiger abends in der Kneipe etwa in Glücksburg als "Nordholsteiner" abqualifiziert. Man sagt ja auch nicht "Westschwabe" zu einem Mannheimer. Holstein fängt erst etwa 10 Abfahrten an der A7 südlicher an.

Nach den weiteren Wortpaaren Westfriesland/Ostfriesland zu schließen könnte Südschleswig/Nordschleswig gemeint sein? Dann wäre Flensburg etc. aber Südschleswig (siehe SSW), während Nordschleswig die dänischen nordfriesischen Inseln, Tondern etc bezeichnet.
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Florian (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Mittwoch, 31. Oktober 2007 - 18:27 Uhr:   

na, jetzt wollen wir mal nicht zu pingelig sein.

Es kommt doch oft vor, dass ein Gebiet/Land/Nation von Außenstehenden auf eine Weise bezeichnet wird, die die Einheimischen für sich selbst nie verwenden würden.

Banalstes Beispiel ist Deutschland selbst.

Für die Franzosen sind wir "Allemands", also "Allemannen". Kein Nicht-Baden-Württemberger wird diese Eindordnung akzeptieren.
Bei den Italienern heißen wir "Tedesci", also "Teutonen" - was auch irgendwie seltsam ist.
Das "Germans" (=Germanen) der Engländer ist kaum besser. Wobei diese witzigerweise als "dutch" (=deutsch) ausgerechnet die Niederländer bezeichnen, die diese Zuordnung sicher auch nicht akzeptieren würden.

Solche - für die Betroffenen selbst schief klingenden Zuordnungen - sind also gang und gäbe und völlig unbproblematisch.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Mittwoch, 31. Oktober 2007 - 19:17 Uhr:   

@Mitdenker
Das kann man nicht so einfach umrechnen. Es wurden nicht nur Ämter zusammengelegt. So wurde z.B. Vejle zwischen Ostjüttland und (der überwiegende Teil) zu Südjüttland aufgeteilt.

Aber die Wahlkreisergebnisse sind auch nicht so wichtig, denn es wird sicher keine Partei oder ein Unanhängiger über ein Kreismandat in den Folketing kommen. Das ist auch in jüngerer Vergangenheit nur einmal vorgekommen (1994), dieser Unanghängige ist später nicht mehr angetreten. Zuvor war 1960 zum letztten Mal die deutsche Minderheit über ein Kreismandat ins Parlament gekommen. Die deutsche Minderheit tritt übrigens unter dem Namen Schleswigsche Partei an, ohne daß daran jemand Anstoß nähme...
Über die dritte Hürde, neben der 2%-Hürde und dem Wahlkreissitz, nämlich in 2 der 3 REgionen so viele Stimmen wie durchschnittlich für ein WAhlkreissitz erforderlich, hat es noch nie eine Partei ins Parlament geschafft. Auch "Überhangmandate" sind unwahrscheinlich, letztmals gab es 1960 welche (2 für die Sozialdemokraten). Entscheidend wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur die landesweite Stimmenverteilung sein.



Was die Namensgebung angeht. Warum soll man den südlichsten Teil Jüttlands nicht Nordschleswig nennen? An der "Schleswigschen Partei" nimmt auch niemand Anstoß. Aber wenn man den nördlichsten Teil der Halbimsel Nordjüttland nennt, ist es doch nur logisch, den südlichen Teil Südjüttland zu nennen. Der historische Kram interessiert die Dänen vermutlich eh nur mäßig. Zudem besteht das neue Amt Südjüttland überwiegend aus Teilen, die nicht zu Schleswig gehören.
Daß es im hohen Norden Schleswig-Holsteins einen Landtagswahlkreis namens Südtondern gibt (u.a. gehört Sylt dazu) weckt bei den Dänen auch keine Angst vor deutschen Gebietsansprüchen.

Umgekehrt gäbe es vermutlich auch keinen Aufschrei, wenn sich der SSW in "Südjüttländische Wählervereinigung" nennen würde. Höchstens "Eiderdänische Wählervereinigung" wäre problematisch...
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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Mittwoch, 31. Oktober 2007 - 22:45 Uhr:   

An alle Schreiber seit meinem letzten Beitrag,

danke für diese lebhafte Diskussion. Ich überanstrenge mich nicht. Die gefundenen Daten und Fakten stehen in einem sinnvollen Verhältnis zum Zeitaufwand, sofern ich übersichtliche Quellen, mit am besten die staatlichen Wahlkommissionen, zitieren kann. Diese Daten haben auch einen weiteren Sinn. Sie sollen die Sinne für einzelne Regionen und Wahlkreise schärfen und diese mit der letzten Wahl vergleichbar machen. Ich mache diese über die Sitze, da dieses Konzept, sowohl bei der Verhältniswhahl, als auch bei der Mehrheitswahl, aufschlussreich ist.

Ich notiere unten die Spitzenbewerber der einzelnen Parteien. Die Rechtsliberalen, die Konservativen, die Sozialisten und die Neue Allianz treten mit Männern als Spitzenkandidaten an. Die Sozialdemokraten, die Nationalisten, die Sozialliberalen und die Christdemokraten haben Frauen als Spitzenbewerberinnen. Die Rot-Grüne Einheitslinie ruft eine kollektive Spitzenkandidatur aus. Die Mittedemokraten (C/CD) werden nicht antreten.

Rechtsliberale (V): Anders Fogh Rasmussen
Sozialdemokraten (A/SD): Helle Thorning-Schmidt
Nationalisten (O/DF): Pia Kjærsgaard
Konservative (C/KF): Bernd Bendsten
Sozialliberale (B/RV): Margrethe Vestager
Sozialisten (F/SF): Villy Søvndal
Rot-Grüne Einheitsliste (Ø/EL): Kollektive Spitzenkandidatur
Christdemokraten (K/KD): Bodil Kornbek
Neue Allianz (Y/NA): Naser Khader
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tg
Veröffentlicht am Mittwoch, 31. Oktober 2007 - 22:57 Uhr:   

Ich verstehe das Problem nicht. Bei den offiziellen Bezeichnungen der dänischen Ämter wird der Begriff "Schleswig" doch gar nicht verwendet. Das südlichste Amt des Landes heißt "Syddanmark"; neutraler geht es eigentlich nicht mehr!
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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Montag, 12. November 2007 - 15:58 Uhr:   

Ich habe einige Personalien gefunden. Zuerst betrachte ich die Staatsebene. Danach folgt die Wahlkreisebene.

Ämter auf der Staatsebene:

Ministerpräsident: Anders Fogh Rasmussen (V, zugleich Spitzenkandidat der Rechtsliberalen)
Wirtschaft und Handel: Berndt Bendtsen (C, zugleich Parteivorsitzender und Spitzenkandidat der Konservativen)
V Fraktionsvorsitzender: Hans Christian Schmidt (V, früherer Minister für Umwelt und Ernährung)
Vorsitzender des Verteidungsauschusses: Allan Niebuhr (C)

Wahlkreisebene:

Wahlkreis Nordschleswig 2005: 7 Wahlkreissitze und 1 Zusatzsitz = 8 Sitze
Wahlkreis Südjütland 2007: 18 Sitze

Abgeordnete und Kanddidaten aus Nordschleswig:

Rechtsliberale (V): Hans Christian Schmidt (W K), Peter Christensen (W K) und Ellen Trane Nørby (W K)
Sozialdemokraten (S): Frode Sørensen (W N), Lise von Seelen (W K), Julie Rademacher (K) und Benny Engelbrecht (K)
Nationalisten (O): Søren Krarup (W K, früherer Pastor)
Konservative (C): Allan Niebuhr (W ?)
Sozialiberale (B): Bente Dahl (Z K) und Lotte Rod (K)
Sozialisten (F): Jesper Petersen (K)
Einheitsliste (Ø): Balter Andersen (K) und Finn Sørensen (K)
Christdemokraten (K): Hans Steengard Jessen (K)
Neue Allianz (Y): Jørgen Poulsen (K)

Die Buchstaben hinter den Bewerbern aus Nordschleswig bedeuten folgendes:

K = Kandidat
N = Kandidiert nicht wieder
W = Wahlkreismandat
Z = Zusatzmandat

http://www.nordschleswiger.dk
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Montag, 12. November 2007 - 16:13 Uhr:   

Alle Kandidaten gibt es hier:
http://im.dk/im/site.aspx?p=244&t=visartikel&Articleid=4453

Auffällig ist, das trotz theoretisch drei möglicher Listenform, eine, die sog. "parallele" Kandidatur nahezu ausschließlich vorkommt, nur bei den beiden Linksaußenparteien gibt es Ausnahmen, während eine Listenform gar nicht vorkommt.
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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Montag, 12. November 2007 - 22:31 Uhr:   

Ich habe nachgesehen, in welchen Wahlkreisen die Regierungsmitglieder, ein Ausschussvorsitzender und die Spitzenbewerber antreten. Zu manchen Personen habe ich keine weiteren Angaben gefunden.

Ministerpräsident: Anders Fogh Rasmussen (V), Wahlkreis Seeland
Stv. Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft und Handel: Bernd Bendsten (C), Wahlkreis Fünen
Aüßeres: Per Stig Møller (C), Geburtsort: Frederiksberg, Wahlkreis Kopenhagen Umland
Beschäftigigung: Claus Hjort Fredriksen (V)
Bildung: Bertel Haarder (V), Wahlkreis Kopenhagen Umland
Entwicklungszusammenarbeit: Ulla Tørnæs (V), Wahlkreis Südjütland
Familie und Verbraucherschutz: Carina Christensen (C), Geburtsort: Fredericia, Region Süddänemark
Finanzen: Thor Pedersen (V), Wahlkreis Nordseeland
Flüchtlinge, Immigration und Integration: Rikke Hvishoj (V), Wahlkreis Stadt Kopenhagen
Inneres und Gesundheit: Lars Løkke Rasmussen (V), Wahlkreis Nordseeland
Justiz: Lene Espersen (C), Geburtsort: Hirtshals, Wahlkreis Nordjütland
Kultur: Brian Mikkelsen (C), Wahlkreis Südjütland
Lebensmittel, Landwirtschaft und Fischerei: Hans Christian Schmidt (V), Wahlkreis Seeland
Soziales und Gleichstellung: Karin Jespersen (V),
Steuern: Kristian Jensen (V)
Transport und Energie: Jakob Axel Nielsen (C), Geburtsort Himmerland, nahe Aalborg
Umwelt und Nordische Zusammenarbeit: Connie Hedegaard (C), Wahlkreis Kopenhagen Umland
Verteidigung: Søren Gade (V)
Wissenschaft, Technologie und Innovationen: Helge Sander (V), Wahlkreis Westjütland

Vorsitzender des Verteidungsauschusses: Allan Niebuhr (C), tritt nicht an. Er wäre im Wahlkreis Südjütland angetreten.

Sozialdemokraten (A): Helle Thorning-Schmidt, Wahlkreis Stadt Kopenhagen
Nationalisten (O): Pia Kjærsgaard, Wahlkreis Seeland
Sozialliberale (B): Margrethe Vestager, Wahlkreis Nordseeland
Sozialisten (F): Villy Søvndal, Wahlkreis Südjütland
Rot-Grüne Einheitsliste (Ø): Line Barfod
Christdemokraten (K): Bodil Kornbek, Wahlkreis Stadt Kopenhagen
Neue Allianz (Y): Naser Khader, Wahlkreis Stadt Kopenhagen

Quellen:
Innenministerium: http://im.dk/imEverest/Publications/imdk%20x2D%20dansk/Folketingsvalg/Folketingsvalg%202007/20071106124551/currentversion/kandidater%20fv2007.html
Ministerauflistung: http://de.wikipedia.org/wiki/Regierung_Anders_Fogh_Rasmussen_II

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