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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Sonntag, 13. Juni 2010 - 01:49 Uhr: | |
@ Timo: ich stimmer Dir voll zu. Die Fragen lauten: 1. Wie viele FDP Stimmen gehen in der BV nicht an Wulff, sondern an Gauck? 2. Wird die Linke im allen drei Wahlgängen ihre Kandidatin nominieren, und wie viele Stimmen wandern von den Linken zu Gauck? Derzeitiger Stand: Wohl nahezu alle FDP-Bundestagsabgeordnete werden für Wulff stimmen. Aus Bremen, Thüringen und Sachsen kann es aber FDP-Stimmen für Gauck geben. Bisher macht das weniger als 10. Gauck bräuchte aber mindestens 25-30, selbst wenn die Linke und die freien Wähler und SSW in voller Stimmenanzahl für ihn Stimmen. 2. Die Linke hat angekündigt, ihre Kandidatin auch notfalls drei Wahlgänge zu unterstützen. Zudem nennt sie Gauck einen ungeeigneten Kandidaten. Das klingt nicht gut für Gauck, aber er will ja offenbar auch keine Stimmen der Linken, dann bräuchte er fast alle FDP Stimmen zur Wahl. Fazit: Gauck braucht viel mehr Abwwichler aus der FDP, und die Linke müsste von ihrer haten Haltung abweichen, damit Gauck eine reale Chance hat. Das geht nur, wenn die FDP BT-Fraktion massiv für Gauck stimmt, also nur, wenn die FDP/CSU/CDU-Koalition vorher zerbricht, und wenn die Linke eine für sie bittere Kröte schluckt. Ich bitte um Stllungsnahme zu meiner Analyse! |

Silencio Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Sonntag, 13. Juni 2010 - 02:16 Uhr: | |
Gauck wird nicht BP, dennoch wäre es eine Blamage und ein Zeichen von Führungsschwäche, wenn Wulff nicht im ersten Wahlgang gewählt wird. Vielleicht nutzt die FDP das, wenn sie weiterhin schmollen und wütend sind auf CSU/CDU, der CDU einen Denkzettel zu verpassen und im 2. Wahlgang dann für Wulff zu stimmen. Ja, ich weiß, dieses Szenario ist höchst unwahrscheinlich. Ich fänds aber lustig. Läuft doch dort so wie im Kindergarten. Wenns bloß nicht so wäre, dass in Berlin über das Leben aller entschieden wird, könnte man das Verhalten der Politiker nicht mehr ernst nehmen, aber leider ist das ja bitter, dass der große Kindergarten auch Auswirkungen auf uns hat. |

Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Sonntag, 13. Juni 2010 - 09:39 Uhr: | |
Gauck bräuchte rund 164 Stimmen aus der Bundesversammlung, um eine absolute Mehrheit dort zu erhalten. Oder rund 83 Stimmen, die von Wulff zu Gauck in der Bundesversammlung herüberwandern, um "relativ" vor Wulff zu liegen. Wulff kann sich rund 23 "Abweichler" aus dem eigenen Regierungslager leisten. Auch wenn einige FDP- oder CDU-Abgeordnete Wulff nicht wählen werden, gehe ich davon aus, dass Wulff im 1. Wahlgang mit absoluter Mehrheit zum Bundespräsidenten gewählt wird. Wenn man die letzten Bundesversammlungen seit 1994 betrachtet, haben die Wahlmänner in der Regel - mit geringen Abweichungen - nach der jeweiligen Parteipräferenz abgestimmt. Und dort, wo es einmal eine größere Abweichung gab - 2004 zugunsten von Frau Schwan - waren dies dennoch zu wenig Stimmen, um die Wahl des favorisierten Mehrheitskandidaten - hier Horst Köhler - zum Bundespräsidenten zu verhindern. Daher rechne ich nach wie vor fest mit einer Wahl Wulffs zum Bundespräsidenten - bereits im 1. Wahlgang. |

Engel Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Sonntag, 13. Juni 2010 - 10:20 Uhr: | |
Ich glaube bei weitem nicht, dass alle FDP-Abgeordneten die Gauck wählen werden dies jetzt öffentlich sagen. Es erstaunt mich sogar, dass es so "viele" schon zugeben. Hinter denen können sich dauchaus nochmal doppelt so viele oder mehr verstecken, die Gauck auch wählen werden. Sei es aus Überzeugung oder aus koalitionären Frust. Bei Schwan wissen wir heute bis auf Ausnahmen nicht wer die Abweichler waren. Und auch in der Union halte ich Gegenstimmen für durchaus möglich, denn Gauck hat dort hohes Ansehen und war ja selbst einmal als Kandidat der CSU im Gespräch. |

Silencio Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Sonntag, 13. Juni 2010 - 10:40 Uhr: | |
Was sagen eigentlich die "Freien Wähler"? Da habe ich noch wenig gehört. |

Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Sonntag, 13. Juni 2010 - 10:54 Uhr: | |
@Silencio: Die freien Wähler haben sich für Joachim Gauck entschieden. Weiter oben in diesem Thread findet sich der entsprechende Link. |

Beobachter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Sonntag, 13. Juni 2010 - 11:37 Uhr: | |
@ Timo Wunschträume eines kleinen Republikaners... süß! |

Timo Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Sonntag, 13. Juni 2010 - 11:48 Uhr: | |
Ich sehes ähnlich wie die meisten hier(ingo Zachos, Bernhard Nowak). Gauck hätte nur dann eine Chance, wenn 1) es eine beträchtliche Anzahl an Abweichlern aus der Koalition gibt und die Linken im dritten Wahlgang nahezu geschlossen für Gauck stimmen - m.E. sher unwahrscheinlich (selbst wenn die Linke Parteispitze Jochimsen zurückzieht, wird wohl nicht jeder Linke Gauck wählen) ODER 2)Die Koalition noch im Juni zerbricht. Sollte die sgeschehen wird die FDP vermutlich mit großer Mehrheit für Gauck stimmen, seine Wahl wäre wahrscheinlich - ich glaube aber nicht an ein UZerbrechen der Koalition (erst recht nicht während der WM) Als Folgerung gehe ich davon aus, dass Wulff gewählt wird, ob schon im ersten Wahlgang? - da bin ich mir nicht sicher Sollte die Wulff erst im dritten Wahlgang gewählt werden, wäre dies aber auch eine herbe Niederlage für Merkel&Co. Der Eindruck, dass die Koa keinen Zusammenhalt mehr hat würde verstärkt. |

Timo Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Sonntag, 13. Juni 2010 - 12:26 Uhr: | |
@Beobachter "Republikaner" empfinde ich nicht als Schimpfwort. Lassen sie uns das Thema jetzt beenden. Wenn die nächste Monarchie ihren König abschafft, können wir ja wieder aufs Thema zurückkommen. |

Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Sonntag, 13. Juni 2010 - 13:08 Uhr: | |
@Werner Fischer "Das wäre z. B. für Bayern ein Grund, aus der BRD auszutreten - natürlich mit sofortiger Wirkung! ;-)"
@Timo "Viel interessanter ist die BuPrä-Wahl." Naja, der Wahlausgang steht doch eigentlich jetzt schon fest, Wulff wird im 1. maximal 2. Wahlgang gewählt und wird der neue Bundespräsident und das Volk vertreten, das mit seiner Wahl nix zu tun hatte...(Ahh, ist das nicht schön, auf ein und denselben Punkt immer wieder rumzukauen?) ""Republikaner" empfinde ich nicht als Schimpfwort. Lassen sie uns das Thema jetzt beenden. Wenn die nächste Monarchie ihren König abschafft, können wir ja wieder aufs Thema zurückkommen." Doch hoffentlich nicht wegen dieser Kleinpartei? "2)Die Koalition noch im Juni zerbricht. Sollte die sgeschehen wird die FDP vermutlich mit großer Mehrheit für Gauck stimmen, seine Wahl wäre wahrscheinlich - ich glaube aber nicht an ein UZerbrechen der Koalition (erst recht nicht während der WM)" Eigentlich grade zu WM. Dann sind viele Leute abgelenkt. |

Beobachter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2010 - 15:05 Uhr: | |
@ Timo: "Wenn die nächste Monarchie ihren König abschafft, können wir ja wieder aufs Thema zurückkommen." Einverstanden. Allerdings wird das so schnell nicht passieren, dessen können Sie gewiß sein. |

Republikaner Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2010 - 19:21 Uhr: | |
Es sei denn Belgien zerbricht. |

WillsWissen Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2010 - 19:44 Uhr: | |
Bei der Bundespräsidentenwahl entsendet die CDU für NRW 50 Wahlmänner, die SPD aber nur 49, obwohl beide Parteien gleich viele Sitze im Landtag haben. Weiß jemand, warum das so ist? Vielen Dank |

Timo Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2010 - 19:49 Uhr: | |
@WillsWissen Das habe ich auch schon gefragt: http://www.wahlrecht.de/cgi-bin/forum/show.cgi?tpc=40&post=58216#POST58216 Ratinger Linke hatte Losentscheid/andere Einigung vermutet: http://www.wahlrecht.de/cgi-bin/forum/show.cgi?tpc=40&post=58218#POST58218 So richtig wusste es niemand |

Wahlticker
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2010 - 19:54 Uhr: | |
Auf der Seite von Wahlrecht.de steht "In Nordrhein-Westfalen haben sich alle Fraktionen auf einen gemeinsamen Wahlvorschlag geeignet, der den letzten Sitz der CDU zuschlägt, nachdem die CDU einen informellen Losentscheid gegen die SPD gewonnen hatte." http://www.wahlrecht.de/lexikon/bundesversammlung.html |

WillsWissen Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2010 - 20:06 Uhr: | |
Das finde ich inzwischen auch hier bestätigt: http://www.wdr.de/themen/politik/landtagswahl_2010/neuer_landtag/100609.jhtml?rubrikenstyle=politik Dankeschön! |

Hilferdinger. Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. Juni 2010 - 21:28 Uhr: | |
"Er ist ein Mann von Vorgestern" Die übliche linke Kritik an Konservativen (Bewahrenden, Zurückschauenden) eben. Für Gauck durchaus treffend. Er ist ein Mann in den 70ern und nicht gerade einer, der zu neuen Ufern aufbrechen will. "Angriffe auf die Totalitarismustheorie (die natürlich an sich auch legitim sind!)" Habe ich in dem Zusammenhang nicht gelesen, obwohl sie sicher zu begrüßen wären. "usw.usf. und damit hat die SPD dann auch erfolg gehabt." Der Erfolg der SPD besteht am Ende darin, die an sich unspektakuläre Kandidatur Wulffs dadurch ein wenig berichtenswerter gemacht zu haben, dass sie nach Gesine Schwan eine weitere durchaus honorige Person verschlissen hat. |

Moritz Dürr
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 16. Juni 2010 - 00:47 Uhr: | |
Verschlissen ist bisher weder Wulff noch Gauck. Gauck hat einen grossen Rückhalt in der Bevölkerung und zwar quer durch alle Altersklassen und, wenn man Erhebungen glauben darf, auch quer durch alle Schichten. Ob das allerdings die Wahlmänner und -Frauen der Bundesversammlung beeindruckt, sei dahingestellt. Letztendlich geht es ja auch offensichtlich eher darum, ob Frau Merkel "ihren" Kandidaten durchdrücken kann und damit fehlende Führungsstärke unter Beweis zu stellen vermag. Herr Wulff wird dieses Amt mit Sicherheit achtbar ausfüllen, wenngleich auch mit Sicherheit langweiliger und uninteressanter als Herr Gauck. Deutschland ist nach der Wiedervereinigung - und die liegt 20 Jahre zurück - in eine andere, protestantischere, atheistischere und auch verelendertere Lage geraten. Für diese Lage ist m.E. Gauck der bessere Mann, der zu verbinden und zu erhalten in der Lage ist. Ich habe allerdings erhebliche Zweifel, ob er den Hauch einer Chance hat. Wulffs Aufruf zur Einheit lässt aber darauf schliessen, dass sich in der Koalition erhebliche Angst breit gemacht hat. |

Lichtgestalt Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 16. Juni 2010 - 01:54 Uhr: | |
Genauso wie die Stasi das Volk zu DDR-Zeiten gespalten hat, spaltet(e) Gauck insbesondere die ostdeutsche Bevölkerung. Behörde "Horch und Guck" wurde bekanntlich abgelöst durch den aktengläubischen Denunziantenstadl, der Steuerzahler darf bis heute "danke" sagen. |

Beobachter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 16. Juni 2010 - 10:33 Uhr: | |
Es hängt ganz an der FDP. Wird diese professionell genug sein, den eigenen Kandidaten zu wählen und damit die Koalition zu stärken? Oder fällt sie auf das (zugegebenermaßen sehr gelungene) Manöver von Rot-Grün rein? Die FDP sollte sich im Klaren darüber sein, daß SPD und Grüne Herrn Gauck niemals aufgestellt hätte, wenn sie selbst eine Mehrheit gehabt hätten. |