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Archiv bis 21. Februar 2010

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Bundestagswahl 2009 » Die neue Regierung! » Archiv bis 21. Februar 2010 « Zurück Weiter »

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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. Februar 2010 - 17:23 Uhr:   

@Saarländer:
> die FDP und CDU haben über den Bundesrat an
> der Gesetzgebung mitgewirkt und diesen Murks
> mitfabriziert.
Sie haben einige Punkte korrigiert und insgesamt das Vorhaben nicht blockiert.
Aber für das eigentliche Gesetz und die Detailformulierungen sind die Regierung und ihre Verwaltung verantwortlich.

> Und es ist Blödsinn, dass unisono höhere
> Sätze gefordert wurden, ...
Es gab eine ganze Menge Wortmeldungen von Linken, SPD, Grünen und einigen aus der Union, die haben Erhöhungen gefordert (dazu noch die Lobby-Verbände).
Und es gab m. W. einen CDUler, der wollte die Pauschale senken um dafür Einzelförderungen zu finanzieren - das ist eher ein Gleichbleiben.
Eine Kürzung der Leistungen hat niemand gefordert.

Wenn ich (Politiker-)Meinungen außerhalb der unisono-Front übersehen haben sollte, dann bitte konkrete Links zu diesen.

> Was aber Unsinn ist, ist die Unterstellung,
> dass jeder ALGII-Bezieher ein fauler Sack
> ist, der seinen Arsch nicht hochkriegt, ...
Das wiederum hat nun überhaupt keiner gesagt, Westerwelle schon gar nicht.

> Nein, da blubbert man lieber über die ach
> so faulen "Hartzer".
Wer hat das gesagt?

Ich frage jetzt schon zum dritten Mal nach, um welche konkreten Formulierungen es da gehen soll. Und nie kommt eine Antwort, immer nur neue Polemik.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. Februar 2010 - 17:43 Uhr:   

@Bernhard:
> Da werden in der Diskussion Fälle von
> offensichtlichem sozialem Missbrauch aufgezählt
Das ist in der Tat oft eine sehr schräge Diskussion und hat eigentlich nichts mit der Grundproblematik oder der Höhe der Sätze zu tun.
Wie Du schon sagst: Mißbrauch abzustellen ist eine Sache für sich. Und wenn das Gesetz es nicht ausreichend hergibt, diesen Mißbrauch zu bekämpfen, dann wäre das ein getrennt zu diskutierender Änderungsbedarf.

> Warum wird dann im Niedriglohnsektor nicht
> "nachgebessert" um ein Lohnabstandsgebot
> einzuhalten?
Weil das nicht wirklich geht.
Der eigentliche Knackpunkt dabei sind die Kinder. Man kann ja nun nicht verhindern, daß Leute Kinder bekommen, obwohl sie sich die eigentlich "nicht leisten" können.

Wenn jemand schlecht gebildet, gesundheitlich nur begrenzt einsetzbar oder sonstwie wenig produktiv ist, dann wird er auch nicht verdienen können, um eine Anzahl Kinder auf dem Niveau zu versorgen, daß die Gesellschaft für notwendig hält.

Da kann man dann einen hohen Mindestlohn einführen (was genau diese Leute dann in die Arbeitslosigkeit treibt), und dann sind es eben die (weniger häufigen) Familien mit vier Kindern, die immer noch nicht über die Runden kommen.

Ob man es nun "Bürgergeld" nennt oder andere Modelle wählt - es wird immer einen Übergang geben von Leuten, die mit ihren Familien staatliche Hilfen dazu brauchen bis hin zu denen, die netto nur zahlen.

> Und warum wird - Stichwort FDP "Sparbuch" -
> nicht beim Staat - und in den FDP-Ministerien
> selber - angefangen zu sparen?
Weil das erst bei den Haushaltsberatungen 2011 und 2012 wirklich möglich ist.

> und warum wird über eine Ergänzungsabgabe oder
> Vermögenssteuer auf EU-Basis nicht nachgedacht?
Weil der Staat nicht zu wenig Einnahmen, sondern zu viele Ausgaben hat.
Bei einer echten Staatsquote von über 50% noch draufzusatteln wäre falsch.
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. Februar 2010 - 21:22 Uhr:   

Zumindest die Tatsache, dass der Staat nicht zu wenig Einnahmen, sondern zu viele Ausgaben hat, teile ich. Aber der Verweis auf die Haushaltsberatungen 2011 und 2012 in Bezug auf das FDP-Sparbuch teile ich nicht. Und dies tut Westerwelle wohl selber acuh nicht. In dem Interview im Spiegel Heft 6 vom 8.2.10 sagte Westerwelle auf folgende Frage des Spiegel:
"Als Ihr Vorgänger Frank-Walter Steinmeier einen dritten Staatssekretär im Auswärtigen Amt installierte, tönte Ihre FDP, dies sei ein Zeichen von Schwäche. Sie haben die Abschafffung des dritten Staatssekretärs verlangt. Nun haben Sie ebenfalls drei Staatssekretäre. Sind Sie ein schwacher Minister?
Westerwelle: Ich muss zur Kenntnis nehmen, dass man als Außenminister und als Vizekanzler nach innen und nach außen wirkt. Was das heißt, merkt man erst, wenn man selbst in diesen Ämtern ist. Mein Amtsvorgänger Frank-Walter Steinmeier hat das Ministerium entsprechend organisiert. Heute muss ich gestehen: das war sinnvoll. Wenn Sie mir vorwerfen, dass ich einen Erkenntnisgewinn hatte, seitdem ich auf dem Stuhl des Außenministers sitze, dann leiste ich hiermit Abbitte. Ich habe verstanden, welch knochenharte Arbeit es ist, Außenminister und Vizekanzler zu sein.
Spiegel: Joschka Fischer war auch Außenminister und Vizekanzler. Der ist mit zwei Staatssekretären ausgekommen.
Westerwelle: Mea culpa, mea maima culpa! Welche Fehleinschätzung von mir damals! wenn das alles ist, was Sie mir vorzuwerfen haben, na bitte."

Dieses Interview zeigt, dass die FDP sich sehr wohl im klaren ist, dass sie ihre Wahlversprechen in Bezug auf das FDP Sparbuch nicht eingehalten hat und begründet dies mit Erkenntnisgewinn. Wie Ypsilanti auch.

Zu den anderen Punkten: ein Mindestlohn kann Arbeitsplätze kosten, muss dies aber nicht, wie andere Volkswirtschaften (USA, Frankreich) beweisen. Unser Arbeitsmarkt ist flexibel und Mindestlöhne könnten - zumindest in nicht vom Export betroffenen Branchen - in bescheidenem Rahmen geschaffen werden.

Zum zweiten: Wer den Banken mit Milliardenbeträgen helfen kann und nichts gegen die Besteuerung von Boni tut - zumindest bei Banken, die Staatshilfen in Anspruch genommen haben, und die eine Börsenumsatzsteuer ablehnt, soll m.E. sehr vorsichtig sein, von einer Belastung des Sozialstaates durch Hartz IV zu sprechen. Natürlich sind die Abgaben und Steuern zusammen sehr hoch, aber das Problem sind nicht die hohen Steuern, sondern die unverhältnismäßig hohen Sozialabgaben, die insbesondere die kleineren und mittleren Einkommen treffen. Das Problem einer Vermögenssteuer ist, dass die Besteuerten ins Ausland gehen. Daher nützt eine nationale Vermögenssteuer gar nichts, sondern hier muss EU-weit operiert werden. Eine solche Steuer könnte den Haushalt entlasten. Und im übrigen bin ich sehr wohl auch der Meinung, dass wir keinen einzigen Euro an Griechenland oder andere Länder zahlen sollten, die ihre Haushalte nicht in den Griff bekommen, sondern dann lieber ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone in Kauf nehmen sollten. Wenigstens vertragen - wie man auch immer zu Mindestlohn und -abgaben denkt - unsere haushaltspolitischen Probleme derzeit keine Steuersenkungen. Carstensen hatte hier doch völlig recht: die ham sie nicht mehr alle. Und Hoteliers brauchen eine solche Entlastung auch nicht. Aber die Ärmsten der Armen - Hartz IV Empfänger und Arbeitende im Niedriglohnsektor - werden von Westerwelle gnadenlos gegeneinander ausgespielt und sie sollen letztlich durch Kürzungen die Steuersenkungen, die eigentlich nicht zu finanzieren sind, bezahlen, nur weil das BVerfG erklärt hat, die Hartz-Sätze seien "nicht zu hoch." Dies finde ich skandalös. Westerwelle betreibt hier eine Interessen- und Klientelpolitik, die seiner Partei sicherlich nützen wird; er wird zulegen auf Kosten der Rüttgers-CDU in NRW, die dann weder eine Mehrheit mit der FDP noch alleine mit den Grünen erreichen wird (m.E. das Hauptziel Westerwelles), aber der CDU werden in Scharen Wählern davon laufen und diese Koalition wird m.E. mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit 2013 abgewählt werden; weil sie den Haushalt nicht sanieren will und kann und weil sie ganz offensichtlich Klientelpolitik betreibt. Ein gutes haben die Äußerungen Westerwelles allerdings für mich: man weiß, wofür die FDP steht und die Strategie von Frau Merkel, erneut die anstehenden grausamen Wahrheiten vor der NRW-Landtagswahl zu verschweigen und mit einem Wohlfühl-Wahlkampf zu vernebeln, trägt nicht mehr.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. Februar 2010 - 22:25 Uhr:   

Komplettstreichung bei Missbrauch ist allerdings die wesentlich krassere Forderung. Selbst wenn in einem ordentlichen Gerichtsverfahren geklärt würde, dass es wirklich Missbrauch und nicht Unfähigkeit war (wasimmer da der Unterschied ist), kann man die Leute schlecht verhungern lassen. Was möglich und im Gesetz im Prinzip auch vorgesehen ist, ist die Umstellung auf Sachleistungen. Das kommt aber deutlich teurer, solang man es nicht so weit ausdehnt, dass die Abschreckungswirkung dominant ist. Kollateralschäden hat man bei strikter Missbrauchsbekämpfung jedenfalls immer, deshalb gibt es da Grenzen.
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Wahlticker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 18. Februar 2010 - 22:28 Uhr:   

Die FDP liebt doch immer solche Zahlenspiele. Die haben früher schon immer Vorgerechnet wie viele Hundert Steuererhöhungen Rot-Grün oder Schwarz-Rot mal wieder beschlossen haben. Vielleicht sollte man anhand des FDP-Sparbuchs mal berechnen wie viele hundert Wahlversprechen die FDP gebrochen hat, wär doch mal lustig.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 19. Februar 2010 - 10:46 Uhr:   

@Bernhard.
> Dieses Interview zeigt, dass die FDP sich
> sehr wohl im klaren ist, dass sie ihre
> Wahlversprechen in Bezug auf das FDP
> Sparbuch nicht eingehalten hat und begründet
> dies mit Erkenntnisgewinn. Wie Ypsilanti auch.
Mal langsam. Hier hat sich in EINEM Punkt herausgestellt, daß ein Detail nicht funktioniert hat. Da würde ich es eher positiv sehen, daß man ehrlich zugibt sich geirrt zu haben und dann sachgerecht handelt.
Einen Vergleich mit dem zentralen Wortbruch Ypsilantis sehe ich überhaupt nicht.

> ein Mindestlohn kann Arbeitsplätze kosten,
> muss dies aber nicht, wie andere
> Volkswirtschaften (USA, Frankreich) beweisen.
Nein, die beweisen das nicht. Weil man ja nie sagen kann, wie sich die Jobanzahl dort ohne Mindestlohn entwickelt hätte.
Es ist eigentlich von der Logik her unbestreitbar, daß ein Mindestlohn Arbeitsplätze kosten kann - je nach Höhe. Es ist nur die Frage, wieviele es sind.

Ein niedriger Mindestlohn schadet in der Tat wenig, bringt den Betreffenden aber auch fast nichts. Bei größeren Familien wird er trotzdem nicht reichen.
Und bei hohen Mindestlöhnen gibt es massive Jobverluste.

> Wer den Banken mit Milliardenbeträgen helfen
> kann ...
Ich stimme Dir zu, daß diese "Bankenrettungen" falsch waren. Aber ein Fehler rechtfertigt doch nicht, weitere Fehler nachzuschieben.
Wobei das aber einmalige Garantien waren (also keine Ausgaben!). Das ist etwas anderes als beständige Ausgaben jedes Jahr.

> von einer Belastung des Sozialstaates durch
> Hartz IV zu sprechen.
Daß der Sozialstaat durch HartzIV belastet wird ist doch unbestreitbar. Und das ist doch auch völlig richtig so, natürlich soll der Staat Geld ausgeben um Bedürftigen zu helfen.
Ich habe auch über die Gesamtausgaben gesprochen, da gibt es ganz andere Sparmöglichkeiten.
Aber umgekehrt noch ein Draufsatteln bei Hartz IV, das muß wohl nicht sein.

> dass wir keinen einzigen Euro an Griechenland
> oder andere Länder zahlen sollten,
Volle Zustimmung.

> Und Hoteliers brauchen eine solche Entlastung
> auch nicht.
Sehe ich persönlich auch so.
Möchte aber darauf hinweisen, daß ALLE Parteien vor der Wahl diese Steuerentlastung gefordert haben. Und jetzt schreien sie, weil die FDP dieses Wahlversprechen auch gehalten hat.
Inhaltlich bin ich ja gegen die Maßnahme, aber die öffentliche Kritik jetzt daran ist absurd und heuchlerisch.

> diese Koalition wird m.E. mit an Sicherheit
> grenzender Wahrscheinlichkeit 2013 abgewählt
> werden;
Das warte ich gelassen ab ;-)
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 19. Februar 2010 - 19:01 Uhr:   

Nach Infratest Dimap liegt die Regierung bei 44 Prozent der Befragten.
Die Opposition kommt demnach auf 52 %.

Demnach läge nach Infratest Dimap die:

CDU bei 34%
FDP 10%
...................
SPD 27%
B/90 15%
LINKE 10%


Generell scheint mir, das Westerwelle die Hartz4 Debatte wohlweislich angezettelt hat um den Fokus der Medien von Spenden und Mövenpick wegzuleiten.
Dieses ist ihm scheinbar auch gelungen auch wenn er momentan hier und da Prügel einsteckt, so macht er das gerne weil die FDP somit aus dem Klientelumsorgethema herausfällt.

Nicht ganz unklug ...Herr Westerwelle.
Wenn das Hauptschlachtfeld zu unübersichtlich und unbeherrschbar wird, macht man eben schnell ein heißes Nebenschlachtfeld auf...um abzulenken!
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Clovis
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 19. Februar 2010 - 20:26 Uhr:   

Guten Abend Ratinger Linke,

Sie schreiben: Komplettstreichung bei Missbrauch ist allerdings die wesentlich krassere Forderung ... man kann die Leute schlecht verhungern lassen

Da hilft es mal zu schauen, wie das die verblichenen sozialistischen Bruderstaaten so gehandhabt haben:

StGB der DDR, 5. Abschnitt
Sonstige Straftaten gegen die allgemeine, staatliche und öffentliche Ordnung

§ 249. Gefährdung der öffentlichen Ordnung durch asoziales Verhalten.

(1) Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung dadurch gefährdet, daß er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit hartnäckig entzieht, obwohl er arbeitsfähig ist, [...] wird mit Verurteilung auf Bewährung oder mit Haftstrafe, Arbeitserziehung oder mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft. Zusätzlich kann auf Aufenthaltsbeschränkung und auf staatliche Kontroll- und Erziehungsaufsicht erkannt werden.


Zynische Kleingeister mit ausgeprägter Mitleidsschwäche werden sich natürlich fragen, in wie fern eine "Freiheitssstrafe" eine Drohung darstellt, wenn eh schon der ganze Staat ein Gefängnis ist. Die "Arbeitserziehung" aber ist kolossal.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit,
Clovis
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Bernd Schrader
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 19. Februar 2010 - 23:41 Uhr:   

Zitat aus dem Bürgergeld-Papier:
"Durch das Bürgergeld wird die Nachfrage und damit das Angebot an Arbeitsplätzen
im Niedriglohnbereich gesteigert."

Die FDP will den Niedriglohnbereich also fördern und sorgt so schon mal für Altersarmut. Hört sich nach einem durchdachten Rezept aus einem Guss an. Wie der Unterschied in der Konsequenz aber von ALGII sein soll, bleibt mir schleierhaft, vieles was dort drin steht ist schon längst Gesetz und unterscheidet sich letztendlich recht wenig von der derzeitigen Lage. Aber man möchte da wohl etwas "Eigenes" vorlegen.
Auffallend ist doch, dass die FDP bisher kaum durch inhaltliche Äußerungen in der aktuellen Diskussion glänzte. Trauen sie ihrem eigenen Programm nicht? So schaut es mittlerweile aus.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 20. Februar 2010 - 09:54 Uhr:   

"Die FDP will den Niedriglohnbereich also fördern und sorgt so schon mal für Altersarmut."
Wie soll den zusätzliches Einkommen zu mehr Armut führen?

"Wie der Unterschied in der Konsequenz aber von ALGII sein soll, bleibt mir schleierhaft,"
Daß Sie das nicht verstehen, bedeutet ja noch lange nicht, daß es keine bedeutenden Unterschiede gibt.
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 20. Februar 2010 - 11:53 Uhr:   

Ein interessanter Artikel über die Auswirkungen von Westerwelles Kritik findet sich hier:
http://nachrichten.aol.de/ist-guido-westerwelle-der-lafontaine-der/artikel/20100219152057767856437
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 20. Februar 2010 - 12:38 Uhr:   

@Bernhard
Von den genannten Politologen kommt Falter der Realiät eindeutig am nächsten. Walter und Langguth scheinen mir eine Tendenz zu haben, ihre Privatmeinung für allgemeingültig zu halten.

Linkswähler, für die die FDP sowieso keine Option ist, werden die FDP immer für unsozial halten und grantiert immer was zu nörgeln haben. Würde Westerwelle weichgespühlte Wohlfühlrhetorik pflegen, wäre es ihnen auch nicht recht, dann wäre das für sie entweder nur Tarnung oder die FDP wäre profillos. Aber das kann der FDP egal sein. Wichtig ist, wie die FDP bei ihren Wählern und potenziellen Wählern ankommt und nicht, wie sie auf die wirkt, die sie ohnehin nicht mögen.
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Bernd Schrader
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 20. Februar 2010 - 13:24 Uhr:   

"Wie soll den zusätzliches Einkommen zu mehr Armut führen?"

Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass die Ausweitung des Niedriglohnbereichs, der zwangsläufig im Allgemeinen zu mehr Lohndruck führt, die Menschen dazu bringen kann, Altersvorsorge zu betreiben. Aber Sie wollen mich da bewusst fehlinterpretieren, denn ich halte Sie für klüger.

"Daß Sie das nicht verstehen, bedeutet ja noch lange nicht, daß es keine bedeutenden Unterschiede gibt."

Mit so einem Statement disqualifizieren Sie sich selbst.
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Werner Fischer
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 20. Februar 2010 - 15:11 Uhr:   

Westerwelle und alle FDP-Anhänger "können" doch mit Sicherheit Marktwirtschaft, also:

Nach marktwirtschaftlichen Gesetzen bildet sich der Preis durch Angebot und Nachfrage. Vergrößert man das Angebot, ist die Folge ein fallender Preis für die "Ware".

Für den inländischen Arbeitsmarkt heißt das, wer Harz-IV-Empfänger verstärkt zur Arbeitsaufnahme drängt, vergrößert das Angebot an Arbeitskräften (besonders im Niedriglohnbereich) und das führt zwangsläufig zu niedrigeren Löhnen. Dem könnte mit einem Mindestlohn (durch staatliche Intervention) durchaus ein Riegel vorgeschoben werden. Doch werden die Arbeitgeber diese Leute dann einstellen? Wenne es sich für sie nicht rechnet, wohl kaum - sie werden aber nach Umgehungsmöglichkeiten suchen. Also ein Beschäftigungsprogramm für Rechtsanwälte, Gerichte und die Bürokratie. So und ähnlich geht das schon seit Jahren bei uns.

Der deutsche Arbeitsmarkt hat nur eine Chance auf mehr Arbeitsplätze, wenn in Bildung und stetige Fortbildung investiert wird. Die Leute müssen fit gemacht werden für den globalen Wettbewerb! Das ist eine gemeinsame Aufgabe für Wirtschaft, Staat, AN-Verbände und jeden Einzelnen von uns.

Nicht neue Männer braucht das Land, sondern Reformen - und zwar durchdachte Reformen und nicht diesen "Murks", den etablierte Parteien seit Jahrzehnten hier fabrizieren!
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 20. Februar 2010 - 16:02 Uhr:   

Das ist hier kein volkswirtschaftlicher Debattierklub. Aber dennoch will ich eines klarstellen: nicht Niedriglöhne anderswo führen zu "Lohndruck", sondern niedrige Produktivität. Das hat auch Lidl richtig erkannt darum forderte Lidl diese Woche auch einen Mindestlohn im Handel. Hört sich nett an. Das Kalkül ist folgendes: Lidl macht (wie auch Aldi) sehr viel Umsatz mit wenigen Mitarbeitern, entsprechend ist die Produktivität hoch. Daher können es sich Lidl und Aldi leisten, vergleichsweise gut zu bezahlen. Die Produktivität ist beim weniger frequentierten Super- oder Drogeriemarkt in der Fußgängerzone mit breiterem Sortiment zwangsläufig niedriger, was hier aber weniger an der Fähigkeit der Mitarbeiter als am Geschäftsmodell liegt. Entsprechend können sie ihren Mitarbeitern weniger zahlen. Wird dann der Lohn der Discounter per Mindestlohn dem gesamten Einzelhandel aufgezwungen, werden viele Filialen bei den schon jetzt sehr niedrigen Margen unrentabel und schließen. Lidl will also mit dem Mindestlohn die Konkurrenz zumindest teilweise samt Arbeitsplätzen platt machen und das auch noch als soziale Tat verkaufen. Linke Ideologen finden das ja auch sozial.
Hohen Lohn gibt es dauerhaft nur mit hoher Produktivität. Wer die nicht leisten kann, bekommt bei hohem Lohnniveau dann eben keinen Arbeitsplatz.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 20. Februar 2010 - 17:39 Uhr:   

Lidl und Aldi haben auch die wesentlich fähigeren Mitarbeiter, eben weil sie besser zahlen können. Die Niedriglöhne halten nur ein Geschäftsmodell aufrecht, das eigentlich nicht mehr nachgefragt wird. Das Problem an der Sache ist nur, dass die konkurrenzfähigen Arbeitsplätze zu wenig sind und deshalb aus marktwirtschaftlicher Sicht durchaus ein Potenzial für extreme Niedriglöhne, von denen man nicht leben kann, vorhanden ist.
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Biobauer
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 20. Februar 2010 - 21:23 Uhr:   

Muss nun diese Beschimpfung von VerkäuferInnen in Reformhäusern oder Bioobstläden oder Dritteweltläden sein? Natürlich ist das dort beratungsintensiver als bei Lidl oder Aldi und natürlich können dort keine Mindestlöhne gezahlt werden, denn dann machen diese Läden allesamt sofort Pleite.

"nicht mehr nachgefragt"? Bei Lidl ist der Umsatz höher, keine Frage. Aber jeder, der irgendwo noch Wert auf ökologische Kost legt, muss uns bei unserem Kampf gegen die Mindestlohnfanatisten unterstützen, sonst hat sich das Thema "Bio" in kürzester Zeit erledigt, mal von dem Massen-Bio-Zeug bei Aldi & Co abgesehen!
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Mark Obrembalski
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 20. Februar 2010 - 22:56 Uhr:   

@ Biobauer: Du bist ein Troll, oder?

Ein Unternehmen, dessen Geschäftsplan darauf beruht, dauerhaft qualifiziertere Arbeit (denn bei besonderem Beratungsbedarf ist es natürlich erforderlich, dass der Mitarbeiter auch besondere Kenntnisse der Ware hat) zu niedrigerem Lohn erhalten zu können, hat sich die Pleite redlichst verdient. Und wer Wert auf ökologische Kost mit Beratung dazu legt, möge sie einschließlich ordentlich entlohnter Beratung auch bezahlen.
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Saarländer
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 20. Februar 2010 - 22:56 Uhr:   

"Aber jeder, der irgendwo noch Wert auf ökologische Kost legt, muss uns bei unserem Kampf gegen die Mindestlohnfanatisten unterstützen, sonst hat sich das Thema "Bio" in kürzester Zeit erledigt, mal von dem Massen-Bio-Zeug bei Aldi & Co abgesehen!"

Ohje, ich seh schon schon die ganzen ALGII-Empfänger als Mitarbeiter im Niedriglohnsektor Bioläden. :-)))
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 21. Februar 2010 - 10:47 Uhr:   

@Mark Obrembalski
"Biobauer: Du bist ein Troll, oder? "
Mit den zwangsläufigen negativen Folgen eines Mindestlohns wollen Sie sich wohl nicht befassen.

"Ein Unternehmen, dessen Geschäftsplan darauf beruht, dauerhaft qualifiziertere Arbeit (denn bei besonderem Beratungsbedarf ist es natürlich erforderlich, dass der Mitarbeiter auch besondere Kenntnisse der Ware hat) zu niedrigerem Lohn erhalten zu können, hat sich die Pleite redlichst verdient."
Wenn ich sowas lese, fällt es mir schwer, nicht ausfällig zu werden.
Nach der Logik müßte man z.B. praktisch sämtliche Friseursalons dichtmachen. Dienstleistungen von Friseuren werden zweifelsohne nachgefragt, aber die Kunden sind und waren auch nie bereit, so viel dafür zu bezahlen, dass es zu größeren Verdiensten langt. Soll man nun Menschen, die bereit sind, auch für wenig Geld zu arbeiten, davon abhalten und sie vorm Fernseher hocken lassen??? Oder sind Sie ein blasierter Ideologe, denen die Menschen vollkommen egal sind, denen Sie so die Existenzgrundlage nähmen?
Es wird immer reichlich Menschen geben, die für gut bezahlte Tätigkeiten schlicht nicht die geistigen Voraussetzungen haben. Diese, soweit sie in Arbeit sind, durch Mindestlohn in die Arbeitslosigkeit zu drängen, ist weder sozial noch ökonomisch sinnvoll.

"Und wer Wert auf ökologische Kost mit Beratung dazu legt, möge sie einschließlich ordentlich entlohnter Beratung auch bezahlen."
Was Menschen für etwas ausgeben wollen, sollte man ihnen schon selbst überlassen, die brauchen da absolut keine staatliche Bevormundung.

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