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WAHLoMATor Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 28. April 2010 - 16:02 Uhr: | |
Die Griechen haben sich mit ihrer unverantwortlichen Sozialsusgabenorgie selber abgeschossen, "DIE in der Schloßallee" haben damit nichts zu tun. Das peinliche Geheimnis der Linken: sie wollen die gleiche Politik auch in Deutschland machen. Griechische Verhältnisse sind links! |

Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 28. April 2010 - 19:15 Uhr: | |
@Ralf Arnemann "Ich weiß nicht, wie sie ihre Pro-Griechenland-Position begründet (internationalistischer Reflex?) - aber die Motivation ihrer Wähler trifft sie damit m. E. nicht. Jedenfalls nicht der Wähler, die sie neu dazugewinnen muß, um über die 5% zu kommen." Da werden doch innenpolitische Themen überwiegen, selbst wenn die LTs-Wahl da was reißen könnte. "Das Problem der unzufriedenen CDU-Wähler ist ja: Wen sollen sie denn dann wählen? Wenn doch die diversen roten/grünen Oppositionsparteien im Zweifelsfall noch viel mehr und schneller Geld nach Griechenland tragen wollen als Merkel?" Sie könnten es ihren Kollegen von der SPD gleichtuen und einfach nicht zu Wahl gehen (wie in der letzte BTs-Wahl). Aber das halte ich für unwahrscheinlich: Das Konservative Lager ist anders aufgestellt, man kann damit rechenen, dass das Interessen, "es denen da oben" "mal richtig zu zeigen" bei ihnen wesentlich gringer ist. Andere wählbare rechte Bewegungen, da stimme ich zu, sind in D momentan nicht in Sicht. "Dann könnte man 80% der aktuellen Koalitionsspekulationen in die Tonne treten und es kommt vielleicht doch die GroKo." OK, diese Möglichkeit habe ich bisher einfach nicht bedacht, aber sie dürfte auch extrem unwahrscheinlich sein. |

SaaleMAX
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 28. April 2010 - 20:41 Uhr: | |
Nochmal ein Schwenk zum nebenthema Griechenland.Ich denke schon das dieses Thema viele Deutsche bewegt.Vielleicht auch die Positionen und das Verhalten unserer Parteien zu diesem Thema in Bezug auf die LTW in NRW. Die deutschen Banken haben Griechenland Geld in Höhe von ca. 31 Mrd. geliehen. Die franz. Banken sind mit 50 Mrd. Euro dabei...Die britischen Banken mit ca. 10 Mrd. Demnächst muß Griechenland einen Großteil der zum Termin auslaufenden Optionen bezahlen...Kann es aber nicht! Jetzt tritt die EU ins Spiel. Deutschland soll gut 8 Mrd aus Steuergeldern zahlen, Frankreich hingegen nur ca. 5 Mrd und die Briten anscheinend gar nichts...nur damit Griechenland sein Geld dann an die Gläubiger-Banken zurückzahlen kann also GB, Frankreich und Deutschland. Quasi wird unser Steuergeld verwendet damit die europäischen Banken ihr Geld wieder bekommen. Der griechische Staat hat von der Mrd-Hilfe also gar nichts, sondern leitet das ganze Geld gleich als Finanzdienst sozusagen wieder weiter..also wie ein Durchlauferhitzer. Das kann die Lösung nicht sein oder ? Und jetzt sind sogar noch höhere Hilfen aus Steuermitteln der Eu Staaten für Griechenland ( bzw. deren Gläubigerbanken) geplant!Hier ist doch etwas oberfaul. Ich denke auch wir Deutschen mit unseren Geamtschulden die schon in die Billionen Euro gehen und unserer zusätzlichen Rekorneuverschuldung werden auch nicht mehr lange als "Schulmeister" gegenüber Griechenland in Sachen Schulden auftreten und dastehen!Das hämische Auftreten gegenüber Staaten die finaziell Kollabieren wird uns auch alsbald vergehen.Griechenland hat über viele viele Jahre mehr Geld ausgegeben als es einnimmt und dabei mit Zahlen jongliert und teilweise getrickst...nicht Anderes macht Deutschland! Am Ende wird ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone stehen oder aber was wahrscheinlicher ist...ein Schuldenerlass! |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 11:06 Uhr: | |
@SaaleMax: > ... nur damit Griechenland sein Geld dann > an die Gläubiger-Banken zurückzahlen kann > also GB, Frankreich und Deutschland. Nicht nur. Erstens hat Griechenland ja deutlich mehr Schulden, es gibt noch viel mehr Gläubiger als nur die Banken in GB/F/D. Und zweitens wird ein guter Teil der Hilfsgelder nicht für die Altschulden verwendet, sondern zur Finanzierung der laufenden Ausgaben. Denn die Sparmaßnahmen sind ja bisher nur angekündigt, Griechenlands öffentliche Kassen geben immer noch Woche für Woche mehr Geld aus als an Steuern reinkommt. Wenn derzeit der öffentliche Dienst gegen EU/IWF protestiert und die Subventionsempfänger streiken - dann bekommen die doch gleichzeitig pünktlich ihre Gehälter und Zuschüsse ausbezahlt. > Am Ende wird ein Austritt Griechenlands aus > der Eurozone stehen ... Muß nicht. Eigentlich gibt es überhaupt keinen direkten Zusammenhang zwischen der Griechen-Krise und dem Euro. Hätte Griechenland seine Schuldscheine in Dollar oder Pfund aufgenommen, wären die Probleme völlig dieselben. Deswegen halte ich auch die Argumentation für falsch, man müsse Milliarden in Griechenland versenken, um die Stabilität des Euros zu gewährleisten. |

Silencio Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 12:23 Uhr: | |
"Eigentlich gibt es überhaupt keinen direkten Zusammenhang zwischen der Griechen-Krise und dem Euro." Naja, momentan wird ja eher versucht, den Euro in eine Krise zu reden. Faktisch ist der Euro auf einem relativ normalen Level. |

Florian das Original Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 15:27 Uhr: | |
Ralf: "Muß nicht. Eigentlich gibt es überhaupt keinen direkten Zusammenhang zwischen der Griechen-Krise und dem Euro. Hätte Griechenland seine Schuldscheine in Dollar oder Pfund aufgenommen, wären die Probleme völlig dieselben. " Sehe ich ganz genauso. Mir will auch nicht so ganz einleuchten, warum eine Insolvenz des griechischen Staates für die Währung Euro ein ernsthaftes Problem sein sollte. Immer wird nur von zwei Alternativen gesprochen: entweder man rettet Griechenland und damit auch den Euro. Oder beide gehen den Bach runter. Dabei scheint mir ein dritter Weg durchaus offen: Griechenland geht Pleite (und kann wenn es will auch im Euro-Raum bleiben) und den Euro gibt es weiter. Diese Alternative scheint mir durchaus gangbar. Natürlich hat auch sie Nachteile. Etwa dass sich die Märkte von der Fiktion praktisch risikoloser Euro-Staatsanleihen verabschieden werden. Mit entsprechenden Folgen für das Zinsniveau einiger "Wackelkandidaten". Außerdem werden diverrse europäische Banken Probleme bekommen. Aber das erscheint mir immer noch die günstigere Variante zu sein im Vergleich zu einem vollen "Bailout" Griechenlands. Dieser hätte - abgesehen von den unmittelbaren hohen Kosten - auch noch langfrisitg die Folge problematischer Anreitsetzung. Denn das befördert die organisierte Verantwortungslosigkeit in ganz Europa. Warum sollte noch irgendein Land auf seine Defizite achten, wenn im Ernstfall doch die Nachbarn dafür aufkommen werden? Es ist daher m.E. auch falsch, wenn man eine Rettung Griechenlands damit begründet, damit würde der Euro gerettet. Das Gegenteil ist der Fall: man legt damit erst recht einen Sprengsatz an das Fundament des Euro. |

Clovis Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 16:25 Uhr: | |
Guten Abend, zum Griechenland-bail-out wäre anzumerken, dass der Schaden für den Euro vielleicht wirklich das falsche Argument für das Hilfspaket ist. Die Befürchtung ist ja vielmehr, dass eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands zu erheblichen Folgeschäden, eventuell Insolvenzen von Banken und Institutionellen Anlegern geführt hätte. Dieses absolut unkalkulierbare Risiko wollten und konnten die europäischen Regierungen inklusive der Bundesregierung nicht eingehen. Es ist einfach der alte Witz: "Wenn Du 1000,- Schulden nicht bezahlen kannst, dann hast Du ein Problem, wenn Du 1.000.000,- Schulden nicht bezahlen kannst, dann hat Deine Bank ein Problem." Es hätte aber aus meiner Sicht einen relativ risikolosen Weg gegeben, der auch gegenüber Griechenland die nötige Portion Härte bedeutet hätte: 1. Griechenland scheidet aus der Eurozone aus und führt eine eigene Währung ein. 2. Es erhält die Möglichkeit, Zweckgebunden zur Bedienung von alten Euro-Staatsanleihen direkt Geld von der EZB zu leihen zu einem sehr günstigen Zinssatz, z.B. 0.1%/a. Das wäre schon mal um den Faktor 1000 günstiger, als die derzeitigen Kreditkonditionen auf dem freien Markt, im Grunde könnte das EZB-Darlehen auch zinslos sein. 3. Der Weg zurück in den Euroraum führt danach nur über die Tilgung dieses EZB-Kredites, bzw. dessen Refinanzierung auf dem freien Anleihenmarkt. Manche würden sagen, dass sei ein "Anwerfen der Druckerpresse", dieses neue Geld würde aber wegen der strengen Zweckbindung nicht inflationswirksam werden. Bilanztechnisch würde das frische Geld bei der Tilgung alter Schulden sofort wieder vernichtet, ohne Effekt auf die Warenpreise. Allerdings würden bei dieser Lösung exportorientierte, deutsche Firmen in Zukunft wohl kaum ein großes Geschäft mit Griechenland machen können. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, Clovis |

Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 18:06 Uhr: | |
@Ralf Arnemann "Muß nicht. Eigentlich gibt es überhaupt keinen direkten Zusammenhang zwischen der Griechen-Krise und dem Euro. Hätte Griechenland seine Schuldscheine in Dollar oder Pfund aufgenommen, wären die Probleme völlig dieselben." Das schon, aber wenn ein Land Schulden in der eigenen Währung macht, bleibt noch die Option die Während per Inflation abzuwerten und damit die Schulden leichter abzahlbar zu machen. "Kleine Bundestagswahl" hin oder her: So föderalistisch ist Deutschland einfach nicht aufgebaut, dass das landespolitisch eine Rolle spielen würde. Und wenn höheres Interesse - in dem Fall das der EU - es fodert ist es nicht mehr sehr schwer, auch die Bundesrat auf seine Seite zu ziehen/auszuhebeln. Entweder durch einen überparteilichen Konsens, der dann in einige kleinere Gefallen umschlägt, oder durch umfassende "Wahlkapitulationen" in denen den Ländern (oder Landesbanken vielleicht) nochmal Milliarden versprochen werden, wenn sie zustimmen. |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 18:16 Uhr: | |
@Interessierter: > Das schon, aber wenn ein Land Schulden in > der eigenen Währung macht, bleibt noch die > Option die Während per Inflation abzuwerten > und damit die Schulden leichter abzahlbar > zu machen. Im Prinzip ja. Nur kann ein Staat ja nicht einfach so Schulden "machen". Er muß Gläubiger finden, die ihm seine Schuldverschreibungen auch abkaufen. Und bei obskuren Währungen (bei denen eine Schuldenentwertung per Inflation wahrscheinlicher ist) muß man deutlich höhere Zinsen anbieten, um etwas geliehen zu bekommen. Mit einer Verschuldung in Drachmen wäre Griechenland nicht weit gekommen, da hätten die Banken schon vor Jahren den Stecker gezogen. |

Florian das Original Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 18:31 Uhr: | |
clovis: Deine Lösung ist ja sozusagen das genaue Gegenmodell zu meinem oben skizzierten Vorschlag. Während ich für Beibehaltung des Euro auch in Griechenland bin und die griechiche Insolvenz in Kauf nehmen würde, schlägst Du das Gegenteil vor: keine Insolvenz, dafür steigt Griechenland aus dem Euro aus. Mit Verlaub, aber Dein Vorschlag wäre sicher nicht optimal. Insbesondere sehe ich folgendes Problem: Wenn Griechenland aus dem Euro aussteigt und eine eigene Währung einführt, wird diese Währung gegenüber dem Euro relativ schwach sein (müssen) und auch im weiteren Zeitablauf voraussichtlich ständig weiter abwerten. Wenn die griechischen Schulden aber weiter auf Euro lauten, dann bedeutet das (in Drachmen gerechnet) eine noch weitaus dramatischere Schuldenexplosion als ohnehin schon unterstellt. Ganz egal wie niedrig die (von der EU subventionierten) Zinsen sind: Griechenland wird dadurch mit Sicherheit in die Zahlungsunfähigkeit schlittern. (Es sei denn, die Kredite wären nicht nur zinslos sondern auch unbefristet. Aber ein zinsloses und unbefristetes Darlehen wäre ja nichts anderes als wenn man das Geld einfach verschenkt). Die Folge wäre dann die schlechteste aller Welten: Der Euro wäre ramponiert UND Griechenland wäre zahlungsunfähig UND die EU müsste ihre Kredite abschreiben. |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 19:57 Uhr: | |
@Ralf, Florian Stimme absolut zu. Was in der Debatte für ein Unsinn erzählt wird, geht auf keine Kuhhaut. Als ob eine Pleite eines relativ kleinen und unwichtigen Landes eine große Katastrophe oder gar das Ende des Euros wäre. Und dann die angebliche Schuld von Spekulanten - wer so etwas verbreitet, hat von Wirtschaft nicht die geringste Ahnung. Ein Schuldner mit geringer Bonität wird immer - wenn überhaupt - nur dann Geld geliehen bekommen, wenn er mehr Zinsen zahlt als verlässlichere Schuldner. Da Statistiken aus Griechenland in der Vergangenheit gefälscht waren, darf man getrost davon ausgehen, dass "plötzlich" noch viel mehr Geld benötigt wird, wenn 135 Mrd. € oder noch mehr erstmal gewährt sind. Dann können Deutschland und die übrigen Gläubiger praktisch nicht Nein sagen und haben kein Druckmittel. Da ist ein Bankrott Griechenlands m.E. ganz klar die bessere Alternative. Die FDP könnte sehr davon profitieren, wenn sie sich gegen Hilfen für Griechenland stellte. Sie verträte damit als einzige relevante Partei die eindeutige Mehrheitsmeinung im Volk und die FDP-Wähler sind am stärksten dagegen http://www.france24.com/fr/files_fr/2010.04.19%20France24_EU_Results%20113335.pdf Aber von der FDP sollte man hier realistischerweise gar nichts erwarten. |

Martin Dauser
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 20:25 Uhr: | |
Ich könnte mir vorstellen, dass die konfusen Schulpläne von Kraft den Ausschlag geben könnten, dass Schwarz-Gelb doch noch die Wahl gewinnt. Ich finde das Konzept der Gemeinschaftsschule nicht grundsätzlich schlecht, wenn eine Differenzierung gewährleistet wird und die Schüler in unterschiedlich starke Lerngruppen eingeteilt werden. So etwas im Haurruckverfahren umzusetzen, kann sicher nicht sinnvoll sein. Vor allem dann nicht, wenn noch nicht einmal eine zuvor erfolgte Reform, nämlich die Einführung des 8.jährigen Gymnasiums, vollständig umgesetzt wurde. (Erst im Jahr 2013 macht der erste G8-Jahrgang in NRW Abitur.) . Ein möglicher Weg wäre: - Erprobung der Gemeinschaftsschule an wenigen Modellschulen. - Eine ergebnisseoffene Überprüfung der Modellschulen von einer Komission, die in der Lage ist, unideologisch die aufgetreten Stärken und Schwächen zu identifizieren und zu bewerten. - Je nach Ergebnis der Prüfung eine Übernahme des Modells (gegebenenfalls mit Modifikationen) oder Verwerfung So etwas wäre aber ein Projekt mit einem Zeithorizont von eineinhalb Jahrzehnten. In einer solchen Zeitspanne ist es aber eher unwahrscheinlich, dass kontinuierlich die gleiche Regierung an der Macht ist. Deshalb sind weitgehende Schulstrukturreformen Projekte, die meiner Ansicht nach einen breiten Konsens erfordern. |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 20:58 Uhr: | |
"Ich könnte mir vorstellen, dass die konfusen Schulpläne von Kraft den Ausschlag geben könnten, dass Schwarz-Gelb doch noch die Wahl gewinnt." Das setzte voraus, dass sie viel Aufmerksamkeit finden würden. Das ist nicht der Fall. "Ich finde das Konzept der Gemeinschaftsschule nicht grundsätzlich schlecht, wenn eine Differenzierung gewährleistet wird und die Schüler in unterschiedlich starke Lerngruppen eingeteilt werden." Das würde sich dann nicht von der Gesamtschule unterscheiden, wo es ja - zumindest theoretisch - so sein soll. "(Erst im Jahr 2013 macht der erste G8-Jahrgang in NRW Abitur.)" Wurde noch von Rot-Grün eingeführt, jetzt will die SPD davon nichts mehr wissen. |

Cyrix Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 21:09 Uhr: | |
@Martin Dauser: Eigentlich ist die von der SPD angestrebte Schulreform kein sehr großer Wurf, insbesondere auch nicht allzu weit vom derzeitigen System entfernt, als dass sich daraus die Intensität der politischen Grabenkämpfe hier erklären lassen könnte. Eigentlich passiert ersteinmal nichts weiter, als das man aus drei Schulgebäuden mit drei Schulformen ein Schulgebäude mit einer Schule, aber differenzierten Klassen macht. Eben wie in Gesamtschulen (und solchen, die nicht so heißen; je nach Bundesland gibt es ja teils schon ewig eine Schule, die sowohl Haupt- als auch Realschulabschlüsse anbietet) dies so üblich ist... "Gemeinsam Lernen" muss nicht bedeuten, dass alle das Gleiche machen müssen. Eher im Gegenteil: Wenn man es richtig macht, sind in einer solchen Umgebung die Möglichkeiten die Kinder und Jugendlichen individuell in den Bereichen zu fördern und in anderen stärker zu fordern deutlich eher gegeben. Differentierung ist wichtig (da stimmen übrigens alle Parteien überein), die Frage ist nur, ob diese per Schulform erfolgen muss, oder ob dies nicht auch schulintern geregelt werden kann... Wo Kraft m.E. tatsächlich eher einen Tritt ins Fettnäpfchen gewagt hat, war die Aussage, dass sie den Schulen freistellen will, ob diese ein Abitur nach der 12. oder nach der 13. Klasse anbieten wollen. Da konnte Rüttgers zurecht darauf hinweisen, dass dies dazu führen könnte, dass die Bildungslandschaft unübersichtlich wird. (Nebenbei DAS Argument gegen die Bildungshoheit der Länder... Dies werden sich diese aber kaum mehr nehmen lassen, weil es das einzige, was wirklich von Relevanz ist, das in ihre Kompetenzen fällt.) Cyrix |

SaaleMAX
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 21:28 Uhr: | |
Aus Financial Times Deutschland,eine nicht ganz ernst zu nehmende ironische Kollumne der Presseleute dort: Casual Friday Liebe böse Spekulanten! So geht das nicht weiter, wir müssen dringend mal was besprechen: Für uns wird es zunehmend schwer, die Einsätze unserer Reporter mit Euren Attacken zu koordinieren. von Horst von Buttlar Anzeige Wochenlang hatte sich ein Kollege in den Fall Spanien eingelesen, wobei wir auch erwogen, sich gleich Portugal vorzuknöpfen. Also lasen wir parallel ebenfalls den Wikipedia-Eintrag. Dann stuften die Ratingfritzen zuerst Portugal herab, und wir schickten sofort einen Mann nach Lissabon. Nur einen Tag später war Spanien dran. Ja, was jetzt? Könnt Ihr Euch mal entscheiden? Wir können nicht in jedem Pleitestaat Reporter auf Abruf postieren, wir sind schließlich nicht die CIA! Deshalb wollen wir Euch bitten, ob wir mal die Reihenfolge festlegen können, in der Ihr Europa abfackeln wollt. Unser Vorschlag - die Daten beziehen sich auf die Herabstufung: Irland (3. Mai), Italien (6.), Großbritannien (12. - da ist das Himmelfahrtswochenende, dann kann unser Korrespondent mehr Eindrücke vom Bankrun und geplünderten Fish&Chips-Ständen schicken). Nach Pfingsten widmen wir uns an drei Tagen den Beneluxstaaten, es folgen die Ösis, Slowenien, Zypern und die Slowakei (alle 26. Mai). Dann Frankreich! Sowohl aus spekulativer als auch journalistischer Sicht könnte hier ein retardierendes Moment nicht schaden. Die Franzosen sollten erst Ende Juni platt sein und von Deutschland mit 1000 Mrd. Euro gerettet werden. Unser Vaterland hält sich wacker über das Sommerloch, um dann mitten im Rückreiseverkehr der großen Ferien den Bankrott zu erklären. Im September besteht die Euro-Zone dann nur noch aus Malta und Finnland. Wäre das aus Eurer Sicht okay? PS: Unser Sekretariat schickt die Termine noch mal über Outlook rum. Quelle: FTD Online |

Martin Dauser
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 21:50 Uhr: | |
@Cynic "Gemeinsam Lernen" muss nicht bedeuten, dass alle das Gleiche machen müssen. Eher im Gegenteil: Wenn man es richtig macht, sind in einer solchen Umgebung die Möglichkeiten die Kinder und Jugendlichen individuell in den Bereichen zu fördern und in anderen stärker zu fordern deutlich eher gegeben. Differentierung ist wichtig (da stimmen übrigens alle Parteien überein), die Frage ist nur, ob diese per Schulform erfolgen muss, oder ob dies nicht auch schulintern geregelt werden kann... " Dass eine schulinterne Differenzierung prinzipiell möglich sein kann, mag ich gar nicht bestreiten. Aber nicht klassenintern ! Das geht völlig an der Realität vorbei. Ein Lehrer (Ich bin selber Mathematik-/Physiklehrer an einem Gymnasium, der 25 Schulstunden in der Woche vorbereiten muss, kann nicht jede Stunde drei unterschiedliche Konzepte für jeweils schwache, mittelstarke und starke Schüler vorbereiten. Dann müsste er ja in einer Woche 75 unterschiedliche Stundkonzepte vorbereiten. Wie soll das gehen ? Und wie sollen da Prüfungen funktionieren ? |

görd
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| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. April 2010 - 23:32 Uhr: | |
Bzgl. Griechenlandhilfe hört man von den Linken eigentlich nicht sehr viel. Denke die linken Wähler interessiert das sowieso weniger. SPD und Grüne sitzen ja in der Opposition und schauen im Grunde auch nur genüsslich zu. Die Politik der Bundesregierung ist dagegen ziemlich gegen die Wand gefahren. Die FDP mag gegen die Hilfen sein, aber sie wird in diesem Punkt wie immer umfallen, andernfalls brauch sich Westerwelle in Brüssel sowieso nicht mehr sehen lassen. Das Krisenmanagement ist Aufgabe der Regierung, Merkel & Co haben hier versagt und das wird Konsequenzen bei der Wahl haben. Ich denke Rot-Grün wird mehr Stimmen erhalten als schwarz-gelb, am Ende hängt's dann am Einzug der Linken. |

Ratinger Linke Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 30. April 2010 - 02:38 Uhr: | |
@Cyrix: Die Gemeinschaftsschule nach der Vorstellung der NRW-SPD soll schon wesentlich mehr sein als 3 Schulformen unter einem Dach. "In der Perspektive" wird ein "vollständig integratives System" angestrebt, also gemeinsame Klassen in den Jahrgangsstufen 5-10. Nur will die SPD "die Menschen auf dem Reformweg mitnehmen", weshalb erstens die Schulen selber entscheiden sollen, ob es gemeinsame Klassen, das bisherige Gesamtschulsystem, nach klassischen Schulformen getrennte Klassen oder sonstwas gibt (in der 5. und 6. Klasse soll der gemeinsame Unterricht aber verbindlich sein), und zweitens offenbar eine relativ langsame Einführung geplant ist (die Gemeinschaftsschule soll die verbindliche Schulform in der Sekundarstufe I werden, aber den Zeitrahmen soll "der Landesgesetzgeber beschließen"). Das ist im Prinzip schon eine große Reform, nur besteht dabei die Gefahr, dass das letztlich wie die Gesamtschule eine Schulruine wird, die bis zum Sanktnimmerleinstag das gegliederte Schulsystem noch komplexer macht anstatt es zu ersetzen. Wobei man zumindest die bisherigen Gesamtschulen praktisch unverändert in Gemeinschaftsschulen umdeklarieren kann. Die parallel 2- und 3-jährige Oberstufe ist keine Erfindung von Kraft, sondern steht so im Bildungskonzept der SPD. Dass das Abitur nach 12 oder 13 Jahren abgelegt werden kann, entspricht aber auch dem Iststand in NRW (und anderswo); nur am Gymnasium sind es 12 Jahre, an Gesamtschulen und für Quereinsteiger in der Regel 13 Jahre. Eine nur 2-jährige Oberstufe ist aber ein ambitioniertes Ziel (nach bisheriger Planung fängt sie am Gymnasium schon in der 10. Klasse an, die von Quereinsteigern optional übersprungen werden kann); faktisch wird das abseits der vorläufig verbleibenden Gymnasien ein Abitur nach 13 Jahren werden. @Martin Dauser: Klasseninterne Differenzierung ist heute an Grundschulen der Normalfall (auch jahrgangsübergreifende Klassen sind wieder im Kommen) und in anderen Ländern auch darüber hinaus. Dafür braucht es nicht jede Stunde 3 unterschiedliche Konzepte, aber natürlich ist das personalintensiver als äußere Differenzierung, und generell ist die entsprechende Fortbildung der Lehrer (und u.U. die Akzeptanz unter ihnen) der kritische Punkt bei allen derartigen Reformen. Außerdem soll die Gemeinschaftsschule eine Ganztagsschule sein (und nicht nur eine Schule mit Ganztagsbetreuung). Schulversuche kann man sich eigentlich ziemlich sparen, wenn ohnehin jede Schule ihr eigenes Konzept entwickeln und umsetzen soll. Die Frage ist nur, wie der obligatorisch gemeinsame Unterricht in der 5. und 6. Klasse konkret ausschauen soll, wobei man aber einfach das bisherige Gesamtschulkonzept übernehmen kann. |

Martin Dauser
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 30. April 2010 - 09:35 Uhr: | |
"Klasseninterne Differenzierung ist heute an Grundschulen der Normalfall" Nur zwei Anmerkungen dazu: Erstens sind die Unterschiede mit zunehmenden Alter immer größer. Also ist das bei älteren Schülern schwieriger zu realisieren als jüngeren. Zweitens scheint das auch an der Grundschule nicht wirklich gut zu funktionieren. Jeder erfahrene Lehrer am Gymnasium muss feststellen, dass die Schüler mit deutlich schlechteren Voraussetzungen von der Grundschule kommen als früher (Das ist Konsens unter Deutsch- und Mathematiklehrern) als . Da scheint die Grundschuldidaktik auf einen Holzweg zu sein und mangels ehricher Reflektion gesteht sie sich das nicht ein. |

Cyrix Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 30. April 2010 - 11:11 Uhr: | |
@Ratinger Linke: Man kann ja auch fachlich differenzieren, ohne, dass dies zu einer Trennung nach Schulformen führen würde. Beispiel: Für die Schulfächer gibt es in jeder Klassenstufe A- und B-Kurse (und - je nach Fach und Bedarf - eben weitere). Für ein Abitur benötige ich dann soundso viele A-Kurse, die diese und jene Bereiche abdecken müssen; für eine mittlere Reife entsprechend weniger usw. Dies ließe eine fachlich angepasste und deutlich individuellere Differenzierung zu als eine entsprechend grobe Einteilung wie bisher nach 3 Schulformen. Insbesondere ließen sich auch einfachere "Übertritts"möglichkeiten zwischen verschieden schweren Kursen des gleichen Fachs als zwischen verschiedenen Schulformen schaffen. Dass man damit dann auch langfristig eine Sortierung nach Alter nicht notwendigerweise beibehalten muss (sondern schnellere Schüler den Weg eben in kürzerer Zeit und langsamere/ Spätzünder in mehr Zeit zum gleichen Ziel kommen können), ist ein weiterer Pluspunkt. (Grundschulen setzen solche Systeme ja teilweise schon um.) Wozu dies nicht führen darf, ist, dass alle das Gleiche machen. Nichts ist schlimmer für die Kinder (die guten, wie die schlechten) als Gleichmacherei von eben verschiedenen Individuen. Cyrix |
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