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Archiv bis 04. Oktober 2009

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Bundestagswahl 2009 » Überhangmandate bei der Bundestagswahl 2009 » Archiv bis 04. Oktober 2009 « Zurück Weiter »

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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 28. September 2009 - 02:40 Uhr:   

Der letzte Sitz für die CSU ist relativ knapp (607 Stimmen). Da geht vielleicht bis zum endgültigen Ergebnis noch eins. Nach Hare/Niemeyer wären es jetzt schon 4 (Sitz ginge an die SPD).
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 28. September 2009 - 07:56 Uhr:   

Es gibt nach dem amtlichen Endergebnis laut Deutschlandradio insgesamt 24 Überhangmandate - alle für die Union:
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 28. September 2009 - 12:52 Uhr:   

Das amtlichen Endergebnis gibts erst in 2 Wochen oder so. Bis dahin ist schon noch ein 25. Überhangmandat drin, auch wenn das eher unwahrscheinlich ist. 26 werden es nicht, weil ein 4. Überhangmandat der CSU das Bremer SPD-Überhangmandat, das sonst noch drin ist, so gut wie sicher verhindern würde.

Bei der CDU ist die Unterverteilung sehr stabil, da wird sich wohl kaum noch was verschieben. Verloren wird also keins mehr gehn.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 28. September 2009 - 12:56 Uhr:   

... solang die Wahlkreisergebnisse, die ich mir noch nicht im Detail angeschaut hab, stabil bleiben, sollte man noch einschränkend sagen.
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albertk
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 28. September 2009 - 18:26 Uhr:   

24 Überhangmandate - soviel gab es noch nie bei einer Bundestagswahl und schon gar nicht für eine Fraktion. Allein in Baden-Württemberg gab es 10. Dieser Rekord zeigt, wie reformbedürftig das gegenwärtige Bundestagswahlrecht ist. Mehrheitswahl und Proporz sind einfach schlecht unter einen Hut zu bringen.

Nach meinen Berechnungen kam ich auf 25-30 Überhangmandaten für die CDU/CSU + 1-3 für die SPD. Nun entstanden Überhangmandate in etwas weniger Bundesländern (immerhin 8) Mandate, aber mit allein 10 in einem Bundesland hatte hier wohl niemand gerechnet.
Bei election.de sah man zuletzt noch allerhand SPD-Wahlkreise, die sie dann doch nicht gewonnen hat - und rechnete gerade mal mit 12 CDU- und 5-SPD-Überhangmandaten. Verblüffend, wie man mit viel mehr Aufwand doch reichlich daneben liegen kann.
In Hessen ist die CDU wohl knapp an einem Überhangmandat vorbeigeschrammt.

Die künftige Mehrheit stützt sich allerdings auch auf eine Mehrheit, die ihr ohne Überhangmandate sicher gewesen wäre; das Legitimationsproblem einer Überhangkanzlerin entfällt somit.

Interessant ist auch ein Blick auf die Wahlkreise. Die SPD konnte nur noch 65 Wahlkreise von 299 gewinnen, die Linke gewann sensationelle 17 und die Grünen nur einen (Ströbele). Die grüne Erststimmenkampagne in einigen Wahlkreisen in Baden-Württemberg, Berlin und Hamburg, hat - wie ich befürchtete - keinen Erfolg gehabt.
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 28. September 2009 - 19:55 Uhr:   

Den Wahlkreis Stuttgart verloren die Büdnisgrünen erneut,weil dort auch die SPD antrat.
Dies ist natürlich völlig legitim.

Manchmal ist es aber ratsamer über alternativen nachzudenken.Wie wäre die Wahl ausgegangen hätte die SPD auf ihren Direktkandidaten verzichtet??
Wie würde es sich auswirken, würde das Linkslager nur noch jeweils einen Kandidaten aufstellen?

Wenn sich Ersttimmen auf SPD,Grüne und Linke verteilen wird man in Zukunft nur noch schwer einen Direktkandidaten "durchkriegen", da die generellen prozentulalen Anteile beider "Lager"(Links/Grün vs.Konservativ) in etwa gleichbleiben werden.
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Wahlticker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 28. September 2009 - 23:55 Uhr:   

@SaaleMax das ist richtig. Je nach dem wie das Wahlrecht geändert wird könnte es in Zukunft ohnehin weniger Bedeutung haben. Ansonsten wäre ein System mit Stichwahl sicherlich "fairer". Aber Fairness ist nicht unbedingt ein Argument wenn es um Wahlen geht glaube ich.
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N. Krause
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 29. September 2009 - 13:15 Uhr:   

Mit Spannung habe ich auf München-Nord geschaut. Es war der einzige Wahlkreis in Bayern, der 2005 an die SPD gegangen war. Es kandidierten Axel Berg (SPD) und Johannes Singhammer (CSU). Letzteren finde ich persönlich zieml. unsympathisch.
Es lief auf Folgendes hinaus: Würde die CSU den Wahlkreis wieder verlieren, dann könnte Singhammer aus dem Bundestag ausscheiden, weil mit einem schlechten Zweitstimmernergnis für die CSU angesichts der Umfragen zu rechnen war und auch damit, dass diesmal niemand über die CSU-Landesliste einziehen würde.
Und jetzt ist Folgendes passiert: Singhammer hat den Wahlkreis gegen Berg gewonnen.
Hätte die SPD in Bremen 255 Stimmen weniger bekommen, dann hätte die SPD nicht nur ein Überhangmandat und damit insgesamt einen Sitz mehr gehabt, sondern dieser Sitz wäre dann an die bayerische SPD gegangen (klass. Beispiel für das Negative Stimmgewicht).
So ziehen jetzt in Bayern statt 17 nur 16 Abgeordnete ein. Und wer steht auf Platz 17? Axel Berg! Genau vor ihm ist die Liste ausgeschöpft. Er ist wahrscheinl. der Pechvogel dieser Bundestagswahl (so wie 2005 Cajus Julius Caesar von der NRW-CDU, der es allerdings auch dieses Mal nicht geschafft hat).
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Kay Karpinsky
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 29. September 2009 - 15:16 Uhr:   

Wenn ich nichts übersehen habe, gab es bei den Unterverteilungen nur einen Fall, wo Sainte-Laguë von Hare-Niemeyer abweicht, nämlich bei der FDP mit Bremen und NRW. Nur dadurch sind jetzt auch alle Fraktionen in allen Bundesländern vertreten.
Hätte es internen Überhangausgleich nach dem Grünen-Entwurf gegeben, wären für die CDU keine Listensitze angefallen, und damit aus Bremen gar niemand drin. Auch Norbert Lammert und Ursula von der Leyen wären so nicht dabei.
Die grünen Erststimmenkampagnen haben in Berlin-Mitte und Freiburg möglicherweise auch wegen der Listenabsicherung der Kandidaten nicht gefunzt. In Freiburg gab es außerdem schwarzgelbe Stützstimmen für Gernot Erler (SPD). Überrascht war ich von Hamburg-Eimsbüttel, da muss der Ärger in der SPD wirklich groß gewesen sein.
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N.Krause
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 29. September 2009 - 16:12 Uhr:   

"Hätte es internen Überhangausgleich nach dem Grünen-Entwurf gegeben, wären für die CDU keine Listensitze angefallen, und damit aus Bremen gar niemand drin."

Auch das ist spannend! Es hätte also nach dem Grünen-Entwurf gerade so noch ohne CDU-Überhangmandate geklappt!
Besser wäre es, bei der Änderung des Wahlgesetzes die Erststimme und die Wahlkreise in der jetzigen Form ganz abzuschaffen und dafür die Listen beweglicher zu machen.
Man könnte jedem Wähler z.B. drei Stimmen zum Kumuiern und Panaschieren geben und in die Länder in Regionalwahlkreise mit ca. 8-12 Mandaten pro Wahlkreis einteilen.
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albertk
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 29. September 2009 - 23:58 Uhr:   

Ein System dieser Art hatte ich an anderer Stelle schon einmal vorgeschlagen. Grundprinzip war die bisherige Oberverteilung nach dem Gesamtergebnis und eine Unterverteilung, aber nicht auf die Länder sondern auf rund 60 Wahlkreise zu durchschnittlich 10 Mandaten.

Kumulieren und Panaschieren halte ich bei überschaubar großen Wahlkreisen für praktikabler als beispielsweise bei großen Bundesländern wie NRW, wo man Wahlzettel mit mehr als hundert Kandidaten pro Partei haben müßte.

Die kleinen Länder z.B. Bremen und Saarland würden einen Wahlkreis bilden, die größeren hätten natürlich mehrere Wahlkreise.

Parteien um die 5% würden bei einem Schnitt von 10 Mandaten pro Wahlkreis in jedem zweiten Wahlkreis einen Kandidaten durchbringen, Parteien um die 10% in fast jedem.

Dadurch daß der Wähler einzelne Kandidaten wählen kann, könnte das bisherige Problem der Doppelkandidaturen entfallen. D.h. wer nicht in seinem Wahlkreis gewählt ist, ist nicht gewählt.

Zusätzlich könnte man noch den Anreiz schaffen, daß im Wahlkreis eine 10%-Hürde besteht, so daß hier Einzelbewerber, bzw. regional starke Listen eine Chance auf ein Mandat haben. Bei der Oberverteilung würden die Stimmen der Parteien mit >5% und die Stimmen der Listen/Einzelbewerber in erfolgreichen Wahlkreisen (im WK <10%) gezählt - und dann auf die Wahlkreise unterverteilt.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 02. Oktober 2009 - 19:45 Uhr:   

CSU verliert in Erding 727 Stimmen. Die anderen Parteien verlieren allerdings auch. Das Ergebnis ist aber offenbar noch nicht endgültig.

http://btw2009.kreis-ed.info/

Viele Wahlkreise haben schon das Endergebnis oder zumindest ein korrigiertes Zwischenergebnis. Bisher hab ich Oberbayern und Niederbayern ausgewertet, da ist der Saldo gegenüber dem vorläufigen Ergebnis momentan:

CSU -527
SPD -275
FDP +170
Grüne -122
Linke -140

Das 4. Überhangmandat für die CSU ist also noch drin. Die Gewinne der FDP kommen aus München-Ost.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 02. Oktober 2009 - 21:54 Uhr:   

Insgesamt schaut es schlechter für das 4. CSU-Überhangmandat aus. Keine neueren Ergebnisse hab ich für die Wahlkreise 215 Freising, 217 Ingolstadt, 227 Deggendorf (Link auf Website tot), 239 Hof, 241 Ansbach, 243 Fürth, 247 Aschaffenburg, 257 Ostallgäu. Der Rest in Bayern ist auch noch nicht unbedingt endgültig. Der Zwischenstand ist jetzt:

CSU -333
SPD -221
FDP +370
Grüne -16
Linke -74

Wobei der Großteil auf das Konto von wenigen Wahlkreisen geht (214 Erding-Ebersberg, 219 München-Ost, 221 München-West/Mitte, 232 Amberg, 251 Würzburg).

Neben den CSU-Stimmen kommt es vor allem auf die (bundesweiten) SPD-Stimmen an. Wenn die CSU nicht die 607 Stimmen Verlust schafft, muss die SPD entsprechend zulegen (grob 3,5 Stimmen für jede überschüssige CSU-Stimme, wenn sich am Ergebnis der restlichen Parteien nicht viel ändert).
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 03. Oktober 2009 - 10:09 Uhr:   

In Köln hat es offenbar in etlichen Wahlbezirken Auszählungsprobleme gegeben. Der Saldo von Köln I bis IV ist:

CDU +724
SPD +204
FDP -145
Grüne +19
Linke +44
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Wilko Zicht
Moderator
Veröffentlicht am Samstag, 03. Oktober 2009 - 22:12 Uhr:   

Sollte sich der Trend aus Bayern bewahrheiten, dass die CSU unterm Strich Stimmen einbüßt, dürfte die SPD gute Chancen haben, der CSU bei der Oberverteilung noch ein Proporzmandat wegzunehmen, was sich freilich für die CSU in einem weiteren Überhangmandat auswirken würde.

Nach jetzigem Stand wird die SPD in Bremen zum endgültigen Ergebnis knapp 400 Zweitstimmen dazugewinnen. Ein SPD-Überhangmandat in Bremen wird es also nicht geben.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 03. Oktober 2009 - 22:19 Uhr:   

@Wilko

Für die SPD wäre es trotzdem ein Zugewinn von einem Mandat, da sie ja in keinem Land Überhangmandate erhalten hat, während die CSU gegenüber dem vorläufigen amtlichen Endergebnis trotz eines Überhangmandates die gleiche Mandatsanzahl erhalten würde. In welchem Bundesland würde die SPD denn dieses zusätzliche Mandat erhalten?
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Wilko Zicht
Moderator
Veröffentlicht am Samstag, 03. Oktober 2009 - 22:42 Uhr:   

Nach jetzigem Stand in Bayern. Profitieren würde Axel Berg, der am 27.09. ja der große Pechvogel war, weil er dreimal haarscharf an einem Bundestagsmandat vorbeigeschrammt ist (im Wahlkreis München-Nord, bei der Oberverteilung und bei der SPD-Unterverteilung).

Die SPD-Landesverbände NRW und Baden-Württemberg sind dem bayrischen Landesverband aber dicht auf den Fersen.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 04. Oktober 2009 - 17:28 Uhr:   

In Hamburg fehlen 3 Wahlbezirke im vorläufigen Ergebnis. Da werden auch noch ein paar hundert Stimmen für die SPD dazukommen.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 04. Oktober 2009 - 22:01 Uhr:   

Bei 13604 in 24 Bergedorf-Harburg ist bekannt, dass er groß ist (1119 Wahlberechtigte ohne Wahlschein). Bei ähnlichem Wahlverhalten wie in den Nachbarbezirken bringt er der SPD über 200 Stimmen.

2119908 in 20 Altona ist der letzte einer Serie von Briefwahlbezirken. Der vorletzte ist viel kleiner als die restlichen, also wohl knapp halbiert worden. Nach dem Wahlverhalten der anderen bringt er dann 107 Stimmen.

1199901 in 19 Hamburg-Mitte ist ein einzelner Briefwahlbezirk, bei dem aus der Nummerierung nicht klar ist, aus welchen Bezirken er sich speist und wie groß er ist. Grob geschätzt dürften es 100-180 Stimmen sein.

Nach den uns bisher bekannten Abweichungen fehlen der SPD damit noch knapp 150 Stimmen für den zusätzlichen Sitz (nochmal 40 weniger bei der CSU reichen alternativ auch).

Hat wer die Termine der Landeswahlausschüsse? Insbesondere kann ich den von NRW nicht finden. Am interessantesten ist Bayern, wo wohl am Donnerstag das Ergebnis beschlossen wird. Baden-Württemberg tagt am Freitag.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 04. Oktober 2009 - 22:16 Uhr:   

Hamburg tagt meines Wissens auch am Freitag. Sehe ich das richtig, daß - wenn es für die SPD zum nächsten Sitz reicht - es dann kein negatives Stimmengewicht mehr für die SPD gibt, weil der nächste Bremer Sitzverlust dann soweit weg ist, daß vorher ein Bundessitz fällt und somit das eventuelle Überhangmandat durch das vorher wegfallende Listenmandat in Bayern kompensiert würde?

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