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Archiv bis 13. September 2009

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Bundestagswahl 2009 » Überhangmandate bei der Bundestagswahl 2009 » Archiv bis 13. September 2009 « Zurück Weiter »

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last-exit
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 12. September 2009 - 20:21 Uhr:   

Hallo,

weiß jemand eine Site, auf der ich nachlesen könnte, wie viele Überhangmandate bei der BTW denkbar/realistisch sind?
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Mitleser
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 12. September 2009 - 21:24 Uhr:   

Da eine solche Angabe von vielen Variablen abhängt, die jetzt noch nicht bekannt sind oder es auch erst am Wahlabend werden, wäre sie nicht sehr aussagekräftig.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 00:04 Uhr:   

Joachim Behnke ist bei einer Simulation, die mir grundsätzlich (ohne die Details zu kennen) seriös erscheint, auf eine untere Grenze von 6, eine obere von 57 (falls man die Zahlen für die Parteien addieren darf) und ein Mittel (Median?) von 26-27 Überhangmandaten gekommen.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,633073,00.html

Rein überschlagsmäßig scheinen mir die Zahlen etwas hoch zu sein, aber nicht völlig abwegig. Die maximal 11 für die CSU halt ich allerdings für nahezu ausgeschlossen. Da müsste schon die Wahlbeteiligung in Bayern extrem einbrechen, nachdem die Alternativen nicht so zahlreich sind und zudem Seehofers FDP-Bashing seine Wirkung haben wird.

Letztlich ist entscheidend, wie sich die Gewinne und Verluste auf die Länder und Wahlkreise verteilen. Kleine Verschiebungen können massiven Einfluss auf die Zahl der Überhangmandate haben.
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Mitleser
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 00:26 Uhr:   

Die maximal 11 für die CSU halt ich allerdings für nahezu ausgeschlossen.

Das meinte ich mit der fehlenden Aussagekraft. Behnke hat die Stimmenanteile der Parteien, mit denen er simuliert hat, um die Ergebnisse der damaligen Umfragen herum gestreut. In einer der Simulationsrechnungen war dann halt die SPD besonders schwach und die CSU gerade so stark, dass sie vermutlich alle Wahlkreise gewann. Aussagekraft für den Wahlsonntag: Keine.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 01:40 Uhr:   

Dass die CSU alle Wahlkreise gewinnt, ist bis auf München-Nord (wo es auf die Wähler der kleinen Parteien ankommt) ohnehin fast sicher. Denkbar ist es auf jeden Fall, so dass es auf die SPD überhaupt nicht ankommt. Bei durchschnittlicher Wahlbeteiligung und 5% für sonstige Parteien würden 11 Überhangmandate nicht viel mehr als 35% für die CSU bedeuten, egal wie sich der Rest aufteilt.

Generell sind die Streuungen an sich relativ irrelevant; es kommt auf deren Verteilung auf die Länder an. Ob man da im Schnitt relativ zum bisherigen Landesergebnis oder absolut oder irgendwie gemischt verteilt, kann einen großen Unterschied machen. Insbesondere ist es schon nicht trivial, überhaupt auf jeweils insgesamt 100% zu kommen.

Wenn man die Streuungen geeignet durchführt, kann man schon auf aussagekräftige Ober- und Untergrenzen kommen. Die Bandbreite, die dabei herauskommt, wird halt nicht jeden befriedigen. Und praktisch werden immer Ergebnisse dabei sein, die man durch Einzelbetrachtung als unrealistisch identifizieren kann.

Die Umfrageinstitute hätten prinzipiell Daten, die wesentlich genauere Aussagen ermöglichen würden. Letztlich hängt aber auch viel davon ab, ob die Medien noch das Thema Überhangmandate und deren Erzeugung entdecken werden.
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Mitleser
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 11:09 Uhr:   

Wenn man die Streuungen geeignet durchführt, kann man schon auf aussagekräftige Ober- und Untergrenzen kommen. Die Bandbreite, die dabei herauskommt, wird halt nicht jeden befriedigen.

Richtig, die Angabe, dass es 6 bis 33 Überhangmandate für die CDU geben wird, würde mich nicht befriedigen.

Die Umfrageinstitute hätten prinzipiell Daten, die wesentlich genauere Aussagen ermöglichen würden.

Woher sollen sie diese haben? Um da verlässliche Zahlen zu den Stimmungen am Umfragetag (nicht zum Tag der Wahl) zu ermitteln, müssten sie zusätzlich und gleichzeitig in einigen Dutzend Wahlkreisen repräsentative Umfragen bei einer ausreichend großen Zahl von Wahlberechtigten durchführen. Solche Befragungen gibt es erst am Wahltag.
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PNK
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 12:14 Uhr:   

Ich habe gerade nochmal nachgeexelt und komme auf
CDU 15-17 (BW 8; SACHSEN 4-5; SANHALT 2; TH 0-1; RLP 1) und SPD 3 (BR 2; HB 1).
Dabei habe ich die von election.de prognostizierten Wahlkreisergebnisse den aktuellesten Umfragen dieser Seite für die BTW in den Ländern gegenübergestellt. Wenn im letzten Jahr keine solcher Umfragen gemacht wurden, habe ich einfach das von 2005 genommen un die SPD zugunsten von FDP, Linke und Grüne um 9% geschwächt. Außerdem habe ich in Niedersachsen den Mittel aus 2005 und aktuellster Umfrage gebildet, da im letzten Sommer die Niedersachsen noch von einem Kanzlerkandidaten Kurt Beck ausgehen mussten.
Das ist nur eine Momentaufnahme und mein Vorgehen reichlich ungenau. Da ich das Vorgehen vor 6 Wochen aber schonmal angewandt habe kann man schon ein paar voreilige Schlüsse ziehen. Es bleibt bei ca. 20 Überhangmandaten, von denen ca. 3/4 auf die Union entfallen. Allerdings gehe ich persönlich von einem stärkeren CDU-Ergebnis als 35% aus und einem schwächeren FDP-Ergebnis als 13%. Auch wird die SPD etwas stärker abschneiden als 24%, so dass sich die Anzahl der Überhangmandate, speziell in BW aber auch in Brandenburg, noch etwas abschwächen könnten.
Aber selbst dann könnten schwarz-gelb (dank diesmal ca. 5% "Sonstige) 46- 46,5% der Stimmen zur Kanzlermehrheit von dann ca. 305 Stimmen reichen.
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neoliberaler
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 13:23 Uhr:   

In meinem Modell komme ich auf ca. 30 Überhangmandate für die Union und eines für die SPD

Modellannahmen:
1) Ergebnis wie bei der aktuellen Infratest Umfrage (Nach Ost und West unterteilt
2) Veränderungen des Bundesergebnisses werden linear auf die Länder übertragen. Umfragen auf Landesebene werden fallweise (wenn sie aktuell genug ist) betrachtet.
3) Verteilung des Stimmensplittings bleibt i.V. zur letzten Wahl konstant (Variante: Stärkeres Splitting bei Union-FDP, geringeres bei SPD-Grünen, keines bei SPD-Linke)
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neoliberaler
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 13:32 Uhr:   

Es könnte auch in Schleswig-Holstein zu Überhangmandaten kommen. Betrachtet man die letzte Umfrage (die nahme ich hier mal, da sie recht aktuell ist) sollte die CDU 8-9 Mandate aufgrund der Zweitstimmen in S-H gewinnen.
Von den 11 Wahlkreisen sind alle bis auf Lübeck und Kiel sicher bei der Union. In Lübeck und Kiel gibt es nach meiner Berechnung nur minimale Unterschiede. Nimmt man aber an, dass die Union stärker vom Stimmensplitting profitiert könnten die beiden Wahlkreise an die Union gehen.
Ergo: 1-3 Überhangmandate
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Kevin Matthes
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 13:37 Uhr:   

@Mitleser

"Woher sollen sie diese haben? Um da verlässliche Zahlen zu den Stimmungen am Umfragetag (nicht zum Tag der Wahl) zu ermitteln, müssten sie zusätzlich und gleichzeitig in einigen Dutzend Wahlkreisen repräsentative Umfragen bei einer ausreichend großen Zahl von Wahlberechtigten durchführen. Solche Befragungen gibt es erst am Wahltag."

Die spannendere Frage ist wohl eher wieviel Prozent die Parteien bei der Bundestagswahl in den einzelnen Ländern bekommen werden. Da dürften die Umfrageinstitute schon über einige Informationen verfügen. Die CDU wird momentan bei ca. 35% gesehen, also in etwas so stark wie vor vier Jahren. Die Frage ist nun ob sie z.B. in Baden-Württemberg auch die 39% vom letzten mal erreicht oder bekommt die CDU in BW vielleicht nur 35%, steigert sich dafür aber z.B. in NRW. Ich denke, dass die Institute schon grob einschätzen können ob die CDU in BW eher zulegen wird oder eher schlechter als beim letzten mal abschneiden wird. Um die Zahl der Überhangmandate besser abschätzen zu können, sind solche Informationen ganz entscheidend. Ich denke es ist einfacher vorherzusagen wieviele Direktmandate die CDU z.B. in BW bekommt als vorherzusagen wieviele Zweitstimmen sie dort bekommt und wie sieht es mit der Wahlbeteiligung aus? Das spielt ja auch noch eine Rolle.

Ich für meinen Teil rechne fest damit, dass die Sonstigen diesesmal etwas stärker werden und vielleicht auf 5% kommen. Ich bin mir weiterhin absolut sicher, dass die Union mindestens 6 Überhangmandate mehr bekommt als die SPD. 47% zu 48% würde für Schwarz-Gelb auf jedenfall sicher reichen.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 14:31 Uhr:   

@Mitleser:

Ob die CSU in Bayern bei 35% oder 60% stehen kann, lässt sich in der Regel mit einer einzelnen Umfrage unterscheiden. Wenn man bundesweit einen Fehler von 2 Punkten unterstellt, sind das auf Bayern bezogen höchstens 15 Punkte. Wenn man mehrere Umfragen zusammenfasst und unterstellt, dass es zwischendurch keine Erdrütsche gegeben hat, kann man zumindest für die größeren Länder bzw. Parteien und die Hochburgen ziemlich genaue Aussagen machen, für die kleineren zumindest ungefähre. Emnid und Forsa befragen ja immerhin gut 10.000 Wähler pro Monat (zuzüglich spezieller Länderumfragen). Daten auf Wahlkreisebene sind eine andere Frage, aber selbst da ließen sich oft Aussagen machen, wenn man sie typisiert und mehrere zusammenfasst.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 14:43 Uhr:   

@PNK und neoliberaler

Ich komme zusätzlich in Hamburg auf ein bis zwei Überhangmandate für die SPD. HH-Mitte (Johannes Kahrs), Altona (Olaf Scholz), Wandsbek (Ingo Igloff) und Bergedorf/Harburg (Hans-Ulrich Klose) sind sichere SPD-Wahlkreise.

Eimsbüttel wird meines Erachtens trotz Danial Ilkhanipour an die SPD fallen, weil der CDU-Kandidat Rüdiger Kruse gerade erheblichen Ärger in Bezug auf seine Tätigkeit für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat (er bewohnt das Niendorfer Försterhaus, so daß für den Förster von der Stadt teuer eine Wohnung angemietet werden muß und die SDW will im Niendorfer Gehege ein überdimensioniertes Waldhaus bauen, was im Moment gerade die dort wohnende CDU-Klientel verärgert. Diese Konservativen werden aber eher zu Ilkhanipor wechseln als sie dies bei Annen getan hätten). HH-Nord halte ich für offen mit leichten Vorteilen für Dirk Fischer (CDU) gegenüber Christian Carstensen (SPD).

Da die SPD wegen des bundesweiten Trends aber auch in Hamburg deutlich verlieren wird (die Schulreformproteststimmen, die die CDU verliert, werden eher an die FDP gehen), wird sie rechnerisch lediglich nur auf einen Mandatsanspruch von vier Abgeordneten kommen.
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politiker 32
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 16:30 Uhr:   

@ neoliberaler:

In S.-H. kann es zu 1-2 Ü-Mandaten für die CDU kommen, Lübeck wird aber vermutlich die SPD gewinnen und bevor Kiel "für die Roten fällt" müsste die Hölle zufrieren!
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 16:46 Uhr:   

@Kevin Matthes: Die spannendere Frage ist wohl eher wieviel Prozent die Parteien bei der Bundestagswahl in den einzelnen Ländern bekommen werden.

Genau. Bei den vergangenen Bundestagswahlen war das jeweils ein gravierender Effekt.

Edmund Stoiber konnte 2002 in Bayern überdurchschnittlich für die CSU punkten, Gerhard Schröder 1998 in Niedersachsen für die SPD.

Auch der Wegfall von Edmund Stoiber zugunsten von Angela Merkel 2005 machte sich in entsprechenden regionalen Abweichungen vom Bundestrend deutlich bemerkbar. Oskar Lafontaine als Lokalmatador im Saarland hat dort ohnehin alles diesbezüglich getoppt.

Für 2009 sehe ich aber eher wenig Grundlagen für irgendwelche gravierenden Abweichungen vom Bundestrend. Die Spitzen der CDU, FDP und Linkspartei sind personell ohnehin unverändert. Im Wegfall von Joschka Fischer bei den Grünen sehe ich keine regionale Komponente. Und Frank-Walter Steinmeier ist bei allen sonstigen Unterschieden zu Gerhard Schröder auch eher wie dieser der norddeutsche Typ. Da wird in Niedersachsen nichts Überdurchschnittliches verloren gehen und in Brandenburg nichts Überdurchschnittliches gewonnen werden. Das wäre bei Kurt Beck möglicherweise anders gewesen, der in Rheinland-Pfalz ein paar Extraprozentpunkte hätte einsammeln können, bei wahrscheinlich dann gleichzeitig leichten Verlusten im hohen Norden.

Lokale Ereignisse wie von Norddeutscher mitgeteilt mögen einzelne Wahlkreise beeinflussen oder auch mal kippen. Aber gäbe es denn irgendeinen Grund, warum etwa Nordrhein-Westfalen sich anders verhalten sollte als der Bundesschnitt?
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neoliberaler
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 16:52 Uhr:   

danke Politiker 32 für diesen durchdachten und wohlbegründeten Einwand.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 16:53 Uhr:   

@ Good Entity
"Lokale Ereignisse wie von Norddeutscher mitgeteilt mögen einzelne Wahlkreise beeinflussen oder auch mal kippen. Aber gäbe es denn irgendeinen Grund, warum etwa Nordrhein-Westfalen sich anders verhalten sollte als der Bundesschnitt?"

Natürlich hat das keine Auswirkungen auf NRW, aber eben gerade bei der spezifischen Situation in Hamburg, wo der CDU bei bundesweiten Wahlen der Ole-Effekt fehlt, kann so etwas leicht zu Überhangmandaten führen.
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Kay Karpinsky
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 17:04 Uhr:   

@Good Entity:

Den Schröder-Effekt für Niedersachsen gab es auch noch 2005. Allerdings ist die SPD gerade da immer noch vergleichsweise gut aufgestellt, so dass der Wegfalleffekt hier eher mäßig sein wird. Allerdings halte ich einen stärkeren Negativtrend für die SPD in Süddeutschland für denkbar. Niemand vom Kompetenzteam ist aus Bayern oder Baden-Württemberg, und das fällt auch irgendwie auf.
Dazu kommt die regional unterschiedliche Wechselfreudigkeit der Wähler. Der ganze Osten ist da generell probierfreudiger und auch hier hat Baden-Württemberg ja einen gewissen Ruf. Manchmal ist so ein regionaler Effekt auch ein scheinbarer, weil er in Wirklichkeit von einer anderen Partei ausgeht. Hamburg dürfte für die SPD vergleichsweise glimpflich ausgehen, weil ein Teil der Grünen-Klientel irgendwie ihren Unmut über Schwarzgrün ausdrücken möchte, war bei der EP-Wahl ja auch schon so. Und in Brandenburg wird sich die Landtagswahl und der deutliche Amtsbonus von Platzeck vermutlich stabilisierend für die SPD und negativ für die CDU (und die Grünen) auswirken.
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Kevin Matthes
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 17:06 Uhr:   

Ich habe mir jetzt auch mal ein Excel Programm für die Überhangmandate gebastelt :-)

Dabei habe ich eine identische Wahlbeteiligung in den einzelnen Bundesländern unterstellt und die Zahl der Wahlberechtigten in den Bundesländern habe ich einer Übersicht des Bundeswahlleiters entnommen. Ich verwende die Wahlkreisprognose von election.de

Die CDU bekommt bei mir 16 Überhangmandate:

Baden-Württemberg: Bei einem unterstellten Zweitstimmenergebnis der CDU von 38% erhält die CDU 30 Sitze => 6 Überhangmandate.

Hessen: Hier sehe ich momentan kein Überhangmandat für die CDU, es sei denn Franz Josef Jung gewinnt in Groß-Gerau.

Mecklenburg-Vorpommern: Wenn die CDU 5 Wahlkreise direkt gewinnt, dann halte ich 1 Überhangmandat für sehr sicher. Die CDU müsste schon sehr deutlich auf über 30% der Zweitstimmen kommen um dieses wieder zu verlieren.

Rheinland-Pfalz: Bei einem unterstellten Zweitstimmenergebnis der CDU von 37% erhält die CDU 11 Sitze => 2 Überhangmandate. Sollte die CDU ein paar mehr Zweitstimmen bekommen, dann wäre es nur noch 1 Überhangmandat. Wenn die CDU 13 Wahlkreise direkt gewinnt, dann ist 1 Überhangmandat aber auf jedenfall sicher.

Sachsen: Ich habe mal unterstellt, dass die CDU 34% der Zweitstimmen erhält, dann würde sie 3 Überhangmandate bekommen. Die halte ich bei einem direkten Gewinn von 15 Wahlkreisen für sehr sicher.

Sachsen-Anhalt: Hier sehe ich 3 Überhangmandate für die CDU, vorausgesetzt sie gewinnt bis auf Magdeburg wirklich alle Wahlkreise. Nach dem Zweitstimmenergebnis werden ihr ziemlich sicher 5 Sitze zustehen.

Schleswig-Holstein: Die CDU wird wohl ziemlich sicher 9 Wahlkreise gewinnen. Vermutlich stehen ihr aber nach dem Zweitstimmenergebnis nur 8 zu, damit 1 Überhangmandat. Ein zweites sehe ich hier momentan nicht. Da müsste sie bei den Zweitstimmen schon noch deutlich absacken.

Thüringen: Hier sehe ich momentan kein Überhangmandat für die CDU. Wenn sie nur fünf Wahlkreise direkt gewinnt, dann halte ich hier ein Überhangmandat für sehr unwahrscheinlich.


Für die SPD sehe ich nur 2 Überhangmandate in Brandenburg. Hier würden ihr nach dem Zweitstimmenergebnis maximal 6 Sitze zustehen. Wenn sie 8 Wahlkreise direkt gewinnt, dann wären das 2 Überhangmandate. Wobei die unterstellten 30% an Zweitstimmen vermutlich zu hoch angesetzt sind.

In Bremen sehe ich bei unterstellten 32% an Zweitstimmen ganz knapp kein Überhangmandat. Vermutlich würde sie eins erhalten, wenn sie unter 30% rutscht.

Wenn die SPD in Hamburg 5 Wahlkreise gewinnen sollte, dann würde sie auch hier sehr sicher mit einem Überhangmandat rechnen können.
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neoliberaler
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 17:07 Uhr:   

zu Hamburg:
Da ist es natürlich besonders schwierig.
Bricht man die Veränderungen linear herunter kommt man in Hamburg auf ca. 27-28% für CDU und SPD, auf 14% für die FDP, auf 19% für die Grünen und auf 8% fuer die Linken.

Somit kommen CDU und SPD auf 3-4 Mandate aus den Zweitstimmen. Von den 6 Wahlkreisen geht je einer klar an die SPD( Mitte)und einer an die CDU(Nord).
Bei den restlichen ist es sehr knapp wobei Bergedorf und Wandsberg eher Richtung SPD gehen. Altona sehe ich rechnerisch eigentlich fast gleich, hier könnte vielleicht Scholz seine Bekanntheit helfen. Letztendlich liegt es aber daran, wie stark die SPD und die Union Erstimmen von den Grünen und der FDP bekommen. Bisher hat die SPD vor allem in Wandsberg und Bergedorf fast 60% Erstimmen von "Grünen-Wählern" bekommen.

Insofern sind hier für CDU und SPD bis zu 2 Überhangmandate möglich, wobei die SPD hier vielleicht etwas bessere Chancen hat. Aber Hamburg ist extrem schwer zu prognistizieren
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Wahlticker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 13. September 2009 - 17:11 Uhr:   

"Allerdings halte ich einen stärkeren Negativtrend für die SPD in Süddeutschland für denkbar".

Abwarten. 2005 Verlor die SPD fast überall, nur in Bayern konnte sie leicht zulegen. Ich glaube eher nicht dass die SPD in Bayern stärker verliert als Bundesweit.

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