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Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 19. Mai 2008 - 12:33 Uhr: | |
@Florian: Deiner Analyse stimme ich völlig zu. Nur eine Nachfrage: Woher hast Du Deine Zahlen zur Bundesversammlung? Unter election.de sieht das anders aus: http://www.election.de/cgi-bin/content.pl?url=/bv.html Die Abweichungen wegen Deiner Bayern-Prognose sind klar - aber der SSW wird z. B. nicht davon betroffen sein ;-) |

mma
| | Veröffentlicht am Montag, 19. Mai 2008 - 12:37 Uhr: | |
"Alles sehr seltsam." Wieso? Das ganze Verhalten ist doch klassisch: Aufstellung einer Zählkandidatin. Und die SPD kann sagen, sie habe den neoliberalen Köhler nicht gewollt. Und Frau Schwan wird's besonders gut verschmerzen, weil's schon das zweite Mal ist (falls sie überhaupt dieses Amt, in dem sie nicht mehr offen ihre Meinung sagen kann, überhaupt anstreben sollte). |

Matthias Cantow
| | Veröffentlicht am Montag, 19. Mai 2008 - 12:53 Uhr: | |
Nur eine Nachfrage: Woher hast Du Deine Zahlen zur Bundesversammlung? Doch hoffentlich von der Seite zur Zusammensetzung der Bundesversammlung auf Wahlrecht.de ,-). Der SSW-Sitz in Schleswig-Holstein ist eigentlich Teil des SPD-Sitzanspruchs, wir haben da berücksichtigt, dass SPD und SSW in der jüngeren Vergangenheit eine gemeinsame Liste mit einem SSW-Kandidaten aufgestellt haben. In etwa anderthalb Monaten gibt es noch die neuen Zahlen der deutschen Bevölkerung, hier sind noch kleinere Verschiebungen möglich zugunsten, die bis zur Bundesversammlung im nächsten Frühjahr Bestand haben könnten, es sei denn, die Zahl der Bundestagsmitglieder reduziert sich noch weiter. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 19. Mai 2008 - 14:55 Uhr: | |
@Matthias: Das ist mir jetzt natürlich peinlich. Aus alter Gewohnheit habe ich noch den Link zur Bundesversammlung und habe nicht mitbekommen, daß es ja hier inzwischen auch einen gibt. Jetzt hätte mich natürlich interessiert, was genau nach "hier sind noch kleinere Verschiebungen möglich zugunsten" hätte stehen sollen ;-) Die Bevölkerungszahlen verändern sich ja m. W. zu Lasten der östlichen und zu Gunsten der südlichen Länder. Eine Korrektur der Länderdelegierten würde dann wohl tendenziell die Union auf Kosten der Linken begünstigen. Und da es wohl sehr knapp wird, können schon ein/zwei Sitze Verschiebung entscheidend sein. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 19. Mai 2008 - 15:18 Uhr: | |
@mma: > Das ganze Verhalten ist doch klassisch: > Aufstellung einer Zählkandidatin. Das wäre noch klassisch - nicht aber das schwankende Vorgehen Becks. Wenn er zu Jahresanfang die Kandidatur Schwan verkündet hätte, wäre das eine normale Option gewesen. Aber erst lange zuwarten, fragen, ob Köhler kandidiert (Und diese Frage wäre völlig sinnlos, wenn die SPD ihn dann nicht unterstützt), dann über Wochen durchblicken lassen, die SPD wäre für Köhler, um dann nach Wortmeldungen einzelner Linker Schwan zu nominieren - das ist das krasse Gegenteil von Führungsstärke. Und eine sichere Zählkandidatin wäre Schwan nur, wenn die Köhler-Mehrheit sicher wäre und umgekehrt mit einer Kandidatur mindestens der Linken (oder auch der Grünen) sicher zu rechnen ist. Wenn die Linke aber gemein ist bzw. taktisch klug auf die Bundestagswahl spekuliert, wird sie auf eine eigene Kandidatur verzichten und freudig erklären, Schwan mitzuwählen. Dann hat Beck genau die Debatte über die Linksfront, der er umbedingt aus dem Weg gehen wollte. Und das hohe Risiko, daß die Kandidatur trotz numerischer Überlegenheit verloren geht (weil es schwer ist, den ganzen rot/rot/grünen Haufen zur Einstimmigkeit zu kriegen). Wegen der extrem knappen Verhältnisse kann es auch sein, daß der nächste Bundespräsident nur mit NPD-Stimmen gewählt wird (fast egal, ob Köhler oder Schwan) - bei so einer Blamage würde auch in erster Linie die SPD die Prügel kriegen. Es gibt viele möglichen Szenarien, und bei fast jedem sieht Beck am Ende schlecht aus. |

Florian das Original (Unregistrierter Gast)
| | Veröffentlicht am Montag, 19. Mai 2008 - 16:09 Uhr: | |
Nachtrag: Die SPD-Aussage ist ja: Aus "Respekt vor dem höchsten Staatsamt" wolle man erst abwarten bis sich Köhler erklärt hat und erst dann die eigene Entscheidung bekannt geben. Klingt gut, ist aber natürlich der totale Hohn. Dem "Respekt vor dem Amt" täte es auf jeden Fall besser, wenn man dem Amtsinhaber eine klare Auskunft geben würde, ob er überhaupt eine Chance auf Wiederwahl hat, BEVOR sich dieser auf eine ggf. aussichtslose Kandidatur festlegt. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 19. Mai 2008 - 16:43 Uhr: | |
@Florian: Volle Zustimmung. Es ist der SPD unbenommen, auch gegen den Amtsinhaber eine eigene Kandidatur zu stellen. Aber es ist eine absolute Frechheit, den Bundespräsidenten im Ungewissen zu lassen, und das dann auch noch mit "Respekt vor dem Amt" zu begründen. Bzw. eigentlich ist es noch dreister: Die SPD möchte, daß Köhler ganz öffentlich um eine zweite Amtszeit bittet, damit sie dann zu ihm sagen können: "Ätsch, Dich sägen wir ab". |

mma
| | Veröffentlicht am Montag, 19. Mai 2008 - 16:55 Uhr: | |
("Aber erst lange zuwarten, fragen, ob Köhler kandidiert (Und diese Frage wäre völlig sinnlos, wenn die SPD ihn dann nicht unterstützt),") Wieso? Wenn rauskäme, dass die Union jemand anders aufstellt, wäre es doch sinnvoll, sich zuvor nicht festgelegt zu haben, auf jeden Fall eine eigene Kandidatin aufzustellen. ("Wenn die Linke aber gemein ist bzw. taktisch klug auf die Bundestagswahl spekuliert, wird sie auf eine eigene Kandidatur verzichten und freudig erklären, Schwan mitzuwählen.") Dann wäre sie aber gegenüber ihrer Klientel, der westlichen wie der östlichen, nicht klug. Schwan gilt doch als rechte SPDlerin. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 19. Mai 2008 - 17:32 Uhr: | |
@mma: > Wenn rauskäme, dass die Union jemand anders > aufstellt, ... Die Union hat sich doch längst auf Köhler festgelegt (wie auch die FDP). Wenn das so weitergeht, schafft es Beck vielleicht noch, der schwächelnden CSU ein Wahlkampfthema zu schenken. Schließlich ist Köhler in den Umfragen gut platziert, und wenn es sich darauf zuspitzt, daß die Bayernwahl über die Mehrheit in der Bundesversammlung entscheidet, wird das der Union nützen. > Schwan gilt doch als rechte SPDlerin. M. W. hat die PDS 2004 Schwan geschlossen gewählt. |

mma
| | Veröffentlicht am Montag, 19. Mai 2008 - 17:39 Uhr: | |
"M. W. hat die PDS 2004 Schwan geschlossen gewählt.") Nee, siehe http://www.wahlrecht.de/forum/messages/40/831.html |
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