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Gumman
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 09:42 Uhr: | |
Hallo, da Schwampel im Sterben liegt und Ampel nie ne Chance hatte, Köhler keine Minderheitenregierung zulässt und Neuwahlen wrklich keiner will, gibts wohl ne große Koalition. Da die aber weder mit Schröder noch mit Merkel funktioniert, meine Frag: Welche Kanzler-Vizekanzler-Kombination würdet ihr präferieren, mit welcher rechnet ihr? Spiegel.de hat Koch-Steinbrück, Stoiber-Müntefering und einige andere ins Spiel gebracht. Mir wäre Wulff-Steinbrück sehr sympatisch. Ich halte Koch-Steinbrück aber für naheliegend. (Gleich die nächste Frage, wer ist gerade am stärksten aufgestellt in der Union, Wulff, Koch oder Stoiber?) |

jetter
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 10:06 Uhr: | |
Merkel :-) |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 10:12 Uhr: | |
> Da die aber weder mit Schröder noch mit Merkel funktioniert, Mit Schröder nicht - aber mit Merkel durchaus. Es bringt der SPD gar nichts, als Preis für eine große Koalition den Kopf Merkels zu fordern - nur um Schröders Eitelkeit zu befriedigen. |

jetter
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 11:38 Uhr: | |
ICh denke da ähnlich. Obwohl Schröder bei der "Glückwunschrede" nach der Wahl zum Fraktionschef bereits unüberhörbar versucht hat ein "in der Schuld stehen" bei Müntefering zu erzeugen. |

Mr.Matze
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 11:49 Uhr: | |
>Es bringt der SPD gar nichts, als Preis für eine große Koalition den >Kopf Merkels zu fordern - nur um Schröders Eitelkeit zu befriedigen.< Es geht hier nicht um Schröders Eitlekeit,es geht darum das Merkel nie gewählt würde bzw. eine Mehrheit beim Deutschen Volk erreichen würde,deshalb versucht man es auf diese weise Merkel ins Amt zu hieven Merkel ist für den großteil des Volkes unwählbar! Zitat: Kocks: Da passiert das, was die Wahlforschung als kognitive Dissonanz bezeichnet. Das heißt, man will sich einerseits als konservativ zeigen; andererseits hat man eine so tiefe Abneigung gegenüber Frau Merkel, dass man deshalb seiner eigenen, grundsätzlichen Präferenz nicht folgt. Das ist ein Problem, das Frau Merkel auch mit Teilen ihrer eigenen Unterstützer hatte. Ich nenne das 'die geringen Selbstbindungskräfte von Merkel in der Union'. Da spielt eine Rolle, dass sie eine Frau ist, dass sie Ossi ist, dass sie Protestantin ist... http://www.netzeitung.de/medien/359088.html |

jetter
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 12:27 Uhr: | |
> Es geht hier nicht um Schröders Eitlekeit,es geht darum das Merkel nie gewählt würde bzw. eine Mehrheit beim Deutschen Volk erreichen würde,deshalb versucht man es auf diese weise Merkel ins Amt zu hieven Merkel ist für den großteil des Volkes unwählbar! Zitat: Kocks: Da passiert das, was die Wahlforschung als kognitive Dissonanz bezeichnet. Das heißt, man will sich einerseits als konservativ zeigen; andererseits hat man eine so tiefe Abneigung gegenüber Frau Merkel, dass man deshalb seiner eigenen, grundsätzlichen Präferenz nicht folgt.< Zitat hin Zitat her: z.B. http://www.n24.de/politik/wahl-2005/?a2005092213572541445 Letztendlich gehts um eine Einigung die her soll und muss. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 12:44 Uhr: | |
@Matze: > Es geht hier nicht um Schröders Eitlekeit ... Aber nur noch! Es gab am Wahlabend eine Chance, gegen die verunsicherte Union eine SPD-Kanzlerschaft durchzusetzen. Das hat Schröder aber mit seinem Krawall-Auftritt versägt. Am Ende der Verhandlungen wird eine schwarz/rote Koalition rauskommen, und das Kanzleramt wird schwarz. Die SPD kann versuchen, der Union einen Verzicht Merkels abzuverhandeln (was einigen dort ganz recht wäre). Aber das wäre nicht im Interesse der SPD, da sie dafür Zugeständnisse anderswo machen müßte - Merkel zu verhindern ist nur noch eine Sache des Macho-Egos von Schröder, der nicht gegen eine Frau verlieren möchte. Der SPD kann dieser Aspekt aber völlig egal sein, Schröder ist Geschichte. > es geht darum das Merkel nie gewählt würde bzw. eine Mehrheit beim > Deutschen Volk erreichen würde, ... Kann sein, kann nicht sein, Spekulationen dieser Art sind völlig irrelevant. |

Gumman
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 13:09 Uhr: | |
Die SPD wird alles daran setzen, wenigstens einen Teilerfolg zu erringen. Ihre zwei Hauptstatements im Moment heißen, große Koalition nur unter Schröder und keine große Koalition unter Merkel. Weil sie das erste wohl kaum durchbekommen, werden sie alles dransetzen, wenigstens Merkel zu verhindern. Ich persönlich halte das zwar für einen Fehler, weil eine Kanzlerin Merkel in 4 Jahren imo einfacher zu schlagen sein sollte als ein Kanzler Koch und viel einfacher als ein Kanzler Wulff. Und außer Steinbrück haben sie dem nicht viel gegenzusetzen, wenn Schröder weg ist, von Gabriel und Beck halte ich nicht viel. Ich bin aber wirklich sicher, dass Stoiber oder Koch oder Wullf unser nächster Kanzler wird. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 14:20 Uhr: | |
@Gumman: > Ihre zwei Hauptstatements im Moment heißen, große Koalition nur unter > Schröder ... Aber die SPD weiß, daß sie das nicht mehr durchhalten kann. Es geht nur noch darum, diese Position gesichtswahrend zu räumen. > ... und keine große Koalition unter Merkel. Das hat bisher kein SPDler offiziell gesagt. Das ist auch ein reines Privatinteresse von Schröder, die SPD kann daran kein Interesse haben - eher im Gegenteil. |

Dave Remmel (Dave)
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 14:23 Uhr: | |
>> Es geht hier nicht um Schröders Eitlekeit,es geht darum das Merkel >> nie gewählt würde bzw. eine Mehrheit beim Deutschen Volk erreichen >> würde,deshalb versucht man es auf diese weise Merkel ins Amt zu >> hieven Merkel ist für den großteil des Volkes unwählbar! Am Wahlabend haben sich aber doch deutlich mehr Leute für Merkel, als für Schröder entschieden. Selbst wenn man CDU und CSU (wahnwitzigerweise) als zwei getrennte Parteien sieht, ist das der Fall, da den CSU-Wählern in Bayern ja von vornherein klar war, dass sie Merkel als Kanzlerkandidatin quasi mitwählen. Gruß, Dave |

Mark
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 14:30 Uhr: | |
Das wahnwitzige an der Sache ist ja, dass die SPD-Leute behaupten das Volk wolle Schröder als Kanzler behalten... ich frage mich nur, warum das Volk dann Rot-Grün keine Mehrheit gegeben hat... Die SPD bleibt bei der Forderung, weil sie so leicht da nicht mehr heraus kommen ohne Gesichtsverlust... ich denke die meisten in der SPD waren von Schröders Anspruch Kanzler zu bleiben genauso überrascht wie alle... haben es dann aber aufgenommen, kommen aber jetzt nicht mehr so einfach daraus... Und alles nur wegen dem Ego eines abgewählten Kanzlers... grotesk... |

Lars Tietjen
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 14:42 Uhr: | |
@Dave >Selbst wenn man CDU und CSU (wahnwitzigerweise) als zwei getrennte >Parteien sieht Das es rechtlich zwei Parteien sind ist völlig unstrittig. Was daraus folgt ist eine andere Frage. Im Bundestag ist es eine Fraktion und die beiden Parteien sind eng verzahnt. Für die Frage wer den Kanzler stellt ist dies alles unerheblich. Wer eine Mehrheit im Bundestag findet wird Kanzler. In den Beratungen zwischen Union und SPD wird es auf die Einigung ankommen. Einen Rechtsanspruch gibt es für keines der Lager. Auch ein Gewohnheitsrecht kann man nicht ableiten. Meine Vermutung zum Ergebnis der Verhandlungen: 1. Union verzichtet auf dem Bundestagspräsidenten 2. Union stellt den Kanzler 3. In der Tendenz wird die SPD ein Ressort mehr bekommen als die Union. (bzw. faktisch ist das Kanzleramt als Ressort zu betrachten). 4. Die SPD hat den Erstzugriff auf ein Ressort. Ob Merkel Kanzlerin wird hängt davon ab wie schnell die SPD anerkennt, dass das Kanzleramt an die Union geht. Danach fängt nämlich die Selbstzerfleischung der Union an. |

Franz-Dominik
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 14:43 Uhr: | |
Und fŸr welchen Kanzler haben denn die Linkspartei. WŠhler optiert? Genauso wie die CSUler wohl lieber einen Ede, Friedrich oder sich selbst als Kanzler gesehen haben, wollten die Linksparteiler wohl Lieber Walter Ulbricht (selig), Gysi oder Petra Pau. Aber schlussendlich wohl doch lieber Gerry als Angie, oder? |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 14:56 Uhr: | |
@Lars: Deine Punkte 2-4 sehe ich genauso. Aber beim Punkt 1 wird die Union den Bundestagspräsidenten stellen - das hat überhaupt nichts mit den Verhandlungen zu tun. Die Wahl des (offiziell überparteilichen) Parlamentspräsidenten erfolgt meistens einstimmig ohne Gegenkandidaten, das Vorschlagsrecht hat die stärkste Fraktion. Das ist allgemeiner Parlamentsbrauch und es wäre extrem schlechter Stil, dieses Amt in die Koalitionsverhandlungen einzubeziehen. |

jetter
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 14:56 Uhr: | |
Für die ist egal wer Kanzler wird. Sowohl SPD-Kandidat als auch CDU-Kadidatin sind weit weg von den Wahlprogramm-Inhalten links der SPD. Ist schon merkwürdig, wie schnell die SPD auf die SED/SED-PDS/PDS-SED/PDS/Die Linke.PDS kommt. Keine Woche hats gedauert und schon sind diese Wähler quasi nur aus Versehen dort gelandet, wollten aber eigentlich den Bundeskanzler schon wieder haben. Genau wie der Taschenspieler-Trick mit der Auflösung der Fraktionsgemeinschaft ist die Fantasie, dass die Wähler für die PDSS gestimmt, aber die SPD gemeint haben schon sehr befremdlich. |

Lars Tietjen
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 15:12 Uhr: | |
@Ralf [Bundestagspräsident] 1995 als CDU und SPD gleich viele Mandate in der Bremischen Bürgerschaft hatten, aber die SPD 0,8 Prozentpunkte mehr Stimmen, ging der Bürgerschaftspräsident an die Union und der Regierungschef an die SPD. Ich halte dies durchaus für eine denkbare Option. Dies wäre eine Brücke über die die SPD vermutlich leichter gehen könnte. Viele Alternativen sehe ich nicht. Für mich wäre dies der klügste denkbare Befreiungsschlag um die Situation zu klären. |

Gumman
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 15:32 Uhr: | |
Ich glaube, das Signal "Merkel wird Kanzlerin" wird in seiner Bedeutung für die SPD unterschätzt. Wochen vor der Wahl ist sie schon als Siegerin aufgetreten (aus damaliger Sicht teilweise berechtigt), die SPD hat immer wieder beteuert, dass sie sich noch wundern wird. Dann hat die ganze SPD-Führung am Wahlabend verkündet, dass Schröder "ganz klar" weiter Kanzler bleibt, "wer denn sonst". Würde jetzt Merkel Kanzlerin, würde das als absolute Niederlage für Münte und Gerd gesehen, bekommen sie jemand anderen durch, werden sie sich darauf berufen, wenigsten Merkel "verhindert" zu haben. Ich kann mir weder Schröder noch Merkel derzeit ernsthaft als Kanzler vorstellen. Aber vielleicht werde ich eines Besseren belehrt, wenn Schröder schnell weggemobbt wird, und die CDU/CSU noch 1-2 Wochen zusammenhält.... |

Zino
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 15:37 Uhr: | |
Ich wundere mich manchmal darueber, wie sicher sich manch einer hier ist, wie die Sache ausgehen wird. Vielleicht bin ich hier in der Minderheit, aber ich rechne dem Schroeder immer noch gute Chancen aus, wieder Bundeskanzler zu werden. Ich persoenlich habe CDU gewaehlt und hatte gehofft, es wuerde fuer schwarz/gelb eine Mehrheit geben. Da dem jetzt nicht so ist, bleibt eigentlich nur eine grosse Koalition. Ich hoffe trotzdem, das sie unter Schroeder zu Stande kommt. Merkel hat m. E. nicht das Format zur Bundeskanzlerin, ihr fehlt eigentlich alles, was man dazu haben muss. Ich habe also trotz Merkel CDU gewaehlt, und da bin ich wahrscheinlich nicht der einzige. Mir sind die Themen trotzdem noch wichtiger als Personen, und deswegen glaube ich auch, dass es in der momentanen Situation sowieso mehr Vorteile fuer die Union haette, wenn Merkel nicht Kanzlerin wird. Wenn die Union in der Kanzlerfrage nachgibt, koennte sie im Gegenzug viel mehr Themen in der Koalitionsvereinbarung festschreiben, die aus Ihrer Sicht wichtig sind. Ausserdem: Ist Sie wirklich erst mal Kanzlerin, dann werden wir Sie so schnell nicht mehr los. Schroeder Kanzler, Koch Vizekanzler, und die Union waere schon perfekt aufgestellt fuer die naechsten Wahlen in wahrscheinlich 2-3 Jahren. Wenn der Schroeder dann nicht mehr antritt, waere der Koch im Vorteil gegen den "neuen" SPD Kandidaten. Falls Schroeder dann doch noch mal antreten sollte, wuerde ich Ihm nicht mehr viel Chancen ausrechnen, nach ca. 10 Jahren an der Regierung wohlen die irgendwann jemanden anders sehen. Gibt es den keine Unionsanhaenger, die das aehnlich sehen? Glaubt Ihr wirklich, die SPD ist so bloed, und laesst jetzt schon den Koch oder den Stoiber hin? Wenn schon nicht der Schroeder, dann wird die SPD schon dafuer sorgen, dass es die Merkel wird, schliesslich wollen die ja auch wieder die naechste Wahl gewinnen ... |

JG
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 15:43 Uhr: | |
Das ungünstigste wäre, wenn die Merkel durch den Stoiber ersetzt würde. Das würde auch noch die letzten CDU-Wähler aus dem Osten vergraulen; ich denke, die würden sich betrogen vorkommen, und nie wieder CDU wählen (bei den Bemerkungen, die Stoiber vor der Wahl gemacht hat...) Ausserdem gibt es viele, die nur wegen der Merkel das erste Mal überhaupt CDU gewählt haben, die würden sich auch betrogen vorkommen, wenn sie dann gegen jemand anders aus der Union ausgetauscht werden würde. |

Dave Remmel (Dave)
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 15:50 Uhr: | |
Merkels Problem ist einfach imo nur, dass sie nicht so charismatisch ist wie andere Leute. Ich halte sie für eine sehr fähige Politikerin, auch wenn sie mit dem charismatischen Schröder in puncto Medienwirksamkeit lange nicht mithalten kann. CDU gewählt habe ich aber hauptsächlich wegen Kirchhof, weil ich von dem schon lange vor dem Wahlkampf mal einen Vortrag über Steuerreform gehört hatte, der mich ziemlich überzeugt hatte. Die Sicherheit von vielen Leuten ist mir hier manchmal auch etwa rätselhaft, da wird dann oft "Wissen" mit "Wunschdenken" verwechselt. Ich persönlich wünsche mir Merkel als Kanzlerin, sehe es aber, ähnlich wie mein Vorredner, so, dass Schröder durchaus noch gute Chancen hat... Gruß, Dave |

Dave Remmel (Dave)
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 15:52 Uhr: | |
>> Das ungünstigste wäre, wenn die Merkel durch den Stoiber ersetzt würde Stoiber hatte '02 seine Chance, ich glaube kaum, dass die Union es nochmal wagt, ihn aufzustellen. Gruß, Dave |

Mr.Matze
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 16:01 Uhr: | |
>Das ungünstigste wäre, wenn die Merkel durch den Stoiber ersetzt würde.< das wäre Suboptimal für die....... ratet mal wenn ich jetzt meine :-) es wäre ein Traum ein Bayer als Bundeskanzler, die Krönung seiner Karriere und die Erfüllung der Träume der Bürgerlichen seit 26 Jahren Stoiber for Chancellor Merkel soll endlich den Abgang machen. |

JG
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 16:56 Uhr: | |
@Matze, ach gehörst du zu den bayern, die meinen, eine evangelische frau aus dem osten gehört nicht an die regierungspsitze? ich habe zum ersten mal csu gewählt, nur wegen der merkel! die ganzen csu-wähler, die diesmal lieber zu hause geblieben sind, als zur wahl zu gehen, sollen jetzt als dank den stoiber zum kanzler bekommen? soll er doch hier in bayern bleiben, und uns erzählen, dass wir klüger sind, als der rest von deutschland...(wer's glaubt..), um damit die leute in den anderen bundesländern davon abzuhalten die union zu wählen... ANGIE FOR BUNDESKANZLER! |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 17:38 Uhr: | |
Ich denke: Nachdem die "Jamaica-Koalition" geplatzt ist, gibt es entweder Neuwahlen (für mich nach wie vor die wahrscheinlichste Variante)oder: eine große Koalition mit Merkel, dafür aber wichtigere oder zahlenmäßig mehr Ministerposten für die SPD (analog zur Regierungsbildung in Schleswig-Holstein, wo die CDU mit Carstensen den Ministerpräsidenten stellt, die SPD aber einen Minister mehr hat in der großen Koalition) oder es gibt eine große Koalition unter einem anderen Unionskanzler (Wulff, Koch, Stoiber). Auch eine Kanzlerwahl mit absoluter Mehrheit durch die Linkspartei mit anschließender de-facto-Duldung einer rot-grünen Koalition schließe ich - trotz der Aussagen vor der Wahl - nicht mehr aus, da ich mir anders Schröders Auftreten nicht erklären kann. |

Schorsch
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 18:28 Uhr: | |
@ Bernhard: Ich wähle zwar gern öfter als seltener ;-), aber ich sehe es dennoch anders. Bei Neuwahlen käme kaum etwas wesentlich anderes (dh. außer Binnenverschiebungen innerhalb schwarz/gelb und rot/rot/grün) heraus als ohnehin schon, deshalb wird das niemand in Betracht ziehen. Deshalb muß man die Vier-Jahres-Beteuerungen nicht gleich zum Nennwert nehmen, aber einstweilen wird da nichts passieren. Daß sich Schröder von der Linkspartei zum Kanzler machen läßt, ist zwar entgegen aller Beteuerungen denkbar, aber - derzeit - auch nicht wahrscheinlich. Daß im Moment von den billigen Rängen Rot-Rot-Grüns aus über eine Zusammenarbeit nachgedacht wird, ist wohl eher die Angstmache à la "wir können auch anders"; wirklich akut dürfte das nur werden, wenn während der Verhandlungen irgendetwas fürchterlich in die Hose geht. Inhaltlich hat man genug in der Schublade (Förderalismusreform, Steuerreform), um die Legislaturperiode anzufüllen und personell ist die Große Koalition für beide Teile wirklich nicht das Schlechteste, was passieren kann: Die SPD wird ihre größten Pfeifen elegant los (Bulmahn, Stolpe) und umgekehrt werden bei der Union einige empfindliche Schwächen mit dem Mantel des Schweigens bedeckt (Äußeres, Verteidigung, Umwelt). Von der Möglichkeit, einen Minister mehr zu stellen als die Union, wurde ja schon geschrieben. Und was das Kanzleramt angeht: Vor Sonntag in einer Woche bleibt das in der Schwebe, dann werden aber die Messer gewetzt. Schröder hat sich mit seinem Auftritt am Sonntag hinreichend unmöglich gemacht, die ersten besonnenen Stimmen in der SPD scheinen inzwischen vorsichtig auf Distanz zu seiner Forderung zu gehen - wozu gleich ein mögliches Bündnis unter Spannung setzen, wenn man personell damit gut fahren könnte? Eine Chance wäre für ihn nur das israelische Modell - er hat ja selbst einmal erklärt, er halte acht Jahre für ein gutes Maß in der Amtszeit, Nur dürfte sich die Union darauf nicht einlassen, weil diese Absprache nach dem bisherigen Verhalten Schröders als Bundeskanzler gegenüber dem Koalitionspartner nicht verläßlich wäre. Frau Merkel hat im Moment also durchaus eine Chance, Kanzlerin zu werden - aber wenn sich zeigt, daß das so nicht oder nur zu unverschämten Konditionen zu haben ist, wird auch in der Union eine andere Lösung gefunden werden. Sie bliebe dann aber wohl erst einmal Fraktionschefin. Und dafür gilt: Auf beiden Seiten wird die Neigung gering sein, irgendwelche Kanzleramtsasprianten zu "verbrennen". Zudem muß man ja auch sehen, daß diese Koalition von Figuren getragen werden müßte, die die dort getroffenen Kompromisse dann im eigenen Lager verkaufen können. Deshalb ist es auch gar nicht so sicher, ob der vielzitierte Herr Steinbrück tatsächlich eine Rolle spielt. Deshalb werden sich auch weder Koch noch Wulff (der schon gar nicht) nach dem Posten strecken. Man bräuchte also jemanden, der im eigenen Laden Rückhalt genießt, aber auch nichts mehr werden will oder muß. Und am wahrscheinlichsten kämen dann als Kanzler dann Schäuble (der wird aber eher BT-Präsident) oder Stoiber in Betracht - letzteres hätte Charme für die SPD-Ministerpräsidenten und auch für Müntefering und Schröder (die wissen dann, was sie haben), ebenso für die CSU (die wäre froh, den Kanzler stellen und zudem, daß sie ihn in München endlich los wäre ;-) ) und auch die CDU (keine Konkurrenz für Frau Merkel als Parteichefin, und Stoiber ist in vier Jahren zu alt um bei der nächsten Wahl Ansprüche zu stellen). |
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