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Kanzler-Vizekanzler-Kombi

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001-025Schorsch25 1 23.09.05, 18:28h 
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Niederbayer
Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 19:43 Uhr:   

JG, Sie sagen, es wäre das ungünstigste wenn Stoiber Kanzler würde, weil man dann die letzten Wähler aus dem Osten vergraulen würde. Der Punkt ist nur, dass der Osten sowieso kaum CDU bei Bundestagswahlen wählt. Die Union sollte sich lieber darum kümmern, ihr Stammklientel im Süden Deutschlands zu mobilisieren. Und um die Wähler in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern zu motivieren, taugt Stoiber alle Mal besser als Merkel. Als Bayer ärgert es mich übrigens immer, wenn man Stoiber für die Niederlage 2002 verantwortlich macht. Unter wesentlich schlechteren Bedingungen (Schröder erst vier Jahre im Amt, Flut, Irakkrieg, kaum Wut über SPD-Reformen) hat Stoiber 3% mehr geholt. Auch schwarz-gelb zusammen hatte vor drei Jahren 1% mehr.
Aus diesen Gründen würde ich mir persönlich eine große Koalition ohne Merkel wünschen. Anstatt dessen könnten Koch, Wulff oder Stoiber die Kanzlerschaft übernehmen. Die SPD hätte so aus ihrer Sicht zumindest Merkel verhindert, und könnte damit auf das Kanzleramt verzichten. Die Union könnte einen Kandidaten aufstellen, der zumindest in der eigenen Anhängerschaft besser als Merkel angesehen ist.
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 19:56 Uhr:   

Laut "Spiegel" soll sich Schröder, aber auch der "Seeheimer Kreis" der SPD für eine "israelische Lösung" aussprechen. Allerdings meinen die Seeheimer auch, an Schröder führe kein Weg vorbei. Lehne die Union diese Lösung ab, werde man Merkel nicht wählen:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,376286,00.html
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Dave Remmel (dave)
Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 20:01 Uhr:   

>> Die SPD hätte so aus ihrer Sicht zumindest Merkel verhindert

Haben tun sie davon auch nix. Der einzige Vorteil ist, das Schröders Ego vielleicht nicht mehr ganz so angekratzt ist...

Gruß, Dave
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Görd
Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 20:36 Uhr:   

Sie haben einiges davon, es wird dann sicher ein schwacher CDU-Kanzler installiert, der in vier Jahren sicher nicht mehr antritt und so kein Amtsbonus genießen würde.
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Dave Remmel (dave)
Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 20:57 Uhr:   

>> Sie haben einiges davon, es wird dann sicher ein schwacher
>> CDU-Kanzler installiert, der in vier Jahren sicher nicht mehr
>> antritt und so kein Amtsbonus genießen würde.

Aber momentan behaupten doch alle, Merkel sei eine schwache Kanzlerin... Wo ist denn dann das Problem??

Gruß, Dave
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Charlotta
Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 21:05 Uhr:   

@Zino,

seltsam:

Ich habe SPD gewählt, einfach weil CDU/CSU für mich unwählbar ist, da gibt es deutliche kulturelle Differenzen
Aber bei der Wahl zwischen Schröder und Merkel würde ich sicher Frau Merkel favorisieren. (Mag sein, es liegt daran, dass ich auch eine Frau bin.)Ich habe den Eindruck, Frau Merkel ist nicht so schwarz, wie ihre Partei sie gern hätte. Dafür könnte sie bei der roten Hälfte der Wähler punkten.
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A.Schmidt
Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 22:01 Uhr:   

Mag sein, dass Merkel nicht ganz schwarz ist.
Aber meiner Ansicht nach ist sie eher GELB als ROT.
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JG
Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 23:05 Uhr:   

Na ja, die Merkel ist ja auch nur durch Zufall bei der Union gelandet...
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The Joker
Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 23:06 Uhr:   

Kanzler: Ottmar Schreiner
Vizekanzler & Finanzen: Oskar Lafontaine
Inneres: Christian Ströbele
Justiz: Gregor Gysi
Wirtschaft: Herbert Schui
Äußeres & Verteidigung: Norman Paech
Arbeit: Katja Kipping
...
(to be continued)
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JG
Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 23:08 Uhr:   

@JOKER

Minister für Aufbau Ost: Edmund Stoiber
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JG
Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 23:13 Uhr:   

Minister für Gesundheit und Soziales: Guido Westerwelle
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The Joker
Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 23:15 Uhr:   

@JG

*LOL*
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Klaus
Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 23:21 Uhr:   

In Koalitionen ist es doch immer so: zuerst werden die Sachfragen geklärt, dann werden die Posten auf die Koalitionspartner verteilt, die Koalitionspartner besetzen diese Posten dann alleine. Die Union kann also der SPD nicht vorschreiben, wen sie zum Finanzminister oder zum Vizekanzler macht, die SPD kann der Union andersrum auch nicht vorschreiben, wen sie zum Kanzler oder zur Kanzlerin macht.

Wieso die SPD Koch oder Stoiber tragen würde, Merkel aber nicht, kann ich auch nicht ganz nachvollziehen. Außer der Eitelkeit Schröders sehe ich keinen Grund.

Für eine "israelische Lösung" hingegen fehlt das Vertrauen auf beiden Seiten.
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Dave Remmel (dave)
Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 03:27 Uhr:   

>> In Koalitionen ist es doch immer so: zuerst werden die Sachfragen
>> geklärt, dann werden die Posten auf die Koalitionspartner verteilt

Ist aber fraglich ob es bei den rot-schwarzen Gesprächen momentan soviel Sinn macht, die können sich in puncto Programm so einig sein, wie sie wollen, derzeit ist nun hauptsächlich die Kanzlerfrage das Problem...

Gruß, Dave
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Gumman
Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 11:21 Uhr:   

Eigentlich sollten auf jeden Fall inhaltliche Fragen vorrangig geklärt werden. Aber eigentlich stellt der kleinere Partner einer Koalition auch nicht die abwegige Forderung, den Kanzler stellen zu dürfen.

Würden sich alle normal verhalten, wäre klar: Union Kanzler, SPD Zugriff aufs erste Ministeramt, dann wieder Union usw. Dann gäbe es jetzt eine mehrwöchige inhaltliche Debatte und dann eine große Koalition.

So wie die Dinge aber jetzt stehen, sehe ich ein, dass die Union erstmal geklärt haben will, ob die SPD bei ihrem Blödsinn (imo) bleibt. Dann können erst ernsthafte Gespräche beginnen.

Mit meiner Einschätzung oben, dass Merkel keine Chance mehr hat, bin ich mir jetzt nicht mehr sicher, die Landesfürsten halten sich sehr bedeckt, vielleicht packt sie es ja doch.
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A.Schmidt
Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 20:15 Uhr:   

Meiner Meinung nach will Stoiber Kanzler werden.
Was sollte er sonst für einen Grund haben bei diesem Ergebnis nach Berlin zu gehen?

Vor der Wahl hat er gesagt, seine Entscheidung hängt vom Ergebnis ab. Das klang so als geht er nur bei einem überragenden Schwarz-Gelben Wahlsieg nach Berlin.

Nun ist das Ergebnis denkbar schlecht, es gibt sogar eine grosse Koalition, mit einer fast gleichstarken SPD und trotzdem will er nach Berlin.

Am Mittwoch werden Stoiber, Schröder und Münte gemeinsam auf der einen Seite und Merkel auf der anderen Seite sitzen und Angie anschließend verabschieden.
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Merkel for Kanzlerin!
Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 23:11 Uhr:   

"Vor der Wahl hat er gesagt, seine Entscheidung hängt vom Ergebnis ab. Das klang so als geht er nur bei einem überragenden Schwarz-Gelben Wahlsieg nach Berlin."

Unsinn, außer Dir offenbar haben das alle immer genau andersrum verstanden.

"Am Mittwoch werden Stoiber, Schröder und Münte gemeinsam auf der einen Seite und Merkel auf der anderen Seite sitzen und Angie anschließend verabschieden."

Die SPDler scheinen sich geistig mittlerweile völlig von der Realität verabschiedet zu haben. Nur weil Schröder es nicht mit seinem Ego vereinbaren kann gegen eine Frau zu verlieren glaubt er, daß ihm jeder (Grüne, PDS, Stoiber,...) sofort zur Seite springt, um Merkel zu stürzen.

Eine Frage: wieso wären Koch oder Stoiber als Kanzler ok, Merkel aber nicht? Weil der abgewählte Bundesproll das so will?
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Görd
Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 06:58 Uhr:   

Die Deutschen wollen Merkel nicht, sie wäre wenn nur eine schwache Kanzlerin, selbst Stoiber hat damals mehr Prozente für die Union geholt. Wieso soll also Merkel Kanzlerin werden, obwohl sie eines der schlechtes Unionsergebnisse allerzeiten abgeliefert hat. Stoiber hat ja damals selbst gesagt, 42 - 45% sind Pflicht.
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thommy
Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 09:09 Uhr:   

Wie geht das Kanzler-Sharimng rein rechtlich eigentlich?
Können die sich nach Lust und Laune abwechseln, oder
muss der eine dann zurück treten, damit die Teilung der#Amtszeit möglich ist? (Bitte mit Angaben der rechtlichen Quellen)
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Niederbayer
Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 10:10 Uhr:   

Merkel for Kanzlerin: Stoiber wäre mir aus zwei Gründen lieber: Erstens hatte er in einem wesentlich schwierigeren Umfeld (Irakkrieg, Schröder erst vier Jahre im Amt, Flut) 3,5% mehr geholt als Frau Merkel. Im übrigen habe ich es aus Unionssicht immer für einen Fehler gehalten, mit einer ostdeutschen Kandidatin in die Wahlen zu gehen.

Zweitens wäre mir Stoiber in der Sache lieber. Merkel ist bei sachpolitischen Themen dermaßen festgelegt (Gesundheitsprämie, Steuern), wird aber davon nicht viel durchbekommen. Stoiber könnte an die Lösung der Probleme viel pragmatischer herangehen, ohne sein Gesicht zu verlieren.

Allerdings bin ich mir durchaus bewußt, dass Stoibers Chancen (leider) sehr gering sind.
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Friends of Gerd
Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 12:45 Uhr:   

"Eine Frage: wieso wären Koch oder Stoiber als Kanzler ok, Merkel aber nicht? Weil der abgewählte Bundesproll das so will?"

Weil Merkel unfähig ist, dass Land in einer so schwierigen Zeit zu regieren, sie hat ja nicht mal ihre Partei im Griff.
Ausserdem kann diese schreckliche Tante nicht die Deutschen representieren, sondern höchstens die Gruppe der frustrierten Ossis.

Schröder dagegen vereint in seiner Person viele Milleus: als Putzfrauenkind die Unterschicht, als Autokanzler die Wirtschaft, mit seiner Art den Kleinen Mann vom Fussballplatz nebenan.

Der durchgeknallte Stoiber und der Fiesling Koch wären aber auch nicht besser, höchstens Wulff ist als Kanzler geeignet.
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Gumman
Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 13:21 Uhr:   

@ friends of gerd:

du hast wohl deinem vorbild am wahltag zu genau zugeschaut:

- Merkel repräsentiert mit Sicherheit nicht die "Ossis".
- Schröder hatte schon schlimmere Probleme mit seiner Partei, warum ist nochmal Münte Parteichef?
- rührend, der Kanzler der von unten kam und jetzt Genosse der Bosse ist, lol
- durchgeknallt, Fiesling? wie objektiv

zum Thema:

Wulff will scheinbar nicht, Stoiber wird nur schwer durchzusetzen sein, er ist doch SEHR unbeliebt in Deutschland (Politbarometer meilenweit hinter Merkel). Die Union scheint sich jetzt deutlicher hinter Merkel zu stellen, als die SPD hinter Schröder (siehe Beck), das ist doch überraschend. Sie realisieren langsam, dass Schröder nicht per Dekret die Wahl als gewonnen bestimmen kann.
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Good Entity
Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 14:27 Uhr:   

Der CDU/CSU dürfte es ebenso wie der SPD und allen anderen auch ziemlich egal sein, wen die fiktive "Mehrheit der Deutschen" vielleicht will oder nicht will. Erstens weiß das so genau keiner (Umfragen, Befragungen etc. glaubt niemand mehr, ab in die Tonne damit), und zweitens ist nur das interessant, was die eigenen Wähler gewollt haben.

Die haben jetzt aber eine CDU/CSU mit Kanzlerkandidatin Angela Merkel gewählt, nicht aber mit Stoiber, Koch, Wulff oder sonstwem. Auch Steinbrück, Müntefering, Struck, Beck und sonstwer standen als Kanzlerkandidaten überhaupt nicht zur Wahl für den Wähler.

So sehr viel mehr als die Frage "Wollt Ihr Schröder oder Merkel oder was ganz anderes?" ist bei vielen Wählern sicher auch nicht angekommen. Zumindest 69 % der gesamten Stimmen sind auch für diese beiden als denkbare Kanzlerkandidaten abgegeben worden. Auch wenn beispielsweise Niederbayer sicherlich Stoiber vorgezogen hätte, so hat er Merkel als Kandidatin mit Grummeln immerhin akzeptiert (und vermutlich gewählt). Und es gibt Wähler, die die CDU nur deshalb gewählt haben, weil sie Merkel wollten, und zwar (natürlich überwiegend nördlich der Mainlinie) gar nicht so wenige.

Verlieren kann man immer. Notlagen wie Herzattacken, Unfälle und unvorhersehbare Koalitionen gibts auch. Haben wir wirklich eine? Sowohl CDU/CSU als auch SPD sollten sich sehr genau überlegen, ob sie von einem nachweisbaren und nicht etwa gefühlten oder geumfragten Wählervotum von 69 % abweichen und jemand ganz anderen nehmen und dem ohnehin schon staunenden Wählervolk vorsetzen.
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A.Schmidt
Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 14:39 Uhr:   

Merkel kann nicht Kanzlerin werden, weil das Programm für das sie stand in einer großen Koalition nicht umsetzbar ist und auch vom Wähler nicht erwünscht ist.

Wenn Merkel Kanzlerin werden sollte, müsste sie sich programmatisch "komplett neu erfinden" - um mal die gängigste redewendung der letzten tage zu gebrauchen.
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Jeki
Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 14:40 Uhr:   

Ich glaube, dass die Sache auf eine grosse Koalition unter einer Kanzlerin Merkel hinauslaeuft.

Die grosse Koalition ist sicherlich keine gute, aber dennoch offenbar die einzig moegliche Loesung mit diesem Wahlergebnis. Und dass diese Koalition von einem Unionskanzler angefuehrt wird, ist selbstverstaendlich; nicht, weil es juristisch festgelegt waere, dass die staerkste Fraktion den Kanzler stellt, sondern deswegen, weil es den demokratischen Traditionen in diesem Land entspricht: Es wurde schon immer so gehandhabt, ob auf Landes- oder Bundesebene. Ungeschriebene Gesetze sind zuweilen wichtiger als geschriebene.

Und selbstverstaendlich ist Merkel die Kandidatin der Union; sonst waere doch der Wahlkampf eine Farce gewesen. Auch wenn es ein schlechtes Ergebnis fuer die Union ist, ist sie im Gegensatz zu 2002 staerkste Kraft geworden - Frau Merkel hat dadurch eine ganz andere Legitimation als alle anderen moeglichen Kandidaten. (Auch wenn es hier wiederum nicht um juristische Gesetze, sondern um eingespielte Regeln geht). Als Kanzlerin wird sie die Moeglichkeit haben, sich in einem Regierungsamt zu beweisen, um dann in die naechsten Wahlen, die vermutlich schon bald anstehen, mit einem Kanzlerbonus zu gehen.

Eine israelische Loesung wird es auch nicht geben. Die einzige Frage, die bleibt, ist, wer bei der SPD Vizekanzler wird. Da Peer Steinbrueck als profiliert und pragmatisch gilt (und darueberhinaus derzeit arbeitslos ist), kann er sich wohl gute Chancen ausrechnen. Schroeder koennte nur als alpha-Maennchen, Muentefering ist zu sehr Parteisoldat und zu wenig Staatsmann, Struck zu angeschlagen, Schily zu alt, Gabriel zu jung und zu umstritten, Platzeck und Beck zu lokalpatriotisch, Frauen werden bei der SPD sowieso nicht wirklich ernstgenommen; wer bleibt denn dann noch?
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Jeki
Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 15:01 Uhr:   

@A.Schmidt
Unglaublich, dass Frau Merkel immer noch so unterschaetzt wird. Wenn jemand in der Union nicht ideologisch, sondern pragmatisch eingestellt ist, dann ist es Merkel. Die Schnittmenge zwischen Union und SPD sind sicherlich gering und die Aussichten fuer die Regierungsarbeit truebe, das hat aber nichts mit Merkel zu tun. Was soll denn mit Stoiber oder Koch besser sein - haben die in der Vergangenheit etwa weniger polarisiert als Merkel?

Oder laeuft die Anmerkung darauf hinaus, dass eben doch Schroeder Kanzler bleiben sollte? Der musste ja leider die Neuwahlen ausloesen, weil er nicht einmal seine eigene Partei unter Kontrolle hat. Und nach seinen Auftritten in den letzten Tagen hat er sich voellig disqualifiziert fuer eine Zusammenarbeit mit der Union.
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A.Schmidt
Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 15:32 Uhr:   

Das hat überhaupt nichts mit unterschätzen zu tun.

Aber Frau Merkel hat im Wahlkampf für Positionen gestanden, die jetzt absolut nicht mehr durchsetzbar sind.
Wenn Merkel Kanzlerin werden würde, müsste sie plötzlich ganz andere Positionen vertreten als vor der Wahl. Sie würde dabei, nach dem schlechten Wahlergebnis auf noch den letzten Rest ihres Gesichts verlieren.
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Good Entity
Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 16:37 Uhr:   

A. Schmidt möchte jetzt Edmund Stoiber anstelle von Angela Merkel und anstelle von Gerhard Schröder als Kanzler (auf den bezieht sich sein Argument ja identisch auch, zumal dessen Wahlergebnis noch einen Tuck schlechter war), da sie ihr Gesicht verlieren würden, wenn sie weiterhin Regierungsverantwortung übernehmen, da sie andere Programme werden vertreten müssen, als sie vor der Wahl propagiert haben.

Mit dem gleichen Argument hatten ja auch Beckstein und Bütikofer eine Jamaica-Koalition abgelehnt.

Friends of Gerd wird da vermutlich A. Schmidt, Beckstein & Co. widersprechen. Zumindest für eine Große Koalition habe ich da auch Bedenken. Es wäre schon sehr merkwürdig, wenn diese Große Koalition ein völlig anderes Konzept verfolgen würde, als einen Kompromiss (misslungen oder gelungen, faul oder erfolgreich) aus den Positionen von Schröder und Merkel vor der Wahl.
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JG
Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 17:08 Uhr:   

@Niederbayer

>Stoiber wäre mir aus zwei Gründen lieber: Erstens hatte er in einem >wesentlich schwierigeren Umfeld (Irakkrieg, Schröder erst vier Jahre >im Amt, Flut) 3,5% mehr geholt als Frau Merkel.

Stoiber hat es nicht geschafft, die Union zur stärksten Fraktion im Bundestag zu machen, aber Merkel ist es gelungen, und darauf kommt's an!

>Im übrigen habe ich es aus Unionssicht immer für einen Fehler >gehalten, mit einer ostdeutschen Kandidatin in die Wahlen zu gehen.

Ach schau an...daher weht der Wind....die evangelische Frau aus dem Osten, tsk tsk tsk...
Wenn die typischen CSU Wähler nur dann ihr Kreuzchen bei der CSU machen, wenn ein katholischer Mann aus dem Westen kandidiert, dann tun sie mir leid.

Im übrigen hat die SPD im Osten weit mehr Prozentpunkte verloren, als im Westen, und den Vogel schießt ja Niederbayern ab, denn nur dort konnte die SPD im Vergleich zu 2002 zulegen.

ANGIE FOR BUNDESKANZLER!
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Jeki
Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 17:38 Uhr:   

Ich glaube nach wie vor, dass Merkel groessere Chancen und eine groessere Berechtigung auf die Kanzlerschaft hat.

1) Die CSU hat aeusserst starke Verluste im Vergleich zu 2002 eingefahren und die 50%-Marke unterschritten. Man kann nicht sagen, dass Stoiber keine prominente Rolle im Wahlkampf in Bayern gespielt hat. Deswegen geraet sein Kurs jetzt auch CSU-intern unter Druck. In Kochs und Wulffs Heimatländern hat die CDU sogar die Mehrheit verloren. So etwas schwaecht immer auch den jeweiligen Spitzenkandidaten im Land.

2) Stoiber faehrt einen rigiden Sparkurs in Bayern, der von seinen Gegnern sicher nicht als weniger "neoliberal" als Merkels Programm angesehen wird. Genau dieser Kurs wird jetzt auch in Bayern kritisiert.

3) Die Union ist mit Merkel als Spitzenkandidatin angetreten und staerkste Kraft geworden. Die Waehler wuerden sich doch verschaukelt fuehlen, wenn jetzt ploetzlich ein neuer Kandidat aus dem Hut gezaubert wird. Natuerlich wird bei Bundestagswahlen das Parlament gewaehlt und nicht der Kanzler; diese Feinheiten duerften aber den wenigsten Waehlern wirklich bewusst sein.

Persoenlich erwarte ich so gut wie nichts von einer grossen Koalition. Jeder wird mit dem Finger auf die anderen zeigen, wenn irgend etwas schieflaeuft. Jede Partei wird die von ihr eingebrachten Punkte verteidigen, keineswegs jedoch die Regierungspolitik insgesamt.

Da weitgehender Stillstand auf den umstrittenen Gebieten herrschen wird, wird Frau Merkel jetzt auch nicht ploetzlich eine Reichensteuer verteidigen muessen, und Herr Steinbrueck nicht eine Gesundheitspraemie oder eine Steuerreform: Es wird hier sowieso absolut nichts geschehen. Im Prinzip geht es nur darum, den richtigen Zeitpunkt fuer Neuwahlen zu erspueren, um dann die Koalition aufzukuendigen. Bis zu diesem nicht allzu fernen Zeitpunkt koennten vielleicht parteipolitisch weniger umstrittene Dinge durchgesetzt werden, wie z.B. die Foederalismusreform.
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Niederbayer
Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 20:27 Uhr:   

JG, in Bayern, das wird Ihnen jeder CSU Wahlkämpfer bestätigen, war eine erhebliche Skepsis gegenüber Frau Merkel vorzufinden. Und etliche Bürger gaben an, wegen Frau Merkel diesmal nicht CSU zu wählen, sondern zu Hause zu bleiben oder eine andere Partei zu wählen. Es ist nun mal so, dass mag einem gefallen oder nicht, dass in den ländlichen Regionen im Süden aber auch teilweise im Nordwesten eine protestantische Frau aus dem Osten sehr skeptisch gesehen wird. Daher war auch die Wahlbeteiligung im Süden wesentlich nieriger als bei der letzten BTW. Im übrigen halte ich Ihre Aussage bezüglich der größten Fraktion für falsch. Angesichts dieser Ausgangslage musste eine schwarz-gelbe Mehrheit der Maßstab sein. Die Welt am Sonntag bemerkte zurecht, dass es in der deutschen Geschichte kaum einen Kanzlerkandidaten (in) der Union gab, der so positive Umstände vorfand.
Jeki, laut Umfragen unterstützen 60% der bayerischen Bevölkerung Stoibers Sparkurs. Die Kritik kommt verwiegend von eher links stehenden Verbänden (Gewerkschaften, usw.).
Im übrigen bin auch mir bewußt, dass Frau Merkel als Kandidatin nun das Vorgriffsrecht auf die Kanzlerschaft hat, was ich, obwohl mir Stoiber lieber wäre, auch akzeptiere. Allerdings bin ich schon der Meinung, dass man in der Union für die Zukunft die richtigen Schlüsse ziehen muss. Und dazu gehört nun mal, dass Frau Merkel unter den gegebnen Umständen ein extrem schlechtes Wahlregebnis eingefahren hat. Und dies hat sicherlich zum einen mit der Person Merkel und zum anderem mit dem emotioslosen Wahlkampf, den sie maßgeblich wollte, zu tun. Nur ein Beispiel hierzu: Koch zum Beispiel wollte in der Schlußphase mit dem Türkeithema wesentlich stärker polarisiern, wurde aber von Merkel zurückgepfiffen.
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Görd
Veröffentlicht am Montag, 26. September 2005 - 01:01 Uhr:   

Wenn Frau Merkel Herrn Koch da zurückgepfiffen hat, dann adelt sie das mehr. Einen "emtionalen" Wahlkampf auf den Rücken von Minderheiten und fremder Länder auszutragen, ist zu einem unterste Schublade und zum anderen für Deutschland überauß schädlich. Aber die Türkenkarte wurde am Ende ja dennoch gezogen (Bildaufmacher mit Schröder und der Türkeifahne im Hintergrund).
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 26. September 2005 - 09:46 Uhr:   

@Görd:
> Wenn Frau Merkel Herrn Koch da zurückgepfiffen hat, dann adelt sie
> das mehr.
Das Problem ist nur, daß man mit solcher Anständigkeit in Deutschland keine Wahlen gewinnt.

Wie meinte am Sonntag abend ein CDUler zu mir: "Jetzt haben wir mal versucht, mit einem wirklich fairen und ehrlichen Wahlkampf zu gewinnen - das ist wohl schief gegangen. Dann muß jetzt wohl der Koch ran, das ist der Einzige, der genau so eine Charaktersau ist wie der Schröder - der kann das schaffen".

Man kann natürlich streiten, wie "ehrlich und fair" dieser Wahlkampf von CDU-Seite war oder überhaupt sein kann.
Aber in dieser Aussage steckt schon viel Wahrheit.
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pouy
Veröffentlicht am Montag, 26. September 2005 - 14:26 Uhr:   

Für die Union ist Frau Merkel doch wunderbar als Kanzlerin einer großen Koalition - eleganter kann man sie doch gar nicht demontieren! "Den Tricksereien der SPD nicht gewachsen..." "Doch etwas zu blauäugig gegenüber dem Reformunwillen des kleineren Koaltionspartners..." "Schade um die gute Frau, aber da braucht es doch einen gestanden Mann..." Nach 2 Jahren hat sich das "Problem" erledigt und die Anden-Connection kann neu ausknobeln, wer von ihnen Kanzler wird.
Frau Merkel wird in die Falle gehen - und Koch, Stoiber, Wulf und co. weiter freundlich dazu lächeln...
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Gumman
Veröffentlicht am Montag, 26. September 2005 - 14:42 Uhr:   

@ pouy: das hätte ich bis vor ein paar Wochen ähnlich gesehen. Aber Wulff nehme ich tatsächlich ab, dass er kein starkes Berlin-Interesse hat (zumindest zur Zeit) und Stoibers Position sehe ich doch schwer geschwächt. Merkel nach 2 Jahren gegen ihren Willen aus dem Amt zu drängen, ohne dass das massiv der Partei schadet (auch im Hinblick auf die nächste Wahl), halte ich für unrealistisch.
Die Länderchefs positionieren sich eher im Hinblick auf die Wahl in 4 Jahren, wenn Merkel erstmal Kanzlerin ist, wird sie sich ähnlich schwer wie Kohl und Schröder ihre Macht wieder abnehmen lassen.
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pouy
Veröffentlicht am Montag, 26. September 2005 - 15:20 Uhr:   

@ gumman: Wenn - und davon kann man wohl ausgehen - die Männerriege überhaupt noch an die Macht gelangen will, dann müssten die Länderfürsten Merkel jetzt aus dem Spiel nehmen - und dafür haben sie sich die Wege erstmal verbaut. Ich verstehe dieses ganze Theater nicht: Merkel hat bei der Wahl schlecht abgeschnitten, wäre also leicht "zu entsorgen" gewesen und man hätte Schröder erst mal 2 Jahre machen lassen können, bevor dann ein CDU-Mann gekommen wäre. Entweder die blockieren sich gerade gegenseitig, oder es kommt noch was - aber wohl kaum ohne Widerstand der Merkel...
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Frank Schmidt
Veröffentlicht am Montag, 26. September 2005 - 15:39 Uhr:   

Ich rechne mittlerweile mit einer "Viererbande" aus Merkel, Stoiber für die Union und vielleicht Steinbrück und Müntefering für die SPD. Merkel wird dann zwar Kanzlerin, aber die anderen drei könnten gegen sie Beschlüsse durchdrücken... (warum würde Stoiber sonst nach Berlin kommen?)
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Mr.Matze
Veröffentlicht am Montag, 26. September 2005 - 16:44 Uhr:   

die SPD sollte in die Opposition gehen und der Merkel zuschauen wie sie eine Mehrheit gegen die Linke Mehrheit zustande bringt, das wird bestimmt lustig.
Die Merkel kommt mir mittlerweile vor wie eine Tibetische Gebetsmühle.
schon im Wahlkampf sagte sie immer wieder den gleichen Stuz mit der signifikanten Senkung der Arbeitslosigkeit.
Was hat eigentlich das deutsche Volk verbrochen solches Führungspersonal hochgezogen und zu seiner Elite auserkoren zu haben.
Merkel muss weg, die Union muss sich erneuern und zwar von Grund auf, so werden sie in Deutschland auch die kommenden BTW nicht gewinnen, man hat immer noch nicht begriffen das die letzten BTW alle verloren gingen
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Gumman
Veröffentlicht am Montag, 26. September 2005 - 17:57 Uhr:   

" die SPD sollte in die Opposition gehen und der Merkel zuschauen wie sie eine Mehrheit gegen die Linke Mehrheit zustande bringt, das wird bestimmt lustig."

Sehr lustig wäre das und sicher im Interesse des Landes.

"Merkel muss weg, die Union muss sich erneuern und zwar von Grund auf, so werden sie in Deutschland auch die kommenden BTW nicht gewinnen, man hat immer noch nicht begriffen das die letzten BTW alle verloren gingen."

Ich bin mir (leider) nicht sicher, ob die Union wirklich eine inhaltliche Erneuerung wirklich braucht, um Wahlen zu gewinnen (nötig hätte sie sie vielleicht). Aber irgendwie könnte ich mir vorstellen, dass die gleiche Wahl mit den gleichen Inhalten, nur Beck statt Schröder, Künast statt Fischer und Wulff anstelle von Merkel überragend von der Union gewonnen worden wäre.
Ich glaube einfach, vielen Wählern (und leider gerade den konservativen) ist eine intelligente Machtfrau sehr unheimlich, und deswegen wählen sie sie nicht.
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Mr.Matze
Veröffentlicht am Montag, 26. September 2005 - 19:07 Uhr:   

>Ich glaube einfach, vielen Wählern (und leider gerade den >konservativen) ist eine intelligente Machtfrau sehr unheimlich, und >deswegen wählen sie sie nicht.

glaube nicht das man es sich so einfach machen kann und nur am Geschlecht festmachen sollte.
Es ist die Person Merkel die jede Emotion und Leidenschaft vermissen lässt,wenn sie Ihre Inhalte und Positionen vertritt.
Wie ein Roboter oder ein Resultat eines Klonexperiments kommt mir diese Frau vor,weder Frau noch Mann irgend ein Zwischending.
Menschen sind nunmal Emotinal gesteuerte Wesen und wenn man die Menschen nicht erreicht gewinnt man die Wähler auch nicht und verliert die Wahlen.
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Gumman
Veröffentlicht am Montag, 26. September 2005 - 19:25 Uhr:   

@ Mr. Matze, ich stimme Dir darin zum größten Teil zu, die Kernaussage heißt dann ja aber auch: Es war eine Personalwahl.

Die Person Merkel hat verloren, und zwar nicht vorrangig wegen inhaltlicher Mängel sondern aufgrund ihrer Persönlichkeit. Ich denke, dass aber viele ihrer Wesenszüge (unterbewusst zumindest) deshalb als "falsch" wahrgenommen werden, weil Merkel eine Frau ist, wohingegen man bei Männern ähnliches Verhalten eher akzeptieren würde.

Dass Merkel nicht lachen kann, wurde oft moniert, bei einem Mann wäre das vielleicht eher als Seriösität gedeutet worden.
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Friends of Gerd
Veröffentlicht am Montag, 26. September 2005 - 20:36 Uhr:   

@Niederbayer
"Jeki, laut Umfragen unterstützen 60% der bayerischen Bevölkerung Stoibers Sparkurs. Die Kritik kommt verwiegend von eher links stehenden Verbänden (Gewerkschaften, usw.). "

Ich komme selber aus Bayern und habe Kritik am Sparkurs schon aus unterschiedlichen , nicht nur linken Kreisen vernommen.
Ein Großteil der bayrischen Schüler und Eltern sind unzufrieden mit den Zuständen an bayrischen Schulen , an denen teilweise schon Eltern den Unterricht unternehemen müssen, weil an Lehrern gespart wird.
Stoiber hat genauso fertig wie Merkel, der Wähler hat gezeigt, dass er beide nicht will. Stoiber konnte nur im Süden punkten, überall sonst hat er verkackt.
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JG
Veröffentlicht am Montag, 26. September 2005 - 23:04 Uhr:   

@Mr Matze
>Es ist die Person Merkel die jede Emotion und Leidenschaft vermissen >lässt,wenn sie Ihre Inhalte und Positionen vertritt.

Man merkt halt, dass Merkel Naturwissenschaftlerin ist. Ich finde das gut, im Gegensatz zu den Rechtsverdrehern, 'tschuldigung Rechtsanwälten....Merkel hat im Wahlkampf auf Ehrlichkeit, Klarheit und Seriösität gesetzt, mit detaillierten ehrlichen Fakten versucht, die Menschen für sich zu gewinnen. Im Gegensatz dazu Schröder, der mehr versucht hat, die Menschen emotional anzusprechen. Klar ist der Mensch ein emotionales Wesen, und wenn die Emotionen stark bzw. frisch sind, dann besiegen sie Verstand und Vernunft.
So kenne ich einige Leute, die sich von Schröder haben bezirzen lassen, und dann am Wahlabend während der Berliner Runde aufgewacht sind und sich gefragt haben "Mann, wen hab ich da denn gewählt! Dem geht's ja nicht um die Sache, sondern nur um die Macht". Das kommt davon, denn Emotionen wechseln schnell. So kann man durch einen emotionalen Wahlkampf zwar mehr Wähler gewinnen als durch trockene Fakten, aber die Wähler kommen sich zum Schluß dann doch betrogen vor, wenn der Verstand wieder einsetzt....
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Charlotta
Veröffentlicht am Dienstag, 27. September 2005 - 00:56 Uhr:   

@pouy

"man hätte Schröder erst mal 2 Jahre machen lassen können, bevor dann ein CDU-Mann gekommen wäre. "

Das halte ich für unrealistisch.
1) Soll es ja vorkommen, das nicht erst nach 4
Jahren wieder gewählt wird.

2) Könnte die SPD dann immer sagen: Wenn ihr jetzt nicht macht, was ich will, dann lassen wir das mit der großen Koalition halt platzen und Aus der Traum von der Kanzlerschaft für die schwarzen.

3) Es ist nicht gut für Deutschland, wenn alle 2 Jahre der Kanzler wechselt.
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Niederbayer
Veröffentlicht am Dienstag, 27. September 2005 - 12:32 Uhr:   

Friends of Gerd, es mag ja sein, dass Sie aus unterschiedlichen Richtungen Kritik am Sparkurs gehört haben. Dennoch findet die große Mehrheit der bayerischen Bevölkerung laut Umfragen den Sparkurs richtig. Im übrigen kann die Ablehnung der bayerischen Schulpolitik nicht so groß sein, da das Volksbegehren gegen die Einführung des G8es gescheitert ist, obwohl die Opposition und die Gewerkschaften das G8 als Teufelswerk kritisiert hatten.
Im übrigen hat der Wähler aber auch deutlich gemacht, dass er Schröder nicht möchte. Das sollten die Freunde der SPD nicht vergessen.
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Mr.Matze
Veröffentlicht am Dienstag, 27. September 2005 - 16:26 Uhr:   

>Im übrigen hat der Wähler aber auch deutlich gemacht, dass er >Schröder nicht möchte.

das gleiche gilt für Merkel und Stoiber,wobei Merkel die wenigsten als Kanzler wollen.
wenn es zur Großen Koalition kommen sollte, dann nur mit einem Kanzler der nicht Merkel heißt.
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Fragender
Veröffentlicht am Dienstag, 27. September 2005 - 22:40 Uhr:   

@Mr.Matze
45% der Wähler haben durch eine Stimmabgabe für CDU, FDP und CSU, die alle drei erklärt hatten, Frau Merkel zur Kanzlerin wählen zu wollen, deutlich gemacht, sie wollten Frau Merkel als Kanzlerin haben.
42,4% der Wähler haben durch eine Stimmabgabe für SPD und Bündnis 90/Die Grünen, die beide erklärt hatten, Herrn Schröder zum Kanzler wählen zu wollen, deutlich gemacht, sie wollten Herrn Schröder als Kanzler haben.
12,6% der Wähler haben durch eine Stimmabgabe für eine der anderen Parteien deutlich gemacht, sie wollten entweder einen anderen Kanzler oder es sei ihnen egal (da dürfte es unterschiede geben).

Also: Es haben sich mehr Menschen für eine Partei entschieden, die vorher erklärt hat, Frau Merkel wählen zu wollen, als sich Menschen für eine Partei entschieden haben, die erklärt hat, Herrn Schröder wählen zu wollen. Wenn ich aber eine Partei wähle, die erklärt, einen bestimmten Menschen zum Kanzler wählen zu wollen, so zeigt das erstmal in die Richtung, daß ich diesen Kanzler/diese Kanzlerin auch haben will. Alles Andere ist Spekulation. Insofern ist die Behauptung, die Menschen wollten Merkel nicht erstmal völlig unsubstantiiert, denn was wir von sog. Meinungsumfragen zu halten haben, wissen wir ja nun. Ich halte mich da lieber an das Wahlergebnis.
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Klaus
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. September 2005 - 00:23 Uhr:   

"Alles Andere ist Spekulation. Insofern ist die Behauptung, die Menschen wollten Merkel nicht erstmal völlig unsubstantiiert, denn was wir von sog. Meinungsumfragen zu halten haben, wissen wir ja nun. Ich halte mich da lieber an das Wahlergebnis."

Richtig. Wobei, wenn man den Meinungsumfragen glauben darf, nach Schröders Auftritt am Wahlsonntag die Leute ja ihre Meinung geändert haben. Nun ist es sehr knapp (Gleichstand oder knapper Vorsprung für Merkel oder für Schröder).
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Friends of Gerd
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. September 2005 - 10:57 Uhr:   

"Im übrigen kann die Ablehnung der bayerischen Schulpolitik nicht so groß sein, da das Volksbegehren gegen die Einführung des G8es gescheitert ist",

Der Bayer gibt sich immer gern anarchstisch und schimpft auf die Oberen, aber wählen tut er dann doch leider CSU.

JG
"So kenne ich einige Leute, die sich von Schröder haben bezirzen lassen, und dann am Wahlabend während der Berliner Runde aufgewacht sind und sich gefragt haben "Mann, wen hab ich da denn gewählt! Dem geht's ja nicht um die Sache, sondern nur um die Macht".

So schlimm wurde Schröders Auftritt von den meisten Leuten gar nicht wahrgenommen, dass wird jetzt nur von den Medien hochgeputscht.
Erst beschweren sich alle, dass es in Deutschland keine charismatischen Typen mehr gibt, wie früher Wehner oder Strauss und die Politik dadurch so langweilig geworden ist. Und dann macht einer mal ein bisschen Radau, und schon wird er als durchgeknallt oder besoffen abgestempelt. Schizophren irgendwie.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. September 2005 - 11:02 Uhr:   

@Friend of Gerd:
> So schlimm wurde Schröders Auftritt von den meisten Leuten gar
> nicht wahrgenommen ...
Du liebe Güte, bei Euch in der Kampa ist der Realitätsverlust offenbar allgemein fortgeschritten.

Ich habe wirklich selten eine so einhellige Reaktion auf ein Ereignis erlebt. Schon am Morgen im Büro war die Frage "was hat der denn gestern abend geraucht" das erste Thema für jeden, der zur Tür reinkam.
In den Internetforen, in allen Zeitungskommentaren, bei allen Leuten, die die Fernsehsendung gesehen haben: Überall derselbe Eindruck.

Und das hat nun wirklich nichts mit "Charisma" zu tun.
Und Aufgabe eines Bundeskanzlers ist es nicht, mit allen Mitteln Langeweile zu verbreiten - das können Leute wie Stefan Raab besser.
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Mr.Matze
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. September 2005 - 11:51 Uhr:   

mehr als die absolute Mehrheit 51,1 % der Mandate sind gegen die CDU/CSU FDP und ihrer Kanzlerin Merkel, dies ist nun mal Fakt!
Dieses Resultat ist das Ergebnis der BTW vom 18.9.2005 so haben die Wähler entschieden, dies sollte man respektieren und endlich mal auch bei der Union zur Kenntnis nehmen.
Es wird immer davon geredet das man ja mehr als 500000 Stimmen mehr hätte als die SPD, es wird auch immer das Beispiel der BTW Ergebnisses von 2002 herangeführt und das damals die SPD und Grünen nur 6000 Stimmen mehr hatten, dies waren aber 6000 Stimmen über der absoluten Mehrheit, man verschweigt dies wissentlich, die Union CDU und CSU haben 500000 Stimmen mehr aber von keiner Mehrheit, sie kommt nicht mal in die Nähe einer Kanzlermehrheit.

Eine große Koalition kann es und wird es nur geben mit einem Kanzler der weder Schröder noch Merkel heißt.
Beide sind vom Deutschen Volk nicht gewählt.
Der einzige der es Einigermaßen auf die Reihe bekommen würde ist Stoiber.
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Mr.Matze
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. September 2005 - 12:03 Uhr:   

>So schlimm wurde Schröders Auftritt von den meisten Leuten gar nicht >wahrgenommen, dass wird jetzt nur von den Medien hochgeputscht.

Genau so ist, einige im diesem Lande müssen sich erst die Meinungen der Meinungs- Manipulatoren anhören um sich eine Meinung zu Eigen machen zu können
Sprich Sie sind nicht fähig zur Meinungsbildung

Meine eigene Meinung zu Schröders Auftritt.
Er war Herzerfrischend ehrlich und hat seinen Gefühlen freien lauf gelassen.
Die Welle war abstoßend, Merkel war langweilig wie immer, Stoiber er kann es nicht sich medial darzustellen.
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Gumman
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. September 2005 - 15:47 Uhr:   

@Matze und @Friends of Gerd

1) Ich kenne niemanden, egal welcher politischen Überzeugung er ist, der Schröders Auftritt nicht peinlich, arrogant und absolut unsympatisch fand. Dass die Medien an diesen Eindrücken Schuld sein sollen, halte ich für Blödsinn. Schröder ist ganz alleine Schuld. Als Charisma zu bezeichnen, was er da abgeliefert hat, kann ich gar nicht nachvollziehen.

2) 51% sind gegen Merkel, noch mehr sind gegen Schröder, also bekommt das Volk jemanden, den irgendwelche Funktionäre ausklüngeln und über den sie nicht einmal die Wahl hatte? Das ist doch lächerlich. 49 Prozent sind nicht die Mehrheit, aber wenigstens viele. Jetzt allen Wählern zu sagen, okay ihr habt über Merkel und Schöder abgestimmt, bekommt jetzt aber Münte oder Koch, wird das Vertrauen der Bürger in die Politik weiter zerstören.
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Niederbayer
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. September 2005 - 17:58 Uhr:   

Friends of Gerd, wenn der Bayer dann doch CSU wählt, dann kann er mit der CSU ja offensichtlich nicht so unzufrieden sein, wie sie es darstellen.
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Friends of Gerd
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Oktober 2005 - 14:21 Uhr:   

@ Gunman

Die Mehrheit hat dennoch links gewählt und nicht schwarzgelb und damit nicht das Merkel.

wäre dies nicht Deutschland , hätten wir schon längst rotrotgrüne Koalitionsverhandlungen. Überall sonst ist es normal, dass sich die linke Mehrheit zusammentut, siehe Schweden, Norwegen, Italien etc.

Es muss daher ein Kanzler her, der diesen ambivalenten Wählerwillen representieren kann. Dies kann weder Merkel sein, die für ein Extrem steht(Turbokapitalismus auf Kosten der sozial Schwachen) noch das andere Extrem -Gysi mit unfinazierbarem Soz.Modell.
Sondern ein Mann/Frau der die Mitte vertritt, also jemand von der SPD oder jemand von der "Old Union" , zB Peter Müller .

@Niederbayer
"Friends of Gerd, wenn der Bayer dann doch CSU wählt, dann kann er mit der CSU ja offensichtlich nicht so unzufrieden sein, wie sie es darstellen."

Oder er zieht die falschen Schlüsse wie der Landwirt im Gerhard Polt-Sketch dedr sich über die Bayr. Verhältnisse aufregt und deshalb eine Revolution will, und daher CSU wählt.
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Jeki
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Oktober 2005 - 14:51 Uhr:   

@ Friends of Gerd

Der Unterschied zwischen der PDS und den linksextremistischen Parteien in anderen Laendern ist unter anderem, dass die PDS verantwortlich ist fuer eine vierzigjaehrige menschenverachtende Diktatur. Schon vergessen? Die Verwerfungen, die diese Diktatur angerichtet hat, koennen Sie auf jeden Fall noch heute besichtigen.

Es ist uebrigens schon weit gekommen, wenn man einen moderaten Reformkurs, den eine schwarz-gelbe Koalition eingeleitet haette, als "Turbokapitalismus" verunglimpft. Schauen Sie sich mal den Bundeshaushalt an! Dann werden Sie moeglicherweise verstehen, dass man mit einem "Weiter So" und einer Schroederschen "Ruhigen Hand" nicht weiterkommen wird.
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Friends of Gerd
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Oktober 2005 - 15:10 Uhr:   

@Jeki

Ein weiter so kann es nicht geben, dass hat Schröder ja auch gezeigt, als er nach 16 Jahren Kohl-Stillstand endlich nötige Reformen anpackte, auch gegen seine Partei, vielleicht etwas spät , aber immerhin.
Ein miserabler Bundeshaushalt muss aber nicht dazu führen, dass man nur auf Kosten der Armen kürzt und dann aber gleichzeitig den Reichen Steuergeschenke macht(Senkung des Spitzensteuersatzes oder gar Kirchhoffsche Flattax), wodurch noch weniger Geld in die Kasse kommt.
Reformen sind nötig, aber doch in gerechten Ausmahsen, sonst haben wir bald US-Verhältnisse, incl. ghettos etc.
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Gumman
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Oktober 2005 - 15:53 Uhr:   

"wäre dies nicht Deutschland , hätten wir schon längst rotrotgrüne Koalitionsverhandlungen. Überall sonst ist es normal, dass sich die linke Mehrheit zusammentut, siehe Schweden, Norwegen, Italien etc."

Das stimmt so nicht ganz. Nach Umfragen wollen nicht einmal 10 Prozent der Deutschen unter den gegebenen Umständen rot-rot-grün, die anderen Koalitionen, selbst schwarz-gelb-grün und rot-gelb-grün sind viel beliebter.

Eine Partei aus Altfunktionären einer menschenverachtenden Diktatur und unzufriedenen SPD-Querschlägern, deren Parteiprogramm nur aus "wir sind dagegen" besteht, ist nicht regierungsfähig, das weiß auch die Mehrheit der Wähler in Deutschland. Ich würde daher nicht sagen, dass es eine linke Mehrheit gibt, sondern es eher so ausdrücken:

Es gibt keine neoliberale Mehrheit, es gibt keine Mehrheit der gemäßigten (Realo-) Linken. Es haben knapp 10 Prozent eine Protestpartei gewählt.

Schon, dass viele Rechte die Linkspartei wählen, zeigt, dass dahinter nicht der Gedanke einer sozial(istisch)en Politik, sondern der Grundsatz des Protests steht.
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Fragender
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Oktober 2005 - 20:38 Uhr:   

@Friends of Gerd
Das Problem ist, daß die Parteien, die einen Spagat zwischen als notwendig erkannten harten Reformen und einer sozialromantischen Gefühlswelt hinbekommen wollen (SPD, CDU, CSU, auch Grüne) bei der Wahl verloren haben, während die Parteien, die eine klare Aussage entweder hin zu deutlicheren Reformen (FDP) oder klar gegen Reformen (Linke) gemacht haben gewonnen haben. Vielleicht sollten die Volksparteien und die Grünen einsehen, daß es immer mehr Bürger gibt, die eine klare Aussage (entweder die Eine oder die Andere) und kein hin und her lavieren wollen. Schröder und Schreiner, Merkel und Laumann, Stoiber und Seehofer oder auch Christine Scheel und Hans-Christian Ströbele in jeweils einer Partei in Führungspositionen sind offenkundig für viele Wähler nicht wirklich glaubwürdig.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Oktober 2005 - 20:50 Uhr:   

@Friends:
> wäre dies nicht Deutschland , hätten wir schon längst rotrotgrüne
> Koalitionsverhandlungen.
Hätte die SPD nicht schon vorher eben diese Verhandlungen ausgeschlossen, hätte sie deutlich Stimmen verloren und dann hätte schwarz/gelb wohl die Wahl gewonnen.

Man kann nicht ein unter bestimmten Rahmenbedingungen erzieltes Ergebnis nachträglich umdeuten.
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Lars Tietjen
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Oktober 2005 - 20:58 Uhr:   

@Ralf
>Hätte die SPD nicht schon vorher eben diese Verhandlungen
>ausgeschlossen, hätte sie deutlich Stimmen verloren und dann hätte
>schwarz/gelb wohl die Wahl gewonnen.

Vor der Wahl gab es hier ja einige die sich sicher waren, dass die SPD nach der BTW mit der Linkspartei zusammenarbeitet...
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Dave Remmel (dave)
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Oktober 2005 - 21:26 Uhr:   

>> Vielleicht sollten die Volksparteien und die Grünen einsehen, daß es
>> immer mehr Bürger gibt, die eine klare Aussage (entweder die Eine
>> oder die Andere) und kein hin und her lavieren wollen

Das Wahlergebnis hat das Gegenteil bewiesen. Merkel hat klare ehrliche Aussagen gemacht, wie zB. Kirchhof und die Mehrwertsteuererhöhung. Sie ist damit gescheitert. Imo zeigt diese Wahl nur, dass die Leute verarscht werden wollen und "ehrliche" Politik nicht funktioniert. Hätte Merkel die oben genannten "Programmpunkte" nicht so groß propagiert, wäre die Wahl sicherlich anders ausgefallen.

Gruß, Dave
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Fragender
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Oktober 2005 - 21:35 Uhr:   

@Dave
Merkel hat klare Aussagen gemacht, aber Laumann und Konsorten haben das ständig konterkarriert. Die FDP-Spitze hat noch deutlichere Aussage als Merkel gemacht, aber kein FDP'ler hat sorgenvollen Blicks Bedenken in die Welt gestreut. Wer hat gewonnen und wer hat verloren?
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Martin_D
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2005 - 13:03 Uhr:   

@Fragender:

Eine geeignete Wahlkampfstrategie für die FDP muss noch lange nicht eine geeignete Wahlkampfstrategie für die Union sein, die ja im Gegensatz zur FDP den Anspruch hat, Volkspartei zu sein.
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Charlotta
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2005 - 13:14 Uhr:   

@Dave
Klare Aussagen sind das eine (und an sich eine gute Sache)
Die Inhalte sind das andere. Solange die Inhalte von den Wählern nicht befürwortet werden, sind klare Aussagen nicht gerade nützlich.
Die FDP-ler hatten klare Aussagen, denen ihre Wähler zustimmen konnten. Das war gut für das Wahlergebnis.
CDU/CSU hatten klare Aussagen, denen viele ihrer Wähler nicht zustimmen konnten, das war schlecht für das Wahlergebnis.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2005 - 13:45 Uhr:   

@Lars:
> Vor der Wahl gab es hier ja einige die sich sicher waren, dass die
> SPD nach der BTW mit der Linkspartei zusammenarbeitet...
Noch ist keineswegs sicher, ob das nicht noch kommt.
Bisher sieht es ja nicht so aus, als wäre die SPD sehr an der großen Koalition interessiert ...

Keiner hat erwartet, daß die SPD schon am Wahlabend sagt "Ätsch, bätsch, wir gehen jetzt zur PDS".
Für möglich gehalten wurder das Szenario: "Wochenlang mit der Union verhandeln, um das dann scheitern zu lassen und zur PDS zu wechseln".
Vielleicht sehen wir gerade dieses Szenario - das wissen nur die SPD-Oberen.

Fakt ist aber, daß so ein Schwenk eine grobe Wählertäuschung wäre.
Man kann eben NICHT davon sprechen, daß rot/rot/grün eine politische Mehrheit bei der Wahl bekommen hätte, weil eben diese Konstruktion vorher (von allen drei Seiten) ausgeschlossen worden ist.
Ohne diese Festlegung wäre die Wahl deutlich anders ausgegangen, mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem schlechteren Ergebnis für alle drei Parteien.
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JG
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2005 - 14:23 Uhr:   

@ Ralf A.

Selbst falls das Szenario stimmt, dass die SPD mit einer Koalition mit der PDS liebäugeln sollte, dann wage ich zu behaupten, dass die PDS dem nicht zustimmt.
Der PDS kann doch nichts besseres passieren, als eine große Koalition, und sie selbst kann sich in der Opposition profilieren.

Also um nochmal zum Thema dieses Threads zurückzukommen:
Mein Tip: Angie wird Kanzlerin und Münte Vize
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JG
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2005 - 14:42 Uhr:   

Quelle: www.zeit.de
Das SPD-Präsidium will am heutigen Montag in einer Sondersitzung über ihr Vorgehen beraten. Schröder hatte Gerüchte, er wolle in der Sitzung seinen Verzicht auf das Kanzleramt bekannt geben, als »totalen Quatsch« dementieren lassen.

Tja, alle Hoffnungen, dass Schröder nach einem weiteren Mandat für die CDU endlich auf den Boden der Realität zurückkehrt, waren offenbar vergebens....
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Charlotta
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2005 - 14:44 Uhr:   

@Ralf
Erinnere mich richtig, hat nicht Frau Merkel auch eine große Koalition ausgeschlossen?

Wenn sich alle Parteien jetzt daran halten würden, was sie vor der Wahl gesagt haben, würden wir kar keine Regierung bekommen.
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2005 - 14:50 Uhr:   

Ich rechne sowieso mit Neuwahlen, weil ich keinen Weg sehe, wie die Parteien ohne Gesichtsverlust aus ihren Vorfestlegungen vor der Wahl und dem Geschacher um den Kanzlerposten nach der Wahl herauskommen wollen; diese Kompromisslosigkeit aller demokratischen Parteien empfinde ich jedoch als erschreckend.
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JG
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2005 - 14:54 Uhr:   

BN
also die einzigste partei im bt, die ihr gesicht verloren hat, ist doch die spd...
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Marek
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2005 - 14:56 Uhr:   

@Bernhard: Wenn Schröder und Merkel ihre Ansprüche aufgeben und Union und SPD sich auf eine große Koalition unter einem dritten, weniger polarisierendem Kanzler einigen, dann würde das dem Ansehen dieser beiden Parteien (und der Politik insgesamt) eher nutzen als schaden.

Ein Schaden würde dem Ansehen der Politik nur aus Neuwahlen entstehen, da man in diesem Falle das Votum der Wähler ignorieren würde.
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JG
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2005 - 14:58 Uhr:   

Marek, eher nutzen als schaden?
wenn merkel zurücktritt, dann habe ich zum einzigsten und zum letzten mal die union gewählt!
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Marek
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2005 - 15:06 Uhr:   

@JG
> wenn merkel zurücktritt, dann habe ich zum einzigsten und zum letzten mal die union gewählt!

Aber wie würdest du Merkel und die Union beurteilen, wenn eine große Koalition keine gemeinsame Position findet und nach 1-2 Jahren Schlingerkurs auseinander bricht?
Merkel polarisiert so stark, dass die SPD-Linke noch stärker als unter Schröder rebellieren würde.

Am Ende würde es sowohl CDU als auch SPD schaden. Lachender Dritter wären die Parteien am rechten und linken Rand.
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JG
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2005 - 15:13 Uhr:   

@marek
Meine obige Aussage ist folgendermassen zu verstehen:
Wenn Merkel zurücktritt, dann nur weil sie dazu gezwungen wird.
Niemand hätte Merkel überhaupt als Kanzlerin in Frage gestellt, wenn Schröder nicht das Affentheater mit seinem Anspruch als Kanzler angefangen hätte. Wenn sich die Union den Willen Schröders beugt (denn er will Merkel als Kanzlerin verhinden, selbst wenn er selbst abtritt), dann wäre die Union für mich ein lächerlicher Haufen, den ich nicht wiederwählen würde
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Florian
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2005 - 16:13 Uhr:   

Fassen wir einmal zusammen:

Es gibt derzeit 3 Koalitionen mit mehr als nur theoretischen Chancen:
1. Große Koalition (mit großem Abstand das wahrscheinlichste)
2. Rot-Rot-Grün
3. Jamaica

Wenn die SPD Variante 2 macht, dann stellt sie (als größte Fraktion) den Kanzler. Da kann sich die Union dann nicht beschweren (außer natürlich, dass sie der SPD Wählertäuschung vorwerfen wird).

In den Varianten 1 und 3 ist die Union stärkste Fraktion.
In diesen Fällen wird die Union den Kanzler stellen. Alles andere ist nur SPD-Wunschdenken, das weder von den politischen Traditionen in Deutschland noch vom Wählerwillen gedeckt ist (wie oft muss man noch daran erinnern, dass Schröder von mehr Menschen abgelehnt wurde als Merkel?).
Und wenn die Union den Kanzler stellt, dann wird dieser Kanzler Merkel heißen.
Es ist doch absolut üblich, dass die Regierungsparteien sich darüber einig werden, welche Partei welches Amt bekommt - und wen die Partei dann auf dieses Amt setzt, ist ihr selbst überlassen.

Ganz abgesehen davon, dass ich mir einen Sturz Merkels auch ganz praktisch nicht vorstellen kann. Welches (Wähler-)Mandat hätte denn z.B. ein Koch, dass er ein stärkeres Recht auf die Kanzlerschaft reklamieren könnte als Merkel?

Mir ist auch schleierhaft, warum Merkel für die SPD soviel weniger tragbar sein sollte als z.B. Koch.
So wie ich das sehe, entspringt der Wunsch Merkel zu verhindern mehr dem gekränkten Macho-Ego Schröders als irgendeinem rationalen politischen Kalkül.

Wenn es wirklich so wäre, dass Merkel innerhalb der Union eine deutlich neoliberalere Position hätte als Koch (was ich gar nicht glaube): Dann könnte der SPD doch nichts besseres passieren, wenn Merkel Kanzlerin würde.
Denn dann könnte die SPD für sich alle schnuckeligen Sozial-Ressorts beanspruchen und innerhalb der Regierung klare Kante zeigen (um bei der nächsten Wahl dann mit dem Argument antreten zu können, die schlimmsten Auswüchse verhindert zu haben). Gegen einen "weichen" CDUler wie z.B. Wulff würde eine solche Strategie verpuffen.
Und die Daseinsberechtigung der SPD wäre zwischen CDU und Linkspartei noch viel mehr in Frage gestellt.

Fazit:
Ich sehe kein plausibles rationales Argument, dass in einer großen Koalition Merkel verhindern würde.
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Dave Remmel (dave)
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2005 - 20:19 Uhr:   

>> Wenn die SPD Variante 2 macht [...]

Da halte ich Jamaica aber für weitaus wahrscheinlicher (wenn man schwarz-rot mal außen vorlässt). Die SPD mag sich eine Wählertäuschung noch einigermaßen erlauben können, für die Grünen wäre das ein Katastrophe.

Es gibt in der Union einen ganzen Haufen Leute, die scharf auf den Kanzlerposten sind, aber ich glaube kaum, dass man sich dort die Blöße geben wird, sie abzusägen. Das wäre für mich genauso Wählertäuschung...

Gruß, Dave
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Good Entity (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Donnerstag, 24. November 2005 - 21:10 Uhr:   


quote:

Am Mittwoch werden Stoiber, Schröder und Münte gemeinsam auf der einen Seite und Merkel auf der anderen Seite sitzen und Angie anschließend verabschieden. (A.Schmidt, Samstag, 24. September 2005 - 20:15 Uhr)



Die Sendung muss ich wohl verpasst haben. Irgendwie ist es jetzt ganz anders gekommen. Nicht nur A. Schmidt scheint Angela Merkel wieder einmal unterschätzt zu haben.

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