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Analytiker
| | Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 18:25 Uhr: | |
Deutlicher kann man wohl nicht daneben liegen, das gilt für alle Institute. Hoffentlich lernen die Medien etwas draus und verschwenden nicht weiter soviel Geld für die nutzlosen Umfregen |

Chriz
| | Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 18:40 Uhr: | |
Ist wohl offensichtlich, dass viele CDU-Wähler aus taktischen Gründen die FDP gewählt haben. |

Dave
| | Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 18:52 Uhr: | |
Naja, wie schon vorher vermutet, haben sicherlich auch viele Wähler ein Problem mit einer Frau an der Spitze, die dann wahrscheinlich Gelb gewählt haben. Wer die Wahl imo eindeutig verloren hat, sind die Meinungsinstitute... Das ist ja nur noch peinlich. Bei dem großen Unterschied, hätte man sich die Prognosen auch ganz schenken können. |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 19:21 Uhr: | |
Nein, es ist doch ganz klar: Die Umfrageinstitute hatten eigentlich nur die Gewichte zwischen Union und FDP falsch eingeschätzt. Die FDP hat gewonnen, weil sie a) am konsequentesten für Reformen gewesen ist, wenn man das, was die Wirtschaft mehrheitlich möchte, zugrunde liegt b) weil Wähler der Union diese Position wollten und keine große Koalition wollten c) Weil sich die FDP im Gegensatz zur Union gegen Mehrwertsteuererhöhung gewesen ist. Daher haben sich die Institute eigentlich nur innerhalb des Lagers von Union und FDP geirrt. Dies scheint aber ein Swing zu sein, der innerhalb des Unions/FDP-Lagers erfolgt ist. Allerdings haben nur wenige Institute diesen deutlichen Vorsprung von SPD, Grünen und Linkspartei gegen Union und FDP vorausgesagt. Der Wähler entscheidet eben in der Wahlkabine und nicht die Umfragen entscheiden die Wahlen. |

abec
| | Veröffentlicht am Montag, 19. September 2005 - 02:48 Uhr: | |
Ganz so einfach ist es nicht - tatsächlich haben sich die Institute nicht schon wieder wie 2002 bis auf die Knochen blamiert (obwohl sie von kundiger Seite mehr als gewarnt waren, aber damals konnte man noch für Journalisten plausible Geschichte wie die Flut oder den Irak-Krieg anführen); sie haben auch all die Wochen absurde "Interpretationen", um es mal freundlich zu sagen, an Politiker und Medien weitergegeben, die damit recht wenig anfangen können. Glücklicherweise gibt es ja Archive, in denen man die verkündeten Gewissheiten nachlesen kann. Im Grunde ist genau das Gleiche wie 2002 passiert, z.B. werden die Fluktuationen am Wahlende *substanziell* interpretiert, obwohl z.B. die amerikanische Wahlforschung schon seit Ende der 70er Jahre genau dieses Phänomen (Prognosen mit langfristigen Faktoren ohne Berücksichtigung *aktueller* Umfragen liefern bessere Vorhersagen als die Verwendung der aktuellen Umfragen) schon entdeckt hat. Dazu kommen die aus gutem Grund nicht veröffentlichten Gewichtungsfaktoren der Institute usw. Faktum ist: 1. Am *3.6* 2005 haben Thomas Gschwend (Uni Mannheim) und Helmut Norpoth (Stony Brook University) in einem Kommentar der "Financial Times Deutschland" mit dem Titel "Schröder lebt" folgendes geschrieben: "In der öffentlichen Wahrnehmung scheint die Bundestagswahl im Herbst bereits gelaufen. Doch Vorsicht: Die aktuellen Popularitätswerte der ersten Kanzlerkandidatin in der Geschichte der Bundesrepublik, Angela Merkel, würden nicht ausreichen, um einer von ihr geführten CDU/CSU-FDP-Koalition eine absolute Mehrheit der Zweitstimmen zu sichern. Allerdings sprechen die Zustimmungsraten des Kanzlers ebenso wenig für eine Wiederwahl seines rot-grünen Bündnisses. Bleiben die Popularitätsraten der Spitzenkandidaten bis zum August stabil, wird es zu einem politischen Patt kommen." http://www.ftd.de/me/cm/9217.html 2. Am *23.8.* gab es deren aktuelle Prognose für die Wahl: "Schwarz-Gelb verpasst erneut den Sieg Wählermodell prognostiziert 42,0 Prozent für Rot-Grün/ Stärke der neuen Linkspartei kritischer Faktor Die amtierende rot-grüne Bundesregierung wird bei der kommenden Bundestagswahl mit einem Stimmenanteil von 42,0 Prozent ihre Mehrheit verlieren, aber sie wird stark genug bleiben, um bei dem zu erwartenden Abschneiden der neuen Linkspartei einer Koalition aus CDU/CSU und FDP die Mehrheit zu verwehren." http://www.uni-mannheim.de/pressestelle/p/pressemitteilungen/2005/2005_03/2005_pm_51.html 3. Zum Thema "Institute" hat Thomas Gschwend am *8.9.* in der TAZ ein recht deftiges Interview gegeben: "Wahlforscher, haltet den Ball flach!" Dass Schwarz-Gelb die Wahl schon gewonnen hat, steht seit Juli in jeder Zeitung. Aber das ist falsch. Wer versteht, wie Wahlumfragen funktionieren, weiß auch, warum das so ist. http://www.taz.de/pt/2005/09/08/a0194.nf/text Gschwend & Norpoth haben übrigens 2002 als *einzige* einen Sieg von Rot & Grün auch schon Wochen vorher prognostiziert, und zwar auf die Nachkommastelle genau (47,1 % für Rot-Grün). Wie gesagt, vor der Flut... http://www.sowi.uni-mannheim.de/lehrstuehle/lspol1/gschwend.htm |

Görd
| | Veröffentlicht am Montag, 19. September 2005 - 06:47 Uhr: | |
Die Umfrageinstitute haben in meinen Augen den Wunsch der Wähler nach einer großen Koalition nicht richtig bewertet. Ich habe mit Freunden gesprochen, die beim Auszählen dabei waren und in einem Wahllokal hatten 50% derren, die Zweitstimme SPD gewählt haben, mit der Erststimme CDU gewählt. Darüber hinaus wurde die CSU in Bayern zu stark eingeschätzt, aber die Bayern wählen kein protestantisches Mädchen ausm Osten. |

Fragender
| | Veröffentlicht am Montag, 19. September 2005 - 09:54 Uhr: | |
@Görd Was mich nur wundert ist, daß die Bayern dafür eine linksliberale Ex-Justizministerin wählen, die erfolgreich gegen den Großen Lauchangriff geklagt hat. Die FDP hat in Bayern ihr bestes Ergebnis überhaupt bekommen und soviel zugelegt, wie in keinem anderen Bundesland (plus fünf Prozentpunkte). |

Claus
| | Veröffentlicht am Montag, 19. September 2005 - 11:11 Uhr: | |
@Görd: Vielleicht leiden deine Freunde unter einer Wahrnehmungstrübung, denn dass in diesem Ausmaß ein Stimmensplitting zwischen SPD und Union stattgefunden haben soll, muss wohl in die Kategorie "Geschichten aus dem Wahllokal" verbucht werden. Oder liegt hier einfach nur ein Schreibfehler vor? FDP statt SPD??? |

Claus
| | Veröffentlicht am Montag, 19. September 2005 - 11:15 Uhr: | |
nochmal @Görd: Was Bayern angeht: Völlig korrekt. Allensbach hat z.T. nur 300 Personen befragt, die noch dazu nicht repräsentativ ausgewählt wurden, da kommen halt dann auch solche Abweichungen zustande. Wird Allensbach aber nicht nachhaltig schaden, denn als schwarzes Institut wird man weiterhin Aufträge von der Union bekommen.... genauso wie Forsa auch weiterhin am Futternapf der SPD hängen dürfte. |

vollzock
| | Veröffentlicht am Montag, 19. September 2005 - 13:42 Uhr: | |
Auch wenn man sagen wir mal 2 Prozent der Union von der FDP zurechnet (dafür aber ein Prozent der Grünen der SPD zuschanzt!) - es bleibt bei der Niederlage der Wahlforscher, und zwar bei einer heftigen! Denn dann wäre der Vorsprung der Union bei lediglich 3%, und nicht wie von allen unisono behauptet bei 7-8%! Natürlich liegt das Ergebnis innerhalb der Tolleranzschranken, allerdings ist es schon recht peinlich - das kein einziger der Wahrsager, tchuldigung - Meinungsforschungsinstitute - die Stimmung in der Bevöklerung richtig einfangen konnte! Dies ist ein erneuter Tiefpunkt für Demoskopen und ihre Rechenkünste! Wer sich im übrigen tiefer in die Materie einlesen will, der möge sich auf www.wahlprognosen.info mit der kritischen Meinung eines Mathematik-Professors zu der Umfrageindustrie informieren! Humorvoll, informativ und erkenntnisreich... |

Martin_D
| | Veröffentlicht am Montag, 19. September 2005 - 15:56 Uhr: | |
Die Umfrageinstitute behaupten jetzt, ein Großteil der Wähler hat sich erst kurzfristig entschieden. Meiner Meinung nach ist jedoch der Wähler, der sich praktisch erst in der Wahlkabine entschieden hat, ein Mythos der Umfrageinstitute, die damit versuchen wollen, eine logische Erklärung für ihre Fehlprognosen zu liefern. Wahrscheinlicher halte ich es, dass einfach taktische Überlegungen nicht ausreichend berücksigt wurden und die Union auf Grund dieser taktischen Überlegungen nach zwei Seiten hin Wähler verloren hat. - Potentielle Union Wähler, die jedoch gegen die große Koalition sind, haben zumindest mit Zweitstimme FDP gewählt. - Potentielle Union Wähler, denen die FDP zu unseriös erschienen ist und deshalb eine große Koalition bevorzugten, haben sich für die SPD entschieden in der Annahme, dass der Status der Union als klar stärkste Partei nicht gefährdet ist. |

Marc D. aus F.
| | Veröffentlicht am Montag, 19. September 2005 - 16:27 Uhr: | |
"- Potentielle Union Wähler, denen die FDP zu unseriös erschienen ist und deshalb eine große Koalition bevorzugten, haben sich für die SPD entschieden in der Annahme, dass der Status der Union als klar stärkste Partei nicht gefährdet ist." Seltsame Theorie. Das geht ja schon fast Richtung Verschwörung. Demnächst behauptet die SPD noch, dass sie ja doch mit den Linken zusammengehen kann, weil ja so viele ehemalige SPD-Wähler jetzt die Linken gewählt haben ;-) |

Mark
| | Veröffentlicht am Montag, 19. September 2005 - 16:28 Uhr: | |
Ich glaube einfach dass die Auswahl der ca. 1000 Befragten der Institute nicht representativ ist. Die Kriterien für die Auswahl stimmen einfach nicht (mehr). |

Claus
| | Veröffentlicht am Montag, 19. September 2005 - 17:00 Uhr: | |
Die Stichprobengröße ist das kleinere Problem. Wobei bundesweit 2.000 oder 2.500 natürlich eine verlässlichere Basis als 1.000 Interviewte darstellen. Das Hauptproblem ist, dass die Institute sich zu wenig dagegen wehren, dass ihre Messungen als "Prognosen" auf den Markt geschmissen werden, dabei sind es doch lediglich aktuelle Stimmungen, die etliche Tage vor der Wahl erhoben werden. Und: Telefonische Repräsentativerhebungen bilden die Gesellschaft in der Regel nicht so ab, wie sie tatsächlich aussieht: Der Anteil der Befragten mit Hauptschulabschluss wird generell "unterschätzt", der Abiturientenanteil hingegen "überschätzt". Auch nachträgliche Recall-Gewichtungen lösen dieses Problem nicht, ganz im Gegenteil, der Fehler wird nur fortgeschrieben. Die einzigen, die nicht auf telefonische, sondern auf Face-to-Face-Befragungen setzen sind die Allensbacher. Nur verzichten die leider auf eine repräsentative Auswahl der zu Befragenden (Random-Route) und lassen ihre Interviewer einfach nach Quote im erweiterten Bekanntenkreis auswählen. Dass die Zahl der "last-minute-Entscheider" bei dieser Wahl recht hoch gelegen hat, dürfte hingegen unbestritten sein. Die Anzahl der Wähler mit langfistigen Parteibindungen ist rückläufig, man wählt nicht mehr "traditionell", sondern möchte jedesmal aufs Neue überzeugt werden. Für viele ist es einfach kein Problem heute SPD zu wählen und 4 oder 3 Jahre später auf die Union umzusatteln: "Sollen es die doch mal besser machen..." |

abec
| | Veröffentlicht am Dienstag, 20. September 2005 - 02:50 Uhr: | |
Dass sich die Institute im Nachhinein darüber beklagen, dass a) die Wähler sich nicht an die Spielregeln halten würden und b) alle Welt, insbesondere Journalisten und Politiker, ihre Zahlen missversteht, ist ein alter Hut, z.B. http://tinyurl.com/alt9h oder http://tinyurl.com/7ukch Nur: Die Damen und Herren bieten eine Dienstleistung an, für die sie entsprechend entlohnt werden. Außerdem bestimmen sie in nicht unerheblichem Maße die mediale Darstellung des Wahlkampfes und die Parteistrategien mit. Wenn sie tatsächlich Zweifel an ihren Möglichkeiten haben, dann wäre es ein Zeichen von Seriösität, einfach vier Wochen vor der Wahl die Klappe halten und die Wähler und Politiker in Ruhe lassen. Oder drei Monate vor einer Wahl nicht in die Welt zu posauen, ein Kandidat wäre politisch am Ende. Ach ja, laut Jörg Schönenborn vom WDR entschieden sich diesmal 28 Prozent der Wähler erst am Wahltag und in den letzten Wochen vor der Wahl hatte infratest dimap Sprünge von drei bis vier Prozentpunkten am Tag. Nehmen wir einmal an, das dem tatsächlich so war: Es wäre doch dann interessant gewesen, diese Informationen direkt mit in die ollen Balkendiagramme einzuarbeiten, um die Unsicherheiten der Daten auch den Wählern (und Politikern und Journalisten) deutlich zu machen, anstatt punktgenau Prozentangaben zu verkünden. |

Görd
| | Veröffentlicht am Dienstag, 20. September 2005 - 05:03 Uhr: | |
"Potentielle Union Wähler, denen die FDP zu unseriös erschienen ist und deshalb eine große Koalition bevorzugten, haben sich für die SPD entschieden in der Annahme, dass der Status der Union als klar stärkste Partei nicht gefährdet ist." Eben dies sehe ich mit meiner "kleinen Geschichte" aus dem Wahllokal bestätigt. Im Osten will man eine große Koalition. In Bayern splittet man vielleicht CSU - FDP, aber die FDP ist für weite Teile der Ostwähler nicht wählbar. Darüber hinaus kann ich mir sogar denken, dass die Wähler lieber eine große Koalition unter Schröder als unter Merkel sich gewünscht haben und deswegen mit der Zweitstimme Schröder gewählt haben. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Dienstag, 20. September 2005 - 09:08 Uhr: | |
> aber die FDP ist für weite Teile der Ostwähler nicht wählbar. Die FDP hat auch im Osten überraschend gut abgeschnitten: In allen Wahlkreisen deutlich über 5%, und in vielen Wahlkreisen (vor allem in Sachsen und Sachsen-Anhalt) deutlich zweistellig. > Darüber hinaus kann ich mir sogar denken, dass die Wähler lieber > eine große Koalition unter Schröder als unter Merkel sich gewünscht > haben und deswegen mit der Zweitstimme Schröder gewählt haben. Das ist haltlose Spekulation (man kann schon fast sagen: Kampa-Propaganda). Wirklich niemand hat ernsthaft damit spekuliert, daß die SPD die Union überholen könnte. Viele SPD-Wähler haben sich eine große Koalition gewünscht, das kann man schon sagen - aber mehr nicht. |

Fragender
| | Veröffentlicht am Dienstag, 20. September 2005 - 10:42 Uhr: | |
Wenn die These der Meinungsforscher stimmen würde, die Menschen hätten sich erst am Wochenende (um-)entschieden, dann müssten ja insbesondere die FDP ein deutlich besseres Urnenwahlergebnis im Vergleich zum Briefwahlergebnis haben, weil die Entscheidung der allermeisten Briefwähler ja zumindest eine Woche vor der Wahl (und damit vor dem behaupteten Umschwung) passiert sein muß. Ich habe mir mal das Ergebnis in Hamburg angeguckt: Urnenwahlergebnis der FDP 9,1% - Briefwahlergebnis 9,0%. Das scheint mir doch eher gegen diese These zu sprechen und sie als Ausrede der Institute erscheinen. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Dienstag, 20. September 2005 - 11:04 Uhr: | |
@Fragender: Das ist eine geniale Argumentation! Leider gibt es derzeit nur sehr zusammengefaßte Wahlergebnisse für die Bundesebene (und die Länder). Nur manche kommunale Wahlleiter veröffentlichen schon die Details mit der Briefwahlabgrenzung. Aber schon der erste Abgleich für ein Beispiel (Darmstadt) zeigt, daß die wesentlichen Trends dieser Wahls sich sehr wohl bei den Briefwahlstimmen niederschlagen, d.h. die sind schon recht stabil in den Wochen vor der Wahl entstanden. Die Ausreden der Institute wegen "Kurzentschlossener" sind damit widerlegbar. |

Nicola
| | Veröffentlicht am Dienstag, 20. September 2005 - 11:26 Uhr: | |
@Claus Danke für die zutreffende Bemerkung :-) Ich habe den Eindruck, daß auch hier viele nicht genau genug über die Arbeit aller seriösen Institute bescheid wissen, auch nicht über die generellen Probleme, die es mit den Methoden gibt und viele offentbar auch nicht ganz genau hinsehen, bzw. zuhören, was wirklich bei den kompletten Veröffentlichungen gesagt/geschrieben wird. Demoskopen sind keine Hellseher und wollen es auch nicht sein. Leider wollen manche Journalisten oder Politiker sie dazu abstempeln, damit sie jemanden haben auf den sie im 'Notfall' einprügeln können. Was die Ergebnisse anbetrifft, so konnte man seit Monaten das Hin- und Herflackern der verschiedenen "Indikatoren" beobachten (und dann auch die Tatsache, daß sehr lange viele unschlüssig waren ob sie zur Wahl gehen und wen sie wählen). Daraus konnte jeder, der genau mitgedacht hat erahnen, daß es "Überraschungen" wie die jetzt geben kann und darauf wurde auch hingewiesen. |

Nicola
| | Veröffentlicht am Dienstag, 20. September 2005 - 11:31 Uhr: | |
abec schrieb: Ach ja, laut Jörg Schönenborn vom WDR entschieden sich diesmal 28 Prozent der Wähler erst am Wahltag und in den letzten Wochen vor der Wahl hatte infratest dimap Sprünge von drei bis vier Prozentpunkten am Tag. Nehmen wir einmal an, das dem tatsächlich so war: Es wäre doch dann interessant gewesen, diese Informationen direkt mit in die ollen Balkendiagramme einzuarbeiten, um die Unsicherheiten der Daten auch den Wählern (und Politikern und Journalisten) deutlich zu machen, anstatt punktgenau Prozentangaben zu verkünden. Das ist ein konkreter Vorschlag, wie würdest Du ihn in der Darstellung umsetzen (so daß es verständlich ist), das würde mich ehrlich interessieren, vielleicht hast Du ja eine Idee mit der man das in Zukunft besser machen kann? |

John Rawls
| | Veröffentlicht am Dienstag, 20. September 2005 - 11:31 Uhr: | |
@Fragender: >Ich habe mir mal das Ergebnis in Hamburg angeguckt: >Urnenwahlergebnis der FDP 9,1% - Briefwahlergebnis 9,0%. Das scheint >mir doch eher gegen diese These zu sprechen und sie als Ausrede der >Institute erscheinen. Nettes Argument, nur nicht ganz richtig. Das Verhältnis der Parteien untereinander ist bei Briefwahl ohnehin anders, das muss noch berücksichtigt werden. FDP-Wähler und Grün-Wähler waren da schon immer deutlich überrepräsentiert. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Dienstag, 20. September 2005 - 11:34 Uhr: | |
"Die Ausreden der Institute wegen "Kurzentschlossener" sind damit widerlegbar." Naja, ganz so eindeutig liegt der Fall nicht. Für meinen Wahlkreis (99) habe ich das gestern mal nachgesehen. Hier hat die FDP 13,52% Zweitstimmen bei der Brief- und 15,07% bei der Urnenwahl. Interessanterweise gibt es aber bei den Erststimmen mit 4,99% einen höheren Anteil bei der Briefwahl als Urnenwählern mit 4,69%. |

Sascha
| | Veröffentlicht am Dienstag, 20. September 2005 - 11:35 Uhr: | |
@Ralf Arnemann Auch nach meinen Studium der Briefwahlergebnisse waren die Trends zur FDP, stark weg von der CDU erkennbar. Mittlerweile halte ich die Ausrede der Meinungsforschungsinstitute für wenig glaubhaft. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Dienstag, 20. September 2005 - 11:59 Uhr: | |
@Thomas Frings: Die FDP hat in der Regel mehr Brief- als Urnenwähler, das sagt recht wenig. Entscheidend wären jetzt die Vergleichszahlen für 2002. Für wirklich entscheidend halte ich eigentlich den Vergleich bei der CDU. Die Institute haben über lange Zeit bis hin zum Wahltag deutliche Zugewinne für die Union "festgestellt". Die Schwankungen im Detail und die Frage, ob nun schwarz/gelb knapp vorne oder knapp hinten liegen soll, das ist alles zweitrangig. Wichtig ist, daß in der gesamten Briefwahlperiode kein Unionswert unter 40% lag, eine Zunahme von 3-6% prognostiziert wurde. Wenn nun auch die Briefwahlstimmen ein MINUS von 3-4% zeigen - dann war der Trend gegen die Union schon länger vorhanden und die Institute haben wirklich komplett versagt. |
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