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Görd
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 18:04 Uhr: | |
Das Ergebnis der SPD wurde ja recht gut vorhergesagt, da hatte man ja 33% - 34% vorhergesagt. Problem war eher, dass man die Kleinen (vor allem die FDP, aber auch die Grünen wurden nur mit 7% prognostiziert) zu schlecht vorhergesagt hat. Daher kann man schon davon ausgehen, dass die SPD bei deutlich unter 30% begonnen hat. |

Toby
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 18:24 Uhr: | |
Das Ergebnis für CDU/CSU lag allerdings 5 bis 7 Prozentpunkte unter den Prognosen der Meinungsforschungsinstitute. Selbst wenn man die FDP-Leihstimmen herausrechnet, ist das immer noch ein gewaltiger Fehlgriff. Und diese Leute wie Hilmer, Jung etc. dürfen einfach so machen und sich auch weiterhin größter medialer Aufmerksamkeit erfreuen. Wer weiß, vielleicht wäre die Wahl ohne die wochenlange Dauerberieselung mit Umfragewerten und "Deutschlandtrends" ganz anders verlaufen ... Noch eine Bemerkung zum finanziellen Hintergrund der Umfrageintitute. "Hauptkunde" beispielsweise von Infratest dimap ist bekanntlich die ARD, die dieses Meinungsforschungsinstitut sozusagen für die hauseigene Wahlberichterstattung beauftragt hat. Daran werden diese Leute wohl nicht schlecht verdienen. Und wo kommt das Geld her? Letztlich von den GEZ-Gebührenzahlern! Toll!!! |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 18:38 Uhr: | |
"Letztlich von den GEZ-Gebührenzahlern! Toll!!!" Noch ein Grund mehr, FDP zu wählen. |

Dave Remmel (Dave)
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 19:22 Uhr: | |
>>Letztlich von den GEZ-Gebührenzahlern! Toll!!! Ich weiß schon, warum ich keinen Fernseher hab ;-) |

burkhard schütt
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 21:13 Uhr: | |
Zu infratest dimap muß man aber sagen, daß infratest die genaueste 18-Uhr-Prognose am Wahlabend hatte und daß bei infratest das CDU/CSU/FDP-Lager fast durchgängig während der letzten Wochen und Monate die schlechtesten Zahlen unter allen Umfrageorganisationen hatte. Die Schwarte von 2002 - CDU/CSU/FDP lag kurzzeitig bei infratest vorne, den jubelnden Stoiber ("Wir liegen vorne") werde ich nie vergessen - ist halbwegs wettgemacht. |

burkhard schütt
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 21:13 Uhr: | |
Zu infratest dimap muß man aber sagen, daß infratest die genaueste 18-Uhr-Prognose am Wahlabend hatte und daß bei infratest das CDU/CSU/FDP-Lager fast durchgängig während der letzten Wochen und Monate die schlechtesten Zahlen unter allen Umfrageorganisationen hatte. Die Schwarte von 2002 - CDU/CSU/FDP lag kurzzeitig bei infratest vorne, den jubelnden Stoiber ("Wir liegen vorne") werde ich nie vergessen - ist halbwegs wettgemacht. |

Toby
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 22:16 Uhr: | |
Unlegitimierte Meinungsdiktatur http://www.netzeitung.de/spezial/neuwahl2005/359266.html Zitat: Der Philosoph und Schriftsteller Peter Sloterdijk fordert ein Gesetz zur Eindämmung und Kontrolle von Meinungsforschung in Deutschland. Ein solches Gesetz solle «besser heute noch als morgen» kommen, sagte Sloterdijk der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post. Zitat: Er halte den engen Verbund zwischen Demoskopie und elektronischen Medien für «eine Art außerparlamentarische Herrschaftsinstanz». Dieser Verbund erzeuge eine «unlegitimierte Meinungsdiktatur». Der Philosoph und Schriftsteller Peter Sloterdijk fordert ein Gesetz zur Eindämmung und Kontrolle von Meinungsforschung in Deutschland. Ein solches Gesetz solle «besser heute noch als morgen» kommen, sagte Sloterdijk der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post.» Recht hat er, der Herr Sloterdijk!!! |

Bürger
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 22:29 Uhr: | |
Hat Herr Sloterdijk eigentlich schon mal was von Meinungs- und Pressefreiheit gehört? Nicht, daß ich das Umfrageunwesen für sonderlich sinnvoll halten würde, aber muß in diesem Land eigentlich alles gesetzlich geregelt werden. |

Martin_D
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 22:59 Uhr: | |
Also für mich geben sich zwei Erkenntnisse aus dem Demoskopiedebakel: 1. Eine Umfrage mit einem Ergebnis zur "Sonntagsfrage" kann nur noch dann seriös eingeschätzt werden, wenn die Rohdaten mitveröffentlicht werden. 2. Die Meinungsforschungsinstitute sollten sich aus den politischen Interpretationen ihrer Ergebnisse komplett raushalten. Das ist Aufgabe von Journalisten. |

Dave Remmel (Dave)
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 23:18 Uhr: | |
>> Recht hat er, der Herr Sloterdijk!!! Genau, alles kontrollieren, alles regelementieren, alles verstaatlichen. Wer braucht schon Presse- oder Meinungsfreiheit... Was ist denn so schlimm an den Umfragen?? Sollen sie doch ihre Ratespiele machen, wenn sie ihren Spaß dabei haben, sie haben sich dabei bis auf die Knochen blamiert. Schaden tut es niemandem und dass die Fernsehprognosen das Wahlergebnis beeinfluss, halte ich für ein Märchen. Gruß, Dave |

Thomas
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 00:00 Uhr: | |
Ich vermute mal, dass das ein oder andere Institut sehr "CDU-nah" ist. Da das "dumme" Volk gerne den Sieger wählt wurde die CDU etwas gepuscht... |

Claus
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 10:13 Uhr: | |
Das wäre der sogenannte band-wagon-Effekt. Eine andere Theorie besagt hingegen, dass ein knapper Vorsprung in der "Sonntagsfrage" eher die Gegenseite mobilisiert. Wäre mal ein wirklich interessantes Forschungsthema - vielleicht sollte mal ein seriöses Institut der Sache auf den Grund gehen... ;-) |

Thomas
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 11:04 Uhr: | |
Ich habe gelesen, dass es Universitäten gab, die das Wahlergebnis fast exakt vorausgesagt haben. Wurde aber nicht erwähnt wer es war... Kann mir da einer eine Quelle nennen? |

Mr.Matze
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 11:39 Uhr: | |
die Sonntagsfrage ist Tot und damit die Berechtigung der Institute Umfrageergebnisse als Repräsentativ zu veröffentlichen! unser Volk,hat es einfach satt von diesen möchtegerne Alleswissern und allesberechnenkönner mit fast Täglichen Umfragen genervt zu werden. http://www.netzeitung.de/medien/359088.html |

Claus
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 12:16 Uhr: | |
Und woher nimmt besagter Herr Kocks seine Weisheit mit der er behauptet, dass die Befragten CDU/CSU-Anhänger bei Umfragen lügen? Er reiht sich meiner Meinung nach nahtlos in die Laber-Front von Allensbach bis Forsa ein. Noch einer, der das Wasser nicht halten kann... |

jetter
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 12:32 Uhr: | |
Ein Schelm wer Böses dabei denkt. :-) Zitat Kocks: Doch. Wir müssen mehr Umfragen und bessere Umfragen machen und wir müssen sie zeitnäher am Wahltag machen. Aber wir werden vor allem methodische Änderungen machen müssen. Die so genannte Sonntagsfrage ist tot, weil bei der Sonntagsfrage nicht mehr die Wahrheit gesagt wird. http://www.netzeitung.de/medien/359088.html |

Toby
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 12:57 Uhr: | |
Lächerlich auch die täglichen Telefonumfragen bei n-tv. Was hat die Menschheit eigentlich davon? |

Görd
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 14:16 Uhr: | |
N-TV bekommt dafür Geld, die Idioten die dort anrufen, zahlen 49 cent. |

Dave Remmel (Dave)
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 14:59 Uhr: | |
>> Lächerlich auch die täglichen Telefonumfragen bei n-tv Daran nervt mich eigentlich nur, dass keine Zahlen veröffentlicht werden, wieviele Leute teilgenommen haben... Gruß, Dave |

delgun
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 15:01 Uhr: | |
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,376238,00.html http://www.sueddeutsche.de/deutschland/special/917/58859/index.html/deutschland/artikel/212/61151/article.html Und es geht weiter. Nachdem die Medien in der ersten 2-3 Tagen erstmal alle Prognosen als falsch kommentiert haben, und für vorsichtigeren Umgang mit ihnen plädiert haben stellen sie nun die Prognosen wieder als Faktum da. Bemerkenswert sind auch die die 2 Abschlusssätze: Spiegel: "Die Umfragen zum Politbarometer wurden wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Befragt wurden in der Zeit vom 20. bis 22. September 1345 Wahlberechtigte." Süddeutsche: "Für das Politbarometer wurden in der Zeit vom 20. bis 22. September 1345 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch befragt. Die Fehlertoleranz gibt die Forschungsgruppe Wahlen für die großen Parteien mit 2,7 Prozentpunkten an, für die kleineren mit 1,4 Punkten." Auffällig dass zumindest die Süddeutsche ein wenig vorsichtiger und ehrlicher ist. Aber es fehlt eindeutig der Beisatz: "dies war keine repräsentative Umfrage!" (siehe: zufällig ausgewählte Wahlberechtigte). Den Spiegel kümmert das natürlich wieder überhaupt nicht. Wie lernfähig sind nun unsere Medien? |

vollzock
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 15:59 Uhr: | |
>>"dies war keine repräsentative Umfrage!" (siehe: zufällig ausgewählte Wahlberechtigte) das stimmt so nicht. Genau wegen der Zufallsauswahl können Umfragen repräsentativ sein - innerhalb statistischer Tolleranzgrenzen. Allerdings sind die Grenzen viel höher als von der FG Wahlen angegeben. Meiner Einschätzung nach bei ca. +/-5 Prozentpunkten für große und +/-3 PP bei den kleinen Parteien. Somit sind ALLE Umfragen absolut überflüssig und generell nicht aussagefähig. Beispielsweise hieße es für die aktuelle Sonntagsfrage (also für die Proektion) der FG Wahlen: CDU/CSU: 32-42% SPD: 30-40% Grüne: 5-11% FDP: 5-11% Linke: 5-11% Damit ist so ziemlich alles möglich. Außerdem könnte ein Wahrsager oder ein Astrologe eine ziemlich gleiche Prognose liefern. Im Übrigen: Es ginge natürlich genauer. Dafür müsste man aber nicht 1000, sondern 20000-30000 Menschen innerhalb eines kurzen Zeitraums befragen. Aber auch da wäre eine Aussage über ganzzahlige Prozentzahlen nicht redlich. Die Fehlertolleranz läge auch da bei +/-2 Prozent. Also ich anstelle der Fernsehredaktionen würde von nun an keine wie auch immer gearteten Prognosen veröffentlichen. Andere Fragen mögen vielleicht interessant sein - aber auch sie sind mit statistischen Unsicherheiten behaftet. |

Dave Remmel (dave)
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 16:07 Uhr: | |
>>Wie lernfähig sind nun unsere Medien? "Lernresistent" ist wohl der passendere Begriff... >>Befragt wurden in der Zeit vom 20. bis 22. September 1345 Wahlberechtigte." Wiebitte? Die befragen nur knapp 1000 Leute und rechnen das dann auf 60 Millionen hoch?? Naja, dass da nix bei rauskommen kann, ist klar... Aber sehr interessant, dass man jetzt schon wieder vollmundige Was-Wäre-Wenn-Prognosen anstellt. Gruß, Dave |

abec
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 17:10 Uhr: | |
@Thomas: http://www.wahlrecht.de/forum/messages/1885/2130.html?1127253381#POST27412 Generell ist die Kritik an der Repräsentatitivtät der Umfragen zwar wichtig, aber sie ist *nicht* so wie das hier im Forum inzwischen klingt, das alleinige oder größte Problem für die Abweichungen. Das Problem mit den Befragtenfluktuationen (und was sie inhaltlich bedeuten) ist weder neu noch ist es auf diese Wahl beschränkt, den Eindruck bekommt man ja, wenn man sich die "Erklärungsversuche" anschaut, siehe z.B. für die USA: Andrew Gelman and Gary King (1993): "Why Are American Presidential Election Campaign Polls So Variable When Votes Are So Predictable?" British Journal of Political Science 23: 409-451. Den Artikel als PDF (5,2 MB) gibt's unter http://gking.harvard.edu/files/BJ21,5.pdf Ansonsten würde ich auf mediale Erklärungsschnellschüsse, wie sie derzeit grassieren, nicht viel geben. Wer ein bisschen hinter die Kulissen schauen will, kann sich z.B. mal mit der Festschrift für Dieter Roth von der Forschungsgruppe Wahlen beschäftigen: Andreas M. Wüst (Hg.): Politbarometer, Leske + Budrich, 2003,ISBN 3-8100-4051-7 (Inhaltsverzeichnis unter http://tinyurl.com/cw95s) Da wird dann schon recht deutlich, wie ungewiss und umstritten viele "öffentliche" Aussagen sind und den Versuch, das geheime "Projektionsverfahren" der FGW zu rekonstruieren, gibt's auch. |

Thomas
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. September 2005 - 17:17 Uhr: | |
@abec Danke, genau das suchte ich!!!! |

AlexW
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 06:39 Uhr: | |
@Vollzock 3% bei den Kleinen reichen nicht. Die FDP war bei 6% bzw. 6,5% bei den letzten Umfragen von Infratest und Emnid. Also mindestens 4% Toleranz bei den Kleinen. 2-10% FDP anstatt 6? Dafür hätte ich kein Umfrageinstitut gebraucht. Aber klar doch Leihstimmen. Wer ist denn so dämlich und gibt seine 1. Stimme dem FDP-Kandidaten? Weiß doch jeder, dass das völliger Blödsinn ist. Es sei denn als Achtungsstimme für nen bekannteren Kandidaten und da hat die FDP nicht viele. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 09:09 Uhr: | |
"Wer ist denn so dämlich und gibt seine 1. Stimme dem FDP-Kandidaten?" Ich zum Beispiel. Ich wohne aber in einem Wahlkreis, wo die CDU sowieso gewinnt. Außerdem kennen sehr viele Wähler nicht den Sinn der Erststimme. Die sind aber bei der FDP eher unterepräsentiert. |

abec
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 09:22 Uhr: | |
Die Neue Zürcher Zeitung hat die meiner Meinung nach bisher originellste Erklärung für die schlechten Wahlprognosen geliefert: "Die Inflation der Umfragen - mindestens fünf pro Woche - hat auch die Befragten zu taktischem Verhalten animiert. Sie hoffen, durch falsche Angaben die Parteien beeinflussen oder ihre wahren Absichten verbergen zu können. Dieses Phänomen, das die Wahlforscher bisher nur aus Ostdeutschland kannten, kennzeichnet immer stärker das Wählerverhalten auch im Westen." http://tinyurl.com/9kqfg Strategisches Antworten zur Beeinflussung der Parteistrategien? Aha! |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 10:07 Uhr: | |
Die Begründung ist Blödsinn: Für die Grünen z.B. gab es kein tatktisches Argument, trotzdem haben sie nichts an die SPD verloren. Auch für die Linksparteiwähler gab es keine taktische Motivation. Und die exzessive Berichterstattung über das TV-Duell zwischen Schröder und Merkel nebst zahlreichen Umfragen dazu hat den Großparteien nicht genutzt. Die Wahrheit ist vermutlich ganz simpel: Die Wähler wählten die Partei, die sie augenblicklich für die beste oder das kleinste Übel hielten. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 10:33 Uhr: | |
Das Problem mit der Repräsentativität liegt weniger in der Zahl der 1000 Befragten. Man kann auch einige äußerliche Faktoren wie Alter und Geschlecht hinkriegen. Das Problem ist die Umfragemethodik: Die Leute, die zu Hause hinter ihrem Festnetzanschluß hocken, damit für ein Institut erreichbar sind, und dann noch bereit sind, irgendeinem Anrufer detailliert und wahrheitsgemäß ihre politischen Präferenzen darzulegen - die sind eben in keiner Weise mehr repräsentativ für die übrigen Wähler. Sehr viele Leute haben gar keine normale Telephonnummer mehr, sind selten zu Hause zu erreichen oder legen sofort auf, wenn irgendwelche Berufsanrufer an der Strippe sind. Und es gehört nicht viel Phantasie dazu um sich vorzustellen, daß diese Leute einen ganz anderen Lebensstil und ganz andere politische Vorstellungen haben als die erste Gruppe. Es hilft nichts: Man muß den Medien einfach mal klarmachen, daß die Umfragen für die Tonne sind und es ein Zeichen für unseriösen Journalismus ist, die zu zitieren oder gar zur Basis von Kommentaren zu machen. |

Sansiba
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 10:35 Uhr: | |
Soweit ich mich erinnere, gab's am Wochenende vor der Wahl noch die Schlagzeile: 25% unentschlossene Wähler. Das Problem war aber: Was sollen rot/grün-Anhänger wählen, wenn der Kanzler (bei einer vorhandenen Mehrheit im Bundestag) sagt, er kann so nicht weitermachen? Und das gewürge haben wir ja lange genug gesehen. Also: FDP/CDU/CSU-Stammwähler hatten keinen Grund unentschlossen zu sein, die wählen ihre Partei und hoffen dann dass es besser wird. Es werden wohl deutlich mehr unentschlossene bei irgend einer der linken Parteien gelandet sein. Wie kann man überhaupt eine Wahlprognose machen, wenn ein Viertel der Wähler sagt "weiß nicht"? Die "Weiß-Nichts" verteilen sich, gerade bei der Wahl, eben nicht gleichmäßig auf alle Parteien,... |

Sansiba
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 10:42 Uhr: | |
Danke Herr Arnemann! Ich habe da auch schon hin- und herüberlegt, wie man mit 1400 Menschen eine einigermaßen representative Sichprobe hinbekommen soll. Das sind gerade mal knapp 90 Pro Bundesland. Und dann noch die, von Ihnen, sehr treffend beschriebene unrepräsentative Auswahl. Klar, das geht schief. |

Toby
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 16:03 Uhr: | |
Ich würde es sehr begrüßen, wenn die übertriebene mediale Aufmerksamkeit, die die verschiedenen Meinungsforschungsinstitute in den letzten Wochen und Monaten erfahren haben, in Zukunft stark zurückgefahren würde. Aber kaum sind die Wahlen vorüber, scheint es schon wieder loszugehen ... Eine ungute Wechselwirkung: Umfrageinstitute leben zum großen Teil von den Medien, und die Wahlberichterstattung der Medien setzt zum großen Teil auf Umfragen. Da wäscht eine Hand die andere. Und der Zuschauer und Gebührenzahler ist letztlich der Dumme. |

vollzock
| | Veröffentlicht am Sonntag, 25. September 2005 - 09:49 Uhr: | |
Allen, die an den wahren Gründen der Niederlage der Demoskopen interessiert sind, empfehle ich nachdrücklich die Seite von Prof. Ulmer - www.wahlprognosen.info . Sehr detalliert beschreibt er darin, wie die Umfrageinstitute auf ihre Prozentzahlen kommen und warum das aus statistischer Sicht vollkommener Blödsinn ist. Ansonsten wäre ich natürlich an den ausführlichen Antworten der Meinungsforscher interessiert - also am besten Interviews mit den wahren Verlierern der Wahl oder Publikationen in der Fachpresse.. Schadensfreude ist halt die beste Freude! |

roland
| | Veröffentlicht am Dienstag, 27. September 2005 - 14:49 Uhr: | |
Noch ein kleines Schmankerl zu diesem Thema: Forschungsgruppe Wahlen macht aus einer "Politischen Stimmung" von 40% am 9.9.2006 41% "Projektion" für die CDU/CSU. Am 23.9. 2006 machen sie aus 41% Stimmung ganze 37% Projektion. Da scheint man durch die Wahl ganz schön verunsichert worden zu sein. |

Toby
| | Veröffentlicht am Dienstag, 27. September 2005 - 17:29 Uhr: | |
@ roland Ist so etwas überhaupt noch seriös? Wer kann das überhaupt abschätzen? wie ich schon sagte: Letztlich ist der Fernsehzuschauer und Gebührenzahler der Dumme. |

Good Entity
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 28. September 2005 - 21:48 Uhr: | |
Wieso? Wir haben uns doch vorher vom ordnungsgemäßen Zustand des Ziehungsgerätes überzeugt.... oder bin ich gerade in der falschen Sendung? |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Freitag, 30. September 2005 - 14:06 Uhr: | |
Mit dem amtl. Endergebnis für NRW getrennt nach Urnen- und Briefwahl läßt sich die Behauptung, die Union habe in den letzten Tagen vor der Wahl noch an die FDP verloren, zumindest nicht widerlegen. Stimmenanteile in % Urne/Brief/Total SPD: 41,00/36,53/39,98 (2002: 43,80/39,69/42,96) CDU: 32,72/40,08/34,40 (34,41/37,82/35,10) FDP: 10,15/9,51/10,00 (8,97/10,82/9,35) Grüne: 8,03/6,33/7,64 (9,09/8,08/8,89) Linke: 5,21/5,04/5,17 (1,22/1,11/1,20) Anteil der gültigen Briefwahlstimmen 22,83% (2002: 20,28%) Quelle: www.im.nrw.de/pe/pm2005/news_1488_Anlage.htm (Zahlen für 2002 online nicht mehr verfügbar) Auffällig ist, daß die CDU bei der Urnenwahl 1,7 Prozentpunkte verloren, aber bei der Briefwahl 2,3 gewonnen hat. Die FDP hingegen verlor 1,3 Prozentpunkte bei den Briefwählern und gewann 1,2 bei den Urnenwählern. Nicht erkennbar ist dagegen eine nennenswerte Entwicklung zugunsten der SPD im Wahlkampf-Endspurt. Die Zahlen machen also durchaus einen Schwenk zur FDP plausibel. Man muß hier aber relativieren: 1) Die Entwicklung in NRW ist nicht repräsentativ für ganz Deutschland. 2) Der Anteil der Briefwahlstimmen ist gestiegen und damit ändert sich wohl auch die Struktur der Briefwähler. Wenn z.B. verstärkt gebrechliche Rentner die Briefwahl nutzten (deren Anteil zweifellos zunimmt) würde das zumindest teilweise die relativ schlechten Briefwahlergebnisse von FDP und vor allem den Grünen im Vergleich zu früher erkären. 3) Die Parteipräferenzen sind und waren immer im Fluß und so war es auch schon bei früheren Wahlen. Daher gibt es Entwicklungen, die den üblichen Abstand zwischen Urnen- und Briefwähleranteil verstärken oder verkleinern können. So ist z.B. nicht auszuschließen, daß die FDP schon 2002 im Gegensatz zu früheren Wahlen bei den Urnenwählern besser abgeschnitten hätte , wenn es das Möllemann-Flugblatt nicht gegeben hätte. |
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