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Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Bundestagswahl 2005 » Kommt die große Koalition? » 026-050 « Zurück Weiter »

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SHler
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2005 - 13:26 Uhr:   

Wieso gibt es "ganz sicher" eine Große Koalition?

Hier die vier neusten Umfrageergebnisse:

Institut__Datum___Schwarz-Gelb___absolute Mehrheit
Forsa_____7.9.05______48%__________+48,5%
Emnid_____8.9.05______49%__________+49%
Infr.-D.___9.9.05______47,5%________+48,5%
F'gr. W.___9.9.05______48%__________+48,5%

Schwarz-Gelb fehlen 0,5% bis 1%, bei statistischen Unsicherheiten uns systematischen Fehlern, die viel größer sind. Und bei 9 Tagen bis zur Wahl.

Also nochmal: Wieso gibt es "ganz sicher" eine Große Koalition?
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Wilko Zicht
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2005 - 14:00 Uhr:   

Die von Bachmann und A.Schmidt geposteten Beiträge stammen vom gleichen Computer. Den Parallel-Thread habe ich gelöscht.
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Görd
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2005 - 14:08 Uhr:   

" Eine große Koalition wäre eine Katastrophe für die CDU. Die SPD würde bei der erstbesten günstigen Gelegenheit abspringen und dann rot-rot-grün verwirklichen genau wie in Berlin."

In Berlin gab es aber zwischen rot-rot (nicht rot-rot-grün) und dem Ende der Großen Koalition eine Neuwahl und während des Wahlkampfes war klar, dass die SPD eine Koalition jenseits der Großen Koalition anstrebt, notfalls mit der PDS.

Sollte also nach 2 bis 3 oder gar 4 Jahren die Große Koalition beendet werden, wird es dann Neuwahlen geben und dann würde die SPD im folgenden Wahlkampf eine Koalition mit der PDS nicht mehr ausschließen, wenn sie das wöllte.

Sie stellen es so hin als würde nach ein paar Jahren die Große Koalition platzen und es gibt sofort rot-rot-grün ohne Neuwahlen dazwischen. Das wird aber nicht so sein.

Sollte es übrigens zu einer rot-schwarzen Koalition kommt, die nun mittlerweile auch wieder möglich ist, dann sehe ich sogar gute Möglichkeiten das diese mindestens vier Jahre hält.
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Martin D
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2005 - 14:28 Uhr:   

Hält eigentlich irgendjemand das israelische Modell denkbar, also eine große Koalition mit Kanzlerwechsel nach 2 Jahren ?
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pouy
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2005 - 14:34 Uhr:   

@ Herrn Arnemann von der FDP

"Irgendwie ist doch auffällig, wieviele neue Threads jetzt von bisher im Forum unauffälligen Leuten aufgemacht werden, die ganz sicher von der großen Koalition wissen.
Und diese dann auf die Kanzlerfrage reduzieren wollen.

Hat die Kampa ihre Leute jetzt auf wahlrecht.de losgelassen? "

Naja, Herr Arnemann,
was beklagen Sie sich eigentlich? Wenn Sie als FDP-BUNDESTAGSKANDIDAT hier posten dürfen, warum sollen Kampa oder teAM-Leute dies dann nicht???
Aber ich verstehe ihre Abneigung gegen die große Koalition natürlich...

Kopf hoch!
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SHler
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2005 - 14:40 Uhr:   

Undenkbar (mal abgesehen davon, daß ich nicht an eine Große Koalition glaube). Dafür ist das Misstrauen zwischen beiden Seiten viel zu groß (weshalb eine Große Koalition auch ein Desaster für das Land wäre). Wie sollte das gehen? 2 Jahre Gerd, dann 2 Jahre Merkel? Würde die SPD nicht machen, weil sie dann ohne Kanzlerbonus in die nächste Wahl ginge. 2 Jahre Merkel, 2 Jahre Steinbrück? Würde die CDU/CSU aus denselben Gründen nicht machen. Und wer garantiert, daß kurz vor dem Kanzlerwechsel nicht "zufällig" die Koalition platzt und dann
- der alte Kanzler als Minderheitskanzler weiterregiert,
- Neuwahlen kommen oder
- die SPD zu rot-rot-grün wechselt?
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SHler
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2005 - 14:44 Uhr:   

"Naja, Herr Arnemann,
was beklagen Sie sich eigentlich? Wenn Sie als FDP-BUNDESTAGSKANDIDAT hier posten dürfen, warum sollen Kampa oder teAM-Leute dies dann nicht???"

Sie sollte es aber genauso offen tun wie Herr Arnemann. Und sie sollte nicht unter mehreren Nicks vom gleichen Rechner posten. Das ist sehr unehrlich.

Nichts für ungut, aber Sie sind übrigens auch sehr neu hier, gell?
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pouy
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2005 - 15:02 Uhr:   

@shler:

Nur 1 Nick + 1 Computer - Neu hier stimmt allerdings (ist das schlimm?)

dazu auch noch parteilos, Krimifan, Gourmet, heterosexuell (wenns denn wichtig ist!) Journalist...

und wer sind sie so???

P.S. Herr Arnemann, sorry, das mit dem BUNDESTAGSKANDIDAT war natürlich falsch von mir - LANDTAG... war es...
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2005 - 15:32 Uhr:   

@pouv:
> was beklagen Sie sich eigentlich ...
Beklagen wäre zuviel gesagt.
Ich bin nur grundsätzlich gegen Trolle - diese Abneigung wird von allen anständigen Internet-Diskutierern geteilt. Und der Troll-Verdacht hat sich ja postwendend bestätigt.

Kein normaler Teilnehmer hier braucht seinen eigenen politischen Standpunkt verheimlichen.
Aber hier nur mitzumachen, um mit Mogelei (mehreren Namen) Stimmung zu machen, das ist nicht in Ordnung.
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pouy
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2005 - 15:45 Uhr:   

@ Ralf Arnemann
Ich stimme Ihnen grundsätzlich zu: mehrere Namen sind ziemlich albern. Nicht verhindern werden Sie und ich jedoch, dass Foren wie diese auch von anderen Parteien "entdeckt" werden, auch wenn es Sie und mich noch so nervt...
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m.g.s.
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2005 - 20:25 Uhr:   

Es ist genau das was uns fehlt: Wenigstens ein Funken Ehrlichkeit im Umgang miteinander. Auf dieses Terriertum, alles anonym mit plumpen Platitüden vollzuspammen, können wir verzichten. Nicht alle sind so, aber eine extreme Mehrzahl der Leute, die urplötzlich vor der Wahl in Foren auftauchen und wenig fundierte Dinge postulieren.
Offenbar war ja die Vermutung, dass hier Leute unter mehreren Namen gleichzeitgig derartiges verbreiten, nicht falsch.
(Bei der Gelegenheit ein Lob an Wilko, an der Eindämmung von solchem Käse mitzuwirken - das betrifft ja durchaus nicht ausschließlich eine Seite des politischen Spektrums.)

Genauso ist es im Großen: Wenn ein Gerd sich hinstellt die Wahl und mit Showeinlagen, blitzenden Zähnen und jovialem Auftreten im Duell gewinnt (was ja nach wie vor hoch unwahrscheinlich ist, Anm.) wundern sich die Leute wenn dann nach zwei Wochen wieder der alte Schuh drückt. Aber dann heißt es bekanntlich: "Gewählt ist gewählt, Ihr könnt mich jetzt nicht mehr feuern, das ist ja das Geile an der Demokratie..."

Und auch wenn letzteres in die Argumentation passte, sind das natürlich zwei verschiedene Dinge, und möglicherweise wird mir auch der eine oder andere Anhänger der noch amtierenden Regierung in Bezug auf den ersten Absatz zustimmen.
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Görd
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2005 - 20:29 Uhr:   

Leute in solchen Foren zu überzeugen, ist doch eh Perle vor die Säue zu werfen. Hier hat sich doch schon jeder entschieden. ^^
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m.g.s.
Veröffentlicht am Freitag, 09. September 2005 - 20:42 Uhr:   

Nanu, eine Aussage von Görd, die ich weitgehend unterstütze!?!
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deiz
Veröffentlicht am Samstag, 10. September 2005 - 17:21 Uhr:   

Ich meine wir wissen doch alle, dass es seit Jahren eine informelle große Koalition gibt. 90% der wichtigen innepolitischen Gesetzesvorhaben bedürfen der Zustimmung des BR. Wer jetzt eine große Koalition verlangt, der verlangt die Fortsetzung dieser unsäglichen Weichspühl-Kompromiss-politik.
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xutl1
Veröffentlicht am Samstag, 10. September 2005 - 19:55 Uhr:   

Warum soll eine große Koalition für die SPD so schlecht sein?
Wenn sie Stimmen am linken Rand verliert, muss sie sie am rechten Rand (linker CDU Rand – oder neue Mitte wie das mal genannt wurde) neue sammeln - also die CDU schwächen. Für die CDU wäre dann keine Koalition mit der FDP mehr möglich und die SPD sucht sich in 4 Jahren, oder früher ihre(n) Partner aus.

Sollte es für CDU/CSU + FDP dieses mal nicht reichen und es kommt zu keinem Linksbündnis, dann wird es bei der nächsten Wahl auch keine CDU/CSU + FDP Koalition geben. Für die CDU/CSU wird zum Verhängnis, dass sie allen Koalition, bis auf der mit der FDP, ausschließt.
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A.Schmidt
Veröffentlicht am Samstag, 10. September 2005 - 21:12 Uhr:   

sehe ich ganz genauso. langfristig ist die linkspartei gar nicht mal so schlecht für die spd.
angenommen spd und linkspartei haben sich in ein paar jahren soweit angenähert, dass sie auch auf bundeseben kompatibel sind, hat die spd auf jahre hinaus regierungsoptionen.
gegen die spd wird nicht mehr regiert werden können.
denn sein wir mal ehrlich, wenn es jetzt schon für schwarz-gelb knapp wird bzw. wahrscheinlich nicht reicht, wann soll es dann reichen? eine perfektere ausgangslage kann schwarz-gelb gar nicht bekommen als in diesem wahlkampf.

in zukunft wird die linkspartei die linken linkswähler abschöpfen inkl. nichtwähler und die spd die o.g. neue mitte, etc.

somit bietet sich für die spd eine regierungsperpektive in einem linksbündnis (mit grünen und linksparetei) als auch in einer grossen koalition.

fraglich ist, wo dabei die fdp bleibt?

fazit für union und fdp kann bei diesem szenario nur sein: sie sollten sich den grünen öffnen.

schöne grüsse aus der kampa.

bzw. die fdp sollte sich rot-grün öffnen
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Görd
Veröffentlicht am Samstag, 10. September 2005 - 21:19 Uhr:   

Stellt sich die Frage, ob die Wähler der Neuen Mitte sowas akzeptieren würden und dann nicht wieder zur Union überlaufen könnten.
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Karl Schimkowski
Veröffentlicht am Samstag, 10. September 2005 - 21:37 Uhr:   

Mal etwas ganz grundsätzliches zur BTW 05:

Nach der Bundestagswahl am 18. September 2005 bzw. am 02. Oktober 2005 gibt es ja einige Möglichkeiten, in welche Richtung sich Deutschland bewegt:

I. Schwarz-Gelb bekommt eine Mehrheit. Abgesehen von der Opposition und den Gewerkschaften gibt es eher wenig politischen Widerstand dagegen.
II. Rot-Grün bekommt eine Mehrheit. Widerstand kommt wie in den letzten sieben Jahren aus den eigenen Reihen, hinzu kommt aber noch die Frage, ob oder wie sich die SPD angesichts des Erstarkens der PDS oder jetzt Linkspartei.PDS neu ausrichtet, falls sich dieses Problem nicht durch ein Auseinandergehen der PDS und der WASG von allein löst. Falls die Linkspartei.PDS so stark wie die Grünen wird oder gar stärker, könnte es zu einer Debatte kommen, ob man nicht in manchen Dingen mit der PDS statt mit den Grünen zusammenarbeiten sollte; dies könnte dann als druckmittel gegen über den Grünen benutzt werden.
III. Weder Rot-Grün noch Schwarz-Gelb haben eine Mehrheit, es kommt

1. entweder zu einer Großen Koalition oder
2. zu Rot-Rot-Grün
Bei einer Großen Koalition wie auch bei Rot-Rot-Grün käme es zu durchaus nachvollziehbaren Auseinandersetzungen innerhalb der Parteien, ob solch Bündnisse machbar oder mit den Parteiprinzipien vereinbar sind.
Es gäbe Vorbehalte bezüglich zukünftiger Landtagswahlen, besonders in der SPD, wo nach dem dann wahrscheinlichen Abtreten Schröders eine Richtungs- oder Führungsdebatte entflammt wäre, sicherlich versuchte ein Oskar Lafontaine, sich als unumschränkter Linsbündnis-Führer anheischig zu machen…
Bei diesen Patt-Situationen wäre es nicht unwahrscheinlich, wenn es nur eine Minderheitenregierung gäbe oder es wieder in Kürze Neuwahlen gäbe, wobei die CDU eine deutlich bessere Ausgangslage hätte.

Schröder hätte mit all diesen möglichen Folgen der vorgezogenen Bundestagswahl einen wahren Coup gelandet, mit dem er in die Geschichte eingehen könnte, allerdings nicht so, wie er es sich erwartet hätte…
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Görd
Veröffentlicht am Samstag, 10. September 2005 - 21:51 Uhr:   

Wenn die Große Koalition immer wahrscheinlicher wird, könnte es auch sein, dass Wähler von der Union zur SPD wechseln, da sie einen Kanzler Schröder einer Kanzlerin Merkel vorziehen. Sollte dann die SPD stärker als die Union werden, ist die Große Koalition perfekt.
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Maschi
Veröffentlicht am Samstag, 10. September 2005 - 22:11 Uhr:   

@Karl Schimkowski:
Schöne Zusammenfassung! Neuwahlen bei einer Pattsituation halte ich aber für eher unwahrscheinlich. Welche der etablierten Parteien dann davon profitiert hängt von den Randbedingungen ab (woran sind Koalitionsverhandlungen gescheitert etc.), gestärkt werden würde aber auf jeden Fall der linke und rechte Rand des politischen Spektrums.

Zur Frage, ob es bei einem Patt zu schwarz/rot oder rot/rot/grün kommt, sieht meine bescheidene Meinung so aus:

Zum jetzigen Zeitpunkt kann keine der beiden Möglichkeiten völlig ausgeschlossen werden. Zwar gibt es eine starke, z.T. persönlich motivierte (O.L.!) Abneigung großer Teile der SPD gegen die Linkspartei, andererseits würde die SPD in einer großen Kolition innerlich zerrissen werden. Im Moment sehe ich die Wahrscheinlichkeiten für (schwarz/rot) / (rot/rot/grün) bei 60/40.
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A.Schmidt
Veröffentlicht am Samstag, 10. September 2005 - 22:37 Uhr:   

warum meinen alle kommentatoren, dass nur die spd in eine grossen koalition innerlich zerissen wird.
das kann bei der cdu genauso passieren.
den sozialfügel der union sollte man in dieser hinsicht ebenso wenig unertschätzen wie die csu und den nrw-landesverband (rüttgers: "ich bin vorsitzender einer arbeiterpartei")
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Fragender
Veröffentlicht am Samstag, 10. September 2005 - 23:42 Uhr:   

@A.Schmidt
Ja, genau deshalb wird sie ja nicht zerrissen.
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Sole
Veröffentlicht am Sonntag, 11. September 2005 - 08:54 Uhr:   

Ich habe vor einiger Zeit einen Artikel eingestellt, der davon ausgeht, die große Koalition sei nicht der Zerriss, sondern ein logischer Punkt in der Entwicklung der SPD. Es ist gegenwärtig unklar, ob die Linke.PDS dauerhaft ein gesamtdeutsches linkssozialdemokratisches Klientel halten und integrieren kann. Meiner Meinung nach hat die SPD diese Fähigkeit aber für den Regelfall verloren. Die Entwicklungsperspektive der SPD ist die einer "Partei der Mitte", egal welche Rhetorik sie wählt.
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Sonntag, 11. September 2005 - 12:24 Uhr:   

Ich würde es einmal so formulieren: in der alten Bundesrepublik Deutschland, also den alten Bundesländern, gab es bis 1990 in der Regel eine strukturelle Mehrheit aus Union und FDP. Dies bedeutet, die Union konnte nur dann in die Opposition geschickt werden, wenn sich die FDP, wie 1969-1982 geschehen, von der Union weg- und zur SPD hinorientierte und mit dieser SPD koalierte.
1998 gab es erstmals auch in den alten Bundesländern rechnerisch keine Mehrheit für schwarz-gelb.

In Gesamtdeutschland gibt es - wie der knappe Wahlausgang 1994 und der vermutlich knappe Wahlausgang nächste Woche zeigen werden - keine "strukturelle" Mehrheit für einen Block. Dies bedeutet, die Wahlrscheinlichkeit, dass es ein Fünf- oder in Zukunft mit einer rechtsradikalen Partei sogar ein Sechsparteienparlament gibt, wächst und damit die Wahrscheinlichkeit, dass eine Koalition zwischen einer Groß- und einer Kleinpartei möglich ist (also derzeit rot-grün oder schwarz-gelb) sinkt. Es ist nicht unmöglich, die Wahrscheinlichkeit, dass neben einer großen Koalition eine Drei-Parteien-Konstellation gebildet werden muss, um eine regierungsfähige Mehrheit zu bilden, wächst. Dies wird sicherlich langfristig Auswirkungen auf Entwicklung und strategische Ausrichtung der Parteien haben. Darüber müsste einmal ausführlich diskutiert werden. Die Zahl der Stammwähler geht zurück und die Zahl der kurzfristig sich entscheidenden Wechselwähler oder besser: nicht parteipolitisch im Voraus festgelegten Wähler, die sich erst am Wahltag endgültig entscheiden, wächst. Strukturelle Milieubindungen lassen in der modernen Massendemokratie nach etc. Insofern ist eine Vorhersage auch für Demoskopen immer schwieriger. Wenigstens wächst dadurch - mittel- und langfristig - die Wahrscheinlichkeit einer mathematischen Zwangskoalition der großen Parteien.
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Good Entity
Veröffentlicht am Sonntag, 11. September 2005 - 13:45 Uhr:   

A. Schmidt warnt also die CDU/CSU davor, sich in eine Große Koalition mit der SPD zu begeben. Die von ihm beschriebenen sonst eintretenden Folgen lassen keinen anderen Schluss zu.

Hat er recht? Sollte die CDU/CSU aus ihrer Sicht besser die SPD - mit oder ohne Gerhard Schröder als Kanzler - die anstehenden Probleme selbst lösen lassen, wenn es nicht für eine CDU/CSU/FDP - Koalition reicht oder keine den Vorstellungen der CDU/CSU ganz überwiegend entsprechende Koalitionsvereinbarung für eine Große Koalition zustande kommt?

Jedenfalls steht damit A. Schmidt direkt im Gegensatz zu Görd: Wenn die SPD stärker wird als die CDU/CSU, sinken die Chancen auf eine Große Koalition sehr drastisch. Merkwürdig: Jede Stimme für die Linkspartei.PDS oder auch für die PBC, Familienpartei, NPD etc. fördert dann eine Große Koalition, jede Stimme für die SPD führt dagegen als Konsequenz automatisch zu rotrotgrün, egal was immer die SPD vorher gesagt hat.

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