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Florian
| | Veröffentlicht am Sonntag, 14. August 2005 - 18:51 Uhr: | |
Einen sehr merklichen Zusammenhang zwischen langjähriger Unions-Führung eines Bundeslands und PISA-Ergebnissen gibt es natürlich schon. Allerdings: Der daraus abzuleitende Kausalzusammenhang ist nicht ganz so klar. Neben der Interpretation von Robin a la "kluge Menschen wählen Union" oder der Standard-Interpretation der Union "Union-Politik schafft kluge Schüler" gibt es noch andere. Etwa die: Stabile bürgerliche Strukturen begünstigen sowohl gute PISA-Ergebnisse als auch CDU-Wahlergebnisse. Unabhängig davon: Ich würde mir wünschen, dass die Medien in der knappen Zeit bis zur Wahl endlich die Sachauseinandersetzung in die Schlagzeilen heben - statt der lächerlichen Fixierung auf Nebenschauplätze wie den Achselschweiß der Frau Merkel. |

MMA
| | Veröffentlicht am Sonntag, 14. August 2005 - 19:07 Uhr: | |
Man könnte auch mal einen internationalen Vergleich anstellen: Gibt es auch in anderen föderalen Staaten Wahlkampfstrategien, die Politik eines ökomomisch begünstigten Bundeslandes als Allheilmittel für den Gesamtstaat zu verkaufen? Oder ist das eine typisch deutsche Denkweise, die strukturellen Unterschiede zwischen Ländern als hässliches Ergebnis fehlender Vereinheitlichung anzuprangern? |

Robin Maasters
| | Veröffentlicht am Sonntag, 14. August 2005 - 21:54 Uhr: | |
Ein Grund für Stoibers äußerst knappe Niederlage 2002 war doch wohl, daß sich einige Tausend Leute in der Ex-DDR zuviel von den eindrucksvoll in Szene gesetzten "Kanzler-in-Gummistiefel-Bildern" beeinflussen ließen. Diese Denkweise dort ist besonders erschreckend, "naiv" ist eher noch das Harmloseste, was mir dazu einfällt. @Florian:Selbstverständlich gibt es diesen Zusammenhang. Diese "Nebenkriegsschauplätze" sind Wahlkampfgetöse der Medien. Ich frage mich,ob Herr Schröder an einem so heißen Tag in ähnlicher Pose überhaupt veröffentlicht worden wäre. Dies ist wahrscheinlich davon abhängig, welches Parteibuch der betreffende Kameramann oder Redakteur hat... |

André
| | Veröffentlicht am Sonntag, 14. August 2005 - 22:01 Uhr: | |
Das ist auch davon abhängig, ob ein Fernsehsender versucht das ganze durch Retuschierungen zu verschleiern. |

Robin Maasters
| | Veröffentlicht am Sonntag, 14. August 2005 - 22:33 Uhr: | |
Ich kann mir nicht vorstellen, daß man dort so einfältig ist, zu glauben, so etwas würde nicht rauskommen. Bei der Veranstaltung waren doch sehr viele Fotografen anwesend. Außerdem: Gerade dort wird in etlichen Sendungen massive Wahlkampfhilfe für Schröder betrieben und heftig, teilweise unsachlich auf alles eingeschlagen, was nicht "links" ist. |

Martin Jurgeit
| | Veröffentlicht am Montag, 15. August 2005 - 12:15 Uhr: | |
Robin Maasters schrieb: "Gerade dort wird in etlichen Sendungen massive Wahlkampfhilfe für Schröder betrieben und heftig, teilweise unsachlich auf alles eingeschlagen, was nicht "links" ist." So hab' ich den Bayerischen Rundfunk ja noch gar nicht gesehen. Da frage ich mich jetzt aber, was du erst von Radio Bremen halten magst ;-) |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Montag, 15. August 2005 - 17:28 Uhr: | |
Beim derzeitigen Wetter bleibt nur zu hoffen, daß es nicht wieder eine Flut gibt.;-) Mit seinem leicht durchschaubaren Appell an Bush bezügl. Iran scheint er ja auch an den Wahlkampf 2002 anknüpfen zu wollen. |

Robin Maasters
| | Veröffentlicht am Montag, 15. August 2005 - 19:01 Uhr: | |
@Martin Jurgeit: Es liegt in meinem eigenen Interesse, mich dazu besser nicht öffentlich zu äußern ) Nur soviel: Wer das Programm über einen längeren Zeitraum sieht u. nach politischen Kommentaren beurteilt, weiß, was ich meine. Im Vergleich zu anderen Sendern mögen Sie recht haben. Ich habe seit ca. 10 Jahren so eine Schüssel auf dem Dach und bin zuerst fürchterlich erschrocken, da ich nach dem "Genuß" diversen "Rotfunks" schon dachte, es gebe noch die DDR und die "Aktuelle Kamera" @Thomas Frings: Ist doch klar, daß man versucht, die gleichen Karten zu spielen, die schon damals funktioniert haben. Wähler vergessen und verdrängen, und im Osten scheint dies besonders ausgeprägt zu sein. Sonst würden nicht 30% dort bereit sein, die Nachfolger derer zu wählen, die das Land 40 Jahre lang heruntergewirtschaftet haben. Lesen Sie mal den "Focus" von letzter Woche. |

pit
| | Veröffentlicht am Montag, 15. August 2005 - 21:59 Uhr: | |
@alle die letzten 10 tage vor der wahl wird man auf den punkt kommen seitens der cdu: reicht es für links, kein grosse K. "wir oder die" plakate werden erneuert, alles auf eine karte, man wird die wähler zwingen schwarz/gelb zu wählen. mfg pit |

pit
| | Veröffentlicht am Montag, 15. August 2005 - 22:17 Uhr: | |
noch so ein gedanke: stoiber taktiert weiter, es geht nur schwarz-rot. merkel tritt ab wg. - wahlergebnis, schröder kanzler für 2 jahre und siehe da, stoiber kanzler für die letzten 2 jahre. münte u. stoiber können miteinander. dies geschieht durch erpressung der spd gegen cdu durch münte, da er mit r-r-g droht. mfg pit |

Norddeutscher
| | Veröffentlicht am Montag, 15. August 2005 - 23:26 Uhr: | |
@pit genauso wahrscheinlich wie ihre Spekulationen wäre: In den beiden Wahlkreisen, die den Rhein-Kreis-Neuss berühren, werden die CDU-Direktkandidaten wegen eines Formfehlers bei der Kandidatenaufstellung nicht zugelassen. Die örtliche CDU empfiehlt die Wahl des Zentrums als geringeres Übel und in der Tat gewinnen die Kandidaten Robert Pamatat und Hans-Joachim Woitzik den Wahlkreis für die Katholikenpartei. Da in Fulda der Zentrumskandidat der lachende Dritte des Wettstreits zwischen Hohmann und der CDU ist, zieht das Zentrum mit insgesamt acht Abgeordneten in den Bundestag ein und bildet mit SPD und FDP eine quasi-Neuauflage der Weimarer Koaliton mit 300 von 598 Sitzen, Rechtsanwalt Pamatat wird Bundesjustizminister für das Zentrum. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, aber nicht wirklich geringer als eine Regierung Stoiber/Müntefering... (wenn Große Koalition, doch eher Merkel/Clement). |

Robin Maasters
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. August 2005 - 00:31 Uhr: | |
Sehr viel wahrscheinlicher als all diese Spekulationsmodelle scheint mir ein sehr unspektakuläres Wahlergebnis zu sein, z.B.: CDU/CSU 43.8% F.D.P. 6.4% Rest: Sehr unberechenbar @Norddeutscher: Auf DAS Ergebnis in Fulda bin ich auch gespannt! |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. August 2005 - 10:27 Uhr: | |
@pit: Ich sehe das auch so, daß die letzten Tage vor der Wahl entscheiden. Und da hat die Opposition keine schlechten Aussichten, da sie doch halbwegs konkrete Pläne anbieten kann. Da gibt es zwar einige Punkte (vor allem bei der FDP), die diversen Wählern mißfallen - aber es ist doch erkennbar, daß die wissen, wie sie regieren wollen. Die SPD hat dagegen bisher eine reine Negativkampagne gefahren, wohl weil sie inhaltlich den Widerspruch zwischen Regierungshandeln und gegen die Linkspartei gerichteter Utopie nicht überbrücken kann. Mit "die sind schlecht" wird sie aber am Ende nicht überzeugen können. Die Spekulationen über einen Kanzler Stoiber halte ich dagegen für abwegig. Selbst wenn Merkel wg. schlechten Wahlergebnis abgesägt würde (was ich noch lange nicht sehe), würde dann ein anderer CDU-Kandidat kommen (Wulff? Koch?). Stoiber hat sich selber komplett aus dem Rennen genommen, den würde die CDU nicht mehr akzeptieren. |

PNK
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. August 2005 - 13:15 Uhr: | |
@ Robin Maasters bzgl. PISA Ergebnisse: Ich empfehle jedem, der Aussagen zur PISA Studie macht, diese vorher zu studieren, nicht bloßauf Parteigetöse zu hören. Bespiel Finnland: erster Platz mit einem Quasi-Gesamtschulmodell. Das steht aber alles in der PISA- Studie und Florian hat ja die von der PISA Studie herausgearbeitete Begründung geliefert. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. August 2005 - 14:47 Uhr: | |
Es lohnt nicht, hier über PISA zu diskutieren. Wichtig ist nämlich nicht, ob auf einer Schule draußen "Gesamtschule" oder "Gymnasium" steht, sondern wichtig ist nur, was drinnen pädagogisch gemacht wird. Sowohl ein gegliedertes wie ein einheitliches Schulsystem kann man sehr gut und sehr schlecht machen - das hat auch meist mehr mit der Qualität der Schulleitung und deren Durchgriff auf die Lehrer zu tun als mit irgendwelchen organisatorischen Formalfragen. Für die aktuelle Ost-West-Diskussion bringt das ohnehin nichts: Da stehen mit Bayern und Sachsen je ein Ost- und ein Westland an der Spitze, und mit Bremen und MeckPomm je ein Land ganz hinten. Schulpolitik ist Ländersache. Und wer die wichtig findet, der sollte sich nicht bei der Bundestagswahl einen Kopf darüber machen, sondern bei der nächsten Landtagswahl, und dann im Zweifelsfall auch einmal ganz anders wählen als sonst seinen Prioritäten entspricht. |

MMA
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. August 2005 - 15:19 Uhr: | |
@Ralf Arnemann Und da in Mecklenburg-Vorpommern nächstes Mal erstmals ein Landtagswahlkampf stattfindet, der nicht von dem zur Bundestagswahl überlagert wird, kann man auch gleich darüber spekulieren, ob dort künftig mehr auf die Schulpolitik "geguckt" wird. |

PNK
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. August 2005 - 17:17 Uhr: | |
Es ist alles richtig was ihr da sagt. nichtsdestotrotz ist die pisastudie für mich ein musterbeispiel von bewusster weitergabe falscher interpretationen von zahlen an den Laien (bürger) durch den politiker und das ärgert mich wirklich. der vollständigkeit halber sollte ich daher sagen, dass mit japan und südkorea auch länder ganz ober vertreten waren, die ein elitäres und "strenges" schulsystem mit viel leistungsdruck bevorzugen. ebenso ärgert es mich, dass jeder meint, er kenne sich mit der pisastudie aus weil er diese oder jene schlagzeile gelesen hat. aber das gilt für die teilnehmer dieses forums ja gott sei dank nicht. |

Robin Maasters
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. August 2005 - 19:06 Uhr: | |
@PNK: http://www.mpib-berlin.mpg.de/pisa/PISA_E_Zusammenfassung2.pdf (Ganz schnell gefunden, da in meiner Favoritenliste). Den Rest findet man unter: www.pisa.oecd.org Zwei schöne Beiträge von Ihnen, nur leider etwas am Thema vorbei. Daß wir z.B. gegenüber Finnland nicht gerade super aussehen, weiß ich auch. Darum ging es in meinem Beitrag auch gar nicht, sondern um den Vergleich ZWISCHEN BUNDESLAENDERN. Daß man hier immer nur mit komprimierten Einzelergebnissen argumentieren kann, ist angesichts des Gesamtumfangs der Studie doch nur logisch. Ich habe schließlich noch mehr zu tun :-) MfG. |

André
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. August 2005 - 22:13 Uhr: | |
"Und die Gewinner sind..." Eine Kolumne von Wolfgang Münchau in der Financial Times Deutschland vom 17. August 2005 zu einem möglichen Wahlausgang. http://www.ftd.de/me/cl/18539.html |

Moritz Dürr
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. August 2005 - 23:45 Uhr: | |
@Ándre Danke für diesen Link. Genau diese Überlegungen haben mich während der letzten Wochen beschäftigt. Es wird- so sieht es im Augenblick jedenfalls aus- sehr knapp. Die herkömmlichen Lager`"bürgerlich-rechts" also CDU CSU FDP und "links-ökologisch" also SPD Grüne LINKSPARTEI" scheinen nach den letzten Umfragen ziemlich gleichauf zu liegen. Nun stellt sich die Frage eigentlich schon länger nicht mehr, ob es diese Lager überhaupt noch gibt. Ich nehme auch an, daß es bei einem knappen Ergebnis zu ungeahnten Koalitionsüberraschungen kommen könnte. Die Frage ist, ob das so furchtbar wäre. |

Robin Maasters
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 17. August 2005 - 00:22 Uhr: | |
"Er selbst erhielt letztes Mal nur klägliche 38,5 Prozent." (FTD) Wieviele % erhielt eigentlich die SPD? Sind 38,5% bei dem einen "kläglich", bei dem anderen nicht? |

J.A.L.
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 17. August 2005 - 00:40 Uhr: | |
Es geht ja vor allem darum, selber 38,5% zu holen, aber von anderen 45% zu fordern. Und da erscheint Stoibers eigenes Ergebnis schon irgendwie naja, bedenklich schwach für solche Töne. |

André
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 17. August 2005 - 00:42 Uhr: | |
Für CDU und CSU sind 38,5 % eines der drei schlechtesten Wahlergebnisse seit 1949, für die SPD nicht. |

Robin Maasters
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 17. August 2005 - 01:00 Uhr: | |
Und der Amtsinhaberbonus? Nee, 38,5% sind bei beiden kläglich oder nicht. 6.000 Stimmen Unterschied, überwiegend durch regionale Wettereinflüsse und massive mediale Hilfe,da nützt keine Statistik bis zurück ins Jahr 49. Knapp wird es auf jeden Fall, aber jeden dummen Spruch braucht man auch Journalisten nicht durchgehen lassen! |

Max
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 17. August 2005 - 07:25 Uhr: | |
@Robin Maasters und andere: Wie kommen hier so viele auf die Idee, dass die Medien in Deutschland einseitig das linke Lager unterstützt? Und für die CDU/CSU sind 38,5% auf jeden Fall schlechter, wenn man bedenkt, dass die Union überhaupt bis 2002 nur zweimal (1972 und 1998) hinter der SPD lag. Und dass trotz einer schwächelnden Regierung 2002 kein TRiumph gelang, zeigt für mich, dass die "Kompromissmaschine" CDU/CSU (wie in diesem Forum jemand treffend formulierte) im Niedergang befindlich ist. Vor allem, wenn man das Ergebnis der CDU isoliert betrachtet. Kaum noch 30%. |
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