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nicolas (Unregistrierter Gast)
| | Veröffentlicht am Montag, 29. Oktober 2007 - 19:25 Uhr: | |
Hallo, in Baden-Württemberg wird momentan diskutiert, die Zweitausteilung der Mandate auf eine neue Basis zu stellen. Konrekt handelt es sich um "Eine Systemumstellung bei der Zweitauszählung (Mandatszuteilung nach prozentualem Stimmenanteil, bemessen nach der Zahl der Wahlberechtigten)." Nähere Informationen zum Baden-Württembergischen Landtagswahlrecht (und dessen Probleme) gibt es ja hier auf der Seite. Glaubt ihr dass es dadurch zu einer Verbesserung kommen würde? Ich halte die Einbeziehung der Wahlbeteiligung für eine gute Idee, da dadurch ein Wahlkreis mit höherer Wahlbeteiligung auch bessere Chancen auf einen Abgeordneten hat als einer mit geringer Wahlbeteiligung. Außerdem ist nicht mehr die Wahlkreisgröße entscheidend. Aber ganz überzeugt bin ich ehrlich gesagt auch noch nicht. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 31. Oktober 2007 - 14:52 Uhr: | |
Generell halte ich die Umstellung auf Stimmenanteil schon für richtig. Bis jetzt ist es ja so, daß es in einigen Wahlkreisen praktisch keine Chance hat auf ein Zweitmandat, während anderswo schon sehr bescheidene Stimmenanteile reichen. Ich fände es aber sinnvoller, die Stimmenanteile nur auf die gültigen Stimmen zu beziehen. Warum sollen Nichtwähler die Sitzverteilung beeinflussen? Wichtiger wäre aber eine Änderung der Überhangregelung. |

Frank Schmidt
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 31. Oktober 2007 - 22:51 Uhr: | |
Wenn man das System beibehalten will, macht es durchaus Sinn, mit der Zahl der Wahlberechtigten zu messen. Was entschieden werden soll, ist doch, in welchem der Wahlkreise eine bestimmte Partei am beliebtesten ist, und das geht am besten mit dem Quotienten Parteistimmen / Wahlberechtigte. Mit der Quotienten Parteistimmen / gültige Stimmen würde das Ergebnis verschieden ausfallen, wenn in einem Wahlkreis die Wähler einer *anderen* Partei zuhause bleiben. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Freitag, 02. November 2007 - 12:24 Uhr: | |
"Mit der Quotienten Parteistimmen / gültige Stimmen würde das Ergebnis verschieden ausfallen, wenn in einem Wahlkreis die Wähler einer *anderen* Partei zuhause bleiben." Das ist bei Wahlen immer so, wenn es keine "automatische" Methode gibt. Bei den 70 Direktmandaten hängt der Sieg auch immer vom Abschneiden der anderen ab, es sei denn, ein Kandidat erhält die absolute Mehrheit der Wahlberechtigten, und das ist praktisch ausgeschlossen. Ich hab mir mal angesehen, was sich ändern würde, wären beim letzten Mal die Zweitmandate nach dem Vorschlag vergeben worden. 12 Mandate wären anders besetzt: SPD zusätzliche Sitze 02 Stuttgart II 03 Stuttgart III 04 Stuttgart IV 11 Geislingen 18 Heilbronn 31 Ettlingen 41 Sinsheim 50 Lahr dafür kein Mandat: 05 Böblingen 06 Leonberg 09 Nürtingen 22 Schwäbisch Hall 26 Aalen 32 Rastatt 43 Calw 55 Tuttlingen-Donaueschingen FDP zusätzliche Sitze 13 Vaihingen 34 Heidelberg 56 Konstanz dafür fielen weg 14 Bietigheim-Bissingen 39 Weinheim 49 Emmendingen Bei den Grünen gäbe es nur eine Änderung, nämlich ein Mandat in Stuttgart IV statt in Bietigheim-Bissingen. |

Mitdenker (Unregistrierter Gast)
| | Veröffentlicht am Sonntag, 06. Januar 2008 - 14:14 Uhr: | |
Man kann die meisten Probleme umgehen, in dem man 60 Zweipersonenwahlkreise einführt. Dann gebe es 60 Erstmandate inkl. weniger Überhangmandate, außerdem 60 Zweitmandate und weniger Ausgleichsmandate. |

Mitdenker (Unregistrierter Gast)
| | Veröffentlicht am Sonntag, 06. Januar 2008 - 14:41 Uhr: | |
Den Charakter der Personenwahl kann mit auch mit der Übertragbaren Einzelstimmengebung (STV) beibehalten. frei nach Martin Wilke: STV, 8 Wahlkreise mit je 12 bis 20 Abgeordneten frei nach Thomas Frings: STV, 21 Wahlkreise mit je 4 bis 7 Abgeordeten nach meiner Idee: STV, 33 Wahlkreise mit 3 bis 5 Abgeordneten http://www.wahlrecht.de/forum/messages/172/2334.html?1191933407 |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 28. Oktober 2009 - 18:07 Uhr: | |
Nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch in BW gibt es einen schlampig formulierten Paragraphen, wenn auch weniger gravieredend. Der FDP-Abgeordnete Theurer ist ins Europaparlament gewählt worden und legte daher sein Landtagsmandat nieder. Der Ersatzbewerber verzichtete. Damit wäre das Mandat an den Bewerber im Wahlkreis Karlsruhe I gefallen, der war aber inzwischen aus Baden-Württemberg weggezogen. Was in diesem Fall (der offenbar noch nie eingetreten war) zu geschehen hat, ist nicht ausdrücklich geregelt. Entweder rückt dann der Ersatzbewerber in Karlsruhe I nach (der auch bereit war, das Mandat asnzunehmen) oder der Bewerber mit der nächsthöchsten Stimmzahl, nämlich der in Bruchsal. Letzterer bekam schließlich das Mandat. Ich persönlich meine, daß Wortlaut und Systematik eher für den Ersatzbewerber in Karlsruhe I gesprochen hätten. |

Wilko Zicht
Moderator
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 28. Oktober 2009 - 23:25 Uhr: | |
Ja, der Fall war uns auch aufgefallen, konnte aber im Wahl-Stress der letzten Wochen leider nicht die gebührende Beachtung finden. Ich finde ebenfalls, dass der Ersatzbewerber in Karlsruhe I zum Zuge hätte kommen müssen. |

Bernhard Sellheim Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. Oktober 2009 - 15:52 Uhr: | |
Zur ursprünglichen Frage der Zweitausteilung der Mandate: Das Landeswahlgesetz ist jetzt geändert worden (verkündet am 19.10.09). Die Reihenfolge der Sitzzuteilung an Bewerber derselben Partei richtet sich jetzt nach dem prozentualen Anteil an den gültigen Stimmen der jeweiligen Wahlkreise. Gesetzesbeschluss des Landtags Information der Landeswahlleiterin zur LTW 2011 |

Kay Karpinsky
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 29. Oktober 2009 - 16:23 Uhr: | |
Interessant, dass es jetzt auf einmal möglich ist, größere Korrekturen an den Wahlkreisen vorzunehmen, wo der prozentuale Anteil maßgeblich wird. Die hohe Wahlkreisqute von 7/12 kann in Verbindung mit sinkenden Stimmenanteilen der CDU immer noch zu einer enormen Aufblähung des Landtages führen. Ich habe jetzt noch nicht durchgerechnet, inwieweit sich Hinzunahme der Stadtteile Gänsheide und Uhlandhöhe für Stuttgart-Mitte auswirkt, doch auf Grundlage der Zweitstimmenresultate der Bundestagswahl käme die CDU auf 69 Erstmandate und die GRÜNEN auf eines. Um das alles auszugleichen, wäre ein Landtag mit 185 Sitzen erforderlich: CDU 69, SPD 38, FDP 37, GRÜNE 27, LINKE 14. Die bezirksinterne Ausgleichsregelung würde dann dafür sorgen, dass der RB Karlsruhe vier Sitze zu viel auf Kosten des RB Tübingen "erhielte". Die Verteilung der Wahlkreise auf die Regierungsbezirke ist nach wie vor nicht stimmig. Es ist insbesondere hinsichtlich des Verhältnisses CDU/FDP zwar davon auszugehen, dass sich einige taktisch abgegebene Stimmen zur CDU verschieben würden. Allerdings hat die FDP auch bei den Erststimmen (und bei der EP-Wahl) deutlich zugelegt, so dass insgesamt vielleicht ein Verhältnis CDU 38%, FDP 15% realistisch wäre. Die LINKE dürfte wiederum schwächer abschneiden und die GRÜNEN etwas besser, weil erstere durch die starke Personalisierung an Grenzen stoßen wird und letztere von der zu erwartenden niedrigen Wahlbeteiligung profitieren könnten. Auch damit sind aber 150-160 Sitze wahrscheinlich. |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 30. Oktober 2009 - 14:22 Uhr: | |
"Interessant, dass es jetzt auf einmal möglich ist, größere Korrekturen an den Wahlkreisen vorzunehmen, wo der prozentuale Anteil maßgeblich wird." Fraglich, ob es da einen direkten Zusammenhang gibt. Unter den 84 MdL der Koalition ist nur ein einziger FDP-Abgeordneter (im WK Bietigheim-Bissingen), der vom Neuzuschnitt erheblich negativ betroffen wäre, wenn nicht gleichzeitig der Stimmenanteil maßgeblich geworden wäre. Dagegen gibt es gleich vier FDP-MdL, die wegen der Umstellung auf den Stimmenanteil erheblich schlechtere Karten haben als bisher (Bietigheim-B., Weinheim, Bruchsal, Emmendingen). Bei CDU-Bewerbern ist die absolute Stimmenzahl eh egal, wichtig ist nur, daß sie das Erstmandat holen. Hier ändert sich durch die Neuabgrenzungen mit einer Ausnahme nichts Wesentliches. "Ich habe jetzt noch nicht durchgerechnet, inwieweit sich Hinzunahme der Stadtteile Gänsheide und Uhlandhöhe für Stuttgart-Mitte auswirkt, doch auf Grundlage der Zweitstimmenresultate der Bundestagswahl käme die CDU auf 69 Erstmandate und die GRÜNEN auf eines." In Stuttgart I ändert sich durch die Neuabgrenzung wenig (Ergebnis 06 umgerechnet: CDU +0,09, SPD -0,19, FDP +0,12, Grüne +0,06). Der Abstand von CDU und Grünen bleibt also praktisch gleich. Die Grünen haben eine realistische Chance in Stuttgart I und Freiburg II und eine recht kleine Chance in Heidelberg. Freiburg II ist vielleicht nicht ganz zufällig der einzige Wahlkreis, wo sich die Position des CDU-Kandidaten durch die Neuabgrenzung nennenswert verbessert. Der Vorsprung vor der SPD wird durch die Hereinnahme von vier Gemeinden aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald um 1,1 und der vor den Grünen um 2,4 Prozentpunkte größer. Die Grünen haben in Freiburg bei allen drei Wahlen dieses Jahr im Gegensatz zum Landestrend verloren, da ist wohl kein größerer Zuwachs bei der Landtagswahl zu erwarten. Wenn die Grünen überhaupt einen Wahlkreis gewinnen sollten, dann am ehesten Stuttgart I. Die SPD ist jetzt im absoluten Tief und in der Opposition. Da ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Stimmung sich für sie bis zur Wahl wesentlich bessert. Wahrscheinlich halten werden sie so oder so Mannheim I. Sollte sich ihre Lage deutlich bessern, sind mehrere weitere Direktmandate möglich. "Auch damit sind aber 150-160 Sitze wahrscheinlich. " Sehr gewagt anderthalb Jahre vor der Wahl. Sicher ist damit zu rechnen, dass die Linke die 7,2% bei der BTW nicht wiederholt. In Schleswig-Holstein bekam sie bei der LTW fast ein Viertel weniger als bei der gleichzeitigen BTW. Die niedrigere Wahlbeteiligung ist in jedem Fall schlecht für die PdL, bei der Europawahl holte sie nur 3%, die Wahlbeteiligung war mit 51,9% nicht viel schlechter als bei der letzten LTW. Die bundespolitische Großwetterlage ist jetzt schwieriger, da die SPD in der Opposition ist. Alles in allem erscheint es mir recht unwahrscheinlich, dass die PdL überhaupt in den Landtag kommt, was natürlich eine Aufblähung abschwächte. |

Kay Karpinsky
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 30. Oktober 2009 - 16:46 Uhr: | |
"Freiburg II ist vielleicht nicht ganz zufällig der einzige Wahlkreis, wo sich die Position des CDU-Kandidaten durch die Neuabgrenzung nennenswert verbessert." Ist mir auch aufgefallen. Allerdings ist es für die GRÜNEN eigentlich egal, ob der Sitz da ein Erstmandat oder Zweitmandat ist, sicher ist er eh. Tendenziell trägt es nur zu einer Aufblähung des Landtages und zu einer Behauptung des RB Freiburg bei. Dass alle möglichen Annahmen zum jetzigen Zeitpunkt gewagt sind, ist auch klar. Ich gehe allerdings unter Berufung auf die Entwicklung der Erststimmen und im Hinblick auf die Person des künftigen MP von einer Verschiebung von der CDU zur FDP aus. Schon das würde den Überhang und damit den Ausgleich vergrößern. |

Kay Karpinsky
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 30. Oktober 2009 - 16:50 Uhr: | |
Wie das Wahlkreisranking in Baden-Württemberg nach der neuen Regelung aussehen könnte, hab ich jetzt mal durchgerechnet. Basis: Zweitstimmenergebnis der BTW2009. Für Karlsruhe und Freiburg keine exakte Zuordnung der Briefwähler möglich, für die Umgruppierungen in Stuttgart-Ost und Stuttgart-Mühlhausen fehlen auch exakte Zahlen – ist aber vermutlich nicht entscheidend. Zusammenfassend: Für die GRÜNEN nach wie vor übersichtliche und kalkulierbare Situation, für die SPD eine Lotterie, die FDP dazwischen, LINKE schwer zu beurteilen. Nur ein Wahlkreis, Reutlingen, wäre dank Vollausgleich noch durch Abgeordnete aller Parteien vertreten. Nur CDU-Direktmandat gäbe es sieben Mal: Main-Tauber, Aalen, Wiesloch, Neckar-Odenwald, Ehingen, Biberach, Wangen. Nur GRÜNEN-Direktmandat in Stuttgart-Mitte. RB STUTTGART: 25 Wahlkreise CDU (geringster Vorsprung Stuttgart-Ost ca. 7 PP auf SPD), Stuttgart-Mitte GRÜNE (ca. 1 PP Vorsprung auf CDU). Zweitmandate SPD: Vor Ausgleich Heidenheim, Heilbronn, Göppingen, Stuttgart-Nord, Esslingen, Ludwigsburg, Neckarsulm, Bietigheim-Bissingen, Stuttgart-Ost. Durch Ausgleich Waiblingen, Geislingen, Böblingen, Vaihingen, Backnang. Weitere neun Wahlkreise mit weniger als 1 PP Rückstand. Zweitmandate FDP: Vor Ausgleich Eppingen, Leonberg, Schorndorf, Waiblingen, Nürtingen, Stuttgart-Süd, Böblingen, Vaihingen, Kirchheim. Durch Ausgleich Backnang, Hohenlohe, Heilbronn, Bietigheim-Bissingen, Geislingen. Weitere drei Wahlkreise mit weniger als 1 PP Rückstand. Zweitmandate GRÜNE: Vor Ausgleich Stuttgart-Ost, Stuttgart-Süd, Esslingen, Stuttgart-Nord, Ludwigsburg, Nürtingen. Durch Ausgleich Leonberg, Kirchheim, Schwäbisch Hall. Weitere fünf Wahlkreise mit weniger als 1 PP Rückstand. Zweitmandate LINKE: Vor Ausgleich Stuttgart-Nord, Stuttgart-Ost, Heidenheim. Durch Ausgleich Schwäbisch Hall, Schwäbisch Gmünd. Weitere elf Wahlkreise mit weniger als 1 PP Rückstand. RB KARLSRUHE: Alle 19 Wahlkreise CDU, geringste Vorsprünge Mannheim Nord (48 Stimmen auf SPD) und Heidelberg (5,3 PP auf GRÜNE). Zweitmandate SPD: Vor Ausgleich Mannheim-Nord, Schwetzingen, Weinheim, Mannheim-Süd, Sinsheim, Rastatt, Heidelberg. Durch Ausgleich Karlsruhe-West, Karlsruhe-Ost, Ettlingen, Pforzheim. Weitere vier Wahlkreise mit weniger als 1 PP Rückstand. Zweitmandate FDP: Vor Ausgleich Enz, Freudenstadt, Calw, Bretten, Baden-Baden, Bruchsal. Durch Ausgleich Pforzheim, Weinheim, Ettlingen, Schwetzingen. Weitere drei Wahlkreise mit weniger als 1 PP Rückstand. Zweitmandate GRÜNE: Vor Ausgleich Heidelberg, Karlsruhe-West, Karlsruhe-Ost, Mannheim-Süd. Durch Ausgleich Weinheim, Baden-Baden, Ettlingen. Weitere drei Wahlkreise mit weniger als 1 PP Rückstand. Zweitmandate LINKE: Vor Ausgleich Mannheim-Nord, Mannheim-Süd, Karlsruhe-West. Durch Ausgleich Schwetzingen. Weitere sechs Wahlkreise mit weniger als 1 PP Rückstand. RB FREIBURG: Alle 14 Wahlkreise CDU, geringster Vorsprung Freiburg-West (3,1 PP auf GRÜNE). Zweitmandate SPD: Vor Ausgleich Lörrach, Freiburg-West, Emmendingen, Breisgau, Waldshut. Durch Ausgleich Lahr, Konstanz, Freiburg-Ost. Weitere zwei Wahlkreise mit weniger als 1 PP Rückstand. Zweitmandate FDP: Vor Ausgleich Singen, Tuttlingen-Donaueschingen, Rottweil, Villingen-Schwenningen, Konstanz. Durch Ausgleich Waldshut, Kehl. Ein weiterer Wahlkreis mit weniger als 1 PP Rückstand. Zweitmandate GRÜNE: Vor Ausgleich Freiburg-West, Freiburg-Ost, Konstanz, Breisgau. Durch Ausgleich Emmendingen, Lörrach. Kein weiterer Wahlkreis mit weniger als 1 PP Rückstand. Zweitmandate LINKE: Vor Ausgleich Freiburg-West, Offenburg. Durch Ausgleich Kehl. Weitere sechs Wahlkreise mit weniger als 1 PP Rückstand. RB TÜBINGEN: Alle 11 Wahlkreise CDU, geringster Vorsprung Tübingen (8,0 PP auf GRÜNE). Zweitmandate SPD: Vor Ausgleich Ulm, Tübingen, Reutlingen, Bodensee. Durch Ausgleich Hechingen-Münsingen. Weitere zwei Wahlkreise mit weniger als 1 PP Rückstand. Zweitmandate FDP: Vor Ausgleich Balingen, Hechingen-Münsingen, Sigmaringen, Bodensee. Durch Ausgleich Ravensburg, Reutlingen. Weitere drei Wahlkreise mit weniger als 1 PP Rückstand. Zweitmandate GRÜNE: Vor Ausgleich Tübingen, Reutlingen, Ulm. Durch Ausgleich Ravensburg. Ein weiterer Wahlkreis mit weniger als 1 PP Rückstand. Zweitmandate LINKE: Vor Ausgleich Tübingen. Durch Ausgleich Reutlingen. Weitere zwei Wahlkreise mit weniger als 1 PP Rückstand. Bewertung Gesamt: Vorteile durch Wegfall der systematischen Bevorzugung und Benachteiligung einzelner Regionen und Wahlkreise. Nachteile für SPD und FDP durch geringere Kalkulierbarkeit sicherer Zweitmandate. Zahlreiche Zufälle durch personenbezogene Effekte sind absehbar. Nachteile für FDP und GRÜNE durch unausgewogene Verteilung der Zweitmandate, war vorher aber auch nicht wesentlich besser. Künftig unsicherer Wahlkreis unter anderem für Kretschmann (GRÜNE). |

Bremer Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 30. Oktober 2009 - 17:10 Uhr: | |
@Kay Karpinski Wie kommen Sie darauf, daß die Linke in den Landtag kommt. Bitte belegen Siue dies anhand der Ergebnisse der letzten Landtagswahlen, der Europawahlen, der Kommunalwahlen oder langfristiger Umfragewerte. Die Bundestagswahl ist dafür nicht aussagekräftig. |

Max Stern
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Samstag, 31. Oktober 2009 - 11:22 Uhr: | |
Angesichts dessen, dass eine Umfrage von Infratest im Mai die LINKE bei 6% gesehen hat, ist ein Einzug immerhin möglich. http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/baden-wuerttemberg.htm Kein Grund verschnupft zu reagieren. |

nowhereman
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Sonntag, 01. November 2009 - 19:26 Uhr: | |
@ Kay Karpinsky wer nachlesen möchte, bei der BTW hatte ich im voraus dem SPD-Kandidaten keine Chance gegeben, was an dem Ausscheiden des alten Kandidaten lag. Die CDU holt nie und nimmer Mannheim I, hier wird bei der SPD Äpfel (BTW unbekannter Kandidat) mit Birne (LTW bekannter Mannheimer Stadtrat) gleichgesetzt und um beim Obstvergleich zu bleiben: bei der BTW hat ein bekannter Stadtrat für die CDU, der auch mehrmals schon in den BT gewählt wurde, die Kirschen aus dem Feuer geholt und glänzend abgeschnitten. Seit ich denken kann hat im Mannheimer Norden bei LTWs nie ein ernsthaft charismatischer Kandidat versucht, das Mandat zu gewinnen, wenn möglich, bewerben sich diese in Mannheim II. Zwar ist man in Mannheim I geringe Wahlbeteiligungen gewöhnt, gleichwohl sollte sich in anderthalb Jahren der Frust über die SPD gelegt haben - ob die Linken eine "interessante" Figur gegen die SPD aus dem Gewerkschaftslager aufstellen, das wird man dann sehen. Ich zweifle auch daran, dass die Grünen in Stuttgart-Mitte (wenn Cem Özdemir nicht antritt) punkten können, auch dort lag eine Situation vor, die sich so nicht wiederholen wird. Gerade in Stuttgart-Mitte werden sich die Kandidaten der SPD und der Linken aus Prestige anstrengen, weil dort der Sitz des Landtages ist. S1 wurde bei der vorletzten LTW von der SPD gewonnen, es gibt dort einige Quartiere mit einer eher nichtakademischen Klientel, selbst wenn der Zuschnitt jetzt etwas bürgerlicher wird. Das "linke Lager" teilt sich die Stimmen, bei dem guten Verhältnis in Stuttgart von CDU und FDP wird letztere sicher nicht einen Protagonisten aufstellen, da gibt es andere Gegenden (Stuttgart II). |

nowhereman
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Montag, 02. November 2009 - 11:29 Uhr: | |
Die Vermutung, der neue MP (Mappus?) würde der FDP Stimmen bringen und damit der CDU schaden, teile ich nicht, eher werden alte (..träger gewordene...) konservative Wähler wieder mal zur Wahl gehen, weil einer der ihren kandidiert. Der neue MP wird sich zu profilieren wissen, er war es, der schwarz-grün im Ansatz schon ablehnte 2006. Auch hatte er um die Stimmen der Republikaner 2001 und 2006 aktiv geworben. Wenn man die stark katholischen Regionen im Süden des Landes betrachtet, sollte ein Resultat wie 2006 erreichbar sein, also auch eine absolute Mehrheit nicht undenkbar. Die Einstimmenregelung in BW ist Gift für die FDP, weil taktisches Wählen kaum möglich ist. Die überhängende Partei ist weiter, jedoch etwas schwächer, im Vorteil, weil die Unterverteilung auf RB-Ebene Ausgleichsmandate erschwert. Die Wahlbeteiligung ist sicher ein Gradmesser für den Erfolg der CDU - schlecht wäre: eine niedere, weil Grüne und FDP stark, Linke drin. Je höher die Wahlbeteiligung, desto geringer Linke drin, desto schwächer FDP und Grüne, da kann man dann auch einige Großstadtwahlkreise verlieren, die CDU wird gestärkt aus der Wahl gehen. Eine extrem hohe Beteiligung, die der SPD nutzen könnte, aber der CDU auch nicht weh täte, ist unwahrscheinlich. |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Montag, 02. November 2009 - 12:26 Uhr: | |
@Nowhereman "Wenn man die stark katholischen Regionen im Süden des Landes betrachtet, sollte ein Resultat wie 2006 erreichbar sein, also auch eine absolute Mehrheit nicht undenkbar." Nun ja, bestes Zweitstimmenergebnis 43,2% in Biberach (es waren dort mal um die 80%) - so toll war das für die CDU nun wirklich nicht. Sie ist gerade in ihren Hochburgen auf dem absteigenden Ast. Nur in einem einzigen Wahlkreis holte die CDU die absolute Mehrheit der Erststimmen, das übrigens ganz im Norden (Odenwald-Tauber). Teile aber die Einschätzung, daß Mappus der CDU nicht schaden wird. "Die überhängende Partei ist weiter, jedoch etwas schwächer, im Vorteil, weil die Unterverteilung auf RB-Ebene Ausgleichsmandate erschwert." Entscheidend ist, daß der überhängenden Partei immer der letzte Sitz zufällt, wenn es ÜM gibt - bei bezirksweisem Ausgleich günstigstenfalls vier Mal. Relativ am stärksten überhängen wird die CDU im RB Stuttgart. Dort ist sie zwar etwas unterdurchschnittlich, aber nicht so viel, daß ihr das nennenswert schadete. "Die Einstimmenregelung in BW ist Gift für die FDP, weil taktisches Wählen kaum möglich ist." Ein Zwei-Stimmen-Wahlrecht wäre für die FDP wahrscheinlich wirklich etwas günstiger, aber trotz nur einer Stimme war sie schon bei der letzten LTW zweistellig und holte bei der Europawahl 14,1%. Taktisches Wählen geht ohnehin nicht bloß in eine Richtung. Es gibt im Übrigen auch Wahlkreise, wo der FDP-Kandidat das FDP-Ergebnis deutlich nach oben getrieben hat (z.B. Freudenstadt). "Je höher die Wahlbeteiligung, desto geringer Linke drin, desto schwächer FDP und Grüne, da kann man dann auch einige Großstadtwahlkreise verlieren, die CDU wird gestärkt aus der Wahl gehen." Der Linkspartei nutzt niedrige Wahlbeteiligung definitiv nicht: Europawahl: Wahlbet. 51,9% - Linke 3% Bundestagswahl: Wahlbet. 72,4% - Linke 6,4% Erst- und 7,2% Zweitstimmen Natürlich muß die untzerschiedliche Wahlbeteiligung nicht der einzige Grund für den großen Unterschied gewesen sein, aber es fand zwischen Anfang Juni und Ende September kein derartiger Auschschwung für die PdL statt, der das auch nur annähernd erklären könnte. Niedrige Wahlbeteiligung schadet ihr offenbar, was auch plausibel ist, wenn man die Klientel betrachtet. |

Kay Karpinsky
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Montag, 02. November 2009 - 15:45 Uhr: | |
"Relativ am stärksten überhängen wird die CDU im RB Stuttgart. Dort ist sie zwar etwas unterdurchschnittlich, aber nicht so viel, daß ihr das nennenswert schadete." Stuttgart oder Karlsruhe. Das wird auch davon abhängen, wer die Erstmandate in Stuttgart-Mitte und Mannheim-Nord gewinnt, also letzlich vom Binnenverhältnis SPD/GRÜNE. "Ein Zwei-Stimmen-Wahlrecht wäre für die FDP wahrscheinlich wirklich etwas günstiger, aber trotz nur einer Stimme war sie schon bei der letzten LTW zweistellig und holte bei der Europawahl 14,1%. Taktisches Wählen geht ohnehin nicht bloß in eine Richtung. Es gibt im Übrigen auch Wahlkreise, wo der FDP-Kandidat das FDP-Ergebnis deutlich nach oben getrieben hat (z.B. Freudenstadt)." In der Tat machen sich GRÜNE und FDP die Personalisierung auch zunutze, das betraf bei der FDP neben Theurer auch noch Pfister, Kleinmann und Ehret. Zum Problem wird das Wahlsystem aber in Wahlkreisen, wo es nach aller Erfahrung keine Chance auf ein Zweitmandat gibt. Schön ist das im RB Freiburg zu beobachten, der in einen grünen Teil (Freiburg und Umgebung) sowie eine gelben Teil (Schwarzwaldostseite) gegliedert ist. Nach der neuen Regelung ist ein FDP-Kandidat jetzt auch im großen WK Emmendingen chancenlos. Nur in Konstanz können es sowohl Grüne (sicher) als auch FDP (möglich) schaffen. Wenn das Argument, einem regionalen Kandidaten in den Landtag zu helfen, wegfällt, wählt man gerne mal die nächstliebste Partei. Das war 2001 und 2006 gut im WK Balingen zu beobachten, wo fast alle rot-grünen Wechselwähler SPD gewählt zu haben, um deren wackliges Zweitmandat zu stützen - für die Grünen ist in Balingen eh nix zu holen. Auch die FDP lag bisher bei Landtagswahlen in Balingen immer unter ihren Möglichkeiten, da ein Zweitmandat durch die geringe Größe des Wahlkreises unwahrscheinlich war. Da könnte es 2011 zu Verschiebungen kommen. Insgesamt bleiben allerdings viele Wahlkreise für FDP und GRÜNE im chancenlosen Bereich, so dass hier immer Ausschöpfungsdefizite geben wird. Auch regional und thematisch führt das zu Verengungen. Die FDP hat in vielen städtischen Wahlkreisen weiterhin keine Chance, die GRÜNEN hatten in früheren Jahren immer Probleme, das Themenfeld Landwirtschaft abzudecken (inzwischen achtet man da in einigen Umlandwahlkreisen auch drauf und 2011 könnte es aus Ravensburg und Schwäbisch Hall weitere Zuwächse in dieser Richtung geben). Die generelle Korrelation LINKE/Wahlbeteiligung ist nicht falsch, doch auch da wird sich der Aspekt der Personalisierung stärker auswirken. Die LINKE hat da wenig zugkräftige Leute, und Uli Maurer wird im Bundestag gebraucht. |

nowhereman
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 03. November 2009 - 10:43 Uhr: | |
@ Thomas Frings Odenwald-Tauber ist auch katholisch - die Stadt Buchen wird im Ländle wegen des alten Kennzeichens BCH als (B)esonders (C)hristliches (H)interland bezeichnet, TBB hat auch einen ähnlichen Ruf. Gerade weil Mappus stark Teufel nacheifert (Kritik an Homos, keine Adoption für gleichgeschl. Partnerschaften) wird er dort punkten, wo unter Filbinger und auch Teufel die CDU stark war im traditionell geprägten Teil des Landes, auch wenn er (aus deren Sicht leider) evangelisch ist. Vor allem Späth, teilweise Oettinger haben der CDU eher Erfolge in den großstädtischen Regionen besonders rund um Stuttgart (wo beide herstammen) mit wirtschaftlicher Kompetenz und kultureller Vielfalt gebracht, doch derzeit kann davon eher das Original (FDP) profitieren. Es bietet sich somit ein Wahlkampf zwischen CDU und FDP zur Mobilisierung an, wie er unter Oettinger nicht hätte stattfinden können. Hat für beide Parteien Vorteile, wenn die bundespolitische Stimmung bis dahin nicht umschlägt. Wenn dieses Szenario aufgehen sollte, dann wäre wie in den 80-er Jahren im RB Tübingen sogar neben den 11 WK-Siegern ein 12.Mandat für einen Ersatzbewerber möglich, in den letzten beiden Wahlen standen mit D-Hont immerhin der CDU gut 11 Mandate aufgrund der RB-Stimmenzahl zu, jetzt wird es mathematisch leichter daraus eine 12 zumachen. Ich weiß Sie und die FDP-Anhänger im Forum glauben an einen länger anhaltenden Erfolg dieser Partei, auch zu Lasten der CDU, ich denke eher, dass die FDP sich auf hohem Niveau mit einem Abschlag von ca. 3% in BW halten wird, das wird dann auch für benachbarte Länder RP, Hessen gelten, andere Länder sind mir räumlich zu weit entfernt, um Aussagen zu treffen. |
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