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Christian Schmidt (Unregistrierter Gast)
| | Veröffentlicht am Dienstag, 18. April 2006 - 10:54 Uhr: | |
Wenn ich das richtig verstehe gab es in der ersten Legislaturperiode des Bundestages beim Ausscheiden eines Wahlkreisabgeordneten eine Nachwahl. Meine Frage: Gab es da jemals einen Fall in dem ein bereits über die Liste gewählte(r) Abgeordnete(r) antrat? Und was für Regeln galten? Als Hintergrund: Im Wahlkreis Moray in Schottland findet am 27. April eine Nachwahl zum schottischen Parlament statt, und die Kandidaten von Nats und Tories sind (genauer: waren bis vor ein par Tagen) über die Liste gewählte Abgeordnete. In Schottland jedenfalls mussten beide ihren Sitz niederlegen bevor sie Kandidate werden konnten. (Und nur einer wird zurückkehren...) |

Morice (Unregistrierter Gast)
| | Veröffentlicht am Dienstag, 18. April 2006 - 11:36 Uhr: | |
Anscheinend trat kein MdB an http://www.wahlrecht.de/lexikon/nachwahl-1952.html das Wahlgesetz schien dem aber nicht entgegengestanden zu haben http://www.documentarchiv.de/brd/1949/wahlges.html |

ich (Unregistrierter Gast)
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 19. April 2006 - 15:35 Uhr: | |
@Christian Schmidt Warum legt ein präsumptiver Kandidat überhaupt sein Mandat nieder, um eine ungewisse Kandidatur zu ermöglichen. Das ist doch hirnrissig. Gibt es dafür plausible Erklärungen? |

Mitdenker (Unregistrierter Gast)
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 19. April 2006 - 15:41 Uhr: | |
Eine Kandidatur als Direktkandidat macht bekannter. Die Kandidaten denken vielleicht, "jetzt oder nie". Ihre Aussichten auf sichere Listenplätze bei der nächsten Wahl dürften nicht besonders hoch sein. |

Martin Fehndrich
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 19. April 2006 - 18:58 Uhr: | |
@Christian Schmidt Vielen Dank für den Hinweis. Das gemischten Wahlsystemen in der Überschrift stimmt allerdings nicht ganz, da bei der Nachwahl im Gegensatz zur Hauptwahl wieder reine Mehrheitswahl ohne Listenverrechnung gilt. Wenn man wikipedia glauben darf, waren alle 14 nachgewählten Abgeordneten vorher nicht im Bundestag. @ich Für die Partei macht es aufjeden Fall Sinn, wenn der beste Kandidat antritt, da hier ein zusätzlicher Sitz zu erobern ist. Vielleicht spiegelt es auch etwas das Selbstverständnis der Abgeordneten in Schottland wieder, bei dem Listenmandate als weniger wert angesehen werden. Auf jeden Fall steht man bei der Nachwahl im Rampenlicht (im Gegensatz zur Hauptwahl). In Neuseeland gab es 2004 (im Maori Wahlkreis Te Tai Hauauru) eine Nachwahl, bei der die bisherige Labour Wahlkreisabgeordnete ihr Mandat abgab und mit einer neugegründeten Maori Partei den Sitz wiedergewann. |

Christian Schmidt (Unregistrierter Gast)
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 20. April 2006 - 15:27 Uhr: | |
@ich: Nächstes Jahr finden in Schottland Parlamentswahlen statt. Sowohl die SNP wie auch die Tories haben bereits ihre Wahlkreiskandidaten für Moray für Mai 2007 bestimmt, und zwar eben jene zwei derzeitigen Listenabgeordneten (Richard Lochhead für die SNP und Mary Scanlon für die Tories). Da können die beiden doch jetzt nicht kneifen... Ich nehme mal an 2007 werden beide wohl wieder über die Liste abgesichert. |