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03.11.2002

Midterm Elections am 5. November 2002 in den USA

Alle 2 Jahre am Dienstag nach dem ersten Montag im November ist Election Day in den USA. Ein Drittel der Senatoren und das Repräsentantenhaus der USA, aber auch Gouverneure und Abgeordnete der einzelnen Bundesstaaten werden neugewählt.
Während bei den Neuwahlen von 34 der 100 Senatoren mit Spannung erwartet wird, ob die Republikaner die Senatsmehrheit wiedergewinnen können, scheint die Wahl im Repräsentantenhaus schon vor dem Urnengang gelaufen zu sein.

Der Grund: Comuter Driven Gerrymandering

Alle 10 Jahre werden die findet in den USA eine Volkszählung statt und aufgrund dieser Ergebnisse werden die Sitze des Reräsentantenhauses neu auf die Bundesstaaten verteilt. Infolge dessen, werden die Wahlkreise neu festgelegt. Die Grenzen der Wahlkreise werden dabei aber in den meisten Fällen von den örtlichen Politikern und nur in Ausnahmefällen von einer unabhängigen Kommission gezogen.

Unter der Nebenbedingung, daß jeder Wahlkreis ungefähr die gleiche Einwohnerzahl hat, sind die Wahlkreise dabei so gezogen worden, daß die eigene Partei möchlichst viele Sitze gewinnen wird.

Das Problem, die Bevölkerungsstruktur nach allen möglichen Parametern zu analysieren um dann die Grenzen der Wahlbezirke zum eigenen Vorteil optimal zu ziehen, kann inzwischen von leistungsfähigen Computerprogrammen erledigt werden. Diese neue Qualität der computergestützten Wahlkreiseinteilung, hat dazu geführt, daß nur in wenigen Repräsentantenhauswahlkreisen der Ausgang der Wahl offen. In vielen Wahlkreisen tritt überhaupt nur ein Kandidat an.

Geov Parrish von workingforchange.com bemängelte dazu, daß eine Reaktion auf das Chaos durch das knappe Wahlergebnis der Präsidentschaftswahl 2002 zu sein scheint, knappe Ausgänge zu verhindern und John Fund warnt im Wall Street Journal vor einem System, bei dem die Gewählten sich ihre Wähler aussuchen statt umgekehrt.

Die Wahlkreise nehmen dabei zum Teil recht groteske Formen an. So ist ein Wahlkreis in Florida ist 90 Meilen lang aber nirgendwo breiter als drei Meilen (vgl. Der Standard vom 22. Oktober 2002).


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von Martin Fehndrich