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Die Wahl ist NICHT gelaufen !

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Michail
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 00:02 Uhr:   

Ganz egal, ob nun die CDU oder die SPD stärkste Partei wird,
der Abstand wird auf jeden Fall ganz, ganz knapp.
Ein Abstand wird jedoch etwas deutlicher ausfallen, nämlich der
zwischen FDP und den Grünen - das könnte für Schwarz-Gelb selbst
dann noch reichen, wenn die SPD leicht (etwa 1,5 %) stärker wird
als die Union, vorausgesetzt, die PDS zieht nicht in den Bundestag ein.
Dass Westerwelle lieber mit Stoiber regieren würde, hat sich am Freitag
im Bundestag ja ganz klar gezeigt - er will nur den Preis für die Beteiligung
an einer Koalition in die Höhe treiben - wie Merkel im Januar '02
bei ihrem Verzicht auf die Kanzlerkandidatur...

Schröders Problem könnte sein, dass diese 40 % (FGW und FORSA) es
mit ihrer angekündigten Wahlabsicht nicht so ernst meinen,
währenddessen die FDP- und vor allem Unions-Anhänger, wie bereits
mehrfach in diesem Forum erwähnt, doch etwas disziplinierter beim
Urnengang sind.
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kaktus
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 00:07 Uhr:   

"Schröders Problem könnte sein, dass diese 40 % (FGW und FORSA) es
mit ihrer angekündigten Wahlabsicht nicht so ernst meinen,
währenddessen die FDP- und vor allem Unions-Anhänger, wie bereits
mehrfach in diesem Forum erwähnt, doch etwas disziplinierter beim
Urnengang sind."

Dazu im Forum "Kann die Union noch stärkste Partei werden" nachschlagen.
Deshalb halte ich es für unangebracht, schon wieder ein neues Forum auf zu machen.
Alles, was Michail anspricht, läßt sich auch woanders abarbeiten.
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hico
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 00:15 Uhr:   

Deutschlandtrend hat gestern gezeigt, dass über 60% der Befragten eine Irakbeteiligung mit UN Mandat befürworten.
In der BamS steht morgen, der BND hätte die Bundesregierung über irakische Entwicklung verngesteuerter Biotechnikwaffen informiert.
Wenn die Zeit noch reicht, wird das wählende Volk feststellen, dass die Regierung Schröder zu populistischen Schnellschüssen neigt, die bisher meist nach hinten losgegangen sind oder zumindest nach einer Woche niemand mehr interessiert (Kampfhundeverordnung...)
Die Wahl ist nicht gelaufen Aber es wird zeitlich eng für die Union !
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Bushfeuer
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 00:27 Uhr:   

Union ist ohne Koordinatensystem in der Außenpolitik
Die Union ist unsicher. Seitdem die Außenpolitik um das brisante Thema Irak kreist, finden die beiden C-Parteien keine einheitliche Linie. Die Positionen wechseln ebenso häufig wie die verschiedenen Personen, die sich wichtigtuerisch und wenig qualifiziert zu Wort melden. Der eigentliche Experte für Außenpolitik in Stoibers „Kompetenzteam", Wolfgang Schäuble, scheint dabei keineswegs die unangefochtene Stellung einzunehmen, die seine Position eigentlich nahelegte.
„Sie können davon ausgehen, dass sich Deutschland in einer angemessenen Form beteiligen würde", gab Schäuble zu Beginn der Debatte in Deutschland bekannt –Stoiber sagte daraufhin vorsichtshalber erstmal gar nichts. Vielmehr schickte er, als die Umfragen verdeutlichten, dass weite Teile der Bevölkerung eine militärische Beteiligung Deutschlands ablehnten, Michael Glos vor, der die neue Linie verkünden durfte: „Es besteht bei uns keinerlei Absicht, das kann ich auch für den Kanzlerkandidaten sagen, sich an einem militärischen Abenteuer irgendwo in der Welt zu beteiligen – schon gerade nicht in Irak" (Frankfurter Rundschau, 17.08.02).
Nach diesem taktischen Schwenk auf die Linie der Regierung, bei dem Glos en passant noch gleich den Außenexperten Schäuble düpierte, folgte schon wenig später eine erneute Kehrtwende. Die alte und neue Devise hieß: Militärische Unterstützung ja, wenn ein UN-Mandat vorliege.
Die Union, die der SPD in der Behandlung der Irak-Frage gerne Wahlkampftaktik vorwirft, rührt seitdem selbst mehr oder minder virtuos die Werbetrommel. Dass Schäuble, Merz, Glos und nun auch Schönbohm dabei weit übers Ziel hinausschießen und mittlerweise jegliches Gefühl für Anstand vermissen lassen, zeigt, wie überfordert und hilflos sie in der Situation sind.
Verfälschend und gefährlich ist es, wenn Schäuble behauptet, Schröder habe die Irak-Debatte „ohne Not vom Zaun gebrochen"; wenn Merz Schröder zum Kronzeugen Saddam Husseins macht; wenn Schönbohm Schröder als heimlichen Komplizen des irakischen Diktators darstellt. (Mannheimer Morgen, 11.09.2002, AP, 11.09.2002, ddp, 12.09.2002). Glos verstieg sich gar zu der Behauptung, dass Schröder und die „sich widerspruchslos ergebenden Grünen" alles einsammelten, „was es auf der rechten und auf der linken Seite des politischen Spektrums an antiamerikanischen, antisemitischen oder antijüdischen Empfindungen" gäbe (Leipziger Volkszeitung, 10.09.2002).
In den vier Jahren Opposition ist der Union offensichtlich ein zuverlässiges Koordinatensystem abhanden gekommen, das ihr erlauben würde, die Handlungen der Regierung realistisch einzuschätzen. Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker stellte erst kürzlich fest: „Die deutsch-amerikanische Freundschaft wird durch die aktuelle Außenpolitik nicht beschädigt" (dpa, 10.09.2002). Unterdessen warnte der evangelische Bischof von Berlin-Brandenburg, Wolfgang Huber, im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Terrorismus vor weiteren militärischen Schritten. Dies gelte ausdrücklich auch für den Irak (dpa, 11.09.2002).
Kritisch wird derzeit die Diskussion in den Vereinigten Staaten geführt. Ebenso wie UN-Generalsekretär Kofi Annan, warnte Jimmy Carter vor einem militärischen Alleingang der USA. Der frühere US-Präsident befürchtet, dass ein harter Kern von Konservativen versuche, lang gehegte Pläne unter dem Deckmantel des Kriegs gegen den Terrorismus zu realisieren (Washington Post, 05.09.2002).
Kritik kommt unterdessen auch aus dem amerikanischen Kongreß. Mitglieder beider Parteien kritisierten Bush, der in seiner jüngsten Ansprache am 4. September kaum überzeugende Argumente für einen Militäreinsatz geliefert habe (AP, 05.09.2002).
Demgegenüber erscheinen die Anschuldigungen der Union unbegründet bis absurd.
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 12:20 Uhr:   

Zu Eurer Information: Die Titelgeschichte des "SPiegel" vom 16.09., heute auf Spiegel-Online. Ich denke, sie ist ganz interessant.
Das Comeback des Kanzlers

Nach den neuesten Umfragen zur Bundestagswahl gehen SPD und Grüne als Favoriten in den Endspurt. Die Stimmung in der Union beginnt zu kippen - und die bisherige Lagerformation Schwarz-Gelb gegen Rot-Grün auch: Immer mehr Spitzenliberale setzen auf Gerhard Schröder.


DER SPIEGEL

Kopf an Kopf


Sieht so ein Politiker aus, der sich seines Sieges sicher ist? Beinahe starr, die Hände krampfhaft ans Rednerpult geklammert, hält Edmund Stoiber am Freitagvormittag vergangener Woche im Bundestag seine letzte Kandidatenrede. Er hat getan, was er tun konnte, und blickt nun unverhohlen in Richtung Kanzlersessel. Den will er demnächst haben, aber noch sitzt Gerhard Schröder drauf.

"Aufschwung oder Abschwung, aufwärts oder abwärts", ruft der bayerische Ministerpräsident erregt über die Köpfe hinweg und beschwört etwas hilflos, was er die für den kommenden Sonntag in Deutschland anberaumte "Richtungsentscheidung" nennt.

Schröder lacht.

Bei dem regierenden Sozialdemokraten, der sich eigentlich vorgenommen hat, den Staatsmann zu geben, bricht nun seinerseits voll der Wahlkämpfer durch. "Sie wollen vielleicht Kanzler werden", verhöhnt er eisig den spürbar verunsicherten Herausforderer, "aber Sie haben nicht die Fähigkeiten dazu."


DER SPIEGEL

Wahlszenario: Fortsetzung Rot-Grün


Der Amtsinhaber, der Anfang August noch hoffnungslos abgeschlagen schien, wirkt in diesem Augenblick, wie ihn sein Generalsekretär Franz Müntefering derzeit den Bundesbürgern auf Zigtausenden Plakaten nahe zu bringen versucht. Slogan: "Wir schaffen das" - eine Botschaft, die sich erfüllen könnte.

Denn wenige Tage vor dem 22. September ist die Frage, wer am Ende in das 145 Quadratmeter große Amtszimmer im siebten Stock des Gebäudes an der Willy-Brandt-Straße 1 in Berlin-Tiergarten einzieht, zwar weiterhin offen - doch die Stimmung, vermelden die Demoskopen, schlägt nun deutlich zu Gunsten von Sozialdemokraten und Grünen um. Und diese Wende spiegelt sich auch auf der letzten Sitzung der 14. Legislaturperiode im Reichstag wider.


DER SPIEGEL

Wahlszenario: Ampel - SPD, FDP und Grüne


Zum ersten Mal im entscheidenden Jahr 2002 liegt das Regierungsbündnis bei den Demoskopen vor CDU/CSU und FDP. Falls die PDS aus dem Bundestag ausscheidet, hätten der Kanzler und sein Außenminister Joschka Fischer ihr Ziel - die von Schröder vielfach erbetene "zweite Halbzeit" spielen zu dürfen - in einem enormen Schlussspurt doch noch erreicht.

Selbst nervenstarke Polit-Profis aus den Fraktionen von Rot und Grün hatten bis Ende Juli an diese Aufholjagd kaum mehr geglaubt. Die Genossen diskutierten da bereits unter der Hand, wie der nächste SPD-Vorsitzende nach Schröder heißen solle. Doch mit seiner zupackenden Art - zunächst während der Flutkatastrophe und danach im Irak-Konflikt - machte allen voran der Kanzler einen für nahezu uneinholbar gehaltenen Rückstand wett.


DER SPIEGEL

Wahlszenario: CDU koaliert mit FDP


Plötzlich scheint eine Fortsetzung der rot-grünen Regierungspolitik doch noch möglich. Der gemessen an seinem Rivalen weit populärere Gerhard Schröder bliebe ebenso im Amt wie der seit Hans-Dietrich Genscher beliebteste Außenminister, Joschka Fischer - und mit beiden die häufig gescholtene 68er Generation, ein "Spuk", den Stoiber zu vertreiben versprach.

Mit einem Male scheint die Mehrheit der Menschen der "Schlusslicht Deutschland"-Kampagne der Union überdrüssig zu sein, und die Wahlkampftrümpfe des Herausforderers - Arbeitslosigkeit, Mittelstand, Konjunktur - wirken seltsam ausgereizt. Die auf diesen Feldern eher bescheidene Bilanz der amtierenden Regierung stößt kaum noch auf Interesse.


DER SPIEGEL

Wahlszenario: SPD koaliert mit FDP


In der Schlussphase konzentriert sich die Koalition ganz auf die Inszenierung des Kanzlers als Krisenmanager. "Keinem wird es nach der Flut schlechter gehen als vorher", verspricht der Kanzler - und wie es aussieht, gelingt es ihm, auf diese Weise ähnliche Effekte zu erzeugen wie mit seiner Widerspenstigkeit gegenüber dem großen Amerika in der Irak-Debatte.

Kaum eine Show-Einlage lassen die Regierenden aus, um sowohl das Hochwasser als auch den drohenden Krieg im Bewusstsein zu halten - und wenn es denn sein muss, unter Einsatz von Bundeswehr-Blaskapellen, mit denen Verteidigungsminister Peter Struck in dieser Woche auf dem Bonner Münsterplatz für die Opfer der Flutkatastrophe sammeln will.


DER SPIEGEL

Wahlszenario: Große Koalition


So viel Dreistigkeit lässt die Union in hilfloser Wut zurück. Manche Parteichristen, die ihre Kabinettslisten längst fertig gestellt hatten, sehen sich durch des Kanzlers Chuzpe um den sicheren Sieg betrogen. CSU-Landesgruppenchef Michael Glos beschimpft den Sozi als "üblen Westentaschen-Machiavelli". Skrupellos verspreche der den Menschen einen Kurs, den er nach der Wahl niemals halten könne.

Aber wie dagegen anzukämpfen ist, weiß auch er nicht. "Unsere differenzierte Position ist schwieriger vermittelbar als Schröders blinder Populismus", ärgert sich der CDU-Außenpolitiker Friedbert Pflüger.

Was ist mit der Rekordzahl an Pleiten im Land oder was mit der wachsenden Arbeitslosigkeit? Unvermittelt bannt die Menschen der mögliche Krieg in einem Land im Mittleren Osten weit mehr - und die Union fühlt sich, als hätte der Kanzler die Wähler unter Hypnose gesetzt.

Während SPD-Generalsekretär Müntefering am Donnerstag vergangener Woche im Bundestag genüsslich an einem Zigarillo zieht, ringen die CDU/CSU-Abgeordneten um Fassung. Ihre wochenlang demonstrativ zur Schau gestellte Siegeszuversicht ist längst verflogen, niemand weiß, wie man der Offensive der Koalition begegnen soll.

Der gewaltige Schwenk in den Meinungsumfragen nach dem zweiten TV-Duell der beiden Spitzenkandidaten traf die Union völlig unvorbereitet, und sie ergeht sich hadernd in Fragen. Kann es nicht sein, dass sich die Demoskopen irren? "Warum sind die so sprunghaft?", quält sich einer der Chefstrategen. Wie kann etwa Allensbach der Union noch Ende August sieben bis acht Punkte vor der SPD einräumen, um dann binnen weniger Tage plötzlich einen Gleichstand der Großen zu konstatieren?

"Damit konnte man nicht rechnen", gibt CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer zu. Doch auch der Chef des Meinungsforschungsinstituts Emnid, den der CDU-Wahlkampfmanager vergangenen Dienstag ins Konrad-Adenauer-Haus bat, hatte keine Erklärung parat. "Alle politischen Gesetzmäßigkeiten scheinen außer Kraft", teilte Klaus-Peter Schöppner ratlos mit.

"Seit August haben wir eine andere Zeitrechnung", hat Allensbach-Chefin Renate Köcher plötzlich erkannt. Das Hochwasser habe "sich wie eine Wand vor die anderen Themen geschoben". Außerdem seien von ihr wohl die enorme Wirkung der TV-Duelle und das Thema Irak unterschätzt worden.

Das kann man so sagen. Noch am 4. September hatte die Meinungsforscherin behauptet, die Beteiligung der Deutschen an einer Irak-Intervention spiele für die Wähler "eine nachgeordnete Rolle". Auf den Fluren der Unionsfraktion erzählen sich Referenten, wie Frau Köcher in derselben Woche dem Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz einen ziemlich markanten Satz zugeraunt habe: "Nur noch Idioten in den Reihen der Union können den Wahlsieg verhindern."

Aber da gab es in der Parteizentrale längst Indizien, dass die Analysen vom Bodensee nicht ganz zutreffen konnten.

Laurenz Meyers Eingeständnis, Schröder habe "es geschafft, durch das Irak-Thema die Wähler dreist zu verunsichern", erwies sich als schwer untertrieben. Von den Wahlkampfständen berichtete die CDU-Basis nach Berlin, reihenweise meldeten sich vor allem ältere Damen, die darüber klagten, ausgerechnet von ihrer Partei "in den Krieg geführt" zu werden. Mit der Furcht vor einem Waffengang gegen Saddam Hussein, bestätigte darüber hinaus die an die Union adressierte Bürgerpost, mobilisierte der Kanzler nicht nur die eigenen Anhänger. Er punktete bis tief in die Stammwählerschaft der Konservativen.

Schröders klare Positionierung, die er geschickt mit antiamerikanischen Ressentiments vermischte, zieht bei Linken, nationalen Rechten und besonders im Osten des Landes. "Wir sind begeistert", jubelt Juso-Chef Niels Annen. "Schröder trifft den richtigen Ton", pflichtet die Vorgängerin Andrea Nahles, sonst notorische Kanzler-Kritikerin, bei.

"Die Leute sagen: Die Amerikaner verhageln uns die Wahl", klagt der CDU-Chef-Außenpolitiker Karl Lamers. Und keinem ist bislang ein Mittel gegen die eingängigen Schröder-Parolen eingefallen. Ein Parteistratege: "Der hat nur einen Satz, wir brauchen drei."

Hinter den Kulissen haben bei der Union die Schuldzuweisungen bereits begonnen. Der versteckte Streit um das richtige Verhältnis zum Irak-Konflikt - Weichspüler Stoiber gegen Atlantiker Wolfgang Schäuble - eskalierte am vergangenen Freitag. Der Schatten-Außenminister warf dem Kanzlerkandidaten in der "Financial Times Deutschland" vor, "den Rückwärtsgang" einzulegen.

Die CSU habe sich rot-grünen Warnungen vor einem "Abenteuer" aus Angst vor den Demoskopen angeschlossen. "Wir werden in Grundfragen der Außenpolitik niemals opportunistisch entscheiden", belehrte Schäuble die Novizen auf diesem Gebiet.

In ihrer Not entsandte die Union den einstigen obersten deutschen Soldaten und ehemaligen Nato-General Klaus Naumann nach Washington, um von der US-Administration Wahlhilfe zu erbitten. Naumann sollte Außenminister und Ex-General Colin Powell, seinen alten Bekannten, zu einer öffentlichen Erklärung verleiten: Die USA, so der erhoffte Text, hätten nie daran gedacht, deutsche Soldaten für den Irak anzufordern - vor allem schon wegen der schlechten Ausrüstung der Bundeswehr nicht.

Auf diese Weise, kalkulierten die Strategen von CDU und CSU, könne man Schröders Anti-Kriegs-Feldzug möglicherweise als Wahlkampftrick entlarven und die stecken gebliebene Bundeswehrreform auf die Tagesordnung hieven.

Inzwischen wäre die Unionsspitze heilfroh über ein Wahlergebnis, das sie vor Wochen noch fürchtete: ein Resultat, bei dem CDU/CSU und SPD in etwa gleichauf lägen und die FDP sich zwischen sozial-liberal und christ-liberal zu entscheiden hätte. Dann werde die FDP zwar die Volksparteien "gnadenlos gegeneinander ausspielen", wie Fraktionschef Merz warnte - aber immerhin könnte sie der Union, genügend eigene Nachgiebigkeit vorausgesetzt, zurück an die Macht verhelfen.

Eine Liebesheirat wäre das nicht, denn Stoiber ist der lärmende Spaßkurs von FDP-Chef Guido Westerwelle zutiefst suspekt. Ob der 40-jährige Hansdampf in allen Gassen ein seriöser Partner sei, fragte der SPIEGEL den Kandidaten. "Ich glaube ja", entgegnete der preußisch-korrekte Bayer mit kaum verhüllter Skepsis.

Die Unionsgranden fürchten außerdem, dass der Chef der Liberalen seine Kombattanten nicht im Griff hat. Als Beleg dafür werten sie vor allem die FDPinterne Auseinandersetzung um die antiisraelischen Äußerungen von Parteivize Jürgen Möllemann. "Westerwelles Autorität ist stark beschädigt", sorgt sich die CDU-Vorsitzende Angela Merkel im kleinen Kreis.

Auch die personellen Vorstellungen von Union und Liberalen wären im Falle eines Bürgerblock-Bündnisses nur schwer in Einklang zu bringen. "Es gibt eine Regierung mit mir nur mit Lothar Späth", tönte Stoiber vergangene Woche. Ein Superressort für Arbeit und Wirtschaft, wie er es dem beliebten Polit-Manager zugesagt hat, stößt bei FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt auf erhebliche Bedenken: "Dann hätte Späth doch gleich als Kanzler kandidieren sollen."

Tatsächlich wird längst an Ausstiegsszenarien für das Schwaben-Cleverle gewerkelt - ähnlich wie 1998 bei Schröders Wirtschaftsmann Jost Stollmann, der wegen der ihm auferlegten Kompetenzbeschneidungen nach der Wahl auf das Amt verzichtet hatte.

So ähnlich käme es wohl wieder. Schon vorvergangene Woche sagte CSU-Vize Horst Seehofer, im Unionskompetenzteam für Soziales und Gesundheit zuständig, dem vermeintlichen Superminister klar den Kampf an. Er und nicht Späth werde für die Arbeitslosenversicherung zuständig sein.

Stoiber-Sprecher Martin Neumeyer bekräftigt derweilen, die staatliche Aufsicht und die Abwicklung der Arbeitslosenversicherung lägen "bei Seehofer". Jenoptik-Sanierer Späth hatte dagegen stets betont, er werde nur in ein Kabinett eintreten, wenn man das Ministerium nach seinen Vorstellungen zuschneide. Dazu gehöre, so sein Sprecher unmissverständlich, auch die Arbeitslosenversicherung - "und dabei bleibt es".

Späths Abgang von der Bühne würde Stoiber die Regierungsbildung wesentlich erleichtern. FDP-Mann Rainer Brüderle bekäme das Wirtschaftsministerium, Unionsfraktionschef Merz das Finanzressort, und für die CDU-Vorsitzende Angela Merkel wäre der Weg an die Fraktionsspitze frei.

Für ihre Reformprojekte könnten Union und FDP zwar mit einer schwarz-gelben Mehrheit im Bundesrat rechnen, zugleich aber auch mit erheblichem Druck von der Straße. "Dann stimmt das Feindbild wieder", sagt ein Vertrauter von IG-Metall-Boss Klaus Zwickel. Selbst gemäßigte Arbeitnehmerführer wie IG-Chemie-Boss Hubertus Schmoldt drohen bei geplanten Einschnitten in der Arbeitsmarktpolitik bereits jetzt mit Massendemonstrationen (siehe Seite 92).

Umso stärker entbrannte deshalb eine hektische Debatte um die richtige Strategie für die letzten Wahlkampftage. Westerwelle setzte zunächst weiter auf Äquidistanz zu Union und SPD, auf Leihstimmen aus beiden Lagern und seine Rolle als Königsmacher nach dem Gang an die Urne.

Inzwischen scheint er jedoch ins Lager von Jürgen Möllemann, dem Chef der NRW-Liberalen, und dessen politischem Ziehvater Hans-Dietrich Genscher überzulaufen. Die beiden haben den Glauben an einen Wahlerfolg Stoibers verloren und setzen, wie zunehmend auch Westerwelle, auf die sozial-liberale Karte.

Wenn Schröder Kanzler bleibe, so ihr Kalkül, müssten die Liberalen die Grünen an seiner Seite verdrängen. Die FDP müsse deshalb mit der Parole hemmungslos im Lager der Unionswähler auf Stimmenfang gehen, um wenigstens das Ärgste - Rot-Grün - verhindern zu können.

Doch mit den wenig erfreulichen Umfragedaten geht bei Westerwelle und Co. zugleich die Angst um, die sicher geglaubte Regierungsbeteiligung - mit wem auch immer - vollends einzubüßen. Ein einstelliges Ergebnis, nahe bei den Grünen, wäre ein blamabler Zusammenbruch des großspurigen "Projekts 18" - und der Autorität der Parteiführung.

FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper steht so schon jetzt unter heftigem Beschuss. Nach ihrem Erfolg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt habe sie sich aus Eigennutz und Karrierestreben geweigert, in den Niederungen der Landespolitik ein Amt anzutreten. Damit habe sie zahllose potenzielle Wähler in Ostdeutschland vor den Kopf gestoßen.

Und auch Westerwelle wird vorgehalten, allzu lange die Ulknudel gemimt zu haben. Noch heftiger lässt sich die interne Kritik an Möllemann vernehmen. Er habe seine eigene "Strategie 18" durch den Streit mit dem Zentralrat der Juden unterminiert.

In der SPD löst die Annäherung von Liberalen und Grünen in den Umfragen bei rund acht Prozent gemischte Gefühle aus.

Nur 13 Prozent ihrer Anhänger, ermittelte gerade das Institut Infratest dimap, befürworten ein rot-gelbes Bündnis, 53 Prozent der sozialdemokratischen Parteigänger sprechen sich indes für eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition aus.

Bei der Aussicht, die Macht mit den Liberalen teilen zu müssen, befallen vor allem die SPD-Funktionäre unübersehbare Abwehrreflexe. Mächtig droschen deshalb vergangene Woche der Kanzler und sein oberster Parteigehilfe Müntefering noch einmal auf den möglichen Partner ein.

"Was die FDP jetzt aufgeschrieben hat, ist eine andere Politik", höhnte der SPD-General. Die Freidemokraten seien "die beweglichste aller Parteien. Die können den Kopf um 360 Grad drehen".

Dabei wird das rot-gelbe Szenario in der SPD längst durchgespielt. Resultat: Wenn die Freidemokraten zwischen Schröder und Stoiber entscheiden können, ist am Wahlabend zügiges Handeln angesagt - so wie 1969 bei der Gründung des ersten sozial-liberalen Bündnisses.

Seinerzeit rief Willy Brandt noch in der Wahlnacht den FDP-Vorsitzenden Walter Scheel an. Der Sozialdemokrat köderte den Kompagnon mit dem Angebot, die Liberalen könnten in einer Koalition drei Ministerien übernehmen - bei freier Auswahl der Ressorts. "Ich möchte einen starken Partner", schmeichelte damals der SPD-Chef. Die Union hatte das Nachsehen - und landete 13 Jahre auf der Oppositionsbank.

Die Erinnerung an diesen Coup wirkt bis heute. Für den SPD-Gewerkschaftsflügel ist eine Kooperation mit der FDP zwar immer noch undenkbar, aber andere Parteilinke könnten sich mit einem sozial-liberalen Bündnis durchaus anfreunden: "Das wäre im Notfall immer noch besser als eine Große Koalition", sagt etwa die Linken-Sprecherin Andrea Nahles.

Überhaupt keine Berührungsängste hätten mehrere SPD-Ministerpräsidenten. Einer von ihnen sagt: "Rot-Gelb - das brächte durchaus Innovation in die Bundespolitik."

Vor allem mit Schröder wäre, gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz, die Koalition mit der FDP durchaus vorstellbar. Wunschpartner sind die Liberalen für ihn nicht, doch als Helfer bei der Durchsetzung notwendiger Spar-Operationen könnte der Kanzler die Partei gut brauchen. Zum Beispiel dann, wenn es um Einschnitte ins soziale Netz ginge, für die es auf SPD-Parteitagen keine Mehrheit gäbe. Die würden sich die Reformer in der SPD von den Liberalen abtrotzen lassen.

Aber schon in der Gesundheitspolitik "wollen beide Parteien in verschiedene Richtungen", prophezeit ein Stratege im Kanzleramt. "Die Apotheker- und Ärztepartei FDP darf auf keinen Fall das Gesundheitsministerium bekommen. Dann gibt es Krieg", weissagt ein SPD-Sozialpolitiker im Parlament.

Auch die von den Liberalen notorisch beschworene Steuersenkung wird die SPD kaum mittragen wollen. "Steuersenkung ist deren Breitband-Antibiotikum", höhnt der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel. "Steuervereinfachung ist in Ordnung - Steuersenkung nicht."

Um die Mehrheit im Bundesrat ist den Spitzengenossen nicht bang. Rot-Gelb wäre zwar in der Länderkammer weit von einer eigenen Gestaltungsmacht entfernt, aber Gabriel sieht Chancen: "Die Interessen der CDU-Länder sind zu unterschiedlich. Wenn die Union nicht gewinnt, bricht sie im Bundesrat auseinander."

Alle Planspiele mit den angestammten Koalitionen - Schwarz-Gelb, Rot-Gelb und Rot-Grün - beruhen jedoch darauf, dass die PDS an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert und auch nicht mit Hilfe dreier Direktmandate ins Parlament einzieht. Beides erscheint nun wenige Tage vor der Wahl nicht unwahrscheinlich: Umfragen zufolge befinden sich die Postkommunisten im Osten im Abwärtstrend.

Dabei kommt viel zusammen. Nach dem Rücktritt Gregor Gysis wegen der Bonusmeilen-Affäre wirkt die Partei noch grauer. Statt des schlagfertigen Talkshow-Profis langweilt nun der PDS-Fraktionschef Roland Claus die Zuschauer in Fernseh-Diskussionen - und manchmal sogar zweimal am Abend. Dahinter steckt Methode: Die Männer der Parteispitze versuchen vor allem, die blasse Chefin Gabi Zimmer (Parteispott: "Zonen-Gabi") vom Bildschirm fern zu halten.

Auch die Ressentiments gegen die Wessis, denen die PDS ihre Stärke im Osten verdankt, verfangen seit der Flutkatastrophe und der anschließenden Solidaritätswelle wenig. Darüber hinaus treibt Schröders Irak-Politik die Wähler in Scharen aus den Armen der PDS zur SPD. Als wichtigstes Ziel bezeichnen PDS-Anhänger nach internen Parteiumfragen, Stoiber zu verhindern - weswegen viele ihre Zweitstimme wohl den Sozialdemokraten geben werden.

Einen zusätzlichen Dämpfer verheißt der SED-Nachfolgeorganisation die Neuaufteilung der Wahlkreise, mit der der Bundestag nach dem 22. September um rund 60 Abgeordnete verkleinert wird. 1998 hätte die PDS in den heutigen Wahlkreisen, so ermittelte Bundeswahlleiter Johann Hahlen, nur zwei statt vier Mandate direkt gewonnen.

Aber wenn die PDS doch wieder ins Parlament einzieht, schlägt wohl die Stunde der Großen Koalition - der Elefantenhochzeit von SPD und Union. Rein rechnerisch wäre dann auch eine Ampel aus SPD, FDP und Grünen möglich, doch haben die Liberalen dieses bunte Dreierbündnis auf ihrem letzten Parteitag genauso kategorisch ausgeschlossen wie der Kanzler eine von der PDS geduldete rotgrüne Minderheitsregierung.

Aus Schröders Sicht war ein Sanierungsbündnis mit der CDU/CSU schon 1998 die Wunschkonstellation. Eine Riege der starken Männer und Frauen aus beiden Volksparteien unter seiner Leitung, so seine damalige Überlegung, hätte die überfälligen Reformen bei Steuern, Rente, im Gesundheitswesen und auf dem Arbeitsmarkt leichter durchsetzen können.

Und wäre das nicht auch diesmal eine solide Truppe? Schröder, Schily und Eichel an einem Kabinettstisch mit Merkel, Schäuble und Seehofer? Gäbe es womöglich sogar Zwei-Drittel-Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat für eine Staatsreform mit moderneren Zuständigkeiten und Kompetenzaufteilungen zwischen Bund und Ländern?

Die pragmatischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement (SPD, Nordrhein-Westfalen) und Edmund Stoiber (CSU, Bayern) dürften, wenn sich der Staub des Wahlkampfs erst verzogen hat, durchaus ein erfolgreiches Gespann bilden.

Und auch die Gewerkschaften könnten sich, so ergab eine mehrstündige Klausur der DGB-Spitze am vergangenen Mittwoch, mit einer Großen Koalition anfreunden. Auf sieben Seiten spielten die Arbeitnehmer-Funktionäre die denkbaren Szenarien des Wahlausgangs durch. Fazit: Jede Allianz bietet Chancen - solange die FDP nicht dabei ist.

"Wenn der Wähler eine Entscheidung trifft, die keine andere Möglichkeit zulässt, dann muss man sie machen, und dann ist sie auch kein Unglück", pflegt CDU-Vordenker Schäuble zur Großen Koalition zu sagen. Für dessen Parteifreundin Angela Merkel wäre sie ein Probelauf. Unter Kanzler Schröder stünden ihr immerhin das Außenministerium und der Titel der Vizekanzlerin offen.

Selbst wenn Merkel dieses Bündnis keinesfalls sehnlich erwartet ("Stellen Sie sich vor, wie die FDP dann agieren würde"), registrieren die Sozis, wie auffällig die behutsame CDU-Dame eine schroffe Konfrontation mit dem SPD-Führungspersonal schon seit längerem vermeidet. Ein Streitgespräch im Fernsehen mit Wolfgang Clement geriet beinahe zur Schmuse-Show - und vergangenen Montagabend verschwand sie nach einem TV-Duell mit dem Kontrahenten Hans Eichel zu einem ausgedehnten Besuch in einem Berliner Restaurant.

Führende Christdemokraten fürchten aber, dass sie in einer SPD-geführten Regierung am Ende die Verlierer wären. Der kleinere Partner in einer Großen Koalition befände sich naturgemäß in der schwierigeren Lage.

So sieht es auch die SPD-Spitze. Dort atmen die Parteipräsiden nach den jüngsten Umfragen erleichtert auf, dass ihnen die Horrorvorstellung, als Juniorpartner unter einem Regenten Stoiber arbeiten zu müssen, wohl erspart bleibt. Hans Eichel müsste in diesem Fall als Vizekanzler und Außenminister die Sozialdemokraten anführen.

Mit jedem Tag, an dem die Union um ihre Wahlkampfstrategie für die letzten Tage ringt, könnte ihre Siegeschance sinken. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch und der Fraktionschef im Bundestag, Friedrich Merz - beide ausgewiesene Konservative und Rivalen Merkels -, forderten deshalb vergangenen Montag im Parteipräsidium eine "härtere Sprache" und "mehr Zuspitzung". Mit dem Kreidefresser-Kurs des Kanzlerkandidaten müsse endlich Schluss sein. Die CDU-Vorsitzende hielt ebenso heftig dagegen: "Es wird keinen Strategiewechsel geben."

Der Kandidat steckt tief in einem Dilemma. Lässt er im Endspurt die Maske des Staatsmanns fallen, würde der "neue Stoiber" (Medienberater Michael Spreng) als Produkt geschickter Inszenierung entlarvt. Also müssen andere auf den letzten Metern die Einpeitscher geben - allen voran Stoibers Innenminister Günther Beckstein. Der soll mit scharfen Tönen in der Ausländerpolitik die letzten Unionsanhänger auf der Zielgeraden mobilisieren.

Durch die hektischen internen Diskussionen ist bei der Union die eigentliche Wahlkampfarbeit ins Schlingern geraten. "Die machen gar keine Ticker-Rallye mehr", wunderten sich die Gegnerbeobachter in der SPD-Kampa - die nahezu stündlichen Attacken von Merkel, Merz oder der schwarzen Ministerpräsidenten über die Nachrichtenagenturen blieben plötzlich aus.

Am Freitag im Bundestag registrierten Journalisten in den Unionsbänken erlahmende Gegenwehr. "Wir haben etwas die Initiative verloren", bestätigt Alois Glück, CSU-Fraktionschef im Bayerischen Landtag, aus der Ferne. "Ist hier die ruhige Hand ausgebrochen?", fragte irritiert ein Wahlkampfberater der Union: "Wir tun so, als seien wir die Regierungspartei."

Den Parteichristen, so der selbstkritische Befund, gehe die Puste aus. "Die Fehler der Regierung sind nicht mehr Selbstläufer", bemängelt Glück. Seine Couleur habe zu wenig deutlich gemacht, wo sie steht: "Es fehlt ein Stück Zukunftsentwurf, der die Phantasie der Leute beflügelt."

Stoiber, der sich von der anschwellenden Nörgelei vernehmbar genervt zeigt, schlägt zurück. "Ich habe schon viele Wahlkämpfe geführt", schimpfte er vergangenen Mittwoch vor den überraschten Abgeordneten der Unionsfraktion. Die hatten sich eigentlich eine aufputschende Rede für den Schlussspurt erhofft, doch stattdessen belehrte der Spitzenkandidat die Parteifreunde, er müsse sich von niemandem sagen lassen, wie man Wahlen zu gewinnen habe.

Es gehe nicht um Krieg oder Frieden, ruft Stoiber am darauf folgenden Tag bei einer Kundgebung in Wiesbaden: "Wer dies suggeriert, versündigt sich an seiner Verantwortung." Dann kommt er zu den angeblich 4000 gewaltbereiten Fundamentalisten in der Bundesrepublik, die schon beim geringsten Verdacht sofort außer Landes geschafft werden müssten. "Es ist", schließt der Kandidat seine Rede, "eine schwierige Zeit, wo einem der Feind im Dunkeln gegenübersteht."

Verzagtheit bei der Union steht gegen Euphorie - und erstaunlich viele Kommentare klingen bereits wie Bilanzen nach einem verlorenen Wahlgang. "Einige von uns waren vielleicht schon zu siegesgewiss", grübelt CDU-Bundesgeschäftsführer Willi Hausmann.

"So hätten wir die ganze Zeit zusammenarbeiten müssen", kommentiert dagegen Joschka Fischer seine Teamarbeit mit Schröder. Die beiden Personalchefs von Rot-Grün sind sich seit ein paar längeren Gesprächen Anfang August auch persönlich wieder näher gerückt. Diesen Sonntag in Berlin traten sie als Spitzenleute ihrer beiden Parteien vor dem Brandenburger Tor sogar gemeinsam auf.

Vom üblichen und manchmal tristen Alltag, der nach einem möglichen rot-grünen Wahlsieg wieder einkehren wird, will im Moment kaum einer etwas wissen. Schröder, heißt es, sei noch nicht sicher, ob er die Verjüngung seines Kabinetts sofort oder erst Mitte der nächsten Legislaturperiode einleiten sollte. Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier und seine Helfer sinnen über die Kernbestandteile einer neuen Koalitionsvereinbarung nach - und natürlich auch darüber, wie sie die weit reichenden Wahlkampfversprechen des Kanzlers wenigstens annähernd einhalten können.

Auch Außenminister Fischer denkt längst über den Wahltag hinaus. Vergangenen Donnerstag, im Glaspalast am New Yorker East River und wenige Stunden nach der strammen Irak-Rede des amerikanischen Präsidenten George W. Bush, gab Uno-Generalsekretär Kofi Annan das traditionelle Mittagessen für die Staatsgäste der Vollversammlung. Bush und Fischer, an unterschiedlichen Tischen platziert, nutzten die Gelegenheit für ein kurzes Gespräch.

Doch im Bundestag verliert der deutsche Außenminister darüber am Freitag kein Wort. Bewusst lässt er Westerwelles Hauptvorwurf, die Regierung vermeide den Kontakt zum US-Präsidenten, unwidersprochen. Bis zum Wahltag, kalkuliert der Star der Grünen, sollen die Washingtoner Bush-Krieger ruhig weiter die rotgrünen Truppen mobilisieren.

Das scheint auch zu funktionieren. Als Angela Merkel nach der so genannten Haushaltsdebatte aus dem Osteingang des Reichstags kommt, empfangen sie rund 50 wartende Touristen mit Applaus - und einer ruft: "In vier Jahren müssen Sie das machen."

RALF BESTE, PETRA BORNHÖFT, ULRICH DEUPMANN, HORAND KNAUP, ROLAND NELLES, ALEXANDER NEUBACHER, RALF NEUKIRCH





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Zum Thema:

In SPIEGEL ONLINE: · Titel: Umfrage: Mehrheit für Rot-Grün (16.09.2002)
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,213990,00.html

· Titel: Basis meutert gegen Stoiber (16.09.2002)
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,213992,00.html

· SPIEGEL-GESPRÄCH: Bundeskanzler Gerhard Schröder über den Stimmungsumschwung in Deutschland und die wichtigsten Projekte einer möglichen zweiten Amtszeit (16.09.2002)
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,213993,00.html

· Titel: Die Rollenspiele des Guido Westerwelle (16.09.2002)
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,213994,00.html

· Titel: Schröder gegen Stoiber: Protokoll eines Duells (14.09.2002)
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,213995,00.html





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Stephan Glutsch
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 12:43 Uhr:   

Eine Frauenzeitschrift ist zu dem Ergebnis gekommen, Schröder sei der bessere Kanzler als Stoiber. Die Expertinnen hatten sich dazu das Duell ohne Ton angesehen. - Hilfe!
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Eike
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 12:57 Uhr:   

Tja, Körpersprache scheint manchen Leuten halt wichtiger zu sein als die mündliche Aussage.
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thomas30
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 13:15 Uhr:   

@Stephan
Ich wette, es war die BUNTE.
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Michail
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 22:54 Uhr:   

@ Stephan und Eike:

Wenn man sich im Gegenzug das TV-Duell ohne Bild,
aber mit Ton, im Radio anhört, was ich gemacht habe,
dann erkennt man ganz deutlich, dass Stoiber besser
rüberkommt - finde ich zumindest.
Auf jeden Fall überzeugender als im Fernsehen und
viel überzeugender als Schröder, der mit seiner aufgesetzten
Ruhe und Fröhlichkeit angesichts der ernsten Themen
mich zumindest zur Weißglut getrieben hat, anstatt
zu versuchen, verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen...

P.S: Habe mal in der WELT gelesen, dass die
"Financial Times Deutschland" ihren Lesern am 16.9.
eine Empfehlung geben will, welche Partei diese wählen sollen.
Bin da mal gespannt...
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Eike
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 23:08 Uhr:   

Im Radio kommt Schröders Gabe der besseren Schauspielerei halt nicht rüber.
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Michail
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 23:22 Uhr:   

Genau, aber Stoibers, wie ich finde,
mir etwas angenehmere und beruhigende Stimme
kommt im Radio zur Geltung - und natürlich
die nüchternen Sachargumente, wo Stoiber
uneinholbar vorne liegt.
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FleeMouse
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 23:28 Uhr:   

["Financial Times Deutschland" testimonal]

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,214073,00.html
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Stephan Glutsch
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 23:50 Uhr:   

Michael und Eike,

das hat es schon einmal gegeben, und zwar bei dem Duell Kennedy gegen Nixon. Die Fernsehzuschauer fanden eindeutig Kennedy besser, die Hoerer am Radio dagegen eindeutig Nixon. Damals war klar das Fernsehen ausschlaggebend, was in der USA sowieso eine groessere Bedeutung hat. Die Bedeutung des Fernsehduells fuer den Wahlkampf bei uns ist insgesamt noch unklar.
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Philipp
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 12:08 Uhr:   

Also, gestern habe ich mal wieder über das unsägliche Duell mit Nicht-Unionsanhängern gesprochen...die fanden weder ihren Gerd, noch Ede wirklich klasse. Einer hat sogar gemeint, beim ersten Mal war Stoiber klar besser als Schröder (eine jedem unabhängigen Beobachter offensichtliche Tatsache), beim zweiten wars beinahe gleich, obwohl sie Stoibers Arbeitslosigkeitsgekeife nicht so toll fanden (ich fand, bei dem Thema könnte man gar nicht genug keifen!).

Ich denke, das Duell hat CDU/CSU Anhänger mobilisiert und einige Unentschlossene für Schröder eingenommen (aber nur in der Sympathie und ob die sich auf dem Wahlzettel niederschlägt, werden wir abwarten müssen).
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Philipp
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 12:08 Uhr:   

Also, gestern habe ich mal wieder über das unsägliche Duell mit Nicht-Unionsanhängern gesprochen...die fanden weder ihren Gerd, noch Ede wirklich klasse. Einer hat sogar gemeint, beim ersten Mal war Stoiber klar besser als Schröder (eine jedem unabhängigen Beobachter offensichtliche Tatsache), beim zweiten wars beinahe gleich, obwohl sie Stoibers Arbeitslosigkeitsgekeife nicht so toll fanden (ich fand, bei dem Thema könnte man gar nicht genug keifen!).

Ich denke, das Duell hat CDU/CSU Anhänger mobilisiert und einige Unentschlossene für Schröder eingenommen (aber nur in der Sympathie und ob die sich auf dem Wahlzettel niederschlägt, werden wir abwarten müssen).
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alberto
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 12:24 Uhr:   

http://akleffmann.bei.t-online.de/smile2.gif
So ging es mir auch

Quote:

Von Philipp
     Also, gestern habe ich mal wieder über das unsägliche Duell mit Nicht-Unionsanhängern gesprochen...die fanden weder ihren Gerd, noch Ede wirklich klasse.


Aber das Ritual und die jeweiligen JournalistInnen konnten auch nicht begeistern.
WahlRechtReform
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Eike
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 15:33 Uhr:   

Da ist Alberto zuzustimmen. Ich denke allerdings schon, dass Illner und Christiansen die Sache besser im Griff hatten als Kloeppel und Limburg (bourg?).
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Sascha Völkening
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 15:47 Uhr:   

Hier wurde ja auch schon auf dem Wahlaufruf der Financial Times hingewiesen. Pikanterweise sehen die meisten Redakteure der FTD das nicht so wie der Herausgeber und hätten wohl lieber eine Wahlempfehlung für die Grünen als für Stoiber herausgegeben. Soviel zur Wirtschaftskompetenz von Union und FDP.
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dieterhirsch
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 16:13 Uhr:   

Das wundert mich allerdingts, bei FTD hätte ich am ehesten auf eine Wahlempfehlung zur Gunsten der FDP getippt.
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Cram
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 16:15 Uhr:   

Sascha,
na dann nenne mal die Quelle für diese Behauptung???
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mgs
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 16:30 Uhr:   

Wenn man mal die unterschwellige Polemik wegstreicht, hat Sascha jedenfalls teilweise recht. Dem Artikel

http://www.ftd.de/sp/ak/1032093197624.html?nv=cptn

ist tatsaechlich zu entnehmen, dass die FTD die Gruenen fuer mit am fortschrittlichsten halten. Nur eben haetten diese bei allen guten Ideen einen Grossteil ihres "politischen Kapitals an der falschen Stelle investiert" und "die falschen Prioritaeten gesetzt" (Zitate). Deshalb und aus dem Grund, dass die FTD eben einen Wechsel von Rotgruen zu einer anderen Konstellation befuerwortet, kaemen die Gruenen im Endeffekt nicht in Frage.

Klar, dass Gruenen-Anhaenger das als Erfolg bewerten, doch das Resultat bleibt.
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Moersberg
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 16:37 Uhr:   

Außerdem steht da laut und deutlich eine Unterüberschrift "Inakzeptables Personal der FDP" - Fazit: So richtig eindeutig liest sich diese FTD-Wahlempfehlung nicht und wird damit letztlich zur Nullnummer. Denn was in diesen Beurteilungen herauskommt, ist ja offenbar eine Präferenz für Schwarz-Grün - und das gibt es nun aber allergarantiertestens nicht.
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mgs
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 16:49 Uhr:   

Da bin ich anderer Ansicht. Wenn eine grosse Zeitung, die man nicht in die Kategorie Kaeseblatt stecken kann, eine Wahlempfehlung mit dem Titel "Zeit fuer den Wechsel" abgibt, hat das schon eine Wirkung. Es haette vielleicht noch staerkere Wirkung, wenn drinnen stuende, die FDP/CDU/CSU seien einfach ueberall am tollsten.
Aber es liest halt nicht jeder bis zum Schluss, auch nicht ein Manager. Und in den anderen Medien kommt auch nur die Message "FTD empfiehlt Schwarz/Gelb" an.

Genauso ist es ja auch ein Unterschied, ob in einer Zeitung dick auf Seite 1 steht "Irak: Kanzler bleibt bei nein" und auf Seite 12 ganz klein "Konjunkturprognose zurueckgenommen", oder auf Seite 1 "Konjunktur: Flaute verschaerft sich" und auf Seite 12 "Irak-Haltung bekraeftigt". Eine Sache, die ich uebrigens gerade wegen der Indirektheit der Stimmungsmache bedenklich finde. Ich halte etwas davon, wo es geht Kommentar und Information zu trennen resp. kenntlich zu machen, damit der Buerger sich selbst eine Meinung bilden kann.
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Anton
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 19:15 Uhr:   

Nur die Leute, die FTD lesen sind zumeist eh CDU/FDP Wähler, und die anderen sind so gebildet, dass sie sich nicht von so einer Empfehlung beeinflussen lassen.

Der gemeine Wähler kann mit FDT doch gar nichts anfangen, der vertraut dann eher den "BILD" Empfehlungen...
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Thomas L.
Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2002 - 00:54 Uhr:   

mgs:
> Wenn eine grosse Zeitung, die man nicht in die Kategorie Kaeseblatt
> stecken kann, eine Wahlempfehlung mit dem Titel "Zeit fuer den
> Wechsel" abgibt, hat das schon eine Wirkung

Ich kann nur hoffen, dass Du mit Deiner EinschŠtzung des
FTD-Einflusses recht hast. Heute Dienstag erscheint diese kompetente
Zeitung nŠmlich mit folgendem Kommentar:

http://www.ftd.de/sp/hi/1032113053107.html?nv=arser

Nun, vielleicht kommt ja wenigstens das "KŠseblatt" noch mit einer
eindeutigen ErklŠrung fŸr Schwarz/Gelb heraus
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alberto
Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2002 - 06:22 Uhr:   

smile2
Wegen oder trotz

Quote:

Von Volkwirt      Gerade kam die Meldung, dass der Irak ohne Bedingungen wieder UN-Waffeninspekteure ins Land lässt. Sollte dies der Fall sein ist das grosse Wahlkampfthema des Gerhard Schröder ( Nein zu IRAK-Einsatz) nicht mehr existent. Es wird keinen Irak-Krieg geben !!!


Schröders Abseits?
WahlRechtReform
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Thomas L.
Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2002 - 09:48 Uhr:   

alberto:
> Gerade kam die Meldung, dass der Irak ohne Bedingungen wieder
> UN-Waffeninspekteure ins Land lŠsst. Sollte dies der Fall sein ist
> das grosse Wahlkampfthema des Gerhard Schršder ( Nein zu
> IRAK-Einsatz) nicht mehr existent. Es wird keinen Irak-Krieg geben
> !!!

Dachte ich auch erst. Denn Kofi Annan war heute nacht offenbar sehr
zufrieden, dankte sogar George Bush. Und die Konservativen sprechen
jetzt allenthalben von einem Erfolg der "Drohkulisse" - und
entsprechend von einem Misserfolg der europŠischen (auch deutschen)
Diplomatie.

Nur kšnnte ihnen gerade Bush da wieder einen Strich durch die Rechnung
machen. Denn aus dem Weissen Haus hšrt man: Ist alles nur Taktik, das
kennt man vom Irak, das nehmen wir nicht ernst, etc. Die Amerikaner
haben damit wohl recht - nur arbeiten sie so auch wieder Schršder in
die HŠnde. Denn so wies aussieht, steht der Krieg auch heute abend
wieder im Raum. Bush will ihn, da lŠsst er sich jetzt von keinem
"Nachgeben" des Irak mehr abhalten.

Konsequenz: Schršder wird das Thema weiter melk
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Thomas L.
Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2002 - 09:50 Uhr:   

"...melken kšnnen", sollte das am Ende heissen.
t.l.
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Eike
Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2002 - 10:11 Uhr:   

Da hat Thomas L. leider Recht. So lange Saddam nicht weg ist, wird bei DIESEM US-Präsidenten ein Irak-Krieg immer auf der Tagesordnung stehen.
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mgs
Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2002 - 10:22 Uhr:   

@Thomas L. Huch. Also da scheint die Uneinigkeit ja doch groesser als gedacht zu sein...
Hat denn jemand die Papierversion der FTD gesehen, steht das jeweils mittenmang vorn drauf oder wo? Mal so zur Einschaetzung.

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