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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 01. Juli 2007 - 22:02 Uhr:   

Ich habe die Idee gehabt, die Daten der Umfrageinstitute, für den Bund, miteinander zu vergleichen. Mir geht es, dabei um die langfristige Sicht, statt um kurzfristiges Erstaunen. Die Abweichungen der einzelnen Institute werden insgesamt abgeschwächt. Dazu habe ich mir alle, hier verfügbaren Daten, seit der letzten Bundeswahl ausgewertet. Für jedes Institut habe ich die Befürworter jeder Partei gewertet. Manchmal standen keine Befragtenzahlen dabei. Da habe ich die übliche Zahl zugrunde gelegt. Aus der Gesamtsumme ergibt sich ein Durchschnittswert für jede Partei bei einem Institut. Diese Schnitte habe ich anschließend durch 9 geteilt. Diesen Gesamtschnitt habe ich dem Bundestagswahlergebnis vom 18.09.2005 gegenübergestellt.

Allensbach: Union 35,55 %; SPD 30,49 %; FDP 11,39 %; Linke 9,59 %; Grüne 9,19%; Sonstige 3,80%
Emnid: Union 34,32%; SPD 30,10%; FDP 11,05 %; Linke 10,09%; Grüne 9,91%; Sonstige 4,53%
Forsa: Union 34,72%; SPD 28,79%; FDP 10,92 %; Grüne 8,60%; Linke 8,40%; Sonstige 4,63 %
FGW P: Union 37,55%; SPD 32,04%; FDP 9,28%; Grüne 8,55%; Linke 8,10%; Sonstige 4,48%
FGW S: Union 40,45%; SPD 31,81%; Grüne 9,18%; FDP 8,67%; Linke 6,86%; Sonstige 3,03%
GMS P: Union 36,00%; SPD 30,74%; FDP 10,73 %, Grüne 9,32%; Linke 8,92%; Sonstige 4,31%
GMS S: Union 36,30%; SPD 30,91%, FDP 10,84%, Grüne 9,30%; Linke 8,87%; Sonstige 3,77% => Enthaltung 18,61%
Dimap: Union: 36,69%; SPD 31,24%; FDP 10,09%; Grüne 9,65%; Linke 8,58%; Sonstige 3,76%
TNS: Union 35,29%; SPD 31,14%; FDP 10,29 %, Grüne 9,86%; Linke 9,29%, Sonstige 4,14%

Schnitt: Union 36,41%, SPD 30,85%, FDP 10,23%, Grüne 9,30%; Linke 8,64%, Sonstige 4,08%

BTW 2005: Union 35,2%; SPD 34,2%; FDP 9,8%; Linke.PDS 8,7%; Grüne 8,1 %, Sonstige 3,9%
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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 01. Juli 2007 - 22:20 Uhr:   

Korrektur

Forsa: Union: 34,75%; SPD 28,79%; FDP 11,99%, Grüne 9,71 %, Linke 8,10%, Sonstige 4,48%

Schnitt: Union 36,32%; SPD 30,81; FDP 10,48; Grüne 9,41%; Linke 8,87%, Sonstige 4,11%
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Sonntag, 01. Juli 2007 - 22:28 Uhr:   

Ist vom Ansatz nicht ganz korrekt, weil man Zeiträume vergleichen muss, bzw. beim Zusammenfassen die Zeiträume gleich gewichten sollte.
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sebu
Veröffentlicht am Sonntag, 01. Juli 2007 - 23:14 Uhr:   

Nun, dass die Abweichungen geringer werden, ist nicht weiter vermutlich, da die Steuung von Mittelwerten geringer ist als die Streuung der zugehörigen Ursprungsdaten.

Um den aktuellen Trend zu betonen, könnte man ein gewichtetes Mittel verwenden, das aktuellen Umfragen mehr Gewicht beimisst.

Im Prinzip sind das longitudinale Daten, also Daten, die eine zeitliche Komponente haben. Dabei kommt es auch auf die Zeitabstände an, wenn nicht in regelmäßigen Abständen gemessen wird, weil sich z.B. bei vier Wochen Abstand mehr tut als bei nur zwei Wochen Abstand zwischen zwei Umfragen.
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Florian (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Montag, 02. Juli 2007 - 00:48 Uhr:   

Wenn ich das "Forschungsziel" von Mitdenker richtig verstanden habe, dann wollte er zeigen, ob man einzelnen Instituten einen "Bias" für einzelne Parteien nachweisen kann.

Seine Auswertung ist m.E. auf jeden Fall geeignet, eine solche Frage zu beantworten.

Sofern die Institute einigermaßen regelmäßig veröffentlichen (bzw. die zeitliche Clusterbildung z.B. vor wichtigen Wahlen bei allen Insituten ähnlich ist), sind alle Insitute gleichermaßen von den Schwankungen der Partei-Präferenzen im Zeitablauf betroffen.

Ein Vergleich mit dem BTW-Ergebnis bringt da vielleicht weniger.
Aber ein Vergleich der Institute untereinander ist zulässig.

Und da zeigt sich einiges interessantes (wenn man bei GWS und FGW die Projektion nimmt):

Allensbach gewichtet die FDP relativ stark aber nicht die CDU (wie man Allensbach ja oft unterstellt).

Forsa gewichtet die SPD deutlich unterdurchschnittlich (entgegen dem Vorurteil).

FGW ist jenes Institut, das SPD UND Union am stärksten gewichtet (und alle kleinen Parteien am schwächsten).
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 02. Juli 2007 - 09:44 Uhr:   

Es geht bei "Bias" aber nicht nur um die Abweichungen selber, sondern um den Zeitpunkt!

Wenn ein Institut eine Partei systematisch zu gut oder zu schlecht bewertet, bringt das letztlich fast nichts (außer an der Reputation des Instituts zu kratzen).

Je nach taktischer Lage kann es nämlich auch sinnvoll sein, seine "Lieblingspartei" zu schlecht zu prognostizieren (dann kann man nämlich anschließend schöne Zuwächse melden).

Gerade bei Forsa habe ich nach wie vor den Verdacht, daß hier recht geplant die SPD weitab von Wahlen in den Keller prognostiziert wird, um dann wahlkampfwirksam die große Aufholjagd zu präsentieren ("sie müssen doch mal sehen, wo wir hergekommen sind").

Es wird aber fast unmöglich sein, diesen Verdacht zu beweisen oder zu widerlegen.
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Ralf Lang
Veröffentlicht am Montag, 02. Juli 2007 - 15:38 Uhr:   

Die Lieferung von guten Rechtfertigungsgründen für schlechte Wahlergebnisse mag zwar unsauber sein, in letzter Konsequenz behebt sie die Wahlschlappen nicht. Ob durch "Umfragentrends" nennenswert Wähler beeinflusst werden, müsste man erst einmal herausfinden.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 02. Juli 2007 - 17:58 Uhr:   

@Ralf Lang:
> Ob durch "Umfragentrends" nennenswert Wähler
> beeinflusst werden, müsste man erst einmal
> herausfinden.
DASS Umfragen Wahlen massiv beeinflussen, halte ich für sicher. Wie stark der Einfluß ist, oder ob man mit Manövern, wie ich sie bei Forsa vermute, nennenswert etwas im gewünschten Sinne bewegen kann, das ist eine andere Frage.

Es wird kaum möglich sein, das jemals wissenschaftlich zu sichern.
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Florian (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Montag, 02. Juli 2007 - 18:18 Uhr:   

"Es wird kaum möglich sein, das jemals wissenschaftlich zu sichern."

Es gibt m.E. 2 Arten von Einflüssen:

1. Wirkung auf die Stimmung der Wähler
Hier gibt es sicher einen gewissen Einfluss.
Ist aber eher vage und nicht genau bestimmbar.
Grundannahme ist hier, dass Wähler sich durch Emotionen und Stimmungen beeinflussen lassen.
(etwa durch den "Bandwagon-Effekt": man steht lieber auf der Seite der Sieger).

2. Wirkung auf taktische Wähler
Hier gilt die umekehrte Annahme:
Der Wäher handelt rational.
Es gibt nun - je nach Wahlsystem - Situationen, in denen der rationale Wähler das Verhalten der anderen Wähler berücksichtigen muss.
Und dafür braucht er Umfrageergebnisse.
In solchen Fällen haben Wahlprognosen reale Auswirkungen.

Beispiel:
1. Die FDP wird auf (a) 2,0%, (b) 4,9% oder (c) 8,0% geschätzt. Der taktische Unions-Freund wird im Falle (b) rationalerweise FDP wählen, im Falle (a) oder (c) eher nicht.

2. Für eine saubere Beurteilung, ob mit negativem Stimmgewicht zu rechnen ist, braucht man eine gute Prognose, wie die anderen Wähler stimmen werden.

3. Ganz konkret in meiner Heimatstadt:
Hier gibt es im Stadtrat zur Zeit (grob gesagt) 45% CSU, 35% Freie Wähler und 20% Rest (v.a. Grüne).
Bei fast allen wichtigen Themen (neue Wohngebiete, Gewerbegebiete, Umgehungsstraßen etc.) blockieren sich CSU und Freie Wähler gegenseitig. Und die Grünen sind ohnehin gegen alles.
Obwohl also z.B. 80% grundsätzlich für neue Gewerbeflächen sind, passiert nichts.
Ich würde mir in dieser Sitution wünschen, dass entweder CSU oder Freie Wähler eine absolute Stadtratsmehrheit haben. Wer konkret ist mir (relativ) egal. Um meine Stimmen richtig abzugeben müsste ich aber wissen, wer nun die Nase vorn hat.

4. Alle Stichwahlverfahren:
Bei der franz. Präsidentschaftswahl 2002 hätten viele Sozialisten-Fans sicher anders gestimmt, wenn Ihnen bewusst gewesen wäre, dass Jospin in Gefahr war, die Stichwahl zu verpassen.
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Ralf Lang
Veröffentlicht am Montag, 02. Juli 2007 - 18:55 Uhr:   

Probleme:
1. Das Modell des rationalen, gut informierten Wählers, der Umfragen glaubt und einberechnet ist wohl für die Mehrheit der Wahlberechtigten kaum anwendbar. Vielmehr werden wohl verstärkt solche Leute diese Daten verfolgen und zu wichten wissen, die politisch festgelegt sind und nur entweder "ihre Partei" wählen oder gar nicht.

2. Unkalkulierbare Effekte.

Wenn man Wähler annimmt, die zwischen Parteien eines bestimmten Lagers rational und situationsbezogen auswählen, dann ist nicht kalkulierbar, ob die "Korrektur" der Daten jeweils mehr Personen abspringen oder dazukommen lässt bzw mögliche Nichtwähler aktiviert, "das Schlimmste zu verhindern" oder auf eine sowieso verlorene Wahl gerade nichts zu geben. Wir kennen die Entscheidungsmotive der taktischen Wähler großenteils nicht. Wir wissen auch nicht, wie sehr sie konkurrierende Motive wichten.

3. Meiner Beobachtung nach nimmt die Zahl der absolut ungebundenen Wähler zu. Damit meine ich Leute, die lagerübergreifende Sprünge machen - von NPD zu CDU/SPD, von Grünen zu FDP, von CDU zur Linken usw. Die scheinen sich für das, was wir für rationale Entscheidungsgrundlagen halten, gar nicht zu interessieren. Es wäre zu einfach, sie als dumm hinzustellen.
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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 03. Juli 2007 - 08:51 Uhr:   

Mein Ziel war es einen langfristigen Durchschnitt der Umfrageergebnisse für den Bund zu ermitteln. Ich halte kurzfristige Umfrageergebnisse nicht für aussagekräftig genug, um eine Vorhersage für die nächste Bundestagswahl abgeben zu können.

Ich weiß, das mein Ansatz und meine Datenlage verbesserwürdig sind. Von der Unkenttnis über die Rohzahlen, ganz zu schweigen. Die Gewichtungen der Instutitute treten, aber im Durchschnittwert nicht so stark zutage.

Ich möchte die durchschnittlichen Abweichungen für die Institute und Parteien berechnen. Soll ich die Abweichungen subtrahieren, dividieren oder quadrieren? Welcher Weg ist am sinnvollsten?
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Dienstag, 03. Juli 2007 - 09:34 Uhr:   

Taktische Wähler gibt es natürlich in einem durchaus wahlrelevanten Ausmaß - ein guter Teil der Splitting-Unterschiede zwischen Erst- und Zweitstimmen geht auf deren Konto.

Die achten natürlich auf Umfragen, hier kann aber ein Umfrageinstitut alleine recht wenig drehen. Ob eine Partei in der Nähe von 5% ist, oder deutlich drin oder draußen, das kann man nicht mit einer einzelnen Umfrage suggerieren.

Viel manipulationsanfälliger sind die bandwagon-Wähler. Da geht es ja nicht nur darum, was die am Ende in der Wahlkabine machen - da geht es schon um die ganze Stimmung vorher.
Ob nun die Anhänger von Partei X an ihren Stammtischen, in ihren Betrieben und Freundeskreisen das Gefühl haben, "ihre" Partei wäre gerade auf dem Rückzug oder sie wäre im Gegenteil stark im Kommen - das macht viel aus.

Eine Partei "im Abwärtstrend" hat es schwer, selbst wenn dieser Trend nur darin besteht, daß völlig überhöhte Umfragezahlen sich normalisieren.
Völlig unabhängig von konkreten Inhalten kann man diese Partei leicht angreifen bzw. sich über ihre Anhänger lustig machen, sie zu verteidigen ist schwer.
Umgekehrt können Anhänger einer Partei "im Kommen" sehr erfolgreich agieren, selbst wenn da "Kommen" nur bedeutet, daß die Partei sich von unterirdischen Werten schlechten Werten nähert.

Beide Prozesse sind selbstverstärkend, ein behaupteter Aufschwung kann zu einem echten werden, eben weil damit argumentiert wurde.

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