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Wahlrecht.de Forum » Umfragen » Wird der Auftritt Schills im Bundestag der PRO Stimmen bringen? « Zurück Weiter »

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1-25Ralf Arnemann25 03.09.02, 15:40h 
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Dienstag, 03. September 2002 - 15:50 Uhr:   

@Kaktus:
> Helmut Kohl sagte: "Das ist der schlechteste Prädident seit Hermann
> Göring."
Hat er angeblich gesagt. Vielleicht hat er auch etwas anderes gesagt. Bestätigt ist nichts.

> Diese Aussage kann man jedoch nicht durch semantische
> Spitzfindigkeiten wie die von Eike verteidigen.
Eine solche Aussage wäre logisch äquivalent mit "Das ist der schlechteste Präsident seit 1945". Und eine solche Wertung ist legitim (und obwohl ich Thierse aus anderen Gründen schätze - wenn es um seine Präsidentenfunktion geht, ist die Wertung nachvollziehbar).

> ... ist es zweifellos extrem schäbig und in beleidigender Absicht
> geschehen, Thierse IN EINEN KONTEXT mit Göring zu bringen.
Das ist wiederum richtig. Man kann solche Nazi-Vergleiche grundsätzlich kritisieren. Die Formulierung ist unschön, aber kein großer Skandal.

> Eine Entschuldigung bei Thierse wäre das normalste der Welt.
Überhaupt nicht.
Es war eine private Unterhaltung, keine Rede, kein Interview, auch keine direkte Anrede Thierses.
Bei einer privaten Unterhaltung darf man durchaus über Dritte herziehen, auch mal deftiger werden - die Grenze liegt allein in dem, was die Gesprächspartner tolerieren und was nicht.

Eigentlich ist der Skandal hier ein ganz Anderer: Da behauptet irgendjemand, der prominente Politiker K. hätte irgendetwas privat gesagt. Und diesem Irgendjemand wird sofort geglaubt.
Und plötzlich wird verlangt, dieser solle sich nun entweder erklären und distanzieren oder sich entschuldigen.
Dazu besteht nicht der geringste Anlaß.
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alberto
Veröffentlicht am Dienstag, 03. September 2002 - 17:36 Uhr:   

@eike
Gesäßgeographie

Quote:

Ich denke, es hätte bei einer solchen Aussage (ist sowieso hypothetisch) eher einen Aufschrei bei der Linken als bei der Rechten gegeben. Die Rechten hätten halt gesagt: 'Die Sozen können's nicht besser.'


kann man hier weglassen. Die paßt weder zum Thema noch zum Wahlrecht.

WahlRechtReform & Demokratiereform
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eike
Veröffentlicht am Dienstag, 03. September 2002 - 17:39 Uhr:   

Ralf, ich verstehe deine Argumente. Ich glaube aber weiterhin, dass es das grundgesetzliche Recht eines Bundesratsmitgliedes ist, im Bundestag so lange zu reden wie er will (und das eines Mitglieds der Bundesregierung aber auch). Dieses Recht steht genauso im Grundgesetz wie das freie Mandat der Abgeordneten. Nun wissen wir aber alle, dass sich nur die Abgeordneten, die unbedingt ihre politische Karriere beenden wollen, bei jeder Abstimmung auf ihr freies Mandat berufen werden. Die Berufung auf dieses Recht ohne Rücksicht auf Verluste wäre aber - wie oben bereits erwähnt - 'politischer Selbstmord'.
In etwa genauso sehe ich das 'Recht' von Schill - man sieht ja die Reaktionen.
Dass es politisch höchstunklug war, sich zu aufzuführen, ist klar; dass die rein formale grundgesetzliche Auslegung Schill m. E. Recht gibt, ist die andere Sache.
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eike
Veröffentlicht am Dienstag, 03. September 2002 - 17:41 Uhr:   

@Alberto:
Dummheit oder Provokationslust (zu deinen Gunsten nehme ich zweiteres an)
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alberto
Veröffentlicht am Dienstag, 03. September 2002 - 19:00 Uhr:   

eikebiehler@web.de@

Quote:

Alberto: Dummheit oder Provokationslust (zu deinen Gunsten nehme ich zweiteres an)


Machst Du's Dir immer so einfach? Was sagen denn die Frauen dazu?
Entbürokratisierung
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eike
Veröffentlicht am Dienstag, 03. September 2002 - 22:00 Uhr:   

Wenn mir jemand Argumente bringt, setze ich mich damit auseinander. Wenn jemand meine Beiträge nicht liest, setze ich mich mit dem nicht auseinander.
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Dienstag, 03. September 2002 - 22:01 Uhr:   

Was ich den Skandal an der Schill-Angelegenheit finde, dass jetzt per Senatsbeschluss die Sache - angeblich - aus der Welt geschafft ist - zweieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl passt CDU und FDP ein Bruch der dortigen Koalition nicht ins Konzept. Angeblich werde die Geschäftsordnung des Senats so geändert werden, dass Senatsmitglieder in Bundestag und Bundesrat nur von der Regierung vertretene Positionen äußern dürften. Dass Schill in der Koalition bleiben kann, halte ich persönlich für ein Armutszeugnis der Demokraten, insbesondere der Hamburger Regierungsparteien CDU und FDP. Ich weiss, es klingt makaber, aber ich bin zornig: ich würde hoffen, dass dieser Auftritt Schill ein bis anderthalb Prozent an Stimmen "bringt" - unterhalb der 5%-Klausel aber auf Kosten von Union und FDP !
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eike
Veröffentlicht am Dienstag, 03. September 2002 - 23:42 Uhr:   

Union und FDP sollten jetzt nicht für den politischen Fehler Schills verantwortlich gemacht werden. Auch wenn Schill ein Populist ist, einen (ich wiederhole: EINEN) schweren Fehler sollte man jedem Politiker durchaus erlauben. Nur deswegen gleich die Koalition aufzulösen, wäre falsch.
Im Übrigen hat ja die PDS auch nicht die Koalition verlassen, als Ringstorff einmal im Bundesrat explizit gegen Kabinettsentscheidung anders als vereinbart gestimmt hat. Es gab auch dort - zu Recht - Ärger für Ringstorff, aber bald war die Sache aus der Welt.
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Dienstag, 03. September 2002 - 23:49 Uhr:   

Also man kann doch wohl das Verhalten von Herrn Ringstorff (soll man nicht auch Stolpe oder Teufel nehmen????) mit dem vergleichen, was Herr Schill sich geleistet hat. Hier wird doch - Verzeihung - in übelster Form Wahlkampf auf Kosten derer gemacht, die sich nicht wehren können (ausländische Mitbürger, die alle über "einen Kamm" geschert werden) und es wird mit billigsten Stammtischparolen Politik gemacht. Ich hätte - ich habe dies schon einmal zum Ausdruck gebracht - von der FDP in Hamburg erwartet, dass hier die Koaliton aufgekündigt wird. Im übrigen erinnert mich das Verhalten Schills an das von Jörg Haider in Österreich - im übrigen auch an die Eskapaden Möllemanns in NRW - immer weiter "provozieren" und neue "Maßstäbe" setzen. Ich möchte mich aber nicht mehr zu diesem Thema weiter äußern, da es mich zu sehr erregt und wir - denke ich - dann auch zu sehr auf Wahlkampf und zu sehr weg von "Wahlrecht" kommen - wobei ich hier - selbstkritisch muss ich dies sagen - mit dazu beigetragen habe.
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eike
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. September 2002 - 01:23 Uhr:   

1. Das mit Ringstorff und PDS war ausnahmsweise mal nicht parteipolitisch gemeint.
2. Ich stimme zu, was den Inhalt des Threads angeht.
Also, machen wirs wie in der Politik: Schwamm drüber.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. September 2002 - 14:00 Uhr:   

@eike:
> Ich glaube aber weiterhin, dass es das grundgesetzliche Recht eines
> Bundesratsmitgliedes ist, im Bundestag so lange zu reden wie er will
> (...). Dieses Recht steht genauso im Grundgesetz ...
Sorry, im GG steht "jederzeit", nicht "beliebig lange". Das ist schon ein Unterschied.

Wenn mehrere Leute dasselbe Recht haben, und jeder bei seiner Rechtsausübung die übrigen an ihrer Rechtsausübung hindert - dann liegt hier eine gegenseitige Beschränkung vor. Da kann halt keiner den ganzen Kuchen nur für sich beanspruchen, sondern nur einen Anteil.

Beim freien Mandat dagegen gibt es diese Störung nicht. Jeder Abgeordnete könnte bei jeder Abstimmung völlig frei entscheiden ohne im mindesten auf die Stimmabgabe anderer Rücksicht zu nehmen.
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Stefan Seifert
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. September 2002 - 16:48 Uhr:   

Helmut Kohl beleidigte Thierse wie mehrere Zeugen bestätigen, in oben angegebener Form. Helmut Kohl hat dies bis heute nicht dementiert, sondern indirekt bestätigt. Der anwesende CDU-Abgeordnete Willy Wimmer (einer der besseren in der Fraktion) sah sich nicht in der Lage, gegnüber der Presse den Vorwurf zu widerlegen, sondern sagte nur gereizt: "Ich rate Ihnen, mich nicht auf dieses Thema anzusprechen."
FEST STEHT FÜR DAS POLITISCHE BERLIN: DER VORWURF STIMMT.
Fest steht auch: Helmut Kohl wird sich nicht entschuldigen.
Fest steht außerdem:
1. Nach dem Amt des Bundespräsidenten wurde in dieser Legislaturperiode auch das Amt des Bundestagspräsidenten beschädigt.
2. Beide Male hatte das zu meinem Bedauern die Union zu verantworten, beide Male sah sie sich dabei der Kritik von SPD, Grünen, PDS UND FDP ausgesetzt -zu recht.
3. Helmut Kohl schadet nicht nur durch seinen fortgesetzten Verfassungsbruch, sondern auch durch seinen Nazi-Vergleich seinem eigenen Ansehen, dem Ansehen des Bundestagspräsidenten, dem Ansehen der Politiker allgemein (besonders bei jungen Wählern), der politischen Kultur in Deutschland.

WAS MIR NICHT IN DEN KOPF GEHEN WILL: WIE KANN MAN DAS VERTEIDIGEN?
WARUM KANN KOHL NICHT SAGEN: "ES WAR EIN FEHLER, MICH SO IM TON ZU VERGREIFEN. ICH ENTSCHULDIGE MICH." ?
Dann könnte man sich wieder den wichtigen Dingen im Wahlkampf zuwenden.

Ich werde am 22.September wahrscheinlich die CDU wählen, allerdings habe ich für die 150-prozentigen, die hier und woanders alles verteidigen, was Kohl und andere zu verantworten haben, gerade als unideologischer junger Mensch nur eine Mischung aus Unverständnis, Mitleid und Verachtung übrig. Solche Dinge kotzen mich an der Politik einfach nur noch an, weil sie zeigen, daß auch bei ganz normalen Wählern nicht mehr der gesunde Menschenverstand bzw. Unrechtsbewußtsein regieren, sondern nur noch bedingungslose Nibelungentreue zu parteipolitischen Mätzchen.
Weiter oben hat es jemand sehr schön formuliert:
Was würden die CDU und ihre 150-prozentigen Anhänger wohl sagen, wenn man Kohl als den schlimmsten Kanzler seit Hitler bezeichen würde?
Diese Frage sollte sich jeder, der unfähig ist, sich unabhängig von parteipolitischen Grenzen eine eigene Meinung und eine intaktes Moralverständnis zu erhalten, in einer ruhigen Minute einmal SEHR ERNSTHAFT stellen, statt hier mit lächerlichen Scheinargumenten zu verteidigen, was man verurteilen muß - AUCH ALS WÄHLER DER CDU!!!
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Matthias Cantow
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. September 2002 - 17:20 Uhr:   

@Stefan

"Was würden die CDU und ihre 150-prozentigen Anhänger wohl sagen, wenn man Kohl als den schlimmsten Kanzler seit Hitler bezeichen würde?"

Als kleine geschichtliche Ergänzung: der letzte Reichskanzler war Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, ein verurteilter Kriegsverbrecher, der Vergleich hätte also eine andere Qualität. Aber ansonsten muss ich Dir Recht geben, solche Aussagen sind nicht tragbar, egal ob privat oder öffentlich. Allerdings gehört das hier nicht zum Thema.
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eike
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. September 2002 - 18:13 Uhr:   

Dass im GG formal dann natürlich eine Abwägung kollidierender (gleicher) Rechte vorzunehmen ist, ist klar. Es ist auch klar, dass kein vernünftiger Politiker (sic!) sich so extrem und explizit auf dieses Recht beziehen würde. Da sind wir uns - denke ich einig. Und wenn wir uns insoweit einig sind, bin ich zufrieden, auch wenn wir - in der theoretischen, das Ganze bis auf die Spitze treibenden Verfassungsdiskussion - möglicherweise auseinanderliegen. Können wir diesen im Endeffekt (da gebe ich eine Mitschuld gerne zu) sinnlosen Streit beenden?

---

Stefan: Wir sind uns einig, dass es unanständig ist, einen demokratischen Politiker (wie Thierse, den ich im Übrigen nicht mag, aber das tut nichts zur Sache) mit einem Schergen Hitlers in einen Zusammenhang zu bringen. [Heute habe ich meinen harmoniebedachten Tag.]
Nur: Ich finde es anmaßend bis unverschämt, Leuten wie mir (davon gehe ich aus, dass unter anderem ich damit gemeint bin) "lächerliche Scheinargumente" vorzuwerfen, wenn sie nicht sehen, wo hier der Vergleich (ob eine Beleidigung vorliegt, kann man nicht so eindeutig klären; dass kein Vergleich vorliegt eindeutig schon) sein soll.
Ich bin selbst junger (sogar Erst-)Wähler und ich habe sowieso von vielen Politikern keine gute Meinung; dass Kohl zu den schlimmeren gehört (dem 'fortgesetzten Verfassungsbruch' stimme ich ausdrücklich zu), steht außer Frage.
Also zusammenfassend: moralisch ist Kohls Aussage unanständig, politisch dumm, aber nichtsdestotrotz kann ich den Vergleich nicht erkennen.
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eike
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. September 2002 - 18:28 Uhr:   

@Matthias:
Weißt du, auf welcher Rechtsgrundlage die Ernennung des Grafen erfolgte (Testament Hitlers und Ermächtigungsgesetz oder wie?)
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Matthias Cantow
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. September 2002 - 18:46 Uhr:   

Er wurde am 02.05.1945 durch den Reichspräsidenten Dönitz zum Reichskanzler ernannt (ob gemäß Artikel 53 WRV kann ich nicht sagen, ich habe keine zuverlässige Quelle gefunden) und blieb es bis zur Verhaftung am 23.05.1945 durch die Briten.
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eike
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. September 2002 - 20:33 Uhr:   

Danke.
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. September 2002 - 21:09 Uhr:   

Es war so, dass Hitler in seinem Testament Dönitz als Reichspräsident und Goebbels als Reichskanzler bestimmt hatte. Da sich Goebbels aber am 1. Mai, einen Tag nach Hitler, das Leben nahm, war Dönitz "frei" in seiner Entscheidung. Da Graf Schwerin von Krosigk schon in den Präsidialkabinetten von Papen und Schleicher in der Weimarer Republik Minister war und als "bürgerlicher" Minister zunächst Finanzminister unter Hitler wurde - er wurde dann später wie alle anderen "bürgerlichen" Minister ausgebootet, ernannte man ihn zum Reichskanzler, um - so wie ich weiß - ein Zeichen an die damaligen Allierten zu setzen. In der Tat blieb Dönitz als Reichspräsident und von Krosigk als Reichskanzler im Amt, bis die Verhaftung durch die Briten am 23.05.1945 erfolgte. Die Regierung war bis 8.5.45 "nötig", da sie ja Kapitulationsverhandlungen führen sollte.
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eike
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. September 2002 - 23:08 Uhr:   

Man lernt nie aus.
Die Frage geht dann nach Dönitz: Hatte Hitler das Recht (per Ermächtigungsbeschluss), Dönitz einfach als Reichspräsident einzusetzen?
Ich interessiere mich - wie wahrscheinlich schon bemerkt wurde - sehr für die formalrechtlichen Belange.
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. September 2002 - 23:13 Uhr:   

Er hat sich dieses Recht genommen - als "Führer". Ernst Fraenkel hat ja nicht umsonst bereits im 2. Weltkrieg vom "Doppelstaat" gesprochen, d.h. Weimarer Reichsverfassung nicht formal abgeschafft, aber nicht mehr angewendet oder sogar gebrochen (z.B. nach Hindenburgs Tod bei der Nachfolgeregelung, wo an sich der Präsident des Reichsgerichtes als Reichspräsident hätte fungieren müssen - nach der Verfassungsänderung Ende 1932). Dies war typisch für den Nationalsozialismus - führt aber natürlich jetzt sehr vom Thema Wahlrecht weg. Gute Quelle dazu: Martin Broszat: Der Staat Hitlers (1969) und andere Publikationen zum Dritten Reich
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alberto
Veröffentlicht am Donnerstag, 05. September 2002 - 04:17 Uhr:   

@eikebiehler

Quote:

Man lernt nie aus Die Frage geht dann nach Dönitz: Hatte Hitler das Recht (per Ermächtigungsbeschluss), Dönitz einfach als Reichspräsident einzusetzen? Ich interessiere mich - wie wahrscheinlich schon bemerkt wurde - sehr für die formalrechtlichen Belange.


… und warum interessieren Sie sich nicht mehrfürs Wahlrecht, an dieser Stelle, wo Formalrechtliches aus Gewaltregimen stört?
WahlRechtReform
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Albert Kleffmann
Veröffentlicht am Donnerstag, 05. September 2002 - 13:26 Uhr:   

Vielleicht sollten wir lieber „Formaljuristisches“ sagen, damit wir den Begriff „Recht“ nicht mißbräuchlich verwenden
WahlRechtReform
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Cram
Veröffentlicht am Donnerstag, 05. September 2002 - 14:03 Uhr:   

Schill verschreckt bürgerliche Wähler, die er in Hamburg zu gewinnen wußte (anders sind 19% unerklärlich). Mit solchen Eskapaden treibt er die von der CDU enttäuschten Wähler wieder zu ihr zurück und das ist auch gut so. Die Schill-Partei können wir nicht brauchen. Herr Schill soll ruhig bis 2005 Innensenator sein und dann ist offensichtlich das sein Versprechen die Kriminalität binnen 100 Tagen zu halbieren nicht einzuhalten ist. Er hat sich bereits als Großmaul entlarvt. Mal sehen was von der Partei 2005 bei der nächsten Bürgerschaftswahl übrig bleibt. Die Entwicklung in Hamburg für die PRO geht steil abwärts. Ob sie dann die 5%-Hürde in Hamburg noch überspringen wird?
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eike
Veröffentlicht am Donnerstag, 05. September 2002 - 14:55 Uhr:   

alberto: Weil ich im Gegensatz zu Ihnen mich durchaus auch für andere Dinge interessiere.
Cram: Weil ich es nicht genau weiß, frage ich: Arbeitet die Koalition in Hamburg wirklich so schlecht? [Ich will nicht Schill gut reden, es handelt sich um eine objektive Frage.]
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Cram
Veröffentlicht am Donnerstag, 05. September 2002 - 15:26 Uhr:   

Nein, so schlecht nicht. Die offene Drogenszen wurde verdrängt, die Lage der Inneren Sicherheit deutlich verbessert. In den Umfragen liegen die bürgerlichen Parteien CDU,FDP,PRO vor ROt-Grün. Aber: die Schill-Partei liegt deutlich schwächer als 2001 (19%, jetzt 12%), die CDU dafür deutlich besser und die FDP leicht besser. Schill hat durch die Ganzen Skandälchen viel Ansehen verloren (die Drogenaffäre, seine Exfreundin sollte als Staatssekretärin eingestellt werden, sein Auftritt im Grünen Salon wo er auf die Frage wie es mit der Halbierung der Kriminalität ausschaue die er in hundert Tagen versprochen hatte die Antwort gab: "Ich habe gesagt das man die Kriminalität in 100 Tagen halbieren kann, ich habe aber nicht gesagt das es die ersten 100 Tage sind."). Somit ist der Niedergang der PRO erklärlich. Es war gut sie 2001 in Regierungsverantwortung zu nehmen, so wurde diese populistische Partei entzaubert und hat keine Chance bei der BTW.
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Eike Biehler
Veröffentlicht am Donnerstag, 05. September 2002 - 17:07 Uhr:   

Nun, dann könnte es ja so sein, dass es 2005 für schwarz-gelb auch ohne Schill reicht, wenn die Politik inhaltlich so schlecht nicht ist.
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Julius Silbernagel
Veröffentlicht am Montag, 09. September 2002 - 18:55 Uhr:   

Wird Schill zum Zünglein an der Waage? Artikel auf www.n-tv.de:

Der Schill-Faktor
Gefahr für Stoiber
Die Schill-Partei kann nach Auffassung des Politologen Prof. Michael Greven bei der Bundestagswahl der Union schaden. Zwar wären mehr als zwei Prozent für die Partei Rechtsstaatlicher Offensive des Hamburger Innensenators Ronald Schill eine Überraschung, sagte der Politikwissenschaftler von der Universität Hamburg in einem dpa-Gespräch.
Edmund Stoiber (CSU) müsse aber auch ein bis eineinhalb Prozent für die Schill-Partei fürchten, "die zwar nicht zu 100 Prozent, aber doch zu einem substanziellen Teil auf Kosten der Union gewonnen werden." Ein solches Ergebnis könne für die Union "ärgerlich" werden, falls es am Wahlabend zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen komme, sagte Greven.
Für die rot-grüne Koalition wäre es dagegen "ein Geschenk". Greven verwies darauf, dass das Ergebnis für die Schill-Partei sehr schwer vorhersehbar ist.
Für den Parteichef Schill sei seine Eklat-Rede im Bundestag "außerordentlich erfolgreich" gewesen. "Nach allgemeinen Untersuchungen über die Einstellungen in der Bevölkerung ist damit zu rechnen, dass deutlich über zehn Prozent mit den Inhalten dieser Rede völlig übereinstimmen und die Geste: "Es muss doch endlich einer sagen..." unterstützen."
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Eike
Veröffentlicht am Montag, 09. September 2002 - 19:03 Uhr:   

Dem ist wohl zuzustimmen.
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alberto
Veröffentlicht am Dienstag, 10. September 2002 - 17:56 Uhr:   


Schill-Effekt nicht gesondert abgefragt

Wo nach NPD gefragt wurde, liegen »Sonstige« insgesamt höher. Daraus kannman ableiten, daß es auch noch Überraschungen aus derEcke geben kann.
WahlRechtReform
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Kaktus
Veröffentlicht am Dienstag, 10. September 2002 - 19:23 Uhr:   

NOCH EIN TIFSCHLAG FÜR DIE KONSERVATIVEN: IN DER ARBEITSPLATZKOMPETENZ DER BESAGTEN BR-UMFRAGE LIEGEN SCHRÖDER UND STOIBER GLEICHAUF!!! (35 zu 35%)
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Sole
Veröffentlicht am Dienstag, 10. September 2002 - 19:26 Uhr:   

Kaktus, es gibt auch kleine Buchstaben
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Eike
Veröffentlicht am Dienstag, 10. September 2002 - 21:23 Uhr:   

Und vor allem gibt es Beiträge, die zum Thema passen, und solche, die es nicht tun. Aber wenn man sich so freut, dass in einer von zig Umfragen Schröder die gleiche Kompetenz wie Stoiber erhält - schön.
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Stephan Glutsch
Veröffentlicht am Dienstag, 10. September 2002 - 22:17 Uhr:   

Hier ein Beitrag zum Thema.

Ich habe auch die Rede gelesen und bin der Meinung, daß Schill am Thema vorbei geredet hat und im wesentlichen Wahlkampf gemacht hat. Da ich Meinungs- und Redefreiheit für überaus wichtig halte, beteilige ich mich nicht an gespielter Entrüstung, Betroffenheitsritualen, nach dem Motto: "Auf dem Rücken von ABC wird Wahlkampf gemacht", und "Das Amt des XYZ-Präsidenten wird beschädigt".

Ich nehme an, Schills Anhänger fanden seine Rede in Ordnung, bzw. sie hätten ihm mehr Korrektheit übelgenommen, denn dann hätte er demonstriert, daß er im Politbetrieb angekommen wäre (so wie Vollmer oder Fischer), und dafür haben sie ihn schließlich nicht gewählt.

Es wäre einmal interessant, eine Rede von Joschka aus Turnschuhzeiten hervorzukramen, oder von der ehemaligen Sprecherin der Fundis, Jutta Ditfurth. Bei einer Lesung mit anschließender Diskussion hatte sie gedroht, jemandem "eine auf die Fresse" zu hauen.

Mir fällt vor allem eine Person ein, die das Amt des Bundespräsidenten
beschädigt. Dreimal dürft ihr raten, wer. Roman Herzog hatte noch so etwas wie Humor. Johannes Rau war als Ministerpräsident schon in der Vergangenheit stehengeblieben. Neulich habe ich versucht, mir eine Rede von ihm im Radio anzuhören. Es ist unglaublich, wie man mit so salbungsvollen Worten nichts sagen kann. Schließlich habe ich abgeschaltet. Am nächsten Tag war die Presse voll des Lobes über ihn.

Da wir einmal beim Thema Wahlrecht sind, schlage ich vor, die Präsidiale Republik einzuführen und die Kosten für das Bundespräsidialamt zu sparen. Habe ich jetzt Wahlkampf auf dem Rücken von Johannes Rau gemacht?
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alberto
Veröffentlicht am Dienstag, 10. September 2002 - 23:02 Uhr:   


»Mit Verlaub, Herr (Bundestags-) Präsident, Sie sind ein Arschloch«

Quote:

@ Stephan Glutsch
     Es wäre einmal interessant, eine Rede von Joschka aus Turnschuhzeiten hervorzukramen, oder von der ehemaligen Sprecherin der Fundis, Jutta Ditfurth. Bei einer Lesung mit anschließender Diskussion hatte sie gedroht, jemandem "eine auf die Fresse" zu hauen.


O-Ton Dr. h.c. Fischer. Die Würde ehrenhalber ist aber erst neueren Datums. Nun geziemt sich eine etwas staatstragendere Haltung
WahlRechtReform
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Barozzi
Veröffentlicht am Montag, 24. Januar 2005 - 15:18 Uhr:   

schill könnte müßte mehr tun um den sprung in den bt zu schaffen
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rudi
Veröffentlicht am Montag, 06. Juni 2005 - 23:41 Uhr:   

wo ist schill?
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Fragender
Veröffentlicht am Dienstag, 07. Juni 2005 - 00:50 Uhr:   

@RUDI
Auf Arube glaube ich ...

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