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Umfrageverhalten

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covellin (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 14:01 Uhr:   

Aufgrund des kritischen Kommentars im Thread "neue Umfragen" antworte ich hier auf PNK's Beitrag:

Zitat:

@covellin
Mal angenommen ich gehöre zu der seltenen Sorte Mensch, die mal PDS, mal Grüne wählt. Und angenommenich werde immer 2 Wochen vor meiner Wahl angerufen. Sag ich dann das eine mal, " ach nee, hab keinen Bock mich auf eure neoliberalen Spielchen einzulassen" und das andere Mal "ich wähle selbstverständlich die PDS, damit ihrs alle wisst, weitersagen!!!". So einfach geht das sicher nicht. Dann könnte man jetzt auch sagen, "lieber covellin , du wählst vermutlich PDS und bestimmt nicht Grüne, denn du hast 13 Minuten an einer Befragung teilgenommen" und du würdest sagen "das ist doch aus der Luft gegriffen, das kann der PNK gar nicht wissen" ...
Ich glaube weder, dass der antikapitalistische Grüne (das ist sicher nur ein ganz kleiner Teil der Grünen und lässt sich ebenso bei der PDS finden) daran denkt, dass das Institut mit seiner Aussage Geld verdienen könnte, noch, dass der PDS-Wähler durch seine Aussage missionieren möchte, zumindest nicht in stärkerem Maße als das ein jeder auch einer anderen Partei Anhängiger tut. Man könnte über Bildung der jeweiligen Parteianhänger diskutieren, über das Verhalten von "Stammnichtwählern" bei solchen Umfragen oder z.B. darüber, dass Nachtschwestern und Arbeitslose sicher öfter telefonisch erreicht werden, als Zahnärzte und die Nachtschwestern und Arbeitslose sicher seltener die FDP wählen als deren Zahnärzte usw.. Das sind aber doch alles nur Kleinigkeiten und, statistisch, dürfte sich so manches aufheben und wir sind wieder wo wir ohne die Analyse wären.

---

Tatsächlich sind Deine Ausführungen interessant, spiegeln aber letztlich nur Deine verklärte Perspektive auf die PD§ED wider. Da der wohl bedeutendste Teil der PDS-Wählerschaft sich im Rentenalter befindet, muss davon ausgegangen werden, dass diese auch telefonisch erreichbar ist.

Meine Aussage war dahingehend motiviert, festzustellen, dass strukturkonservative PDS-Anhänger eher eine Neigung zur Missionierung haben, was sich auch im normalen Leben regisistrieren lässt. Ein CDU-Wähler redet seltener im Privatleben über seine Affinität zu dieser Partei und hat auch prinzipiell weniger Interesse, an Umfragen teilzunehmen.

Andererseits stellt sich die Frage, wieso PDS-Leute in Internetforen defintiv überrepräsentiert sind ( z. B. freenet ) oder schau mal auf die Abstimmung im ZDF, als man dort den größten Deutschen per Telefonvoting bestimmt hat. Wer hier nicht von Missionierung spricht, leugnet einfach den Instrumentalisierungswillen der alten SED-Kader. Wenn alte Stasileute in Berlin ihre Opfer verhöhnen und der Kultur(!)senator dieses Spiel unterstützt, dann kann man eigentlich überhaupt nicht von einer wie auch immer vorstellbaren Schnittmenge zwischen PDS und Grünen ausgehen. Alles andere ist romantisierte Träumerei.

Sicher gibt es auch solche Wähler, aber sie stellen eine Minderheit dar, welcher ich keinen Einfluss auf den Wahlausgang unterstellen möchte.

Wenn in Thüringen die Zahl der PDS-Wähler in einem Zeitraum von 10 Jahren nur um 1,5 % zugenommen hat, aber der Stimmenanteil prozentual um 10 %, wieso steigt diese Partei dann auch in den Umfragen?

Kann es nicht sein, dass das Desinteresse an der Landespolitik hier nur die Wähler der demokratischen Parteien betrifft, die anderen Nichtwähler letztlich gar nicht erfasst und somit deren Potential und Überzeugungen nicht berücksichtigt werden? Welche Konsequenz hat sies für die Parteiprogramme von CDU und SPD? Wird hier ein virtueller "Links.PDS"ruck inszeniert?

Fazit: Ich möchte somit die Glaubwürdigkeit jedes PDS-Statementes prinzipiell in Zweifel ziehen und dessen Motivation hinterfragen, welche sich meiner Ansicht nach auf Stimmenfang konzentriert, somit hier einzig ein Selbstzweck verfolgt wird, dessen wirtschaftliche Konsequenzen auch diejenigen tragen müssen, die sich wünschen, dass Dieter Althaus mit seiner Partei besser heute als morgen aus der Ost-Union austritt und damit die Weichen für einen Paradigmenwechsel stellt.
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Görd (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 15:21 Uhr:   

Wegen diesen "größten Deutschen", ja glaub ihr denn die Ostdeutschen würden Adenauer wählen, der den Osten seinerzeit aufgegeben hat? Überhaupt ist es doch ein Zeichen von "Gegenmissinonierung" von so ein Philosoph wie Marx verteufelt wird. Ich denke einmal im Ausland ist MArx viel bekannter als Adenauer. Das man seinerzeit Adenauer zum vermeitlich größten Deutschen ernannt hat, ist doch eher ein Zeichen der Missionierung durch die Union, die da wohl mindestens genau so fleißig gevotet haben. Überhaupt unterscheidet den konservativen PDS-Rentner nur wenig vom konservativen CDU-Rentner.
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MMA (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 15:25 Uhr:   

"Andererseits stellt sich die Frage, wieso PDS-Leute in Internetforen defintiv überrepräsentiert sind."

"Überhaupt unterscheidet den konservativen PDS-Rentner nur wenig vom konservativen CDU-Rentner."


http://www.wahlrecht.de/forum/messages/42/2006.html?1128815225
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covellin (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 17:49 Uhr:   

Ich behauptete keineswegs, dass diese Abstimmung keine reine Rentnerveranstaltung gewesen ist, im Gegenteil. Da man kaum annehmen sollte, dass Freitagabend 21.00 Uhr Menschen unter 40 Jahre ZDF schauen und sich an einem Telefonvoting beteiligen, ohne dass zumindest ein Kleinwagen unter allen Beteiligten verlost wird, muss man sogar unterstellen, dass CDU/CSU-Rentner, wie aber auch PDS-Rentner hier ihre Präsenz unter Beweis gestellt haben.

Die Wahl von Marx ist indes nicht positiv zu sehen, da sie einem klaren Missionierungsgedanken folgt, wie auch die Adenauerwahl. Obwohl zu sagen wäre, dass viele von denen, die Du ( Görd ) als Ost-Deutsche bezeichnest, sicher Adenauer gegenüber Marx den Vorzug gegeben hätten, zumal wenn diese "Wahl" über eine Telefonbefragung realisiert worden wäre, bei welcher der Sender willkürlich Menschen zuhause angerufen hätte.

Dass unter den zu wählenden letzten 10 Kandidaten auch Goethe, Einstein und Luther zu finden waren, sollte dabei allerdings zu denken geben.

An sich war die Idee einer derartigen Abstimmung schon viel zu konservativ und voller triefendem Partiotismus.

Muss man sich also wundern? Nein, aber man kann erkennen, wie sehr sich PDS-Leute zur Missionierung bekennen. Dies war ein Indikator, welcher aufzeigt, wie hoch das Mobilisierungspotential auch und vor allem bei politischen Wahlen in dieser Hinsicht ist.

Man könnte zudem aus der zeitlichen Nähe der beiden Antworten mit unbestreitbar latent PDS-freundlichem Grundton eine gewisse Bestätigung meiner Ausführungen ableiten.
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MMA (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 18:13 Uhr:   

@covellin
Die Überlegungen über eine Missionierungsfreude bei traditionellen PDS-Anhängern sind ja interessant und plausibel; aber wieweit äußert sich Missionierungswut tatsächlich in der Teilnahme an Meinungsumfragen? Bei der angesprochenen Mobilisierungsfähigkeit, die für die PDS-Klientel spezifisch sein dürfte, geht es m. W. eher darum, persönlich bekannte Mitbürger im Sinne der Partei zu aktivieren. Außer einer allgemeinen Aufforderung, sich im Fall einer Anfrage an der Meinungsumfrage zu beteiligen, dürfte da wenig Möglichkeit bestehen, auf die Umfragen Einfluss zu nehmen (und so das Klima für die PDS zu verbessern?). Über die Chance, die Befragungsperson zu agitieren, dürften sich die Angerufenen doch keine Illusionen mehr machen, oder?
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covellin (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 18:55 Uhr:   

@ MMA:

Im Gegenteil! Berlusconi gewann damals in Italien die Präsidentschaftswahlen, weil er in den Umfragen plötzlich fast überall führte. Diese Veröffentlichungen waren überaus wichtig und leisteten einen wesentlichen Betrag zu seiner Propaganda. Er konnte das, weil im die Medien in bella italia faktisch gehören.

Wenn eine Umfrage nun besagt - z. B. kurz vor der BTW 2005 - dass die PDS in Ost-Dtl. stärkste Kraft sei, dann kann man hiervon:

1. einen Ostseparatismus der Wähler

2. eine Frustation der Demokraten, die damit die große Koalition schon ahnen mussten

3. einen Schlusspunkt auf die finale Argumentation der Kommunisten im Wahlkampf

als denkbare Optionen sehen.

Zudem markiert eine solche Umfrage, dass es einen inhärent denkenden "Osten" gibt und die Unterschiede zwischen Sachsen und Meck-Pomm werden so polemisch verwischt.

Tatsächlich erreichte die PDS in Thüringen nur Platz 3 ( hinter SPD und CDU ), was aber auch schon zu viel ist. Nun habe ich nach Veröffentlichung dieser Umfrage bei jenem Meinungsforschungsinstitut angerufen ( Montag früh gegen 8 Uhr, damit ich auch definitiv jemanden antreffe ), und mir wurde bestätigt, dass es keine bundeslandspezifische Umfrage gab, obwohl man den "Osten" überrepräsentativ befragte. Osten / Westen, warum nicht die BL einzeln? Er erklärte, dass es ost-west-spezifische Sachverhalte gäbe, die nunmal diese Teilung bedinge, Punkt.

Würde man wenigstens Thüringen/Sachsen zusammenfassen ( aber bitte keine neuen Kon-Fusionsgerüchte! ) oder man BaWü/Bayern oder dergleichen in eine Schublade packen, könnten regionale Gesichtspunkte viel deutlicher zutage treten, hier zumindest ein intra-"ost"-deutscher Wettstreit um die wenigsten PDS-Stimmen entfacht werden.

Doch ich bin sicher, dass Meinungsforschungsinstitute kein Interesse an einer Reduzierung ihrer Auswertetabellen oder Umgestaltung der Modalitäten haben. Dahingehend würde es mich tatsächlich wundern, dass statistisch gesehen, die PDS von den Meinungsforschern tendentiell unterschätzt wird, wäre da nicht dieser Fakt, dass nämlich die CDU/SPD/Grüne/FDP-Wähler grundsätzlich eine ausgeprägtere Wahlmüdigkeit aufweisen und daher auch kurzfristig entscheiden, nicht zu wählen, während dies einem PDS-Wähler gar nicht erst in den Sinn käme.
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Tim Spier
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 19:12 Uhr:   

Zitat Covellin: "Tatsächlich sind Deine Ausführungen interessant, spiegeln aber letztlich nur Deine verklärte Perspektive auf die PD§ED wider. Da der wohl bedeutendste Teil der PDS-Wählerschaft sich im Rentenalter befindet, muss davon ausgegangen werden, dass diese auch telefonisch erreichbar ist."

Nur um die polemische Einwürfe von Covellin mal auf den Boden der Tatsachen zu bringen. Laut amtlicher Repräsentativstatistik bei der Bundestwagswahl 2005 fallen auf jeweils 100 Zweitstimmen für eine Partei die folgenden Prozentsätze auf Menschen im Rentenalter (60+):

CDU 41,5 %
CSU 38,2 % (nur in Bayern, versteht sich)
SPD 32,9 %
FDP 29,6 %
Linke 28,6 %
Grüne 16,0 %

In der Wählerschaft der Linkspartei befinden sich also weder mehrheitlich Rentner, noch ist es - im Vergleich zu anderen Parteien - ein bedeutender Anteil. Ganz im Gegenteil: Die Linkspartei hat deutlich weniger über 60jährige in ihrem Elektorat, als CDU, CSU und SPD. Das war Übrigens auch schon bei der Bundestagswahl 2002 so.
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Sole (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 20:38 Uhr:   

"29.8 SPD 25.7 CDU 4.8 Grüne 7.9 FDP 26.1 LINKE.PDS"

BTW 05 Thüringen.

43.0 CDU 14.5 SPD 26.1 PDS
LTW 04 Thüringen.

Andererseits, der Diskussionsverlauf spricht nicht dafür, dass ihn solche Fakten beeindrucken
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covellin (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 20:46 Uhr:   

Ok, dann hier die Zahlen für die BTW 2005 ( NUR FÜR Berlin, früherer Ostteil ):

PD§ED.Linke:

18 - 24 Jahre: 19,9 %
25 - 34 Jahre: 18,9 %
35 - 44 Jahre: 25,9 %
45 - 59 Jahre: 35,3 %
60 Jahre und mehr: 36,9 %

Sozialdemokratische Partei Deutschlands ( zum Vergleich ):

18 - 24 Jahre: 42,6 %
25 - 34 Jahre: 37,2 %
35 - 44 Jahre: 31,2 %
45 - 59 Jahre: 30,4 %
60 Jahre und mehr: 36,6 %

Somit wäre zumindest der Trend der PDS zur Rentnerpartei nicht vollständig widerlegt, zeigt sich doch eine deutliche Präferenz der Älteren gegenüber dieser Partei. Man sieht außerdem, dass zwischen Adlershof und Marzahn die SPD in dieser Altersgruppe schwächer ist als die PDS.
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covellin (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 20:53 Uhr:   

Zitat sole:

"Andererseits, der Diskussionsverlauf spricht nicht dafür, dass ihn solche Fakten beeindrucken"

kotau!

Es beeindruckt mich schon, schockiert besser gesagt, und, dass er darauf auch noch stolz zu sein scheint.

darüberhinaus zeigt der Diskussionsverlauf, dass die Herren Gysi und Bisky ihrer Mannen hervoragend im Netz positioniert haben.

Dennoch sprechen die Zahlen, vor allem die Altersstruktur für sich.
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Sole (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 21:16 Uhr:   

Meine Meinung dazu, dass ausgerechnet ich angeblich von Gysi geschickt sein soll, behalte ich lieber für mich.

Selbst in Ostberlin, wo aufgrund historischer Gründe die Zahl der Altfunktionäre des DDR-Systems höher ist als sonst irgendwo wählen also zu über 60 % jüngere Menschen die Linkspartei.

Machen wir uns nichts vor:

"Tatsächlich erreichte die PDS in Thüringen nur Platz 3 ( hinter SPD und CDU ), was aber auch schon zu viel ist."

Das war deine Aussage. Die ist nachweislich falsch. Und weil sie falsch ist flüchtest du dich in neue Behauptungen, die auch eine nach der anderen umkippen.

Quizzfrage: Wenn laut Konrad-Adenauer-Stiftung die PDS-Rentner alle Grassroots-Wahlkampf in ihren Vereinen und Kleingartensiedlungen machen, warum sind sie dann telefonisch angeblich öfter erreichbar als die Hausfrauen in konservativen mann-schaffts-an-Haushalten?

Oder anders: Sind sich die Linkspartei-Wähler ähnlicher in

a) Thüringen und Sachsen-Anhalt
b) Thüringen und Bayern
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covellin (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 21:38 Uhr:   

Du hast es überlesen? Kann schon mal passieren, also hier die Zahlen zur BTW 2005 ( NUR FÜR Berlin, früherer Ostteil ):

PD§ED.Linke:

18 - 24 Jahre: 19,9 %
25 - 34 Jahre: 18,9 %
35 - 44 Jahre: 25,9 %
45 - 59 Jahre: 35,3 %
60 Jahre und mehr: 36,9 %


60 % der jüngeren ist definitiv falsch!

Die Sache mit Thüringen ( BTW 2005 ) ist sicherlich so, wie Du schreibst. Nur sah das vorläufige Endergebnis damals anders aus, der Unterschied zwischen Union und SED ist ja auch denkbar knapp.

Zu Deiner Frage:

c) PDS-Fuzzies sind überall gleich destruktiv.
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Görd (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 21:58 Uhr:   

Auch wenn ich sicher kein PDS-Anhänger bin mit "c) PDS-Fuzzies sind überall gleich destruktiv." zeigt sich doch, dass eine konstruktive Debatte ohne ideologische Voreingenommenheit hier von einigen wohl nicht möglich ist.
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covellin (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 22:18 Uhr:   



Hast recht, Gerd! Bin total voreingenommen! Auch wenn Du sicher kein PDS-Anhänger bist, hätte ich soviel anregenden Widerspruch an einem Tag nicht erwartet.
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Sole (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 23:04 Uhr:   

Ich weiß ja nicht, wie du rechnest:

60 und mehr Jahre sind 36,9 %

100-37 = 63 (nicht 60 Jahre oder Älter)

63 > 60

Ergo: mehr als 60 % sind jünger als 60 Jahre.
Es wird langsam albern. Vermutlich haben die Linkspartei-nahen Erfinder der Mathematik das nur so gedreht, um die Ost-West-Befindlichkeit zu erhalten.

Die ganze Telefonierthese ist ja auch schon wieder in sich zusammengefallen.

"Wenn in Thüringen die Zahl der PDS-Wähler in einem Zeitraum von 10 Jahren nur um 1,5 % zugenommen hat, aber der Stimmenanteil prozentual um 10 %, wieso steigt diese Partei dann auch in den Umfragen?"

Und noch mehr Zahlen:

235.742 Wahl 1994, Index = 100
Behauptet
239.279 Covellin2004, Index = 101,5
Real
263.717 Wahl 2004, Index 111,87
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Görd (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 23:10 Uhr:   

"60 und mehr Jahre sind 36,9 %

100-37 = 63 (nicht 60 Jahre oder Älter)

63 > 60"

Die Zahl 36,9% gibt wohl die Stimmenanteile bei den über 60jährigen an und meint nicht, das 36,9% der PDS-Wähler über 60 sind.

"18 - 24 Jahre: 19,9 %
25 - 34 Jahre: 18,9 %
35 - 44 Jahre: 25,9 %
45 - 59 Jahre: 35,3 %
60 Jahre und mehr: 36,9 %"

Wenn man diese 5 Werte zusammenzählt, kommt man nämlich auf deutlich über 100%. Wieviel Prozent der PDS-Wähler also über oder unter 60 sind, kann man daraus nicht ableiten.
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covellin (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 23:42 Uhr:   

Danke, Gerd! Genau so war es gemeint. Die Rentner in Berlin ( Ex - Ost ) wählen zu 36,9 % die PDS, die jungen deutlich weniger, fast nur halb soviel!

Die Zahlen sind unter http://www.statistik-berlin.de/wahlen/bundestagswahl-2005/wahlstatistik/rws05.pdf nachzulesen.

Nun noch was zu den Landtagswahlen in Thüringen:

1994:

Wahlberechtigte: 1.954.248 Bürgerinnen und Bürger des Freistaates

PDS - Stimmen: 235.742

= 12,06 % aller Wahlberechtigten.

Nun 2004:

Wahlberechtigte: 1.958.041 Bürgerinnen und Bürger des Freistaates

PDS - Stimmen: 263.717

= 13,47 %.

Die PDS gewann also in 10 Jahren genau 27.975 Wählerinnen und Wähler dazu, was auf die jeweilige Zahl der Wahlberechtigten in Thüringen bezogen einen Anstieg von 12,06 % auf 13,47 % = 1,41 % ausmacht.

Union und SPD verloren im gleichen Zeitraum zusammen 446.118 Stimmen ins Nichtwählerlager, da sie - und das ACHTUNG, SOLE ist jetzt wieder sehr polemisch - zu ostalgische Politik betrieben.
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Sole (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 23:44 Uhr:   

Da hab ich wohl nicht gründlich genug gelesen. Das geht so wirklich nicht. Allerdings bezweifle ich, dass die ursprüngliche Aussage eine nähere Prüfung überlebt. Siehe auch Zahlenmaterial Tim Spier weiter oben.
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Sole (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Mai 2006 - 23:47 Uhr:   

"Wenn in Thüringen die Zahl der PDS-Wähler in einem Zeitraum von 10 Jahren nur um 1,5 % zugenommen hat"

Basis: Die Thüringer PDS-Wähler (Absolut)
Delta: +1,5 %
Vielleicht solltest du deine Sätze gründlicher formulieren.
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Florian (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Mittwoch, 03. Mai 2006 - 00:15 Uhr:   

Es scheint ja immer wieder Leute zu geben, die meinen, in diesem Forum seien gewisse politische Meinung gegenüber dem Bevölkerungs-Durchschnitt krass überrepräsentiert.
Wobei die Meinungen, welche Richtung denn nun überrepräsentiert ist, doch auseinandergeht.

Siehe oben:
"Andererseits stellt sich die Frage, wieso PDS-Leute in Internetforen defintiv überrepräsentiert sind."
Oder hier:
"Kann sich/mir jemand erklären (auch die in der Überschrift benannte Gruppe ist gefragt), warum auf dieser Website ein so starker Überhang an CDU/CSU-Anhängern zu finden ist"

Meine Theorie dazu:
Dieses Forum ist sehr überparteilich und zieht helle Köpfe aus ganz verschiedenen Richtungen an - und so eine Plattform gibt es im echten Leben nicht so oft. Sonst haben die meisten Menschen überdurchschnittlich oft mit Gleichgesinnten zu tun.
Wenn man also in der Zusammensetzung dieses Forums Abweichungen zu seiner sonstigen Lebenserfahrung feststellt, dann liegt das wahrscheinlich weniger an einem Bias hier im Forum, sondern eher an einem Bias der eigenen Lebenserfahrung.

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