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PDS und WASG in den Umfragen

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Tim Spier
Veröffentlicht am Freitag, 17. Juni 2005 - 10:45 Uhr:   

Eine eher technische Frage: Hat jemand Informationen darüber, wie inzwischen die Wahlabsichtsfragen in Bezug auf PDS und WASG gestellt werden? In der letzten Emnid-Umfrage (8 %) scheinen die beiden Parteien ja schon gemeinsam ausgewiesen zu sein. Bei den anderen Instituten weisen die niedrigen PDS-Ergebnisse wohl auf eine separate Darstellung hin, wobei die WASG dann wohl unter "Sonstige" aufgeführt ist.

Wird die Sonntagsfrage eigentlich offen gestellt, wird also jede Partei notiert, die im Interview genannt wird? Wie verfährt man in diesem Fall mit der Nennung "Demokratische Linke" oder "die neue Linkspartei"?
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Sole
Veröffentlicht am Freitag, 17. Juni 2005 - 10:58 Uhr:   

Angeblich wurden PDS und WASG separat abgefragt und zusammengerechnet, was ich für unseriös halte. Habe aber keine Quelle dazu zur Hand.
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Stefan Z.
Veröffentlicht am Freitag, 17. Juni 2005 - 15:32 Uhr:   

Offene Fragestellung

Ich wurde einmal von Infratest-Dimap telefonisch befragt, und da wurde ganz schlicht gefragt:
"Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?" - ohne jede Vorgaben.
Darauf folgte dann noch die Frage nach der tatsächlichen Wahlentschgeidung bei der letzten BTW (und ich habe beide Fragen wahrheitsgemäß mit CDU beantwortet).

Ich vermute, daß auch die übrigen Institute offene Fragen stellen. Alles andere wäre ja eine gewisse Ergebnisbeeinflussung.
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MMA
Veröffentlicht am Donnerstag, 23. Juni 2005 - 15:57 Uhr:   

"Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?"
"Ich vermute, daß auch die übrigen Institute offene Fragen stellen. Alles andere wäre ja eine gewisse Ergebnisbeeinflussung."

Das ist die genannte Frage doch eigentlich auch. Immerhin gibt es auch Einzelbewerber - und die könnten die Institute verklagen, weil ihnen "wegen der suggestiven Fragestellung" nie in den Prognoseergebnissen Chancen eingeräumt werden.
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Sozialagenda
Veröffentlicht am Donnerstag, 23. Juni 2005 - 20:19 Uhr:   

Ich habe jetzt mal beim Stern per Mail nachgefragt, ob die prozentualen Ergebnisse der beiden beteiligten Parteien vorliegen. Sollte ich Antwort bekommen, stelle ich sie hier herein.
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Sozialagenda
Veröffentlicht am Donnerstag, 23. Juni 2005 - 21:49 Uhr:   

qSole
Reicht Dir als Quelle eine Pressemitteilung des WDR.

"8% für die PDS/WASG (hierbei 5% für die PDS und 3% für die WASG)"

aus
http://www.presseportal.de/story.htx?nr=691406&firmaid=7899&search=PDS/WASG
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Fragender
Veröffentlicht am Donnerstag, 23. Juni 2005 - 22:03 Uhr:   

@MMA
Da man die Einzelbewerber mit der Zweitstimme nicht wählen kann - und nur um die kann es ja bei Umfragen die über einzelne Wahlkreise hinausgehen gehen - wäre eine Frage nach den Einzelbewerbern nun wirklich gehobener Unsinn.
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The Joker
Veröffentlicht am Freitag, 24. Juni 2005 - 01:11 Uhr:   

Es gibt zwei Umfragen, die für die neue Linkspartei 9 % signalisieren: http://www.wahlen-heute.de/FORSA-Daten_Bund_220605_.gif
und: http://www.wahlrecht.de/umfragen/emnid.htm
Die Linkspartei könnte zu einem Erfolgsmodell werden...
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m.g.s.
Veröffentlicht am Freitag, 24. Juni 2005 - 11:38 Uhr:   

Joker: Bitte jetzt nicht in _jedem_ thread Werbung platzieren. Das ist ein wenig plump und eher der Stil des Forums einer anderen Site.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Freitag, 24. Juni 2005 - 12:16 Uhr:   

Der heftige Namensstreit zeigt doch, daß zwischen PDS- und WASG-Anhängern heftige gegenseitige Ablehnungsprobleme existieren.
Es ist daher völlig realitätsfremd, die Umfragezahlen beider derzeit getrennt abgefragter Parteien einfach zu addieren!
Es ist noch völlig offen, ob die Zusammenarbeit die beiden Parteien wirklich stärkt - oder nicht sogar schwächt.
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John Rawls
Veröffentlicht am Freitag, 24. Juni 2005 - 21:14 Uhr:   

Schwächt - glaube ich nicht. Diese mediale Aufmerksamkeit wäre sonst nie erreicht worden. Und das ist auch ein Wert an sich.

Nicht ganz so viel bringt wie erhofft - wahrscheinlich. Da relativiert sich noch Einiges bis September.

Aber so ist das nun mal im Wunderland der Synergieeffekte.
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Samstag, 25. Juni 2005 - 11:12 Uhr:   

Spiegel Online befürchtet Ungültigkeit der Bundestagswahl bei gemeinsamer Liste aus WSAG und PDS:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-362123,00.html
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Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 26. Juni 2005 - 10:41 Uhr:   

Die Antwort der PDS in einer Pressemitteilung von gestern abend auf den SPIEGEL-Online-Beitrag:

Berlin - Zu Äußerungen des Wahlrechtsexperten Wolfgang Schreiber, ein Zusammengehen von PDS und WASG gefährde die Gültigkeit der Bundestagswahl, und zu angeblichen Unterwanderungsversuchen der WASG durch Neonazis erklärt PDS-Bundeswahlkampfleiter Bodo Ramelow:

Zur Bundestagswahl tritt die PDS wie bei vorhergehenden Wahlen mit offenen Listen an. Diese Listen werden einzig und allein von den souveränen Vertreter/innenversammlungen der PDS-Landesverbände gewählt und werden – dem Wahl- und Parteienrecht entsprechend – die Identität mit der PDS widerspiegeln. Reißverschlussverfahren, Mischung von Listen oder ähnliches wird es nicht geben. Parteien- und Wahlrecht werden strikt beachtet. Es gibt keinen „verdeckten gemeinsamen Wahlvorschlag zweier Parteien“. Alle Unkenrufe in dieser Richtung sind überflüssig. Die PDS hat nichts zu verbergen und wird alle wahl- und parteienrechtlichen Fragen offen mit dem Bundeswahlleiter und den Landeswahlleitern erörtern.

...
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Linker
Veröffentlicht am Montag, 27. Juni 2005 - 22:28 Uhr:   

@Gast
Das wird die WASG sehr gerne hören. Sie soll also doch über den Tisch gezogen werden und gemeinsame Listen wird es nicht geben. Vielleicht sollte sich die WASG das mit der Zusammenarbeit mit der PDS nochmal überlegen. Eine faire Gleichberechtigung muß schon sein, wenn man zusammen etwas erreichen will. Der Bundeswahlleiter wird es sich nicht leisten können, aus ideologischen Gründen eine Liste nicht zuzulassen, die bei Umfragen 9% erreicht. Wer so etwas tut, stellt sich auf eine Stufe mit den Wahlfälschern in der Ukraine oder dem Iran. Wichtig für die Wahl kann doch nicht eine Formalie sondern einzig der Volkswille sein.
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J.A.L.
Veröffentlicht am Montag, 27. Juni 2005 - 22:34 Uhr:   

"Wichtig für die Wahl kann doch nicht eine Formalie sondern einzig der Volkswille sein."

Immer diese Formaldemokratie, die den wahren Willen der Volksgemeinschaft nicht darstellen kann...

Hilfreicher haben Sie sich "Linker" genannt, aus dem was Sie so schreiben, ließe sich nämlich auch das Gegenteil gut ableiten.
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Gast
Veröffentlicht am Montag, 27. Juni 2005 - 22:43 Uhr:   

@Linker
"... und gemeinsame Listen wird es nicht geben."

Wird es auch nicht, da sie nicht erlaubt sind (so wie bei NPD und DVU).

"Der Bundeswahlleiter wird es sich nicht leisten können, aus ideologischen Gründen eine Liste nicht zuzulassen, die bei Umfragen 9% erreicht."

Wenn die Listen nicht den Anforderungen des Bundeswahlgesetzes entsprechen, bleibt ihm bzw. dem Bundeswahlausschuss gar nichts anderes übrig.
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Sozialagenda
Veröffentlicht am Dienstag, 28. Juni 2005 - 01:08 Uhr:   

Antwort vom Stern zur Frage nach der Zusammensetzung der Prozente der Linkspartei.

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Sehr geehrter Herr ***,
bei der von Ihnen erwähnten Umfrage wurde nicht einzeln gefragt, weil die beiden Gruppierungen zusammen antreten wollen und deshalb für uns nur interessant war, ob sie als Wahlbündnis den Sprung über die 5-Prozent-Hürde schaffen.
Freundliche Grüße,
Claudia Brand
stern-Nachrichten
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Also zumindest kann man daraus erkennen, dass hier die Antwortmöglichkeiten vorgegeben werden. Bei Infratest Dimap z.B. wurde mir mal gesagt, es wird nur gefragt, welche Partei würden Sie wählen.
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Aydin
Veröffentlicht am Dienstag, 28. Juni 2005 - 10:56 Uhr:   

Ein oranger Sonnenschirm macht noch keine Volksbewegung.
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Tim Spier
Veröffentlicht am Dienstag, 28. Juni 2005 - 11:17 Uhr:   

@Sozialagenda: Interessant, was der Stern schreibt. Das scheint ja tatsächlich auf eine Vorgabe von Antwortmöglichkeiten hinauszulaufen. Das ist natürlich problematisch, andererseits hätte man auch bei einer offenen Frage mehrere Versionen akzeptieren müssen: Linkspartei, PDS, WASG, Demokratische Linke, Vereinigte Linke ... Schließlich weiß ja selbst das Linksbündnis nicht so ganz genau, wie es nun heißen soll. Mein letzter Stand: Linkspartei.PDS -- noch vor ein paar Tagen stand m.E. das PDS-Kürzel vor der Linkspartei, oder?
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Sole
Veröffentlicht am Dienstag, 28. Juni 2005 - 12:25 Uhr:   

Nein vorn steht "PDS" schon seit einiger Zeit nicht mehr zur Debatte. Aber zuletzt war die Frage, ob PDS Teil des Bundesnamen oder landesspezifischer Zusatz sein soll.
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Tim Spier
Veröffentlicht am Dienstag, 28. Juni 2005 - 12:58 Uhr:   

@Sole: Wenn Du PDS-Mitglied bist, dann würde mich natürlich auch Deine Einschätzung interessieren, ob die PDS-Basis einer Namensänderung zustimmt? Immerhin ist ja wohl eine 2/3-Mehrheit notwendig. Insgesamt sehe ich im Vereinigungsprozess beider Parteien noch so viele Hürden, dass ich an ein gemeinsam antretendes Linksbündnis wohl erst glaube, wenn der Bundeswahlleiter den Wahlvorschlag zugelassen hat.
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Nordlicht
Veröffentlicht am Dienstag, 28. Juni 2005 - 13:12 Uhr:   

Also, ich vermute (als PDS-Mitglied), dass der Vorstand eine Mehrheit bekommt für den Vorschlag. Das Bündnis ist jetzt soweit, dass ein Scheitern niemand mehr riskieren wird. Scheitert das Bündnis an der PDS wäre das auch für sie fatal.
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John Rawls
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Juni 2005 - 00:50 Uhr:   

Wie anderswo schon geschrieben: Forsa sieht sie schon bei 11!
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Sole
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Juni 2005 - 01:00 Uhr:   

Das sind zwei verschiedene Frage. Die PDS-Offene Liste kommt, und vermutlich kommt auch die WASG auf diese Liste.

Die Namensänderung, keine Ahnung. Abhängig davon, wie der endgültige Vorschlag aussieht, wie der Abstimmungsmodus ist und wie viele Namen zur Abstimmung stehen. Generell halte ich 2/3 für möglich.

Was die Fusion angeht, alles nach der Wahl.
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MMH
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Juni 2005 - 11:19 Uhr:   

Ich halte die WASGPDS 11% für Forsa-typisch maßlos überbewertet. Dass sie auf Kosten von der Union gehen zeigt ja, was davon zu halten ist (ganz nebenbei glaube ich auch die 47 bzw 49% für CDU/CSU nicht). Die Wichtung würde ich gerne mal sehen. Forsa macht wieder mal Politik mit "Umfragen", was so nervig wie langweilig ist.
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Sole
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Juni 2005 - 12:07 Uhr:   

Auch sehr wahlkampftypisch die Begleitäußerungen von Manfred Güllner zur WASG.

Andererseits kann ich mir eine Wähler-Interaktion mit der CDU durchaus vorstellen. Das kennt man im Osten für die PDS, warum sollte das nicht auch auf andere Schichten zutreffen? Hauptsache am Wahltag sinds über 5 %, gerne auch mal 7.
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John Rawls
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Juni 2005 - 12:19 Uhr:   

Schon denkbar, das Ganze. Es gibt leider eine ganze Menge Leute, die keine Idee haben, was sie wählen sollen - nur eins: diesmal nicht SPD.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Juni 2005 - 14:50 Uhr:   

@MMH:
> Ich halte die WASGPDS 11% für Forsa-typisch maßlos überbewertet.
Richtig - das ist ziemlich realitätsfremd. Und Forsa kann sich auch nicht auf Korrekturfaktoren rausreden, weil es ja für die Linkspartei noch keine Vergleichswahlergebnisse gibt.

> Forsa macht wieder mal Politik mit "Umfragen", was so nervig wie
> langweilig ist.
Forsa bläst den Ballon schön auf, damit man ihn während der heißen Wahlkampfphase schön platzen lassen kann.
Sobald irgendwelche Querelen bei der PDS/ML auftauchen (und die wird es natürlich geben), werden die Umfragezahlen wieder dramatisch sinken. Und daraus wird dann eine Krise gemacht, um die Akteure nervös und die Mitglieder demotiviert zu machen.
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Tim Spier
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Juni 2005 - 16:28 Uhr:   

Naja, ich halte die Umfragen schon für halbwegs realistisch, auch wenn man sich darüber streitem kann, ob es nun 8 %, 9 % oder 11 % sind. Fakt ist doch, dass ein Zusammengehen von WASG und PDS offensichtlich nicht die jeweiligen Wähler abschreckt, sondern im Gegenteil einen Synergieeffekt bewirkt: Das Ganze wird größer als die Summe seiner Einzelteile.

Was die Polemiken gegen Forsa angeht: Zumeist wird ja behauptet, dass Forsa Umfragen zugunsten der SPD manipuliert -- was ich im Übrigen auch für eine Behauptung halte, die sich nicht an Fakten festmachen lässt. Hier wird aber nun kritisiert, dass Forsa die Umfragen zugunsten der neuen Linkspartei verändert. Das schadet doch wenn überhaupt vor allem der SPD. Hieran kann man doch erkennen, dass die Anschuldigungen gegenüber Forsa einfach nicht stimmen. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass irgendein Umfrage-Institut seine Seriösität aufs Spiel setzt, um eine kurzfristige Stimmung in der Bevölkerung zugunsten welcher Partei auch immer herbeizuführen.

Die Kritiker sollten sich mal fragen, ob sie die Zahlen vielleicht einfach nicht wahrhaben wollen. Die Enttäuschung mit der SPD ist in der Bevölkerung mehr als groß. Und viele von diesen Enttäuschten sind vor allem aufgrund der Sozialpoltik der Sozialdemokraten frustriert. Das sie in dieser Konstellation nicht CDU und FDP wählen wollen, die Sozialpolitik noch in eine ganz andere Richtung weiterentwickeln wollen, ist doch klar. Da nun eine wählbare, nach realistischer Betrachtung wohl sicher in den Bundestag einziehende Alternative besteht, setzen sie natürlich auf dieses Pferd. Mit welchem konkreten Erfolg wird sich wohl erst am Wahlabend mit Sicherheit sagen lassen. Auch kann es gut sein, dass die Wähler einer neuen Linkspartei danach über deren Zerstrittenheit enttäuscht sind, aber im Augenblick erscheinen mir die Umfragezahlen einen echten Wandel in der Wählerpräferenz abzubilden.

Überdies: Der Zuwachs bei der Linkspartei muss nicht unbedingt mit dem Verlust der Unionsparteien einhergehen. Das kann man an solchen Aggregatdaten nicht erkennen. Genauso könnten Wähler der Union im Vergleich zur Vorwoche zu anderen Parteien gewandert sein und der Gewinn der Linkspartei sich aus anderen Quellen speisen. Man sollte hier auch nicht den Effekt der Wahlenthaltung außer Acht lassen. Die Wählerwanderungen zur NRW-Wahl haben gezeigt, dass ein guter Teil der WASG-Wähler (meiner Erinnerung nach zwischen 1/3 und 1/2) aus der Wahlenthaltung kamen: Langfristig enttäuschte Wähler, vermutlich aus ehemals SPD-nahen Milieus. Vielleicht hat auch einfach die neue Linkspartei auf diese Bevölkerungsgruppen eine große Anziehungskraft, die damit steigende Wahlbeteiligung hat dann einen negativen Effekt auf alle anderen Parteien.

Wie dem auch sei: Ich würde dafür plädieren, die Kirche im Dorf zu lassen. Wenn die Umfragen, dann muss das nicht an irgendwelchen Verschwörungen der Umfrageinstitute liegen, sondern kann auch reale Veränderungen im (potentiellen) Wahlverhalten widerspiegeln. Die geschilderte Entwicklung erscheint mir jedenfalls mehr als realistisch zu sein.
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Sole
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Juni 2005 - 17:09 Uhr:   

Ich sehe hier denselben Quatsch kommen wie in Brandenburg. SPD verliert 5-10 %, die PDS landet irgendwo bei 5-7 und Schröder läßt sich als Wahlsieger feiern, bevor er in Rente geht zugunsten einer großen Koalition aus Stoiber und Clement. Oder so.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Juni 2005 - 17:44 Uhr:   

@Tim:
> Fakt ist doch, dass ein Zusammengehen von WASG und PDS offensichtlich
> nicht die jeweiligen Wähler abschreckt, ...
Das ist weder Fakt noch offensichtlich, sondern pure Spekulation.
Genau wie selbstverständlich meine Schätzung, daß die PDS/ML deutlich niedriger abschneiden wird, reine Spekulation ist.
Verläßlich gibt es dazu noch überhaupt nichts, erst das erste echte Wahlergebnis des Bündnisses wird beweisen, ob Abschreckung oder Synergie stärker gewirkt haben.

> Zumeist wird ja behauptet, dass Forsa Umfragen zugunsten der
> SPD manipuliert ...
Dies liegt auch hier nahe.
Wobei "zugunsten" nicht heißt, daß einfach immer nur überhöhte SPD-Zahlen geschätzt werden - im Gegenteil.
Wichtiger ist, daß mit den Veränderungen Stimmung gemacht wird.

Zum jetzigen Zeitpunkt können der SPD niedrige Umfragezahlen durchaus recht sein (wobei ich die auch für real halte). Denn nur auf so einer Basis kann es dann in der heißen Wahlkampfbasis positive Nachrichten im Sinne einer "Aufholjagd" geben, mit der mögliche SPD-Wähler motiviert werden können.

Umgekehrt sind überhöhte Umfragezahlen für die PDS schädlich für diese - wenns dann in Reichweite des Wahltermins wieder weniger wird, gibt das für die Wahlchancen psychologische Probleme.
Genau das meinte ich mit "der Ballon wird aufgeblasen".

Und Sole verweist zu Recht auf Brandenburg, das bisher eklatanteste Beispiel von Forsa-Meinungsmache.

Die Medien messen Wahlergebnisse immer weniger an realen Fakten (z. B. dem Vergleich zum letzten Wahlergebnis), sondern an irgendwelchen durch Umfragebehauptungen erzeugten Erwartungen.
Das ist natürlich völlig unprofessionell - aber eben üblich und damit wird wiederum Politik stark beeinflußt.

Obwohl die "Prognosen" selber immer schlechter und ungenauer werden, ist die Wirkung also viel größer als früher, und mit geschickter Platzierung kann ein Institut verdammt viel beeinflussen.
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The Joker
Veröffentlicht am Donnerstag, 30. Juni 2005 - 01:19 Uhr:   

@m.g.s.
"Bitte jetzt nicht in _jedem_ thread Werbung platzieren. Das ist ein wenig plump und eher der Stil des Forums einer anderen Site."

Sorry, ich habe eben bloß ein Umfrage-Ergbnis gepostet und etwas gemutmaßt. Die völlig neue Forsa-Zahl von 11 % für die Linkspartei habe ich da noch gar nicht gekannt! ;-)
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Tim Spier
Veröffentlicht am Freitag, 01. Juli 2005 - 12:45 Uhr:   

Na, und Infratest-Dimap manipuliert die Umfragen auch?

Infratest-Dimap:

Union: 44 (-1)
SPD: 27
Linke: 10 (+1)
Grüne: 8 (-1)
FDP: 7
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John Rawls
Veröffentlicht am Freitag, 01. Juli 2005 - 14:45 Uhr:   

Wer derzeit hinter SPD-Infoständen Wahlkampf macht, ahnt etwas von der Wucht, mit der die Linkspartei gerade anrollt... *seufz*
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DG
Veröffentlicht am Freitag, 01. Juli 2005 - 21:22 Uhr:   

Also, der Wähler im Westen ist doch nicht blöd. Letzlich würde er mit der Linkspartei doch wieder die PDS wählen, die er eben grundsätzlich nicht wählen will.
Ich denke, der Protest der Wählerschaft wird sich in einem deutlichen Zuwachs im braunen Lager ausdrücken.
Auch demokratische Kleinparteien, wie die GRAUEN (sofern die den Wahlantritt schaffen sollten) und die FAMILIEN-PARTEI (gilt selbiger Zweifel) werden deutlich gewinnen.
Die Grünen sehe ich derzeit nur bei 5-6 %.
Im Osten liegen sie deutlich unter 5%!
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Tim Spier
Veröffentlicht am Sonntag, 03. Juli 2005 - 09:35 Uhr:   

Und hier die dritte Umfrage, die die Linkspartei zweistellig sieht. Interessant auch, dass die Grünen zulegen. Verluste vor allem bei der Union. Und dass, bevor überhaupt was von ihrem Programm veröffentlicht wurde.

Emnid:

Union: 44 (-2)
SPD: 26 (-1)
Linke: 11 (+2)
Grüne: 9 (+1)
FDP: 7

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