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Sieger und Verlierer der Landtagswahlen

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Inyah
Veröffentlicht am Dienstag, 28. September 2004 - 10:04 Uhr:   

an Jan:
genau das ist der Punkt: ich habe in den letzten 6 Jahren nicht mitbekommen, das die Ökodiktatur ausgebrochen ist. Statt dessen setzen sich die Grünen in der Regierung sich für finanzielle Anreize ein, zum Beispiel die Ökosteuer zur Senkung der Lohnnebenkosten oder den Emissionshandel für Unternehmen oder die Gleichberechtigung von Fluggesellschaften und der deutschen Bahn. Auch von Renate Künast hab ich noch keinen GEsetzentwurf gesehen, der Sie dazu zwingt (und das wäre autoritär) keine Currywurst mehr zu essen. Bei all dieser Politik geht es um Freiwilligkeit und um Überzeugung.
Bei libertärer Politik geht es aber auch um andere Fragen: Gleichberechtigung in erster Linie. Von Frauen, Schwulen und Lesben, Alten und Jungen usw., um BürgerInnenrechte auch um ein Staatsverständnis und Eigeninitiative.
Aber ich war es nicht der den Grünen das unterstellt hat sondern namhafte Politikwissenschaftler.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Dienstag, 28. September 2004 - 10:27 Uhr:   

@Bernhard:
> Natürlich wird die PDS bundespolitisch gestärkt ...
Gestärkt schon ...

> - da die Oststimmen locker reichen, sie in 2006 in Fraktionsstärke
> ins Parlament zurückzubringen.
... aber obs reicht, bleibt völlig offen.
Denn 2002 haben die Oststimmen nicht gereicht, und so dolle sind die Zuwächse (trotz der günstigen Hartz-Umstände) eben nicht gewesen.

> Der zurückgehende Anteil an Stammwählern - NRW ist nicht mehr rot -
Die SPD hat Stammwähler verloren - aber CDU und Grüne bestimmt nicht (bei der FDP kann man das schwer sagen).

Ich bestreite nicht den langfristigen deutschen Trend zum Abbau von Stammwählerbindungen.
Aber derzeit beobachten wir konkret ein SPD-Problem, dort scheint sich bundesweit ein bestimmtes Stammwählerklientel dauerhaft von der Partei verabschiedet zu haben.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Dienstag, 28. September 2004 - 10:44 Uhr:   

@Bernhard:
> Daher hat Schröder bereits letzte Woche in einem Interview
> klargestellt, dass es weitere Reformen geben wird und muß - über
> die Agenda 2010 hinaus.
Das ist aber relativ trivial. Keiner wird behaupten, nach Hartz IV wäre alles erledigt und man müsse nichts mehr ändern in Deutschland.
Aber was und in welche Richtung man ändern sollte - darüber gehen die Meinungen ja nun sehr auseinander.
Und genau darüber schweigt sich Schröder (wieder einmal) aus.

M. E. weiß er es auch nicht.
Er hat sich von Hartz ein Papier für dessen Spezialgebiet Arbeitsmarkt machen lassen und das dann als "Agenda" zu seinem Politikentwurf gemacht. Was ja auch eine sehr sinnvolle Zusammenarbeit von Experten und Politik ist.

Aber darüber hinaus scheinen Schröder und die SPD keinen weiteren Plan zu haben. Auch der Vorstoß mit der Bürgerversicherung war wohl im Kern nur als Wahlkampfgag geplant und ist nicht wirklich zu Ende gedacht.

Die SPD hat ihr altes Programm in die Tonne getreten (weil es eben nicht mehr zur Realität paßte) und hat keinen Ersatz gefunden.
Und deswegen sind auch die Wähler (und Mitglieder bzw. Ex-Mitglieder) so frustriert - die Hartz-Folgen selber betreffen ja gar nicht so viele.

Die Maßnahmen werden durchgeführt, "weil es eben nötig ist", weil es "keine Alternative" gibt, weil "die Schwarzen noch schlimmer wären".
Aber nicht in der Hoffnung, danach würde es wirklich besser sein.

Es fehlt der SPD ein Zukunftskonzept, in dem ein Deutschland NACH den Reformen (also auch den noch ausstehenden) sichtbar wird, in dem besser und zukunftssicherer zu leben wäre als heute, für das sich Opfer und Umstellungsschwierigkeiten lohnen würden.


> Eine Bürgerversicherung fördert zwar den Gedanken der Solidarität
> aller ...
Ob eine Bürgerversicherung faktisch "solidarischer" wäre, das ist politisch umstritten.
Aber den "Gedanken der Solidarität" würde sie m. E. weiter schaden.
Wir haben schon jetzt das allgemeine Gefühl, daß "Solidarität" nur ein Vorwand ist, unter dem anonyme Staatsbürokraten die Bürger abzocken. Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit gelten immer mehr als Kavaliersdelikte, weil kaum noch einer das Gefühl hat, mit seinen Steuern und Beiträgen "Solidarität" zu leisten.
Eine weitere Ausweitung der (zwangsweisen) Solidarität per Bürgerversicherung würde dem Gedanken auf jeden Fall nicht helfen.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Dienstag, 28. September 2004 - 10:51 Uhr:   

@Inyah:
> Auch von Renate Künast hab ich noch keinen GEsetzentwurf gesehen,
> der Sie dazu zwingt (und das wäre autoritär) keine Currywurst mehr
> zu essen. Bei all dieser Politik geht es um Freiwilligkeit und um
> Überzeugung.
Von "Freiwilligkeit" kann bei der Künast-Politik aber wenig Rede sein.
Auch wenn es nicht in jedem Punkt Verbote gibt (was ich aber weniger auf die Mäßigung der Grünen zurückführe als auf den der SPD), so versucht sie sehr wohl, mit Steuern, Abgaben und Subventionen das Verbraucherverhalten zu steuern.

Eine echte Politik der Freiwilligkeit und Überzeugung bräuchte keine Gesetze, Verordnungen oder andere staatliche Maßnahmen.

> Bei libertärer Politik geht es aber auch um andere Fragen:
> Gleichberechtigung in erster Linie. Von Frauen, Schwulen und
> Lesben, Alten und Jungen usw., um BürgerInnenrechte auch um ein
> Staatsverständnis und Eigeninitiative.
Auch hier wieder: Diese Gleichberechtigungs-Anliegen sind sehr wohl libertär - aber NUR, wenn das nicht per staatlicher Einmischung geschieht.
Die Grünen versuchen ihre Vorstellungen von Gleichberechtigung mit Zwang von oben durchzudrücken, das ist das Gegenteil von libertär.
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C.-J. Dickow
Veröffentlicht am Dienstag, 28. September 2004 - 11:45 Uhr:   

Zum Regulierungswahn noch ein Beispiel aus der BILD-Hamburg von gestern:
Der CDU-MdB Klimke aus Hamburg ärgert sich darüber, daß es schon September Schoko-Weihnachtsmänner im Lebensmittelhandel gibt (das kann ich nachvollziehen, stört mich auch). Also (und das kann ich dann nicht mehr nachvollziehen) fordert er Frau Künast auf, wirksame Maßnahmen gegen den Verkauf von Weihnachtsartikeln vor der Adventszeit zu treffen.
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Immanuel Goldstein
Veröffentlicht am Dienstag, 28. September 2004 - 11:56 Uhr:   

@Inyah
Die Grünen sind nicht rechts oder autoritär, haben aber Probleme sich gegenüber bestimmten rechten Gruppen (v.a. Anhänger von Gesell (s.a. Vollmer), da kommt dann auch die Eugenik rein) abzugrenzen.
Die "bewegte Vergangenheit" bei einer gerade etwas über 20 Jahre alten Partei ist eigentlich Gegenwart (wobei Fischers "Ausschwitzausrutscher", Karsli und Mechtersheimer sich in den 90'er Jahren abspielte.)
"Bei libertärer Politik geht es aber auch um andere Fragen: Gleichberechtigung in erster Linie." Das ist Humbug; weder das Wort "Libertär" noch seine Verwendung noch das, wofür es steht haben eine solche Bedeutung. Gleichberechtigung ist immer ein (meist positiver) Dirigismus. Eigentlich ist "libertäre Partei" fast schon ein Oxymoron.
Es gibt sowohl dirigistische als auch libertäre Elemente sowohl bei den Grünen (nebenbei auch bei den amer. Republikanern) als auch anderswo (z.B. auch in der völkisch-ökologischen Rechten, die nebenbei bemerkt wenig mit der NPD zu tun hat; z.B auch bei der PDS, die (Links-)Anarchisten in ihren Reihen hat). Libertär und autoritär schließen einander nicht immer aus, sondern werden von vielen in verschiedenen Sozialsphären verwendet (Beispiel: libertärer, antistaatlicher, amerikanischer Waffenfan, der seine Kinder schlägt).
Den großen Asylkompromiß haben die Grünen nebenbei auch nicht versucht in den letzten 6 Jahren rückgängig zu machen (soweit zur libertären Ausländerpolitik).
"Das es vereinzelte Individuen gibt, die von der Mehrheit abweichen das kennt wohl jede Partei" - stimmt. Aber die Grünen tolerieren in ihren Reihen (und in ihrem Umfeld) z.B. die Gesellianer (mehr als nur einzelne Individuen).
Einen gewissen (wenn auch noch schwachen) Gesunheitsfanatismus ("Eugenik im sanften Gewand", Zitat nachzulesen bei Kropotkin) sind auch Teile der Grünen nicht abgeneigt (siehe Renate Künast).
"Sozialdarvinismus ist ein "Konzept", das besagt das ähnlich wie in der Evolution in der Natur auch Gesellschaften im gegenseitigen Überlebenskampf stehen und sich die "reinere, stärkere, was auch immere" durchsetzen wird." Welcher Naturwissenschaftler behauptet heutzutage noch ernsthaft, dass in der Natur irgendetwas im gegenseitigen Überlebenskampf steht? (Ziemlich bedenkliche Wortwahl).
Die grüne Partei und Mitgliedschaft sind auch nicht esoterisch, aber unter Esoterikern die beliebteste Partei (frägt sich jetzt natürlich Warum?).
Ich schrieb, dass Sozialdarwinismus und Biologismus (nicht Ökologie) eng miteinander verzahnt sind und Biologismus sich aus Ökologismus (nicht Ökologie) mitspeißt.
P.S. In Deutschland ist nebenbei eigentlicher Naturschutz nicht mehr möglich sondern nur noch Umwelt- und Kulturlandschaftsschutz.
P.P.S. Da Sie Quellen so gern haben (als Historiker hab ich da persönlich immer meine berufsbedingten Bedenken), lesen sie mal bei der früheren Grünen-Sprecherin Jutta nach (denken sie aber bitte bloß nicht, dass ich was mit Ökolinks zu tun habe.)
P.P.P.S. Wirklich libertäre Grüne wie Benker unterstütz ich selber auch.
P.P.P.P.S.Ich freue mich, dass Sie inhaltlich geantwortet haben. Danke.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Dienstag, 28. September 2004 - 12:26 Uhr:   

@Immanuel:
Völlige Zustimmung zu diesem kenntnisreichen Beitrag!

> Die Grünen sind nicht rechts oder autoritär, haben aber Probleme
> sich gegenüber bestimmten rechten Gruppen (v.a. Anhänger von Gesell
> (s.a. Vollmer), da kommt dann auch die Eugenik rein) abzugrenzen.
Exakt.
M. E. würde es der Mehrheit der Grünen (wie von Inyah repräsentiert) nützen, sich der Sumpfstellen in der eigenen Vergangenheit und Nachbarschaft bewußt zu sein. Die Unkenntnis über diese rechten Gruppen in der eigenen Mitglieder- / Wählerschaft kann zu bösen Überraschungen führen.

> In Deutschland ist nebenbei eigentlicher Naturschutz nicht mehr
> möglich sondern nur noch Umwelt- und Kulturlandschaftsschutz.
Völlig richtig.
Leider werden die entsprechenden Verbände von naturfernen Stadtmenschen dominiert, die oft ein recht kitschig-realitätsfernes Naturverständnis haben.

Um dieses Problem mal bei einer politisch ganz anderen Partei festzumachen: Nachdem die DDR-Altlasten im wesentlichen aufgearbeitet wurden, finden wir das größte ökologische Problem Deutschlands heute in Bayern (und da haben die Grünen vom Wähler noch nie die Chance bekommen, etwas falsch zu machen ;-)

Beim Naturpark Bayrischer Wald wollte die CSU und der BUND-Chefideologe Weinzierl mal großflächig demonstrieren, wie eine dogmatische Naturschutzpolitik aussieht.
Und dieser Nationalpark ist heute in weiten Flächen ein Desaster, und der davon ausgehende Schädlingsbefall droht in den nächsten Jahren weitere riesige Waldgebiete zu vernichten und damit auch dem Tourismus dort zum Erliegen zu bringen.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Dienstag, 28. September 2004 - 13:00 Uhr:   

"In Deutschland ist nebenbei eigentlicher Naturschutz nicht mehr
möglich sondern nur noch Umwelt- und Kulturlandschaftsschutz."

Warum muß die Kulturlandschaft denn geschützt werden? Was wir heute Kulturlandschaft nennen, ist nichts weiter als in grauer Vorzeit gerodeter Urwald oder trockengelegter Sumpf. Wenn in Entwicklungsländern gleiches geschieht, nennen wir das Raubbau. "Kulturlandschaftsschutz" ist nichts weiter als ein Vorwand für Agrarsubventionen. Die Landschaft hat sich immer gewandelt und ich kann kein Argument erkennen, daß es rechtfertigte, den heutigen Zustand zu konservieren.

"Schädlingsbefall droht in den nächsten Jahren weitere riesige Waldgebiete zu vernichten und damit auch dem Tourismus dort zum Erliegen zu bringen."
Auch Schädlinge gehören zur Natur und damit auch großflächiger Kahlfraß, das ist kein ökologisches sondern ein wirtschaftliches Problem. Aber in aller Regel ist die Natur viel regenarationsfähiger als gerade auch die Grünen annehmen. Nach den Vorhersagen von vor 20 Jahren dürfte es heute in Deutschland z.B. gar keinen Wald mehr geben.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Dienstag, 28. September 2004 - 15:19 Uhr:   

@Thomas:
> Warum muß die Kulturlandschaft denn geschützt werden?
Muß nicht, aber man kann das schon tun, wenn sie eine gewisse Qualität hat und z. B. für Naherholung oder Tourismus attraktiv ist.
Und weil beides Einnahmen bringen kann, sind eventuell auch entsprechende Investitionen sinnvoll.
Blinde Subventioniererei kann natürlich damit nicht begründet werden.

Ich gebe Dir völlig recht, daß man das dann nicht mit "Natur" im ursprünglichen Sinn verwechseln darf.

> Auch Schädlinge gehören zur Natur und damit auch großflächiger
> Kahlfraß, ...
Im Prinzip ja. Nur daß ein angepflanzter Wirtschaftswald eine ganz andere Struktur hat wie ein echter Urwald.
Wenn man den ohne Übergangsfrist nicht mehr pflegt, ist er deutlich schädlingsanfälliger als natürlicher Wald.

> ... das ist kein ökologisches sondern ein wirtschaftliches Problem.
Aber ein erhebliches.
Der Natur ist es völlig egal, wenn ein Gebiet von der Größe des bayrischen Walds mal ein paar Jahrzehnte kahl ist.
Aber die Leute vor Ort sind dann ruiniert.

> Nach den Vorhersagen von vor 20 Jahren dürfte es heute in
> Deutschland z.B. gar keinen Wald mehr geben.
Das liegt einfach daran, daß die Vorhersagen Humbug waren.
Genau so Humbug wie vorher das Geschwätz über die "neue Eiszeit" oder heute der Quatsch mit der "Klimakatastrophe".
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Matthias Cantow
Veröffentlicht am Dienstag, 28. September 2004 - 18:50 Uhr:   

@Ralf und Thomas
>> Nach den Vorhersagen von vor 20 Jahren dürfte es heute in
>> Deutschland z.B. gar keinen Wald mehr geben.
>
> Das liegt einfach daran, daß die Vorhersagen Humbug waren.
> Genau so Humbug wie vorher das Geschwätz über die "neue Eiszeit"
> oder heute der Quatsch mit der "Klimakatastrophe".

Die Vorhersagen waren nur insofern ungenau, dass man damals die genauen Ursachen mit ihren komplexen Zusammenhängen nicht kannte. Auch gingen sie davon aus, dass die zu der Zeit bestehende Umweltbelastung so hoch bleibt. Wer damals die riesigen abgestorbenen Wälder (regenerierbar war da nichts mehr) im Erzgebirge gesehen hatte, sah die Richtigkeit der Prognosen ja schon bestätigt. Dass diese für die Wälder in bestimmten Gebieten Mitteleuropas nicht oder nur teilweise eingetroffen sind, hängt insoweit nicht mit deren schlechter Qualität, sondern mit den für den Wald glücklicherweise eingetretenen politischen und daraus folgenden wirtschaftlichen Veränderungen(Ablösen der Braunkohle als Hauptenergiequelle) in der damaligen DDR, CSSR und VR Polen zusammen.
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Frederic
Veröffentlicht am Dienstag, 28. September 2004 - 22:21 Uhr:   

@Ralf:
Ich denke, die Probleme mit dem Naturpark Bayerischer Wald sind nicht so groß wie von dir dargestellt.

Die kahlen Flächen waren vor 10 oder 15 Jahren erschreckend, heute kennt sie wohl jeder und hat sich daran gewöhnt. Im übrigen ist dort inzwischen wieder ein von selbst aufgegangener Mischwald am wachsen.

In den Außenbereichen des Schutzgebietes wird der Borkenkäfer außerdem bekämpft, so daß ein Übergreifen auf den konventionell bewirtschafteten Wald vermieden wird.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Dienstag, 28. September 2004 - 22:38 Uhr:   

"Im übrigen ist dort inzwischen wieder ein von selbst aufgegangener Mischwald am wachsen."

Wie schon gesagt: Die Natur hält mehr aus als man denkt.


"Wer damals die riesigen abgestorbenen Wälder (regenerierbar war da nichts mehr) im Erzgebirge gesehen hatte, sah die Richtigkeit der Prognosen ja schon bestätigt."

Das Erzgebirge ist ein nicht generalisierbarer Extremfall. Die DDR und sie CSSR waren ja wenigstens in puncto Luftverschmutzung unbestritten Weltspitze. Aber bis Anfang der 90er gab es ja eine richtige Hysterie: In meiner Schulzeit mußte ich im Bio-Unterricht eien Film ansehen, wo ein Förster im Schwarzwald im Jahre 2003 durch abgestorbene Baumstümpfe fuhr. Nach und nach wurde die Diskrpanz von Alarmismus und Realität zu offensichtlich und so suchten die Alarmisten von Greenpeace&Co. neue Betätigungsfelder, z.B. Artensterben, obwohl sie vermutlich keine einzige dieses Jahr tatsächlich aussterbende Art nennen können.
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Immanuel Goldstein
Veröffentlicht am Dienstag, 28. September 2004 - 23:21 Uhr:   

@Thomas Frings
Auch ich bin gegen jegliche Form der Umwelthysterie (inklusive ihres pol. und moralischen Druckpotential). Auch ist es wahr, dass von Menschen verursachte Massensterben eher dem 16.-19. Jhdt (landwirtschaftliche und industrielle Revolution) angehören. Das Artensterben (auf Kontinenten; Inseln sind ein Spezialfall) geht meßbar zurück. Tiere verlassen ihre kleiner werden Lebensräume und passen sich neuen an (schöner Fall Müllhalden und ihre wundervolle Fauna - das ist jetzt kein Sarkasmus,denn es gibt nehr Arten dort als in agrikulturell geprägten Räumen). In der Natur wirken langfristig erstaunliche Regenerationskräfte.
Ein anderes Problem aber ist, dass die Populationsgröße der einzelnen Arten schnell schrumpfen kann und nur zur langsamen Erholung in der Lage ist. Und die regionale Populationsdichte der meisten Wirbeltiere (man denke nur an Wölfe) ist an vielen Orten sehr gering. Dies ist zwar kein Aussterben, trotzdem sollte es Bedenken erregen. Alarmismus und Kampagnennaturschutz haben sich jedoch nicht als adequate Problemlösungsstrategien erwiesen. Als bislang größten Schutz der natürlichen Vielfalt stellte sich in unseren Tagen die Naturwissenschaften und die menschliche Neugier heraus.
Ich glaube nicht, dass der Mensch den Untergang der Natur (nicht der Umwelt) verursachen kann. Aber eine zwischenzeitlich stagnierende oder gar rückläufige Artenzahl schränkt auch die menschliche Lebensqualität ein.
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c07
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. September 2004 - 06:48 Uhr:   

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Sole
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. September 2004 - 08:50 Uhr:   

Die Grünen nicht zentralisiert?

Ich weiß nicht, ob das wirklich zutrifft.
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Immanuel Goldstein
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. September 2004 - 12:20 Uhr:   

@ cO7
Menschenzucht via "Freilandvergabe" (neben "Freigeld" die Hauptthese Gesells) ist hoffentlich nicht mit der grünen Programatik vereinbar.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. September 2004 - 12:55 Uhr:   

@Frederic:
> Ich denke, die Probleme mit dem Naturpark Bayerischer Wald sind
> nicht so groß wie von dir dargestellt.
Also ich war vor zwei Monaten dort und fand es schon ziemlich krass.
Würde mich freuen, wenn man das Problem wieder in den Griff kriegen würde (die Tourismuszahlen dort sind ja - entgegen dem deutschen Trend - deutlich zurückgegangen!) - unnötig war das auf jeden Fall.
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c07
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. September 2004 - 20:37 Uhr:   

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Immanuel Goldstein
Veröffentlicht am Donnerstag, 30. September 2004 - 11:48 Uhr:   

@ cO7
Wenn ich Gesell richtig verstanden habe, soll aber das Freiland v.a. (an manchen Textstellen sogar nur) an schwangere oder Kinder habende bzw. einen Kinderwunsch hegende Frauen verpachtet werden, die ihre Fortpflanzung nach Zuchtwahlkriterien zu richten haben (in seinen Texten wird ein dementsprechendes Bild von "rasssischen Prachtweibern" im Gegensatz zu "degenerierten Proletenfrauen" konstruiert).
Freiland (im übrigen eine Theorie und teilweise Praxis, die es seit Jahrtausenden unabhängig von Gesell gibt) ist durchaus diskussionswürdig - wenn auch einige gewichtige Aspekte dagegen sprechen - ; Gesells Freilandthesen sind hingegen Ausdruck einer autoritären, frauenfeindlichen ( Frau nur als Gebärmaschine zu respektieren), rassistischen und im Denken des späten 19.Jhdt. verankerten Weltanschauung.
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c07
Veröffentlicht am Freitag, 01. Oktober 2004 - 05:55 Uhr:   

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Immanuel Goldstein
Veröffentlicht am Freitag, 01. Oktober 2004 - 19:47 Uhr:   

Interessanter Link.
"Der Wettstreit unter den Menschen kann nur dann auf gerechter Grundlage ausgefochten werden und zu seinem hohen Ziele führen, wenn alle Vorrechte auf den Boden, private wie staatliche, aufgehoben werden."
Wettstreit unter Menschen (bedenkliche Wortwahl)
"Das Pachtgeld fließt in die Staatskasse und wird restlos in Monatsbeträgen unter die
Mütter nach der Zahl der Kinder verteilt."
bedenkliches Frauenbild (dazu gibt es noch wesentlich boshafteres von Gesell)
"Die Völker, Staaten, Rassen, Sprachgemeinschaften, religiösen Verbände, wirtschaftlichen Körperschaften, die auch nur im geringsten den Freilandbegriff einzuengen suchen, werden geächtet, in Bann getan, und für vogelfrei erklärt."
Ich hoffe nicht das eine Grüne Alleinregierung, all ihre Gegner für vogelfrei erklären würde.
Allgemein: Harmlose Textstelle von Gesell. Da gibt es (vieles) wesentlich bedenklicheres.
Historisch gesehen hat der Mann Mitglieder (u.a. Toller und Mühsam) der 1. Münchner Räterepublik (bei der er selber Mitglied war) gegenüber der "Konterrevolution" denunziert und angeschwärzt. Weiterhin hat er sich 1928 Gregor Strasser angebiedert und später der ganzen nationalsozialistischen Bewegung anzubiedern versucht.
Sein anfängliche Toleranzhaltung gegeüber Kommunisten, Anarchisten und Sozialisten gab es nach der Niederschlagung der revolutionären Experimente in München nicht mehr. Den - während seiner beteiligung an der Räterepublik fallengelassenen - Eugenik- und Rassismusgedanken nahm er wieder auf (mal den ganzen abgestorebenen Staat lese)
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c07
Veröffentlicht am Samstag, 02. Oktober 2004 - 10:59 Uhr:   

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Immanuel Goldstein
Veröffentlicht am Samstag, 02. Oktober 2004 - 13:07 Uhr:   

@cO7
Was ist mit dem Wort "vogelfrei"?
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Immanuel Goldstein
Veröffentlicht am Samstag, 02. Oktober 2004 - 13:25 Uhr:   

@cO7
Schon zur Wende auf das 20.Jhdt. wurde unter Evolutionswissenschaftlern und anderen Personenkreisen Konkurrenz, Wettstreit und Wettbewerb nicht mehr unkritisch auf natürliche Systeme angewandt (siehe natürliche Mutualismus-Debatte oder das Wirken Kropotkins). Heutzutage spricht eigentlich kein seriöser Wissenschaftstheoretiker, Biologe, Evolutionstheoretiker, Soziologe, etc. mehr von irgendeiner Form der dominierenden Konkurrenz zwischen Lebewesen. Worte wie Wettstreit, Konkurrenz, Wettbewerb und Erfolg sind aus einer zeitlich und räumlich eingrenzbaren menschlichen (ökonomischen) Sphäre genommen und haben keine Verwendungslegitimation in anderen Bereichen (klassischer philosophischer Ebenenfehler).

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