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Erste Prognosen für Brandenburg und S...

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Sole
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 08:57 Uhr:   

FGW sah die Grünen zwischenzeitlich auch einmal bei 5,0.
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Martin Jurgeit
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 09:12 Uhr:   

Besonders problematisch fand ich bei der TV-Berichterstattung wie mit den "Sonstigen" umgesprungen wurde. Denn gerade dort war das Ergebnis vor allem in Brandenburg beachtlich, wurde aber komplett auf ALLEN Sendern verschwiegen (es macht halt viel mehr Spaß mit den rechten Radaubrüdern vor laufender Kamera rumzupöbeln).

Überhaupt finde ich, dass die Brandenburgwahl viel stärkere Aussagekraft hat, als das Sachsen-Ergebnis. In vielem erscheint einem Sachsen fast wie ein Déjà-vu-Erlebnis zur letzten Brandenburg-Wahl - Abwahl der großen (Frei-)Staatspartei, Einzug der Rechten, Zwang zur CDU/SPD-"Vernunftehe". Da ist Brandenburg schon weiter und kann ein wenig "Normatität" sowie Konsolidierung unter weiterhin problematischen Rahmenbedingungen aufzeigen.

Sehr interessant finde ich auch, dass die Parteien aus dem außerparlamentarischen "demokratisch-bürgerlich-sozialen" Lager mindestens genauso viele (wenn nicht sogar mehr) Stimmen dazu gewonnen haben wie die Extremen am rechten und linken Rand. Nur wurde das gestern leider völlig unter den Tisch gekehrt. Aber diese Ergebnisse sind doch sehr bemerkenswert und wurden größtenteils quasi "aus dem Stand" erreicht - und das bei steigender Wahlbeteiligung!

Dazu zähle ich vor allem:
2,6 % für "Familie"
0,9 % für AfW (3,5 % Erststimmen!)
0,9 % für AUB (BürgerBündnis, ÖDP, Die Frauen u.a.)
0,9 % für Die Grauen

Mit Abstrichen zählen hier auch noch rein:
1,0 % für "50 plus"
0,5 % für BRB

Mit diesen Ergebnissen bestätigt sich übrigens ein Trend, der schon zur Europawahl sichtbar wurde. Das Erststimmenergebnis von AfW, das vor allem von dem häufigen "Fehlen" der anderen Gruppen aus diesem Lager bei der Erststimme profitierte, zeigt auch, dass die Wähler es wahrscheinlich begrüßen würden, wenn sich dieses "Lager" sammeln würde. Ein mehr als deutlicher Fingerzeig in diese Richtung für diese Gruppen.

Gerade Brandenburg werte ich für mich persönlich deshalb vom Wahlergebnis her durchaus auch positiv und als klares "Überschreiten des Zenits":
1. Die Wahlbeteiligung nimmt wieder zu
2. Das Wachsen der Extreme ist klar abgebremst
3. Der Wähler sucht ganz bewusst auch nach DEMOKRATISCHEN Alternativen zu den etablieren "Berliner Parteien".
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 09:29 Uhr:   

Insgesamt haben sich die Sonstigen kaum verändert.
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Dieter Gohlke
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 09:36 Uhr:   

Für die Familienpartei in Brandenburg sind die erreichten 2,6 % ein grosser Durchbruch. In 17 von 44 Wahlkreisen konnten die Bündnisgrünen, in vier Wahlkreisen immerhin auch noch die FDP überflügelt werden. Landkreisbezogen konnten die Grünen fünfmal geschlagen werden. Obwohl von den Medien nicht verhätschelt ist die Familienpartei zur neuen politischen Kraft aufgestiegen. Und dies eben nicht nur als regionale Erscheinung, sondern neben dem Saarland (3,0%) nun auch noch in Brandenburg.

Dieter Gohlke, Landesvorsitzender der Familienpartei in Brandenburg
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Martin Jurgeit
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 09:48 Uhr:   

@Sole:
"Insgesamt haben sich die Sonstigen kaum verändert."

Wenn ich dem Landeswahlleiter glauben darf, haben sich die "Sonstigen" (wohlbemerkt ohne FDP und Grüne) um 6,0 Prozent gesteigert, nämlich von 1,7 auf 7,7 Prozent. Wie man dazu "kaum verändert" sagen kann, ist mir nun wahrlich schleierhaft.
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 09:54 Uhr:   

0,3-0,7 % pro sonstigem Bewerber waren auch bei der letzten Wahl schon drin.

Einzige wesentliche Ausnahme ist die Familienpartei.

Es sind halt ein paar mehr angetreten. Wenn die Christliche Mitte oder die PBC noch angetreten wäre, wären es vielleicht 8,3 geworden.
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Martin Jurgeit
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 10:35 Uhr:   

Dass man einfach so Stimmen bekommt, nur weil man antritt, ist natürlich eine ziemlich abenteuerliche Schlussfolgerung - insbesondere wenn man sieht, dass sechs Parteien fast ein Prozent oder mehr der Stimmen erhalten haben.

Dass die Wähler ganz bewuss auch inhaltlich eine "Auswahl" unter den kleinen Parteien vorgenommen haben, zeigt der Umstand, dass es natürlich auch weiterhin die "normalen Sonstigen" mit Ergebnissen zwischen 0,2 und 0,4 Prozent gibt - übrigens alles Kandidaten von den Rädern.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 11:37 Uhr:   

Ja, n-tv har wirklich Mathe-Genies engagiert. Die 20:30-Zahlen habe ich auch gesehen. Die waren so offensichtlich falsch, daß es mir sofort auffiel und denen hätte auffallen müssen.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 12:06 Uhr:   

@Carsten:
> Schau dir mal an, wie die Umfragen in Brandenburg in den letzten
> Wochen waren...
Insgesamt grottenschlecht waren sie - wie üblich.
Man erinnere sich an den Humbug mit 36% für die PDS ...

Generell waren die Prognosen für beide Landtagswahlen unbrauchbar. Es hat z. B. keine einzige Umfrage in den letzten Monaten gegeben, die die FDP in Sachsen vor den Grünen sah.
Dagegen wurde die SPD mit Zuwächsen vorhergesagt.

Die Zuverlässigkeit der Umfragen wird immer schlechter. Und man muß sich z. B. fragen, warum den Grünen immer noch 13% bundesweit zugesagt werden, wenn sie doch bei den Landtagswahlen so deutlich unter den Prognosewerten bleiben.

Auf jeden fall kann man die 7%-Verlust von Platzeck nicht in einen SPD-Aufschwung umdeuten, nur weil irgendeine schrottige Umfrage eine noch größere Klatsche geraten hatte.

Was zählt, sind nicht die Umfragen, sondern die Wahlergebnisse.
Und da haben halt derzeit rot und schwarz (von großen Parteien will ich da nicht mehr reden ...) Probleme.

Und umgekehrt hat Martin völlig recht, daß die Zuwächse bei den nicht-extremen "Sonstigen" eine interessante Entwicklung darstellen.

Ansonsten hat es die PDS trotz respektabler Ergebnisse nicht geschafft, aus den Hartz-Protesten wie erhofft Nutzen zu ziehen. Sie bleibt in beiden Ländern stärkste Opposition - das ist aber ein nutzloser Schönheitspreis, ihre Perspektiven sind eher schlechter geworden.
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Rudolph
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 12:28 Uhr:   

Was für einen Nutzen hatte sie sich denn erhofft? Hierzulande (außerhalb Sachsens) hat man (bzw habe ich) von den Wahlzielen der PDS leider gar nix mitbekommen, sondern nur die von dir (Ralf Arnemann) erwähnten schrottigen Umfragen.
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BAYERNPARTEI
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 12:34 Uhr:   

Ich gratuliere der FGW zum Wahlerfolg in Brandenburg und Sachsen...
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 14:12 Uhr:   

"Dass man einfach so Stimmen bekommt, nur weil man antritt, ist natürlich eine ziemlich abenteuerliche Schlussfolgerung - insbesondere wenn man sieht, dass sechs Parteien fast ein Prozent oder mehr der Stimmen erhalten haben. "

Ich würde die These SO auch nicht unterschreiben.
Auffällig ist aber, dass im Osten eine aussichtslose Sonstige - ob nun unter dem Namen Pro DM, Bürgerinitiative gegen den Flughafen, Union gegen Ortsumgehungen un Windmühlen oder wie auch immer bei ausreichender Präsenz ein gewisses Klientel abholt. Dagegen profitieren Gesinnungskandidaturen wie die der DKP oder in Hamburg des Regenbogen eher nicht von Wechselwählern, Enttäuschten usw.

DVU und NPD stellten hier eher die Ausnahme von der Regel dar - jeweils mit einem ambitionierten Wahlkampf, den keine Kleinpartei leisten könnte.

Wahr ist, dass im bundesweiten Medienecho Themen wie die vergeigte Chipfabrik, sonstige Investitionsruinen oder die doch sehr unterschiedlichen Bildungskonzepte eher untergingen. Die Wahl wurde auf eine Hartz-IV-Wahl reduziert, darüber hinaus sei der bundespolitische Wind und die Profilierung der Kandidaten entscheidend.

Ich würde doch entschieden Ralf widersprechen, die Stärkung der PDS sei nutzlos, ihre Lage insgesamt verschlechtert. Das werde ich aber nicht in diesem Thread tun, der Übersicht halber. Den Beitrag werde ich entweder noch vor 14:45 oder heute abend einstellen.
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Immanuel Goldstein
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 14:31 Uhr:   

Bei näherer Betrachtung der NPD-Ergebnisse in Sachsen sind mir drei Dinge aufgefallen.
1. Wo die Wahlbeteiligung hoch ist, ist die NDP stark (z.B Sächsische Schweiz II). Vielleicht sollte man über die insgesamt niedrige Wahlbeteiligung froh sein.
2. Die NPD hat ihre Hochburgen (allesamt mit einem der niedrigsten Ausländeranteile Deutschlands) an der Grenze zu Tschechien (eingeschränkt auch Polen). Könnte ein Zusammenhang zwischen BGS-Präsens, "Schleußerdiskussion" (tatsächlich gibt es in Annaberg und der sächsischen Schweiz leider viele junge Männer die freiwillig Nachts die Grenzen nach "illegalen Grenzübergängern" absuchen und dafür vom BGS gelobt und unterstützt werden) und lokalen rechten Hochburgen geben? Ein bulgarischer Bekannter von mir sitzt für 6 Jahre im Gefängniss (er hat Menschen geschleußt bzw. gehandelt um seine Schulden bei den Leuten zu bezahlen die seine eigene "Ausreise" organisierten, galt aber vor dem Mauerfall noch als Fluchthelfer). Er wurde bei Warmbad von zwei ca. 20-jährigen Glatzen aufgegriffen und an den BGS überstellt.
3. Hat nicht unser Innenminister (SPD) noch vor kurzem "Auffanglager" in Nordafrika für außereurpäische Migranten gefordert? Hat nicht Lafontaine (noch SPD) schon in der "Jungen Freiheit" geschrieben? Hat nicht unser(noch) Kanzler(SPD) vor einiger Zeit verlauten lassen "Kriminelle Ausländer raus"? Hat nicht der bayrische (also mein) Ministerpräsident nicht auch schon seine Befürchtungen vor einer "durchrassten Bevölkerung" kund getan? Hat in Sachsen die PDS oder die CDU 15 Pp verloren und gleichzeitig die NPD mehrals 8 Prozent gewonnen? Gab es nicht einen Karsli bei grünen und FDP (seine antisemitischen Äußerungen machte er als Grünen-Mitglied, was er danach auch noch fast zwei Jahre blieb?
Könnte es sein, dass die rechtsextremen Ränder durch eine moralisch fragwürdige Doppelpolitik aus der politischen Mitte genährt wird?
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Immanuel Goldstein
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 14:35 Uhr:   

Verzeihung für mein schlecht geschriebenes Deutsch (ich bin zweisprachig und ich hadere mit der Rechtschreibung beider Sprachen).
Andererseits fühl ich mich nach den gestrigen Ereignissen (deutsche Volkstümler die im Fernsehen ein schlechteres Deutsch sprechen als ich und Erfolge für Ultranationalisten) auch nicht wirklich danach in der Sprache Paul Celans mich korrekt auszudrücken.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 15:37 Uhr:   

"Vielleicht sollte man über die insgesamt niedrige Wahlbeteiligung froh sein."
Richtig, das habe ich hier im Forum auch schon mehrfach geschrieben. Die NPD hatte übrigens auch mehr als 5% der Wahlberechtigten hinter sich. Ich weiß nicht, wer das Märchen in die Welt gesetzt hat, hohe Wahlbeteiligung sei schlecht für Extremisten. Dafür gibt es keinerlei Indiz.
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Immanuel Goldstein
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 15:49 Uhr:   

@Thomas Frings
Sie schreiben:"Ich weiß nicht, wer das Märchen in die Welt gesetzt hat, hohe Wahlbeteiligung sei schlecht für Extremisten. Dafür gibt es keinerlei Indiz."
Ich glaube das liegt daran, dass (gemäßigt) radikale linke Parteien mit starker Stammwählerschaft (in Deutschland PDS) von einer niedrigen Wahlbeteiligung profitieren. In Deutschland wird Links und Rechts häufig gleich eingeschätzt, was aber zumindest im Wählerverhalten nicht stimmen kann, wenn man in allen eurpäischen Ländern die Wahlergebnisse in Relation zur Wahlbeteiligung betrachtet (eine hohe Wahlbeteiligung scheint sehr häufig Rechtspopulisten und Ultranationalisten zu helfen).
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 17:26 Uhr:   

In beiden Ländern hat die PDS auch absolut an Stimmen gewonnen - bei gleichzeitiger spürbarer Verkleinerung der Bevölkerung.

Ich habe mich im Forum mehrfach dafür eingesetzt, die in den Medien gern bemühte These von der PDS, der niedrige Wahlbeteiligung hilft, entweder zu untermauern oder fallenzulassen.
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 17:27 Uhr:   

http://www.wahlrecht.de/forum/messages/88/1429.html?1095693660

Hier einige Ideen zum neuen Kräfteverhältnis nach den Wahlen.
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 19:16 Uhr:   

Ich habe nochmals eine Frage: angesichts des doch recht knappen Ergebnisses: ist damit zu rechnen, dass es im endgültigen offiziellen Endergebnis noch zu Verschiebungen kommen könnte? Dass also die Grünen wider Erwarten doch noch unter die Sperrklausel fielen oder dass sich doch eine Sitzverschiebung zugunsten von Union und FDP ergeben könnte (ohne, dass auf Überläufer spekuliert wird?)
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 19:36 Uhr:   

Keine Ahnung.

Bei einer konstanten Zahl abgegebener, gültiger Stimmen von 2080079 (spekulativ!)

müßten maximal 104003 Stimmen auf die Grünen entfallen, damit sie reißen. Das sind fast 2800 falsch ausgezählte gültige Stimmen. Eher unwahrscheinlich.

Dagegen müßte die Zahl der abgegebenen, gültigen Stimmen enorm steigen, um bei konstanter grüner Stimmenzahl die 5 % Hürde zu unterbieten.

Die Annahme ist, dass die abgegebenen, gültigen Stimmen die Hürde entscheiden. Ich kenne dieses Wahlrechtsdetail nicht und könnte da irren.
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Matthias Cantow
Veröffentlicht am Montag, 20. September 2004 - 20:16 Uhr:   

@Sole
Die Annahme ist, dass die abgegebenen, gültigen Stimmen die Hürde entscheiden.

Ist richtig.

@Bernhard
[...] oder dass sich doch eine Sitzverschiebung zugunsten von Union und FDP ergeben könnte (ohne, dass auf Überläufer spekuliert wird?)

Durchaus möglich, ein Beispiel (im zweiten Absatz unter Punkt 4) hat c07 gepostet - dafür bräuchte der CDU-Kandidat im Wahlkreis Leipzig 5 nur 20 Stimmen und die FDP 214 Listenstimmen in ganz Sachsen mehr.
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Immanuel Goldstein
Veröffentlicht am Dienstag, 21. September 2004 - 11:18 Uhr:   

@ Sole
Sie schreiben:"In beiden Ländern hat die PDS auch absolut an Stimmen gewonnen - bei gleichzeitiger spürbarer Verkleinerung der Bevölkerung.

Ich habe mich im Forum mehrfach dafür eingesetzt, die in den Medien gern bemühte These von der PDS, der niedrige Wahlbeteiligung hilft, entweder zu untermauern oder fallenzulassen"

Sie sind für die PDS aktiv (was ich nicht für negativ halte; ich hege selber begrenzte Sympathien für diese Partei, seltsamerweise hege ich aber auch begrenzte Sympathien für die CSU - wird man wohl außerhalb Bayerns so nicht verstehen). Es sollte Ihnen nicht schwerfallen (noch dazu bei der nicht gerade geringen Intelligenz die ich Ihnen zutraue) die Wahlbeteiligungen in Relation zu PDS-Ergebnissen (der letzten 8 Jahre) sich anzusehen und ihre eigenen Schlüsse daraus zu ziehen.
Auffallend im Vorfeld der Wahl in Brandenburg aber war, dass desto geringer in Umfragen der Teil der entschlossenen Wähler (Menschen die wählen wollen und schon wissen, was sie wählen) war, ein umso größeres Endergebniss für die PDS erwartet wurde (bis zu 36% bei einer "Wahlbeteiligung" um die 48%).
Ich äußerte mich aber über ein gesamteuropäisches Phänomen des linken Stammwählerverhalten (besonders aufschlussreich: Portugal, Niederlande, Dänemark, Italien und Tschechien),das zugegebenermaßen nicht in solchen Dimensionen auf die PDS zutrifft wie auf ihre eurp. "Schwesterparteien".
Nebenbei bemerkt denke ich, dass die PDS keine "Protestpartei" und ihre Wähler keine "Protestwähler" sind. Eben deswegen glaube ich, dass eine hohe Wahlbeteiligung - eben durch die Mobilisierung der "Protestwähler" - der PDS schadet.
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Sole
Veröffentlicht am Dienstag, 21. September 2004 - 13:51 Uhr:   

Es gibt Ergebnisse, die die These zu belegen scheinen, andere widersprechen ihr eher.

Die Erklärungsmuster sind verschieden. Die einen meinen, die PDS binde punktuell Wechselwähler, die anderen meinen, das Wählerpotential der PDS sei unterschiedlich stark mobilisiert.

Die Wählerwanderbilanzen sind teilweise recht aufschlussreich.

Beispiel Thüringen:

Es gibt einen Gesamtaustausch von 32.000 Stimmen mit der CDU (netto +16.000),

35.000 mit der SPD (netto +15.000)

aber 113.000 (+11.000) mit den Wechselwählern.

An FDP (3000/-1000) und Grüne (5000/-1000) wurde abgegeben.

Macht ein Volumen an Wechselstimmen rund um die PDS von 188.000 Wählern, die in 2004 nicht als "treues PDS-Klientel" bewertet werden können.

Wir reden hier von einer Partei, die "nur" 263.717 Stimmen geholt hat.


188.000 haben entweder das letzte mal noch nicht oder diesmal nicht mehr PDS gewählt.

114.000 neue Wähler gewann die Partei - während sie freilich auch in Größenordnungen verlor. Nicht eingerechnet wurde, dass unter den Zugängen Erstwähler sind. Die Verzogenen und Verstorbenen scheiden ebenfalls aus dem Pool aus.

150.000 Wähler kämen also als konstant in Frage - wenn man sich ausschließlich auf die letzten beiden Landtagswahlen bezieht.

Bezogen auf die abgegebenen, gültigen Stimmen wäre das ein Ergebnis von etwa 14-15 % ähnlich dem, das die SPD nun hat.

Das relativiert den Effekt einer Wahlbeteiligungsziffer doch deutlich.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Freitag, 01. Oktober 2004 - 00:26 Uhr:   

Das endgültige Ergebnis für Sachsen liegt inzwischen vor: Keine Änderung in der Mandatsverteilung: Der Vorsprung der PDS in Leipzig 5 erhöhte sich von 19 auf 21 Stimmen. Wäre der Wahlkreis doch gekippt, hätten der FDP 18 Stimmen für ein achtes Mandat auf Kosten der PDS gefehlt.

Wahlberechtigte 3554542
Wähler 2118792
gültig 2080135
CDU 855203
PDS 490488
SPD 204438
GRÜNE 106771
NPD 190909
FDP 122605
DSU 11133
PBC 13880
GRAUE 19377
BüSo 11299
AUFBRUCH 11201
DGG 8763
Tierschutz 34068
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Matthias Cantow
Veröffentlicht am Freitag, 01. Oktober 2004 - 00:41 Uhr:   

@Thomas
Es wurde im Wahlkreis Leipzig 5 allerdings nicht vollständig nachgezählt.

Es könnte interessant werden, wenn eine durch ein Wahlprüfungsverfahren erzwungene Nachzählung in diesem Wahlkreis (ist bei dieser geringen Differenz nicht unwahrscheinlich und hat es schon gegeben) mitten in der Legislaturperiode nicht nur den Direktmandatsinhaber, sondern auch die Mehrheit im Landtag ändert.
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c07
Veröffentlicht am Freitag, 01. Oktober 2004 - 05:57 Uhr:   

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