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Sole
Veröffentlicht am Freitag, 03. September 2004 - 10:32 Uhr:   

Die Frage ist, ob sie das kurz vor der Bundestagswahl für politisch opportun gehalten hätte.
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Matthias Cantow
Veröffentlicht am Freitag, 03. September 2004 - 10:41 Uhr:   

@Olaf
genau, wie dann am 4.10.

;) am 3.10. und für einen Zeitraum danach

@Ralf
Deine nicht ganz ernst gemeinten Bedenken teile ich nicht. IIRC waren zu dem Zeitpunkt dieser Abstimmung (weiß jemand noch das Datum bzw. wurde am gleichen Tag im August, wie der Beitrittsantrag zum 03.10.1990 abgestimmt?) die völkerrechtliche Fragen (darunter u.a. die Ausweitung der NATO) geklärt, relativ unabhängig vom Datum des Beitritts. Wie hätte sich die Alt-Bundesrepublik gegen einen früheren Beitritt (bei dem nur eine einseitige Erklärung notwendig war) wehren können?

Übrigens waren noch bis zum 01.01.1995 keine NATO-Truppen auf dem Gebiet der früheren DDR stationiert, so dass es nicht einmal eine kurzzeitige Überlappung der NATO mit einem Gebiet, auf dem Truppen des 1991 aufgelösten Warschauer Vertrags standen, gab.

Zum Ausgangsposting gibt es nunmehr eine Umfrage, die heute unter dem Titel "Unmut über die Ostdeutschen - Was denkt der Westen über die Neubürger jenseits der Elbe" in der WELT veröffentlicht wurde.

Ergebnisse: Jeder dritte Westdeutsche empfindet die Mehrheit der Ostdeutschen als "undankbar". Ein weiteres Drittel sagt, die Mehrheit der Ostdeutschen sei "zu träge" und würde "zu wenig Eigeninitiative" entwickeln.

52 Prozent der Befragten Westdeutschen bewertet die jährliche Höhe der Transferleistungen für Ostdeutschland von rund 80 Milliarden Euro als zu hoch.

43 Prozent der Befragten, die Mehrheit der Ostdeutschen nehme "zu wenig Rücksicht auf die Sorgen und Nöte der Westdeutschen".

Dazu gibt es noch etwas Jammern des Oberbürgermeisters von Gelsenkirchen und leider keine Angaben zur Zahl der Befragten und dem Befragungszeitraum, außerdem keine Angaben, wieviele der Befragten schon einmal im Beitrittsgebiet waren oder Ostdeutsche sind.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Freitag, 03. September 2004 - 14:54 Uhr:   

@Matthias:
> Wie hätte sich die Alt-Bundesrepublik gegen einen früheren Beitritt
> (bei dem nur eine einseitige Erklärung notwendig war) wehren
> können?
Ein unwillige Bundesregierung hätte natürlich nie sagen dürfen: "Wir lehnen den Beitritt ab". Die Formulierung im GG sieht keine grundsätzliche Ablehnung vor.

Aber das bedeutet auch nicht, daß das grundsätzliche Beitrittsrecht nach GG der DDR eine Blankovollmacht bedeutet, jederzeit und bedingungslos einen Beitritt mit sofortiger Wirkung zu erklären.
Da muß grundsätzlich so viel geregelt werden, eine Bundesregierung kann sich sehr wohl weigern, voreilig und ohne Erledigung der Vorarbeit den Beitritt wirksam werden zu lassen.
Und eine unwillige Bundesregierung kann dabei durchaus so viel blockieren, daß die Sache deutlich verlängert wird und den Beitrittswilligen die Lust vergeht.

> Jeder dritte Westdeutsche empfindet die Mehrheit der Ostdeutschen
> als "undankbar".
Die vermissen wohl die Grußkarte zu Weihnachen ...

> Ein weiteres Drittel sagt, ...
Ein weiteres? Nicht deckungsgleich mit dem ersten?

> die Mehrheit der Ostdeutschen sei "zu träge" und würde "zu wenig
> Eigeninitiative" entwickeln.
Es gibt schon viele, denen man das vorwerfen kann.
Aber die Mehrheit der Ostdeutschen hat mit viel Engagement eine riesige Veränderung gestemmt.
Während die Westdeutschen diesen Beweis bisher schuldig geblieben sind.
Wenn ich nur an die Meckereien zurückdenke, nur weil damals die fünfstelligen Postleitzahlen eingeführt wurden ...

> 43 Prozent der Befragten, die Mehrheit der Ostdeutschen nehme "zu
> wenig Rücksicht auf die Sorgen und Nöte der Westdeutschen".
Das könnte schon sein.
Nur weiß ich nicht (als Westdeutscher), welche speziellen Sorgen und Nöte die Westdeutschen denn haben (die nicht gleichzeitig gesamtdeutsche wären).
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Freitag, 03. September 2004 - 15:23 Uhr:   

"die Mehrheit der Ostdeutschen sei "zu träge" und würde "zu wenig
> Eigeninitiative" entwickeln.
Es gibt schon viele, denen man das vorwerfen kann.
Aber die Mehrheit der Ostdeutschen hat mit viel Engagement eine riesige Veränderung gestemmt."

Das ist wohl richtig, aber bei Hartz IV steht das Geschrei in gar keinem Verhältnis zum Anlaß- viele verlieren nur ein paar Euro und bisherige Sozialhilfeempfänger die nun ALG II bekommen, sind sogar leicht besser dran- mit nicht unproblematischen Nebenwirkungen. Wer z.B. ein Auto hatte, dem wurde bisher zu Recht mangelnde Bedürftigkeit unterstellt. Das kann man sich nämlich von Sozialhilfe tatsächlich nicht leisten- es sei denn, man arbeitet schwarz.
Das Problem ist m.E. auch nicht der mehr als reichliche Finanztransfer in den Osten, sondern die vorschnelle Angleichung an den Westen. Das fing schon mit der Währungsreform an, der 1:1 bzw. 1:2-Umtausch war ein schwerer Schlag für die Konkurrenzfähigkeit des Ostens.
Man muß sich schon fragen, warum Polen, Balten, Tschechen, Slowaken und Ungarn einen selbsttragenden Aufschwung hinbekommen haben, die Ex-DDR mit vergleichsweise guter Ausgangsbasis aber nicht- trotz oder gerade wegen weit geringerer Transfers aus Westeuropa.
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Sole
Veröffentlicht am Freitag, 03. September 2004 - 15:23 Uhr:   

In wie weit könnten die Ostdeutschen den Restdeutschen denn bezüglich ihrer Sorgen entgegenkommen?
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Freitag, 03. September 2004 - 15:48 Uhr:   

@Sole

Das ist halt eine saublöde Fragestellung mit spontanen Anworten, bei denen sich die Befragten nicht viel gedacht haben. Spezifisch westdeutsche Probleme kann ich auch nicht erkennen. Die Probleme sind im Osten und Westen recht ähnlich, aber im Osten treten sie weit gravierender auf.
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Sole
Veröffentlicht am Freitag, 03. September 2004 - 15:53 Uhr:   

Ich meine nur, auch (oder gerade) wer nicht groß nachdenkt oder spontan entscheidet hat Motive, Ideen, Wahrnehmungen.

Solche Ergebnisse kommen auch bei dummen Fragen irgendwo her.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Freitag, 03. September 2004 - 16:34 Uhr:   

"Solche Ergebnisse kommen auch bei dummen Fragen irgendwo her."

Ganz einfach, viele Westdeutsche mögen den Osten nicht. Ich ehrlich gesagt auch nicht sonderlich, aber trotzdem hätte ich die Frage nicht mit Ja beantwortet.

@Matthias
"außerdem keine Angaben, wieviele der Befragten schon einmal im Beitrittsgebiet waren"
Ich glaube nicht, daß die Meinung bei den Leuten, die schon im Osten waren, sich dadurch bessert. War bei mir jedenfalls nicht so, eher im Gegenteil. Auch Leute mit Ost-Verwandtschaft haben vom Osten allgemein nicht unbedingt ein gutes Bild. Anonyme Gruppen, wie DIE Politiker, DIE Jugend, DIE Ossis werden halt fast immer negativer beurteilt als einzelne Vertreter davon. Die wenigen Male, bei denen ich persönlich mit Ostdeutschen zu tun hatte, hatte ich keinen negativen Eindruck.
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Matthias Cantow
Veröffentlicht am Freitag, 03. September 2004 - 18:39 Uhr:   

@Thomas

Ich glaube nicht, daß die Meinung bei den Leuten, die schon im Osten waren, sich dadurch bessert.

Die Meinung über den Osten muss ja keine gute sein: solange die Lage in Neufünfland realistischer eingeschätzt wird, reicht das schon und dass das bei Ostbesuchern zutrifft (wenn sie nicht gerade nur in den Zentren von Berlin, Leipzig, Dresden, Rostock und einigen wenigen anderen Orten waren) bin ich mir sicher.

Anonyme Gruppen, wie DIE Politiker, DIE Jugend, DIE Ossis werden halt fast immer negativer beurteilt als einzelne Vertreter davon.

Ack.

Das ist wohl richtig, aber bei Hartz IV steht das Geschrei in gar keinem Verhältnis zum Anlaß- viele verlieren nur ein paar Euro [...]

Schau Dir mal bitte die Zahlen und den Bevölkerungsanteil der Arbeitslosenhilfeempfänger in den einzelnen Ländern an, interessant auch die jährlichen Steigerungen in den fünf ostdeutschen Ländern. Auch wenn aufgrund der durchschnittlich geringeren Arbeitslosenhilfe im Osten für diese (durchschn.) keine so großen Einbußen zu erwarten sind, wie im Westen, ist der Anteil der Betroffenen dort sehr viel größer, unter diesem Aspekt ist Protest IMHO durchaus verständlich.

@Ralf

Da muß grundsätzlich so viel geregelt werden, eine Bundesregierung kann sich sehr wohl weigern, voreilig und ohne Erledigung der Vorarbeit den Beitritt wirksam werden zu lassen.

Glaub ich nicht, eher hätte es ein Deutschland mit zwei Währungs-, Sozial- und Rechtssystemen (usw.) gegeben. Wir werden das allerdings nie klären können, da die Zeit zwischen dem vorzeitigen und dem letztendlichen Beitritt sowieso nicht lang war und von einem voreiligen Beitritt in beiden Fällen nicht die bzw. die Rede sein kann (wenn ich daran denke, was für Rechtslücken es noch ein Jahr später gab ...)

Ein weiteres? Nicht deckungsgleich mit dem ersten?

Ja, stand jedenfalls im Artikel, scheinbar eine Art Abstufung.
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c07
Veröffentlicht am Freitag, 03. September 2004 - 19:07 Uhr:   

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good entity
Veröffentlicht am Samstag, 04. September 2004 - 00:21 Uhr:   

Ich hatte vor vier oder fünf Jahren mit der (polnischen) Geschäftsleitung einer polnischen Firma aus dem Raum Szczecin / Stettin zu tun. Diese meinten beim Small Talk, es wäre eigentlich eine gute Idee, wenn ihre Region (letztlich also das frühere Hinterpommern) auch Deutschland beitreten würde. Natürlich müssten Rechte wie die Benutzung der Sprache geregelt und Besitzrechte geklärt werden, sonst hätten doch aber alle Vorteile: Die Deutschen bekämen Hinterpommern "zurück", die Polen zumindest in ihrem Raum kämen problemlos in die EU (war damals ja noch ein heißes Thema), die Wirtschaft würde sofort florieren etc. Irgendwelche nationalen Gesichtspunkte sah man erstaunlich leidenschaftslos.
Mal davon abgesehen, was man davon überhaupt hält, ob das gutgehen kann und sich überhaupt die Vorstellungen meiner Gesprächspartner hätten erfüllen können: Wäre das eigentlich aus deutscher Rechtssituation heraus gegangen? Könnte beispielsweise auch Vorarlberg den Austritt aus Österreich und den Beitritt zu Deutschland erklären? Könnte Deutschland so etwas ablehnen?
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Bernd aus Bayern
Veröffentlicht am Samstag, 04. September 2004 - 09:00 Uhr:   

@good entity
Vorarlberg wollte 45 aus Österreich austreten und sich als Kanton an die Schweiz anschließen, was dies jedoch aus welchem Grund auch immer, verhinderte.

Oder-Neiße Linie:

Ich hab mal eine Karte aus einem Bahnkursbuch von 1949/50 (?) gesehen.
demnach sollte Hinterpommern mit Stettin bei Deutschland verbleiben.
Allerdings hat halt Polen damals die dt. Schwäche und hat Stettin mit einkassiert. Un die Machthaber der DDR haben drauf verzichtet.
Dasselbe gilt für die Neiße: es gibt die Görlitzer Neiße und die
Glatzer Neiße. Letztere liegt weiter östlich und sollte eigentlich
der Grenzfluß sein.
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Jan
Veröffentlicht am Samstag, 04. September 2004 - 10:14 Uhr:   

@ Bernd

Die Abstimmung in Vorarlberg fand am 11.5.1919 statt und brachte ca. 80 % Zustimmung für den Beitritt zur Schweiz, aber die Schweizer wollten nicht.

Der Status von Stettin war lediglich bis Juli 45 offen, im Potsdamer Abkommen Aug. 1945 wurde dann der Grenzverlauf ca. 10 km westlich von Stettin festgelegt. War insofern logisch, da den Polen die Oder als Transportweg für Kohle und Industriegüter aus Oberschlesien zur Verfügung gestellt wurde und über Stettin und Swinemünde der Zugang zum Meer möglich wurde.
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Jan
Veröffentlicht am Samstag, 04. September 2004 - 10:59 Uhr:   

@ good entity

Der 2+4 Vertrag verbietet jede Grenzänderung:

Artikel 1, Absatz 1
"Das vereinigte Deutschland wird die Gebiete der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Demokratischen Republik und ganz Berlin umfassen. Seine Außengrenzen werden die Grenzen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland sein und werden am Tage des Inkrafttreten dieses Vertrags endgültig sein. Die Bestätigung des endgültigen Charakters der Grenzen des vereinten Deutschland ist ein wesentlicher Bestandteil der Friedensordnung in Europa."
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Marc K.
Veröffentlicht am Samstag, 04. September 2004 - 17:25 Uhr:   

Außerdem haben Polen und Deutschland 1990 einen Vertrag über "die abschließende Regelung" der aus den Zweiten Weltkrieg resultierenden Fragen geschlossen. Teil dieses Vertrages war, dass das vereinigte Detuschland völkerrechtlich verbindlich (der Vertrag von 1970 hatte noch einen Vorbehalt) die Oder-Neiße-Linie (und zwar so wie sie gezogen ist) als Westgrenze Polens bzw. Ostgrenze Deutschlands annerkennt. Ebenso erklärten beide Staaten keinerlei Ansprüche mehr gegeneinander zu erheben.
Private Ansprüche die gegenenfalls bestehen können blieben allerdings außen vor (wobei die ohnehin schon verjährt sein dürften).
Diese Frage ist rechtlich auch eine problematische Sache. Dies sorgt ja heute wieder für einige Spannungen, da mit den EU-Beitritt der Rechtsweg zu europäischen Gerichten offensteht.
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ich
Veröffentlicht am Samstag, 04. September 2004 - 17:44 Uhr:   

Irgendwann wird der Tag kommen, dann wird auch die deutsche Ostgrenze korrigiert werden. Wenn die Polen für sich 1945 Gebiete beanspruchten, die 700 Jahre zuvor polnisch waren, dann dürfte es Deutschland ein leichtes sein dasselbe nach nur 70, 80 oder 100 Jahren in Angriff zu nehmen. Man wird sehen was die Zeit bringt. Ewigen Frieden jedenfalls nicht....
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Good Entity
Veröffentlicht am Samstag, 04. September 2004 - 19:48 Uhr:   

2 + 4 Vertrag, logisch. Ist ja beruhigend. Thx an @Jan auch für den interessanten Link. Vorsorglich sei nochmals betont, dass es bei dem Gespräch nicht etwa um irgendwelche politischen Ansprüche ging, sondern um rein wirtschaftlich motivierte Überlegungen von polnischer Seite für einen Beitritt (oder was auch immer), die mich ziemlich verblüfft hatten. Ein nicht von der Hand zu weisendes Argument meiner Gesprächspartner war auch, dass es in Bochum und Gelsenkirchen womöglich mehr Kaminskis und Koslowskis gibt als in Szczecin / Stettin, und das würde ja auch gut funktionieren.

Der klare Wortlaut bei 2+4 würde jetzt aber wohl auch verhindern, dass die Niederlande mit Deutschland irgendwelche Sandbänke in der Emsmündung tauschen, auch wenn das beide wollen, etwa aus umweltpolitischen Gründen. Auch gewisse Gedanken des SSW im Flensburger Raum für einen Anschluss einiger Bauernhöfe an Dänemark hätten sich ja damit erledigt. Ebenso die von der EU aus Steuer- und Zollgründen gewünschten Begradigungen bei Büsingen und ähnlichen Enklaven mit der Schweiz und Österreich. Und wie ist das mit dem "Badischen Bahnhof" auf Baseler Stadtgebiet (schweizer Staatsgebiet, keine Exklave, ist klar)?
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Jan
Veröffentlicht am Samstag, 04. September 2004 - 21:25 Uhr:   

@ Good Entity

Der Tausch von Sandbänken in der Emsmündung dürften kein Problem darstellen, im Zweiten Grenzberichtigungsvertrag zwischen Deutschland und den Niederlanden wurden 1996 einige unbewohnte Hektar Land getauscht.
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Good Entity
Veröffentlicht am Sonntag, 05. September 2004 - 16:24 Uhr:   

Erstaunlich, thx @Jan. Das Grenzberichtigungsabkommen mit den Niederlanden wäre doch aber ein glatter Verstoß gegen den Wortlaut des Artikels 1 des 2+4 Vertrages!? Zwar nicht gegen dessen Ziele und Absichten, aber es ist doch klar die Rede von "endgültigen Außengrenzen", und genau diese werden gegenüber den Niederlanden gleich in zwei Dutzend Fällen hin und her verschoben. Da ist doch der "Wurm" drin, um den neuen Grenzfluss aus Deinem Link zu zitieren.

Bloß gut, dass die Hektar unbewohnt und damit wählerfrei sind ...

Trotzdem, ist eine "Grenzberichtigung" keine Änderung? Wie kann das trotzdem rechtlich einwandfrei sein?
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Jan
Veröffentlicht am Sonntag, 05. September 2004 - 22:45 Uhr:   

Stimmt schon, auch marginale Grenzänderungen sind Grenzänderungen. Aber welche der vier ehem. Siegermächte sollte Anlaß haben, Deutschland wegen Vertragsbruches in Den Haag zu verklagen? Das wäre doch wirklich Korinthenkackerei. Wo kein Kläger, da kein Richter.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 06. September 2004 - 10:12 Uhr:   

Die "endgültige" Regelung bedeutet, daß damit alle Kriegsfolgen erledigt sind und keine weiteren Besitzansprüche mehr bestehen.

Das bedeutet natürlich nicht, daß nicht irgendwelche einvernehmlichen Grenzänderungen vorgenommen werden können.

Falls Polen einverstanden ist (nicht zu erwarten), wäre also auch eine Verschiebung Hinterpommerns möglich - wobei das Stand heute auch für die Betroffenen keinen Sinn mehr machen würde, denn sie sind jetzt in der EU, aber ohne die deutschen Strukturprobleme.

Ein "Beitritt" z. B. österreichischer Länder ist auf jeden Fall nicht mehr möglich, weil ja der GG-Artikel inzwischen wegen Erledigung gestrichen wurde.
Es ist übrigens eine interessante Frage, ob sich überhaupt andere ehemals deutsche Länder außer DDR und ehemalige Ostgebiete auf diesen Artikel hätten berufen können (z. B. eben Österreich, das Elsaß oder Eupen-Malmedy).
Die GG-Formulierung enthielt ja keine Einschränkung auf die deutschen Grenzen von 1937.
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 06. September 2004 - 10:34 Uhr:   

"Ganz einfach, viele Westdeutsche mögen den Osten nicht."

Wo kommen eigentlich solche Grundstimmungen bei Unkenntnis her?
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C.-J. Dickow
Veröffentlicht am Montag, 06. September 2004 - 11:26 Uhr:   

@ sole

Ganz einfach: "Wat de Buur nich kennt, dat freet he nich", wie man im Norddeutschen sagt. Es ist der gleiche Grund wie für Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und die Abneigung von Bayern gegenüber Labskaus (womit ich die nicht jeweils in der Qualität gleichsetzen möchte): Eine Mischung aus der Unkenntnis selbst, tradierten Vorurteilen und der grundsätzlichen Abneigung gegen alles Unbekannte.
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John Rawls
Veröffentlicht am Montag, 06. September 2004 - 13:02 Uhr:   

Irgendwer hat mir schon mal zu vorgeschrittender Stunde detailreich die Nuancen von Grenzberichtigungen, -änderungen, -veränderungen, -verletzungen etceteraetpipapo erklärt. Da war was. Ist hier nicht zufällig ein Völkerrechtler anwesend?
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Reiner Morgenthum
Veröffentlicht am Mittwoch, 17. August 2005 - 19:54 Uhr:   

Das Problem West- zu Ostdeutschen ist nach meiner Meinung ein ganz anderes. Jeder ob West oder Ost muß doch mit seinem Leben fertigwerden.
Wie ist die Realität? Ich selbst lebe im ehemaligen Zonenrandgebiet. Nach der Wende kamen die "Ossis" zu tausenden, ja zu tausenden und biederten sich bei den ansässigen Firmen an für ca. 2/3 des Lohnes der Einheimischen zu arbeiten. Was machten die Arbeitgeben, sie entließen große Teile ihrer alten Belegschaft und stellten "Ossis" ein. Was sollen dann die Einheimischen dazu sagen? Es entstand fast so etwas wie eine Feindschaft zu den Ossis. Ohne daß man doch einen Vorwurf machen kann. Jeder muß mit seinem Leben doch zurechtkommen. Und ich kann Euch sagen, die Ostdeutschen sind den Menschen so was von egal, und die Lage zwischen Westdeutschen und Ostdeutschen ist vollkommen anders als unsere Superpolitiker, egal welcher Farbe, so meinen.
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Good Entity
Veröffentlicht am Freitag, 19. August 2005 - 19:16 Uhr:   

Arbeitgeber können nicht "große Teile der alten Belegschaft entlassen und Ossis (oder sonstwen) einstellen", dass geht heute nicht und ging auch schon 1990 rein arbeitsrechtlich nicht, wir sollten hier keine unsinnigen (dolchstoßartigen) Legenden aufbauen. Sinn macht es außerdem nicht, da eingearbeitete Mitarbeiter immer produktiver sind als ungelernte. Der Unterschied ist viel größer als 2:3.

Gemeint ist wohl eher folgendes: Bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen und Berufsanfängerstellen "im Westen" waren (und sind) Bewerber aus den neuen Bundesländern ihren Konkurrenten aus den alten natürlich gleichwertig. Zu Anfang der 1990er Jahre noch nicht hinsichtlich von Englischkenntnissen, inzwischen aber auch das. Sie haben daher vor allem die Chancen von "West-" Mitbewerbern aus der unteren Hälfte der Schulnotenskala drastisch beeinträchtigt und tun dies auch heute noch. Verdienen tun sie das gleiche, heute natürlich weniger als vor 10 Jahren.

Dann wurden Ein- und Zweizimmerwohnungen knapp (also dort Preisanstieg), zum Ärger von Studenten. Außerdem wurden Kfz bestimmter Größen- und Preisklassen praktisch komplett "weggekauft", vor allem zum Ärger türkischstämmiger Bewohner im westlichen "Grenzland", die ähnliche Fahrzeugtypen bevorzugten. Jetzt ziehen viele Firmen aufgrund der höheren Subventionen in die grenznahen Gebiete etwa Thüringens und Sachsen-Anhalts, so dass die "alte Belegschaft" aus dem Westen plötzlich in den Osten pendeln muss, natürlich ohne Begeisterung. Und als es für die IG Metall ans Streiken ging, haben sich die "Ossis" nahezu komplett ausgeklinkt und die Gewerkschaftler aus dem Westen hängen und den Kram allein machen lassen, sehr zu deren Ärger.

Das Verhältnis von westlichen Studenten, Türken, Azubis, Gewerkschaftern und allen anderen gegenüber den zugewanderten "Ossis" ist auch nicht anders als gegenüber zugewanderten Russlanddeutschen oder Süd-/Norddeutschen (je nach Blickrichtung).

Mir sind meine Mitarbeiter/innen aus Nord, Süd, Ost, West und "Fernost" (sind alle im engsten Umfeld vertreten) jedenfalls nicht egal.

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