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Wahlrecht.de Forum » Umfragen » Verliert Stoiber die Landtagswahlen in Bayern » 1-25 « Zurück Weiter »

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dieterhirsch
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 12:58 Uhr:   

Noch ist es verfrüht, aber ich halte nach den Umfragen, eine Kanzlerschaft Stoiber für sehr unwahrscheinlich.
Wird es Stoiber 2003 (als BTW_Verlieren) nicht schwer haben, die Landtagswahlen in Bayern zu gewinnen. Ich könnte mir eine bayrische Ampel (im Gegensatz zum sonstigen Bundesgebiet) gut vorstellen.
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Philipp
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 18:20 Uhr:   

Träum weiter....
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Moersberg
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 22:06 Uhr:   

Egal, wie die BTW ausgeht - wir dürfen uns wenigstens auf eine zünftige CSU-Diskussion über die Stoiber-Nachfolge freuen - so oder so. Und nebenan scheint Teufelchen ja auch noch nicht zu wissen, wen er als Nachfolger haben möchte. Das wird noch lustig im Süden in nächster Zeit...
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Michail
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 22:57 Uhr:   

Auch Strauß blieb 8 Jahre lang Ministerpräsident in Bayern,
nachdem er '80 nicht Kanzler wurde und auch Stoiber
wird, falls er nicht Kanzler wird, womit ich aber NICHT rechne, mindestens noch einmal, anno 2003, als Ministerpräsident
in Bayern bestätigt, das dürfte sicher sein.
Ob er dann als 66-jähriger, anno 2008 nochmal antritt,
und ob er dann nochmal gewinnt, nach dann 15jähriger Amtszeit
weiß ich nicht, aber seine mögliche Wiederwahl 2003 dürfte gesichert sein.
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Eike
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 23:01 Uhr:   

Es wird hier einiges lustig werden, nicht nur im Süden...
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 23:12 Uhr:   

Ich denke, Michail hat recht. Stoiber ist in Bayern 1998 mit grosser Mehrheit gewählt worden und dürfte jederzeit wiedergewählt werden. Spannender wird meines Erachtens die Frage werden, welche Richtung die Union nach einer möglichen Niederlage gehen würde - ob die als eher liberal eingeschätze Frau Merkel, oder ob - nach einem Hessen-Wahlsieg gestärkt - Roland Koch der kommende Kanzlerkandidat und starke Mann der Union sein wird. Im übrigen dürfte Roland Koch derjenige sein, der den Ausgang der Bundestagswahlen mit den zwiespältigsten Gefühlen beobachten dürfte. Gewinnt Stoiber, ist er 4 Jahre Kanzler und 2006 erneut Kanzlerkandidat. Koch hätte es mit Sicherheit schwerer, im Februar kommenden Jahres die Landtagswahlen in Hessen zu gewinnen. Verliert Stoiber, dürfte Koch in Hessen siegen und ist eventuell nächster Parteivorsitzender - zumindest Kanzlerkandidat - der Union.
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Michail
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 23:18 Uhr:   

Ob Koch sich bei einer eventuellen Niederlage Stoibers
dann 2006 wirklich als Kanzlerkandidat durchsetzen könnte -
es dürfte schwer für ihn werden.
In einer solchen Situation würde ich mir zwar Koch wünschen,
aber ich fürchte, dass sich dann die Stimmen mehren, die sagen,
jetzt muss es Aber Merkel machen...
Andererseits habe ich auch das schon seit zwei Jahren für 2002
gefürchtet und es kam nicht so.
Auf jeden Fall ist Koch, selbst wenn die Union die Wahl in Hessen
verliert, der kommende Mann der CDU.
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Cram
Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2002 - 23:56 Uhr:   

Michail,

Logik?: Auf jeden Fall ist Koch, selbst wenn die Union die Wahl in Hessen verliert, der kommende Mann der CDU.

Politiker die Wahlen verlieren sind meist schnell unten durch. Wenn Roland Koch die Wahl in Hessen verlieren sollte wird er auf keinen Fall eine bedeutende Rolle mehr spielen. Kanzlerkandidat würde er dann definitiv nicht mehr.
Eine Wahlniederlage würde sicherlich zunächstmal den CSU-Einfluß schwächen und ebenso den von denjenigen die Stoibers Kandidatur befürwortet haben (Koch, Merz, etc. waren maßgelbliche Stoiber-Unterstützer). Angela Merkel würde gestärkt hervorgehen (sie hat ja ihre Kandidatur angeboten: sie wird sagen: An mir hats nicht gelegen, sie wirbt bereits bei den neuen Bundestagskandidaten für sich (1/3 der CDU/CSU-Fraktion wird 2002 aus neuen Abgeordneten bestehen = gute Chancen für Frau Merkel). Sie würde im Falle von weiteren Oppositionsjahren den Fraktionsvorsitz übernehmen und damit ihre Machtposition unangreifbar machen. Koch, Müller und Wulff sind noch zu jung um ernsthaft 2006 als Kanzlerkandidaten in Frage zu kommen (Koch wäre erst 45). Kanzlerkandidaten dieses Alters waren in der BRD noch nie erfolgreich. Der jüngste Kanzler war Kohl mit 52, mit 46 scheiterte er noch weil er für zu unerfahren gehalten wurde.
Auch hat keiner von ihnen eine Machtposition inne mit der er Frau Merkel gefährlich werden könnte.
Frau Merkel ist auch sehr populär. Die Union ist diesmal mit einem nicht über die Parteigrenzen populären Kandidaten angetreten, der dafür in der Partei sehr geschätzt wird (Mobilisierung der Stammwähler = Vermeidung die Stammwähler der anderen durch einen zu zugespitzten Wahlkampf ebenso zu mobilisieren). Würde das scheitern so würde sie sich taktisch neu aufstellen und es mit der entgegengesetzten Strategie versuchen: populäre Kandidatin (in Richtung Wechselwähler) ausgerichtet.
Falls es diesmal mit einen wenig populären Kandidaten nicht klappt, so würde die CDU das nicht nochmals wiederholen.
Frau Merkel hat mit Herrn Rüttgers einen loyalen und durchaus mächtigen Unterstützer. Auch Peter Müller und Christian Wulf sind tendenziell eher pro-Merkel zuzuordnen.
Die Kanzlerkandidatur 2006 würde Frau Merkel daher m.E. nach praktisch automatisch zufallen.
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Cram
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 10:33 Uhr:   

dieterhirsch,

wo lebst du eigentlich? In Bayern bleibt es bei einer absoluten CSU-Mehrheit, so oder so, das ist doch klar.
Die FDP wird natürlich nicht ins Parlament einziehen. Bei der letzten Landtagswahl lag sie bei 1,7%. Die linke Parteivorsitzende Schnarrenberger wird keine zusätzlichen bürgerlichen Wähler gewinnen können. Da haben die Freien Wähler mehr Chancen (3,7% letzes Mal).
Dennoch wird es bei einer deutlichen absoluten CSU-Mehrheit bleiben. Die CSU hat mit 52,9% einen dicken Vorsprung vor den anderen Parteien. (SPD 28,7%, Grüne 5,7% (=34,1% - Abstand zur CSU 18,8%).
Daher: Auf unabsehbare Zeit wird die CSU ihre absolute Mehrheit behalten. Sie ist strukturell die Mehrheitspartei in Bayern.
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dieterhirsch
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 12:50 Uhr:   

@cram
Man wird ja wohl mal das "UNDENKBARE" denken dürfen.
Oder ist die CSU-Hegomonie in Bayern festgeschrieben?

Eine Kanzlerkandidatin Merkel würde mir gefallen
oider sagt man Kanzlerinkandidatin?
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Cram
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 13:02 Uhr:   

dieterhirsch,
die Gedanken sind frei. Nur: man wird doch mal auf die Realitäten hinweisen dürfen, und die sprechen, aus meiner Sicht erfreulicherweise, auf unabsehbare Zeit für eine absolute CSU-Mehrheit in Bayern.

Es heißt übrigen Kanzlerkandidatin, genauso wie (Ober-)Bürgemeisterkandidatin oder Ministerpräsidentenkandidatin.
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Michail
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 13:35 Uhr:   

@ Cram:

Hans Eichen hat die LTW in Hessen '99 verloren und wurde
Finanzminister, Klimmt hat die Saarland-Wahl '99 verloren
und wurde Verkehrsminister - und wäre es bis heute noch
geblieben, wenn da nicht irgendwelche Verstrickungen mit
einem Fußballverein wären.
Rüttgers hat die LTW in Nordrhein-Westfalen verloren und könnte,
wenn er im Januar nicht Merkel als Kanzlerkandidatun unterstützt
hätte, nun vielleicht eine wichtige Rolle in Stoibers
Kompetenzteam einnehmen.

Diese drei Politiker hätten, bzw. haben als gescheiterte Landesväter
Aufstiegschancen.
Eichel wurde als möglicher Nachfolger für Schröder gehandelt,
genau wie Sigmar Gabriel, selbst wenn Gabriel die Niedersachsen-
Wahl verlöre.

Und Volker Rühe wäre im Frühjahr 2000 trotz verlorener Landtagswahl
in Schleswig-Holstein fast CDU-Vorsitzender geworden.

Also an einer Niederlage scheitern nicht sehr viele.

Man bedenke auch Helmut Kohl und Willy Brandt:
Brandt ist schon 1961 und 1965 erfolglos als Kanzlerkandidat
angetreten, bevor er es 1969 tatsächlich wurde.

Kohl ist schon 1976 angetreten und wollte es 1980 auch,
bevor er '82 Kanzler wurde und dies 1983 vom Wahlvolk bestätigt wurde.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 14:01 Uhr:   

Wenn ein gescheiterter Ministerpräsident hinterher noch Bundesminister wird, ist das nicht unbedingt eine Karriere.
Auf jeden Fall verwaltet er dort zwar ein Ressort, ist aber nicht für Sieg oder Niederlage der Mannschaft zuständig - das macht der Chef.

Ein Kanzlerkandidat, der vorher eine Landtagswahl versägt hat, dürfte keine Chancen haben - ein Verliererimage wird man so schnell nicht los.

Umgekehrt ist ein halbwegs ehrenhaftes Scheitern auf Bundesebene noch keine Blamage für die Landespolitik.
Stoiber wird das Unionsergebnis von 1994 deutlich verbessern (das war so ein Desaster damals, das gar nichts anderes möglich ist).
Auch sein Bayern-Ergebnis wird gut sein - die Bayern wollen natürlich, daß einer der ihren Kanzler wird.

Sollte er also die BTW verlieren, weil z. B. im Osten oder in NRW das Ergebnis schlecht ist, dann wird er laut über den Irak-Lügner Schröder schimpfen und in München völlig unbeschädigt weitermachen.
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Cram
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 16:36 Uhr:   

Michail,
ich kann nur unterstreichen was Ralf geschrieben hat.
Willy Brandt war von 1961-66 Bürgermeister von Berlin, dann Kanzler und danach Vizekanzler. Verloren hat er keine Landtagswahl. Das gilt auch für Kohl der 1976 als Oppositionsführer nach Bonn ging. Er mußte immerhin 1980 auf seinen Anspruch als Kanzlerkandidat anzutreten verzichten.
Die meisten Kanzlerkandidaten traten aus der Position eines Ministerpräsidenten an. Brandt (1961,1965), Kohl (1976), Strauß(1980), Rau (1987), Lafontaine(1990), Scharping(1994), Schröder (1998).
Alle anderen Kandidaten haben immer eine Rolle in der Bundespolitik gespielt (Fraktionsvorsitzende; Parteivorsitzende). Koch käme also allenfalls dann in Frage wenn er wiedergewählt wird. Wenn nicht spielt er in dieser Frage definitiv keine Rolle mehr.
Gegen eine gestärkte Parteivorsitzende Merkel (die dann auch den Fraktionsvorsitz inne hätte) hätte er aber selbst dann kaum Chancen seine Ambitionen durchzusetzen. Die Kanzlerkandidatur von Frau Merkel wäre dann 2006 sehr wahrscheinlich.
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Michael
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 17:38 Uhr:   

@Ralf Arnemann

Ich glaube, so einfach liegen die Dinge in Bezug auf Stoiber nicht. 1980 war Strauss die dominierende Figur der Union. Nach der Niederlage ging aber die Führungsrolle wieder an Kohl und die CDU über. Ähnlich ist Frau Merkel jetzt in einer win-win-Situation. Gewinnt Stoiber, hat sie durch ihren Verzicht und ihre Kooperation mit Stoiber in den letzten Monaten diesen Sieg erst möglich gemacht. Verliert Stoiber, wird Frau Merkel automatisch aufgrund des größeren Gewichtes der CDU zur dominierenden Figur in der Union. Stoiber ist jetzt 60, in vier Jahren wird er kaum noch einmal antreten.

Was die Situation in Bayern betrifft, so hat Stoiber 1994 und 1998 davon profitiert, dass die Landtagswahlen zeitlich den BTWn knapp vorausgingen, so dass die CSU ihre Wähler besonders gut mobilisieren konnte. Da die nächste Wahl nicht mehr unmittelbar einer BTW, könnte dies im nächsten Jahr schwieriger werden. Aber ohne Zweifel wird die CSU auch die nächste Wahl in Bayern gewinnen, mindestens mit relativer, viel wahrscheinlicher aber mit absoluter Mehrheit.
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Anton
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 19:06 Uhr:   

Im Medienzeitalter sollte man bei der Kandidatenauswahl nicht auf Kompetenzen schauen, sondern auf Rhetorikkünste,Beliebtheit und Herkunft achten.

Die Wahl hat( aller Wahrscheinlichkeit) nicht die CDU, sondern Stoiber verloren! Neben seinen unsympatischen Auftreten hat er den Nachteil aus den ( nördlich des Mains) unbeliebtesten Bundesland Deutschlands zu kommen.

Zwar wäre Frau Merkel Schröder in Fernsehduellen auch unterlegen gewesen, aber als Ostdeutsche Frau hätte sie mehr Stimmen erzielt als Stoiber.

Da aber selbst unter CDU Wähler Frau Merkel nicht unumstritten ist, wird sie nie Kanzlerkandidatin. Herr Koch dürfte nach jetzigen Stand die besten Chancen haben, Herr Wulff, sollte er in Niedersachsen die Wahlen gewinnen wäre ein weiterer Kandidat.
Für diese wie für letzte Wahl wäre mein kandidat Herr Schäuble gewesen, aber mich fragt ja niemand.
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Michail
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 19:29 Uhr:   

Ja, Wolfgang Schäuble wäre, abgesehen von Stoiber,
der beste Mann der Union für höhere Aufgaben, aber ich denke,
2006 ist auch Schäuble über 60, Stoiber wird natürlich NICHT
noch einmal antreten.
Allein schon wenn man bedenkt, wie viel Aufwand es erfordert hat,
damit er sich - trotz seiner in allen Bereichen stärkeren Werte -
gegen Frau Merkel durchsetzen konnte, ist es absolut ausgeschlossen,
dass er 2006, sollte er heuer verlieren, noch irgendeine Unterstützung
aus der Union erhält.

Tatsächlich könnte nach einer eventuellen Niederlage die Führungsrolle
in der Union wieder an Merkel zurückfallen,
aber ich denke, bis 2006 wird sich dies wieder abgeschwächt haben,
und Koch dürfte die nächsten vier Jahre zur bundespoltischen
Profilierung nutzen, um 2006 anzutreten.

Merkels Problem: Sie hat zwar mehr Sympathien im Osten,
holt aber nicht mehr Stimmen, denn Leute, die mit Merkel
sympathisieren, wählen kaum CDU.
Sie finden Merkel zwar gut, werden sie aber nicht wählen.
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Cram
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 22:57 Uhr:   

Michail,

Du schreibst: "Merkels Problem: Sie hat zwar mehr Sympathien im Osten, holt aber nicht mehr Stimmen, denn Leute, die mit Merkel
sympathisieren, wählen kaum CDU.
Sie finden Merkel zwar gut, werden sie aber nicht wählen."

Hier würde ich dir sogar recht geben. Aber: SPD und Grüne hätten dann viel größere Schwierigkeiten ihre Anhänger zu mobilisieren als gegen einen konservativeren Kandidaten. Und auch das kann zu Wahlsiegen führen.
Ansonsten würde natürlich auch viel davon abhängen ob es zu einer Großen Koaltion kommen wird (was jetzt natürlich noch absolut unklar ist). M.E. nach würde die SPD eine große Koalition nur eingehen wenn sie stärker als die Union ist und ansonsten nichts geht (Ampel).

Dann würde Schröder Kanzler beiben und Merkel Vizekanzlerin und Außenministerin. In diesem Fall wäre sie definitiv Kanzlerkandidatin 2006.
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Moersberg
Veröffentlicht am Montag, 16. September 2002 - 23:07 Uhr:   

2006? Glaubst Du, das hält so lange?
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Cram
Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2002 - 00:37 Uhr:   

Moersberg,

ich glaube ja, wenn auch mit Ach und Krach. Die erste Große Koalition 1966-1969 hat auch bis zur Wahl gehalten. Länger als eine Legislaturperiode würde diese Koalition aber nicht dauern.
Was dann käme????
Aus der ersten großen Koalition ging der schwächere Partner, die SPD, gestärkt hervor, die Union verlor leicht (dann kam es 1969 zu Rot-Gelb)
Vielleicht würde es unter umgekehrten Vorzeichen genauso verlaufen (SPD verliert, Union leichter Zuwachs - Schwarz-Gelb).
Aber wie gesagt: reine Spekulation zum jetzigen Zeitpunkt
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Michail
Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2002 - 01:12 Uhr:   

Ihr habt was vergessen Leute,
und zwar, welches Verlierer-Image der CDU im Spätherbst und Winter 2001
anlastete, als Merkel ihren Laden nicht im Griff hatte und die CDU erledigt schien.
Erst Stoibers Kanzlerkandidatur im Januar 2002
konnte mit einem Schlag dieses Image beseitigen.
Falls Stoiber verliert und die Führungsrolle in der Union auf Merkel
zurückfällt, stellt sich definitiv das Verlierer-Image ein,
so dass Merkel nicht mehr lange Parteivorsitzende bleiben dürfte.
Diese große Geschlossenheit und das gute Image der CDU
aus dem Frühjahr und Sommer 2002 resultiert aus einem gemeinsamen Ziel:
Kanzler Edmund Stoiber mit CDU/CSU an der Regierung und nichts anderes.
Angela Merkel ist eine gute, sehr gute Nummer 2, aber nicht mehr.
Ich bin seit Januar 1993 CDU-Mitglied, hatte mir aber geschworen,
Angela Merkel NICHT zu wählen, egal ob 2002 oder evtl. 2006.
Ich war auch schon sehr unzufrieden als Merkel Parteivorsitzende wurde,
aber Kanzlerkandidatin wäre wirklich zu weit gegangen...

Es ist Stoiber, den ich seit 1999 bewundere, der mich wieder
zum 150%-igen CDU-Anhänger nach dem schweren Jahr 2001 gemacht hat,
und wenn Merkel keine Wechselwähler holt, weil - wie ja erwähnt -
Unions-fremde Merkel-Sympathisanten sie nicht wählen, und sie auch nicht
die CDU-Anhänger mobilisieren kann, hat die CDU selbst bei einer
noch so großen Demotivation der Linken verloren, weil die CDU-Wähler
noch weniger mobilisiert sein werden und ihr im allgemeinen nicht
viel zugetraut wird...
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Cram
Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2002 - 03:28 Uhr:   

Michail,
nana. Die CDU-Wähler sind sehr schwer zu demotivieren, die sind recht loyal gegenüber der Partei. Das sage ich als CDU-Wähler. Ich sage dir aber auch eines: es gibt leider Menschen, die sonst immer CDU-Wählen und soziokulturell dem bürgerlichen Lager angehören, die diesmal nicht CDU wählen werden und zwar wegen Stoiber. Ich selbst versuche manchmal in Gesprächen Vorbehalte gegen Stoiber abzubauen. Leider sind diese aber bei manchen sehr stark vorhanden. Und das sind eben nicht nur "Linke", sondern Menschen die sonst CDU wählen und immer gewählt haben.
Die CDU hat 1998 bes. bei Frauen verloren, bes. stark in der Gruppe der 25-45jährigen. Ich hätte es daher gut gefunden, wenn Frau Reiche mehr in den Fordergrund geschoben worden wäre.

Um eines klarzustellen an dieser Stelle: ich war als Merkel den Vorsitz der CDU übernahm sehr skeptisch. Ich persönlich hätte Herrn Rühe durchaus für geeignet gehalten. Und noch eins zur Klarstellung: ich war für die Kanzlerkandidatur von Stoiber und hatte ab Herbst 2001 auch keine Zweifel, das sie kommen wird.
Frau Merkel hat noch nicht das Format und noch nicht die Erfahrung für diese Führungsaufgabe. Aber sie entwickelt sich. Frau Merkel war 2000 noch nicht auf die Übernahme des Parteivorsitzes vorbereitet. Der Generationswechsel kam zu früh. Das ist das größte Problem der CDU. Frau Merkel hat halt noch nicht die notwendige Erfahrung, aber die kriegt sie mit der Zeit.
Helmut Kohl hat sich schon annerkennend über sie geäußert. Auch er wurde lange Zeit unterschätzt. Viele haben ihm auch nicht die Kanzlerschaft zugetraut. Man sollte Frau Merkel nicht unterschätzen.
Was die Probleme in der CDU angeht (2000/2001), so lag das natürlich an der Unerfahrenheit der Parteiführung. Es lag aber auch an der Illoyalität von Parteimitgliedern, wie z.B. Herrn Diepgen bei der Steuerreform. Dafür kann Merkel nur teilweise verantwortlich gemacht werden. Die Strategie war abgestimmt gewesen mit Friedrich Merz (der diese Strategie ja wohl entwickelt hat) und Edmund Stoiber. Das war dann schon ein kollektives Versagen. Übrigens: Sommer 2001 lag die Union schon vor der SPD, zu einem Zeitpunkt wo Stoiber noch nicht Kanzlerkandidat war. Erst der 11. September brachte die SPD wieder nach vorne. Zuvor war nämlich die Rot-Grüne Koalition in Querelen über Mazdedonien-Einsatz gekommen. Die anderen machen also auch Fehler. Und: so leid es mir tut: die schlechten Werte der SPD und die guten der Union waren doch zu großen Teilen auf die z.T. recht miserable Perfomance der Regierung zurückzuführen (z.B. Arbeitsmarkt-Streit im Januar, Sachsen-Anhalt-Wahl (das Ergebniss war überwiegend landespolitisch begründet), Telekom-Desaster, Scharping).
Bei solchen Pannen hätte wirklich jeder Kandidat der Union profitiert.

Ob Frau Merkel tatsächlich so schlecht als Wahlkämpferin wäre wie du das darstellt, ist eine reine Spekulation, sie stand ja schließlich nie als Spitzenkandidatin mit zur Wahl. In einer großen Koalition, aus der Rolle des Außenministers herauß (der immer einen Sympathiebonus hat) gegen einen Kanzler Schröder, der, wie Hugo Müller-Vogg (ehemals F.A.Z.) zurecht sagt doch manchmal Macho-Allüren an den Tag legt, was aus seiner Sicht durchaus zum Vorteil von Merkel hätten werden können (Sympathie-Bonus).
Gerade bei Frauen und bei eher liberal-bürgerlichen Wählern würde Merkel m.E. nach Anklang finden. Die Chancen bestehen durchaus. Und was Ostdeutschland angeht: Sorry, dass nun zu sagen, aber bei der Flutkatastrophe wäre sie besser angekommen. Was die CDU in Ostdeutschland angeht: es sieht dort wirklich nicht gut aus. Gerade dort wird sehr nach Sympathie gewählt. Da hätte Frau Merkel bessere Ausgangschancen beim nächsten Mal (sollte es diesmal knapp nicht reichen).
Stichwort: Verlierer-Image: das hatte Kohl nach der Wahl 1976 auch. 1979 konnte er seine Kanzlerkandidaten Herrn Stoltenberg nicht durchsetzen (gegen Strauß). Das war eine Niederlage für ihn und wurde auch so kommentiert. Er wurde trotzdem Kanzler, gerade wegen seinen guten Kontakt zur FDP (Strauß setzte auf absolute Mehrheiten, taktisch ein Fehler). Es wird wirklich darauf ankommen die Liberalen nicht Richtung SPD abdriften zu lassen, das wäre für die CDU ein taktischer K.O. Das ist der einzige potentielle Koalitionspartner jenseits der Großen Koalition.
Und noch was, du schreibst: "Es ist Stoiber, den ich seit 1999 bewundere, der mich wieder zum 150%-igen CDU-Anhänger nach dem schweren Jahr 2001 gemacht hat". Freut mich für dich. Aber es bringt überhaupt nichts 100%ige Unions-Anhänger zu 150%igen zu machen. Jeder Wähler hat trotzdem nur 2 Stimmen. Es geht darum, wie PR-Berater Spreng zu recht gesagt hat, die Wechselwähler zu gewinnen.
Spreng hat versucht den Wahlkampf möglichst so zu gestalten und gleichzeitig eben zu vermeiden das Rot-Grün ihre Wähler mit einer Anti-Stoiber-Kampagne (nach dem Vorbild der Stoppt-Strauß-Kampagne) mobilisieren kann. Das ist recht gut gelungen (aber leider nicht zu 100%). Bei Frau Merkel hätte man sich den Aufwand schenken können. Eine Anti-Merkel-Kampagne würde gar nicht funktionieren.

Fazit: man sollte Merkel nicht unterschätzen, wenngleich Stoiber für diese Wahl insgesamt der geeignetere Kandidat ist. Merkel ist im Vergleich zu ihm Nr. 2, wenn er es nicht schaffen sollte, wäre sie Nr. 1.

Aber nun zur Wahl 2002
Es wäre schlecht für unser Land, wenn es weiter der SPD-Grünen Regierung überlassen bliebe. Für die Wirtschaft in unserem Land und für die Arbeitslosen wäre Schwarz-Gelb die beste Wahl, denn so kann es nicht weiter gehen. 3 x 40 eröffnet eine Perspektive für weniger Staat und mehr Handlungsspielraum des einzelnen. Ein zu schaffender Nidriglohnsektor schafft gerade Arbeit für die Geringqualifizierten. Soziale Politik ist Politik die Arbeit schafft und nicht eine solche die umverteilt. Die Union und auch Stoiber haben das verstanden. Ich wähle die Partei und damit ihr Programm und da hat die CDU ein sehr gutes Konzept vorgelegt. Ein Konzept das auch mal über eine Legislaturperiode hinausdenkt und langfristig angelegt ist. Mir persönlich ist es relativ gleichgültig wer da an der Spitze steht. Daher hoffe und setze ich weiter auf Sieg von Schwarz-Gelb. Wir brauchen eine Wende.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2002 - 11:22 Uhr:   

@Michael:
Mein Beitrag bezog sich nur auf Stoibers weitere Möglichkeiten in Bayern. Auf Bundesebene wäre er nach einer möglichen Wahlniederlage natürlich abgemeldet.

@Michail & Cram:
Mit Eurer Stärke-Schwächen-Analyse von Merkel und Stoiber liegt ihr wohl beide richtig.
Stoiber ist es halt gelungen, die Union im Frühjahr sehr schnell mit Siegeszuversicht und Schwung zu mobilisieren - das wäre Merkel so nicht gelungen. Jetzt dagegen zeigen sich eher Stoibers Schwächen, die in der Tat noch einige Wähler abschrecken werden.

Es wäre zwar für die Union optimal, aber aus naheliegenden Gründen unmmöglich gewesen, ein halber Jahr Stoiber zu nehmen um dann die letzten zwei Monate vor der Wahl Merkel an die Spitze zu lassen.

Jetzt hilft für die Union halt nur noch Augen zu und durch.
Das Ergebnis wird allemal besser sein als 1998. Und falls es jetzt für Stoiber nicht reicht, dann hat Merkel 2006 erstklassige Chancen.
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2002 - 13:17 Uhr:   

@Ralf:
Ja, entweder Frau Merkel oder aber - falls er die Hessen-Wahlen gewinnt - Roland Koch. Auch den sollte man nicht unterschätzen. Im übrigen: das "klassische" Dilemma, wie es bei den britischen Konservativen nach dem Rücktritt Hagues aufgetreten ist: nimmt man als Nachfolger den in Partei oder in der gesamten Wählerschaft populäreren Kandidaten. Die Konservativen Großbritanniens entschieden sich für den Kandidaten der Partei. Mal sehen, wie es die Union machen wird, sollte Stoiber es nicht schaffen.
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dieterhirsch
Veröffentlicht am Donnerstag, 03. Oktober 2002 - 19:50 Uhr:   

Gut, Stoiber hat in Bayern mächtig abgeräumt. Stellt sich trotzdem die Frage, ob sich die CSU in Bayern als über 50%-Kraft halten kann.
Das Verlierer-Image haftet ihm nach der Bundestagswahl jetzt an und es ist allen klar geworden, dass Stoiber als Minipräsident für Bayern taugen mag, als Kanzler aber doch ein wenig zu steif und provenziell wirkt.

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