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Wahlrecht.de Forum » Umfragen » SPD wird in Umfragen zu stark eingeschätzt » 26-50 « Zurück Weiter »

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Frank Schmidt
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. August 2002 - 14:04 Uhr:   

Allensbach gibt aber auch Nachkommastellen bekannt, bei einem möglichen Fehler von mehreren Prozent ist das sehr unseriös.
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Sole
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. August 2002 - 14:44 Uhr:   

Nicht wirklich. SO kann man die Fehlertoleranz ja besser abschätzen.

Wenn da steht "5" ist 4-6 wahrscheinlich, steht da 5,4 sind 4,4-6,4 wahrscheinlich. Insbesondere bei der Beobachtung von Kleinparteien (die sich sowieso meist nur sehr langsam entwickeln) sind die Nachkommastellen doch recht interessant
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Wilko Zicht
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. August 2002 - 15:20 Uhr:   

@Frank Schmidt

Das sehe ich nicht so. Schließlich arbeiten die Institute intern sicherlich auch mit Nachkommastellen. Also liegt es nahe, die auch zu veröffentlichen. Viel unseriöser ist es doch, wenn es heißt, Partei X habe um ein Prozent zugelegt, nur weil sie von 39,4 (gerundet 39) auf 39,5 (gerundet 40) gestiegen ist. Währenddessen eine Steigerung von 38,5 auf 39,4 bedeutet: "Die Partei blieb auf dem Stand der Vorwoche".
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Frank Schmidt
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. August 2002 - 16:46 Uhr:   

Hmm... Nachkommastellen *und* Fehlerrate anzugeben ist OK. Aber man sollte in Betracht ziehen, dass von einer Umfrage zur nächsten eine kleine Änderung wahrscheinlich ist, egal ob sich die Meinungen geändert haben.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. August 2002 - 17:27 Uhr:   

Im Prinzip habt Ihr natürlich recht mit den Nachkommastellen.

Aber richtig seriös wäre es eigentlich, wenn man den fiktiven Mittelwert überhaupt nicht mehr angeben würde, sondern nur die Spanne.

Dann würden die Umfragen etwa so aussehen:

Union: 36,5 - 42,3%
SPD: 32,3 - 37,8%
FDP: 8,5 - 13,1%
Grüne: 4,8 - 9,2%
PDS: 4,4 - 6,4%

Nur so mal als Vorstellung.

Und das Beispiel zeigt wohl, warum kein Institut das macht: Dann würde man auf den ersten Blick sehen, welche ungenaue Kaffeesatzleserei eigentlich abgeht und wie wenig die Zahlen und die Veränderungen denn wirklich bedeuten.
Auch der Nachrichtenwert einer neuen Umfrage wäre entsprechend dürftig - das mögen die Medien nicht.

Mit Umfragewerten wird ja auch Politik gemacht, jede kleine Veränderung ausgenutzt. Die Wähler werden dadurch auch sehr stark beeinflußt. Zumindestens nicht einseitig beeinflußt - denn alle machen das ja.

Aber eigentlich werden sie belogen, weil ein völlig falscher Eindruck über Bedeutung und Präzision der Zahlen erzeugt wird.
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sole
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. August 2002 - 18:44 Uhr:   

Na das Verfahren hätte interessante Seiteneffekte. Freund XXXXXXXXXXX von der "wir verbieten andere Meinungen" Partei würde behaupten, die PDS sei draußen während ich mich zum verstärkten Wahlkampf angespornt sähe (natürlich in der realen Welt und nicht im Forum) und ein anderer Linker vielleicht schon glaubt, man sei dem offiziellen Ziel von 6 % + x schon sehr nah.
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Stoiber
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. August 2002 - 00:04 Uhr:   

Wenn man hier auf den Link zu Umfragen in Österreich sich durchklickt ist man erstaunt: Die Ösis geben in ihren Umfragen eine Spanne an! Das haben sie uns wohl voraus?
ÖVP: 28-30% usw...
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Sole
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. August 2002 - 00:10 Uhr:   

CDU 30-50 % ;)
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. August 2002 - 10:56 Uhr:   

@sole:
> Na das Verfahren hätte interessante Seiteneffekte.
Ich würde eher formulieren: Das sind die Haupteffekte einer ehrlichen Darstellung.
Man sieht sowohl das Potential der Partei wie auch die Risiken.
Welche Folgerungen für den persönlichen Einsatz dann jeder daraus zieht, bleibt unbenommen.
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Sole
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. August 2002 - 14:26 Uhr:   

Wollen wir jetzt ehrliche Darstellungen oder Wahlkampf?
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. August 2002 - 14:57 Uhr:   

> Wollen wir jetzt ehrliche Darstellungen oder Wahlkampf?
Die Frage stellen heißt sie beantworten ;-)

Sonst hätten die Institute ja längst die andere Darstellungsform gewählt...
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Philaleth
Veröffentlicht am Montag, 12. August 2002 - 21:12 Uhr:   

Vielleicht wird in diesem Forum die Wahl schon zu früh als entschieden betrachtet. Ich halte die Wahl noch für völlig offen und habe schon einige ungewöhnliche Wetten abgeschlossen, insbesondere weil im Vergleich zu 1998 absolut keine vergleichbare Wechselstimmung zu verspüren ist, die Zustimmung zu Bundeskanzler Gerhardt Schröder gegenüber seinem Herausforderer insbesondere in Ostdeutschland ganz erstaunlich hoch ist und noch zwei TV-Duelle bevorstehen, deren Auswirkungen vor allem auf die große Zahl an noch unentschlossenen bzw. politikuninteressierteren Wählern aufgrund der Premiere dieses Wahlkampfinstruments in Deutschland überhaupt nicht voraus zu sagen ist.
Die derzeitigen Umfragen stellen daher möglicherweise nur das Abbild einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung dar, die sich innerhalb von sechs Wochen durchaus noch als Luftblase erweisen könnte.
Deshalb sage ich: Sicher ist nur, daß Schwarz-Gelb die eindeutig bessere Ausgangssituation gegenüber Rot-Grün besitzt. Diese Ausgangssituation muß aber keineswegs auch den Wahlausgang am 22. September widerspiegeln.
Dazu habe ich einen lesenswerten Artikel gefunden, den ich hiermit zur Diskussion stellen möchte, weil mir die Teilnehemer dieses Forums in solchen Fragen zum Großteil kompetent und politisch relativ unabhängig erscheinen.


Samstag, 10. August 2002
Wahlforscher Roth
"Noch alles offen"


Trotz des klaren Unions-Vorsprungs in den Meinungsumfragen hat Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nach Ansicht von Wahlforscher Dieter Roth noch gute Chancen, im Wahlkampf das Ruder herumzureißen. Großen Einfluss könnten die Fernsehduelle zwischen Schröder und seinem Herausforderer, Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU), kurz vor der Wahl haben, sagte Roth - Vorstand der Forschungsgruppe Wahlen - der Heidelberger "Rhein-Neckar-Zeitung".

Knapp 30 Prozent der Wähler gelten als unentschlossen. 83 Prozent hielten den Wahlausgang noch für offen. "Die Kamera ist ein ziemlich entblößendes Instrument", betonte Roth. Schröder gelte im ZDF-Politbarometer weiterhin als der "Sympathischere" und als "Siegertyp". Auch bei der Glaubwürdigkeit habe er einen kleinen Vorsprung vor Stoiber. Das relativiere Stoibers Vorsprung bei der Arbeitsmarktkompetenz. Die Fernsehduelle zwischen Schröder und Stoiber sind für den 25. August und den 8. September geplant.

Offen sei der Wahlausgang auch wegen des Abstandes zwischen SPD und Union. Derzeit liegt er nach Roths Worten bei zwischen vier und fünf Prozentpunkten. In der mittelfristigen Orientierung schwinde er auf zwei, in der langfristigen Betrachtung sogar auf nur einen Prozentpunkt. Außerdem seien Umfragen ein sehr "weiches Instrument" mit Fehlerbereichen von etwa 2,7 Prozent nach oben und unten.

Spannend sieht es auch bei FDP und Grünen aus. "Die Grünen haben ein viel stärkeres Stammklientel, bei der FDP ist gerade ein knappes Viertel überzeugte FDP-Wähler", sagte Roth. Durch ihre 18-Prozent-Kampagne versuche die FDP Wähler an sich zu binden, die keine Bindung an irgendeine Partei haben. "Dies heißt, dass sie diese auch ganz leicht wieder verlieren kann", sagte Roth.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Dienstag, 13. August 2002 - 15:53 Uhr:   

@Philaleth:
> Vielleicht wird in diesem Forum die Wahl schon zu früh als
> entschieden betrachtet. Ich halte die Wahl noch für völlig offen ...
Weder - noch.
Die Wahl ist bestimmt nicht so entschieden, daß man schon den nächsten Kanzler ausrufen könnte.
Aber sie ist auch nicht mehr völlig offen - gewisse Grundtrends werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr ändern.

So wird es die Union wohl schaffen, ihr Debakel vom letzten Mal nicht zu wiederholen sondern ihr "normales" Ergebnis um die 40% zu bekommen - einige Prozent mehr oder weniger sind noch offen.
Umgekehrt ist wohl ausgeschlossen, daß die SPD ihr Ausnahmetraumergebnis von 1998 wiederholt, ein kleiner oder mittlere Dämpfer ist selbst bei gutem Wahlkampfendspurt unvermeidlich.

Und die Grünen werden es ganz bestimmt nicht mehr schaffen, die FDP zu überholen.

Das heißt in Summe, daß es keine eigenständige rot/grüne Mehrheit mehr geben wird.
Aber noch offen ist, welche Nachfolgekoalition regiert. Da ist schwarz/gelb keineswegs gesichert, sondern verschiedene Optionen sind möglich. Und welche das wird, richtet sich allein nach dem Wahlergebnis und nicht nach den unglaubwürdigen Koalitionsabsagen von verschiedenen Seiten.
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Stoiber
Veröffentlicht am Dienstag, 13. August 2002 - 17:51 Uhr:   

Wahlforscher müssen so argumentieren wie in dem Artikel oben, sonst hätten sie keine Arbeit mehr...
Interessant wäre bei einer Wahlbörse ein Future mit der Frage: 'Kann ROT/GRÜN mit eigener Mehrheit weiterhin regieren?'. Die Wahrscheinlichkeit die hier der Markt schätzt wäre eine aufschußreiche Information.
Die Wahrscheinlichkeit, daß die FDP überhaupt in irgendeinem Bundesland auf 18% kommt wird auf 5% geschätzt.
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Philaleth
Veröffentlicht am Dienstag, 13. August 2002 - 22:12 Uhr:   

An Ralf Arnemann: Deine Argumentation kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen. Dazu einige Fakten und Analysen auf Basis des ZDF-Politbarometers für den 11. August:

Wäre es an der Zeit, daß im Bund andere Parteien an die Regierung kommen? 6 Wochen vor der Wahl 2002: ja46% nein47%, 6 Wochen vor der Wahl 1998: ja68% nein29%. Politische Stimmung 6 Wochen vor der Wahl (ZDF-Politbarometer): 2002: Opposition schwarz-gelb 51%, Regierung rot-grün 44%. 1998: Opposition rot-grün 57%, Regierung schwarz-gelb 35%. Politische Stimmung unmittelbar vor der Wahl 1998: rot-grün 49% (-8 im Vgl. zu 6 Wochen zuvor), schwarz-gelb 43% (+8 im Vgl. zu 6 Wochen zuvor). Fazit: In 6 Wochen sind auch ohne gravierende politische Ereignisse außerordentliche Stimmungsumschwünge zugunsten der jeweils regierenden Parteien möglich. Für die Wahl 2002 würde das analog bedeuten: rot-grün 44+8=52%, schwarz-gelb 51-8=42%. An einen so deutlichen Stimmungsumschwung zugunsten von rot-grün glaube ich zwar auch nicht mehr, allerdings würde es folgendermaßen ebenfalls reichen: 44+4=48%, 51-4=47%, PDS 4.9% + nur zwei Direktmandate in Berlin = Mehrheit für rot-grün. Es muß natürlich nicht so kommen, ich möchte vollkommen unabhängig davon diskutieren, ob dies politisch wünschenswert wäre. Mein Anliegen ist es lediglich, mit knallharten Fakten zu beweisen, daß die 1998er Wahl 6 Wochen zuvor bereits so gut wie entschieden war, 2002 jedoch die Kurven von Regierung und Opposition 6 Wochen vor der Wahl lediglich 8% auseinander liegen, d.h. bei dem seit 1990 immer gemessenen Aufschwung der jeweiligen Regierungsparteien kurz vor der Wahl, mit dem auch 2002 zu rechnen ist, ein Weiterregieren von rot-grün noch gut möglich ist. Das mag zwar nicht jedem hier im Forum gefallen, aber bei Betrachtung längerfristiger Trends, die die aktuellen Stimmungen lediglich zum Ausgangspunkt der Analyse machen, muß das einmal laut gesagt werden. Derjenige, der das sagt, ist kein Wunschdenker oder Idiot, vielmehr ist derjenige, der ihn möglicherweise mit solchen Begriffen belegen möchte, sehr leicht mit Argumenten, die nichts mit der politischen Einstellung zu tun haben, zu widerlegen. Also hoffe ich, daß meine Beiträge fair behandelt werden und nicht zum Anlaß parteipolitischer Auseinandersetzungen genommen werden. An die Anhänger von schwarz-gelb möchte ich daher sagen: Kämpft weiter, es könnte sich lohnen; fühlt euch nicht zu sicher, dann sind eure Chancen für den 22. September gut. An die Anhänger von rot-grün: Kämpft weiter, die Wahl ist noch völlig offen, rot-grün 2002-2006 kann immer noch Realität werden. Nicht obwohl, sondern gerade weil es so erstaunlich viele gibt, die auf aktuelle Stimmungsbarometer hereinfallen und dadurch schon viel zu früh jubeln.
Interessant ist auch, daß die SPD im Osten 6% vor der Union liegt, eine Bundestagswahl aber noch nie gegen den Osttrend gewonnen wurde. Angesichts der hohen Zahl an noch unentschlossenen bzw. Wechselwählern könnte hier ein Vorbote für einen Stimmungsumschwung auch im Westen liegen. Selbst die Union scheint das nicht ganz von der Hand zu weisen, räumt doch Goppel gravierende Mängel beim Wahlkampf in Ostdeutschland ein und möchte einen "Beraterkreis Ost" für Edmund Stoiber installieren.
Ich würde mich daher freuen, wenn in diesem Forum weniger "Alles-schon-Wisser" und mehr "ALLES-noch-für-möglich-Halter" argumentieren würden - vollkommen unabhängig von der politischen Einstellung. Das wäre kein Zeichen von Verblendung, sondern von Realitätssinn.
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Philaleth
Veröffentlicht am Dienstag, 13. August 2002 - 22:25 Uhr:   

"Wahlforscher müssen so argumentieren wie in dem Artikel oben, sonst hätten sie keine Arbeit mehr..." (STOIBER)

Ich halte die in dieser Aussage enthaltene Unterstellung für außerordentlich oberflächlich, unangemmesen, falsch und dumm. Mehr muß man zu dieser Art, auf meine ARGUMENTE zu antworten, nicht sagen, etwas mehr Ernsthaftigkeit und Fairness wäre da dringend angebracht.
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SoleSurvivor
Veröffentlicht am Dienstag, 13. August 2002 - 23:21 Uhr:   

Die SPD klammert sich verzweifelt an ein Rausfallen der ungeliebten Konkurrenz PDS, die Union hält die Wahl für gewonnen. Von Schill redet schon lange keiner mehr.

Wie sieht es vor Ort aus?

Wahlkreis 196 (ehemalige Wahlkreise Gera und Saale-Holzland-Kreis)

CDU: Im Osten ist die CDU zwar akzeptiert aber Edmund Stoiber ist in der Region eine regelrechte Hassfigur, die selbst Christdemokraten nicht unbedingt sympathisch finden. Die CDU hat schon eine größere Jugendwahlveranstaltung gehabt. Außerdem fand der CDU Mittelstandfskongress u.a. mit Auftritten von Stoiber und Vogel in der Stadt Gera statt. Im ländlichen Saale-Holzland-Kreis sind die Menschen eher CDU-freundlich, schwer abzuschätzen, wie das durchschlägt.

SPD: Die SPD hat bisher wenige Plakate ausgebracht und noch keine größeren Wahlaktionen veranstaltet. Der Direktkandidat ist nicht sonderlich beliebt.

FDP: Die FDP tritt mit einem charismatischen Unternehmer als Direktkandidat an. Sie hat in großem Stil plakatieren lassen.
Das Fehlen einer lokalen JULI/JULIA Gruppe und die relative Schwäche des lokalen FDP Verbandes macht Infostände oder sonstigen Straßenwahlkampf nur eingeschränkt möglich.


Grüne: Von den Grünen fehlt bisher jede Spur.

PDS: Die PDS hat fast täglich kleinere Veranstaltungen. Sie kann auf eine zuverlässige Basis mit viel Freizeit (Rentner und Schüler) zurückgreifen und täglich wird Straßenzug um Straßenzug plakatiert, finden Infostände statt und werden Postwurfsendungen verteilt. Für das Wochenende ist Prominenz angesagt, u.a. Gysi und die Parteichefin Gabi Zimmer, die gleichzeitig Nummer 1 auf der Thüringer Liste ist. Die PDS hat in der Stadt Gera gewisse Standortvorteile, eine sehr gute Verankerung in Senioren- und Sozialeinrichtungen sowie in der Vereinslandschaft. Die Direktkandidatin Dr. Ruth Fuchs ist als DDR-Olympiasiegerin und Sozialpolitikerin besonders bei älteren Wählern bekannt und beliebt. Für die Jugend wird zweigleisig gefahren. Geworben wird sowohl mit Jugendlichen bei konventionellen Wahlkampfaktionen als auch mit einem speziellen Jugendwahlkampf. Im ländlichen SHK sieht es nicht so gut aus. Dort ist die PDS schlechter strukturiert und im Schnitt älter.

Fazit: Trotz osttypischem Unionshandicap ist der Wahlkreis spannend, da der SPD-Kandidat nicht besonders überzeugend ist, PDS und FDP dagegen interessante Direktkandidaten haben. Für die Grünen ist hier wenig zu holen.

Direktmandat: Vollkommen offen. Fest steht, FDP und Grüne werden's nicht. Vermutlich ein SPD-Kreis. Die Chance für die PDS ist extrem gering.
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Cduraptor
Veröffentlicht am Mittwoch, 14. August 2002 - 09:37 Uhr:   

Es könnte auch wie in Frankreich kommen, als plötzlich die Wahl zwischen Chirac und Le Pen anlag. Da haben auch die linken Kräfte Chirac gewählt, um Le Pen zu verhindern.

Hierzulande hiesse dies, dass viele Schröder und oder die SPD zwar nicht mögen, aber angesichts der Alternative Stoiber dann doch lieber die SPD quasi als das kleinere Übel wählen werden.

Außerdem werden die jüngtsen Umweltkatatrophen wohl den Grünen Stimmen bescheren zumal ja Stoiber in Sachen Umweltschutz keinen Handlungsbedarf sieht
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 14. August 2002 - 13:46 Uhr:   

@Philaleth:
Auch Wahlforscher sind keine Heiligen. Es ist durchaus legitim daran zu erinnern, daß sie vom Verkauf ihrer Neuigkeiten leben und daher ein starkes Eigeninteresse haben, noch alles für offen zu erklären und das öffentliche Interesse an den minimalen Schwankungen ihrer wöchentlich neuen Umfragen wachzuhalten.

Sowohl die langfristigen Überlegungen über die Wählerbasis von SPD und Union wie auch die kurzfristigen Wählerumfragen lassen es als sehr unwahrscheinlich erscheinen, daß noch ein 8%-Erdrutsch kommt und rot/grün ihr Ausnahmeergebnis 1998 gegen Kohl wiederholen können.
Seit einem halben Jahr hat es m. W. keine einzige Umfrage gegeben, die noch eine solche eigenständige Mehrheit ergeben hätte.

Es ist theoretisch natürlich noch alles möglich - aber die realistischen Varianten stabilisieren sich.
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Johannes 16
Veröffentlicht am Mittwoch, 14. August 2002 - 14:50 Uhr:   

mal ne frage:

ich hab mir bisher immer ausgerechnet, dass es , falls die PDS draußen blebt , für die SPD ziemlich schlecht aussieht , weil die FDP jawohl trotz der umweltprobleme auf jeden fall mehr stimmen erreichen wird als die Grünen und selbst wenn dann die SPD zwei prozent vor der CDU liegt , was ich ja noch für bedingt möglich halte (ein größerer abstand scheint mir utopisch) , wird sie probleme haben eine mehrheit zusammenzubekommen, weil meine FDP (ich bin Mitglied bei den JuLis Bayern) sicherlich ekien sozialliberale koalition eingehen wird ... somit sähe es dann folgendermaßen aus:

SPD: 37%
CDU: 35%
FDP: 12%
Grüne: 7%
PDS: 4%
Andere: 5%

= Mehrheit für Schwarz-gelb , obwohl union nicht stärkste kraft wäre - dies ist aber sehr unrealistisch (meines erachtens), weil die union , so denke ich , knapp besser wird als die SPD und die PDS drin bleibt.

meinungen udn erklärungen für einen Jungspund wie mich?!?
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Stoiber
Veröffentlicht am Mittwoch, 14. August 2002 - 17:40 Uhr:   

Klar ist es für schwarz-gelb von Vorteil wenn eine der anderen drei Parteien draußen bleibt, aber ich will noch nicht ganz dran glauben, daß die PDS wirklich nicht rein kommt. Ich befürchte eher einen Stimmenzuwachs.
Allensbach mißt die FDP bei 12,5%, die Union bei fast 40%, aber ich zweifle die deutliche Abweichung von anderen Instituten an. Die PDS wäre deutlich drin.
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Mittwoch, 14. August 2002 - 19:00 Uhr:   

Meines Erachtens gibt es doch nur folgende Varianten, die möglich sind: Vorsprung von Union und FDP gegenüber SPD, Grüne und PDS (wie heute von Allensbach prognostiziert wurde), oder ein Vorsprung von SPD, Grünen und PDS (der dann aber sehr sehr knapp ausfallen dürfte). ich glaube nicht, dass die PDS "rausfällt", da es auf dem linken Flügel von SPD und Grünen (Lafontaine-Anhänger und Pazifisten) sicherlich Leute gibt, die die PDS wählen. Sollte die PDS unter 5% erhalten, muss sie immer noch weniger als drei Direktmandate erzielen, um nicht mit ihrem prozentualen Anteil ins Parlament zu kommen.

Es hängt doch davon ab, ob es der SPD gelingt, ihre enttäuschten Wähler - insbesondere in NRW - zur Wahlurne zu bekommen und ob dies gelingt, sagt keine Umfrage. Es dürfte also auf die Fernsehdebatten Schröder/Stoiber ankommen und auf "Ausrutscher" von Stoiber. Meine Prognose: es gibt eine absolute Mehrheit aus Union und FDP.
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SoleSurvivor
Veröffentlicht am Mittwoch, 14. August 2002 - 19:15 Uhr:   

"Hierzulande hiesse dies, dass viele Schröder und oder die SPD zwar nicht mögen, aber angesichts der Alternative Stoiber dann doch lieber die SPD quasi als das kleinere Übel wählen werden."

In wie fern ist die SPD ein kleineres Übel?
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SoleSurvivor
Veröffentlicht am Mittwoch, 14. August 2002 - 19:18 Uhr:   

Johanna schreibt

"mal ne frage:

ich hab mir bisher immer ausgerechnet, dass es , falls die PDS draußen blebt , für die SPD ziemlich schlecht aussieht , weil die FDP jawohl trotz der umweltprobleme auf jeden fall mehr stimmen erreichen wird als die Grünen und selbst wenn dann die SPD zwei prozent vor der CDU liegt , was ich ja noch für bedingt möglich halte (ein größerer abstand scheint mir utopisch) , wird sie probleme haben eine mehrheit zusammenzubekommen, weil meine FDP (ich bin Mitglied bei den JuLis Bayern) sicherlich ekien sozialliberale koalition eingehen wird ... somit sähe es dann folgendermaßen aus:

SPD: 37%
CDU: 35%
FDP: 12%
Grüne: 7%
PDS: 4%
Andere: 5%"

Dazu meine Rechnung:

Ich hab's heute morgen ausgerechnet:

Auf aktuellen Umfragen aufbauend

Mit PDS 5 % (glatt), ausgehend von 600 Sitzen damit die Beträge nicht so krumm werden. (299 Wahlkreise * 2 + nicht abschätzbare Überhangmandate)

SPD 35 %
Sitze nach Niemeyer: 216
Sitze nach d'Hondt: 217

CDU/CSU 41 %
Sitze nach Niemeyer: 254
Sitze nach d'Hondt: 254

Grün 7 %
Sitze nach Niemeyer: 43
Sitze nach d'Hondt: 43

FDP 9 %
Sitze nach Niemeyer: 56
Sitze nach d'Hondt: 55

PDS 5 %
Sitze nach Niemeyer: 31
Sitze nach d'Hondt: 31

Sonstige 3 % -

Gleiches Spiel mit PDS 4 % zugunsten sonstige 4 %.


SPD 35 %
Sitze nach Niemeyer: 228
Sitze nach d'Hondt: 229

CDU/CSU 41 %
Sitze nach Niemeyer: 267
Sitze nach d'Hondt: 268

Grün 7 %
Sitze nach Niemeyer: 46
Sitze nach d'Hondt: 45

FDP 9 %
Sitze nach Niemeyer: 59
Sitze nach d'Hondt: 58

PDS 4 % (ohne Direktmandate)
Sitze nach Niemeyer: 0
Sitze nach d'Hondt: 0

Sonstige 4 % -


Auswertung:

Fall 1 PDS in Fraktionsstärke eingezogen

CDU/CSU: SPD = 254 / 217

CDU hat 42,33--% der Sitze.
SPD hat 36,16--% der Sitze.

Differenz 6,17 %.

Für CDU-FDP zu SPD-Grüne steht es nach Sitzen

51,5 % :43,33-- %

Abstand der Lager: 8,17--%

Fall 2, PDS weder als Gruppe noch als Fraktion anwesend.

CDU/CSU : SPD = 268 / 229

CDU/CSU hat 44,66--% (+2,33--)
SPD hat 38,16--% (+2 %)

Der Abstand nach Sitzanteilen erhöht sich um 0,33 % zugunsten CDU/CSU.

In Lagern:

CDU-FDP hat 54,33--% der Sitze. (fast 3 % mehr)

SPD-Grün hat 45,66--% der Sitze. (2,33% mehr)

51,5 : 43,33 = 1,18855
54,33 : 45,66 = 1,18988

Schlußfolgerung:

Ein Ausscheiden der PDS schadet der CDU nicht. Im Gegenteil, die CDU kann ihren Vorsprung gegenüber der SPD sogar minimal ausbauen. In Lagern ergibt sich eine unwesentliche Verlagerung zugunsten der konservativ-neoliberalen auf Kosten der rotgrün-liberalen.

Wie du siehst ist beim gegenwärtigen Stand der CDU Vorsprung nur unwesentlich größer wenn die PDS nicht rein kommmt. Selbstverständlich arbeite ich darauf hin, dass sie rein kommt.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. August 2002 - 11:01 Uhr:   

@SoleSurvivor:
> Ein Ausscheiden der PDS schadet der CDU nicht.
Bei den Sitzen vielleicht nicht. Und beim Prestigerennen mit der SPD um die stärkste Fraktion auch nicht.

Sehr wohl bei den Koalitionsoptionen.

Mit PDS im Bundestag hat die Union eine sehr gute Chance auf die Regierungsbildung, und mangels Alternative wird die FDP nur "normale" Durchsetzungskraft haben.

Ohne PDS dagegen steigen die Chancen für eine sozial-liberale Option dramatisch. Und dann hat die Union entweder direkt das Nachsehen oder muß bei den Verhandlungen weit größere Zugeständnisse machen, um die FDP in die Koalition zu bekommen.

Falls also der grundsätzliche Vorsprung der Union stabil bleibt, werden Stoiber und Co. der PDS insgeheim die Daumen drücken ...

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