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Pjodre
| | Veröffentlicht am Sonntag, 25. August 2002 - 16:02 Uhr: | |
Bei Wahlstreet ist jetzt die SPD jetzt höher als die CDU. Ist das jetzt der Beginn einer Wende, ein Wunder, oder kaufen fanatische SPD-Anhänger jetzt die Aktien, egal ob Sie dabei Geld verlieren oder nicht? |

Ralf Henrichs
| | Veröffentlicht am Sonntag, 25. August 2002 - 17:48 Uhr: | |
Weiß natürlich keiner. Letzteres halte ich allerdings für unwahrscheinlich. Oder man müsste erklären, warum viele SPD-Anhänger gerade jetzt SPD-Aktien einkaufen. Ein Wunder ist es sicherlich auch nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn man "Wunder" als ein göttliches Ereignis ansieht. Aber ob es der Beginn einer Wende oder nur ein kurzer, aber nicht anhaltender Höhenflug ist? Wer weiss das schon? Möglich dass der Trend nach dem heutigen Duell schon wieder anders aussehen wird. |

Stoiber
| | Veröffentlicht am Sonntag, 25. August 2002 - 18:40 Uhr: | |
Ich habe in einem anderen Thread die Frage gestellt ob die Flut einen Einfluß auf die Stimmung hat. Zu diesem Zeitpunkt war es noch nicht eindeutig. Auch in ungewichteten Umfragen ist die SPD jetzt vor CDU/CSU. FGW: SPD 40% CDU/CSU 39% Lt. FGW wird als wichtigstes Problem nach der Arbeitslosigkeit das Problem 'Flut' genannt, es ist lt. dem Moderator die 'Stunde der Exekutive' aufgrund der Katastrophe wie ich es schon vor einer Woche vermutet habe. Wenn das Problem der Flut in 2 Wochen wieder mehr oder weniger vom Tisch ist kann die Stimmung wieder schnell kippen, aber derzeit gibt es für Rot/Grün wieder Hoffnung. Ich bin mir sicher: Wenn die Probleme Arbeitslosigkeit, Steuern und Wirtschaft wieder in den Vordergrund treten wird schwarz/gelb wieder gut positioniert sein. |

Ralf Henrichs
| | Veröffentlicht am Sonntag, 25. August 2002 - 22:49 Uhr: | |
@ Stoiber, >Wenn das Problem der Flut in 2 Wochen wieder mehr oder weniger vom >Tisch ist Richtig: WENN. Ich glaube aber nicht, dass das Problem der Flut in 2 Wochen wieder mehr oder weniger vom Tisch ist. Dafür ist das Problem viel zu gewichtig. Ist schon witzig, welchen Illusionen sich manche hier hergeben. |

alberto
| | Veröffentlicht am Sonntag, 25. August 2002 - 23:26 Uhr: | |
- Die Hausaufgaben bleiben uns 4 Jahre lang erhalten. Wer verspricht die ordentlicher zu machen?
- Wer hat erkennbarere Ziele und weiß auch, welchen Kurs er fahren muß, um anzukommen?
- Die Darstellung war ein Patt, wer hätte das gedacht?
Unterschiedliche Persönlichkeiten und unterscheidbare Richtungen. Das ist mehr, als man erwarten konnte. Spießrutenlaufen oder erschossen werden? |

Stoiber
| | Veröffentlicht am Montag, 26. August 2002 - 13:18 Uhr: | |
Das Thema Flut wurde von den Medien viel zu sehr hochgespielt, dieses Thema wird aus den Nachrichtensendern so schnell wieder verschwinden wie es gekommen ist, jetzt dominiert beispielsweise das 'unwichtige' Thema 'Kanzlerduell' bei N-TV und in fast allen Zeitungen. Nicht mal der 11. September wurde so stark von den Zeitungen und Medien in den Vordergrund gestellt obwohl es hier wirklich viele Tote und erheblich mehr Schaden als bei der Flut gegeben hat. Und die Wahlbörsen zeigen seit der Änderung der Nachrichtenlage auch wieder einen eindeutigen (berechtigten) Trend gegen rot/grün und für schwarz/gelb. |

Ralf Henrichs
| | Veröffentlicht am Montag, 26. August 2002 - 15:27 Uhr: | |
@ Stoiber, falsche Beobachtung. 1. Gab es nach dem 11.09. klar mehr Berichte als zur Flut. 2. War der Anschlag (und die Toten) nicht in Deutschland. Aber manchen Leuten sollte man die Illusion belassen. Dennoch: Es gibt z.B. zwei Bundestagsdebatten dazu. Nein, das Thema Flut bleibt uns bis zum 22.09. erhalten (und darüber hinaus). Das Kanzlerduell ist in ein, zwei Tagen vergessen. |

Stoiber
| | Veröffentlicht am Montag, 26. August 2002 - 18:25 Uhr: | |
Parteienforscher Lesch: "Das wird in drei Wochen wieder verflogen sein." Ich bin nicht der einzige mit Illusionen :-) |

Ralf Henrichs
| | Veröffentlicht am Montag, 26. August 2002 - 21:32 Uhr: | |
@ Stoiber, habe ich auch nicht behauptet, dass Du der einzige bist. Das macht es ja gerade so amüsant. Obwohl ich natürlich die Frage für Lesch nicht kenne. Für Aachener mag der Satz von Lesch vielleicht stimmen (obwohl ich auch das als sehr unwahrscheinlich ansehe). Aber ganz gewiß nicht für Sachsen, Sachsen-Anhaltiner, Thüringer, Ostniedersachsen, Hamburger, Südholsteiner. So wenige sind das nicht. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Montag, 26. August 2002 - 23:18 Uhr: | |
Auch wenn es in den Medien ganz anders aussieht: Die meisten Wähler (über 95%) waren nicht direkt betroffen, selbst in Sachsen weit weniger als die Hälfte. Leipzig, Chemnitz und Zwickau z.B. blieben verschont, Thüringen vollständig. Und für die ist das Thema am 22. September erledigt. Und es sind ja auch längst nicht alle Wähler so blöd, wegen einer Naturkatastrophe den zu wählen, der zufällig gerade an der Macht ist, auch wenn seine Bilanz ansonsten- sehr moderat formuliert- äußerst bescheiden ist. |

Ralf Henrichs
| | Veröffentlicht am Montag, 26. August 2002 - 23:30 Uhr: | |
@ Thomas, darum geht es auch nicht. Auch am 11.09. waren nur wenige Amerikaner betroffen. Aber von der emotionalen Betroffenheit sehr viel mehr. Es reicht schon, wenn Du Leute in Dresden kennst und deren Berichte oder Du früher mal in Dresden gewohnt hast, um eine echte emotionale Beziehung zur Katastrophe zu haben. Und die meisten haben - anscheinend im Gegensatz zu Dir - begriffen, dass es sich nur begrenzt um eine Naturkatastrophe gehandelt hat. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Montag, 26. August 2002 - 23:59 Uhr: | |
Ich habe ja nicht eine emotionale Betroffenheit bestritten, wohl aber den Glauben, dass diese bei den meisten Menschen allzu lange andauern wird. Und selbst wenn das in einem oder anderen Fall doch der Fall sein sollte, muss das ja nicht unbedingt das Wahlverhalten ändern. Und einen Terroranschlag, der eindeutig als Demütigung und Herausforderung des (leider) bei weitem mächtigsten Landes gedacht war, kann man wohl kaum mit einem Hochwasser vergleichen. Wenn die meisten Menschen dieses Ereignis wirklich in Verbindung mit einem angeblichen Klimawandel bringen würden, müssten davon ja die Grünen deutlich profitieren. Das tun sie aber nicht- zu meiner Überraschung. |

Ralf Henrichs
| | Veröffentlicht am Dienstag, 27. August 2002 - 00:37 Uhr: | |
@ Thomas, so simpel sind die Wähler nicht gestrickt. Erstens haben die Grünen von der Flut profitiert (in den Umfragen). Zweitens wird jemand, der die Grünen nicht mag, wegen der Flut nicht unbedingt Grün wählen. Aber eben - sozusagen als kleinen Kompromiss - die SPD. Und natürlich MUSS das nicht UNBEDINGT das Wahlverhalten ändern. Dürfte aber eben für viele Unentschlossene eben doch den Ausschlag geben. Für die Entschlossenen sicherlich nicht. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Dienstag, 27. August 2002 - 01:13 Uhr: | |
Also die Grünen haben nach den Umfragewerten auf dieser Seite bei keinem Institut mehr als 1 Prozentpunkt zugelegt und das liegt nun wirklich im Zufallsbereich. Und auch wenn sich manche im linken Lager an diesen Strohhalm klammern: Die Überschwemmung wird Schröder nicht retten. |

Ralf Henrichs
| | Veröffentlicht am Dienstag, 27. August 2002 - 07:47 Uhr: | |
@ Thomas, 1. Natürlich ist 1% im Zufallsbereich. Aber wenn eine Partei bei allen Umfragen wochenlang 1% weniger hat und dann bei allen Umfragen höher liegt, halte ich den Zufallsbereich für unwahrscheinlich. >Die Überschwemmung wird Schröder nicht retten. Davon redet auch niemand. Es kann aber einen Beitrag hierzu liefern. Natürlich eventuell auch nicht. Ich weiß es nicht. Ich belustige mich nur, wie sicher sich die Rechten hier sind. Man könnte meinen, wir bräuchten nicht mehr zu wählen. Die kennen schon das Ergebnis. Dabei hat es schon genügend Wahlen gegeben, wo die Wahlen anders ausgingen als die Umfragen in den Wochen zuvor. Aber wie gesagt: Illusionen sind etwas schönes, sollte man den Menschen eigentlich nicht nehmen. |

Stoiber
| | Veröffentlicht am Dienstag, 27. August 2002 - 09:19 Uhr: | |
Wir müssen gar nicht wetten ob das Thema Flut aus den Nachrichten in einigen Wochen verschwindet, es ist bereits großteils verschwunden, nicht eine Tageszeitung erwähnt die Flut auch nur mit einem Wort auf der Titelseite, hingegen scheint sich die BILD von ihrer scheinbaren neutralen Einstellung nach dem Duell abgewendet zu haben, sie schreibt: "Stoiber Sieger" Bei den Nachrichtensendern wird die Flut immerhin noch beiläufig in den Laufbändern erwähnt, aber nicht gerade als wichtige Nachricht gekennzeichnet. Wenn es noch zwei Bundestagsdebatten über das Themas gibt kann dies schwarz/gelb nur recht sein, dann können sie der Regierung wieder wie im TV-Duell Steuererhöhungen in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage vorwerfen. Damit können sie leicht von dem 'unwichtigen' Thema Flut eine Überleitung zu den wichtigen Themen schlagen mit denen sie Punkten können. Dies war die Frage an den Parteienforscher vor über einer Woche, er sagte übrigens in dem Interview auch, daß die Sache "wohl gelaufen ist" zu Gunsten der Opposition: "Die politischen Kommentatoren meinen dennoch, dass das Hochwasser dem Kanzler leichte Pluspunkte bringt. Glauben Sie, diese Stimmung hält bis zur Wahl an?" Ich muß allerdings gestehen, daß ich von diesem Parteienforscher nicht so viel halte, er hat beispielsweise auch vor der Sachsen-Anhalt Wahl grundlos behauptet, daß die Schill-Partei deutlich an der 5%-Hürde scheitern wird, es gab aber keinen Anlaß zu dieser Aussage, wie in den Umfragen war Schill bei fast 5% und ist nur sehr knapp gescheitert. |

Daniel
| | Veröffentlicht am Dienstag, 27. August 2002 - 10:52 Uhr: | |
Es mag ja sein, daß das Thema "Flut" durchaus weiter in der Diskussion bleibt. Ich bezweifele allerdings, daß es dann immer noch den gleichen hohen Grad an Emotionalisierung in sich birgt. Davon hat Schröder profitieren können, indem er sich als exekutiver Retter in der Not präsentierte. Es wird in den zukünftigen Debatten vielmehr um die Finanzierung, um die richtigen Strategien des Aufbaus gehen. Das ist ein Terrain, in dem Schröder keinerlei exekutiven Heimvorteil per se hat. Auch die Opposition kann sich hier durchaus profilieren. Zu denken sollte auch geben, daß trotz der geballten Medienberichterstattung, die durchaus positiv für Schröder war, die CDU immer noch -wenn auch knapp - vorne liegt. Warum sollte die Flut sich nun noch positiver für Schröder auswirken, wenn die Medienberichterstattung weggefällt? Jetzt werden wieder die Alltagssorgen dominant werden - höhere Preise, Arbeitslosigkeit etc. Davon, und nicht von den entfernten Problemen letztlich doch fremder Menschen wird die Wahl abhängen. Das Thema "Flut" hat daher den Zenit überschritten - sowohl in der Medienpräsenz als auch in dem Einfluß auf die Wahlentscheidung. |

Ralf Henrichs
| | Veröffentlicht am Dienstag, 27. August 2002 - 14:27 Uhr: | |
Es ist absolut unrealistisch zu glauben, dass das Thema vom Tisch sei. Möglich aber, dass es in anderer Form wiederkommt: die Geldzahlungen, die nicht laufen; die Person, die sich von staatlichen Geldern saniert; die Person, die objektive Schäden erlitten hat, aber aufgrund bürokratischer Hindernisse doch nicht (genügend) Geld erhält. Es gibt genügend Themen im Nachklapp der Flut, die findige Reporter finden können. Möglich, dass aufgrund bestehender oder behaupteter Fehler die Opposition in ein paar Wochen als Flutsieger auftauchen wird (da die Fehler - selbst nur von findigen Reportern behauptete - der Regierung angelastet wird). Es ist also noch nicht wirklich entschieden, wer der Profiteur der Flut sein wird. Aber ich finde es wirklich amüsant. Ich kann mich noch gut an Diskussionen mit Rechten erinnern, dass der Scharping-, Sommer-Rücktritt und die Bonusmeilen bis zum 22.09. nicht vergessen sein werden. Aber die Flut ist bis dahin vergessen. Wirklich amüsant. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Dienstag, 27. August 2002 - 15:01 Uhr: | |
Wer von dieser Regierung nichts hält, muss nicht unbedingt rechts stehen. Themen kommen und gehen- Kampfhunde, Parteispenden und Rinderwahn interessieren ja auch (zurecht)keinen mehr. |

Stoiber
| | Veröffentlicht am Dienstag, 27. August 2002 - 18:39 Uhr: | |
Wenn die USA jetzt ernst machen mit ihren Drohungen wird es wieder Aufwind für Rot/Grün geben, Stück hat glaube ich die USA schon scharf verürteilt (vielleicht Wahltaktik). Nach der Flut könnte Rot/Grün das Glück einer weiteren Krise haben. |

Stoiber
| | Veröffentlicht am Dienstag, 27. August 2002 - 18:44 Uhr: | |
Nicht Stück sondern Struck :-) |

Stoiber
| | Veröffentlicht am Dienstag, 27. August 2002 - 18:52 Uhr: | |
"Der Wunsch der USA nach einer Ablösung Saddam Husseins mit militärischen Mitteln widerspreche dem Völkerrecht." (Struck) Diese Aussage eines deutschen Ministers war sicherlich mehr als unglücklich... Das wird die Union sicher aufgreifen. |

Ralf Henrichs
| | Veröffentlicht am Dienstag, 27. August 2002 - 20:10 Uhr: | |
@ Stoiber, kann die Union aufgreifen. "Ein Angriff der USA auf den Irak würde den Westfälischen Frieden von 1648 aufheben. Ein Präventivkrieg gibt es im Völkerrecht nicht. Das wäre ein Angriffskrieg, der jedem Völkerrecht widerspricht." Wer das gesagt hat? Henry Kissinger, DER Aussenpolitiker der USA, den man alles, aber nicht als Pazifisten bezeichnen kann. Daher glaube ich kaum, dass man Struck vorwerfen kann, wenn er inhaltlich das gleiche wie Kissinger sagt. Aber keine Sorge: vor dem 22.09. wird die USA nicht angreifen. Denn am 23.09. trifft sich die NATO. Da wird die USA dann wohl Nägel mit Köpfen machen. Und der wichtige Termin für die USA sind ja die Kongresswahlen im November. Ideal für Bush wäre es, wenn er da im Krieg wäre (aber noch nicht lange, denn ein langer Kriegseinsatz will das Volk auch nicht). Aber das ist natürlich Spekulation von mir. Sollten die USA tatsächlich vor dem 22.09. angreifen, dann wäre das wohl wirklich ein Pluspunkt für rotgrün. Denn im Krisenfall wählt man nicht gerade leicht die Regierung ab. |

Stoiber
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 28. August 2002 - 09:43 Uhr: | |
War Afghanistan ein Angriffskrieg ihrer Meinung nach? |

Ralf Henrichs
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 28. August 2002 - 10:12 Uhr: | |
@ Stoiber, meiner Meinung nach ja, aber das ist irrelevant. Diese Diskussion soll hier nicht geführt werden. Wichtig im Zusammenhang Angriffskrieg ist doch, dass selbst Falken wie Kissinger u.a. einen Irak-Krieg nicht anders als Angriffskrieg bezeichnen können. Beim Afghanistan-Krieg haben viele Meinungsmacher und Politiker noch von einem Verteidigungskrieg gesprochen. Das geht beim Irak-Krieg nicht mehr. Selbst die US-Regierung behauptet das nicht (sondern spricht von einem Präventivkrieg). Daher denke ich schon, dass sich Stoiber (nicht Du, der echte) dazu klar äußern muss. Ob er der erste deutsche Regierungschef nach Adolf Hitler sein will, der Deutschland wieder in einen Angriffskrieg führt. |
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