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Thüringen: Direktmandate-Raten

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Sole
Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 19:52 Uhr:   

Kassiert die Union wieder alle Direktmandate?

1990 und 1999 schaffte sie es. Nur 1994 gelang es einmal der SPD (die damals im Land knapp 30 % verfehlte), zwei zu ergattern.

Bisher gingen alle anderen Parteien in Thüringen leer aus.

Die Frage der Direktmandate wird - abhängig vom Wahlergebnis - möglicherweise Koalitionsratereien ohnehin unnütz machen. Denn hätte die Union exakt 50 % der Sitze , müsste sie nur einen Mann der anderen 2, 3 oder möglicherweise 4 einziehenden Listen für sich gewinnen - angesichts der vollkommen zerstrittenen Sozialdemokratie sowie der seit 10 Jahren aus dem Parlament verbannten Partein FDP und Bündnis 90/G. durchaus möglich, aber spekulativ.

Der PDS sagt man (magere) Chancen nach in den zwei Geraer Wahlkreisen sowie im Holzland.

Wahlkreis 41 / Gera I

In Gera kandidiert die parteilose Geschäftsführerin des dort rund 5000 Mitglieder zählenden Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarität.

Sie genießt aufgrund langjährigen Engagements in diversen Gremien hohes Ansehen, wurde aber von der PDS mit einem undankbaren Listenplatz 29 bedacht.

Ihr aussichtsreicher Gegenkandidat ist der langjährige CDU-Haudegen Oberstleutnant Bernd Koob, der durch sein Engagement in Stadtrat und Lebenshilfe e.V. vielen ein Begriff ist.

Wahlkreis 42 / Gera II

Ganz anders PDS-Landeschef Hausold, der mit Listenplatz 4 wohl keine Sorge mit seinem Einzug hat. Der ehemalige Redakteur der Volkswacht (heute Ostthüringer Zeitung) übernahm nach der Wende überraschend den Vorsitz im Bezirksverband Gera, bis er nach dem Aufstieg der Landesvorsitzenden Gabi Zimmer in den Bundesvorsitz selbst den Posten in Erfurt bekam.

Hausold errang bei der letzten OB-Wahl zwar deutlich abgeschlagen, aber auch deutlich vor allen anderen Kandidaten den zweiten Platz nach dem damaligen und heutigen OB Ralf Rauch (parteilos).

Seine Gegnerin, die zugegeben etwas farblose Sozialministerin Birgit Diezel hat ebenso wie er keine Sorge für die Zeit nach der Wahl - zwar gilt ihr Ministerposten nicht als sicher, Hauptabschusskandidat ist aber Innenminister und Althaus-Intimfeind Andreas Trautvetter.

Wahlkreis 36 / Saale-Holzland-I

Die ehemalige DDR-Sportlerin Dr. Ruth Fuchs hat es weit gebracht - erst Olympiasiegerin, später Diplomsportlehrerin, Selbständige, Bundestagsabgeordnete und wieder Selbständige.

Ruth Fuchs war ab 1992 Abgeordnete des Bundestags mit Sitz in Jena und später Gera, auch wenn das Holzland ihre Heimat blieb.

2002 kandidierte sie im Bundestagswahlkreis Gera-Saale-Holzland und errang überraschend gute Teilergebnisse ausgerechnet im ländlichen Gebiet - insgesamt verlor die PDS allerdings wie fast überall im Osten wichtige Prozente. Der Spiegel handelte sie neben Roland Claus in Halle als einen der möglichen Kandidaten für ein drittes Direktmandat.

Dieses Schwergewicht also stellt die PDS dem deutlich jüngeren, aber eher unerfahrenen Diplomingenieur Wieland Rose - sinnigerweise aus Gera - entgegen.

Über weitere als aussichtsreich gehandelte Wahlkreise und mögliche Aussichten der SPD ist mir nichts bekannt. Die Auslassung ist nicht als politische Wertung zu deuten.

Die FDP hat übrigens nur 41 der 44 Wahlkreise besetzen können - die Grünen gar nur 32, wobei die Gewerkschaftssekretärin Ines Zipfel geboren 1963, nur aus Frust für die Grünen im Wahlkreis 39/Greiz I antritt - bis kurz vor ihrer Nominierung hatte sie noch das Parteibuch der SPD.
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 20:08 Uhr:   

> Die Frage der Direktmandate wird - abhängig vom Wahlergebnis
> - möglicherweise Koalitionsratereien ohnehin unnütz machen.

Was ändern Direktmandate an der Koalitionsraterei?
Allenfalls wird es Überhang- und Ausgleichsmandate geben.

Für die Mehrheitsverhältnisse sind völlig egal.
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Sole
Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 20:39 Uhr:   

Die Spekulation über das "Abwerben" eines Kandidaten von SPD, PDS oder einer anderen Liste ist auch nicht weniger seriös als das, was derzeit in Sachen Koalitionen die Runde macht.

Zumal die CDU so das leidige Thema Bundesrat vom Hals hat.

Wirklich daran glauben kann ich aber nicht - trotz allem Streit bei den Sozialdemokraten.
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 21:08 Uhr:   

Es hat aber beides nichts mit Direktmandaten zu tun.
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Sole
Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 21:23 Uhr:   

Nun zieh dich nicht dran auf - es war eine Anspielung auf all das Gerede von wegen unsinnigsten Koalitionen, absoluten Mehrheiten usw.

CDU 39 %, 44 Direktmandate und einer von irgendwo wären auch eine Mehrheit.

Und genau so stehts da: "Die Frage der Direktmandate wird - abhängig vom Wahlergebnis - möglicherweise Koalitionsratereien ohnehin unnütz machen. Denn hätte die Union exakt 50 % der Sitze , müsste sie nur einen Mann der anderen 2, 3 oder möglicherweise 4 einziehenden Listen für sich gewinnen "

Mein Tipp: Maximal ein Direktmandat an PDS.
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 21:39 Uhr:   

> CDU 39 %, 44 Direktmandate und einer von irgendwo wären auch
> eine Mehrheit.

Eben nicht. Selbst wenn FDP und Grüne mit 4,9% scheiterten.
Erst wenn 20% Stimmen der Sonstigen rausfielen und PDS und SPD
Rundungspech hätten (plus der Überläufer), könnten 39% reichen.
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Sole
Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 21:52 Uhr:   

45 von 88 Mandaten sind immer eine Mehrheit. Egal, ob Grüne drin sind oder nicht.
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 22:29 Uhr:   

Im gewählten 39%-Beispiel würden aber Überhangmandate anfallen und dazu Ausgleichsmandate verteilt werden und dann reichen 45 von vielleicht 100 Sitzen nicht mehr.
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kai
Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Juni 2004 - 22:29 Uhr:   

Das wäre richtig, wenn es in Thüringen keine Ausgleichsmandate gäbe. Aber die gibt es. Das heißt, wenn die Union zwar 44 Direktmandate gewinnt, aber nur 39 % der Stimmen, bei ca. 44 % für SPD und PDS zusammen, dann hätte der Landtag ca. 94 Sitze.
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Sole
Veröffentlicht am Freitag, 11. Juni 2004 - 08:44 Uhr:   

Auch eine komfortable Vorstellung - aber ziemlich unrealistisch wie das ganze Szenarium.

Den Denkfehler hatte ich gestern nicht entdeckt.
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 13:14 Uhr:   

Die Zahl 5 Direktmandate hätte ich nicht im Traum geglaubt. Immerhin zwei meiner Tipps waren richtig
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Marc K.
Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 17:18 Uhr:   

Glückwunsch an die PDS. Auch wenn ich diese Partei ablehne und aus allen Parlamenten rauswünsche gratuliere ich doch zum Wahlerfolg.
Guter Wahlkampf und gute Personalisierung auf den Spitzenkandidaten. Ich habe ihn in einigen Fernsehauftritten gesehen. Durchaus ein politisches Talent. Eine gewisse Ironie das die Ostpartei PDS als einzige in Thüringen mit einem Westimport antrat. Mit diesem war sie immerhin sehr erfolgreich.
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 18:56 Uhr:   

Die SPD hatte ihre guten Zeiten auch unter Westimporten (Schuchardt/Dewes) und die CDU unter Vogel.

Allerdings geht die Zeit solcher Leute zuende, Thüringen ist nicht mehr auf die zweite Reihe West angewiesen, wir produzieren jetzt unsere eigene zweite Reihe.
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 21:25 Uhr:   

Wobei hier für die PDS dasselbe gilt, wie für die CDU. Es kann ihr egal sein, ob sie einen Wahlkreis gewinnt oder nicht. An der Sitzverteilung ändert sich gar nichts.
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C.-J. Dickow
Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 21:44 Uhr:   

@ Martin

Es kann sich aber für den einzelnen Kandidaten etwas ändern, falls er ohne sein Direktmandat wegen eines schlechten oder nicht vorhandenen Listenplatzes sonst nicht im Parlament sitzen würde.
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 22:37 Uhr:   

Das hat es bei der PDS sogar. Margit Jung (LP 29) zieht nun statt Ralf Kalich (LP 28) für die PDS in den Landtag, die anderen PDS Wahlkreisgewinner standen weit genung oben auf der Liste.

Ob sich bei den CDU Kandidaten etwas verändert hat, hängt davon ab, ob die Wahlkreiskandidaten vorne auf der Liste standen. Der Partei selbst kann es aber egal sein.
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 14. Juni 2004 - 23:04 Uhr:   

Margit konnte es kaum glauben, eingezogen zu sein. Trost für Kalich: Wirklich dran geglaubt hat er vor dem Wahlabend sowieso nicht.

Ganz unwichtig sind Direktmandate freilich nicht:

Sie sind wichtige Signale für die Kommunalwahl in zwei Wochen.

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