Themen Themen Profil Profil Hilfe/Anleitungen Hilfe Teilnehmerliste Teilnehmerliste [Wahlrecht.de Startseite]
Suche Letzte 1|3|7 Tage Suche Suche Verzeichnis Verzeichnis  

"Nicht wählen hilft den falschen"...

Wahlrecht.de Forum » Sonstiges (FAQs, Wahltipps, usw. …) » "Nicht wählen hilft den falschen" « Zurück Weiter »

Autor Beitrag
 Link zu diesem Beitrag

abcdefg
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 11. März 2016 - 09:28 Uhr:   

Mich würde mal interessieren, was ihr zu dieser Aussage sagt. Diese ist ja oft zu hören, und ist in den meisten Fällen so gemeint, dass wenn man sich der Wahl enthält, rechtsextreme Parteien an die Macht kommen. Laut Wahl-Lexikon auf dieser Website ist es eher so, dass die grossen Parteien davon profitieren bzw. diejenige von ihnen, die man nicht wählen wuerde.

Wenn man sich nun vorstellt (fiktive Zahlen, einfach um etwas zum Vergleich zu haben), die Wahlverteilung wäre wie folgt:

500.000 CDU
490.000 SPD
10.000 NPD

Nun sagen wir mal, 5000 Leute, die eigentlich die CDU wählen würden, gehen nicht zur Wahl. Folglich wäre das Ergebnis:

495.000 CDU
490.000 SPD
10.000 NPD

Die SPD wäre nun also prozentual gesehen näher an der CDU dran. Wären nicht potentielle 5000 CDU-Wähler, sondern 15.000 nicht wählen gegangen, hätte die SPD sogar gegenüber der CDU gewonnen.

Würden sowohl 5000 CDU- als auch 5000-SPD-Wähler nicht wählen gehen, so wäre das Ergebnis wie folgt:

495.000 CDU
485.000 SPD
10.000 NPD

Rein prozentual betrachtet wäre die NPD nun also tatsächlich stärker - würde aber im obigen Fall die 5%-Hürde nicht überschreiten. Wäre der Anteil generell höher, wäre es aber zumindest denkbar, daß dies passiert.

Nun wird ja aber auch noch angenommen, daß NPD-Wähler auf jeden Fall wählen gehen. Sofern man davon ausgeht, daß es z.B. in letzter Zeit einen "Rechtsruck" gab, wie ja oft in den Medien gesagt wird, könnte man also davon ausgehen, daß der Anteil der NPD-Wähler sich erhöht; bei einer insgesamt geringeren Wahlbeteiligung sich der Anteil der CDU- als auch SPD-Wähler verringert. Somit wäre der prozentuale Anteil der Stimmen für die NPD auf jeden Fall höher.

Die Frage wird letztendlich sein, wie hier die Größenordnungen und -verteilungen aussehen, ob die Aussage, "Nicht wählen hilft den falschen" wahr ist. Es sei denn, ich habe irgendetwas wichtiges nicht bedacht? Ist mein Zahlenbeispiel evtl. zu naiv gerechnet? Was meint ihr zu diesem Thema?
 Link zu diesem Beitrag

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 11. März 2016 - 13:15 Uhr:   

 Link zu diesem Beitrag

marvin
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 11. März 2016 - 21:46 Uhr:   

Wenn ich nicht wählen gehe, bekommt die Partei, der ich sonst die Stimme gegeben habe, eben eine Stimme weniger, als wenn ich gewählt hätte. Insofern schade ich der Partei, die ich für die richtige halte, und nutze im Umkehrschluss allen anderen.
 Link zu diesem Beitrag

Fragender
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 12. März 2016 - 16:42 Uhr:   

"Wenn ich nicht wählen gehe, bekommt die Partei, der ich sonst die Stimme gegeben habe, eben eine Stimme weniger, als wenn ich gewählt hätte. Insofern schade ich der Partei, die ich für die richtige halte, und nutze im Umkehrschluss allen anderen."

Wenn ich aber keine Partei für die richtige halte und sowieso nicht wählen würde, schade ich mit der tatsächlichen Nichtstimmabgabe auch keiner anderen Partei, weil eben keine Partei eine Stimme weniger bekommt.
 Link zu diesem Beitrag

cyrix
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 12. März 2016 - 16:47 Uhr:   

Wer nicht wählen geht, erklärt sich damit indirekt mit dem, was die tatsächlich Wählenden entscheiden, einverstanden. Denn deren Entscheidungen betrifft ja die Nichtwähler genauso.
 Link zu diesem Beitrag

Fragender
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 12. März 2016 - 18:44 Uhr:   

@cyrix: Das habe ich ja auch nicht bestritten. Ich habe nur bestritten, dass nicht zu wählen denen hilft, die man nicht will. Zumindest stimmt es dann nicht, wenn man ohnehin nicht in Erwägung zieht zu wählen (wie z.B. Zeugen Jehovas). Wenn es (z.B. aus religiösen Gründen) vorzuziehen ist, nicht zu wählen, weil man keine von Menschen bestimmte Regierung will, sondern die Lenkung durch Gottes Hand annimmt, dann erklärt man sich auch nicht mit dem einverstanden, was die tatsächlich wählenden entscheiden, weil man die Entscheidungsgrundlage bereits bestreitet.
 Link zu diesem Beitrag

cyrix
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 12. März 2016 - 19:57 Uhr:   

Naja, wer versucht, mit religiösen Ansätzen zu argumentieren, der kann sich sowieso irgendwie immer alles zurecht biegen. Erstmal ist halbwegs klar, dass die Wähler das Ergebnis der Wahl bestimmen. Man kann aber gerne noch den "göttlichen Willen" oben drauf satteln, wenn man annimmt - wie beim Papstwahl-Konklave - dass bei der Entscheidungsfindung des Einzelnen entsprechendes "Anleiten durch den heiligen Geist" o.Ä. eine Rolle spielt -- auch wenn das wiederum dem freien Willen des Menschen als Geschöpf Gottes widersprechen würde. Naja, so ist das halt mit irgendwelchen transzendenten Themen...

Die Aussage, "nicht zu wählen hilft den Falschen" geht davon aus, dass man dennoch auf den zur Wahl stehenden Personen/ Parteien eine Ordnung bezüglich persönlicher Präferenzen besitzt: Nur dann, wenn man der Meinung ist, dass alle Alternativen gleich gut (bzw. gleich schlecht) sind, kann einem das Ergebnis der Wahl egal sein. Ansonsten schädigt man durch die Nichtwahl des "geringeren Übels" eben diese Alternative und fördert entsprechend umgekehrt die "größeren Übel". Hier geht es nur um eine relative Einordnung; wie viel Sympathie ich dem einzelnen Vorschlag nun absolut entgegenbringe, ist für die Wahl egal.

(Und wenn ich der Meinung bin, dass man sowieso alles ganz anders machen sollte, dann sollte ich selbst politisch aktiv werden und mich dafür engagieren - ob innerhalb einer existierenden Partei, oder durch Gründung einer neuen. Denn Meckern ist einfach, aber unproduktiv. Es selbst besser zu machen dagegen, erfordert echtes Engagement. Und spätestens dann, wenn man sich selbst einbringt in das politische Leben, dann hat man einen klaren Grund, warum man wählen gehen und für die eigenen Ideale eintreten sollte.)

Beitrag verfassen
Beitrag:
Fett Kursiv Unterstrichen Erstelle Link Clipart einfügen

Benutzername: Hinweis:
Dies ist ein geschützter Bereich, in dem ausschliesslich registrierte Benutzer Beiträge veröffentlichen können.
Kennwort:
Optionen: HTML-Code anzeigen
URLs innerhalb des Beitrags aktivieren
Auswahl:

Admin Admin Logout Logout   Vorige Seite Vorige Seite Nächste Seite Nächste Seite