Themen Themen Profil Profil Hilfe/Anleitungen Hilfe Teilnehmerliste Teilnehmerliste [Wahlrecht.de Startseite]
Suche Letzte 1|3|7 Tage Suche Suche Verzeichnis Verzeichnis  

Ist die Erststimme irgendwie vorherse...

Wahlrecht.de Forum » Sonstiges (FAQs, Wahltipps, usw. …) » Ist die Erststimme irgendwie vorhersehbar relevant für die prozentuale Zusammensetzung des BT? « Zurück Weiter »

Autor Beitrag
 Link zu diesem Beitrag

sirius3100
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 12. September 2013 - 11:16 Uhr:   

Ok die Frage ist eher für mich persönlich als Wahltipp gedacht. Ich finde viele der möglichen Koalitionen OK, nur hätte ich ungerne eine CDU/CSU+SPD-Regierung mit 2/3-Mehrheit.
Dem Bewerber welcher Partei muss ich hier jetzt meine Erststimme geben wenn ich das verhindern will? Oder ist das vollkommen irrelevant, bzw. wegen Rundung etc. nicht vorhersehbar wie sich das auswirkt? Jetzt mal abgesehen von dem sehr unwahrscheinlichen Fall dass ein unabhängiger Bewerber oder einer einer Partei die an den Sperrklauseln scheitert gewinnt.

Ich muss dazu sagen dass die Frage eigentlich rein akademischer Natur ist, da in meinem Wahlkreis der CSU-Bewerber sowieso wieder ~60% bekommen wird.
Aber einfach mal angenommen es wäre knapper.

Wenn es nur eine Verteilung auf Bundesebene gäbe wäre die Sache ja einfach, da eine Partei mit den im Verhältnis zur Zweitstimmenzahl meisten Überhangmandaten den "letzten" Sitz bekomme würde (also falls die Sitze der Reihe nach im Divisorverfahren vergeben werden bis auch alle Überhangmandate abgedeckt sind) und somit einen leichten systematischen Vorteil hätte.
Ob sich das auf die geplante Koalition der Partei den positiv auswirkt ist zwar nicht sicher, da auf die Oppositionsparteien durchaus auch mehr Ausgleichsmandate fallen können, aber tendenziell sollte es schon so sein.

Nur bin ich bei der jetzigen Regelung da leicht überfragt. Würde der Verlust eines Überhangmandats der CSU voraussichtlich eher dazu führen dass der Sitzanteil von CSU+CDU+SPD steigt oder fällt?

Ich könnte mir das ganze zwar vermutlich auch selbst ausrechnen oder falls nötig auch ausgehend von den Umfragen simulieren, aber vielleicht kennt hier ja jemand schon die Antwort, was mir die Mühe sparen würde.
 Link zu diesem Beitrag

Ralf Lang
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 12. September 2013 - 12:14 Uhr:   

Es ist nicht absehbar, dass diesmal durch Überhangmandate die Mehrheitsverhältnisse sich ändern. Das war meiner Erinnerung nach noch nie der Fall. Mehrheiten wurden größer, aber sie drehten sich nicht.
 Link zu diesem Beitrag

sirius3100
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 12. September 2013 - 12:39 Uhr:   

Das es unwahrscheinlich ist, ist mir schon klar. Ich möchte nur meine beiden Stimmen eben gerne so abgeben dass die Wahrscheinlichkeit möglichst hoch ist ein von mir gewünschstes Wahlergebnis zu erreichen.
Durch die Ausgleichsmandate ist der Einfluss der Überhangmandate auf die prozentuale Zusammensetzung ja auch nochmal geringer geworden, weshalb es dieses Mal auf der Seite hier ja auch keinen Leitfaden zur optimalen Stimmabgabe zu geben scheint (das ist was ich im ersten Post mit Wahltipp gemeint hatte).

Trotzdem würde ich eben gerne wissen ob es einen, wenn auch noch so kleinen, systematischen Effekt gibt der den Gewinner von Überhangsmandaten bevorzugt.
 Link zu diesem Beitrag

El Tres
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 12. September 2013 - 13:03 Uhr:   

Ohne Gewähr: Die Partei, die keine Ausgleichsmandate bekommt, hat einen geringfügigen Vorteil, weil nur soviel Mandate verteilt werden, bis der Ausgleich gerade so hergestellt ist.
In der Regel dürfte das eine Partei sein, die viele Überhanggmandate hat.
 Link zu diesem Beitrag

Wilko Zicht
Moderator
Veröffentlicht am Donnerstag, 12. September 2013 - 14:19 Uhr:   

Die Partei, die (relativ) am stärksten überhängt, hat in der Tat einen kleinen Rundungsvorteil.
 Link zu diesem Beitrag

Arno Nymus
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 12. September 2013 - 17:43 Uhr:   

Anzumerken ist dabei, dass man - um den Vorteil abzuschalten - alle "Überhangmandate" beseitigen müsste.
Wenn also z. B. die CDU alleine überhängt und dabei in einem Bereich von 20 Mandaten über dem proportionalen Anteil an 598 liegt, würde der systematische Vorteil natürlich auch bei 19 oder 18 Überhangmandaten noch vorhanden sein. Nur beim Verlust des "ersten" (oder "letzten" je nach Betrachtungsweise; jedenfalls des einzigen) Überhangmandates würde der systematische Vorteil erlischen. (Bei mehreren Überhangmandaten wäre analog nicht das einzige Überhangmandat, sondern das eine Mandat, dass diese Partei zur am stärksten überhängenden Partei macht, die einzige Stelle, wo sich etwas ändern kann).
Bei der CSU, welche ja nur in einem Bundesland antritt, wäre dieser Fall (Verhinderung des einzigen Überhangmandates) - wenn sie überhängen sollte und am stärksten überhängen sollte - natürlich gar nicht so unwahrscheinlich; das letzte Mal hatte sie ja auch "nur" drei Überhangmandate. Allerdings befinden sich doch einige "wenn"s in diesem Szenario.

Der systematische Vorteil für die am stärksten überhängende Partei dürfte - über den Daumen gepeilt - einen Erwartungswert von etwa einem halben Sitz haben, so dass man bei 598 Sitzen auf knapp ein Promill relativen Unterschied am Gesamtergebnis kommt. @Wilko: Korrigier' mich bitte, wenn ich da grob schief liege.

Wenn es eine realistische Chance gäbe, dass ein Kandidat wackelt oder aber unter den anderen Direktkandidaten des eigenen Wahlkreises keiner so hervorsticht, dass man zwingend seine Unterstützung diesem gegenüber äußern möchte, reicht aber womöglich auch ein mit vielen "wenn"s versehenes Promill, um seine Wahlentscheidung zu treffen. Schließlich verliert man damit ja auch nichts.

Freundliche Grüße,
Arno Nymus
 Link zu diesem Beitrag

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 13. September 2013 - 00:51 Uhr:   

 Link zu diesem Beitrag

sirius3100
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 13. September 2013 - 12:49 Uhr:   

"Bei den gegebenen Umständen und Zielen dürfte fast immer ein Einzelkandidat die beste Wahl sein, wenn einer zur Auswahl steht. Auch wenn dessen Chancen minimal sind, hat er zumindest einen vergleichsweise sehr starken Effekt, wenn er doch gewinnt."

Da ich ja anscheinend den leichten Vorteil bestenfalls von CSU zu CDU oder SPD umverteilen kann und die genaue Verteilung der Ausgleichsmandate ja nicht vorhersehbar ist, werde ich wohl tatsächlich die Erststimme einfach irgendeinem vermutlich aussichtslosen Bewerber einer kleinen Partei geben (Einzelbewerber gibt es hier Keinen).


Ich danke jedenfalls für alle Antworten.
 Link zu diesem Beitrag

P
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 13. September 2013 - 20:19 Uhr:   

Der Kandidat einer Partei, die bei der Sitzverteilung nicht berücksichtigt wird oder für die in dem Land keine Landesliste zugelassen ist, ist genauso gut wie ein Einzelbewerber.
 Link zu diesem Beitrag

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 14. September 2013 - 08:51 Uhr:   

Beitrag verfassen
Beitrag:
Fett Kursiv Unterstrichen Erstelle Link Clipart einfügen

Benutzername: Hinweis:
Dies ist ein geschützter Bereich, in dem ausschliesslich registrierte Benutzer Beiträge veröffentlichen können.
Kennwort:
Optionen: HTML-Code anzeigen
URLs innerhalb des Beitrags aktivieren
Auswahl:

Admin Admin Logout Logout   Vorige Seite Vorige Seite Nächste Seite Nächste Seite